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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Danny Chollet |
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Stephanie Knecht |
ALS |
Cnslr. Steevy Knight |
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Fabian Blatter |
ALS |
Chief Fabius Blater |
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Thierry Weidmann |
ALS |
Lt. Thierry Whiteman |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie Crossnicholls |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
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Judith Baumann |
ALS |
Lt. Judy Boeman |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Denise Werffeli |
ALS |
Lt. Denise Werwealy |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
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Roland Peter |
ALS |
Adm. Serlok |
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Florian Peter |
ALS |
Pater Axum |
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77023.4
««Wir sind gerade wieder an der Schiffswerft Vitudurum angekommen und haben somit unseren Jungfernflug beendet. Die Crew kann sich nun endlich wieder einige freie Stunden gönnen, nachdem uns diese Journalisten fast totgeblitzt haben! Im Moment steht die Bluefox still und hat in den nächsten Stunden keinen Auftrag. Ich habe ein Briefing für heute Nachmittag angesetzt und will von den Führungsoffizieren gerne wissen, was sie von diesem Schiff halten.»»
Die Decks der Bluefox-E waren immer noch gut bevölkert, selbst drei Stunden nach dem eigentlichen Anlaß. Der Captain ließ der Öffentlichkeit bis zum Abend freien Zugang zum Schiff, außer natürlich in die heiklen Bereiche. Die Offiziere liefen ebenfalls auf den verschiedenen Decks umher und inspizierten das Schiff aus einem etwas anderen Blickwinkel. Insbesondere die Techniker schauten die Bluefox-E natürlich mit etwas anderen Augen an. Die Zeit ging schnell vorbei und so trafen sich alle Crewmitglieder zum Briefing in der Beobachtungslounge. Cpt. Bluefox hielt eine kurze Eröffnungsrede: «Meine Damen und Herren, ich heiße Sie alle noch einmal sehr herzlich willkommen auf der Bluefox-E, dem neuen Flaggschiff der Föderation! Bitte nehmen Sie Platz. – Tja, das Markenzeichen des Namens „Bluefox“ bedeutet hauptsächlich der selbstverständliche Teamgeist und das Zusammenhalten in schwierigen Situationen. Sie kennen das ja nur zu gut und ich denke, wir haben mit dieser Taktik immer gute Karten gehabt und sind bisher gut gefahren damit. Ich möchte Ihnen jetzt noch etwas mehr über dieses Schiff erzählen: Die Bluefox-E wurde vor zwei Wochen in der Schiffswerft Vitudurum fertiggestellt. Vor einem knappen Jahr wurden die ersten Tritaniumhüllen für den Bau dieses Schiffes aus den Industriewerken in den Ehemaligen Vereinigten Staaten von Amerika und in der Schweiz ins Weltall geflogen und dort verarbeitet. Ich denke, diese Arbeit ist den Erbauern und den Konstrukteuren dieses Schiffes ausgezeichnet gelungen. Ich könnte mir vor allem das Interieur nicht besser vorstellen. Sie haben sich bestimmt schon in den einzelnen Bereichen umgeschaut und konnten die Eleganz dieses Raumschiffes das eine oder andere Mal bewußt wahrnehmen und bewundern. Mir persönlich bereitet dieses Schiff sehr große Freude. Gibt es etwas, was Sie speziell gemocht haben nach dem ersten Rundgang?» Es meldete sich die Chefärztin Nicole Strike zu Wort: «Ja, mir hat die Krankenstation imponiert. Sie ist so groß und äußerst modern eingerichtet! Ich freue mich bereits darauf dort meinen Dienst absolvieren zu dürfen!» Lore, der hinzugestoßene neue Chefingenieur und Einsatzleiter warf ein: «Zum Innendesign habe ich auch noch eine Bemerkung: Die Brücke ist sehr schwungvoll gestaltet. Der große Rundbogen erinnert stark an den Impressionismus aus dem frühen 20. Jahrhundert.» Da Lore ein Androide war, besaß er weder Gefühle und Emotionen noch Sinn für Humor oder Ansätze von Angst. Er blieb immer sachlich und technisch, wenn alles normal zu und her ging. Der Captain meinte: «Wenn Sie gerade das Wort haben, Mr. Lore, dann erzählen Sie uns doch bitte noch etwas über die technischen Daten der Bluefox-E.» Lore nickte und begann: «Die U. S. S. Bluefox NCC 1701-E ist der Nachfolger der U. S. S. Enterprise NCC 1701-E und ist wieder ein Schiff der Galaxy-Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit der Bluefox beträgt Warp 9,7. Das Schiff ist mit den Standardwaffen der Sternenflotte bestückt worden, also mit Photonentorpedos und Bordphasern. Zusätzlich kann man den Deflektor zu einer Spezialwaffe umrüsten, wenn man die Energie des Warpantriebs in die Deflektorschüssel umleitet. Die Antimaterie ist eine ideale Energiequelle für starke Plasma- oder Raumladungen.» informierte Lore. – «Danke schön, Commander. Und jetzt noch Angaben zu den Räumen auf dem Schiff. Wir haben nur zwei Transporterräume, da wir eine kleine Crew sind und deshalb nicht mehrere Transporterräume benötigen. Die großen Räume sind mit den anderen Schiffen der Galaxy-Klasse identisch: Hauptbrücke, Maschinenraum, Krankenstation, Gefechtsbrücke, Personalquartiere, Zehn-Vorne, Chemielabore, Observatorien, Holodecks und weitere Räume befinden sich an den selben Orten wie bisher.» erklärte Bluefox. Nachdem sich alle einen Blick zu den riesigen Fenstern der Beobachtungslounge hinaus gegönnt hatten, befahl der Captain seinem Ersten Offizier:
«Commander Ceagy, setzen Sie einen Kurs zum Sternenflotten-Oberkommando zurück. Wir werden dort unsere nächsten Instruktionen erhalten. Heute aber hoffentlich keine mehr.»
Am nächsten Morgen um 7:50 Uhr begann für die alle Offiziere die erste richtige Schicht. Als Cmdr. Ceagy die Brücke betrat, saß Lore im Sessel des Kommandoinhabers in der Mitte. Der Einsatzleiter erhob sich aus dem Sessel und informierte Ceagy über die Neuigkeiten der Nacht: «Wir erhielten um 4:08 Uhr eine Nachricht vom Sternenflottenoberkommando. Es wurde möglicherweise auf einem Planeten in einem näheren Sonnensystem eine Wissenschaftsstation der Föderation sabotiert. Das Oberkommando erhielt um 3:00 Uhr die letzten Werte. Um 4:00 Uhr kamen keine Werte mehr zum örtlichen Wissenschaftslabor. Wir haben den Auftrag, den Grund für das Versagen der Station herauszufinden.» – «Danke, Lore. Ich übernehme die Brücke.» entgegnete Ceagy und setzte sich in den Kommandosessel. Der Chefingenieur verließ die Brücke und begann seine Schicht im Maschinenraum. «Lieutenant Whiteman, setzen Sie einen Kurs auf diesen Planeten. Sein Name ist „Nirwana 3“, wie ich gerade sehe.» befahl Ceagy. Whiteman setzte daraufhin einen Kurs und die Bluefox beschleunigte das erste Mal auf Überlichtgeschwindigkeit!
Während des Fluges übernahm der Captain selbst das Kommando. Ceagy hatte daher Zeit mit Lore eine praktische Studie abzuschließen. Die beiden trafen sich dazu im vorderen Teil des Hauptmaschinenraums. Lore berichtete: «Ich habe meine Scans und die Analysen an diesen beiden Preto-Kristallen abgeschlossen. Der Rote hat sich im Vergleich zum Blauen um 38,3986 Prozent vergrößert. Diese Mutationen geschahen bei gleichen Raumtemperaturen und auch bei exakt gleichen Luftfeuchtigkeiten. Ich habe die beiden Kristalle in einem Ebene-3-Kraftfeld isoliert. Das sollte genügen, um einerseits die Strahlung der beiden Kristalle genug stark zu reduzieren, damit für Menschen keine Gefahr besteht und um andererseits die idealen Bedingungen für die Preto-Kristalle herzustellen. Ein zu hohes Kraftfeld würde die Rückkopplung der Magnetfelder der Kristalle mit denen des Kraftfeldes zu intensiv wirken lassen.» Ceagy meinte: «Sehr interessant! Ich könnte stundenlang an solchen Experimenten arbeiten. Die machen unheimlich Spaß und man lernt dabei einen Haufen neuer Dinge.» – «In der Tat, da haben Sie Recht. Selbst ich kann meiner Matrix noch einige Informationen hinzufügen, was die Quantenenergie betrifft. Mein Bruder Data besitzt dieses Wissen nicht ganz vollständig.» erzählte Lore. Ceagy fragte den Anroiden: «Wann haben Sie Ihren Bruder das letzte Mal gesehen?» – «Vor sieben Jahren, sechs Monaten, drei Wochen, vier Tagen, acht Minuten...»– Weiter kam Lore nicht, weil Ceagy die Hand hob und intervenierte: «Danke. 7½ Jahre also.» – «So kann man es auch definieren.» meinte Lore und zog die Augenbrauen hoch. Ceagy konnte sich ein Schmunzeln nicht verdrücken. Er mochte Lore einfach, weil der in keinster Weise menschlich war und irgendwie trotzdem menschlich war. Der Erste Offizier schlug vor: «Ich denke, wir sollten die Kristalle samt Kraftfelder in einen Frachtraum beamen. Dort stören sie weniger. Hier gehen die Leute immer an den Tischen vorbei. Und wenn einer mal zu spät dran ist am Morgen oder sonst in Eile, dann könnte das ein kleines Unglück geben.» Sogleich funkte er an Chief Blater: ««Maschinenraum an Transporterraum 1, hier Ceagy. Chief, bitte beamen Sie die beiden Preto-Kristalle samt Kraftfelder in Frachtraum 4.»» Blater funkte zurück: ««Verstanden, Sir. Ich habe die Energiesignaturen erfaßt.»» – Fünf Sekunden später waren die Kristalle bereits verschwunden. Zwischendrin erschien ein fast unsichtbarer Lichtstrahl in einem kreisförmigen Umfang und umhüllte die Kristalle. – Ceagy war sehr zufrieden mit diesem Projekt. Es sollte eine Vorlesung geben in ein paar Wochen und er würde mit Lore zusammen diese Kristalle und deren natürliches Wachstum vor mehr als tausend Offizieren in einem Hörsaal des Oberkommandos der Sternenflotte beschreiben.
Die Bluefox kam bei Nirwana 3 an und Lt. Whiteman schwenkte in die Umlaufbahn des Planeten ein. Es wurde in der Beobachtungslounge die Mission besprochen. Cpt. Bluefox erklärte: «Hier unten gibt es einige verstreute Lebenszeichen, die wir nicht genau scannen können. Es sind mit Sicherheit keine Menschen, aber es sind bekannte DNA-Stoffe vorhanden. Die Rasse der Lebenszeichen könnte also theoretisch die der Romulaner, der Klingonen oder auch die der Vulkanier sein. Ich persönlich hoffe, es sind Vulkanier.» Dr. Strike fragte: «Welche Tageszeit herrscht jetzt auf dem Planeten?» Bluefox antwortete: «An der Stelle, die uns interessiert, tagt es momentan gerade. Ich denke, wir können eine Außenmission wagen.» – Der Captain wandte sich seinem Ersten Offizier zu und befahl: «Commander Ceagy, stellen Sie eine Vierergruppe zusammen.» – Ceagy nickte und lehnte sich wieder zurück in den Sessel. Bluefox fügte hinzu: «Wir wissen nicht, ob wir dort unten bereits beobachtet werden. Daher ist Vorsicht angebracht. Rüsten Sie sich also mit Tricordern sowie Handphasern aus.» Ceagy hielt einen Tricorder und einen Handphaser nach oben. Bluefox schmunzelte und bemerkte: «Sie kennen die Prozedur bereits.» Ceagy grinste zurück. Dann sagte der Captain noch: «Ich wünsche Ihnen allen, auch denen, die an Bord bleiben, ein tolles Gelingen der ersten offiziellen Mission mit der Bluefox-E. Sie können wegtreten.» Im Aufstehen sagte Ceagy noch zu denen, die er im Außenteam haben wollte: «Doktor Strike, Lieutenant Chollet, Commander Lore, Sie kommen mit mir.» – Alle drei nickten Ceagy als Bestätigung kurz zu. Danach verließen alle Offiziere gemeinsam die Beobachtungslounge.
Der Captain begab sich für einen Augenblick in den Bereitschaftsraum und schaute aus dem schmalen hohen Rechteckfenster hinter seinem Tisch in das Weltall hinaus. In diesen Momenten fühlte er sich richtig in einer anderen Welt. Er konnte aber auch genau in diesen Augenblicken sehr klar denken. – Wenige Minuten später piepte es an der Tür des Bereitschaftsraums. Bluefox schaute noch immer aus dem Fenster hinaus. Er sprach laut und deutlich: «Herein!» Sein Erster Offizier stand in der Tür und sprach: «Captain, wir sind soweit.» Bluefox drehte sich um und entgegnete: «Viel Glück, Andrew!» Ceagy jedoch blieb stehen und fragte: «Was soll ich tun, wenn wir in Gefahr geraten? Soll ich das Primärziel weiterhin verfolgen oder beim kleinsten Anzeichen von Gefahr sofort auf die Bluefox zurückkehren?» – «Sie leiten das Außenteam, Andrew. Ich kann nicht abschätzen, was für Sie ein kleinstes Anzeichen von Gefahr ist. Handeln Sie nach eigenem Ermessen.» antwortete der Captain und streckte den rechten Daumen nach oben. Ceagy tat dasselbe, schmunzelte kurz und verließ daraufhin den Bereitschaftsraum wieder. – Bluefox kehrte nach seiner kleinen Unterredung mit Ceagy zur Brücke zurück um den Überblick behalten zu können.
Im Transporterraum stand Chief Fabius Blater am Pult für die Transporterfunktionen. Alle vier Offiziere begaben sich auf die Transporterplattform. Ceagy sprach: «Energie!» – Der Lichtstrahl dematerialisierte die vier Offiziere in ihre Atome und setzte sie am Zielort wieder zur vollen Gänze zusammen. Das Außenteam faßte das erste Mal im Dienst auf der Bluefox – nach dem doch relativ bekannten Mars – Fuß auf einem komplett fremden Planeten.
Auf dem Planeten tagte es wirklich gerade. Es war sehr neblig. Ceagy konnte nicht viel weiter sehen als bis zum nächsten Baum. Sie landeten nämlich mitten in einem Wald. Von weit her war das Zirpen und Gurren von außerirdischen Insekten zu hören. Lt. Chollet bemerkte: «Aha. Und hier soll also eine Wissenschaftsstation in der Nähe sein. Wenn Sie mich fragen, dann sehe ich hier ein Meer, ein graues Meer.» Lore fügte bei: «Ohne Scherz, Commander, sogar die Scanreichweite für die Tricorder ist durch den dichten Nebel eingeschränkt!» Ceagy entgegnete: «Ich weiß, daß Sie nie einen Scherz machen, Lore.» Da berichtete Dr. Strike: «Commander, ich habe einen Turm erfaßt. Er liegt 500 Meter vor uns.» Ceagy erwiderte: «Gehen wir hin. Ist er bemannt?» – «Das kann ich noch nicht sagen.» antwortete die Chefärztin. – Da war plötzlich ein dunkles Heulen zu hören! Chollet fragte belustigt: «Andrew, sagen Sie mal, kennen Sie außerirdische Eulen?» – «Nein. Aber wie das gerade klang, könnte es durchaus eine gewesen sein.» antwortete Ceagy. Dr. Strike meldete sich: «Ich bekomme genauere Daten über den Turm. Wir müssen aber noch näher ran.» – Sie ging einige Schritte voraus. Ceagy zog einen Moment lang nicht mit. Er dachte, ein paar Meter wären nichts Schlimmes. – Inzwischen gelangte das Außenteam auf betonierten Untergrund. Die Bäume verschwanden hinter den vier Offizieren langsam. Dr. Strike konnte den Turm plötzlich von Auge sehen. Er war riesig. Sie dachte für sich: «Da ist ja der Eiffelturm glatt ein Ameisenhaufen dagegen.» Ceagy und seine beiden Begleiter liefen um die zwanzig Meter hinter der Ärztin und konnten sie gerade noch sehen. Dr. Strike schaute auf ihren Tricorder und schwenkte ihn ein wenig umher. Ceagy schritt langsam einige Meter näher an Strike heran, Chollet und Lore direkt hinter ihm. – Da war auf einmal wenige Meter davor ein Schrei zu hören und Ceagy konnte sehen, wie Strike zu Boden fiel und sich nicht mehr rührte! Ceagy und Chollet zückten sofort ihre Phaser und Lore schoß ohne Vorwarnung blitzschnell in den Nebel! – Ein tiefes Stöhnen war zu hören, dann ein dumpfes Aufknallen auf den Boden! Danach war Ruhe. – Lore eilte zum Doktor hin und scannte sie. Chollet fragte Lore: «Wie konnten Sie auf über zehn Meter so genau schießen in dieser Suppe?» Der Androide antwortete: «Ich besitze Infrarotpupillen. Ich aktiviere sie bei schlechter Sicht oder bei Dunkelheit.» Ceagy untersuchte Dr. Strike mit ihrem medizinischen Tricorder. Er bemerkte nach einer oberflächlichen Untersuchung: «Das sieht böse aus.» Lore stimmte dem Ersten Offizier zu: «Sie muß unbedingt behandelt werden.» Da rief Chollet: «Kommen Sie mal hier hinüber!» – Sofort huschten Lore und Ceagy zum Sicherheitschef hin. Es traf den Ersten Offizier fast der Schlag! – «Romulaner!» brachte er hervor. Lore klärte Ceagy auf: «Es herrscht zwischen der Föderation und dem Romulanischen Sternenimperium ein Nichtangriffspakt.» Chollet bemerkte auf die Information von Lore hin: «Das scheint diesen Romulaner hier wohl nicht gekümmert zu haben.» Ceagy fragte Lore: «Gibt es noch mehrere romulanische Lebenszeichen?» Lore gab zur Antwort: «Negativ. Der Turm war definitiv nur mit einer Person bemannt.» – «Dann bringen wir sofort Nicole auf die Bluefox zurück!» schlug der Erste Offizier vor und funkte ohne zu zögern an Chief Blater: ««Fabius, hier spricht das Außenteam! Beamen Sie uns alle sofort nach oben!»» – Kurz darauf war von den vier Leuten auf der Planetenoberfläche nichts mehr zu sehen.
Es dauerte keine zwei Minuten, bis Dr. Strike vom Außenteam in die Krankenstation gebracht wurde. Dort wurde sie sofort an ein Wiederbelebungsgerät gekoppelt, da man ja noch nicht wußte, was mit ihr genau los war. – Dr. Snyder stellte etwas Schreckliches fest. Sie sagte zu Cpt. Bluefox, der auch sofort zur Krankenstation kam: «Sir, ich habe einen Herzstillstand feststellen müssen.» Der Captain befahl sofort: «Versuchen Sie sie zu reanimieren!» – Snyder und Crossnicholls versuchten alles. Snyder initialisierte einen Stromstoß von 75 Mikrovolt, doch nichts geschah. Snyder befahl Crossnicholls: «80 Mikrovolt, Doktor!» Wieder nichts! «Neunzig!» rief Snyder. – Wieder durchzuckte der Stromschlag Dr. Strike. Der Körper der Chefärztin wurde noch kräftiger durchgeschüttelt als beim letzten Versuch. Eigentlich ein gutes Zeichen, aber danach war weder Puls noch Herzschlag zu bemerken. Snyder befahl: «Wiederholen!» – Es geschah aber außer dem Zucken wieder gar nichts. Snyder rief noch energischer als vorhin: «Wiederholen!» Ceagy sagte zu Snyder: «Es hat keinen Sinn mehr. Wir haben sie verloren, Izy. Machen Sie einen Eintrag ins medizinische Logbuch. – Schreiben Sie, Nicole Strike starb bei der ersten offiziellen Mission der U. S. S. Bluefox. Die Leitung der medizinischen Abteilung wird an Izy Snyder übergeben. – Eintrag beenden.» befahl Ceagy Snyder, die sogleich ins Büro der Krankenstation ging um dort den Eintrag zu verfassen. – Diese zwei Sätze, die der Erste Offizier gerade gesprochen hatte, waren bloß reine Formsache. Die beiden Sätze sagten allerdings mehr aus als ein ganzer Roman! Der Captain hätte über seine Chefärztin ein Buch verfassen, allein über diesen Vorfall mindestens zwanzig Seiten schreiben können. Warum sie? Warum gleich auf der ersten Mission? Wie konnte das passieren? Alle diese Fragen blieben jedoch leider unbeantwortet. Die letzte dieser Fragen allerdings war noch nicht ganz unbeantwortet, denn es bestanden durchaus noch Möglichkeiten eine Antwort darauf zu finden. Wenn man dies wollte, dann brauchte man aber sicherlich Kontakt mit den Romulanern herzustellen. Das war für keinen Menschen angenehm. Die Romulaner galten als die hinterlistigsten Lebewesen im gesamten Alphaquadranten. Wer ihnen traute, beging einen grausamen Fehler. Der Verlust von Nicole Strike war für alle hart. In diesem Moment einen solch wichtigen Offizier, einen solch gutmütigen, aufgestellten Menschen zu verlieren war etwas vom Schlimmsten, was einer so kleinen Crew wie derjenigen der Bluefox widerfahren konnte. Zusätzlich drückte es auch noch auf die Moral der Mannschaft, denn wenn man einen derartigen Dämpfer gleich in der ersten richtigen Mission erleben mußte, dann war das schon fast ein Grund um alles fallenzulassen und nie wieder auf eine Mission gehen zu wollen. Bluefox machte dieser Gedanke momentan fast noch mehr Sorgen als der Verlust der Chefärztin. Die Romulaner erwischten seiner Überlegung nach also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Nicht nur die Crew der Bluefox, sondern in diesem Sinne auch die gesamte Föderation wurde hier an einer äußerst empfindlichen Stelle getroffen und es war wirklich fraglich, ob sich die Mannschaft noch einmal aufrappeln konnte und wollte um alles zu geben. Vielleicht sogar noch mehr als vorhin – im würdigen Andenken an Nicole Strike.
Die Verstorbene wurde in ihr Quartier gebeamt, wo sie eine Woche lang bleiben sollte. In ihrem Quartier war ihr zweites Heim. Die Ruhe war ihr dort garantiert. Danach sollten ihre sterblichen Überreste dem Weltraum übergeben werden.
In voller Willigkeit der Frage nachzugehen wie das alles passieren konnte, machte man sich auf die Suche nach romulanischen Raumschiffen oder sonstigem Eigentum der Romulaner, wo man Antworten auf diesen Planeten Nirwana 3 bekommen könnte. Schließlich wurde man auf der Brücke dann auch fündig. Chollet berichtete: «Captain, es wird ein romulanisches Raumschiff der D’deridex-Klasse in zwei Lichtjahren Entfernung angezeigt. Koordinaten: Raumgitter 276.324!» Ceagy bemerkte: «Ein Warbird!» Bluefox befahl: «Mr. Whiteman, auf Abfangkurs gehen!» Er verkündete über den schiffsweiten Funk: ««Alarmstufe Rot! Alle Mann auf die Kampfstationen!»»
Innerhalb von drei Minuten konnte die Bluefox den Warbird abfangen und stellen. Bluefox wies Chollet an: «Grußfrequenzen öffnen!» – «Kanal offen.» bestätigte der Sicherheitschef. Der Captain stellte sich vor: ««Hier spricht Captain Matthew Bluefox von der U. S. S. Bluefox. Identifizieren Sie sich!»» – ««Freut mich, Sie zu sprechen, Captain. Ich bin Admiral Serlok vom Warbird Soryak. Was wünschen Sie?»» fragte Adm. Serlok. ««Wir haben gerade einen Planeten angeflogen. Sein Name ist Nirwana 3. Könnten Sie uns etwas über diesen Planeten sagen? Oder, besser gefragt, könnten Sie uns sagen, was die Soldaten des Romulanischen Sternenimperiums veranlaßt auf Offiziere zu schießen, mit denen man eigentlich einen Nichtangriffspakt geschlossen hat?»» wollte Bluefox wissen. Serlok gab zur Antwort: ««Wir können nicht jeden unserer Männer überwachen, Captain. Auf Nirwana 3 leben zum Teil Zivilisten. Mit denen haben wir keinen Kontakt.»» Ceagy fragte Serlok: ««Wissen Sie etwas über einen riesigen Turm auf Nirwana 3?»» – ««Ja, in der Tat. Ich habe von ihm gehört. Es ist der Heilige Turm von Nirwana. Dort wohnt ein alleinlebender Priester. Warum?»» entgegnete Serlok. Chollet wiederholte stirnrunzelnd: «Ein alleinlebender Priester?» Der Steirer schaute zu Ceagy hinunter. Der wandte sich jedoch Serlok zu und erklärte ihm: ««Dieser Priester ist jetzt sehr wahrscheinlich tot, Admiral, und zwar deshalb, weil er jemanden von unserer Crew ohne Grund getötet hat. Wir kamen in friedlicher Absicht nach Nirwana 3, zu Forschungszwecken!»» – ««Das glaube ich nicht, Mensch! Diesen Pater kenne – kannte ich persönlich. Er trug niemals eine Mordwaffe mit sich herum. Vielleicht eine Lähmungswaffe, das ist möglich.»» erwiderte der romulanische Admiral. Er trug eine graue schuppige Uniform, die eher einer Rüstung gleichkam. Darin sah er wie der geborene Krieger aus. Seine Frisur sah so aus, als hätte er eine Tonne Gel auf seine Haarpracht geschmiert und alles zusammen nach hinten gekämmt. Dazu kam die typisch romulanische Gesichtszeichnung: Markante Augenbrauen, die beide nach unten gegen das Gesichtszentrum zeigten, spitze Ohren und ein grimmiges Gesicht. Der Captain fragte Ceagy verwundert: «Warum nur eine Lähmungswaffe?» – «Ich werde Ihnen von der Außenmission erzählen mit der Geschichte vom Turm und so weiter, deshalb mußte ich vorhin mit dem Admiral reden. Von einer Lähmungswaffe jedoch habe ich auch noch nie gehört.» Bluefox nickte Ceagy zu, drehte sich wieder zu Serlok hin und fragte ihn: ««Admiral, was ist für Ihre Begriffe eine Lähmungswaffe und was genau lähmt diese Waffe denn?»» – ««Der vollständige Name der Waffe lautet Herzlähmungsdisruptor.»» antwortete Serlok. Lt. Boer an der Ops fragte Serlok: ««Der Disruptor lähmt das Herz?! Ist das nicht mit dem Tod des Getroffenen gleichzusetzen?»» Serlok antwortete zur totalen Verwunderung der Brückenmannschaft: ««Eben nicht, sonst könnte man ja gleich einen Phaser oder einen Desintegrator nehmen. Ihr Crewmitglied ist nicht tot, wenn es von einem Herzlähmungsdisruptor getroffen wurde. Ihr Herz ist dann bloß gelähmt, nicht für immer gestoppt.»» Der Erste Offizier fragte: ««Wie lange dauert dieser Zustand der Lähmung?»» – ««Drei, vielleicht vier Stunden.»» antwortete Serlok. Bluefox sprach: ««Besten Dank für diese
Informationen, Admiral. Der Tod des Priesters war leider, wie es aussieht, nicht zu verhindern, da anscheinend aus Notwehr geschossen wurde. Ich war an der Außenmission leider nicht persönlich dabei. Ich bin jetzt jedoch der Meinung, daß der Pfarrer eventuell nur sich selbst schützen wollte. Er konnte vielleicht nicht wissen, daß außer ihm noch andere Leute in der Umgebung des Turms waren.»» Serlok bemerkte: ««In den letzten zehn Jahren hatte keine Seele mehr Kontakt zu Pater Axum.»» – ««Ich verstehe. Dann wünsche ich Ihnen noch eine gute Weiterreise. Und noch einmal danke für alles, Admiral.»» verabschiedete sich Bluefox von Serlok. Der romulanische Admiral erwiderte: ««Auf Wiedersehen, Captain, aber merken Sie sich folgendes: Nicht alle Romulaner sind so wie ich, wenn Sie verstehen, was ich meine.»» – Der Schirm wechselte von der Innenansicht des Warbirds wieder zur Weltraumansicht. Bluefox schaute nach rechts zu seinem Ersten Offizier und bemerkte: «Hoffen wir, daß wir keinen von der anderen Sorte Romulaner kennenlernen.» Ceagy entgegnete: «Captain, eins muß ich Ihnen sagen: Es war unheimlich auf diesem Planeten. Es kam mir wirklich ein Schauer hoch bei dieser Außenmission! Hoffentlich träume ich nicht noch davon!» Bluefox stimmte zu: «Das hoffe ich auch für Sie. Das Gespräch mit diesem Romulaner hat mir schon völlig gereicht. Der war zwar noch nett. Es scheint, als hätte ich mich mit ihm gut verstanden, aber wie er sagte: Es sind noch lange nicht alle Romulaner so freundlich wie Admiral Serlok.» – Der Captain atmete tief durch, lehnte er sich zurück in den Kommandosessel, bis es nicht mehr weiterging und stellte die Sitzlage eine Stufe niedriger.
Drei Stunden später wachte Dr. Strike in ihrem Quartier tatsächlich wieder auf! Ihr Herz schlug bereits wieder einigermaßen normal. Als sie aufwachte, sah sie als erstes in die Augen von Andrew Ceagy. Sie meinte verwirrt: «Ich hatte aber einen seltsamen Traum!» Ceagy erwiderte zu ihrem Erstaunen: «Das war kein Traum! Die Geschichte mit dem Turm ist die bittere Realität, Nicole! Sie wurden von einem einsamen romulanischen Pfaffen mit einem Herzlähmungsdisruptor erschossen. Diese Waffe lähmte Ihr Herz für gut vier Stunden. Soeben sind Sie wieder zu sich gekommen, zum Glück auch, mein Gott!» Ceagy selbst konnte es auch noch nicht richtig glauben, was sich da abgespielt hatte. Er begriff nun erst wirklich vollumfänglich, wie gefährlich die ganze Sache war. Nicht nur für den Doktor, sondern für das gesamte Außenteam. Ohne Lore und dessen scharfen Infrarotpupillen hätte diese erste Mission böse enden können. Falls alle vier Mitglieder erschossen worden wären, dann hätte keiner das Schiff kontaktieren können. Vom Schiff aus hätte man die Lebenszeichen wegen dem starken Nebel nicht sofort entdeckt und der gesamte Außentrupp wäre Pater Axum wehrlos ausgeliefert gewesen. Ceagy schien es fast, als würde er wie Strike aus einem Alptraum erwachen! – Dank der hervorragenden Medizin des 24. Jahrhunderts konnte Dr. Strike wieder in kürzester Zeit gesund gepflegt werden. Auch der Erste Offizier unterzog sich freiwillig einer Gesprächstherapie bei Counselor Steevy Knight. Diese einschneidende erste Mission würde Ceagy wohl nie mehr vergessen bis zum Lebensende.
Drei Tage nach dem Zwischenfall mit dem mysteriösen Pater Axum und seinem verwunschenen Turm flog die Bluefox wieder zur Erde zurück und erstattete der Föderation einen formellen Bericht über alles, was während und nach der Mission geschehen war. Die eigentliche Mission konnte also nicht erfüllt werden. Die angeblich sabotierte Wissenschaftsstation blieb ein Rätsel im dichten Nebel von Nirwana 3. Jedoch sollte der Planet von zwei Frachtschiffen der Föderation rund um die Uhr bewacht werden.
Der Captain schaute wieder zum Fenster im Bereitschaftsraum hinaus. Er sah bedeutend nachdenklicher aus als beim letzten Mal. Er sprach zum Fenster, als wolle er in den Weltraum hinausreden: «Es kommen harte Zeiten auf uns zu, Axum. Du warst erst der Anfang.»
ENDE