ACT 3
Monster
„Wie wär`s mit ´TEIWAZ`?“
Der letzte Einwurf hallte, von einer ruhigen und doch eiskalten Stimme gesprochen, durch die Halle.
Heero steckte den Kopf wieder aus seinem Cockpit; Duo und Quatre drehten sich überrascht um und erblickten ...
Trowa ...
Ein Trowa ... der ... irgendwie anders war ...
Er trug nicht wie seine ehemaligen Kameraden die dunkelblaue Uniform der Vereinten Erdstreitmächte. Es war auch keine Uniform der Kolonien oder des Geheimdienstes oder irgendeines anderen Vereines, der den verwirrten Piloten bekannt vorkam.
Die Uniform war pechschwarz, mit einigen blassen Abzeichen auf den Schultern, strengen roten Streifen an Armen und Beinen ... und einem verdächtig aussehenden Emblem am Kragen.
Einem sehr verdächtig aussehenden Emblem.
„Trowa, wie schön, dass du ...“, wollte Quatre gerade ansetzen, als Duo schlagartig aufsprang und auf Trowa zuhechtete.
„SAG MAL, SEH ICH RICHTIG?“
Unsanft packte er ihn am Kragen und zerrte ihn ins Licht. Es war unverkennbar ...
„DAS ABZEICHEN DER BLACK DRAGONS?????DAS ABZEICHEN DER ...“
„Black Dragons!“
Trowa blickte Duo ruhig und gelassen an. „Ja, ich weiß, Duo. Im Rang eines Gefreiten, wenn du es genau wissen willst. Die höheren Ränge sind durch die Farben weiß und gold gekennzeichnet.“
Verblüfft ließ Duo Trowa wieder los ...
Eigentlich hätte man sich so etwas in der Richtung auch schon denken können.
„Also, jetzt brauch ich erst Mal `nen Tee“, japste Quatre und versuchte sich mühsam auf die Beine zu hieven.
Während sich jeder normale Soldat krampfhaft mit der Verteidigung gegen den Feind beschäftigt hatte, war es dem guten Trowa wohl in den Sinn gekommen, mal die modischen Einheitstrachten des Gegners auszutesten.
Kühl schritt er an Duo vorbei und warf vor Wufei und Quatre drei Aktenmappen auf den Boden.
„Teiwaz, Sunrise und Crescent Moon, das sind die Namen.”
„3?“
Trowa blickte ausdruckslos zu Duo zurück.
„3 Namen für 3 Monster, sehr logisch, wie ich finde!“
Den anderen klappte der Unterkiefer runter.
„DREI?“
„Wieso ...“
„Ich brauch jetzt wirklich einen Tee ... einen schönen, starken Tee ...“
Heero war mit dem Aufzug wieder auf dem Weg nach unten.
„Schwachpunkte?“, fragte er kurz.
„Konnten noch nicht ermittelt werden“, erwiderte Trowa ausweichend. „Wie gesagt: Lediglich der Rang eines Gefreiten. Ich kann froh sein, wenn sie mich in die Nähe der Kommandozentrale lassen.“
„Hast du Zugang zu den Computersystemen der Black Dragons?“
„WARTET MAL!“, mischte sich Duo aufgebracht ein.
„Tut mir wirklich leid, wenn ich euch unterbreche“, würgte er atemlos hervor, „aber ich komm noch immer nicht über die Tatsache hinweg, dass es DREI Monster sind! Es gab bisher noch keine Berichte über die Sichtung eines zweiten Monsters geschweige denn gar über ein drittes!“
„Setzen wir uns!“, bot Trowa an und ließ sich neben Quatre nieder, welcher es offensichtlich nicht geschafft hatte, sich bis zur Teeküche zu schleppen. Mürrisch hockten sich auch Wufei und Duo zu ihnen und als auch endlich Heero noch dazu kam, blickte Trowa mit einem wehmütigen Lächeln in die Runde.
Es erinnerte ihn irgendwie an alte Zeiten, wenn sie so zusammensaßen.
„Was bisher immer gesichtet wurde, war der Crescent Moon ... der Gundam Crescent Moon!“
Die anderen sahen ihn erwartungsvoll an, so als würden sie noch auf die Pointe warten.
„Gun ... dam ... ?“, stotterte Quatre leise.
"Ja, Gundam. Überzieh eine Mobile Suite mit Gundanium- Legierung, gib ihr ausgezeichnete Waffensysteme, unverschämte Geschwindigkeit und Beweglichkeit, dazu noch eine Komplexität wie sie nur von den besten Piloten und Wissenschaftlern verstanden werden kann, und du darfst das Ding offiziell als "Gundam" bezeichnen!", gab Trowa ausdruckslos von sich.
Quatre sah nun wirklich so aus, als würde er ganz extrem einen Tee benötigen ... oder etwas mit annähernd gleich starker narkotisierender oder halluzinoger Wirkung.
Trowa fuhr fort:
„Was ich vorweg anmerken möchte: Meine Informationen über die feindlichen Gundams sind lediglich aus zweiter Hand. Bei den Black Dragons herrscht eine strenge Hierarchie, welche von allen Mitgliedern respektiert und strengstens befolgt wird. Die Raubvögel sind in etwa allen Rängen zugänglich, zu ihnen kann ich euch also genügend Informationen geben. Bei den Drachen wird es schwieriger, da kann ich sicher noch einiges in Erfahrung bringen, doch alles was von höherer Bedeutung ist, braucht die Genehmigung eines übergeordneten Gremiums, der sogenannte Hohe Rat, eine recht klassische Bezeichnung, wie ich meine. Sie entscheiden über die Zuständigkeiten der einzelnen Abteilungen, Einsatzpläne, die Bürokratie im Großen und Ganzen. Noch sind unsere Kenntnisse über die Führungsstruktur unserer Feinde recht lückenhaft, doch es arbeiten ... nun ja, sagen wir einfach, es arbeiten verschiedene "Fachleute" an dem Problem ..."
"Andere Spione?", fragte Chang misstrauisch.
"Möglich, ich hatte bisher keinerlei Kontakte zu anderen Mittelsmännern. Doch nach den Berichten, die ich in unserer Geheimdienstabteilung lesen durfte, muss es noch mindestens 5 bis 7 weitere Agenten hinter den Linien geben ... einige in recht beachtlichen Positionen. Aber die Kommunikation mit ihnen scheint sehr schwer zu fallen. Es darf kein Verdacht an ihrer Loyalität aufkommen, deswegen treffen nur unregelmäßige, wenn auch sehr aufschlussreiche Meldungen von ihnen ein. So viel kann ich bis jetzt verraten: Piraten sind das definitiv nicht!"
"Ach, nein", bemerkte Chang abfällig, "wie kommst du nur darauf?"
"Der Hohe Rat ist anscheinend die höchste, aber bei weitem nicht die einzigste Einrichtung zur Koordination und Leitung der Dragons", fuhr Trowa unbeirrt fort. "Ich habe Hinweise auf einen militärischen Führungszirkel, einen Forschungs- und Wissenschaftsrat, sowie auf Versorgungs- und Unterbringungskomitees gefunden. Wir haben es hier schon fast mit einer eigenen Gesellschaftsform zu tun ..."
"Woher kommen sie? Haben Sie sich im Untergrund gesammelt? Verstoßene? Eine geheime Partei?", warf Heero ein.
"Darüber liegen bisher noch keine Nachrichten vor."
"Warum greifen sie uns an?", beteiligte sich nun auch kleinlaut Quatre an der Diskussion.
"Auch das muss noch ermittelt werden."
"Wie vernichten wir sie?"
Für einen Moment blickten alle überrascht zu Duo.
Es war ungewöhnlich, dass er derjenige war, der diese Frage stellte.
Wufei, Heero ... von ihnen hätte man es erwartet. Aber Duo ...
Verbittert saß er mit gekreuzten Beinen und verschränkten Armen in der Ecke und blickte unter ihm ins Gesicht hängenden Haaren ernst zu Trowa hinüber. An diesem Tag machte er so ziemlich alle Stimmungslagen durch: von entmutigt und gelangweilt am Morgen, über euphorisch und aufgedreht am Mittag, bis zu ärgerlich und verbittert am Nachmittag.
"Nun ja, das ist wenigstens ein Punkt, zu dem wir bisher einiges vorweisen können."
Er reichte die Mappen, welche er zu Beginn der Unterhaltung auf den Boden geworfen hatte, zu seinen Kameraden. Heero, der sich eine mit Quatre teilte, schlug die ersten Seiten auf und entdeckte detaillierte Konstruktionspläne kleiner wendiger Weltraumgleiter ..."
"Raubvögel",zischte Wufei wütend.
„Konkrete Bezeichnung?“, fragte Heero.
„Keine, welche ich aussprechen könnte. Die Maschinen der Black Dragons werden nur nach Nummern benannt, die genauen Kennzeichnungen sind wahre Zungenbrecher. Wir versuchen derzeit noch zu ermitteln, welcher Sprache die Namen entstammen. Es könnte uns Aufschlüsse über die Herkunft unserer Gegner geben. Die Piloten der Gleiter haben mittlerweile die Angewohnheit der Erdstreitmächte übernommen und sprechen nun selbst von Raubvögeln oder Drachen. Informationen zu letzteren findet ihr übrigens auf den folgenden Seiten ... nicht ganz so viel wie zu den Raubvögeln, vieles nur zusammengesetzte Hinweise aus Gesprächen mit Technikern, aber besser als nichts ..."
"Ihr Antrieb ist doppelt und dreifach geschützt...", murmelte Heero beim Durchsehen der Akten.
"Ja, die Maschinen sind darauf ausgelegt so lange wie möglich durchzuhalten ... Das Prinzip oder die Strategie, die dahinter steht, ist uns ... wie so vieles andere ... noch unklar, aber..."
Mit einem stolzen Blick zu seinem eigenen Gundam hinüber lächelte Trowa eisig, so dass es einem Schauer über den Rücken jagen ließ.
"Aber unsere Gundams sollten nach allem, was ich gehört habe, in der Lage sein, diesen Dingern gewaltig einzuheizen!"
"Nach allem, was du gehört hast?", wiederholte Chang gereizt. Er war die ganze Zeit mühsam angehalten worden, die Gundams und alles Dazugehörige strengstens unter Verschluss zu halten und nun hatte Trowa, der sich seit Wochen und Monaten nicht hatte blicken lassen, davon GEHÖRT?
"Nur ein kleiner Plausch mit den betreffenden Wissenschaftlern", erwiderte Trowa leise.
"War ja klar", grummelte Wufei in sich hinein, "diese alten Plaudertaschen."
"Du musst wohl auch in den eigenen Reihen spionieren? Ist so ne Art Hobby von dir, was Trowa?", fragte Heero leichthin, doch im Grunde war er völlig in die Waffenausstattung der Drachen vertieft. Er überflog die Daten und verschlang sie regelrecht, ohne Rücksicht darauf, ob Quatre denn mit seinem Tempo Schritt halten konnte. Dieser schien in seiner aktuellen Lage sowieso nicht sonderlich aufnahmefähig.
"Warum sind da nur Bilder?", fragte Duo abrupt in die Runde.
Er hatte den Hefter, welcher mit "Crescent Moon" überschrieben war, bis zum Ende durchgeblättert und wendete nun missgelaunt die letzten Seiten, welche verschwommene Aufzeichnungen und Bilder eines unförmigen Etwas zeigten.
"Das Monster!", hauchte Heero aufgewühlt und blätterte sofort auch in seinem Hefter bis zum Schluss.
"Dies sind die einzigen existierenden Aufzeichnungen, die wir von den feindlichen Gundams haben ..."
"Den hier hab ich noch nie gesehen", murmelte Heero kopfschüttelnd. Er warf seinen Ordner achtlos zur Seite und zerrte Duo unhöflich den seinigen aus der Hand. "Aber der hier kommt mir schmerzlich bekannt vor", würgte er zwischen den Zähnen hervor.
Die anderen beugten sich zu ihm herüber und erhaschten einen undeutlichen Blick auf ihren großen Feind, ihre mächtige Nemesis: Den Gundam Crescent Moon.
"Gibt es keine besseren Aufnahmen?", fragte Chang missmutig, während er unter zusammengezogenen Brauen immer wieder seinen Blickwinkel änderte, in der Hoffnung etwas mehr als nur dunkelblau glänzende Farbschimmer zu erkennen.
"Bedaure, ich arbeite daran, Zugang zu den Wartungsdocks der Gundams zu bekommen, doch das kann noch dauern. Diese Bilder hier stammen größtenteils aus Schlachten mit dem Crescent Moon, von Überlebenden oder einigen stationären Überwachungskameras der angegriffenen Stationen."
"Die taugen nichts", bemerkte Heero abfällig und warf Duos Hefter auf den Boden. Er streckte fordernd die Hand zu Chang aus, um dessen Hefter einzufordern.
Widerwillig reichte dieser ihn rüber, wohl wissend, dass es jetzt sicher keine gute Idee war, sich mit Heero anzulegen.
"Sunrise", las Heero leise den Namen auf der Mappe vor. "Sunrise, Crescent Moon und Teiwaz ... das sind die Namen unserer Primärziele!"
"Diese Mappen entstammen dem Einführungskurs der neu gegründeten Babel- Fraktion", bemerkte Trowa beiläufig. "Es handelt sich hierbei um eine eigens zur Bekämpfung der gegnerischen Gundams gegründeten Militäreinheit, welche sich aus Repräsentanten aller Parteien irdischen und kolonialen Ursprungs zusammensetzen ... eine recht multikulturelle Angelegenheit, daher auch der Name."
"Ich hab schon von denen gehört", horchte Chang auf. "In der Endphase wurde der Neubau unserer Gundams so gut wie vollständig von ihnen allein finanziert. Allerdings werden auch sie es sein, welche einen guten Anteil, an der Festlegung unserer Ziele haben werden."
Er blickte besorgt auf die verschwommenen Silhouetten des Crescent Moon und des im Dunkeln des Alls kaum erkennbaren Gundam Teiwaz aus der dritten Mappe.
"Gefällt mir nicht gerade, unter deren Oberaufsicht zu kämpfen!"
"Besser, als nur tatenlos herumzusitzen", konterte Trowa emotionslos.
"Von diesem Sunrise sind noch weniger Photos als von den anderen beiden vorhanden!"
Heero starrte verbissen auf zwei Abbildungen, welche in weiter Ferne, hinter den Schwadronen der Black Dragons eine rote Mobile Suite zeigten. In einer dritten Abbildung, einer recht unscharfen Vergrößerung eines der Photos, konnte man wage Umrisse erkennen, lange abstehende Fangarme. Es erinnerte Heero leicht an ihre eigenen Cancer, doch er zweifelte, dass darüber hinaus noch irgendwelche anderen Gemeinsamkeiten bestehen würden.
"Der Sunrise wurde bisher kaum gesichtet oder besser: kaum beachtet. Er bleibt im Hintergrund, die wenigen Berichte, die uns über seine Existenz in Kenntnis setzten, stammen von geborgenen Kameras und einer Black Box eines kleineren Frachters. So weit wir wissen, hat bisher noch niemand eine Schlacht überlebt, an der diese Mobile Suite beteiligt war."
"Warum ... hast du eigentlich", meldete sich langsam auch wieder Quatre zu Wort. Seine Stimme war von einem merkwürdigen Zittern erfüllt. "Warum ... hast du ... Teiwaz ... als erstes genannt?"
Trowa sah ihn fragend an.
"Crescent Moon ist doch der Gundam, der uns bisher immer angegriffen hat. Von ihm ... von ihm gibt es die meisten Bilder ... und ... und Sunrise ist wohl der ... der gefährlichste, wenn ... naja ... aber du hast Teiwaz genannt, als Namen für "Das Monster" ... warum gerade ..."
Die meisten konnten Quatre nicht gerade gut folgen, doch Trowa schien zu wissen, worauf dieser hinaus wollte: "Weil Teiwaz, das eigentlich Monster ist. Die drei Gundams bilden eine Art Triloquium ... Teiwaz, wenn bisher auch kaum in Erscheinung getreten, bildet dessen Spitze. Und davon abgesehen ..." Er stockte einen Moment. "Davon abgesehen ... kursieren Gerüchte unter den Anhängern der Black Dragons. Gerüchte über diese Mobile Suite und ... zu was sie und ihr Pilot fähig wären. Wir konnten noch nichts von diesen Gerüchten bestätigen, der Gundam Teiwaz hat uns bisher keine Probleme bereitet. Doch glaubt mir: Wir sollten ihn nicht unterschätzen, vor allem, weil wir auch am wenigstens über ihn wissen. Meiner Meinung nach, hat dieses Ding die Bezeichnung "MONSTER" am ehesten verdient."
Ein betretenes Schweigen folgte.
Unscharfe Bilder und Gerüchte ...
War das alles?
So wenige Informationen ...?
Nach all dieser Zeit ...
Nach all diesen Kämpfen ...
Nach all den Opfern, die sie schon erbracht hatten, wussten sie nur so wenig über ihre Feinde?
"Babel- Fraktion“, lächelte Duo leise in die Stille hinein. "Der Turmbau zu Babel ... war der nicht ... so etwas wie ein Fehlschlag?"
"Durch die Einheit der Menschen ... ein gewaltiger Turm ... erbaut, um in ihrer Arroganz Gott zu erreichen ... gestraft durch den Verlust der gemeinsamen Sprache ... unvollendet ... und in alle Winde verstreute Völker, wenn ich mich recht erinnere", gab Quatre traurig von sich. Er sah nicht gerade gut aus; blass, mitgenommen. Unvermindert starrte er die Abbildungen des Teiwaz an.
Trowa fixierte ihn einen Moment und entschied dann, dass es für einen Tag wohl genug der überwältigenden Neuigkeiten wäre: "Ich glaube, wir werden unsere Unterredung für heute beenden. Ihr solltet euch mit euren Maschinen vertraut machen. In 3 Tagen geht es los."
Er sammelte die Hefter wieder ein, wobei er Quatre den mit der Aufschrift "Teiwaz" regelrecht aus den Händen zerren musste, so sehr war dieser noch in die Photografien des dunklen, geisthaften Gundams vertieft.
Die anderen sahen zu, wie Trowa auf die Ausgangstür zuschritt, doch bevor er ging, drehte er sich noch einmal um und meinte zu Duo: "Wir haben schon verschiedene Sprachen, wir haben verschiedene Meinungen und sind in unserer Arroganz bereits gezügelt worden ... und dennoch haben wir uns zusammengetan, um den Turmbau zu vollenden."
Seine Stimme hallte in der großen Halle wider.
"Wir werden nicht noch mal scheitern!"
Mit einem Zischen schlossen sich die Türen hinter ihm.
Er hatte einfach ein Geschick für melodramatische Auftritte, das musste man ihm lassen.
Duo kullerte sich auf dem Boden und sah ihm hinterher.
Ein seltsames Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
"Welch Ironie", meinte er, als er sich nach einer Weile träge aufrichtete, "als ob das keine Arroganz wäre!"
"An diese Uniform werde ich mich jedenfalls nicht gewöhnen können! Ich hoffe nur, dass Trowa jetzt nicht öfters darin herumspaziert!", maulte Chang dazwischen. Er sah seinem ehemaligen Kameraden misstrauisch hinterher.
"Was hast du, Wufei?", fragte ihn Duo.
"Ich traue ihm nicht ganz."
Wufei blickte in die Runde, doch nur Duo erwiderte seinen Blick.
"Er mag zwar einer von uns sein", gab der Pilot des 05 zu bedenken, "doch es ist viel Zeit vergangen. Und diese Uniform passt mir für meinen Geschmack ein wenig zu gut zu seinem Outfit!"
"Willst du damit irgendetwas andeuten?", fragte Heero scharf vom Boden her, ohne ihn anzusehen.
"Ich will damit nur andeuten, dass Trowa auch schon vor Beginn des Krieges ein seltsames ... ein fragwürdiges Benehmen an den Tag gelegt hatte. Aber du musst es sicher besser wissen, als wir, Heero. So weit ich mich nicht täusche, habt ihr eure Ermittlungen damals ja zusammen durchgeführt, nicht wahr?"
Wortlos erhob sich der Angesprochene und marschierte zu seinem Gundam Wing Miles hinüber.
Die anderen sahen ihm stumm nach.
Heero zweifelte nicht an Trowas Loyalität.
Und er wusste, dass auch Wufei nicht wirklich daran zweifelte.
Misstrauen war einfach ein alltäglicher Begleiter geworden in Tagen wie diesen.
Trotz allem hatte Trowa jedoch recht.
Sie sollten sich vorbereiten.
Der erste Einsatz der neuen Gundams sollte nicht an Gebrauchsfehlern durch die Piloten scheitern.
Und das würde er auch nicht.
Dafür waren sie einfach viel zu gut.
Als er den Fahrstuhl zum Cockpit wieder bestieg, blitzte ein Funken Kampfeslust in ihm auf.
Es war auch seit langer Zeit wieder Hoffnung darin zu finden.
Der Wille, die Erde und die Kolonien zu verteidigen.
Und auch ... der Durst nach Rache.