Aus Respect Liebe zu lassen...
Hm.
Ich hab mir viele Gedanken zu
einer Idee gemacht,wie sie wohl nur für wenige Leute jemals in Erwägung fallen würde,denn die meisten Leute spielen Möglichkeitsszenarien wohl nicht
ausführlich in ihrer Vorstellung aus bevor sie reale Versuche unternehmen.
Andere stehen vielleicht an einer Wegstrecke aus vielfältigen
Versuchen und blicken nachdenklich zurück.
Wieder Andere sind durch das Für
und Wider gestapft in endlosen und langen Gedankenebenen und zu dem Schluss
gelangt diese Art ihrer Interpretation des Respectes hier für angebracht zu
halten.
Die Achtung vor dem Anderen wird
uns vom Kleinkindesalter her anerzogen,bzw. wir erheben sie in uns Selbst weil wir Andere so sehen und gerne behandeln möchten wie wir
selbst behandelt werden wollen.
Dies in Ehren zu halten ist eine
oft versprochene Zusage an Vorsätze,aber
schwieriger denn je und seltener wirklich gelebt.
Damit es dazu kommen kann daß
sich Menschen vertrauen,ist eine ordentliche Portion Respekt vor dem Anderen eigentlich vorauszusetzen.
Menschen die sich sogar in Liebe
zusammentun müssen eine umfassende gegenseitige Respektierung
besitzen oder sich erarbeiten,aber ich möchte nicht nach einer imaginären Skala
richten welcher Respekt höher zu bewerten wäre als Anderer,so wie manche
Menschen Bekanntschaften nach engem
Bekanntenkreis und Flüchtigerem einteilen.
Ob Respekt überhaupt eine stufbare Grösse sein kann?
Ob Respekt vor dem Anderen
'kleiner' wäre als Respekt vor Jemand ganz Bestimmtem?
Das überlasse ich Anderen sich das auszuklügeln.
Durch Achtung voreinander
anerkennen Menschen Selbst,Privatsphäre oder Persönlichkeit des Anderen als
eigenständiges Sein,respektieren seine Bedürfnisse und halten sich an seine gemeine Selbstbestimmung.
Achtung beinhaltet oft eine Form
von Verehrung,auch wenn Achtung an sich eine eher neutrale Position hält.
Respekt kann ja auch bedeuten daß
man eine gewisse Ehrfurcht zeigt oder gar dessen Stärke oder Überlegenheit
anerkennt und sich Selbst davor zurückstellt.
Dieses Weichen vor der Kraft
des Kraftvolleren ist oft genug mehr Furcht als Ehrung.
Das Verbeugen vor der mit sich Selbst verglichenen Ausstrahlung
eines Anderen ist Bewunderung in
Achtung.
Menschen die uns
'besser',kräftiger oder gewandter in irgendwelchen Eigenschaften erscheinen,bestaunen
und verehren wir.
Wir beginnen sie zu schätzen,ihr
Wissen,ihre Erfahrung,ihre Fröhlichkeit und besondere Künste oder die Ästhetik
ihrer Gesten,die Verzauberung ihres
Lächelns.
Wenn unsere Bewunderung einen
Punkt erreicht,an dem sie unser tägliches stetiges Denken beeinfusst und auf
einen bestimmten Menschen fixiert wird,könnte das die Möglichkeit sein daß wir verliebt sind.
Wie auch immer oder in welcher
Art verliebt oder doch lediglich in
Verehrung,denn die Verehrung eines Freundes oder auch fernen Verehrten ist
wahrscheinlich nicht das Selbe wie Liebe,schätze ich.
Auch da kann es wohl die
verschiedensten Fälle geben,so genau kann ich das nicht sagen,sicher
unterscheiden Menschen eine Liebe von
der Anderen.
Ich stelle mir vor daß sogar eine
Liebe von der Anderen so verschieden ist wie jedes Sandkorn in der Wüste
verschieden vom Nächsten ist,wie jedes
Blatt an jedem Baum auf Erden in jedem Jahr
von Jedem Anderen das jemals existierte verschieden ist.
Aber das wissen nur die Liebenden
für sich selbst und nicht von den Anderen.
Ich dachte eher nach über die Fälle wo es zur
eigentlichen Liebe nie kommen kann.
Von so vielen Schreibern wird die
Liebe in jeder möglichen Form beschrieben und
schmeichlerisch bis ehrenvoll
umsäuselt,von Leuten die sie selbst erlebten,von Leuten die ihr würdig warden
und von Solchen die sie ein Stückweit begleitet haben.
Aber wer schreibt über die vielen
anderen Fälle,diejenigen,die die Liebe
verschmähen oder ihr trotzen,sie
benutzen um zu besitzen,sie beschmutzen durch ihre unersättliche Gier und ihr
Verlangen nach dem Ganzen das sie nie finden können?
Wer schreibt über Jene vor Denen
die Liebe Reissaus nimmt,die wie nicht
geschaffen vor ihren Toren stehen und das Zauberwort vergessen haben?
Oder wer schrieb jemals über
einen Fall,den Leute nur in experimentellen Gedankengängen durchdacht
hatten,weil diese Möglichkeit für den
'normal' empfindenden oder 'gesund' denkenden Menschen ausser Frage
stünde?
Wirklich Wenige die da wären,und
Welche es gibt stehen im Schatten ihres
Berufes,sind Psychologen oder Ärzte die sich mit aus ihren Augen
verhaltensgestörten Menschen beschäftigen,versuchen deren 'fehlerhafte'
Lernschemen zu eradieren und durch Neue,der allgemeinen Weltmeinung
Nachgeschliffenen zu ersetzen.
Aber ist solche Erkenntnis,die
jenen Gedanken zu Tage fördert denn wirklich nichts Anderes als eine angelernte oder gar posttraumatische Entwicklung?
Das Ergebnis aus Erfahrung und
Lernversuch,aus Bedenken der Faktoren
oder aus Rücksichtssinn geborener Verzicht ein ausschliesslich 'krank' zu
bewertender Vorgang?
Eben da denke ich in viele
Richtungen.
Die Möglichkeiten stehen doch
ewig offen.
Warum muß ein Mensch einen
Stempel aufgedrückt bekommen,der einen Weg nicht so zu gehen wählt wie ihn die
meisten Anderen wählen?
Wenn dieser Weg in Betracht und
Einkalkulation seiner persönlichen Situation im Bezug auf das Mögliche
vernünftiger erscheint als ein Weg den
Andere für diesen Menschen aus Hilfeversuch oder gutgemeintem Zureden heraus
als 'richtiger' oder 'gesünder'
erküren?
Warum werden Alternativlösungen
akribisch darauf hinaus untersucht ob es nicht
Bezeichnungen dafür geben könnte die diese Alternative als ungewöhnlich und somit als unrichtig oder als 'krankhaft' verurteilen?
Selbst wenn ich die Definitionen der Gelehrten
höre,finde ich dafür keinen berechtigten Grund!
Lieben lassen aus Respect.
Ist es nicht ehrbar,einem Verehrten eine Chance zu
belassen wie er sie in einem 'üblichen' Hergangsablauf nie erhalten würde?
Lieben lassen.
Ist es nicht auch
respektvoll,einer Möglichkeit eine ungeahnte Möglichkeit zu schenken indem man
sie nicht wahrnimmt?
Oder ist es in den Augen von
Euch,wer immer das eines Tages lesen mag,ist es in Euren Augen grundsätzlich
behaftet mit Komplexen des Auswirkenden,wenn er den Weg wählt und seinen
Auserwählten unangerührt auf dessen Wegen ziehen liesse?
Ist diese Art von Respekt
wirklich nur die Ausgeburt eines unter Einfluss von psychischen Problemen
stehenden Gehirnapparates?
Wie auch immer ihr für Euch
entscheiden würdet,ich denke es ist völlig legitim Alternativwege zu
beschreiten,solange man Andere oder Dritte in diesem Tun nicht beeinträchtigt.
Wen beeinträchtigt man dadurch
schon indem man ihn nie kennenlernt.
Sein Weg wäre der Selbe den er da
hin geht,ob ein Strauch an seinem Wegesrand wachsen würde oder nicht.
Das nähme keinen Einfluss auf
sein Leben.
Oder nur in der völlig aus der
Luft gegriffenensten Idiotie.
Und wäre ich dieser Strauch und
er würde mich nicht bemerken,dann wäre ich doch keine entgangene Chance für ihn
noch ein Hindernis oder ein
Schaden,nicht?
Ich wäre nicht notwendig für
seinen Weg,so wie der Stein im tiefen Gras nicht notwendig für ihn wäre,den er
nicht einmal sehen könnte.
Nein,ich glaube nicht daß ihm
dadurch eine ernste Chance für sein
Leben genommen würde,ich denke eher daß ich ihm eine Chance lassen würde,ihm
Eine Chance schenken könnte,und das wäre doch ehrbar,in sich,diese Idee,nicht?
Die Möglichkeiten sind immer und
stetig offen für Alles.
Darin erkenne ich auch Eure
nettgemeinten Ratschläge als Möglichkeiten an.
Ihr,die ihr mir diese Liebe so
gern gegönnt habt in Euren Worten,etwas,was mich durchaus sehr gefreut
hatte,und ich möchte ja nicht erklären daß ich Eure Worte nicht annehme oder so
etwas.
Ich verstehe nicht was es Anderes
sein sollte daran,den Verzicht einer wahrscheinlichen Möglichkeit des Momentes
zu üben,der für mich doch mit jedem
anderen Menschen irgendwo auf der Erde den ich nie kennenlernen werde
austauschbar scheint.
Was soll anders daran sein,zu
wählen,den potentiellen Lebenspartner
nie kennenzulernen,im Vergleich dazu,Menschen die man ohnehin schon
natürlicherweise nie trifft auch nie
kennenzulernen?
Da kommt ihr an mit Euren guten
und nett gemeinten Worten und wollt mir ein Gericht schmackhaft machen dessen
Zutaten ich kritisch begutachte,o ja,und dessen Geruch ich zurückweise nicht
weil er mir nicht genehm wäre,sondern weil ich finde daß ein Anderer dieses
Gericht gebührend und fachgerecht zu
schätzen wüßte,anstatt es mit seinen unbeholfenen Fingern in seinen
zahnlückigen Mund zu stopfen und unter Rülpsen und Schmatzen
hinunterzuschlingen....
Vielleicht versteht ihr diese
bildliche Sprache besser als kalte klare Worte.
Vielleicht trinkt ihr den Wein
lieber als das blosse Wasser...
Ich weiss es nicht und eigentlich
sollte es mich nicht bekümmern mehr.
Was verpasst der Andere,wenn
ich verzichte,weil ich sein Leben,sein
Selbst,die blosse Möglichkeit seiner Existenz mehr respektiere als meinen
Wunsch danach,mit Jemandem wie ihm,dem Unvorstellbaren,mein Leben zu verbringen?
Er verpasst doch nicht wirklich
Wertes oder viel....
Da bleibt ihm eher noch Einiges
erspart,denke ich.
Ich möchte ihm die Liebe lassen
aus Respekt.
Ihm diese Möglichkeit
belassen,Jemand wirklich Sensationelles kennenzulernen der seinen Vorstellungen
und Wünschen entsprechen kann,der ihn zu einem glücklichen Menschen machen kann und viele goldene
Zeiten mit ihm erleben wird,und auf seine Bedürfnisse und Probleme fair
eingehen wird,seine Ängste und Sorgen verstehen kann und seine Ideen ausarbeiten versuchen möge.
Ist das so schwer zu fassen?
Daß dies eine viel
vernünftigerere Wahl ist,wenn man mich nahe kennt oder lange Jahre gekannt hat?
Vernünftiger unter Einbezug der
eigenen Palette,derer man sich bewusst
sein muss ohne die ewige
Positivdenkerei und den stetigen Glauben an seine 'bessere' Breitseite die man
vorzeigen sollte,so wie es die Etikette der Balz verlangt!
Für mich kam ich nach jahrelangem
Durchdenken etlicher Möglichkeiten zu einem Schluss,der sich in letzter Zeit
auch immer fester verhärtet hat und um so deutlicher wird je älter ich werde.
Wenn es diesen Jenigen je
irgendwo gab oder gibt,diesen
speziellen Jungen den man sich
sein Leben lang an seiner Seite wünscht,wünsche ich ihm,daß er Jemanden
findet,der ihn mindestens genauso verehrt und schätzt wie ich das gemacht hätte
im Falle daß.....und daß er ihm eine glückliche und realistisch balancierte
Zukunft als Lebenspartner bieten kann.
*Ich möchte Dir die Möglichkeit belassen,Jemand Wunderbares
kennenzulernen,anstatt die Lade auf Dich zu nehmen,mit Jemandem Komplizierten
eine Zukunft zwischen Hoffen und Bangen zu verbringen.
Für mich ist das eine Form von
Verehrung,vielleicht ein bischen so etwas wie Liebe,auch wenn ich nicht denke daß ich zu etwas derartig
Hochsozialem in der Lage wäre.
Ich möchte daß Du mit einem
fröhlichen Menschen glücklich wirst,bist,bleibst.
So formuliere ich meinen
Verzicht,so verstehe ich die Natur meines Seins,so verzeihe ich dem Hergang der
mich betrefflichen Dinge,die mich zu dem formten was ich heute geworden bin.
So sage ich 'Entschuldigung' für
meine Unzulänglichkeit,so bitte ich um Vergebung für meine Mängel als fehlerhafter Mensch.
Nicht aus fehlentwickeltem Lernen
gewachsen sondern aus Respekt vor Deiner Grösse,aus Achtung vor Deinen
Gefühlen,Deinem Herzen,Deinem Geist.*
Jetzt sollen die Kritiker das
Wort haben.
Sollen sie schreiben
darüber,sollen sie Wälzer verfassen wie
jämmerlich und abgrundtief schlappschwänzig Einer sein muß um wie ich zu
diesem Resultat zu gelangen,sollen sie mir 500 oder 1000 psychische Probleme
zuordnen die mich dazu hinbrachten diese Gedanken für rechtens zu wählen.
Sollen sie mich komplexaffectiv und depressiv
schimpfen,sollen sie auf mich scheissen
wenn das ihre offenbar perpetomobile Bestätigungssucht befriedigen mag.....
Soll der Teufel doch Feuer pissen!
Aber dies ist meine Wahl und ich sehe nicht ein weshalb ich mich für
diese Wahl andauernd rechtfertigen soll.
2002-03-24 ~~ Pit Van Calvin II