Aus dem Tagebuch vom 30.12.1995 (nach dem Tod meiner Mutter)

Liebe Inge,
ich bin m�de und m�chte nur schlafen, denn letzte und diese Woche habe ich zuwenig geschlafen. Diese Woche vom 26.12.1995 - 02.01.1996 bin ich im Langlauflager in Davos. ... Es gef�llt mir, wenn die Tannen mit Schnee beladen sind. Irgendwie beruhigt das mich und geniesse die weisse Landschaft. ....Das traurigste Kapitel in meinem Leben war der 15.12.1995 (Freitag). Mein Vater rief mich in der Schule an und sagte, ich solle so schnell wie m�glich in den Notfall kommen, denn meine Mutter hatte um ca. 11.45 Uhr einen schweren Unfall mit einem Betonmischer. In der Stadthausstrasse zum General Guisanstrasse passierte es. Die �rzte hatten meine Mutter 4 Stunden lang operiert bis es nicht mehr ging. Meine Mutter hatte soviel Blut verloren, als man ihr geben konnte. Das hintere Rad von dem Lastwagen fuhr �ber ihren Bauch, was zu inneren Blutungen und Lungenrisse kam. 
Der Schock sitzt bei uns immer noch tief und wir k�nnen jetzt noch nicht fassen, dass sie wirklich tot ist. Die Abdankung und Urnenbeisetzung fand am 21.12.1995 und 22.12.1995 statt.

Ich durfte im Rosenberg eine Sargdekoration mit diverses Gr�n, Iles aquifolium (Stechpalme), Silberdisteln, Misteln und grosse Baumpilze machen. Einen Christrosenstrauss mit Eiben, Thuja, und Buchse legte ich in ihre H�nde hinein. Sie sah h�bsch aus. (Ich bin froh, dass ich die Dekorationen machen durfte. Es ist ganz wichtig f�r die Trauerverarbeitung) Papi hat zum 1. Mal einen Kranz gemacht. Er bestand aus Thuja und getrocknete weisse Blumen.
Die goldene Sonne, einen kleinen Strauss und den Kranz legten wir bei der Urnenbeisetzung bei. Ihr Grabnummer ist 9/878 im Friedhof Rosenberg.
Ich habe noch nie so viel Post und Besuch bekommen. Und immer wieder erz�hlst du die gleiche Geschichte. Niemand mochte daran glauben, dass sie wahr ist. Und solche die den Tod meiner Mutter nicht wussten, hielten die Geschichte f�r einen Witz, weil wir ihnen ganz ruhig erz�hlt hatten. Es t�nt ein bisschen makaber, aber es ist so, man kann nicht immer weinen.
Bald ist  01. Januar 1996 und das heisst ein neuer Lebensabschnitt, was uns sehr schwer fallen wird.

Alles Gute, Andrea.





23.12.1996

Ein Jahr ist schon vergangen seit Mami gestorben ist. Ich habe sehr viel gelernt: selbst�ndig zu sein, sich wehren k�nnen und auch die schmerzlichen Erfahrungen in der Familie, die noch nicht schnell vergessen werden. Trotzdem bin ich stolz auf mich, denn ich weiss, wie ich mein Leben gestalten will. Ein guter Film f�r 'vernachl�ssigte' Frauen empfehle ich den "The First Wife Club"(Der Club der Exfrauen). Eine typische amerikanische Kom�die.





Von da an habe ich nicht mehr weiter geschrieben. Leider. Es hilft dir sehr deine Gedanken zu ordnen und du kannst hineinschreiben was du willst. Du kannst auch Collagen machen, Fotos hineinkleben, usw. Deine Fantasien sind keinen Grenzen ausgesetzt. Heute bin ich �lter geworden und mache sehr gerne Blumendekorationen oder 'Bastle' viel. Da sind meine speziellen Phasen, die ich sehr sch�tze.
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