NZZ 15. Feb. 2000
Belgrad, 14. Febr. (dpa) Die aus einem rumänischen Bergwerk ausgelaufene Giftlauge hat über die Flüsse Theiss und Donau am Montag die jugoslawische Hauptstadt Belgrad erreicht. Der Belgrader Vorort Vinca war seit dem Vormittag ohne Trinkwasser, da die aus der Donau versorgte Wasserleitung vorsichtshalber abgeschaltet worden war. Der serbische Umweltminister kündigte eine Stellungnahme zum Umfang der Umweltschäden im jugoslawischen Teil der Theiss und der Donau an. Offiziell hiess es, die Giftmenge liege unter den zugelassenen Höchstwerten. Es bestehe keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung, schrieb die regierungsnahe Belgrader Zeitung «Politika». Unabhängige Belgrader Medien berichteten demgegenüber von Tonnen getöteter Fische, die jetzt entsorgt werden müssten, und von vernichteten Tier- und Pflanzenarten im ganzen Lauf des verseuchten Flusses. Die langfristigen Folgen würden verheerend auch für die Wirtschaft sein, da viele Menschen vom Fischfang lebten.