RAUMSCHIFF
BLUEFOX – NCC 1701-F
Folge 20: Veränderungen
STARRING
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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew
Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Julia Haldemann |
ALS |
Lt. Cmdr. Gillian
Haldman |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Cmdr. Danny
Chollet |
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Judith Baumann |
ALS |
Cnslr. Judy Boeman |
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Matthias Weber |
ALS |
Chief Matthew
Webber |
ALSO STARRING (AUSWAHL
AUS DER CREW)
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Fabian Blatter |
ALS |
Lt. Fabius Blater |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
Stephanie
Knecht
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ALS
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Dr. Steevy Knight
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie
Crossnicholls |
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Patrick Streich |
ALS |
F. Patrick Strike |
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Stefan Kägi |
ALS |
F. Stephen Ceagy |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy
Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
GUEST STARRING /
ACTORS IN A SECOND ROLE
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Kate Mulgrew |
ALS |
Cpt. Kathryn
Janeway |
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Robert Beltran |
ALS |
Cmdr. Chakotay |
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Jeri Lynn Ryan |
ALS |
Seven of Nine |
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Tim Russ |
ALS |
Lt. Cmdr. Tuvok |
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Roxann Dawson |
ALS |
Lt. B’Elanna Torres |
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Robert Duncan McNeill |
ALS |
Lt. Tom Paris |
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Garrett Wang |
ALS |
F. Harry Kim |
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Robert Picardo |
ALS |
Der Doktor |
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Tanya Steiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Tanya
Steaner |
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Evelyn Karlen |
ALS |
Adm. Eve Lynn
Carlen |
Computerlogbuch der
Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 78384.2
««Seit dem zweiten
Angriff der Borg gegen die Erde innerhalb von sechs Monaten sind nun zwei
Wochen vergangen. Judy Boeman ist an Bord der Bluefox zurückgekehrt und wird,
wie bereits abgemacht, den Posten von Steevy Knight übernehmen und unser neue
Schiffscounselor sein. Steevy wird Nicole Strike in der Krankenstation als
stellvertretende Chefärztin unterstützen. Jetzt haben wir also vier Ärztinnen
an Bord der Bluefox. Zum großen Bedauern von mir und der Crew hat Counselor
Boeman entschieden, ihren Zweitposten als Barkeeperin aufzugeben und ihn jemand
anderem zu überlassen. Bisher ist noch nicht entschieden, wer dies sein könnte.
Das zweite Kernthema meines Logbucheintrages ist das Folgende: Die
U. S. S. Voyager,
die vor zwanzig Jahren in den Badlands verlorengegangen war, hat sich
tatsächlich gemeldet! Die Voyager war das Thema meiner Akademiearbeit. Keiner
glaubte je, daß es die Voyager schaffen würde, je länger sie verschollen blieb.
Soviel die Sternenflotte weiß, ist die Crew zu einem großen Teil wohlauf und
alle Führungsoffiziere haben die Reise überstanden. Der Chefkoch Neelix hat die
Voyager vor kurzem verlassen um seinem Volk beizustehen. Das ist wirklich
komisch! Captain Janeway hat jetzt also das gleiche Problem wie ich: Wir müssen
uns über den Replikator verpflegen. – Die Voyager wird in ungefähr drei Tagen
die Erde erreichen, weil sie von einem Transwarpkanal der Borg profitieren
konnte, der sie kurzerhand vom Deltaquadranten in den Föderationsraum schickte!
Aufgrund dieses wunderbaren Ereignisses hat die gesamte Sternenflotte ihren
Betrieb eingestellt und man will ein riesiges Fest für die Voyager und deren
Besatzung veranstalten. Ich halte das für eine großartige Sache und habe meiner
Mannschaft ebenfalls Landurlaub auf der Erde gewährt. Commander Steaner will
noch eine Arbeit fertigstellen, für die sie noch die Hilfe eines weiteren
Besatzungsmitglieds benötigt. Fähnrich Crossnicholls hat sich freiwillig
gemeldet. Ich finde das großartig und werde dies in ihrer Akte vermerken. Die
Crew des Maschinenraums ist wahrlich nicht zu beneiden im Moment. Der Tod der
Geschwister Werwealy ist natürlich äußerst tragisch, so wie es auch das Ableben
von Chief Whiteman ist. Sie alle sind im Dienst gestorben und haben ihren
Einsatz bis aufs Letzte bewiesen. Vorgestern sind darum die Crew und die
Angehörigen der Verstorbenen in Zehn-Vorne zusammengekommen und wir haben alle
zusammen der drei Offiziere gedacht. Es war ein denkwürdiger Anlaß. Ich werde
sie alle sehr vermissen.»»
Im Maschinenraum
neigte sich die Arbeit dem Ende zu. Tanya Steaner und Jazzy Crossnicholls waren
froh, daß sie es doch noch an diesem Tag schaffen konnten. Ein letztes Mal
kroch Steaner in die Jeffriesröhre, um den Druck in einer der wichtigsten
Plasmaleitungen auf dem Schiff zu überprüfen. Dazu mußte sie einen Deckel
öffnen und vorsichtig einen Meßstab durch ein Sicherheitskraftfeld hindurch in
das Plasma stecken. Die Anzeige auf dem Tricorder gab dann den Druckwert an.
Steaner hatte dies schon zweimal gemacht und hatte keine Bedenken, daß etwas
schief laufen könnte. Sie hatte den Meßstab bereits aus ihrem Technikerkoffer
ausgepackt und öffnete den Deckel der Plasmaleitung. Ehe Steaner auch nur
irgend etwas hätte tun können, füllte sich die gesamte Sektion der
Jeffriesröhre mit purem Plasma! Die Chefingenieurin wurde sofort bewußtlos und
sank auf den Boden! Das rasche Austreten des Plasmas erzeugte einen Unterdruck
in der Jeffriesröhre, was wiederum einen Alarm im Maschinenraum auslöste.
Crossnicholls eilte zur Hauptkonsole im Vorraum vor dem Warpkern und las den
Text, der auf dem Bildschirm mit roter Schrift blinkte, leise mit:
«Sauerstoffentzug in Jeffriesröhre 37 Beta.» Die junge Technikerin wußte
sofort, was zu tun war. Sie checkte die Umweltbedingungen in Jeffriesröhre 37
Beta und fand schnell heraus, daß Plasma aus einer Hauptleitung ausgetreten
war. Sie konnte alles übriggebliebene Plasma aus Jeffriesröhre 37 Beta absaugen
und die normalen Umweltbedingungen wiederherstellen. Ebenso konnte sie das
scheinbar ausgefallene Kraftfeld bei der Öffnung der Leitung reaktivieren. Zur
Sicherheit schaltete sie im Maschinenraum die Energiezufuhr ab, damit nicht
neues Plasma an den Unfallort gelangen konnte. Dazu mußte sie lediglich die
Plasmatanks ferngesteuert verriegeln. Dann begab sie sich auf dem schnellsten
Wege zu Jeffriesröhre 37 Beta. – Stille und Dunkelheit empfingen Crossnicholls,
als sie ihr Ziel erreichte. Sie zündete durch die ganze Röhre, bis sie auf
einmal eine Gestalt entdeckte. Sie kroch zum regungslosen Körper hin und
zündete auf das Gesicht. Es traf sie fast der Schlag! Hätte sie nicht gewußt,
daß Steaner in diesem Bereich arbeitete und allein sein mußte, hätte sie nicht
ausmachen können, wer es war! Das Gesicht von Steaner war mit unzähligen
Plasmaverbrennungen übersät und die Uniform war nicht mehr goldgelb, sondern
pechschwarz! Crossnicholls wußte, daß ein Mensch in einem geschlossenen Raum,
der mit purem Plasma überflutet war, keine zehn Sekunden überleben konnte. Es
war also eindeutig: Steaner war tot! Crossnicholls konnte es nicht fassen. So
viele Tote innerhalb so kurzer Zeit. Womit hatte die Besatzung der Bluefox das
verdient, fragte sie sich. Als sie sich wieder einigermaßen fassen konnte,
suchte sie die geöffnete Stelle der Plasmaleitung. Als sie die Stelle fand,
schraubte sie den Deckel wieder auf das Loch. Die äußeren Umstände waren nun
garantiert wieder normal und es bestand keine Gefahr mehr. Dem jungen Fähnrich
ging die Erkenntnis durch den Kopf, daß ein kleines ausgefallenes Kraftfeld
derart große schlimme Folgen haben konnte.
Zum Glück war der
Captain noch an Bord und arbeitete an den Missionsberichten des vergangenen
Jahres. Als er gerade das Logbuch und die persönlichen Eindrücke der Mission mit
dem Andromeda-Asteroidengürtel durchlas, wurde er vom Funkspruch von
Crossnicholls unterbrochen: ««Crossnicholls an Bluefox: Im Maschinenraum hat es
einen tödlichen Unfall gegeben. Könnten Sie bitte den Leichnam von Commander
Steaner in die Krankenstation beamen?»» – ««Was?!»» rief Cpt. Bluefox. Nach einer kurzen Pause antwortete er: ««Natürlich, ich
beame sie von der Brücke aus direkt in die Intensivabteilung der
Krankenstation. Ich begebe mich danach selbst dorthin um sie zuzudecken. In
diesem Zustand muß sie dann verweilen, bis Nicole oder eine ihres Stabs wieder
auf die Bluefox zurückgekehrt ist.»» – Der Captain glaubte nicht recht bei
Sinnen zu sein! Während dem letzten Satz betrat er bereits die Brücke und ging
wie ferngesteuert zur Taktischen Station hoch um den Transportvorgang
durchführen zu können. Auf dem Weg zur Krankenstation fragte er Crossnicholls
über Funk: ««Fähnrich, wie konnte das denn passieren? Haben Sie eine
Erklärung?»» – ««Die habe ich, Captain. Die gesamte Beta-Sektion ist mit Plasma
überflutet worden. Commander Steaner sowie ich konnten nicht wissen, daß das
Kraftfeld der Leitungsöffnung deaktiviert war. Sehr wahrscheinlich ist dies
noch ein Fehler nach dem Borgangriff, den wir nicht behoben hatten.»» erklärte
Crossnicholls. Bluefox meinte nachdenklich: ««Mit fatalen Folgen, wie sich dies
jetzt herausstellt. Indirekt fielen dem Angriff der Borg somit nicht nur drei,
sondern vier Personen zum Opfer. Ein weiterer trauriger Logbucheintrag, den ich
machen muß. Ich habe fast das Gefühl, daß sich die fast perfekten Umstände vor
dem Angriff der Borg gerächt haben. Erst erlangen wir eine neue Technologie,
dann kommt die Allianz mit Fraktion Sieben, dann dieses neue Schiff. Jetzt
dreht sich die Medaille.»»
Der Captain betrat
die Intensivstation. Steaner lag im mittleren Bett, kohlrabenschwarz vor dem
Ruß der Verbrennungen. Bluefox konnte sich diesem Anblick nur kurz hingeben,
bevor er schnell die Decke daneben schnappte und die tote Chefingenieurin
zudeckte. Er sagte leise zu ihr: «Sie hatten trotz allem einen schönen Tod,
Tanya. Es ging gewiß wahnsinnig schnell. Gespürt haben Sie sicher fast nichts.
Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und speziell für Ihre Erfindung. Sie haben
sich in einem Rekordtempo in unsere Crew eingelebt und Sie gehörten zu den
Bestakzeptierten in meiner Mannschaft. – Ruhen Sie in Frieden!» – Nach diesen
Worten verließ der Captain die Krankenstation wieder und begab sich zurück in
seinen Bereitschaftsraum um diesen traurigen Logbucheintrag zu machen.
Gleichzeitig vermerkte er, daß Lore nach dem Urlaub wieder für den
Maschinenraum zuständig wäre und daß Haldman die volle Zeit auf der Brücke an
der Ops arbeiten würde.
Es war
selbstverständlich, daß die Besatzung nicht gerade erheitert reagierte, als die
Nachricht von Steaners Tod in Zehn-Vorne allen verkündet wurde. Dennoch war man
auf der Bluefox guten Mutes, daß es wieder bergauf gehen sollte in der nächsten
Zeit, vor allem weil die verlorengegangenen Freunde eigentlich nur positive
Gefühle auslösten bei der Mannschaft. Man schrieb den 8. Juli 2401. Es war der
Tag, an dem die U. S. S. Voyager laut Cpt. Janeway in den Orbit der Erde
eintreten sollte. Sowohl im Oberkommando als auch auf dem neuen Flaggschiff der
Sternenflotte war man auf eine große Feier gerüstet. Am frühen Abend sollte es
soweit sein. Als prunkvolle Eröffnung des Festes sollte die Voyager über die
Golden Gate Bridge in San Francisco fliegen, wo bereits Feuerwerkskörper
installiert waren und nur noch darauf warteten direkt unter der Voyager zu
explodieren.
Auf der Voyager
befahl Cpt. Janeway: «Tom, schwenken Sie in einen niederen Orbit ein und
vermindern Sie die Geschwindigkeit auf 300 Stundenkilometer. Über San Francisco
fliegen Sie die „Golden Gate Bridge“ an und bremsen auf 200 Stundenkilometer
ab. Mit dieser Geschwindigkeit fliegen wir dann über die Brücke.» Cmdr.
Chakotay funkte an alle Besatzungsmitglieder: ««An alle, hier ist die Brücke.
Ich hoffe, es sind alle bereit San Fransisco zu sehen! Lehnen Sie sich aus den
Fenstern und genießen Sie die Ankunft!»» Janeway schwärmte: «Sie ist so
wunderschön. Endlich sind wir zu Hause.» Chakotay fügte hinzu: «Und es ist
keine Finte von irgendeiner Anomalie oder einem fremden Wesen!» F. Kim an der
Ops sprach: «Captain, es kommt eine Meldung vom Oberkommando der Sternenflotte
herein.» – «Auf den Schirm!» entgegnete Janeway. – ««Hier spricht Admiral Eve
Lynn Carlen vom Oberkommando in San Francisco. Ich habe die Ehre Sie als Erste
auf der Erde willkommen zu heißen. Sie haben nach Ihrer Ehrenrunde die
Landeerlaubnis auf dem Hauptplatz der Sternenflottenakademie.»» informierte
Adm. Carlen. Janeway
erwiderte: ««Wir haben verstanden, Admiral, vielen Dank! Janeway, Ende.»» – Der
Captain drehte sich zu Seven of Nine an der mittleren Konsole direkt über ihr
um und fragte sie: «Seven, sind Sie auch froh, daß wir endlich zu Hause sind?»
Seven antwortete: «Es freut mich für die Besatzung, daß wir die Erde erreicht
haben. Für mich hat dieses Ereignis jedoch keinen großen Einfluß.» Janeway
meinte: «Oh, das sollte es aber. Sehr wahrscheinlich wird die Voyager nicht
sofort wieder auf Missionen gehen, auf jeden Fall nicht unter meinem Kommando.
Wie es scheint, werden Sie etwas Zeit auf der Erde verbringen müssen. Wenn es
jetzt noch keinen großen Einfluß auf Sie hat, dann wird sich dies noch ändern,
glauben Sie mir.» – «Möglich wäre es.» erwiderte Seven knapp und schaute wieder
nach vorne zum Bildschirm. Auch Janeway drehte sich wieder in die normale
Blickrichtung. Lt. Cmdr. Tuvok, der vulkanische Sicherheitschef der Voyager,
redete nie sonderlich viel, aber nun fragte er Seven von sich aus: «Werden Sie
Ihre Familie besuchen?» Seven gab zur Antwort: «Ich denke schon. Meine Tante
wird es kaum erwarten, mich zu sehen, so wie ich sie das letzte Mal im Gespräch
über die Subraumverbindung erlebt habe.» Sie fragte zurück: «Und Sie,
Commander?» Tuvok antwortete: «Ich werde die nächste Zeit mit meiner Frau und
meinen Söhnen verbringen und viel reisen. Wir haben schon einige Ziele
vereinbart.» – Lt. B'Elanna Torres kam aus dem Turbolift heraus und betrachtete
ebenfalls kurz die Erde. Es schien so, als wäre sie wie Seven nicht sonderlich
angetan von einem längeren Aufenthalt. Fast die Hälfte der Crew sowie Torres,
Pilot Tom Paris und auch Chakotay waren Mitglieder des Maquis und alle hatten
ein wenig Angst sich vor dem Obergericht der Föderation verantworten zu müssen.
Aber beide waren sich auch sicher, daß Janeway alles tun würde, um dies zu
vermeiden. Da zirpte plötzlich Janeways Kommunikator. Der Doktor funkte von der
Krankenstation aus an den Captain: ««Ich hoffe wohl, daß Lieutenant Barclay und
Counselor Troi noch leben. Die haben uns schon den halben Weg begleitet.»»
Janeway erwiderte: ««Das will ich schwer hoffen, Doktor! Können Sie die Erde
auch sehen?»» – ««Natürlich, Captain! Ich habe die Hauptschirmansicht der
Brücke direkt zu meinem Computer im Labor umgeleitet. Sie sieht großartig aus.
Es ist immer noch der blaue Planet.»» antwortete das medizinische
Notfallhologramm. Janeway informierte den Doktor: ««Wie Sie sicherlich
mitbekommen haben, überfliegen wir in ein paar Minuten die Golden Gate Bridge.
Dann müssen Sie unbedingt zuschauen! Janeway, Ende.»» Sie schloß die Verbindung
zur Krankenstation wieder. – Lt. Paris informierte nun die Brückenmannschaft.
Er sprach: «Wir treten jetzt in die westliche Hemisphäre ein. Der Überflug der
Golden Gate Bridge erfolgt in zwei Minuten.» Janeway entgegnete: «Großartig,
Mr. Paris. Bringen Sie uns runter.»
Zurück auf der
Bluefox: Bluefox funkte vom mittleren Kommandosessel aus an den Rest der
Besatzung, der nicht auf der Brücke sein konnte: ««An die gesamte Crew, hier
ist die Brücke. Wenn jetzt noch einer keinen Bildschirm gefunden hat, soll er
so schnell wie möglich einen aufsuchen und auf die Hauptschirmansicht wechseln.
Die Voyager wird jeden Moment die Golden Gate Bridge überfliegen, so macht es
zumindest den Anschein. Sie hat soeben den äußeren Orbit verlassen und startet
einen Sinkflug. Bluefox, Ende.»» – Die meisten Besatzungsmitglieder
versammelten sich ohnehin bereits am schwungvoll gestalteten Geländer über den
Kommandosesseln, links und rechts von der Taktischen Station. Der Erste
Offizier drehte sich zu seinem Captain hin und bemerkte: «Also, vor einer Woche
hätte ich nie mit der Voyager gerechnet. Hatten Sie noch eine kleine Hoffnung
auf dieses tapfere, kleine Schiff?» Bluefox wunderte sich über die Beschreibung
der Voyager durch seinen Ersten Offizier und entgegnete: «Tapfer ist sie, aber
klein? Schiffe der Intrepid-Klasse sind beinahe doppelt so groß wie Schiffe der
Defiant-Klasse. Defiants sind klein, aber Intrepids finde ich noch ganz
anständig. Zu Ihrer Frage: Ein Fünkchen Hoffnung für die Voyager bestand meiner
Ansicht nach immer. So lange nicht das Gegenteil berichtet wurde, sprich die
Zerstörung, war alles offen! Keiner wußte, wo die Voyager war. Für meine
Begriffe war dieses Schiff wie die beiden Jugendlichen, die sich angeblich im
Wald verirrt haben und zwei Wochen nicht mehr nach Hause kamen. Die Eltern
dachten sich auch schon alles Mögliche aus, aber so lange sie nicht wirklich
wußten, wie der Hase läuft, konnten sie nicht definitiv sagen, daß ihre Kinder
für immer verloren waren. Vor vier Tagen las ich die Nachrichten. – Et voilà,
die Buben waren wieder zurück. Fragen Sie mich nicht, wie das geschah. Es war
nämlich nicht erklärt worden.» erzählte Bluefox. Ceagy fragte: «Hat in der Tat
Parallelen zur Geschichte mit der Voyager. Ob die Jungs wohl auch so viel
erlebt haben wie die Mannschaft der Voyager?» «Das bezweifle ich!» entgegnete
Bluefox schmunzelnd. Lt. Cmdr. Chollet unterbrach die beiden Schiffsleiter und
warnte: «Hallo, die Voyager fliegt gleich über die Golden Gate Bridge! Wenn Sie
so weiterplaudern, verpassen Sie sie noch!» Bluefox erwiderte: «Wir haben alles
unter Kontrolle, aber trotzdem: Danke für die Information.» – Tatsächlich,
der Sicherheitschef der Bluefox irrte sich nicht. Die Voyager befand sich nur
noch wenige Kilometer von der Golden Gate Bridge entfernt. Das Schiff schien in
den Kanal zu stürzen, aber kurz vor dem theoretischen Wasserkontakt riß Paris
das Schiff wieder in die Höhe. Durch den Wind, den die Voyager erzeugte,
während sie so nahe über dem Kanal flog, wirbelte es das Wasser richtiggehend
auf! Es war ein traumhafter Anblick! – Es vergingen keine drei Sekunden, da
sauste die Voyager über die Golden Gate Bridge, wo auch sofort das Feuerwerk
losging! Dies war der zweite Moment, wo die Besatzungen der Bluefox und des
Oberkommandos nur noch ein „Oh“ und „Ah“ von sich geben konnten! – Nachdem die
Voyager wieder in den äußeren Orbit eingeschwenkt war, hörte auch das Feuerwerk
auf. Das war also der Anfang eines grandiosen Festes, das zweifellos folgen
sollte.
Eine Stunde später
ereignete sich die nächste Außergewöhnlichkeit. Chollet informierte den
Captain: «Sir, die Voyager ruft uns! Welche Ehre!» Bluefox entgegnete: «In der
Tat! Auf den Schirm!» Am anderen Ende der Leitung war niemand geringeres als
Cpt. Janeway selbst. Sie begrüßte die Bluefox wie folgt: ««Hier spricht Captain
Kathryn Janeway von der Voyager. Mir wurde erzählt, daß die Bluefox das
Flaggschiff der Föderation ist. Ich dachte mir, ich könnte Sie und Ihren
engeren Stab zu einem Dinner in unserem Kasino einladen! Ich und mein Erster
Offizier Commander Chakotay sind für das Essen verantwortlich.»» meinte
Janeway. Bluefox willigte natürlich dankend ein: ««Das ist ja vielleicht eine
Überraschung! Ich bin sofort dabei! Vielen Dank!»» – ««Also dann, wir treffen
uns um 20 Uhr im Kasino. Bis dann, Captain ... ach ja, Captain und wie noch?»»
hielt Janeway inne. Bluefox sprach: ««Bluefox, wie das Schiff.»» Janeway erwiderte
lachend: ««Das habe ich auch noch nie gehört, klingt aber toll! Also schön,
Captain Bluefox, bis dann!»» Die Verbindung zur Voyager wurde wieder
geschlossen. Ceagy bemerkte fröhlich: «Das nenne ich einen Supertag!» Bluefox
stimmte zu: «Es geht auf und ab, im Moment deutlich auf!»
Der Abend näherte sich
rasch. Wie auch von Bluefox erwartet war niemand von der Bluefox zu etwelchen
Terminen besetzt, was bedeutete, daß die gesamte Besatzung der Bluefox an diesem
einmaligen Ereignis teilnehmen konnte. Als auch Transporterchef Matt Webber
sich selbst auf die Voyager gebeamt hatte, begaben sich alle miteinander zum
Kasino, das sich auf Deck 2 befand. Der momentan einzige mit Energie versorgte
Transporterraum der Voyager befand sich jedoch auf Deck 4. Es war der
Ersatztransporterraum, der normalerweise für den Eingreiftrupp der Voyager, das
„Hazard-Team“, gebraucht wurde. Die Bluefox-Crew durfte somit auch noch eine
Fahrt mit dem Turbolift genießen. Als Bluefox mit seinem Team das Kasino
betrat, erhob sich Janeway aus ihrem Stuhl und breitete ihre Arme aus. Sie
sprach strahlend: «Meine Damen und Herren, herzlich willkommen auf der Voyager!
Es ist alles hergerichtet, Sie müssen sich also nur noch irgendwo hinsetzen.»
Bluefox erwiderte: «Besten Dank, Captain. Es ist mir und meiner Crew eine Ehre
hier zu sein.» Er setzte sich sogleich an den freien Platz direkt neben
Janeway. Ceagy nahm rechts von seinem Captain Platz. Janeway eröffnete das
Dinner: «Worauf warten wir noch? Guten Appetit!»
Einige Zeit war
vergangen und es war bereits später Abend. Einige Bluefox-Crewmitglieder waren
inzwischen auf die Bluefox zurückgekehrt, weil es bereits 23 Uhr war und am
folgenden Morgen wieder Normaldienst auf dem Programm stand. Bluefox blieb mit
Ceagy noch ein Weilchen im Kasino, so lange auch Janeway Lust und Zeit hatte zu
bleiben. Interessante Gespräche wurden geführt zwischen den beiden Captains,
was sowohl die Diplomatie als auch das Durchsetzungsvermögen betraf. Mitten in dieser
Konversation kam Janeway etwas in den Sinn: «Oh ja, ich wollte Ihnen noch etwas
erzählen. Das weiß sonst im Fall niemand außer mir, jemand weiterem und jetzt
dann gleich Ihnen. Nicht einmal mein Sicherheitschef Tuvok, der sonst alles
weiß, hat eine Ahnung davon. Ich dachte, zwischen Captains könnte man so ein
Geheimnis aufbewahren.» Beide drehten sich ganz unauffällig etwas nach hinten.
Janeway fuhr mit halblauter Stimme fort: «Ich habe meinen Leuten gesagt, daß
ich in nächster Zeit keine Missionen mehr leiten wolle, weil ich auch mal
Urlaub brauche. Das ist ja noch nicht so schlimm, aber wenn die wüßten, mit wem
ich meinen Urlaub verbringe, dann hätte das für mich einen Rüffel beim
Oberkommando abgesetzt. Ich bin nämlich schon seit acht Jahren mit Chakotay
zusammen und wir haben das bisher immer verbergen können. Jetzt haben wir das
erste Mal die Gelegenheit irgendwohin zu fahren ohne ein schlechtes Gewissen zu
haben. Wir fliegen mit einem kleinen Shuttle nach Bloomington in Indiana. Dort
wurde ich nämlich geboren. Falls Sie Lust haben, können Sie uns dann gerne
einmal besuchen. Wir wollen uns eine kleine Villa kaufen und zur Ruhe setzen.
Aber, wie gesagt: Nur Sie, Chakotay und ich wissen das. Die Crewmitglieder
rechnen damit, daß sie irgendwann wieder auf die Voyager zurückkönnen, aber das
wird, so denke ich, nicht passieren, zumindest nicht unter meinem Kommando. In
diesem Zusammenhang habe ich jetzt ein kleines Problem.» Bluefox fragte erst:
«Was denn für eines?» Danach stand er auf und sagte zu Ceagy: «Entschuldigen
Sie mich und Captain Janeway für einen Moment.» Auch Janeway stand auf und
beide verließen das Kasino für einen kurzen Augenblick. Janeway antwortete nun
auf Bluefox’ Frage: «Das Problem ist folgendes: Die Voyager wird in dieser
Mannschaftszusammenstellung ja eben nicht mehr unterwegs sein und darum könnte
ein Crewmitglied, das mir besonders am Herzen liegt, ziemliche Probleme
bekommen. Ich spreche von Seven of Nine.» Bluefox erinnerte sich: «Ah ja, Seven of Nine kenne ich
ein wenig, zumindest ihre Geschichte. In einem Datenstrom, den Sie der
Sternenflotte vor einigen Jahren gesandt haben, wurde ihre Lebensgeschichte in
einer schmalen Form veröffentlicht. Es ist ein Bestseller geworden in unserer
Schiffsbibliothek! Hat sie sich an die Umstände gut anpassen können?» Janeway
erklärte: «Nicht ganz. Sie hat wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht,
aber ich habe das Gefühl, daß es ihr auf der Erde oder auf irgendeinem fremden
Schiff ohne gute Struktur und tolerantem Verhalten der Crew nicht behagen
wird.» Bluefox ahnte, worauf seine Kapitänskollegin hinauswollte und fragte
keck: «Sie denken...» Weiter kam er gar nicht, weil Janeway ihren Gedanken zu
Ende führte: «Genau! Ich denke, daß sie bei Ihnen in guten Händen ist. Sie sind
sicher nicht rein zufällig zum Kommandanten des Sternenflottenflaggschiffes
ernannt worden. Andererseits habe ich gehört, daß Sie nicht glücklich sind,
wenn Ihre Mannschaft zu groß ist. Ich denke jedoch, daß eine einzige Person den
Kohl auch nicht mehr fett machen würde.» – «Das stimmt. Bei Seven of Nine ist
das auch speziell. Sie braucht ein gutes Schiff, auf dem sie sich nützlich
machen und zeigen kann. Ich will mich und meine Crew jetzt überhaupt nicht in
die Höhe schwingen, aber ich denke, die Bluefox ist für Seven of Nine, die sich
neu einleben muß, das beste Schiff in der ganzen Flotte.» erwiderte Bluefox.
Janeway meinte: «Seven wird Ihnen mal einen Besuch abstatten im Verlaufe der
nächsten Tage. Das Problem wird eher sein, wie ich ihr dies erklären soll. Sie
wird sicher wissen wollen, warum sie die Voyager wahrscheinlich für immer
verlassen muß.» Bluefox schlug vor: «Am besten ist natürlich immer die
Wahrheit. Seven ist doch jemand, die einerseits auf den Mund sitzen kann und
andererseits auch Hiobsbotschaften gut verarbeiten kann. Meine Bedenken sind
eher, daß es Seven bei uns nicht gefällt.» sorgte er sich. Janeway räumte ein:
«Am Anfang wird es für beide Seiten schwierig, aber ich denke, es wird ähnlich
werden wie auf der Voyager. Ich glaube, sie wird sich gut einleben und sich an
Sie, Ihre Besatzung und Ihr Schiff gewöhnen. Die Borg sind ja die
unangefochtenen Meister in Sachen Anpassungsfähigkeit. Vielleicht muß der
Alkoven noch auf die Bluefox gebeamt werden, damit sie sich regenerieren kann.
Die Regeneration ist für sie zwar nicht mehr zwingend, aber Sie wissen ja: Zu
Beginn eines neuen Lebensabschnittes ist etwas, das man mag und nicht verlieren
will, Gold wert.» – «Das kann ich sehr gut nachvollziehen.» gab Bluefox
einfühlsam zurück und fügte schmunzelnd hinzu: «Hoffentlich sind die
Frachträume von Schiffen der Galaxy-Klasse gleich groß oder größer als die der
Intrepid-Klasse, sonst haben wir ein Problem.» Janeway zog pfiffig ihre rechte
Augenbraue hoch und fragte Bluefox: «Wer hat denn das größere Schiff von uns
beiden?» Nach dieser Pointe drehten beide um und liefen wieder zum Kasino
zurück. Bluefox gab noch eine Antwort: «Wenn die Verhältnisse auch auf die
Frachträume zutreffen, dann ist ja alles im Lot auf’m Boot.» Janeway kicherte
kurz über Bluefox’ alten Seemannsspruch.
Eine knappe Stunde
später war das Dinner auch für die Nachtschwärmer vorüber, denn auch eine
Kathryn Janeway konnte nicht einfach freimachen, wenn es ihr gerade gefiel,
besonders dann, wenn noch letzte Berichte zu erstellen waren und viele andere
Arbeiten vor dem Verlassen eines Schiffes anfielen. Auch Bluefox und Ceagy
gingen gleich daraufhin in die Federn um am nächsten Tag wieder fit zu sein.
Dieser kommende Tag
sollte für eine Person etwas Besonderes werden: Seven of Nine. Bereits einen
Tag nach der Ankunft der Voyager erzählte ihr Janeway im Bereitschaftsraum die
Geschichte, die sie Bluefox am Abend zuvor erzählt hatte. Zur Verwunderung des
Captains konnte Seven dies bedingungslos akzeptieren und sagte zu ihr: «“Es ist
kein Verbrechen, wenn ein Mensch liebt.“ – Zitat des Doktors. Das gilt auch für
Sie und Commander Chakotay. Ich habe mich mehrere Male mit dem Gedanken
auseinandergesetzt die Voyager verlassen zu müssen, wenn sie zurück auf der
Erde ist. Nun trifft diese Situation ein. Ich werde mich anpassen.» Janeway war
froh, daß Seven reif genug war den Schritt zu machen, den sie vor
einigen Jahren noch nicht hätte tun können und wollen. Sie sagte zu Seven: «Was
immer Sie auch tun, wie immer Sie auch entscheiden: Ich wünsche Ihnen das Beste
der Welt. Viel Glück, Seven! Sie werden mir fehlen!» Janeway vermochte ihre
Gefühle nicht mehr zu verbergen und eine Träne kullerte über ihre linke Wange.
Auch dies verstand Seven nun. Für Seven war Janeway immer eine sehr wichtige
Person, eine Mentorin. Nun mußte sie sich von dieser wichtigen Person trennen.
Die Drohne in ihr verhinderte auch in diesem Moment, dem Moment des Abschieds,
das Zeigen der Gefühle. Janeway aber wußte, daß Seven mindestens genauso
bekümmert war, daß beide nun verschiedene Wege gehen würden, genauso wie sie
auch wußte, daß für Seven die Chance kommen würde neue Leute kennenzulernen.
Janeway sprach zuversichtlich: «Sie werden nichts verlieren. Im Gegenteil, in
einer neuen Gruppe von Menschen können Sie nur gewinnen. Es wird schöne, aber
auch kritische Momente geben, wie auf der Voyager.» Seven nickte und erwiderte:
«Ich stimme mit Ihnen überein. Ich hoffe einfach, daß die ersten Tage sowohl
für mich als auch für die Besatzung der Bluefox nicht all zu schwierig werden.»
Janeway erkannte aus Sevens Antwort: «Das klingt so, als ob Sie sich
entschieden haben.» Seven entgegnete: «Ich denke, es gibt kein anderes Schiff,
in welches mein Alkoven hineinpaßt.» Janeway schien es, als hätte Seven bei
dieser Antwort ein wenig ihre Mundwinkel zu einem Schmunzeln angehoben! Janeway
meinte: «Die Bluefox ist zwar nicht das einzige Schiff der Galaxy-Klasse in der
Föderationsflotte, aber ich denke, sie ist das menschlichste.» Da sagte Seven
plötzlich: «Auf Wiedersehen, Kathryn.» Ja, Janeway hörte richtig! Seven hatte
sie gerade Kathryn genannt! Das drückte gleich noch eine Träne aus ihrem linken
Auge! Janeway ging auf Seven zu und umarmte sie. Seven blieb stehen und regte
sich nicht. Der Captain war rund einen halben Kopf kleiner als die
großgewachsene Seven und konnte ihren Kopf somit richtig an Sevens Schulter
lehnen. Nach dieser innigen Umarmung verließ Seven den Bereitschaftsraum,
durchquerte die Brücke und ging zum Transporterraum um sich von dort aus auf
die Bluefox beamen zu lassen.
Im Transporterraum
der Bluefox berichtete Chief Webber dem Captain: «Captain, Seven of Nine beamt
an Bord. Transport ist im Gange.» Bluefox erwiderte schmunzelnd: «Ich bin
bereit.» Seven rematerialisierte sich direkt vor Bluefox, der gleich vor der
Transportplattform stand. Er begrüßte sie: «Seven of Nine, herzlich willkommen
an Bord der Bluefox-F, der neuen Bluefox. Ich bin Captain Matthew
Bluefox, hinter mir steht Transporterchef Matthew Webber.» – «Erfreut Sie
kennenzulernen, Captain. Ich wollte Ihnen mitteilen, daß ich mich soeben
entschieden habe.» erwiderte Seven. Bluefox fragte verwirrt: «Was entschieden?»
«Nach Absprache mit
Captain Janeway habe ich mich entschieden an Bord der Bluefox zu dienen.»
erklärte Seven. Bluefox reagierte sichtlich baff, aber nicht minder spontan:
«Das geht aber schnell bei Ihnen! Dann freut es mich ebenso Sie in der
Besatzung der Bluefox als neues Crewmitglied willkommenheißen zu dürfen. Dann
werde ich Ihnen gleich mal Ihr Quartier zeigen. Von denen haben wir nämlich in
Hülle und Fülle. Danach stelle ich Ihnen die wichtigsten Orte und Offiziere
vor, damit Sie einen Überblick erlangen können. In Ordnung?» Während er Seven
den Vorschlag unterbreitete, begaben sie sich auf den Weg zum Turbolift. Seven
antwortete: «Ihr Vorgehen ist akzeptabel, Captain, jedoch benötige ich kein
Quartier. In Kürze wird mein Alkoven in einen Ihrer Frachträume transportiert.
Ich würde dann einen Teil dieses Frachtraumes als mein Quartier betrachten.»
Bluefox erklärte: «Das wäre der Bereich, wo Sie sich regenerieren, aber bei uns
hat jeder ein Quartier, sogar unser Chefingenieur Lore. Er ist ein Androide,
bräuchte also keinen Schlaf. Aber er betreibt Hobbys, zum Beispiel Malerei. Die
Staffelei ist in seinem Quartier untergebracht. Zudem hat er vor kurzem ein
Haustier repliziert. Es ist eine Katze, so viel ich weiß. Auch die ist in
seinem Quartier sicherlich gut versorgt. – Deck 3. – Es ist ja nicht
auszuschließen, daß Sie auch noch irgendein Hobby entwickeln. Vielleicht haben
Sie bereits welche.» Während dem letzten Satz lächelte Bluefox Seven freundlich
zu. Sie gab nach, nickte ihm zu und erwiderte: «In Ordnung, Sie haben mich
überzeugt. Ich wollte Ihnen lediglich keine Umstände bereiten, aber wie ich
sehe, haben Sie bereits vorgesorgt.» Bluefox versicherte Seven: «Wir haben
Platz zum Verschwenden, was Personalunterkünfte betrifft. Eigentlich könnte man
das fast ineffiziente Raumnutzung nennen, aber zwei Quartiere pro Person wären
ja unmenschlich.» Die ehemalige Borgdrohne hob auf diese Aussage hin kurz beide
Augenbrauen an. Die Tür des Turbolifts öffnete sich genau in dem Moment und
Bluefox führte Seven weiter zu ihrem Quartier. Er erinnerte sich: «Sie wollten
doch noch Ihren Alkoven in einen unserer Frachträume beamen, nicht wahr? Ich
denke, Frachtraum 2 ist goldrichtig. Wenn Sie den Alkoven hinübertransportiert
und sich einigermaßen zurechtgefunden haben, rufen Sie mich per Kommunikator.
Ich glaube, derjenige von der Voyager funktioniert auch hier. Wenn nicht,
replizieren Sie sich einen Neuen. Selbstverständlich sind alle
Personalquartiere mit einem Replikator ausgerüstet. Ich werde Sie dann
ausführlicher durchs Schiff führen. Ich mache jetzt gleich noch einen
Logbucheintrag, damit Ihr Eintritt offiziell ist.» erklärte er. – Als sie bei
Sevens neuem Quartier angelangt waren, verabschiedete sich der Captain
vorübergehend und machte sich auf den Weg zum Bereitschaftsraum um sein Logbuch
zu aktualisieren.
««Es ging alles sehr
schnell über die Bühne. Seven of Nine ist seit fünf Minuten ein
Bluefox-Crewmitglied. Wir werden morgen in Zehn-Vorne ein kleines Fest
veranstalten. Ich hoffe, Seven fühlt sich hier so schnell wie möglich wohl. Ich
werde die leitenden Offiziere in der täglichen Einsatzbesprechung morgen früh
nochmals speziell darauf hinweisen, daß sie Seven so gut wie möglich in die
alltäglichen Arbeiten integrieren sollten. Ich fühle mich persönlich für Seven
verantwortlich und werde sie daher auch auf dem individuellen Lebensweg
begleiten, wie dies auch schon Captain Janeway getan hat. Dann wird es
sicherlich ganz gut laufen und alles ist wieder im Lot auf’m Boot!»»
ENDE