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Planetary Civilisation Now!



"Können wir nicht versuchen, weltweit das zu machen, was jedes erfolgreiche
industrialisierte Land für seine unterentwickelte Regionen unternimmt?
                                                          UNO Generalsekretär Kofi Annan, Feb. 2000






N
ach dem russischen Astronom Nikolai Kardaschew läßt sich die Entwicklung eines jeden intelligenten Lebens in Universum, entsprechend der ihm zugänglichen Energiequellen, in drei Stufen - Typen der Zivilisationen - zusammenfassen. Diese Unterteilung ist in der unterstehenden Tabelle nach Prof. Dr. Michio Kaku, "Zukunftsvisionen. Wie Wissenschaft und Technik des 21. Jahrhunderts unser Leben revolutioniern", Seiten 311-33, 379-388, 419 um die Typen der Zivilisationen 0 und IV sowie Anknüpfung an Star Trek ergänzt worden.


Zivilisation Star Trek

Typ 0 - Fossile Brennstoffe

Unsere Zivilisation basiert heute auf den fossilen Brennstoffen. Wir sind erst dabei, unseren Platz im Universum und die planetaren Gefahren, wie Klimaänderungen, Supernovae, Asteroiden und Kometen, Gen- und Atomwaffen, ansteckende Krankheiten, Störung des planetaren genetischen Gleichgewichts u.a. zu erahnen. Kaku: "Die größte Gefahr für eine Zivilisation des Typs 0 tritt auf, wenn sie das Periodensystem der chemischen Elemente entdeckt hat. Dann folgen in jeder Zivilisation des Weltalls zwangsläufig zwei Entwicklungen: Das Element Nummer 92 (Uran) wird gefunden, und es entsteht eine chemische Industrie. Aus der Entdeckung des Urans erwächst die Fähigkeit zur Selbstvernichtung mit Kernwaffen. Und die chemische Industrie schafft die Möglichkeit, die Umwelt mit Giftstoffen zu verunreinigen und die lebenspendende Atmosphäre zu zerstören. Angesichts der Tatsache, daß die Astrophysiker in benachbarten Sternsystemen keinen Hinweis auf Leben gefunden haben, obwohl die Drake- Gleichungen Tausende von Zivilisationen in unserer Galaxis fordern, wäre es durchaus möglich, daß unsere Milchstraße voller Ruinen von Zivilisationen des Typs 0 ist, die entweder alte Streitigkeiten und Eifersüchte mit Hilfe des Elements 92 beigelegt oder ihre Planeten unkontrolliert vergiftet haben." (S. 381).
    Sollte es uns gelingen, die planetaren Gefahren, also vor allem uns selbst, doch zu beherrschen, dann werden die weiteren Fortschritte der Informationstechnologien (Computer), der Molekularbiologie (Gene) und Quantenphysik uns zur nächsten Entwicklungsstufe führen:
  • Computerwissenschaften werden planetare Kommunikation und Verbindung der lokalen Kulturen zu einer globalen Kultur ermöglichen.
  • Genforschung wird das Leben verlängern, Krankheiten heilen und die Menschheit ernähren.
  • Quantenmechanik wird Rohstoffe und Energie für die planetare Zivilisation beschaffen.



In Star Trek: The Next Generation, Folge 41, "Pen Pals" rettet die Föderation ein Planet vor seinem geologischen Aufruhr.

In Folge 125, "The Inner Light", kann die Zivilisation des Planeten Katan ihre Welt vor einer kosmischen Katastrophe nicht retten.

Typ I - Energie des eigenen Planeten

Die Zivilisation wird politisch von einer Weltregierung, die die planetaren Ressourcen und Energie kontrolliert, geführt. Dank der engen, planetaren Zusammenarbeit aller Völker wird es möglich sowohl das Klima und Wetter zu beeinflußen als auch alle auf dem Planeten verfügbare Energien zu erschließen: Der Ozeane, der Atmosphäre, des Inneren des Planeten. Die planetare Wirtschaft, Kommunikation, Kultur und Wohlstand erübrigen Kriege und Spaltungen. Nichtsdestoweniger reichen die Ressourcen nicht aus, um die Katastrophen aus dem Weltall abzuwenden und andere Sternensysteme zu bevölkern - nur eine erfolgreiche Kolonisierung von einem Nachbarplaneten, z.B. von Mars, würde die Überlebenschancen steigern können. Die Energie der eigenen Sonne wird nur passiv, mit Solarkollektoren bezogen.



Im Film Star Trek VIII "Der erste Kontakt" liefern der erste Flug mit Überlichtgeschwindigkeit im Jahre 2060 und der Kontakt mit Außerirdischen den Impuls zum Begin des Aufbaus der planetaren Gesellschaft auf der Erde - kurz nach dem Dritten Weltkrieg.

In Star Trek: TNG, Folge 89, "First Contact" ist ein Planet auf der Schwelle zur Warptechnologie, nicht reif für den Kontakt mit der Föderation.

Typ II - Energie der eigenen Sonne

Eine unsterbliche Zivilisation, die nur durch Einwirken der mächtigeren Feinde oder Ende ihres Universums vernichtet werden kann. Sie hat nicht nur den eigenen Planeten unter Kontrolle, sondern kann auch alle natürliche Katastrophen aus dem Weltraum abwenden. Selbst eine Explosion von Supernova wird sie mit ihrer tödlichen Strahlung nicht vernichten, weil sie mit "Weltraumarchen" zu anderen Sternensystemen auswandern kann. Diese planetare Gesellschaft beherrscht nicht nur Terraforming, und somit das Klima und Wetter ihres Planeten - sie kann sogar seine Rotation ändern. Ihr Bedarf an Energie zwingt sie, ihre eigene Sonne direkt anzuzapfen.



Die Enterprise wird in "Relics", ST TNG, 130, innerhalb einer von Zivilistation des Typ II gebauten Dyson-Sphäre eingeschlossen.

Typ III - Energie der fremden Sonnen

Eine interstellare Gesellschaft - sie verfügt über "lebendige" Weltraumsonden, Verbindung der Biotechnologie und Technik (künstliche Intelligenz) in Robotern, die selbständig die Galaxis erforschen, indem sie selbst Entscheidungen in ihrer Umwelt treffen und sich selbst reproduzieren. Diese Roboter könnten auf den Monden oder Planeten mit geringerer Schwerkraft landen und mit vor Ort Ressourcen tausende Klonen von sich selbst bauen und sie dann weiter schicken. Die Berichte über die neu entdeckten Sonnensystemen, insbesondere über ihre Eignung zur Kolonisierung, würden dann zum Heimatplaneten zurückgeschickt. Die Erkundung der Hälfte der Milchstraße würde auf diesem Wege ca. 100 000 Jahre und der Sternensysteme im Radius von 500 Lichtjahren rund 1000 Jahre dauern. Eine erwachsene Zivilisation von Typ III könnte sogar über "Plancksche Energie" verfügen und mit ihr die Einheit von Raum und Zeit zerreißen. Dann wäre es möglich, sog. Wurmlöcher und damit im Raum Tausende Lichtjahren Abkürzungen zu bauen.



Die Vereinigte Föderation der Planeten ist ein Beispiel einer sehr jungen Zivilisation von Typ III - sie beherrscht die interstellaren Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit und wird seit Jahren durch Rat der außerirdischen und menschlichen, planetaren Regierungen gelenkt. Sie beginnt mit Zeitreisen oder Zünden der Sonnen.

Die Borg in Star Trek TNG, seit Folge 42, "Q Who?", sind eine erwachsene Zivilisation des Typs III - sie beherrschen seit Langem die Zeitreisen und assimilieren die Zivilisationen von Typ 0 bis III.

Typ IV - "Plancksche Energie": 1019 Elektronenvolt

Eines Tages wird unser Universum durch Zusammenschrumpfen zum Uratom (Gegenteil vom Urknall) oder nach Milliarden Jahren der Ausdehnung durch Zerfall zu Elektronen und Neutrinos vernichtet. Selbst eine Zivilisation des Typs III ist dagegen machtlos, weil ihre Maschinen weder den unendlich hohen Temperaturen des Urknalls noch der Abkühlung des Universums zum absoluten Nullpunkt etwas entgegensetzen können.
    Kaku: "Nach beiden Szenarien geht das Universum und mit ihr auch das intelligente Leben irgendwann zugrunde. Ein solches Ende erscheint als letzte existentielle Absurdität - Jahrmillionen kämpft das intelligente Leben, bis es sich aus dem Morast erhebt und nach den Sternen greift, nur um mit dem Tod des Universums hinweggefegt zu werden.", Seite 415 von "Zukunftsvisionen. (...)".
    Nur eine Zivilisation des Typs IV hätte theoretisch eine Chance, mit unvorstellbar großen kosmischen Energien das Gewebe von Raum und Zeit derart zu manipulieren, daß sie sich durch einen Wurmloch zu einem anderen Universum retten könnte. Es ist letztendlich die einzige Chance des intelligenten Lebens, die jedoch eine "Theorie für alles", also eine Theorie, die die Gravitation, Elektromagnetismus, die starke und schwache Wechselwirkung im Atomkern sowie das Raumzeitkontinuum (die vier Säule der Naturwissenschaften) verbindet, voraussetzt. Selbst Albert Einstein, der als erster diese Theorie postuliert hatte, ist es in den letzten 30 Jahren seines Lebens nicht gelungen, diese Theorie zu formulieren.



Im Star Trek Universum verfügt die mysteriöse Rasse Q (in Star Trek TNG, seit Folge 42, "Q Who?") über die Fähigkeit, Raum, Zeit, Materie und Energie beliebig zu manipulieren.


J
ede/r kann zum Aufbau der planetaren Gesellschaft, die am besten gedeiht, indem sie allen lokalen Kulturen und Völkern noch bessere Entwicklung ermöglicht, beitragen: Wir müssen nur auf die positiven Kräfte und planetare Öffentlichkeit setzen. Wir haben bereits positive planetare Autoritäten, wie z.B. Nelson Mandela oder Steven Spielberg, positive, optimistische künstlerische und wissenschaftliche Strömungen
Seeking Intelligent Life in the Milky Way - by Lynette Cook
    "Suche nach intelligentem Leben in der Milchstraße" von Lynette Cook ©
wie Star Trek oder Star Wars, Arbeiten von Albert Einstein oder Steven Hawking, und nicht zuletzt Dialog der humanistischen Ideen und Religionen über die Zukunft der Menschheit.
    Warum sollten wir Milliarden Euro für unsere psychologische Unfähigkeit zu positiven Lösungen ausgeben, wenn wir dafür planetar unvorstellbare Fortschritte in Medizin, Wohlstand, Bildung oder Raumforschung erreichen könnten? In Hundert Jahren wird es auf unserem Planeten zum Glück aller Völker sowieso nur ein Staat-Erde, mit Unterschieden zwischen Kongo und Deutschland, wie heute z.B. zwischen Hamburg und Bayern geben. Es ist an sich klar, daß die Vorteile auf Kosten der anderen Völkern eine planetare Illusion sind: Wo wären wir ohne die wissenschaftlichen Errungenschaften aus dem Ausland? Und dennoch gibt es selbst in den entwickelten Ländern Politiker und anderen Bürger, die geistig auf dem Niveau des ersten Weltkriegs sind! Wenn nicht schlimmer: Unsere Gehirne, unsere Körper haben sich in den letzten hunderttausenden Jahren nicht geändert, wir entwickeln uns als Gattung dank unserer Fähigkeit zur sozialen Kooperation und werfen uns in der Entwicklung durch unsere Fähigkeit zur Bekämpfung nicht nur der realen sondern auch der vermeintlichen Gefahren seitens der anderen Menschen zurück.
    Zum Krieg ist eine politische Führung, die durchaus, aufgrund z.B. Kindheitstraumata, einen gestörten Verhältnis zur Wirklichkeit haben kann, notwendig, aber die Unfähigkeit, eine schädliche Entwicklung wie den Krieg o.a. früh genug als solche zu erkennen, setzt auch falsche Vorstellung der Bürger, ihre zu niedrige Qualifikation als Bürger voraus. Die Menschen, die Bürger, die Demokraten in den reichen Ländern sind einfach geistig kaum imstande, sich z.B. in die Lage, in die Unterentwicklung der Menschen in den ärmeren Ländern hinein zu versetzen, einzufühlen. Die Dorfmentalität, die einfachen Wertvorstellungen und Interpretation der Religion z.B. der Taliban in Afghanistan bilden die andere Seite des Problems.

S
o gibt das reiche, relativ gebildete Volk der Briten die ehemalige Kolonie Hongkong an Großmacht VR China zurück, will aber die vertragliche Pflicht, Gibraltar an Spanien zurückzugeben, nicht einhalten, weil die Bürger von Gibraltar und Hong Kong nicht "zurückgegeben werden" wollen... Ich kenne die Einzelheiten hier nicht, aber man muß schon erkennen, daß die intellektuelle Bildung und Wohlstand allein eine große Vorbeugung der globalen Katastrophen sind, sie aber automatisch nicht beseitigen können. Auch Deutschland war 1939 ein reicher Land, mit großartiger Industrie und zahlreicher, wohlhabenden Mittelschicht gewesen, und dennoch hat es alles für nichts und wieder nichts, für ein tausendjähriges, entsetzliches Märchen aufs Spiel gesetzt.
    Die Kriege werden mithin aus vielen, vernünftigen und unvernünftigen Gründen, von gebildeten und weniger gebildeten Völkern geführt. Die Säugetiere sind auch geneigt, zu glauben, daß es jetzt anders ist, daß sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben, daß die Kernwaffen vor dem Schlimmsten wirksam schützen.

    " Daß die Menschen aus der Geschichte nichts
lernen, ist ein Satz, der ebenfalls ziemlich
sicher gilt. Sie werden dasselbe wieder machen,
aber an einer anderen Stelle und unbewußt.
Sie werden dasselbe nicht an derselben Stelle machen."

Rudolf Augstein
(Der Spiegel, 45/98, S.48)

Für die Zukunft unserer planetaren Zivilisation kann man sich mithin leider durchaus vorstellen, daß sie, auch bei der glücklichen Vermeidung einer planetaren Katastrophe, enorme, unterschätzte Kosten mit sich bringt. Die Militärausgaben verschlingen nicht nur Ressourcen für Bildung oder Medizin. Es ist viel schlimmer: Was ist ein Verlust der Werke von Picasso oder Leonardo da Vinci, im Vergleich zum Verlust der Arten, die in Millionen Jahren entstanden sind? Noch schlimmerer verschwinden auch die menschlichen Sprachen und ganzen Kulturen, die Jahrtausende gebildet worden waren. Mit diesen Sprachen verschwinden unwiderruflich auch die Art und Weisen des menschlichen Denkens - es sind unvorstellbare Verluste, weil das Denken das einzige Werkzeug der Menschheit in der Konfrontation mit der Natur, mit der Unendlichkeit des Universums ist. Diese Sprachen und Kulturen haben keinen Preis und dennoch lassen wir es zu, daß sie verschwinden.

M
ir scheint es, wir müssen uns vor allem der Tatsache bewußter werden, daß die armen Völker, gleichgültig wie unterentwickelt, gemeinsam mit den entwickeltesten Nationen eine Strecke von Milliarden Jahren der Evolution gemeinsam zurückgelegt haben - was bedeuten im Vergleich dazu diese ein paar Hundert letzten Jahre? Überhaupt nichts! Vielleicht stirbt Morgen 90% der weißen Rasse an eine ansteckende Krankheit und die weitere Entwicklung der Menschheit wird nur von den anderen Rassen abhängen.
    Die Vorteile der möglichen planetaren Gesellschaft könnten wir im Alltag erreichen, indem wir z.B.:

    Dr. Lily Sloane: "Wieviel hat dieses Ding (ein Raumschiff schneller als Licht - P.K.) gekostet?"
Captain Jean-Luc Picard: "Die Wirtschaft der Zukunft funktioniert
ein bißchen anders. Sehen Sie, im XXIV Jhr. gibt es kein Geld."
Dr. L. Sloane: "Kein Geld? Wollen Sie damit sagen, Sie werden nicht bezahlt?
Capt. J.-L. Picard: Der Erwerb von Reichtum ist nicht mehr die Treibendekraft
in unserem Leben. Wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern und den Rest der Menschheit."
USS Enterprise, Earth�s Orbit, Jahr 2060/2363 (Star Trek VIII, "First Contact")

Lebenslauf
Essays: "Einer flog..."       "Stärker bin ich ..."



Nürnberg, 25 Februar, 2000

  1. Werner, Jürgen, "Arche Noah 2000", in: FUTURE das Hoechst Magazin, Nr. 3/99, S. 6-11.

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STAR TREK is a Registered Trademark of Paramount Pictures, ©.

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