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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Danny Chollet |
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Stephanie Knecht |
ALS |
Cnslr. Steevy Knight |
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Fabian Blatter |
ALS |
Chief Fabius Blater |
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Thierry Weidmann |
ALS |
Lt. Thierry Whiteman |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie Crossnicholls |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
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Judith Baumann |
ALS |
Lt. Judy Boeman |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Denise Werffeli |
ALS |
Lt. Denise Werwealy |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
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Keine Gaststars in dieser Episode. |
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77138.6
««Die Bluefox hat den Auftrag einen Protonennebel zu erforschen. Dieser Nebel liegt jedoch im Deltaquadranten. Ein stabiles Wurmloch wird uns laut den Angaben der Sternenflotte sicher in die fremde Region und auch wieder zurück in den Alphaquadranten befördern. Ich habe keine Bedenken, da ich vollstes Vertrauen in die Meinungen und Analysen der Sternenflottenwissenschaftler habe. Wir stehen schon kurz vor dem Sprung in den Deltaquadranten und ich werde gleich den Befehl zum Übertritt erteilen. Zur Sicherheit vor den Energieblitzen im Inneren des Wurmlochübergangs sind die Schutzschilde während der kompletten Durchquerung aktiviert. – Es ist für mich etwas ganz Besonderes, daß ich und meine Crew einmal ein Wurmloch von innen bewundern können. Ich habe Wurmlöcher schon oft in Dokumentarfilmen gesehen, aber selbst erlebt habe ich noch keine. Hoffentlich wird das eine unvergeßlich schöne Premiere.»»
Auf der Brücke herrschte eine allgemeine Spannung. Alle waren gespannt auf das kommende Ereignis und man konnte es kaum noch erwarten. Cpt. Bluefox befahl seinem Piloten: «Lieutenant Whiteman, berechnen Sie die ideale Flugbahn durch das Wurmloch. Wenn Sie bereit sind, geben Sie mir Bescheid.» Whiteman drückte ein paar Knöpfe auf seiner Konsole. Die Berührungen lösten zirpende Computergeräusche aus. Als Whiteman den idealen Kurs berechnet hatte, sagte er zum Captain: «Sir, ich bin bereit.» – «Fliegen Sie mit ¼ Impuls in die Öffnung. – Energie!» befahl Bluefox und fuhr den rechten Zeigefinger in die Richtung des Hauptschirms aus. Whiteman tippte auf eine Taste nahe dem Steuerkreuz und die Bluefox beschleunigte auf die befohlene Geschwindigkeit.
Man näherte sich der Öffnung des Wurmlochs ziemlich schnell. Kurz darauf schien es so, als würde das Wurmloch die Bluefox verschlingen! Das war jedoch der typische Effekt eines Wurmlochs, wenn ein Objekt kurz vor dem Eintritt stand. Niemand auf der Bluefox hatte Angst davor, denn es wurden spezielle Nachforschungen über Wurmlöcher und deren Eigenschaften angestellt, bevor man sich definitiv in den Deltaquadranten vorwagte.
In der schmalen Röhre des Wurmlochs sah es aus wie in einer Traumwelt. Der ganze Hauptschirm füllte sich mit himmelblauer Farbe und gelegentlich zuckten weiße Lichtblitze frech vor dem Bug des Föderationsschiffes. Sie bedeuteten jedoch keine Gefahr, denn sie waren viel zu schwach um die starken Schutzschilde der Bluefox durchdringen zu können. – Da meldete sich Whiteman: «Captain, wir sind gleich durch. Ich steuere nun den Ausgang an. Austritt in zehn Sekunden.» Cmdr. Ceagy sagte zum Captain: «Genießen Sie den Anblick noch. So etwas sehen wir nicht alle Tage.» – «Das stimmt, aber wir fliegen durch dieses Wurmloch auch wieder zurück. Es ist also noch nicht ganz vorbei.» Whiteman sprach: «Wir verlassen das Wurmloch.» – Wie die Bluefox vom Wurmloch eingesogen wurde, so wurde sie auch wieder ausgespuckt. Aus der Ferne sah dies unter Umständen sogar recht ulkig aus. Das Raumschiff flutschte richtiggehend aus der Öffnung.
Bluefox wollte wissen, wo man sich nun befand. Lt. Boer gab eine genaue Analyse weiter: «Captain, wir befinden uns mit absoluter Sicherheit im Deltaquadranten. Das Zentrum des gesuchten Protonennebels befindet sich nur 120'000 Kilometer von unserer Position entfernt. Der Nebel hat einen Durchmesser von 28'232 Kilometern.» – Bluefox war sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Mission. Er hoffte auch zu Beginn, es würde so gut laufen. Fröhlich befahl er dem Steuermann: «Bringen Sie uns rein, Lieutenant. Fliegen Sie nur mit der Schubkraft der Impulstriebwerke, dann können wir den Nebel länger genießen. Mr. Boer, Sie werden die nötige Zeit erhalten um Forschungen betreiben zu können. Leiten Sie neue Erkenntnisse auch an das medizinische Labor sowie an den Maschinenraum weiter.» «Aye, Captain.» gab Boer zurück. – Die Bluefox tauchte langsam in die dunkelblauen Nebelschwaden ein und war schon bald von außen her nicht mehr erkennbar. – Da erhielt Boer plötzlich seltsame Werte auf seiner Station. Er meldete dies sofort dem Captain: «Sir, die Sensoren registrieren Fluktuationen innerhalb der positiv geladenen Atomfragmente.» Bluefox fragte: «Innerhalb welchen Umkreises fluktuieren die Protonen?» Boer antwortete: «Nur unmittelbar um die Bluefox herum. Wenn ich den Scan auf die umliegenden Regionen ausweite, erhalte ich normale Werte.» Ceagy erkannte: «Der Nebel reagiert auf uns, Matt! Wir fliegen ganz langsam und die Fluktuationen fließen mit uns in die gleiche Richtung.» Bluefox funkte an den Maschinenraum: ««Brücke an Maschinenraum: Commander Lore, ich brauche Sie hier. Wir haben es hier mit einen ziemlich geheimnisreichen Nebel zu tun. Vielleicht können Sie uns noch mehr darüber sagen. Zudem möchte ich, daß Sie ihn einfach mal genau betrachten. Bluefox, Ende.»» Ceagy befahl Whiteman: «Thierry, voller Stop. Wir warten hier und führen weitere Scans durch.»
Zwei Minuten später gelangte Lt. Cmdr. Lore auf der Brücke an und setzte sich sogleich an die Ops. Boer begab sich an eine der hinteren Brückenkonsolen. Lore führte sofort spezielle Scans durch und betrachtete den Protonennebel intensivst. Nach einem kurzen Moment konnte Lore bereits erste Schlüsse ziehen. Er sagte zu Bluefox: «Sir, ich habe einen ersten Augenschein nehmen können. Es ist eigentlich kein außergewöhnlicher Protonennebel, jedoch schwanken die Werte der Protonen erheblich in der Region, in der wir uns momentan befinden. Ich bin mit Commander Ceagy einer Meinung, der Nebel registriert uns auf irgendeine Weise. Moment, Captain! Mein positronisches Netz erhält vom Nebelzentrum seltsame Daten! Ich verarbeite, bitte warten.» Der Captain fand dies sehr merkwürdig und machte sich Sorgen um seinen Chefingenieur. Was wollte dieser Nebel Lore vermitteln? – Da meldete sich Lore mit Neuigkeiten: «Captain, ich kann nun die Grundbegriffe verstehen. Der Nebel benutzt eine komplexe Sprache. Sogar ich werde wohl mehrere Minuten benötigen, bis ich den kompletten Wortschatz erlernt habe. Ich bitte um etwas Geduld.» Bluefox verstand dies selbstverständlich. Er war von Lore sehr beeindruckt und sagte zu ihm: «Commander, ich muß schon sagen: Sie sind ein richtiges Genie! Sie brauchen Minuten um eine fremde Sprache zu lernen und das auch noch in einer Form, die wir gar nicht hören können. Einfach nur faszinierend. Lassen Sie sich Zeit, Lore. Ich werde mich für einen Moment zurückziehen und die Neuigkeiten in meinem persönlichen Logbuch verfassen. Commander Ceagy, Sie haben die Brücke.» – Daraufhin verließ Bluefox die Brücke und Ceagy rutschte vom Sessel des Ersten Offiziers zum mittleren Kommandosessel hinüber.
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Nachtrag
««Commander Lore ist es gelungen mit dem Protonennebel Kontakt aufzunehmen. Für uns Menschen ist diese Form der Kommunikation nicht möglich. Ich bin sehr froh Lore an Bord zu haben. Ich hoffe, daß wir die Funktion des Nebels im Verlaufe der Zeit verstehen und erklären können. Ich habe etwas Bedenken im Bezug auf die Form, mit der der Nebel mit Lore kommuniziert. Ich hoffe, Lore weiß, wann sein positronisches Netz die Grenze seiner Kapazität erreicht. Ich glaube kaum, daß Lore schon mal richtig ausgetestet wurde. – Ich werde die Führungsoffiziere gleich zu einer kurzen Sitzung in die Beobachtungslounge bitten.»»
Als alle Beteiligten der Besprechung die Lounge betreten und sich gesetzt hatten, eröffnete der Captain die Sitzung und wies Lore an: «Commander Lore, erzählen Sie uns doch etwas über Ihre Erfahrungen mit dem Protonennebel.» – Lore erklärte: «Der Nebel und ich sind von der Grundstruktur her sehr ähnlich aufgebaut. Ich denke, daß der Protonennebel ebenfalls positronische Komponenten besitzt. Ich bin dadurch in der Lage mit der Lebensform zu kommunizieren. Ich sage jetzt einfach mal: Es ist eine Lebensform. Ich kann mehrere deutliche Signale erkennen und deuten. Die am besten verständlichen Zeichen sind das, was wir als die Worte „Ja“ und „Nein“ bezeichnen. Das heißt: Sie, Captain, können dem Nebel Fragen stellen, ich übersetze sie und bekomme danach eine positive oder negative Antwort. Wir sollten sofort mit dem Interview beginnen, Sir.» schlug Lore vor. «Gleich, Lore. Erst möchte ich noch Meinungen hören. Andrew?» Bluefox drehte sich zu seinem Ersten Offizier und sah ihn offen an. Ceagy ergriff das Wort: «Captain, ich denke, wir sollten es auf jeden Fall probieren. Ich glaube kaum, daß Lore Gefahr droht. Wenn er sich überlastet fühlen würde, dann könnte er ja jederzeit abbrechen.» – «Korrektur, Commander! Ich fühle nie etwas! Ich kann nur spekulieren, Sir.» unterbrach Lore Ceagy. Der Erste Offizier schmunzelte und nickte. Er sagte zum Einsatzleiter: «Natürlich, Lore, das weiß ich. Ich nehme das Wort „fühlen“ einfach so in den Mund. Ich rede so oft mit Menschen, daß ich Sie nicht immer sofort berücksichtige in meiner Wortwahl. Tut mir leid, Lore.» – «Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen, Sir. Ich kann nicht beleidigt sein.» erwiderte Lore. Erneut grinste Ceagy und lehnte sich gutgelaunt in seinen Sessel direkt schräg vis-à-vis vom Captain hinein. Bluefox schaute wartend in die Runde. Auch Dr. Strike, Cnslr. Knight und Lt. Chollet hatten nichts einzuwenden. Also war es klar: Lores Plan sollte ohne Verzögerungen in die Tat umgesetzt werden.
Zurück auf der Brücke machte sich Lore sogleich ans Werk. Er suchte eine passende Verbindung zum Nebel und fand sie auch nach wenigen Sekunden. Er informierte den Captain: «Sir, ich bin bereit. Sie können starten.» – «Gute Arbeit, Commander. Also dann, fangen wir an.» entgegnete Bluefox und schoß sogleich mit seiner ersten Frage los: ««Fremde Lebensform, hier spricht Captain Matthew Bluefox vom Raumschiff Bluefox. Haben wir Sie in irgendeiner Weise gestört?»» Lore verarbeitete kurz und erwiderte stellvertretend für den Nebel: «Ich habe ein Nein empfangen, jedoch nicht sehr deutlich.» Bluefox stellte eine weitere Frage: ««Die Protonenwerte fluktuieren ständig und immer dann, wenn wir uns bewegen. Fügen wir Ihnen in irgendeiner Form Schaden zu?»» – «Sir, ich erhalte ein klares Ja!» antwortete Lore. Bluefox machte ein sehr besorgtes Gesicht und schwieg für einen Augenblick. Auch Knight und Ceagy erhoben sich aus ihren Sesseln links und rechts vom Captain, der den Nebel gleich etwas Neues fragte: «Werden Sie sich wieder erholen, also regenerieren können, wenn wir jetzt hinausfliegen?» «Ein Nein, Captain.» sprach Lore. Bluefox’ Miene wurde immer konsternierter. Da sprach Lore plötzlich: «Captain, ich kann jetzt komplexere Muster verarbeiten, zusammenhängende Gedanken verstehen. Der Nebel erklärt mir gerade die genaue Ursache für seine Schmerzen und allfällige Konsequenzen.»
Es dauerte einen Moment, bis Lore alles verarbeitet hatte. Da sagte der Einsatzleiter auf einmal: «Sir, ich habe die Erklärung jetzt abrufbereit. Ich zitiere: „Jede Bewegung Ihres Schiffes fügt mir starke Schmerzen zu, sie sind beinahe unerträglich. Ich kann meine Struktur nicht mehr halten, wenn Sie sich weiterhin bewegen. Mit anderen Worten, Captain: Ich würde implodieren und alles im Umkreis von mehr als zehn Lichtjahren würde vernichtet!“» – Der Counselor erschrak! Ceagy und Bluefox durchfuhr ebenfalls ein Schauer durch den ganzen Körper! Erst nach mehreren Atemzügen konnte der Captain wieder an mögliche Lösungen denken. Jedoch wollte er noch mehr über diesen Ort allgemein erfahren. Der Captain beschloß noch weitere Fragen an den Nebel zu stellen: ««Würde es Ihnen etwas nützen, wenn wir die Energie reduzieren?»» Lore antwortete: «Der Nebel wäre froh darum, Sir. Ich würde es empfehlen.» Sofort funkte Bluefox an den Maschinenraum: ««Brücke an Maschinenraum: Sofort jegliche ungebrauchte Energie abschalten, restliche Systeme auf Hilfsaggregate umstellen. Schilde senken. Nur noch die Lebenserhaltung läuft voll. Licht dämpfen auf allen Decks inklusive der Brücke.»» – ««Hier Lieutenant Werwealy, Sir. Ich beeile mich. Haben Sie einen Moment Geduld, ich bin gleich soweit. Werwealy, Ende.»» – Der Captain freute sich schon wieder ein wenig. Er konnte sich zumindest spärlich beim Nebel für sein Eindringen und die Unannehmlichkeiten entschuldigen und der Lebensform entgegenkommen. – Bluefox setzte sein Interview fort: ««Ist Ihnen die Föderation der Vereinten Planeten oder die Sternenflotte ein Begriff? Vielleicht sogar der Planet Erde?»» Lore entgegnete: «Das Wesen meint, es sei von einem Raumschiff der Föderation gescannt worden! Das war vor gut sechs Jahren. Das Schiff hatte die Registriernummer NCC-74656. – Captain, es war die Voyager!» – Bluefox wurde es ganz kribbelig im Magen! Mit der Voyager hätte er nie im Leben gerechnet. Die U. S. S. Voyager NCC-74656 wurde vor 18 Jahren in den Deltaquadranten geschleudert und seit damals hörte man nie mehr etwas von ihr. Sie schien verloren und nach einigen Jahren wurde sie als verschollenes Raumschiff ohne Hoffnung auf eine Rückkehr abgestempelt. Nun also wurde von dieser merkwürdigen, im wahrsten Sinne des Wortes nebulösen Lebensform das Gegenteil behauptet, wenn nicht gar bewiesen! Bluefox war sich sicher, daß der Nebel nicht gelogen haben konnte mit dieser Aussage. Die Registriernummer konnte nicht einfach bloß erfunden sein. Sie mußte vom Protonennebel registriert worden sein! Bluefox war überglücklich und sah wieder reelle Chancen, daß es die Voyager schaffen konnte wieder nach Hause zu gelangen. Er fragte: ««Sechs Jahre, sagten Sie? Warum kennen Sie die Registriernummer des Schiffes noch auswendig?»» Lore antwortete für den Nebel: «Ich merke es mir nicht. Ich habe kein Hirn. Ich weiß es einfach. Ich kann nichts vergessen! Und auch die zweite Aussage kann nicht falsch sein. Um genau zu sein kreuzte Voyager dieses Gebiet vor sechs Jahren, zwei Monaten und drei Wochen. Ich nehme nicht an, daß Sie es bis auf die Sekunde genau haben wollen.» Bluefox erwiderte, sich automatisch an Lore selbst erinnernd: ««Nein, das muß nicht unbedingt sein, vielen Dank.»» Der Captain befahl Pilot Whiteman: «Lieutenant, berechnen Sie bitte die Reisezeit von hier aus zur Erde bei maximaler Warpgeschwindigkeit eines Schiffes der Intrepid-Klasse.»
«Ja, Sir.» bestätigte Whiteman und tippte auf seiner Konsole herum. Das Ergebnis war dank der ausgereiften Leistung des Schiffscomputers binnen weniger Sekunden errechnet. Der Steuermann gab seinem Vorgesetzten die Zeit durch: «Die Voyager würde ungefähr sieben Jahre benötigen um nach Hause zu gelangen. Allerdings ist dies die Idealgeschwindigkeit. Ich nehme nicht an, daß die Voyager ohne Halt oder ohne Verlangsamung durchfliegt. Ich frage mich persönlich, warum die Besatzung der Voyager dieses Wurmloch, das wir benutzt haben, nicht registriert hatten, als sie hier durchkamen.» Lore fand für dieses Rätsel eine sinnvolle Antwort: «Sehr wahrscheinlich war das Wurmloch damals noch nicht geöffnet. Die markanteste Eigenschaft von Wurmlöchern ist, daß sie sich öffnen und schließen, wie sie gerade wollen. Dieses Wurmloch ist zwar momentan stabil, aber es könnte sich in ein paar Wochen wieder schließen und dann macht es den Anschein, als wäre hier niemals ein Wurmloch gewesen.» Whiteman staunte nicht schlecht, denn er hatte bisher noch nie eine Vorlesung über die Eigenschaften der Wurmlöcher besucht. Lores Informationen waren für ihn absolutes Neuland. Dem Captain schien Lores Schlußfolgerung äußerst naheliegend und machte sich um dieses Wurmloch schon gar keine Gedanken mehr. Ihm war es viel wichtiger, daß so bald als möglich eine Lösung gefunden werden sollte um sein Schiff wieder aus diesem Nebel hinausfliegen zu lassen ohne den Nebel zu verletzen. Bluefox verlangte von jedem Offizier auf dem Schiff Vorschläge. Um dies allen mitteilen zu können benutzte er die Sprechanlage für das gesamte Schiff. – Da meldete sich plötzlich Chief Blater aus dem Transporterraum: ««Blater an Brücke: Ich hätte hier eine Möglichkeit. Vielleicht gelingt es mir die Bluefox an einem Stück aus dem Nebel hinauszubeamen. Dafür brauche ich aber alles außer der Lebenserhaltung und der Hilfsenergie.»» Bluefox antwortete: ««Wir werden Ihren Vorschlag besprechen, Chief. Danke für Ihr Engagement!»» Der Captain wandte sich dem Sichtschirm zu und sprach zum Nebel: ««Ich hoffe, Sie sind einverstanden, wenn wir unsere Energie wieder zur Gänze aufladen werden. Wir brauchen unsere gesamte Energie für einen Totaltransport der Bluefox. Wir werden nach dem Aufladen der Energie sofort beginnen.»» Lore erwiderte: «Er meint folgendes: „Sie haben mich zwar verletzt, jedoch waren Sie sich danach wirklich nachsichtig mit mir und taten alles, daß es mir wieder besser geht. Ich werde wegen eines Energieanstiegs in Ihrem Schiff nicht so stark leiden müssen. Das mußte ich vorher auch nicht, als Ihre Energie noch auf voller Leistung war.“» Bluefox war sehr erfreut über diese Antwort, denn nun bekam man endlich eine sichere Chance um ohne Schaden für den Nebel und die unmittelbare Umgebung nach Hause zu gelangen! Sofort funkte der Captain an den Transporterchef zurück und befahl ihm: ««Bluefox an Blater: Leiten Sie alles Nötige für einen Totaltransport ein und sagen Sie mir Bescheid, wenn Sie soweit sind. Bluefox, Ende.»» – Da brachte Wissenschaftsoffizier Boer plötzlich zwei wichtige Faktoren ins Spiel: «Sir, wir werden nicht ganz unbeschädigt außerhalb des Nebels ankommen. Nach dem Transport werden entweder Waffen und Schilde oder Warp- und Impulsantrieb für eine längere Zeitspanne ausfallen. Ich kann die Energie bewußt auf ein Hauptsystem schicken und somit bestimmen, welche Systeme danach ausfallen werden.» Chollet meldete sich: «Captain, ich empfehle die Antriebe zu belasten. Ohne Waffen und ohne Schilde sind wir völlig wehrlos und nicht in der Lage das Wurmloch zu passieren. Die Energieblitze im Inneren des Wurmlochs könnten uns an den heikelsten Stellen treffen und durchaus das ganze Schiff vernichten!» Da gab Boer noch eine Information dazu: «Captain, die Antriebe würden für 21 Tage ausfallen, die Waffen und die Schilde jedoch nur für 14 Tage.» – Der Kommandeur war der gleichen Meinung wie sein Sicherheitschef und befahl Boer: «Ramon, belasten Sie die Antriebe. Wir können das Wurmloch sowieso nicht durchqueren, ob nun ohne Schildenergie oder ohne Antriebsenergie. Diese Woche mehr im Deltaquadranten wird uns nicht schaden. Wir können unseren Protonennebel ja von außen immer noch studieren und vielleicht auch weiterhin mit ihm reden. Ich bin sicher, er hat noch einiges erlebt, was auch für uns und die gesamte Föderation interessant sein könnte.» – Boer begann also mit der Modifizierung der Energieverteilung und Blater bereitete im Transporterraum die kommende Aktion vor.
Nach einer Viertelstunde funkte der Transporterchef an die Brücke: ««Blater an Brücke: Ich bin soweit. Wir können jederzeit anfangen.»» – ««Hier Bluefox. Gute Arbeit, Chief! Ich werde nicht lange fackeln, denn Ramon ist mit seinen Vorbereitungen ebenfalls fertig. Halten Sie sich bereit für meinen Befehl.»» funkte der Captain zurück. Er drückte gleich nochmals auf seinen Kommunikator und kontaktierte Werwealy: ««Brücke an Maschinenraum: Denise, schalten Sie die gesamte Schiffsenergie wieder ein. Wir beamen uns am Stück aus dem Nebel raus.»» – ««Ich habe verstanden. Sie haben in zehn Sekunden wieder volle Energie.»» versicherte Werwealy. Bluefox dankte der stellvertretenden Chefingenieurin und gab nach diesen zehn Sekunden den Transportbefehl: ««Fabes, Energie!»»
Die ganze Bluefox dematerialisierte sich vollständig. Einen Augenblick später kam sie außerhalb des Protonennebels an einem Stück wieder zum Vorschein!
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77140.1
««Dem außergewöhnlichen Einfall von Transporterchef Fabius Blater haben die Bluefox, der Protonennebel und zehn Lichtjahre Weltraum zu verdanken, daß sie noch existieren respektive Leben beherbergen. Wir werden in den kommenden drei Wochen ohne Antriebsenergie auskommen müssen. Jedoch funktionieren Waffen, Schilde und Sensoren einwandfrei und wir können den Protonennebel weiterhin beobachten und untersuchen. Lore kann nach wie vor Kontakt mit dem lebenden und fühlenden Nebel aufnehmen. Dadurch besteht nach wie vor die Möglichkeit zur Kommunikation. Die zu Beginn fast unüberwindbaren Verständigungsprobleme bestehen nicht mehr, denn Lore hat die Sprache des Nebels vollkommen erlernt. Auch von der Leistung meines Zweiten Offiziers und Einsatzleiters bin ich sehr beeindruckt und erfreut. Ich hoffe, daß unsere Missionen auch in Zukunft von derartigem Erfolg gekrönt sein werden.»»
ENDE