RAUMSCHIFF BLUEFOX – NCC 1701-E
Folge 15: Die Wissenschaft vereint Menschen
STARRING
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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew
Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Cmdr. Danny
Chollet |
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Tanya Steiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Tanya
Steaner |
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Stephanie Knecht |
ALS |
Cnslr. Steevy
Knight |
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Fabian Blatter |
ALS |
Lt. Fabius Blater |
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Thierry Weidmann |
ALS |
Chief Thierry
Whiteman |
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie Crossnicholls |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Denise Werffeli |
ALS |
Lt. Denise Werwealy |
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Stefan Kägi |
ALS |
F. Stephen Ceagy |
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Patrick Streich |
ALS |
F. Patrick Strike |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy
Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
NEW IN THE CREW
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Julia Haldemann |
ALS |
Lt. Cmdr. Gillian Haldman |
GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE
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Michael Weilenmann |
ALS |
Adm. Mike Henning |
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Felicia Kraft |
ALS |
Adm. Felicia Croft |
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Hannes Morger |
ALS |
Cpt. Stephen Wish |
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Andreas Rüdt |
ALS |
Cmdr. Andrew Rooth |
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Sean McNally |
ALS |
Chief Sean McNally |
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Reinhard Winter |
ALS |
Föderationsrichter |
Computerlogbuch der Bluefox, Captain
Bluefox, Sternzeit 78142.3
««Wir haben nach
dem schweren Flottenverlust und dem Tod von Admiral Eagly eine neue
Einsatzleiterin zugewiesen bekommen. Sie heißt Felicia Croft und ist natürlich
ebenfalls im Range eines Admirals. Es ändert sich, was Personen betrifft, auch
auf der Bluefox einiges: Unsere Barkeeperin Judy Boeman hat sich einen
dreimonatigen Sonderurlaub genommen um ein Psychologiepraktikum auf der
Erdstation Baltimore zu absolvieren. In dieser Zeit herrscht Selbstbedienung am
Replikator in Zehn-Vorne. Als Ausgleich haben wir, nachdem uns Commander Annika
Valter leider verlassen mußte, einen sehr gut ausgebildeten
Wissenschaftsoffizier erhalten. Es ist ebenfalls eine Frau und sie heißt
Gillian Haldman. Sie besuchte die wissenschaftliche Fakultät der Sternenflotte und
weilte ein Jahr lang in meiner früheren Akademieklasse. Ich bin sicher, sie
wird uns in dieser unangenehmen Situation, die durch die Borg zweifelsfrei
entstand, eine große Hilfe sein.»»
Die U. S. S. Bluefox war in einem
entfernteren System nahe der Föderationsgrenze unterwegs. Im Moment stand kein
zu erledigender Auftrag seitens der Föderation an. Auf der Brücke herrschte
eine gute Stimmung nach dem Frühstück in Zehn-Vorne. Kein Wunder, denn Lt.
Boeman servierte allen Crewmitgliedern zum feierlichen Abschied noch ein richtiges
Frühstück, nicht bloß eine Tasse mit schwarzem Kaffee drin und einem Croissant.
Das war zwar auch im Angebot, aber dazu standen noch diverse Käse- und
Fleischsorten, Brotaufstriche und andere Leckereien auf der Speisekarte. Es war
natürlich kein richtiger Abschied, denn alle wußten, daß Judy drei Monate
später wieder zurückkommen würde.
Die Barkeeperin war erst seit einer
Stunde fort und schon fragte Lt. Cmdr. Chollet: «Gibt es zum Mittagessen heute
ebenfalls eine solche Steigerung zum Frühstück wie gestern?» Cmdr. Ceagy
antwortete belustigt: «Wenn Sie anstelle von Judy kochen würden, dann wäre das
Gegenteil der Fall!» – Die gesamte Brückenmannschaft lachte herzhaft über die
Antwort des Ersten Offiziers. Mitten im Gelächter wurde die Brückencrew von
Lore unterbrochen: «Sir, ein Schiff nähert sich uns mit hoher
Warpgeschwindigkeit und lädt die Waffen. Es ist auf einem Abfangkurs.» – Der
Captain war sogleich wieder voll konzentriert und bemerkte: «Wenn man es mal
lustig hat im Dienst, wird man doppelt so oft unangenehm überrascht. Danny,
Alarmstufe Gelb!» befahl er. Chollet bestätigte: «Schilde oben und Crew
gewarnt.» Lore warnte alle: «Sie haben uns erreicht und feuern!» – Die Bluefox
schüttelte es kurz, aber kräftig durch! Einen Herzschlag später gleich noch
einmal! Dann legte der Gegner eine kurze Feuerpause ein. Bluefox verlangte
einen Schadensbericht, den ihm Chollet auch sofort ablieferte: «Wir haben für
einen kurzen Augenblick die Trägheitsdämpfer verloren. Jetzt ist das Schiff wieder
stabil. Die Schilde halten. Der Zustand der Schilde liegt bei 80 Prozent.»
Ceagy kommentierte: «Die haben vielleicht starke Phaser! Erst dachte ich, es
seien zwei Quantentorpedos gewesen. Das Schiff ist anscheinend von Fraktion
Sieben, denn es ist sonnengelb.» ergänzte er zur Information der
Brückenoffiziere. Der Erste Offizier hatte in seiner Armlehne eine
Computerkonsole integriert, mit der er die gleichen Sensoranalysen machen
konnte wie Lore an der Ops vorne. – Als der Captain die Bezeichnung „Fraktion
Sieben“ hörte, war auf einmal nicht mehr gut Kirschen essen mit ihm! Er wußte
um die Stärke dieser Fraktion und deren Quantität an Schiffen. Ohne dieses
seltsame Wunderkind wäre die Bluefox Fraktion Sieben vor einem knappen Jahr mit
größter Wahrscheinlichkeit nicht entkommen und zerstört worden. Darum wollte er
nun diesen Konflikt möglichst diplomatisch und zivilisiert lösen und befahl:
«Danny, rufen Sie das gegnerische Schiff.» – «Sie antworten nicht.» entgegnete
Chollet nach einem fehlgeschlagenen Kontaktversuch.
Da feuerte das gelbe Schiff wieder eine
Einheit ihrer starken Phaser ab! Wieder wurde die gesamte Bluefox
durchgeschüttelt! Chollet warnte: «Trägheitsdämpfer wieder für eine Sekunde
ausgefallen! Sie schaffen es jedes Mal, unsere Trägheitsdämpfer zu treffen! Sie
wollen scheinbar, daß wir alle zu Boden stürzen und somit unsere Stationen
nicht besetzt halten können!» – «Zu dumm, daß Sie an der Taktik arbeiten,
Danny.» kommentierte der Captain scherzhaft, um die Spannung ein wenig
aufzulockern. Ceagy gab eine weitere Information durch: «Wir haben es mit einem
Schiff der Akira-Klasse zu tun. Sehr wendig und starke Phaser sowie gute
Schilde. Wir sollten dringendst zurückschießen!» ergänzte er. «Einverstanden,
Commander. Danny, Phaser und Photonentorpedos harmonisch nach Ihrem System
abfeuern. Geben Sie bei wichtigen Veränderungen sofort Berichte durch.» befahl
Bluefox. Der Sicherheitschef bestätigte den Befehl und feuerte sogleich die
erste Einheit Phaser und drei Photonentorpedos mit pyramidaler Streuung ab. –
Die Offensive brachte erste Erfolge ein! Chollet berichtete fortlaufend:
«Gegnerische Schilde werden schwächer. Ich muß versuchen, deren
Achterschildbatterie zu treffen, damit ich an die heiklen Systeme gelangen
kann.» – Zehn Sekunden später rapportierte Chollet: «Ein Torpedoeinschlag an
der Backbordgondel verursachte ein Plasmaleck. Die Schilde in dieser Region
versagen vollkommen. Ich intensiviere das Feuer in dieser Region.» – Während
der Bluefox-Offensive war aber der Gegner keinesfalls passiv! Als Chollet bei
einer Stelle in der Nähe der Brücke eine Phasereinheit abgab, sandte das
Gegnerschiff einen Feedbackimpuls an die Phaserbank der Bluefox zurück! Dies
verursachte wiederum einen kräftigen Ruck auf der Bluefox! Chollet informierte:
«Wir haben unsere Frontphaser verloren, Captain! Die haben doch tatsächlich
noch ein As im Ärmel gehabt. Sie haben unsere Frontphaser durch einen
Feedbackimpuls ausgeschaltet!» – Doch plötzlich geschah etwas Unerwartetes.
Lore erkannte es zuerst: «Sir, das gegnerische Schiff hat die Selbstzerstörung
aktiviert! Explosion erfolgt in drei Sekunden!» Cpt. Bluefox befahl sofort:
«Lieutenant Blater, bringen Sie uns hier weg mit Warp 8! Energie!»
Tatsächlich explodierte das gelbe Schiff von Fraktion Sieben gleich darauf. Die Bluefox erhielt noch einen saftigen Hieb am Achterschild aufgrund der starken Druckwelle, die das Gegnerschiff erzeugte nach dessen Explosion. Für ein paar Sekunden herrschte erst totale Stille auf der Brücke. Die Überraschung und Verdutztheit stand allen Offizieren ins Gesicht geschrieben, selbst dem Captain! Er war derjenige, der als Erster das Schweigen brach: «Warum haben die das getan? Nur weil ihre linke Warpgondel nicht mehr funktionierte? Reagiert man so, wenn man in Bedrängnis ist?» Bluefox gingen viele Gedanken durch den Kopf in diesem Augenblick. Er sinnierte auch darüber nach, ob er auch so handeln würde. Nein, dachte er sofort, so etwas käme nie in Frage. Es gäbe ja immer noch Fluchtkapseln! Das eigene Schiff zerstören, ohne der Crew eine Flucht zu ermöglichen? Wenn dann die Rettungskapseln zerstört würden, wäre es zwar das gleiche Ergebnis, aber es hätte immerhin der Schimmer einer möglichen Rettung für vereinzelte Crewmitglieder sein können! Der Captain war schlichtweg enttäuscht über ein derartiges Aufgeben.
Vier Stunden später trommelte die
Chefingenieurin Lt. Cmdr. Steaner alle Führungsoffiziere zu einer Sondersitzung
in der Beobachtungslounge zusammen. Sie fand mit Chollet etwas sehr
Merkwürdiges heraus während der Schadensinspektion nach der Schlacht mit dem
Schiff von Fraktion Sieben. Steaner legte sogleich los: «Commander Chollet und
ich machen einen Rundgang durchs Schiff und prüfen beschädigte Stellen mit
unseren Tricordern. Da sagt er plötzlich zu mir, daß die Brandstellen
Rückstände von Antimaterieelementen enthalten!» Chollet fuhr fort: «Auf gut
Deutsch: Die Phaser, welche die Gegner benutzt hatten, waren keine normalen
Phaser, sondern Phaser mit Antimateriespuren. Dies verursachte bei uns auch das
Ausfallen der Trägheitsdämpfer. Dies alleine ist zwar noch kein Grund, eine
Sondersitzung einzuberufen, aber es kommt noch dicker. Commander Steaner ist
Expertin in Antimaterie und deren Reaktionen in Raum sowie Zeit. Tanya,
erklären Sie bitte doch mal genau, was Sie herausgefunden haben.» Steaner
erklärte ihre Theorie: «In den Phasern des gegnerischen Schiffes ist noch keine
Antimaterie, aber Spuren davon. Sehr wahrscheinlich könnten sie unabsichtlich
aus einem Mutara-Nebel gefischt worden sein, den das Schiff sehr wahrscheinlich
durchquert hat. Wenn die Schilde des Gegnerschiffes während dem Durchfliegen
des Nebels im hochgefahrenen Zustand waren, dann sammelten sich vielleicht
Rückstände in den Schutzschirmen, die nicht absorbiert werden konnten.
Mutara-Nebel bestehen aus instabilen Elementen der Antimaterie. Durch das
Eindringen dieser Teilchen in die Schutzschirme des Gegnerschiffes könnten sie
stabilisiert worden sein. Als dann die Phaser gegen uns zum Einsatz kamen,
wurden automatisch auch Spuren dieser stabilen Elementteilchen zu uns hinüber
transportiert und blieben zu unserem großen Glück intakt und stabil! Bisher ist
es noch keinem Föderationsschiff gelungen, eines dieser Vorelemente von
Antimaterie zu stabilisieren. Nun ist es soweit. Wir sind im Besitz von einigen
stabilen Elementteilchen und könnten somit eine Forschung anstellen, wie
Antimaterie repliziert werden könnte! Wir hätten dank dieser neuen
Technologie einen unerschöpflichen Vorrat an Antimaterie und könnten über eine
Distanz von Millionen Lichtjahren reisen! Die Geschwindigkeit bliebe
selbstverständlich gleich hoch. In unserer momentanen Ressourcenknappheit wäre
dies ja ein Geschenk vom Himmel!» – Die gesamte Crew taumelte nun zwischen zwei
Gefühlszuständen: Staunen und Euphorie! Bluefox gab als Erster einen Kommentar
ab zu Steaners Theorie: «Das klingt ja traumhaft! Hoffentlich klappt es!» Ceagy
erwähnte bereits den nächsten Schritt: «Wir sollten unbedingt zum Oberkommando
der Föderation zurückkehren und ihnen davon berichten. Ein Forscherteam sollte
dann gleich mit den Studien beginnen. Ich würde dort bleiben, bis das Problem
gelöst und die Ressourcenknappheit kein Thema mehr ist.» Doch Steaner stoppte
den Ersten Offizier und sprach: «Halt, nicht so schnell, Commander, ich war
noch nicht ganz fertig! Die ganze Sache hat einen Haken: Wir haben nicht genug
Elementteilchen.» In der Lounge war ein deutliches Stöhnen von Ceagy zu hören.
Er war nicht gefaßt darauf, daß noch ein Aber kommen würde! Bluefox fragte:
«Wieviel haben wir und wieviel ist nötig?» Steaner antwortete: «Wir bräuchten
sicher doppelt so viel Teilchen. Die Partikel müssen sich ja zu einem ganzen
Element vereinen. Dafür sind es aber noch deutlich zu wenige Teilchen. Am
besten wäre natürlich ein vollkommenes Element, aber Weihnachten haben wir noch
nicht.» Chief Whiteman, der ebenfalls immer an den Sitzungen der
Führungsoffiziere teilnahm, fragte in die Runde: «Wie bekommen wir diese
Elementpartikel am besten?» Lore schlug vor: «Es klingt für Sie sicherlich
paradox, aber die einzige Möglichkeit ist, daß wir uns noch einmal beschießen
lassen von einem Schiff von Fraktion Sieben.» Ceagy erwiderte entsetzt: «Wir
gehen hier nicht auf Selbstmordmissionen, Lore!» Doch der Captain war hier
anderer Meinung als sein Erster Offizier! Er meinte zum Vorschlag des
Einsatzleiters: «Auf jeden Fall müssen wir dieses Material bei Fraktion Sieben
holen, anders geht es nicht. Ideal wäre, wenn man nicht auf uns schießen würde,
sondern wenn wir erklären könnten, was unsere Absicht ist. Es schwebt mir
insgeheim vor, daß wir Fraktion Sieben diese technologische Errungenschaft
vorstellen und sie mit ihnen teilen werden, wenn die Forschung erfolgreich sein
sollte.» Chollet stand sofort auf und meinte entsetzt: «Das ist absurd!» – Auch
Bluefox erhob sich und erwiderte seinem Sicherheitschef: «Sie verstehen wohl
die Reaktion von Fraktion Sieben nicht! Wenn wir tatsächlich so großzügig sind,
dann werden sie uns den Zugang zu ihren Phaserbänken geben und wir können uns
so viele Elemente nehmen, wie wir benötigen, um die Forschung zu starten! Es
benötigt sehr viel Vertrauen des Gegners, aber wenn Fraktion Sieben merkt, daß
es funktionieren könnte, dann wird man auf diesen Deal einsteigen. Die
Wissenschaft vereint Menschen, Danny!» Ceagy stimmte zu und gab sogleich
Anweisungen: «Es könnte funktionieren! Tanya, erstellen Sie einen schriftlichen
Bericht zu dem, was Sie uns gerade mitgeteilt haben in der Sitzung. Diesen
Bericht werden wir dann Fraktion Sieben schicken.» Die Chefingenieurin nickte
Ceagy zu. Chollet setzte sich wieder, ebenso Bluefox. Der Sicherheitschef
konnte diesen Schritt nun doch nachvollziehen. Er selbst hätte jedoch nie so
entschieden, wenn er das Kommando gehabt hätte. In solchen Momenten wie diesem
war der Steirer doch froh, noch ein paar Offiziere über sich zu haben, die ihm
eine vielleicht voreilige Entscheidung abnahmen! – Bluefox sprach abschließend:
«Wenn das alles war, dann können wir ja an die Arbeit gehen. Andrew, setzen Sie
einen Kurs zum offiziellen Raum von Fraktion Sieben. Tanya, Sie werden also diesen
Bericht aufsetzen und der Rest begibt sich wieder auf die Stationen. – Ich
danke Ihnen.» – Alle Offiziere verließen nach den Befehlen des Captains die
Beobachtungslounge.
Bluefox und Lore studierten im
Bereitschaftsraum die Raumkarte mit den strategisch wichtigen Punkten, welche
im Besitz von Fraktion Sieben waren. Steaner und Werwealy arbeiteten im
Maschinenraum gemeinsam am Bericht für Fraktion Sieben. Auf der Brücke hatte
der Erste Offizier das Kommando. Lt. Boer an der Ops scannte ununterbrochen den
Kurzstreckenbereich nach getarnten und ungetarnten Schiffen von Fraktion
Sieben. Lt. Blater paßte den Kurs an, wenn ein Raumschiff in Reichweite war.
Aber leider waren nie Schiffe von Fraktion Sieben, sondern immer nur welche der
Sternenflotte unterwegs, wie es auch normalerweise sein sollte. Ceagy bemerkte
mit einer fröhlichen Stimme nach dem sechsten Schiff, das gefunden wurde: «Die
Föderationsflotte wird immer größer! Respekt!» Sichtlich melancholischer fuhr
er fort: «Aber eigentlich würde ich jetzt schon mal gerne ein Siebenerschiff
sehen.» – Er lehnte sich entspannt in den Kommandosessel zurück. Da kam
plötzlich ein Funkspruch vom Captain zu seinem Kommunikator: ««Bluefox an
Ceagy: Lore und ich haben die Zentrale von Fraktion Sieben ausgemacht. Sie befindet
sich von unserer jetzigen Position aus drei Lichtjahre entfernt. Die
Koordinaten sind 325.8. Passen Sie den Kurs an.»» befahl Bluefox. – ««Ich habe
verstanden. Koordinaten 325.8.»» bestätigte Ceagy. Er leitete den Befehl gleich
an Blater weiter.
Die Bluefox drang in den Raum von
Fraktion Sieben ein. Ceagy staunte nicht schlecht über die Fläche des
Territoriums der Siebener. Chollet informierte: «Das gesamte Gebiet, in dem
Fraktion Sieben Stationen besitzt, hat eine Länge von 14 und eine Breite von zehn
Lichtjahren. Die Zentrale befindet sich also erstaunlicherweise eher im äußeren
Kreis und nicht wie erwartet im Mittelpunkt. Ein taktisch kluger Standort.
Viele gehen zuerst mal in die Mitte und schauen dort, ob was zu finden ist.» –
Bluefox und Lore betraten nun ebenfalls die Brücke und verfolgten das Geschehen
von da aus, weil man ja die Zentrale ausfindig gemacht hatte. Da warnte Chollet
Bluefox auf einmal: «Captain, ein Schiff nähert sich uns. Es hat einen
Abfangkurs programmiert. Es ist definitiv Fraktion Sieben.
Kommunikationsreichweite in zehn Sekunden.» – «Roter Alarm, alle Mann auf die
Kampfstationen!» verkündete Ceagy per Funk an die gesamte Crew. Bluefox befahl:
«Auf den Schirm, wenn bereit, Danny.» Zum Überraschen aller Offiziere meldete
Chollet plötzlich: «Captain, sie haben ihre Waffen nicht aktiviert. Sie
rufen uns!» Der Captain kommentierte: «Und wir hätten die Unseren gleich
abgefeuert. Das nenne ich eine positive Überraschung.» Bluefox machte sich auf
eine diplomatische Lösung des Problems gefaßt. In diesem Moment betrat Cnslr.
Knight die Brücke. Sie wollte unbedingt diese spannende Situation miterleben.
Sie nahm im Sessel des Counselors Platz. Bluefox sprach: «Auf den Schirm!» –
Als ein in Admiralsuniform gekleideter, um die vierzig Jahre alt scheinender
Mann auf dem Bildschirm erschien, erhoben sich Bluefox und Ceagy aus ihren
Sesseln und gingen ein paar Schritte in die Ebene nach vorne um dem Admiral
größer zu erscheinen. Bluefox stellte sich und Ceagy vor: ««Hier spricht
Captain Matthew Bluefox vom Föderationsraumschiff Bluefox NCC 1701-E. Neben mir
steht mein Erster Offizier Commander Andrew Ceagy. Mit wem habe ich das
Vergnügen zu sprechen?»» Der Admiral gab zurück: ««Sie sprechen mit Admiral
Mike Henning, dem Kommandanten des Raumschiffes Seven, dem Flaggschiff unserer
Fraktion.»» Lore bemerkte: «Es ist ein Schiff der Galaxy-Deluxe-Klasse, eine
Art Aufbau für die normale Galaxy-Klasse.» Bluefox sprach: ««Ein schönes
Schiff, Admiral! Drei Warpgondeln habe ich gesehen! Mein Wissenschaftsoffizier
sagte mir gerade, daß es auf der Galaxy-Klasse basiert. So eine dritte
Warpgondel würde unserem Schiff auch noch stehen!»» – ««Gut denkbar, Captain.
Sie sind aber nicht nur zum Plaudern extra hierher geflogen, denke ich.»»
erwiderte Adm. Henning schmunzelnd. Bluefox kam zur Sache: ««Das ist richtig,
Admiral. Kommen wir also zur Sache: Ein Schiff Ihrer Fraktion hat uns vor
ungefähr einem Jahr angegriffen und beinahe zerstört. Nur mit der Hilfe eines
Jungen, dessen Spezies wir nicht sonderlich gut kennen, konnten wir entkommen.
Er ließ eine Art Dekompilierungsstrahl auf das Schiff los. Mit verheerender
Wirkung: Das Schiff wurde zerstört. Ich bedaure dies zwar, jedoch wäre es uns
sonst an den Kragen gegangen, vermute ich.»» Henning fragte: ««Unter wessen
Kommando stand dieses Schiff?»» – ««Einen Moment.»» entgegnete Bluefox und
äugte zu Lore hinunter. Der Androide hatte diese Mission in seinem Speicher
integriert und konnte somit genau Auskunft geben. Er sprach: «Das Raumschiff
stand unter dem Kommando von Captain Jack Archer, Sir.» Bluefox nickte Lore
dankend zu, widmete sich wieder Henning und sprach: ««Sagt Ihnen der Name Jack
Archer etwas?»» – ««Etwas ist gut, Captain! Dieser Mann bereitete uns
schon oft Probleme. Wissen Sie, wir haben eine sehr freie Politik in unserer
Fraktion, wenn nicht für manche Leute sogar etwas ungezügelt. Captain Archer
hatte mehrere Schiffe unter seinem Kommando. Wenn einer bei uns den Rang eines
Captains hat, dann ist er für seine Taten selbst verantwortlich. Das bedeutet,
daß man mich oder meine Schiffe nicht verantwortlich machen kann
für das, was er getan hat und für das, was seine Kollegen tun.»»
erklärte Henning. Bluefox bemerkte: ««Eine Fraktion innerhalb einer Fraktion.»»
– ««Exakt, Captain. Archer hat sich seit über einem Jahr nicht mehr bei der
Zentrale gemeldet. Als dann die Nachricht zu uns kam, daß sein Schiff durch
unbekannte Art und Weise zerstört wurde, nahmen seine Gefährten Kurs auf das
Föderationsgebiet mit dem Ziel, alles zu zerstören, was ihnen in den Weg
kommt.»» informierte Henning. Bluefox erklärte dem Admiral: ««Ja, von diesem
Angriff habe ich nicht nur gehört, sondern den habe ich miterlebt! Vor kurzem
hat uns ein weiteres Schiff Ihrer Fraktion angegriffen. Es war gelb, somit
deutlich erkennbar. Nach der ersten Offensive des Gegners haben wir
zurückgeschlagen. Wir hatten das stärkere Schiff und brachten das Gegnerschiff
in Bedrängnis. Plötzlich aktiviert der Kommandant des gegnerischen Schiffes die
Selbstzerstörung! Wir können im letzten Moment entkommen. In der Reparaturphase
haben wir dann eine besondere Entdeckung gemacht. Es ist möglich, daß Archer
und seine Kumpanen die Schiffe aufgerüstet haben mit besonderen Phasern. Es ist
aber auch denkbar, daß all’ Ihre Schiffe mit diesen sonderbaren Phasern ausgestattet
sind. Wir haben unsere Forschungen aufgezeichnet und werden sie Ihnen gleich
übermitteln. Wenn Sie sich die Informationen und Erkenntnisse durchgelesen
haben, können Sie uns mitteilen, ob Sie mit unserem Plan einverstanden sind.»»
Henning erwiderte: ««Ich bin offen für Ihre Aufzeichnungen. Schicken Sie sie mir,
sobald Sie bereit sind.»» ««Sie sind im Nullkommanichts bei Ihnen, wir haben
sie nämlich bereits fertiggestellt.»» meinte Bluefox und schloß den Kanal zur
Seven daraufhin. Sogleich funkte er an den Maschinenraum: ««Bluefox an
Maschinenraum: Tanya, könnten Sie den Bericht, den Sie erfaßt haben, direkt zum
Raumschiff Seven beamen? Referenz: Admiral Mike Henning.»» – ««Verstanden. Ich
übermittle die Nachricht sofort.»» bestätigte Steaner. – Ceagy fragte Bluefox:
«Was meinen Sie, Matt? Haben wir bald neue Alliierte?» Der Captain antwortete:
«Ich hoffe dies mehr als alles andere im Moment. Mein Gott, Andrew, stellen Sie
sich das mal vor! Alle Schiffe und alle Einrichtungen von Fraktion Sieben
würden mit uns geteilt werden! Fraktion Sieben ist mit Sicherheit die größte
Randgruppe der Menschen. Vielleicht wird die Seven das neue Flaggschiff der
Föderation.» Ceagy sagte schmunzelnd zu Bluefox: «Dann wären Sie aber nicht
mehr der Kommandant des Flaggschiffes. Das wäre doch auch etwas schade.»
Bluefox entgegnete: «Das wäre ein klitzekleiner Wermutstropfen im Vergleich
dazu, daß unsere Flotte schon bald doppelt so stark sein könnte.» – Da meldete
sich Knight plötzlich zu Wort: «Im ganzen Tumult um eine allfällige Fusion geht
hier ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit dem Leben auf der Bluefox unter.»
Der Captain studierte einen Moment, kam aber nicht darauf. Knight half ihm auf
die Sprünge: «Wenn wir so viele Schiffe und Stationen besitzen würden, würde
die neue Föderation viel mehr Crewmitglieder auf ihren Schiffen
postieren, auch auf der Bluefox! Wir sind hier ein kleines, aber feines Team.
Ich glaube kaum, daß es eine vergleichbare Mannschaft gibt in der
Sternenflotte. Diese gemütliche kollegiale Atmosphäre würde zerstört, wenn
unsere Crew plötzlich fünfmal größer würde. Es wäre auch für Sie als
Schiffsverantwortlicher eine ganz andere Aufgabe! Sie müßten führerischer auf
die Mannschaft wirken, Sie müßten härter durchgreifen als Sie es bisher mußten.
In den Korridoren würden mich immer wieder Personen grüßen, deren Namen ich
nicht mal kenne! Dann frage ich eine dieser Personen nach dem Namen und habe
ihn wieder vergessen, wenn ich sie am Tag darauf in Zehn-Vorne beim Mittagessen
antreffe. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich denke, gerade Sie sind
einer, der gerne in einem eingespielten Team arbeitet. Ich bin Ihnen in dieser
Beziehung nicht unähnlich. Mir würde es nicht mehr gefallen, wenn auf einmal
120 Leute auf unserem Schiff leben und arbeiten würden, von denen 100 Stück uns
vollkommen fremd sind.» Der Captain stufte die Meinung des Counselors
immer sehr weit oben in seiner Liste ein. Zudem war er selbst derjenige, der
immer darauf gepocht hat nicht zu expandieren. Er mußte sich also etwas
einfallen lassen, daß die Crew so blieb, wie sie immer gewesen war. Auf keinen
Fall wollte Bluefox wie andere Captains sein. Sein Schiff sollte immer etwas
Besonderes repräsentieren, nicht nur die Sternenflotte, sondern auch die
Unabhängigkeit in der gesamten Organisation. – Der Captain war derart tief in
diesen Gedanken versunken, daß er gar nicht merkte, wie schnell die Zeit
verging. Er wachte erst wieder richtig auf, als ihm der Sicherheitschef
meldete: «Captain, Admiral Henning ruft uns.» – «Auf den Schirm.» erwiderte
Bluefox. – Er sah einen erstaunten Henning, der sprach: ««Captain, ich habe mir
Ihren Bericht durchgelesen. Ich kann nur sagen, es ist sehr interessant, dieses
Element! Und Sie denken, daß wir solche Elemente besitzen?»» Bluefox antwortete:
««Ganz recht. Aber um diesen Verdacht bestätigen zu können, müssen wir auf Ihre
Phaserbank zugreifen können. Ich würde gerne einen Energiegenerator zu uns in
den Frachtraum beamen, um ihn nach dem so heißgeliebten Element zu
durchsuchen.»» – ««Ich sehe in Ihnen klar einen richtigen Forscher, Captain.
Ich vertraue Ihnen. Ich gewähre Ihnen den Zugriff auf meine Phaser. Hoffentlich
finden Sie, was Sie brauchen.»» erwiderte der Admiral. Bluefox korrigierte
Henning: ««Was die gesamte Föderation braucht, wollten Sie wohl sagen.»»
Henning fragte mit einem Schmunzeln auf den Lippen: ««War das ein versteckter
Schritt zu einer Allianz?»» – ««Ich wußte, daß wir uns verstehen, Mr.
Henning!»» antwortete Bluefox mit einem breiten Grinsen. Selbst Chollet und
Knight, die nicht unbedingt fusionieren wollten, waren über die
Diplomatiekünste des Captains erstaunt und freuten sich schlußendlich trotzdem.
Es war noch überhaupt nicht gesagt, daß die Crew der Bluefox überhaupt
aufgestockt werden sollte. – Niemand wußte, wie sich die Föderation als Ganzes
nun entwickeln würde.
Tanya Steaner arbeitete mit Technikern
der Seven und mit ihren eigenen Leuten im Maschinenraum der Bluefox eifrig an
der neuen Technologie. Man stand vor einer wichtigen Hürde. Steaner befahl:
«Lieutenant Werwealy, starten Sie den Scan. Wenn das Grundelement der Phaserbatterie
tatsächlich eine Antimateriereaktion aufweist, dann, ja dann...» Sie konnte
nicht weiterreden, weil sie derart gespannt war auf das Ergebnis des Scans!
Werwealy berichtet: «Scan läuft. Ich schalte meinen Tricorderbildschirm auf den
Hauptschirm der Brücke.» Auf der Brücke war man selbstverständlich darüber
informiert, daß der große Moment anstand. Alle zitterten innerlich vor
Nervosität! Werwealy kommentierte: «Ergebnisse erscheinen in drei Sekunden.»
Sie zählte hinunter: «Zwei, eins, null!» Mitten in der Zahl ‚0’ schrie Steaner
vor Begeisterung laut auf! Kurz darauf jubelte auch die gesamte
Brückenbesatzung! Sogar Lore, der ja seinen Emotionschip aktivieren konnte bei
Bedarf, jubelte mit der Mannschaft mit! Jeder Bericht war überflüssig, es hatte
also funktioniert! Die Erleichterung und die Freude war allen ins Gesicht
geschrieben! Bluefox und Ceagy umarmten sich und stießen Freudenschreie aus! Es
herrschte das reinste Chaos auf der Bluefox! Natürlich wollte man diese
Superstimmung sogleich auf die Seven übertragen, also sprach der Captain, immer
noch freudetrunken: «Danny, öffnen Sie einen Kanal zur Seven. Es ist ein
Bericht fällig!» – «Sie können sprechen.» bestätigte Chollet. Bluefox sprach:
««Wir haben es tatsächlich geschafft, Admiral! Ihre Phaser schreiben
Geschichte!»» – ««Ich habe in den letzten fünf Jahren, so weit ich mich
erinnern kann, keine bessere Nachricht gehört!»» erwiderte Henning mit einem
breiten Strahlen im Gesicht. Gleich darauf wurde die Verbindung zur Seven
wieder geschlossen. – Nach einer Denkpause fragte Ceagy Bluefox: «Ich kann mir
noch nicht genau vorstellen, wie dieses Element nun zu Antimaterie verarbeitet
wird. Wie machen die das?» Bluefox antwortete: «Fragen Sie mich nicht,
Commander. Die werden es wohl selbst am besten wissen. Wenn Sie Lust haben,
gehen wir mal zusammen in den Maschinenraum und fragen Tanya ein wenig aus.»
schlug er vor. Ceagy stimmte zu und man überließ Lore die Brücke.
Als die beiden Schiffsleiter im
Maschinenraum ankamen, meinte der Captain sogleich mit einer extra kindlich
gestellten Stimme und einem Schmunzeln: «Wir würden also schon gerne wissen,
wie man Antimaterie macht.» Steaner schlug vor: «Wie wäre es, wenn ich in
Zehn-Vorne einen Vortrag halten würde? Dann könnte Admiral Henning auch gleich
zuschauen und das Ganze wäre noch in einer freundlichen Atmosphäre.» Beide
nickten zustimmend.
So arrangierte man also ein erstes
Treffen zwischen der Föderation und Fraktion Sieben auf der Bluefox in
Zehn-Vorne. Mike Henning war natürlich der Ehrengast. Steaner hatte keinerlei
Lampenfieber. Es ging ja schließlich um etwas Positives und Druck wurde ihr
auch sonst nicht aufgesetzt. Hennings Anwesenheit sollte ihre Rede auch nicht
negativ beeinflussen, sondern das Gegenteil bewirken. Als alle wichtigeren
Offiziere sich versammelt hatten, legte sie los: «Guten Abend, allerseits. Ich
wurde um eine Erklärung gebeten, wie das geht mit dem Antimateriemachen. Also
schön, es ist zwar ein wenig kompliziert, aber die Fachleute werden es
vielleicht verstehen. Ich repliziere zuerst eine Art Transistor, mit dem ich
die äußerst kleinen Elemente, die ich ja nun in Hülle und Fülle habe, durch
drei Zonen leite. Diese heißen Emitter, Kollektor und Basis. Die Basis ist die
Hauptleitung und befindet sich in der Mitte. Hier werden die Teilchen in die
exakt gleiche Spannung gestellt. Je geringer die Abweichung der Spannung der
Elemente ist, desto eher besteht die Chance, daß sie sich teilen und somit
verdoppeln. Wenn ich mehrere Transistoren aneinanderkopple, erhalte ich
logischerweise um so mehr Partikel. Diese sind immer noch genug stark, um
Antimaterie zu produzieren. Ich stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem
Wissenschafts- und Forschungszentrum der Sternenflotte, damit wir die Technik
des Spaltens noch verfeinern können. Wir brauchen jetzt nur noch einen
Energiekonverter, der die Energie den Partikeln am Schluß entzieht und in rohe
Antimaterie umwandelt. Solche Konverter wurden schon früher hergestellt, um
andere Arten von plasmischer Energie zu erzeugen, die in diversen Rohstoffen
enthalten sind. Ein erster Test hat funktioniert. Auch die Antimaterieelemente
können konvertiert werden. Es klingt jetzt sicher alles etwas kompliziert, aber
es funktioniert! Wir haben durch das Konvertieren eine Formel in den Computer
eingeben können, welche die Variable, die wir immer suchten, durch dieses
Element ersetzt. Die Vorgänge verändern sich nicht groß, aber die Wirkung ist
fatal! Wir haben, wenn wir alles richtig machen, unbegrenzt Antimaterie zur
Verfügung. Wir können somit Dilithiumkristalle, die ja für das Funktionieren
eines Warpantriebes notwendig sind, replizieren, meine Damen und Herren!
Wir brauchen sie nicht mehr mühsam und teuer von den Ferengi oder von den
Vulkaniern zu kaufen. Wir müssen auch keine Schiffe mehr entsenden, um Planeten
zu suchen, die Dilithium enthalten. Der Schiffsbau profitiert davon ebenfalls.
Einige Materialien können jetzt mit einer Dilithiumlegierung versehen werden,
um besser zu isolieren. Schiffshüllen werden somit schwerer durchdringbar für
feindliches Feuer. Abschließend kann ich sagen, daß wir hier und jetzt ganz
sicher Geschichte geschrieben haben!» – Nach dem Ende von Steaners Vortrag
applaudierte das gesamte Publikum. Einige begeisterte Jubelrufe waren ebenfalls
im Applaus zu hören und gaben der gesamten Atmosphäre einen emotionalen,
euphorischen Rahmen. Henning erhob sich kurz und sprach: «Ich würde mich freuen
mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Fraktion Sieben ist nicht mehr das, was es einmal
war. Ihr Captain weiß bereits, daß unsere Politik sehr frei, ja schier
ungezügelt ist, da wir über unsere Schiffskommandanten keine Kontrolle haben.
Wenn sie unsere Zentrale verlassen und wir sie aus dem Sensorenbereich
verlieren, dann kann alles passieren, jedoch bekommen wir davon erst dann etwas
mit, wenn es uns berichtet wird von Schiffen, die sich regelmäßig bei der
Zentrale melden. Ich denke, die Föderation, die gesamte Menschheit ist in einem
wirtschaftlichen Aufschwung! Wenn Fraktion Sieben, die in eine Rezession gerät,
wieder in die Föderation aufgenommen werden könnte, dann wären wir alle schon
bald in einer Hochkonjunktur, die lange anhalten wird! Momentan verfügen wir
über 24 Schiffe, von denen wir wissen, daß sie intakt und bemannt sind. Es sind
allesamt fähige Offiziere und Crewmitglieder. Ich kenne sie beinahe alle
persönlich mit dem Namen. Die Föderation ist eine Organisation der Menschen,
Fraktion Sieben ist es ebenfalls. Wir sind alle Menschen und machen Fehler. Ein
großer Fehler unsererseits war, daß wir uns separiert haben. Damit waren nicht
alle einverstanden und gingen daher ihre eigenen Wege. Für den Schaden, den
einige unserer Schiffe bei der Sternenflotte angerichtet haben, möchte ich mich
offiziell entschuldigen. Abschließend dazu möchte ich garantieren, daß unsere
Schiffe und Stationen der Föderation zur Verfügung stehen werden. Wenn wir eine
Einheit werden, dann werden wir eine neue Föderation!» Nach
dieser eindrücklichen Rede setzte sich Henning wieder. Erneut klatschte das
Publikum Beifall, fast noch mehr als nach Tanya Steaners Vortrag! Alle waren
sich bewußt, daß hier und in diesem Moment mit größter Sicherheit eine neue Ära
eingeläutet wurde. Alles erlebte tatsächlich einen unbeschreiblichen Aufschwung
durch das Erlangen dieser Technologie.
So sah es auch das Oberkommando der Sternenflotte auf der Erde in San Francisco. Bluefox stellte in seinem Bereitschaftsraum eine Verbindung zur Einsatzleiterin Adm. Croft her und sprach: ««Admiral, wie Sie schon sicher vernommen haben, sind die Tests positiv verlaufen und wir haben eine neue Technologie für das 25. Jahrhundert! Zudem erhalten wir, wenn das Oberkommando seinen Segen dazu gibt, 24 neue Schiffe für unsere Flotte! Fraktionschef Admiral Mike Henning von Fraktion Sieben hat sich für die Angriffe seiner Schiffe entschuldigt und möchte sich uns wieder anschließen. Seine Rede war wirklich beeindruckend, Admiral. Ich bin sicher, er ist uns wohlgesonnen.»» – ««Ich werde der Sache nachgehen, Captain. Sie haben mich dank Ihrer Beziehungen zum Gericht der Sternenflotte wieder in die Einheit geholt. Jetzt wollen Sie eine weitere wichtige Figur zurückholen, die zurückwill. Da ich in Sie ein besonders großes Vertrauen habe, denke ich kaum, daß Gefahr droht.»» erwiderte Croft. Bluefox meinte zuversichtlich: ««Hoffen wir das Beste für Fraktion Sieben. Sie wäre eine Bereicherung für die Föderation, da bin ich mir sicher. Nur schon wegen dem Flaggschiff, das sie haben. Es heißt Seven! Es ist ein aufgerüstetes Schiff der Galaxy-Klasse. Wenn wir fusionieren würden, dann könnte diese Seven gleich den Flaggschiffstatus behalten!»» – ««Dieser Mr. Henning ist ja Admiral. Wenn wirklich ein Zusammenschluß beider Organisationen stattfände, dann käme Henning ins Oberkommando. Sie wären nach wie vor der Kommandant des Flaggschiffes, so wie es aussieht. Die Seven wäre dann die neue Bluefox, denke ich.»» entgegnete Croft. Bluefox entgegnete fröhlich: ««Das wäre noch genialer! Ein neues Schiff würde mir und der Mannschaft sicherlich guttun, aber ich wollte noch etwas fast Vergessenes deponieren bei Ihnen: Von der Crew kommt doch eindeutig der Wunsch, daß wir nicht größer werden wollen. Könnten Sie bitte dafür sorgen, daß nicht all zu viele Crewmitglieder auf die Bluefox kommen, wenn wir fusionieren würden? Ideal wäre es natürlich, wenn wir das bleiben könnten, was wir momentan sind: Ein kleines eingespieltes Team mit einem schönen, großen Schiff.»» – ««Das gefällt Ihnen, was? Ich werde mein Bestes tun für Sie und Ihre werte Crew.»» versicherte Croft. Damit gab sich der Captain zufrieden und verabschiedete sich noch von seiner Vorgesetzten.
Eine Woche später versammelten sich
einerseits die gesamte Crew der Bluefox, andererseits Henning und die
kommandierenden Offiziere von Fraktion Sieben auf der Erde im
Obergerichtsgebäude der Föderation in San Francisco um das Urteil zu erfahren.
Als sich alle gesetzt hatten und keiner mehr einen Mucks von sich gab,
eröffnete der Richter die Sitzung. Es war ja kein Prozeß, bei dem ein
Verbrecher vorgeführt wurde. Es war lediglich die Verkündung der Entscheidung
des Richters. Dieser sprach: «Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte
Offiziere, geschätzte Crewmitglieder, ich heiße Sie alle recht herzlich
willkommen zur Bekanntgebung des Obergerichtsurteils. Ich möchte es nicht allzu
lange machen, daher sage ich einfach, wie es geschrieben steht: Das Begehren
des Fraktionschefs Admiral Michael Henning von Fraktion Sieben auf
Wiederaufnahme seiner Organisation wurde geprüft und besprochen. Aufgrund von
Meinungen und Informationen sowie Fakten ist das Obergericht der Föderation der
Vereinten Planeten zum Entschluß gekommen, daß es für uns eine Freude ist, die
ehemalige Fraktion Sieben wieder in der Föderation willkommen zu heißen!» – Vor
allem die Offiziere der nun also ehemaligen Fraktion Sieben jubelten nach
diesem Urteilsspruch des Richters, aber auch der Rest freute sich natürlich und
klatschte Beifall. Man war nun also wieder eine Einheit, eine neue Föderation!
– Als der Applaus verstummte, ergriff der Richter noch einmal das Wort: «Da wir
nun über eine stattliche Anzahl von 52 Raumschiffen verfügen, von denen nun
zwei der Galaxy-Klasse angehören, tauchte die Frage nach einem neuen
Flaggschiff auf. Welches sollte es sein? Auch diese Entscheidung wurde mir
zugeteilt. Ich habe entschieden, daß die Crew der U. S. S. Bluefox NCC 1701-E
auf die frühere Seven, die neue U. S. S. Bluefox NCC 1701-F transferiert und
auf vielseitigen Wunsch nicht verstärkt wird. Die Bluefox-E wird
umbenannt auf den Namen U. S. S. Jackenboy NCC 78231-B. Die alte Jackenboy wird
demontiert und brauchbares Material kann für den Bau neuer Schiffe verwendet
werden. Genauere Informationen über die Zusammenstellung der Mannschaften
entnehmen Sie dem offiziellen Logbuch. – Ich danke Ihnen.» – Nach diesem
Entscheid freute sich die Seite der Bluefox-Crewmitglieder um so mehr! Die
Zusammenstellung der Crew blieb also unverändert und als Dessert sollte die
Mannschaft unter dem Kommando von Captain Matthew Bluefox auch noch ein neues
Raumschiff bekommen: Die U. S. S. Bluefox NCC 1701-F! Der frischgebackene
Kommandeur der Bluefox-F rief im Lärm des Applauses zu seinem Ersten Offizier
hinüber: «Hoffentlich finden Sie Ihre Koffer zum Umziehen, Andrew!» Ceagy
scherzte: «Ich glaube, ich beame meine Ware einfach so, wie sie ist, auf die
neue Bluefox!» «Ich bin nicht schuld, wenn Sie dann eine Schweineordnung
haben!» gab sein langjähriger Kumpel zurück.
Seit dem Urteil des Gerichts waren drei
Tage vergangen. Alles war geräumt auf der alten Bluefox, die ja nun die neue
Jackenboy war. Der Captain betrat ein letztes Mal seine voluminöse Brücke. Er
schritt langsam in die Ebene hinunter, zwischen die Stationen Conn und Ops. Er
stand nun vor dem Hauptschirm. Dieser zeigte die kleinen, weißen Punkte, die
die Menschen immer begleiteten, wenn sie auf Raumfahrt gingen. Es waren
natürlich die Sterne in verschiedenen Größen. Bluefox lächelte. Er war einfach
wahnsinnig froh, daß es weiterging. Es stand auf der Kippe, als darüber
diskutiert wurde, ob die Crew aufgestockt werden sollte oder nicht. Wenn es passiert
wäre, dann wäre es nie mehr dasselbe gewesen und es hätte Bluefox nie mehr so
viel Spaß gemacht im Vergleich zu den letzten 14 Monaten. So viel Glück und
Freude auf einmal empfand der Captain noch nie, glaubte er in diesem Moment.
Eine neue Technologie, ein neues Schiff, neue Freunde. – Das war einfach
großartig! Mit diesen schönen Gedanken im Kopf verließ Bluefox die Brücke
wieder und machte sich auf den Weg zum Transporterraum. Um seine Schulter hing
noch ein Koffer der Sternenflotte. Darin hatte er seine zwei teuersten Flaschen
mit alkalischem Brandy aus älteren Jahren, ein Bild seiner gesamten Mannschaft
und als Polsterung eine Ersatzuniform.
Nachdem der Captain im Transporterraum
angekommen war, beamte Transporterchef Sean McNally gerade zwei Offiziere an
Bord. Chief McNally begrüßte Bluefox und sprach: «Guten Tag, Captain! Kaum habe
ich das Schiff gewechselt, bin ich bereits im Dienst! Ich muß ja die Mannschaft
herüberbeamen. Sie möchten sicher auf die neue Bluefox, nicht?» Bluefox nickte
und sprach: «Da liegen Sie vollkommen richtig, Chief, aber warten wir doch noch
schnell, bis Sie die beiden Kollegen hier haben.» – Als sich die beiden
materialisiert hatten, konnte Bluefox erkennen, wer sie waren. Freudig empfing
er sie und sprach: «Captain Wish! Commander Rooth! Lange nicht mehr gesehen,
besonders Sie, Mr. Rooth! Wie geht es Ihnen?» Andrew Rooth, der Erste Offizier
der Jackenboy, antwortete: «Ich kann nicht klagen! Dank Ihnen habe ich hier
eine Superstelle bekommen!» – «Gern geschehen. Ich kann mir gut vorstellen, daß
ein Posten außerhalb der ITW-Fraktion immer eine Superstelle ist!» scherzte
Bluefox. Rooth entgegnete: «Den Namen ITW kann ich nicht mehr hören! Das ist
passé! Jetzt kann ich als gelernter Biochemiker dieses wunderschöne Schiff unterstützen
und Captain Wish in der Leitung des Schiffes assistieren. Das ist ein
Traumberuf für mich!» Bluefox meinte: «Wenn das so ist, dann ist ja alles in
Ordnung, Commander.» Wish fragte Bluefox:
«Captain, sind Sie bereit?» – «Antwort 1: Ja, ich bin bereit und übergebe Ihnen
das Schiff. Antwort 2: Sie sind Captain, ich bin Captain. In der Sternenflotte
ist es üblich, daß man sich unter Captains duzt. Ich bin Matt.» antwortete
Bluefox. «Stephen ist mein Name. Dann wünsche ich dir viel Glück auf deinem neuen
Schiff!» sprach Wish. «Das wünsche ich dir auch! Halte Sorge zu meinem alten
Kahn!» mahnte Bluefox schmunzelnd. – «Aber sicher doch!» erwiderte der erste
und einzige romulanische Sternenflottencaptain. Bluefox stand auf die
Transporterplattform und gab McNally das Zauberwort: «Energie!»
Auf der anderen Seite angekommen wurde
der Captain von seinem Ersten Offizier freundlich empfangen und gleich auf
etwas hingewiesen: «Willkommen auf der Bluefox-F, Captain! Vorsicht: Drei,
nicht zwei Stufen.» – «Das habe ich bereits gemerkt. Ich beame insgesamt
bereits das dritte Mal hin und her. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre,
Andrew, aber ich habe das Gefühl, es ist noch einmal dunkler geworden hier
drinnen. Die Neue ist eindeutig schwächer beleuchtet als die Alte.» bemerkte
Bluefox. Ceagy stimmte zu: «Sie irren sich nicht, Matt. Ich habe das Licht
extra gedämpft, um eine ruhige Atmosphäre zu schaffen. Wir sollten entspannt in
den ersten Diensttag an Bord der Bluefox-F einsteigen.» Bluefox stimmte zu:
«Einverstanden, gehen wir es ruhig an. Abgesehen von der Dunkelheit ist es aber
wirklich ein wunderschönes Schiff. Die Brücke ist ein wenig enger, aber es hat
immer noch drei Sessel in der Mitte. So kann auch Counselor Knight Platz
nehmen, wenn sie mal auf der Brücke ist.» Da lachte Ceagy plötzlich und
entgegnete: «Sie werden es nicht glauben, aber das erwähnte Steevy gleich als
Erstes.» Auch Bluefox lachte kurz über diesen Zufall und fügte hinzu: «Und der
arme Danny muß wieder in den sauren Apfel beißen. Die Taktische Station hat
wieder keine Sitzmöglichkeit integriert!» – Sich amüsierend über des einen
Freud, des andern Leid schlenderten Bluefox und Ceagy durch einen Korridor
Richtung Turbolifttür.
««Die gesamte Crew hat sich langsam, aber
sicher auf der neuen Bluefox installiert und ich glaube, sie fühlen sich alle
wohl – so, wie ich auch. Ich freue mich sehr auf die Zeit, die uns jetzt
bevorsteht. Es wird eine schöne Zeit, denke ich, denn mit solch positiven
Ereignissen, mit denen wir belohnt wurden, lebt es sich gleich doppelt so
munter! Mögen wir auch mit der Bluefox-F in Galaxien vordringen, die noch nie
ein Mensch zuvor gesehen hat!»»
ENDE