PRUSSIA

Gesellschaft für Heimatkunde Ost- und Westpreußen e.V.

in Duisburg

Neugründung 1972

in Nachfolge der Alterthumsgesellschaft PRUSSIA

gegr. in Königsberg 1844

Präsident Prof. Dr. Günter Brilla - Kannheideweg 33 - 53123 Bonn - Tel. 0228 / 641919

Der Verein hat sich die Aufgabe gestellt,

"die Bedeutung und die kulturellen Leistungen Altpreußens als Bestandteil der Kultur Ostdeutschlands der Öffentlichkeit zu vermitteln, sie sichtbar zu machen und zu pflegen;" - das bedeutet auch, zur gegenwärtigen Situation Deutschlands aus der Sicht Preußens Stellung zu nehmen -.

Die 'alte' PRUSSIA wurde 1844 als Alterthumsgesellschaft in Königsberg/Pr. gegründet. Ihr Ziel war es, die Geschichte der Provinz "aus alten verklungenen Zeiten in Wort, Bild, Denkmälern und Überresten den kommenden Generationen zu erhalten".

Blick in den Innenhof des Königsberger Schlosses. Links vor dem Schlossturm unter dem Baldachin befindet sich der Eingang zu den bedeutenden archäologischen Sammlungen der Prussia.

Prussiaexkursion 2002. Der Archäologe Walujew erklärt die Geschichte der Ausgrabung: Fundament unseres lieben alten Schlossturms, von dem zweimal täglich Choräle geblasen wurden.


Während ihres 100-jährigen Bestehens hat die Gesellschaft überaus erfolgreich gewirkt und sich in Wissenschaft und Öffentlichkeit ein hohes Ansehen erworben. Sie hat historische und volkskundliche Publikationen herausgegeben, prähistorische Ausgrabungen durchgeführt und die rasch anwachsenden Sammlungen in einem Museum besonderer Art präsentiert, das im Königsberger Schloss untergebracht war und in dem - neben vorgeschichtlichen Funden - zahlreiche Urkunden, Drucke, Kartenwerke, Modelle von Bauten, Porträts, Fahnen, Münzen, Bauernmöbel, Trachten und volkskundlich bedeutsame Geräte ausgestellt waren.

Das Kriegsende und der Verlust Ostpreußens brachten 1945 das Ende der PRUSSIA mit sich. Auch ihre Sammlungen sind damals fast vollständig verloren gegangen.

Ein Kreis tatkräftiger Ostpreußen hat es 1972 trotzdem gewagt, die 'Prussia' neu zu gründen. Es ging ihnen darum, auch weiterhin "die kulturellen Leistungen Altpreußens der Öffentlichkeit sichtbar zu machen", dazu verstreutes Kulturgut aufzuspüren und zu sammeln und wissenschaftliche Arbeiten zu fördern. In zahlreichen Vortragsveranstaltungen, in Ausstellungen, im Aufbau einer Bibliothek und der Publikation einer Schriftenreihe hat die 'neue' Prussia seitdem in diesem Sinne gewirkt.

Erster Präsident war bis 1982 Ministerialrat Dipl. Ing. Ulrich Albinus, der gleichzeitig als Vorsitzender der Stadtgemeinschaft Königsberg und als Kustos des Museums Haus Königsberg in Duisburg fungierte. Sein Nachfolger war bis 1988 Dr. Günther Meinhardt, der mit verschiedenen Ausstellungen, Vorträgen und Buchpublikationen an die Öffentlichkeit trat.

Seit 1988 leitet Prof. Dr. Günter Brilla, Bonn, die Gesellschaft. Er hat sich besonders dafür eingesetzt, die mit der politischen „Wende“ gegebene Chance zu nutzen, um Verbindungen zur alten Heimat herzustellen, und zwar sowohl zu den dort noch lebenden Deutschen als auch zu den dort angesiedelten Menschen russischer und polnischer Nationalität, die sich für die Geschichte und kulturelle Tradition des ostpreußischen Landes offen zeigen. 

Die Tätigkeit der Prussia umfasst gemäß der Satzung von 1972 regelmäßige Vortragsveranstaltungen (im Museum „Haus Königsberg“ in Duisburg, der Patenstadt Königsbergs), Ausstellungen, Studienreisen, Förderung von Initiativen im Interesse der Russlanddeutschen und der im südlichen Teil Ostpreußens verbliebenen Deutschen, Sammlung heimatkundlicher Literatur und der Edition einer Schriftenreihe sowie einer Vortragsreihe zur Geschichte Preußens und Deutschlands.

Vorstand der Prussia 1992. V.r.n.l.: Gerhard Kohn, Friedrich Voss, Brunhild Roschanski MA, Günter Brilla, Pfarrer Lorenz Grimoni

Kontakte zur ‚Staatlichen Universität Kaliningrad’ führten zum Austausch von Referenten und zur Übereignung einer Ausstellung von Kant-Porträts mit zweisprachigen (russisch-deutsch) Erläuterungen (zum Verbleib im dortigen Universitäts-Museum).

Darüber hinaus hat sie den in Ostpreußen verbliebenen Deutschen und den umgesiedelten Rußlanddeutschen manche Hilfe zur Bewahrung ihrer deutschen Identität leisten können. Sie arbeitet auch zusammen mit Menschen anderer Nationalität, die sich der deutschen Vergangenheit des Landes bewußt sind und sich für die Erhaltung der davon zeugenden Kulturgüter einsetzen.

Übergabe einer Kopie des Katalogs der Kantausstellung in Königsberg 1924 mit allen bekannten Kantportraits an das Museum der heutigen Kantuniversität. Von rechts nach links: Professor Kalinnikow, Professor Brilla, Dr. Reimchen


Des weiteren ist die Prussia bemüht, durch Publikationen, Vorträge und Ausstellungen dem moralischen Niedergang in Deutschland - unseres Erachtens vor allem durch die Geringschätzung der preußischen Tugenden entstanden - kritisch zu begegnen und ethisch bestimmtes Denken und Handeln zu neuem Leben zu erwecken. Dies geschieht besonders im Rahmen einer Vortragsreihe, in der einheimische und vor allem ausländische Experten das Verhältnis ihres Landen zu Preußen / Deutschland in der Geschichte aus der Sicht des 'Nachbarn' betrachten und zur Diskussion stellen. Auf diese Weise wollen wir ein möglichst sachlich begründetes Bild der deutschen Geschichte gewinnen und damit einen Weg in eine gute Zukunft weisen.

"Literatur und Geschichte im Ostseeraum des 20. Jahrhunderts": Internationale Tagung vom 21. - 23- September 2002 in der staatlichen Kantuniversität im neu erbauten Universitätsgebäude an der früheren Canzer Allee. Diskussion mit Frau Ursula Lindenberg, Bremen,  argumentativ und gestisch unterstützt vom Leiter der Veranstaltung Dr. Walter T. Rix (Foto H. Niederhaus)

Die Prussia erinnert mit dem Findling in russischer und deutscher Sprache in der Nähe des Kantgrabs am Königsberger Dom: "Hier stand das Gebäude, in dem am 17. August 1544 die Königsberger Universität Albertina eingeweiht wurde - 1994" Der Stein wurde unter Schwierigkeiten von G. Lepa aufgestellt. Der russische Text stammt von Professor Kasimir Lawrinowitsch.

Die Literaturbestände der Gesellschaft – etwa 1000 Titel – sind in der vom Vizepräsidenten Dr. Lothar Förmer und Frau Dr. Waltraud Loos bearbeiteten Edition „Sammlung Prussia“ verzeichnet, in der sich insbesondere die heimatkundliche Tätigkeit der ostpreußischen Heimatkreisgemeinschaften widerspiegelt (2006 in der 9. Ausgabe erschienen). Die im Jahre 1997 von Prof. G. Brilla – zum Gedächtnis der 1844 gegründeten „Alterthumsgesellschaft“ und zum 25jährigen Bestehen der „neuen“ Prussia herausgegebene Jubiläumsschrift „150 Jahre Prussia“ informiert über die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Gesellschaft. In dem kleinen Sammelband „Zur Kulturgeschichte Ost- und Westpreußens“ (2003 im Husum-Verlag erschienen) findet man eine sehr ins Einzelne gehende ‚Geschichte der Prussia’, verschiedene kulturgeschichtliche Beiträge – auch von russischer Seite – sowie einen bebilderten Bericht von einer kulturhistorischen Exkursion durchs nördliche Ostpreußen 2002. Die Reihe der Buchpublikationen der Prussia-Schriftenreihe ist auf 27 angewachsen und wird fortgesetzt.

In neuerer Zeit führt die Prussia wieder – in Fortsetzung der Tradition (Friedrich Voß, Brunhild Roschanski M.A., Gerhard Kohn) – auswärtige Seminare und Studienreisen durch; sie betreffen das alte Forschungsgebiet der Prussia: Ostpreußen und Westpreußen.

 

Exkursion 2002: Auf der Grundlage der in den Prussia-Berichten und in anderer Literatur niedergelegten Forschungsergebnisse haben wir in Zusammenarbeit mit örtlichen Experten verschiedene Studienausflüge unternommen, über die wir noch gesondert berichten werden. Exemplarisch soll dafür der Besuch unserer Exkursion im Jahre 2002 im Museum für Kunst und Geschichte in der restaurierten Stadthalle stehen. Die Exkursion wurde von Dr. Walter T. Rix und Anatoli Walujew geführt. Dr. B. Loeffke, G. Cohn (links unten sitzend), H. Niederhaus, Prof. Dr. Penzki, Dr. M. Kopp (halbversteckt), Brunhild Roschanski MA, Imke Thomas (gestikulierend), R. Borchert, Anatoli Walujew (schaut hinter dem Baum hervor). Im Vordergrund neben dem Baum eine Babe. Im Hintergrund an der Wand eine Darstellung der Prussia.

Exkursion 2005: Der polnische Archäologe Dr. M. Hoffmann führt uns zu archäologischen Denkmälern im südlichen Ostpreußen, z. B. zur Prußenburg von Bergfriede.

In den Versammlungen der Prussia, die zwei- bis dreimal jährlich im Vortragssaal des angestammten Museums „Stadt Königsberg“ in Duisburg – Betreuer ist Pfarrer i. R. Lorenz Grimoni – stattfinden, sprechen deutsche und ausländische Historiker und andere Experten über die Probleme, die sich aus der preußisch-deutschen Geschichte ergeben und diskutieren darüber. Die Vortragsreihe soll später zusammengefaßt und als Beitrag zur Normalisierung der deutschen Geschichtsauffassung in Buchform veröffentlicht werden.

Die Mitglieder der PRUSSIA tragen durch ihre Beiträge und Spenden und - soweit möglich - durch ihre Mitarbeit dazu bei, diese Aufgaben der Gesellschaft zu erfüllen.

Ich möchte auch Sie einladen, unsere Arbeit zu unterstützen und Ihre Verbundenheit mit unserer Heimat durch den Beitritt zur PRUSSIA zum Ausdruck zu bringen.

Die PRUSSIA ist ein eingetragener Verein, der als gemeinnützig anerkannt ist.
Der Jahresbeitrag beläuft sich auf EUR 25,--.
Bankverbindung: Sparda Bank West e. G. (BLZ 370 605 90) Konto Nr. 194 468
Impressum

Diese Website ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Kreisgemeinschaft Braunsberg/Ostpr. Siehe www.braunsberg-ostpreussen.de . Den Webmaster beider Webseiten (Michael Preuschoff) ereichen Sie unter .

Zum Vorhaben des Wiederaufbaus der Ordensburg Schaaken siehe unter SCHAAKEN.
 

Veröffentlichungen der Prussia

Aktuelle Meditation zu Ännchen von Tharau.

www.prussia-koenigsberg.de

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