Episode 14: Zerstörtes Vertrauen

An Bord der Konieczny:
Shawn saß im Aufenthaltsraum und las eine Zeitschrift. Michelle setzte sich neben ihn. „Shawn, ich muss mit dir reden.“ sagte Michelle „Ach, am besten, ich sage es so wie es ist. Ich bin scharf auf dich.“ „Wie jetzt?“ fragte Shawn „Hast du was getrunken?“ „Nein, ich bin völlig klar.“ sagte Michelle „Seit wir zusammen bei New Frontier arbeiten, bin ich in dich verliebt. Als du letztens sagtest, dass du Danuta endgültig abgeschrieben hast, hab ich Hoffnung geschöpft. Ich will mit dir zusammen sein.“ „Ich aber nicht mit dir.“ sagte Shawn „Versteh mich nicht falsch. Ich mag dich wirklich sehr. Unter anderen Umständen hätte ich dich sehr gerne als meine Freundin genommen. Aber der Schmerz über Danutas Wandel sitzt noch zu tief. Ich bin noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Das hat nichts mit dir zu tun.“ „Ich verstehe.“ sagte Michelle „Es war mein Fehler. Ich hätte dich erst fragen sollen, wenn du über Danuta hinweg bist.“ Michelle stand auf und verließ den Aufenthaltsraum. „Hab ich das richtig mitbekommen?“ fragte Rick, der nun vor Shawn stand „Michelle ist in dich verliebt?“ „Ich weiß ja nicht, wie lange du schon zuhörst, aber genau das sagte sie mir.“ sagte Shawn. „Dann schnapp sie dir.“ sagte Rick „Sie sieht gut aus und ist richtig nett. Okay, wenn du nicht auf dominante Frauen stehst, solltest du die Finger von ihr lassen. Aber ansonsten ist sie ideal.“ „Ich kann nicht.“ sagte Shawn „Ich war nicht für Danuta da, als sie mich am dringendsten brauchte. Und jetzt ist sie eine Weltraumverbrecherin. Ich will nicht, dass so etwas noch einmal passiert.“ „Mit dieser Einstellung wirst du keine neue Freundin mehr kriegen.“ sagte Rick „Denk mal drüber nach.“

An Bord der Nebula X-3:
„Ah, da ist Senax.“ sagte Argus „Sehr gut. Wir brauchen diese Technologie, welche dafür sorgt, dass elektrische Maschinen auch unter Wasser funktionieren.“ „Das gibt’s auf Senax?“ fragte Valhalla. „Natürlich.“ sagte Argus „Nur so läuft überhaupt etwas auf einem Planeten, der fast nur aus Wasser besteht.“ „Am besten, wir schicken Amphibius runter.“ sagte Valhalla „Falls die Rangers uns folgen, ist er auf Senax ideal, um sie aufzuhalten.“ Abseits des Raumes zog sich Mirana eine graue Kutte über. Dann ging sie in den Hangar und stieg dort in einen Gleiter. „Ich hoffe, die Rangers werden kommen.“ sagte Mirana.

An Bord der Konieczny:
Die Rangers befanden sich im Besprechungsraum. „Gleich haben wir Senax erreicht.“ sagte Henrike „Dieser Planet besteht bis auf ein paar kleinen Inseln überwiegend aus Wasser. Mirana ist bereits dort. Wir wissen noch nicht, was sie vorhat, aber wir werden es verhindern.“ „Ich werde euch direkt auf die Hauptinsel beamen.“ sagte Hannah „Wenn Mirana zuschlägt, wird sie es wohl dort tun.“ Die Konieczny befand sich nun im Orbit um Senax. Die Rangers begaben sich in die Transporterkammer, von wo sie direkt auf die Hauptinsel von Senax gebeamt wurden.

Senax:
Die Rangers sahen sich auf der Planetenoberfläche um. Überall befanden sich Menschen, welche die Merkmale von Amphibien hatten. „Die Bewohner von Senax.“ erklärte Henrike „Sie können sowohl an Land, als auch im Wasser leben.“ „Warum tragen denn manche von ihnen diese grauen Kutten?“ fragte Faye. „Das hat rein modische Gründe.“ sagte Henrike „Nichts besonderes.“ „So etwas ist hier in?“ fragte Anya „Na ja, nicht gerade mein Geschmack.“ Da wurde Faye plötzlich von etwas mitgerissen. Da die Rangers nahe an einer Klippe standen, wurde Faye ins Wasser geschleudert. „Faye!“ rief Anya und sah die Klippe hinab. Aus dem Wasser schien ein helles Licht. Kurz darauf sprang Faye verwandelt aus dem Wasser. Ihr folgte Amphibius. „Ein denkbar schlechter Versuch, mich umzubringen.“ sagte Faye „Jetzt wissen wir, was Mirana hier wollte. Sie glaubt, dieses Amphibien Monster ist hier im Vorteil.“ „Dann beweisen wir ihr mal das Gegenteil.“ sagte Henrike „Power Transformation!!!“ Die Rangers zogen ihre Waffen und rannten auf Amphibius los. Henrike schlug ihn mit ihrem Schwert. Amphibius feuerte einen Wasserstrahl auf die Rangers, der sie zurückdrängte. Faye überkreuzte ihre beiden Schwerter und hielt sie in den Wasserstrahl. Damit konnte sie das Wasser zurückhalten. Währenddessen aktivierten die anderen Rangers die Solaris Power. Sie hielten ihre Waffen aneinander und bildeten den Solarstrahl. Der Strahl traf Amphibius und schleuderte ihn ins Wasser. „Ist er erledigt?“ fragte Anya. „Das will ich doch wohl mal hoffen.“ sagte Michelle. Die Rangers blickten ins Wasser. Als sie sich versichert hatten, dass sich dort nichts mehr rührte, verwandelten sie sich zurück und gingen weiter. „Ich weiß immer noch nicht, was Mirana auf diesem Planeten will.“ sagte Henrike „Momentan scheint die Situation ja eher entspannt zu sein.“ Da wurde Henrike von einem der Kuttenträger angerempelt. „Verzeihung.“ sagte der Kuttenträger mit einer weiblichen Stimme. „Da scheint es aber jemand eilig zu haben.“ sagte Shawn „Ob es einen Angriff gibt?“ „Wir sollten besser mal nachsehen.“ sagte Henrike leicht nachdenklich. Die Stimme des vermeintlichen Senaxianer kam ihr bekannt vor.
Für die Rangers versteckt legte der Kuttenträger seine Kutte ab. Darunter verbarg sich Mirana. „Ich hoffe, du liest meine Nachricht, Henrike.“ sagte sie.

An Bord der Nebula X-3:
„Senax ist nutzlos.“ sagte Argus „Technologisch ist der Planet völlig rückständig. Wer hat erzählt, dass es dort hilfreiche Technologien gibt, die unter Wasser tadellos funktionieren?“ „Das hab ich auf Onyx aufgeschnappt.“ sagte Valhalla „Wenn ich den Typen erwische, der uns so verarscht hat, dann bring ich ihn um.“ „Aber wo wir schon im Gaima System sind, sollten wir auch dem Planeten Gaima einen Besuch abstatten.“ sagte Argus „Das wird nämlich wirklich ein lohnender Besuch.“ „Aber vorher sollten wir noch auf Mirana warten.“ sagte Valhalla „Möchte mal wissen, was die so lange auf Senax treibt.“ „Sie wird wohl schon ihre Gründe haben.“ sagte Argus.

An Bord der Konieczny:
Henrike ging durch die Gänge der Konieczny. Sie steckte ihre Hände in die Hosentaschen. Dabei fühlte sie etwas. Aus ihrer rechten Hosentasche zog sie einen Zettel. Sie faltete den Zettel auseinander und las ihn: „Liebe Henrike, bitte komm heute Abend um 21 Uhr zur Senax Hochebene. Ich muss etwas wichtiges mit dir bereden. Ich weiß, dass du jetzt misstrauisch sein wirst, aber du solltest mir noch dieses eine Mal vertrauen. Unserer alten Freundschaft wegen. Ich muss dich aber bitten, alleine zu kommen. Deine frühere Freundin Mirana.“ Henrike zerknüllte den Zettel. „Glaubst du wirklich, dass ich auf so einen Trick reinfalle?“ fragte sie. Doch dann dachte sie zurück an die Zeit, als Mirana noch ihre Freundin war. An die vielen Dinge, die sie gemeinsam unternommen und erlebt haben. Diese Erinnerungen trieb selbst der sonst so ernsten Henrike Tränen in die Augen.

Senax Hochebene:
Mirana saß auf einem Felsen und wartete. Da näherte sich ihr Henrike. Mirana winkte ihr zu. „Du hast dich doch entschieden, zu kommen.“ sagte Mirana „Das freut mich.“ „Versuch bloß nicht, mich reinzulegen.“ sagte Henrike „Warum wolltest du, dass ich hier her komme?“ „Ich wollte dir etwas sagen.“ sagte Mirana „Mir ist etwas klar geworden. Argus ist nicht der Held, für den ich ihn anfangs gehalten habe. Ich will wieder zu dir zurück.“ Mirana fing an zu weinen. Henrike umarmte sie. „Ist ja gut.“ sagte Henrike „Es tut gut, zu sehen, dass du immer noch die alte Mirana bist.“ „Lass mich nicht los, Henrike.“ sagte Mirana „Ich will für immer bei dir sein. Ich will dich nicht noch einmal verlassen. Ich liebe dich doch.“ „Mirana.“ sagte Henrike „Ich liebe dich auch.“ Mirana und Henrike kamen sich näher und wollten sich küssen. Doch da landete plötzlich Amphibius auf der Hochebene. Mirana und Henrike sahen das Monster erstaunt an. „Jetzt verstehe ich!“ schrie Henrike „Du hast mich hier her gelockt, damit dein Monster mich vernichten kann! All das Gerede, dein Geständnis, dass du mich liebst, war also nur eine hinterhältige Komödie? Hat es dir spaß gemacht, mich so zu verletzen?“ Ein Gefühlsausbruch überkam Henrike. Jetzt heulte sie hemmungslos drauf los. „Henrike, bitte.“ sagte Mirana „Ich hab dieses Monster nicht hier zur Hochebene geschickt. Alles, was ich gesagt habe, hab ich wirklich so gemeint.“ „Mach es mit deinen Lügen nicht noch schlimmer!“ schrie Henrike „Du bist noch hinterhältiger, als ich es je von dir erwartet hätte! Power Transformation!“ Sofort nachdem sie verwandelt war, zog Henrike ihr Schwert. Sie rannte auf Mirana zu und schwang ihr Schwert. Mirana wich aus, wurde dennoch am Arm getroffen. „Ich glaube, ich sollte besser verschwinden.“ sagte Mirana und teleportierte sich weg. „Ja, hau nur ab!“ rief Henrike „Ich werde dich noch früh genug kriegen.“ In ihrer Wut rannte Henrike nun auf Amphibius zu. Dieser schoss einen Wasserstrahl auf Henrike. Sie schwang ihr Schwert so schnell, dass sie den Wasserstrahl zerschnitt und dabei ohne Geschwindigkeitsverlust auf Amphibius zu rannte. Als sie ihn erreicht hatte, stach sie zu. Henrike spießte Amphibius auf. Sie zog das Schwert aus ihm raus und sprang zurück. Amphibius explodierte. Henrike verwandelte sich zurück und ging auf die Knie. Dann fing sie an, zu weinen.

An Bord der Nebula X-3:
Mirana kehrte an Bord zurück. Argus hatte sie beobachtet. „Ein interessanter Plan.“ sagte Argus „Du hattest ihr vorgespielt, immer noch ihre Freundin zu sein. Nur zu schade, dass ihre Wut sie nicht geschwächt, sondern gestärkt hat.“ „Tja, dumm gelaufen.“ sagte Mirana abwesend. Sie ging sofort in ihr Zimmer und legte sich auf ihr Bett. Sie öffnete die Schublade ihrer Nachtskonsole und holte ein Foto von Henrike hervor. Mit ihren Fingern strich sie über das Bild von Henrike. „Ach, Henrike.“ sagte Mirana „Ich war so nah dran, wieder zu dir zurück zu kommen. Warum musste dieses blöde Monster nur auftauchen?“ Mirana legte das Foto zurück in die Schublade. Sie dachte immer noch an Henrike. Dann realisierte sie, was die Einmischung des Monsters wirklich bedeutete. Henrike hat nun das letzte bisschen Vertrauen in Mirana verloren. Wahrscheinlich wird Henrike Mirana nie wieder vertrauen können. „Das darf nicht sein.“ sagte Mirana „Ich will dich nicht verlieren, Henrike.“ Mirana fing an zu weinen, als sie erkannte, dass ihre Freundschaft zu Henrike nun endgültig verloren zu sein scheint.

ENDE

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