Jeder erzwungene sexuelle Übergriff und jede Vergewaltigung stellen für die Opfer eine tiefe körperliche und seelische Demütigung dar. Ihre sexuelle Selbstbestimmung wurde verletzt, ihre persönlichen Grenzen wurden gewaltsam überschritten.

Wer sind die Täter?

Bei etwa 2/3 aller angezeigten Vergewaltigungen kannten sich Täter und Opfer bereits vor der Tat mehr oder weniger gut; denn es gibt immer wieder Männer, die glauben, „Rechte“ daraus ableiten zu können, wenn

eine Frau sich von ihnen nach Hause bringen lässt,
sie ihn „auf einen Kaffee“ mitnimmt,
sie sich einladen lässt,
bereits Zärtlichkeiten ausgetauscht wurden.

Vergewaltiger sind in den seltensten Fällen einzelgängerische Psychopathen oder Triebtäter.

 

Meine eigenen Erfahrungen

Mit 16 wurde ich gezwungen jemanden (C.) oral zu befriedigen. In meinem Fall kam der Täter nicht aus dem näheren Umfeld. Diese Erfahrung würde ich natürlich gern aus meinem Gedächtnis streichen, aber sie ist ein Teil von mir. Viel zu oft habe ich eine Art "Block" im Kopf. Das heißt, dass ich "im Bett" nicht all das machen kann, was ich gerne würde. Es kam nie zur Anzeige. Ich hatte zu viel Angst und schämte mich viel zu sehr um darüber zu reden. Heute weis ich, dass das ein Fehler war, denn ich will nicht wissen, wie viele Mädchen und junge Frauen noch unter ihm leiden mussten. Aber mit dieser Gewissheit muss ich leider leben. Auch wenn es mir oft genug schlaflose Nächte bereitet.

Tag der Erkenntnis

Donnerstag 4.11.04... Eine leise Erinnerung beschleicht mich. Irgendetwas, tief in mir vergraben meldete sich zurück. Noch konnte ich es nicht einordnen. Ich wusste was es war, doch ich war mir der eigentlichen Tragweite noch nicht ganz bewusst.

Der folgende Samstag (6.11.04) sollte zu einem "Schicksalstag" werden. Ich war bei meinem Wolf und wachte unter Tränen auf. Was los sei? Ich wusste es nicht. Und dann war es da. In allen Details. In jeder Form... Die Erinnerung daran, wie mein bester Freund mich betatscht hat. Wie er meine Brüste antatschte und versuchte mir zwischen die Beine zu gehen... Ich weis auch noch wie rauh seine Stimme damals war... Diese Erkenntnis hat mich wie ein Schlag getroffen... Wie ich mich damals gewehrt habe? Ich hab eigentlich nur so getan, als würde ich schlafen... Und auf die Frage, was los sei habe ich gesagt er soll verschwinden... Ein zweites mal konnte ich mich nicht wehren. Bin ich schwach?

 

 

 

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