Es war spät abends in Hellwood. Dawn verbrachte die Nacht bei Janine. Die beiden Mädchen saßen vor dem Fernseher und sahen sich Filme an. „Kannst du verstehen, warum alle Julia Roberts so sexy finden?“ fragte Janine „Die ist eigentlich so gar nicht mein Typ.“ „Aber eine gute Schauspielerin ist sie trotzdem.“ sagte Dawn. „Ja, das stimmt.“ sagte Janine „Sag mal, was ist eigentlich los mit dir? Du wirkst so abwesend. Denk dran, du kannst mit mir über alle Probleme reden.“ „Aber mit wem soll ich reden, wenn mein Problem dich betrifft?“ fragte Dawn „Und Brad kommt für dieses Gespräch auf keinen Fall in Frage.“ „Hast du doch ein Problem damit, dass ich lesbisch bin?“ fragte Janine. „Nein, das ist es nicht.“ sagte Dawn „Die Sache ist nur, dass ich mit meinen Gefühlen nicht mehr klar komme. Als du mich das erste Mal geküsst hattest, habe ich zu dir gesagt, dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung für mich nie in Frage kommen würde. Aber es war anders. Dein Kuss hat in mir Gefühle für dich aufgeweckt, die weit über Freundschaft hinaus gehen.“ „Oh, Dawn.“ sagte Janine „Ich habe immer davon geträumt, dass es soweit kommt. Aber du bist doch mit Brad zusammen.“ „Ich weiß, aber ich komme nun mal nicht gegen meine Gefühle an.“ sagte Dawn „Janine, ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch.“ sagte Janine. Die beiden Mädchen küssten sich.
Brad stand auf einem kargen Feld. Vor ihm tobte ein Kampf. Er ging näher heran und erkannte, dass fünf Krieger, drei Männer und zwei Frauen, gegen Gorion und Desparion kämpften. Diese fünf Krieger trugen die Waffen der Rangers. „Ist das möglich?“ fragte Brad „Ist dies der Kampf von vor 500 Jahren, in dem Desparion von den Kriegern des Lichts in den Nexus verbannt wurde?“ Die fünf Krieger sprachen eine Zauberformel. Ein Portal öffnete sich, in das die Krieger Desparion und Gorion rein stießen. Das Portal schloss sich kurz darauf. Die fünf Krieger brachen zusammen. Der Zauberspruch kostete ihnen einiges an Kraft. „Und das sind erfahrene Magier.“ sagte Brad „Wir als Laien würden wahrscheinlich draufgehen, wenn wir so einen Zauber anwenden. Also müssen wir Desparion wohl doch vernichten.“ Die Umgebung verschwamm und Brad stand an den Klippen von Sivaris. „Nahe am Meer also.“ sagte Brad „Hier hätte Dawn mit einem Badeanzug eh nichts anfangen können. Schwimmen ist hier unmöglich.“ Brad erblickte zwei Gestalten. Sie waren von Nebel umhüllt, so dass Brad nur Schatten erkennen konnte. Eine der Gestalten war eindeutig weiblich, während die andere männlich erschien. „Dein Terror endet hier und jetzt.“ sagte die weibliche Gestalt „Du hast genug Schrecken über Patos gebracht.“ „Das werden wir ja noch sehen.“ sagte die männliche Gestalt „Du wirst einen Krieger der Unterwelt niemals besiegen.“ „Sag niemals nie.“ sagte die weibliche Gestalt. Plötzlich erstrahlte sie in einem hellen Licht. Das Symbol des Phönix erschien bei der Gestalt. Anschließend erhob sie einen Stab und schoss auf die männliche Gestalt. Diese fing Feuer und wurde vernichtet.
Brad wachte auf. Den Kampf hatte er geträumt. Er hatte die früheren Krieger des Lichts gesehen und eine Kriegerin mit dem Zeichen des Phönix. Doch er wusste mit seinen Träumen nichts anzufangen. „Was sollte der verrückte Traum denn?“ fragte er.
Später am Tag waren alle Rangers bei Brad versammelt. Brad erzählte ihnen von seinem Traum. „Die früheren Krieger des Lichts?“ fragte Bruce. „Ja, ich habe gesehen, wie sie Desparion verbannt haben.“ sagte Brad „Und dann sah ich einen weiteren Kampf. Ich weiß nicht, ob dieser Kampf ebenfalls vor 500 Jahren stattfand, oder sogar noch weiter zurück liegt. Jedenfalls hat diese Phönixkriegerin einen Typen besiegt, der sich Krieger der Unterwelt nannte.“ „Hast du sie gesehen?“ fragte Dawn „Die Phönixkriegerin und diesen Krieger der Unterwelt. Konntest du sie erkennen?“ „Nein, leider nicht.“ sagte Brad „Ich wüsste zu gerne, ob dieser Krieger der Unterwelt Desparion war.“ „Vielleicht sollten wir Cora fragen.“ sagte Sandy „Sie müsste doch so einiges darüber wissen.“
Sivaris, Kriegerturm:
Die Rangers betraten die Halle der Legenden. Doch von Cora war nichts zu sehen. „Verdammt, wo könnte sie sein?“ fragte Brad. „Sie hat auch so etwas wie Freizeit.“ sagte Dawn „Schließlich will sie auch mal ausspannen.“ Da betrat Cora die Halle. Sie trug Einkaufstüten mit sich. „Ich wusste doch, dass ich was gehört hab.“ sagte Cora „Ihr seid es also.“ „Eine Mentorin der Power Rangers mit Einkaufstüten.“ sagte Bruce „Das hat die Welt noch nicht gesehen.“ „Ich muss eben hin und wieder mal einkaufen.“ sagte Cora. „Hast du schon mal was von einer Phönixkriegerin gehört?“ fragte Brad. „Ich glaube, da war mal was.“ sagte Cora „Aber das war lange vor meiner Zeit. Also, bei den Kämpfen gegen Desparion vor 500 Jahren war keine Phönixkriegerin dabei.“ „War das nicht auch lange vor deiner Zeit?“ fragte Matt „Du bist doch höchstens 30 Jahre alt.“ „Ich bin 623.“ sagte Cora „Aber danke für das Kompliment.“ „Wie geht das denn?“ fragte Brad. „Ich gehöre zu einer Rasse namens Sidhe.“ sagte Cora „Unsere Lebenserwartung reicht an die 1000 Jahre.“ Da schien ein helles Licht aus dem Lager der Rangers. „Die Kugel.“ sagte Cora „Wenn die Kugel leuchtet, bedeutet das Gefahr.“ Die Rangers und Cora gingen ins Lager und sahen in die Kugel. Dort erkannten sie, dass sich einige von Desparions Golems unter Führung eines Monsters mit einem Schwert an den Klippen von Sivaris sammeln. „Die planen eine Invasion.“ sagte Sandy „Wo soll das eigentlich sein?“ „Das sind die Klippen von Sivaris.“ sagte Brad „Ich erkenne den Ort aus meinem Traum wieder.“ „Brad hat recht.“ sagte Cora „Es sind die Klippen. Ihr müsst diese Invasion aufhalten.“ „Natürlich.“ sagte Brad „Ethereal Power!!!“
Klippen von Sivaris:
Kurze Zeit später kamen die Rangers an den Klippen an und stellten sich ihren Gegnern entgegen. „Die Power Rangers.“ sagte der Anführer „Desparion hat mich schon vor euch gewarnt.“ „Und du wirst gleich sehen, warum.“ sagte Brad. Er nahm sich den Anführer vor, während die anderen Rangers sich um die Golems kümmerten. Brad rief seinen Stab. Er schlug zu, doch der Anführer blockte den Schlag mit seinem Schwert ab und schlug den Stab nach oben weg. Brad stand ohne Deckung da, was der Anführer ausnutzte. Er verpasste Brad einen Schwertschlag, so dass dieser zu Boden ging. Am Boden lud Brad seine Waffe mit spiritueller Energie auf. Er drehte sich um und schoss eine volle Ladung auf den Anführer. Er taumelte zurück. Brad sprang hoch und stach mit dem Stab zu. Die spitzen Hörner des Totenkopfs am Stab trafen den Anführer. „Na, weißt du nun, warum Desparion dich gewarnt hat?“ fragte Brad. „Noch hast du nicht gewonnen.“ sagte der Anführer. „Ich bin aber kurz davor.“ sagte Brad. Erneut lud er seinen Stab auf. Diesmal feuerte er einen wahren Funkenregen auf den Anführer ab. Dieser ging zu Boden und war vernichtet. „Man sollte eine Warnung niemals ignorieren.“ sagte Brad. Als er sich umdrehte, sah er am Rand der Klippen eine leuchtende Gestalt. Brad ging näher heran und erkannte, dass es ein junges Mädchen war. „Wer bist du?“ fragte Brad. „Hör mir zu.“ sagte das Mädchen „Eine große Gefahr lauert auf euch. Ihr müsst...“ Da verblasste die Gestalt, bis sie verschwand. Die anderen Rangers hatten die Golems besiegt und kamen zu Brad, der immer noch dorthin blickte, wo die Gestalt gestanden hatte. „Was ist los?“ fragte Dawn „Ist was passiert?“ „Ich bin mir nicht sicher.“ sagte Brad „Aber ich glaube, ich habe eine frühere Kriegerin des Lichts gesehen. Sie stand hier an den Klippen.“ „Was immer du auch genommen hast, das Zeug muss ich haben.“ sagte Matt. „Ich bin nicht verrückt.“ sagte Brad „Ich habe sie wirklich gesehen.“ „Ist schon gut.“ sagte Dawn „Vielleicht steht diese Erscheinung ja in irgendeinem Zusammenhang mit deinen Träumen.“ „Es könnte sein.“ sagte Brad „Aber wisst ihr was? Ich will momentan einfach nur ins Bett.“ „Ja, wir sollten so langsam zurück.“ sagte Dawn „Ich übernachte heute wieder bei Janine. Ich sollte mich auf den Weg machen.“
Hellwood, Janines Wohnung:
Gegen Abend erschien Dawn bei Janine. Die beiden Mädchen gingen sofort in Janines Zimmer. „Hat Brad nichts dazu gesagt, dass du zwei Nächte hintereinander bei mir verbringst?“ fragte Janine. „Nein, bisher nicht.“ sagte Dawn „Er weiß halt, dass du meine beste Freundin ist. Und da ist so was normal.“ „Zum Glück weiß er nicht alles.“ sagte Janine und küsste Dawn. „Was wirklich zwischen uns vorgeht, braucht er auch nicht zu wissen.“ sagte Dawn „Ich kann es selber noch gar nicht so richtig begreifen.“ „Wir sollten unsere Gefühle auch erst einmal nur dann ausleben, wenn wir unter uns sind.“ sagte Janine „Schließlich kann es draußen passieren, dass Brad uns beim Knutschen erwischt.“ „Ach, dann würde mir eine gute Ausrede einfallen.“ sagte Dawn „Weißt du, es ist echt komisch. Ich liebe Brad und möchte ihn nicht verlieren. Aber dennoch hintergehe ich ihn so einfach. Was ist bloß mit mir los?“ „Du bist völlig durcheinander.“ sagte Janine „Du liebst sowohl ihn, als auch mich. Und das macht dich fertig. Irgendwann wirst du dich zwischen uns entscheiden müssen, bevor du daran zerbrichst.“ „Das will ich aber nicht.“ sagte Dawn „Ich will keinen von euch verlieren.“ Dawn lief eine Träne an ihrem Gesicht runter. Janine wischte die Träne mit ihrer Hand weg und legte ihren Arm um Dawn.
ENDE