Episode 22: Evelyn am Ende

Nach Judiths Beerdigung war Evelyn immer noch niedergeschlagen. Selbst ihre Schwester Rika drang kaum mehr zu ihr durch. Die einst fr�hliche Evelyn trauerte nun jeden Tag vor sich hin. �Evelyn, das kann nicht so weiter gehen.� sagte Rika �Du musst irgendwann einmal �ber Judith hinweg kommen. Und willst du deine Ranger Kollegen auch h�ngen lassen?� �Die sind momentan ohne mich eh besser dran.� sagte Evelyn �Ich w�rde sie nur behindern.� �Tu endlich was.� sagte Rika �Du machst mir angst. So kenne ich dich gar nicht. Soll das ewig so weitergehen?� �Nein, nicht ewig.� sagte Evelyn �Das verspreche ich dir.� �Gut.� sagte Rika �Sollen wir nicht mal gemeinsam irgendwas unternehmen? Vielleicht kommst du dann auf andere Gedanken.� �Ja, Ablenkung ist vielleicht ganz gut.� sagte Evelyn �Aber ich werde alleine etwas durch die Stadt gehen. Ich m�chte erst einmal noch alleine sein.� �Ist gut.� sagte Rika �Du wei�t, ich bin immer f�r dich da. Wenn du jemanden brauchst, dann komm zu mir.� �Ich wei�, dass du immer f�r mich da bist.� sagte Evelyn �Und daf�r danke ich dir.� Kurz darauf ging Evelyn.

Im Stadtpark bek�mpften Alexia, Parker und Howard einen Trupp Robo Krieger. Sie hatten ihre Waffen gezogen und deckten die Robo Krieger mit Angriffen ein. Dennoch machten die Robo Krieger den Rangers deutlich zu schaffen. Alexia lud ihr Schwert auf und lie� mehrere Flammenstrahlen auf die Robo Krieger niedergehen. Parker und Howard feuerten mit ihren Waffen. Alle Robo Krieger waren vernichtet. Die drei Rangers verwandelten sich zur�ck. �Das war ein ganzes St�ck harte Arbeit.� sagte Alexia �Wenn Evelyn doch nur bei uns w�re.� �Leider geht es ihr momentan nicht so gut.� sagte Parker �Sie ist psychisch am Ende.� �Ich kann sie verstehen.� sagte Howard �Sie hatte viel f�r Judith �brig. Die beiden haben viel Zeit miteinander verbracht. Wahrscheinlich w�ren sie auch noch ein Paar geworden. Evelyn h�tte es ihr nur sagen m�ssen.� �Vielleicht ist es ganz gut, dass sie Judith nie gesagt hat, dass sie in sie verliebt ist.� sagte Parker �Angenommen, die beiden w�ren dann ein Paar geworden. Dann h�tte Judiths Tod sie noch schlimmer getroffen.� �Kann es noch schlimmer kommen?� fragte Alexia �Ich hab Evelyn noch nie so erlebt. Rika ist auch schon am verzweifeln. Evelyn verschlie�t sich v�llig vor ihr.� �Wir sollten mal irgend etwas mit ihr unternehmen.� sagte Parker �Sie kann Judith ja nicht ewig hinterher trauern. Sicher, ich vermisse Judith auch. Aber ich mache mich nicht so fertig. Auch wenn es hart ist, das Leben geht weiter. Ohne Judith.� �Besser h�tte ich es nicht sagen k�nnen.� sagte Howard �Es ist okay, wenn man trauert. Aber man darf sich selbst nicht runterziehen. Evelyns Trauer macht sie irgendwann kaputt.� �Und als Ranger kann sie so nichts mehr bringen.� sagte Parker. �Wie meinst du das?� fragte Alexia. �Tja, wenn Evelyn so weiter macht, brauchen wir einen neuen gelben Ranger.� sagte Parker �In ihrem Zustand kann sie nicht mehr vern�nftig k�mpfen. KAISER wird ein leichtes Spiel mit uns haben.� �Sei nicht so hart zu ihr.� sagte Alexia �Manche Menschen brauchen eben l�nger, um den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Gib ihr etwas Zeit. Nicht alle k�nnen ihre Trauer so unterdr�cken wie du.� �Wer sagt denn, dass ich meine Trauer unterdr�cke?� fragte Parker �Auch ich habe um Judith geweint.� �Aber du hast sie nicht geliebt.� sagte Alexia �Judith stand Evelyn n�her als uns. Au�erdem hat sie bereits ihre �lteste Schwester verloren, mit der sie auch ein Verh�ltnis hatte. Sie hat zwei Menschen verloren, die sie geliebt hat, mit denen sie sogar auf eine Beziehung gehofft hat. So etwas nimmt einen schon ziemlich mit.� �Ja, du hast recht.� sagte Parker �Ich wollte nicht so hart erscheinen. Ich mache mir doch nur Sorgen um Evelyn.� �Das machen wir alle.� sagte Howard �Sabrina meint auch, Evelyn braucht Zeit. Dann geben wir ihr diese Zeit.�

In der Innenstadt traf Evelyn auf Sabrinas Schwester Maria. �Hey, Evelyn.� sagte Maria �Du siehst gar nicht gut aus. Bist du krank?� �So �hnlich.� sagte Evelyn �Seit Judiths Tod geht es mir nicht gut. Und nach der verpatzten Beerdigung bin ich noch mehr am Boden.� �Das tut mir leid.� sagte Maria �Hey, sollen wir in den Shopping Palace gehen? Ein bisschen Ablenkung w�rde dir gut tun.� �Das ist nett gemeint, aber ich will nicht.� sagte Evelyn �Ich will noch ein bisschen alleine sein.� �In Ordnung.� sagte Maria �Dann bis demn�chst. Wir sehen uns.� �Vielleicht.� sagte Evelyn geistesabwesend und ging weiter. Evelyn verlie� die Innenstadt schlie�lich und ging durch den Wald spazieren. Dort kletterte sie auf einen Baum und holte ein Seil aus ihrer Jackentasche. �Judith, gleich bin ich bei dir.� sagte Evelyn. Sie band das Seil an einem starken Ast fest, kn�pfte eine Schlinge und legte sich die Schlinge um ihren Hals. Anschlie�end lie� sie sich langsam vom Ast gleiten. Als sich das Seil zuzog, bekam Evelyn keine Luft mehr. Sie fing an zu zappeln. �Das ist zwar unangenehm, aber gleich hab ich es hinter mir.� dachte Evelyn �Judith, ich komme.� �Oh mein Gott, Evelyn!� rief da jemand. Es war Maria, die Evelyn in Abstand gefolgt ist. Sie rannte zu dem Baum, an dem Evelyn hing, kletterte hoch und l�ste das Seil. Evelyn fiel zu Boden und fing an zu husten. Maria ging zu ihr runter und nahm ihr das Seil weg. �Maria, wie konntest du nur?� fragte Evelyn �Ich w�re fast bei Judith gewesen.� �Du wolltest dich umbringen.� sagte Maria �Denkst du, ich lasse das so einfach zu?� �Mir doch egal.� sagte Evelyn �Ohne Vicky und Judith hat das Leben keinen Sinn mehr. Was hab ich denn davon, wenn alle, die ich liebe, sterben?� �Ja, du hast Judith geliebt.� sagte Maria �Aber kannst du dir sicher sein, dass diese Liebe auch zur�ckgekommen w�re? Es h�tte genauso gut sein k�nnen, dass Judith keine Beziehung mit dir gewollt h�tte, sondern nur eine Freundschaft. Vielleicht h�tte sogar eure Freundschaft daran zerbrechen k�nnen, wenn du es ihr gestanden h�ttest.� �W�re es mal passiert.� sagte Evelyn �Dann w�re ich schon l�ngst �ber ihren Tod hinweg.� ��berleg doch mal, was du deinen Freunden antun w�rdest, wenn du dich umbringst.� sagte Maria �Allen h�ngt noch der Verlust von Judith nach. Wenn dann noch jemand stirbt, das w�rden sie nicht verkraften. Vor allem nicht deine Schwester Rika. Sie hat nur noch eine Schwester, und die will sie auch behalten.� �Ja, du hast recht.� sagte Evelyn �Aber meine Trauer macht mich kaputt. Ich hab das Gef�hl, als k�nnte ich so nicht weiter leben.� �Dann ist das, was du machst, falsch.� sagte Maria �Du ziehst dich zur�ck und willst f�r dich alleine sein. Sprich mit Rika und mit deinen Freunden. Lenk dich ab. Und dann wird es dir mit der Zeit auch besser gehen.� �Ja, vielleicht hast du recht.� sagte Evelyn �Das war wirklich dumm von mir.� �Sch�n, dass du das einsiehst.� sagte Maria �Und jetzt bringe ich dich nach Hause.�

Rika sa� im Wohnzimmer, als Maria und Evelyn die Wohnung betraten. �Maria.� sagte Rika �Nett, dass du mal vorbei schaust. Hast du Evelyn in der Stadt getroffen?� �Wenn es nur mal das w�re.� sagte Maria �Ich hab verhindert, dass Evelyn sich umbringt.� �Wie bitte?� fragte Rika. �Evelyn wollte sich umbringen.� sagte Maria �Aber ich lasse euch besser mal alleine. Evelyn wird dir alles erz�hlen.� Daraufhin ging Maria. �Evelyn, bitte sag mir, dass das nicht wahr ist.� sagte Rika �Sag mir, dass du dich nicht umbringen wolltest.� �Doch, wollte ich.� sagte Evelyn. Daraufhin erz�hlte sie, was geschehen war. �Wie gut, dass Maria da war.� sagte Rika �Sonst w�rst du jetzt tot. Ich w�sste nicht, was ich ohne dich machen w�rde. Ich will dich nicht auch noch verlieren.� �Ich wei�.� sagte Evelyn �Das ist mir jetzt auch klar geworden. Genauso wenig m�chte ich dich verlieren.� �Gut, dass du es eingesehen hast.� sagte Rika �Komm doch mal her.� Evelyn ging n�her an Rika heran. Dann umarmten sich die beiden Schwestern. Rika fing an, Evelyn zu k�ssen. �Ich wei� genau, was dich jetzt aufmuntern wird.� sagte Rika.

Kurze Zeit sp�ter betrat Alexia die Wohnung. Ihr heutiger Dienst bei den Defenders war beendet. �Rika, Evelyn?� fragte Alexia �Wo seid ihr?� Alexia �ffnete die T�r zu Rikas Zimmer und sah dort Rika und Evelyn eng aneinandergekuschelt im Bett liegen. �Whoa, was ist denn hier los?� fragte sie. �Wir haben miteinander geschlafen.� sagte Rika �Ist das ein Problem?� �Das ist ziemlich... �berraschend.� sagte Alexia �Ich hab ja schon oft was von Geschwisterliebe geh�rt, aber ich hab mir nie so etwas darunter vorgestellt.� �Nein, Rika und ich sind kein Paar.� sagte Evelyn �Sie wollte mich nur ein wenig aufmuntern, weil es mir heute so dreckig ging. Und es ist ihr gelungen.� �Ah, ja.� sagte Alexia und verlie� das Zimmer. Sie betrat ihr eigenes Zimmer und sagte: �Diese beiden M�dchen sind wirklich seltsam. Wie soll das mit denen nur weiter gehen?�

ENDE

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