Abschiednehmen

Das Wort Abschiednehmen kann vieles bedeuten. Wir denken zuerst an Verstorbenen, an das Traurige und m�chten uns deshalb nicht gerne damit befassen. Aber das Abschiednehmen geh�rt zu unserem Leben, und ich finde es sogar sehr wichtig, dass wir uns Gedanken dar�ber machen, warum wir dies hinnehmen m�ssen. Es gibt viele Situationen, die uns schwerfallen, sie so hinzunehmen,wie das Schicksal es will.
Das Abschiednehmen beginnt bereits vor der Haust�re oder an einem anderen Ort, wo man sich mit Freunden getroffen hat. Man m�chte zusammen sein, vieles erz�hlen und unternehmen, doch die Zeit ist zu knapp, oder wir haben noch andere Pflichten, die auf uns warten. Aber eines wissen wir, wir sehen uns wieder einmal, irgendwann in den n�chsten Tagen, Wochen, Monaten oder Jahre. Wir verabschieden uns mit H�ndesch�tteln, K�ssen, Umarmung oder auf freundschaftliche Weise Auf-die-Schulter-Klopfen.

Wenn man verliebt ist, m�chte man Tag und Nacht zusammen sein, die grosse Distanz kann fast unertr�glich werden. Solche Dinge sieht man h�ufig an Bahnh�fen. Die Paare umarmen sich bis zur letzten Minute, bevor der Zug abf�hrt, und dann winken sie einander mit Tr�nen und schwerem Herzen auf Wiedersehen. Man kann ja nie wissen, ob es zum letzten Mal ist, dass man einander sieht.

Ein pl�tzlicher Tod durch Herzversagen, durch einen Unfall oder eine Naturkatastrophe heisst auch Abschiednehmen von dieser Welt, von all seinen Freunden, Partnern, Eltern, Familie und Angeh�rigen.
Wir Menschen wissen nicht, was nach dem Leben kommt, ob Sch�nes oder Schwieriges. Meine Vorstellung ist, dass der/die Verstorbene keine Angst, Sorgen, Schmerzen und N�te kennt, sondern dass er/sie von allem erl�st ist und seine/ihre Seele an einem sch�nen Ort weiter lebt. Uns auf dieser Erde schmerzt es sehr, wenn eine nahe Person stirbt. Wir sind so �berrascht, dass wir es kaum fassen k�nnen und in uns eine tiefe Wunde klafft. Diese m�ssen wir sehr langsam heilen. In der ersten Zeit erleben wir ein Chaos der Gef�hle: Erinnerungen, das Empfinden der Ungerechtigkeit, die Auflehnung gegen den Verlust. Wir haben das Gef�hl, etwas verpasst zu haben, wir wollten dieses und jenes noch sagen. So f�llt das Abschiednehmen sehr schwer, es ist kompliziert, und kann sehr lang dauern. Wichtig scheint mir zu lernen das Schicksal zu akzeptieren.
Ein anderes Abschiednehmen ist bei einem kranken Menschen oder einer alten Person m�glich, n�mlich schon vor dem Tod. Wir wissen, unser Leben geht einmal zu Ende und wir werden f�r etwas anderes gebraucht, so wie der Kreislauf in der Natur. Die Angeh�rigen eines Sterbenden sagen ihre letzten Worte zu ihm und k�nnen ihn so in den Tod begleiten.
Der Tod, verlassen werden geh�rt zu uns. Die Natur aber wird weiterhin bestehen und sich ver�ndern. Viele V�lker befassen sich damit. Ich m�chte aus der indianischen Kultur ein weises Zitat aufschreiben, das zu diesem Thema passt:

"Ich werde vergehen und nicht mehr sein,
aber das Land, �ber das ich jetzt streife,
wird bleiben und sich nicht �ndern."   
Omaha


B
emerkung: In der Berufsmittelschule konnte ich ein Thema ausw�hlen. F�r mich war damals ganz klar welchen Titel ich aussuchte.
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