Titel: Life
Autorin: Katy
FanFiction: Nr.3
Serie(n): Gundam Wing
Genre: Drama mit Comedy-Elementen
Pairing: Wird nicht verraten (kein Shonen-Ai)
E-Mail: [email protected]
Anmerkung: Die Handlung spielt zur Zeit des Friedens, es gibt also keine Feinde mehr. Die Charaktere gehören nicht mir, sie sind nur ausgeliehen. Andere Personen sind meiner Phantasie entsprungen. Ortsnamen sind frei erfunden (außer New York natürlich). Wenn es diese doch geben sollte, ist das unbeabsichtigt. Die Kapitel stellen einzelne Tage dar, aber es kann sein, dass ich später ein paar Tage überspringen werde. Also nicht wundern.
Legende: [1] = Fußnoten am Ende eines Kapitels, meine Kommentare
Viel Spaß beim Lesen! Über Kommentare würde ich mich freuen.
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Einleitung:
Es war das Jahr AC 197. Die fünf G-Boys hatten sich in Amerika niedergelassen und der Alltag nahm langsam wieder Gestalt an. Sie wohnten an unterschiedlichen Orten und hatten alle eine Arbeit gefunden oder erhalten, je nachdem.
Heero war Spion, Auftragskiller und Ähnliches. Er übte nur gefährliche Berufe aus und nahm in unregelmäßigen Abständen Aufträge entgegen. Er lebte in Winsonton und war von den fünf am meisten unterwegs. Winsonton ist eine Kleinstadt und befindet sich etwa 45 Minuten von New York entfernt. Heeros Wohnung war klein, aber wozu brauchte er auch unnötige Räume?
Duo hatte die Arbeit als Spediteur wieder aufgenommen und lebte in Gossin-Town, einem Randbezirk von New York. Er war Untermieter eines Hauses, in dem noch drei weitere Leute wohnten.
Quatre hatte selbstverständlich die Firma und somit auch die Arbeit seines Vaters übernommen. Er schwamm im Geld und hatte einen riesigen Sitz in New York, aber etwas abgelegen, weil es dort ruhiger war. [1]
Trowa arbeitete natürlich weiterhin mit seiner Schwester Catherine beim Zirkus. Sie waren meistens unterwegs, deshalb ist es schwer zu sagen, wo sie wohnten. Aber am Anfang der Story befanden sie sich in der Nähe von New York.
Wufei lebte in Owelley, ja ebenfalls in der Nähe von New York, und leitete ein Dojo. Das Dojo war nicht allzu weit entfernt und Wufei trainierte dort fast täglich seine Schüler.
Relena lebte ebenfalls in New York. [2] Dorothy war ihre persönliche Beraterin oder so. Das ist für die Handlung nicht so wichtig. Hilde lebte bei Pflegeeltern (ja, sie ist die einzige, die „Eltern“ hatte) in einem kleinen Ort namens Chill-Place, unweit von Gossin-Town entfernt.
Sie lebten also alle sehr zerstreut, und doch in der Nähe. Sie konnten sich also nicht ständig alle treffen und somit organisierte immer einer (oder eine) ein Treffen.
Dieses mal war Quatre an der Reihe und da sein Zuhause natürlich die besten Möglichkeiten bot, fand eine Party genau dort statt. Aufräumen musste er nicht, er hatte ja seine Angestellten.
Lange rede, kurzer Sinn: Alle in der Einleitung genannten Personen und ein paar unwichtige Gäste waren auf der Party. Weiter, oder besser gesagt los, geht’s in Kapitel 1: Verheerende Folgen.
[1] Zarte Gemüter brauchen zarte Umgebungen, nicht? Und dort ist es ja viel schöner, einfach wunderschön...
[2] ... um natürlich bei Heero sein zu können, nicht?
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Kapitel 1 - Erster Tag: Samstag
Es war Samstagabend und die Party war in vollem Gange. Ein paar Verwandte Quatres [3] und ein paar Freunde der anderen waren mit dabei, sodass den großen Raum zwanzig Leute füllten. Die Musik hallte laut durch den Raum und das Büffet wurde gerade eröffnet. Duo war der erste, der sich daran zu schaffen machte.
Quatre, Hilde und Wufei saßen zusammen an einem Tisch und unterhielten sich, obwohl einer sich sehr zurückhielt. „Es ist schön, alle mal wieder zu sehen!“, meinte Hilde gut gelaunt. Quatre nickte und Wufei gab keinen Ton von sich. ‚Furchtbar, so viele Weiber hier!’ dachte er schlecht gelaunt. Er hatte eigentlich keine Lust auf die Party, aber er hatte sich von den anderen breitschlagen lassen. Seinen Gedanken nachgehend starrte er auf sein leeres Glas. „Wufei, alles in Ordnung?“ fragte Quatre. „Ja, ja.“ gab dieser zur Antwort.
Duo stand noch immer am Büffet, als sich Heero zu ihm gesellte. „Mann, du musst mal die Meeresfrüchte probieren“, sagte Duo. „Die sind echt lecker!“ Heero seufzte. Gab es eigentlich überhaupt etwas, das Duo nicht aß?
Dorothy und Relena unterhielten sich etwas abseits von den beiden. Relena warf Heero immer wieder ein paar Blicke zu, doch dieser ignorierte sie. Dann schaute Relena ihn noch einmal freundlich an und ging ein paar Schritte in seine Richtung.
„Duo“, sagte Heero plötzlich. „Wimmel Relena irgendwie ab.“ Damit ging er weg, in Richtung Ausgang. Er betrat den Flur und entfernte sich ein paar Meter von der Tür.
Duo sah ihm verwundert hinterher. Warum flüchtete Heero vor Relena? Duo wollte noch etwas sagen, doch da stand Relena schon vor ihm. „Wo ist Heero hingegangen?“ fragte sie. „Ähm, auf’s Klo.“ antwortete Duo nach drei Sekunden Überlegen. Er wollte erst sagen, dass ihm nicht gut sei und er frische Luft schnappen wolle, aber dann fiel ihm ein, dass sie sich dann nur Sorgen gemacht hätte und ihm hinterher gerannt wäre.
„Oh, okay.“ Relena lächelte und fragte: „Kannst du ihm nachher bitte sagen, dass ich dringend mit ihm reden muss?“ – „Ja, klar.“ Relena drehte sich um und ging wieder zu Dorothy zurück. Diesen Moment nutzte Duo, um in die gleiche Richtung zu verschwinden, in die auch Heero ging.
Heero stand noch immer dort, er lehnte ruhig an der Wand. „Was ist los?“ fragte Duo. „Nichts. Warum?“ antwortete Heero kühl. „Nun, es sieht dir nicht ähnlich, vor jemandem davon zu laufen.“ Die laute Musik war hier nicht so zu hören und die beiden flüsterten fast. Heero schwieg. Er hatte mit sich zu kämpfen.
Duo wollte gerade wieder den Mund auf machen, als Heero sagte: „Ich hätt’s nicht tun sollen.“ Duo sah ihn fragend an. „Was denn?“ Heero warf Duo einen Blick zu, der bedeutete, dass Heero ihn töten würde, wenn er auch nur ein Wort darüber zu den anderen verlor. Duo schluckte und Heero sagte, kaum hörbar: „Ich... habe Relena geküsst.“
Duos Augen weiteten sich in einem unglaublichen Maße, als er diese Worte hörte. Hatte er das auch wirklich richtig verstanden? Oder war das ein Scherz? Aber Duo wurde ziemlich schell klar, dass es ernst gemeint war. Heero war nicht der Typ für Späße und seine erste Miene bestätigte dies.
Duo konnte es trotzdem nicht glauben. Heero, der Eisbrocken schlechthin, hatte solche Emotionen aufgebracht und ein Mädchen geküsst?! Er war sonst so kalt und gefühlstot und dann plötzlich...? „Wa... warum?“ fragte Duo noch immer fassungslos. Heero schwieg für einen Moment und antwortete dann: „Aus Neugierde.“ Duos Augen quollen erneut über. Er fragte sich inzwischen wirklich, ob Heero noch ganz gesund sei.
Dann grinste er und sagte: „Mensch Heero, du kannst einen ja richtig vom Hocker hauen!“ Duo konnte sich Heeros Verhalten nicht erklären, war aber froh darüber, dass Heero nun langsam aufzutauen schien.
Der neue Alltag war für Heeros Verhalten verantwortlich. Er wurde zu einem Soldat erzogen und er konnte und durfte nie seine wahren Gefühle zeigen. Dies hätte ihn beeinflusst und ihn Fehlentscheidungen machen lassen können.
Aber nun, da Frieden herrschte, wurde der Soldat nicht mehr gebraucht. Er sollte ein normales Leben führen, das er bisher nicht hatte. Und dies bereitete ihm Probleme. Er wusste nicht, wie er sich verhalten sollte und die jahrelang unterdrückten Emotionen kamen auf. Heero war in einem Gefühlschaos gelandet.
Alle anderen hatten damit kaum Probleme, sich an den neuen Alltag zu gewöhnen. Heero konnte sich manchmal selbst nicht verstehen, und dass er Duo etwas anvertraute war ein weiterer Beweis dafür, dass er sich veränderte. Duo kannte die wahren Gründe nicht, aber das war ihm egal.
„Eines versteh ich dann aber nicht“ sagte Duo. „Warum läufst du vor ihr weg?“ – „Weil sie mir jetzt wie ein Hund hinterher läuft. Sie denkt wohl, ich würde sie lieben, aber ich tat das ja nur, weil...“ – „...dir gerade danach war? Dann sag ihr doch einfach die Wahrheit! Wo ist das Problem? Ist zwar etwas herzlos, aber dann bist du sie los!“ meinte Duo.
„Das kann ich nicht.“ Heero ließ den Kopf hängen und Duo fragte ihn ungläubig: „Warum?“ – „Weil ich der ruhige, verschlossene Typ dieser Fanfiction bin. Ich kann nicht ständig mit Emotionen um mich werfen.“ – „Ach so.“
Duo schaute weg und schwieg. Dann sagte er: „Du bist immerhin einen Schritt weiter als ich.“ Heero sah ihn verwundert an. Duo sagte dies mit einem sehr ernsten Ausdruck. „Beneidest du mich jetzt etwa darum, dass Relena mir immer hinterher läuft?“ – „Nein, aber du hast bestimmt auch kein Problem damit, ein anderes Mädchen zu küssen, aber weißt du, ich...“
Duo wollte Heero gerade sein Herz ausschütten, als die Tür des Saales aufgerissen wurde und Catherine heraus kam. „Hat jemand von euch Trowa gesehen? Ich suche ihn schon fast zwanzig Minuten!“
Duo seufzte. Warum kam sie gerade jetzt? „Nein“, antwortete er mit schlechtgelauntem Unterton. „Warum suchst du ihn?“ – „Wir kamen mit dem Auto her,“ sagte Catherine, immer noch suchend um sich schauend. „Meine Tasche ist im Auto und Trowa hat den Schlüssel. Aber das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Ich hab ihn schon seit zwanzig Minuten nicht gesehen!“
Heero und Duo schweigen. Sie waren sich sicher, dass er schon wieder auftauchen würde, aber Catherine machte sich Sorgen. Sie war eben seine große Schwester und musste auf ihn aufpassen. „Könntet ihr mir vielleicht suchen helfen?“ fragte sie schließlich bittend. Heero war für diese Frage sehr dankbar, denn so musste er nicht wieder in den Partyraum gehen und auf Relena treffen. Er nickte schweigend und die drei setzten sich in Bewegung.
Ihre Suche blieb erfolglos. Doch dann sagte Catherine: „Natürlich, die Toilette!“ Sie wollte schon losstürmen, drehte sich dann aber wieder abrupt um und sagte verlegen: „Äh, na ja... also... ich kann ja nicht...“ – „Schon okay, komm Heero,“ unterbrach Duo sie und zerrte Heero mit sich in Richtung Toilette. Er wollte die Sache so schnell wie möglich erledigen, um dann endlich mit ihm in Ruhe reden zu können.
Sie betraten die Toilette und Duo entfuhr sofort ein Schrei, hielt sich allerdings sogleich eine Hand vor den Mund. Aber es war zu spät: Catherine stand schon in der Tür. „Trowa!“ rief sie entsetzt und stürmte auf den regungslosen Körper zu, der auf dem Fußboden lag. „Trowa! Wach auf!“ schrie sie und rüttelte an seinen Schultern, aber keine Reaktion.
Heero ging auf die beiden zu und schob Catherine zur Seite. Er überprüfte Atmung und Puls, beide waren in Ordnung. „Er ist vermutlich nur ohnmächtig,“ sagte Heero schließlich und ging nach draußen, um einen Krankenwagen zu rufen. Duo seufzte erleichtert und sagte zu Catherine: „Mach dir keine Sorgen, es wird nichts schlimmes sein.“
Heero ging in den Partyraum zurück. Er musste Quatre finden, oder besser gesagt, mit Quatres Hilfe ein Telefon. Er lief schnell quer durch den Raum, in der Hoffnung, Relena nicht über den Weg laufen zu müssen. Es war nicht so, dass er sie nicht leiden konnte, aber dass sie ihm nun so hinterherlief mochte er nicht.
Aber er hatte jetzt Wichtigeres zu tun. Er erreichte schließlich Quatre und fragte nach einem Telefon. „Den Flur nach links entlang, die letzte Tür,“ antwortete dieser. „Aber wen willst du denn anrufen?“ – „Den Notruf.“ Quatre Augen weiteten sich vor Entsetzen und er wollte gerade leicht hysterisch werden, aber Heero verhinderte dies. „Bleib ruhig.“ sagte er. „Es ist nichts.“
Damit ging er und Quatre sah ihm besorgt hinterher. Drei Minuten nachdem Heero angerufen hatte, war von draußen eine laute Sirene zu vernehmen – der Krankenwagen. Die anderen Gäste wurden nun aufmerksam und als sie den Arzt und ein paar Assistenten hereinstürmen sahen, kam Aufregung auf.
Das Männerklo war voll von Leuten und Wufei bewies mal wieder, wie er sie unter Kontrolle hatte. Er motzte die Gäste so zu, dass sie fluchtartig den Schauplatz verließen. [4] Trowa kam langsam wieder zu sich, aber Catherine war noch immer völlig durcheinander. Der Arzt sagte zu ihr: „Machen Sie sich bitte keine Sorgen. Er hat einen sehr niedrigen Blutdruck und ist deshalb weggetreten. Aber er ist unverletzt. Wir bringen ihn ins Krankenhaus, ich denke, in ein, zwei Tagen kann er es wieder verlassen.“
Sie verfrachteten Trowa schließlich in den Krankenwagen und dieser verschwand in der Dunkelheit der Nacht. Die Stimmung der anderen war am Boden. Catherine war aufgelöst, Quatre ebenfalls, Duo war schlecht gelaunt, zwischen Heero und Relena herrschte eine eigenartige Atmosphäre, die anderen Gäste waren beleidigt [5] und Wufeis Laune war sowieso wie immer. Kurz: die Party war im Allerwertesten.
Heero nutzte das allgemeine Durcheinander, um sich unbemerkt zu verziehen. Die Party war sowieso zu Ende und was sollte er dort noch? Ihm fiel zwar ein, dass Duo wohl noch etwas von ihm wollte, aber er war sich sicher, dass dieser sich schon irgendwann melden würde. Er fuhr nach Hause und dort angekommen setzte er sich gleich an seinen Laptop, um seine E-Mails abzurufen.
Die anderen gingen auch allmählich auseinander. Quatre und Catherine fuhren noch kurz ins Krankenhaus zu Trowa. Catherina hatte ihm ein paar Sachen mitgebracht und allem Anschein nach ging es ihm schon besser.
Heero war gerade dabei, sich einen Plan für seinen neuen Auftrag zu überlegen als das Telefon klingelte. ‚Duo’ dachte er und nahm den Hörer ab. „Was willst du noch um die Uhrzeit, Duo?“ fragte er. „Hey, woher wusstest du, dass ich es bin?“ kam die Gegenfrage vom anderen Ende.
„Was willst du?“ fragte Heero erneut ohne auf Duos Frage einzugehen. „Naja, ich wollte mir dir reden. Nach der Party warst du ja gleich weg und da... Naja, hast du Zeit?“ – „Hn.“ kam die Antwort und weg war er. Heero hatte einfach aufgelegt und Duo saß noch immer ungläubig mit dem Hörer in der Hand da. „Toller Freund!“ dachte Duo mürrisch und knallte den Hörer auf die Gabel.
Er schaltete den Fernseher ein und begann, die angefangene Chipstüte zu leeren, obwohl er schon längst hätte satt sein sollen. Nach zwanzig Minuten klingelte es plötzlich an der Tür. „Mann, es ist halb 12! Welcher Idiot ist das?!“ Duo erhob sich wütend und riss die Tür auf. „Hi“, sagte Heero und betrat den Flur.
„Du... hier?“ Duo konnte es kaum glauben. „Nein, ich bin eine Fatahmorgana.“ Heero ging ins Wohnzimmer, Duo folgte ihm, immer noch sichtlich überrascht. Er war doch tatsächlich extra noch um diese Uhrzeit hergekommen, nur um sich Duos Probleme anzuhören? Duo kam sich schon fast ein bisschen dämlich deswegen vor, aber wenn er nun mal hier war.
„Okay Heero, ich brauche deinen Rat. Ich weiß nicht, was ich tun soll, es gibt zwei Möglichkeiten und...“ Heero rollte genervt mit den Augen. Duo tat fast so, als ob er über das Problem schon Bescheid wusste. Duo merkte dies und sagte schließlich: „Äh, es geht um Hilde.“
Es begann zu regnen und Wufei beeilte sich, schnell nach Hause zu kommen. Die Party war mal wieder reine Zeitverschwendung für ihn gewesen und der Regen besserte seine Laune nicht gerade. Es wurde immer schlimmer und als er aus dem Zug ausgestiegen und ein paar Meter gelaufen war, war er sofort durchnässt.
‚Scheiße, das hat mir noch gefehlt!’ dachte er wütend und begann schließlich zu rennen, das Laufen dauerte ihm zu lange. Als er sein Haus erblickte, wurde er wieder etwas langsamer. Er wollte gerade aufschließen, als er sich noch einmal umdrehte und ein Mädchen auf der Straße liegen sah.
‚Ist sie hingefallen?’ dachte Wufei. Er überlegte, was er machen sollte. ‚Arg, ich kann Mädchen nicht leiden! Aber ausnahmsweise bin ich mal so nett!’ Es kostete ihm einige Überwindung, aber er ging dann doch auf das Mädchen zu. Sie hatte schöne silberblaue Haare, aber ihre Klamotten sahen ziemlich herunter gekommen aus.
Wufei hielt ihr die Hand hin, als sie aufblickte, aber sie reagierte nicht. Sie stand selbst auf und sagte: „Hau ab! Ich brauch deine Hilfe nicht!“ Wufei war erst überrascht, dann wütend. Wie konnte sie sich so etwas erlauben?!
„Undankbare Weiber!“ brüllte er ihr aufgebracht ins Gesicht. „Erst heult ihr rum und dann scheißt ihr auf die Hilfe anderer!“ Aber sie ließ sich davon nicht einschüchtern. Ganz im Gegenteil: sie konterte kräftig zurück.
„Habe ich dich um deine Hilfe bebeten?! Und wer von uns heult hier bitte rum!“ Wufeis Wut steigerte sich ins Unermessliche. Wen glaubte sie eigentlich vor sich zu haben?! Es entstand ein heftiger Streit zwischen den beiden und schließlich rief das Mädchen: „Du bist auch nicht anders als andere! Ihr spielt doch alle nur den Helden, den ewig Unerschrockenen, aber wenn es dann drauf ankommt, verkriecht ihr euch in eure Höhle zurück! Geh zu deiner Mama!“
Langsam aber sicher wurde es Wufei zu viel. Wutentbrannt ging er auf sie zu und wollte nach ihr greifen, aber sie wich schnell zurück. „Fass mich nicht an!“ fauchte sie, drehte sich um und lief schnell davon. ‚Pah, so was Feiges!’ dachte Wufei und ging nun endlich in sein Haus. Als erstes musste der Wandschrank im Flur dran glauben...
Heero sah Duo an, ohne die Miene zu verziehen, also wie immer. Duo erklärte: „Also, wie soll ich sagen? Ich glaub... ich bin in sie verliebt.“ Noch immer keine Reaktion von Heero. Duo kam sich ziemlich blöd vor, aber dann sagte Heero: „Und? Wo ist nun dein Problem?“
Duo ließ sich nun auch auf die Couch nieder und sagte: „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wir waren bisher nur Freunde und ich weiß nicht, wie sie darauf reagiert.“ – „Sag es ihr doch. Dann wirst du es sehen.“
Duo seufzte. Konnte Heero ihn denn nicht verstehen? „Das ist es ja. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie sie reagieren könnte. Erstens, sie empfindet auch etwas für mich und alles ist in Ordnung oder zweitens, in bin nur ein guter Freund für sie und das war’s dann.“ Heero zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Mann, du hast Probleme. Wenn ich deine Sorgen hätte“, sagte Heero schließlich. „Was soll ich denn sagen? Ich hab Relena an der Backe! Mir wär’s manchmal echt lieber, sie würde mich schlagen, als mir hinterherzulaufen.“
Duo rollte mit den Augen und antwortete: „Du hast Vorlieben! Sich schlagen lassen und von hohen Gebäuden springen!“ Heero fragte ungläubig: „Von hohen Gebäuden springen? Wie kommst du denn darauf?“ – „Die meisten Fanfic-Autoren meinen das.“ – „Ich sollte mein Image wechseln.“ – „Dazu ist es wohl schon zu spät.“
Heero kam wieder auf’s eigentliche Thema zurück. „Du lenkst ab, Duo.“ – „Naja, wie gesagt, ich will unsere Freundschaft nicht auf’s Spiel setzen. Aber andererseits... Was soll ich bloß machen?“ Heero schwieg eine Weile und meinte dann: „Ich würde es versuchen. Sonst erfährst du nie die Wahrheit und ärgerst dich später darüber.“
Duo dachte darüber nach. Vielleicht hatte Heero ja recht, aber wenn er nun Pech hatte? Hilde machte nie irgendwelche Andeutungen und schien ihn wohl wirklich nur für einen guten Freund zu halten. Wenn er genau darüber nachdachte, verhielt er sich genauso, aus Angst, etwas kaputt zu machen. Was, wenn sie nun genauso dachte?
Duo kam auf keine Lösung. Er war genauso unentschlossen wie vorher. Heero riss ihn aus seinen Gedanken. „Du musst es ihr ja nicht gleich ins Gesicht sagen. Aber irgendwo musst du anfangen.“ Duo nickte. Er musste das Risiko eingehen. Was danach kam, darüber konnte er sich ja später Gedanken machen.
Es war schon ziemlich spät und Heero verabschiedete sich. Er hatte noch einiges zu tun, es ließ ihm wie immer keine Ruhe. Duo konnte nicht ganz nachvollziehen, warum er so besessen darauf war, die Arbeit immer sofort zu erledigen, aber er glaubte, dass der Soldat in ihm noch immer nicht verschwunden war.
Wufei starrte den Schrank an oder zumindest das, was davon übrig war. ‚Mist, was hab ich jetzt wieder verbockt! Dieses Weib ist an allem Schuld!’ [6] Er räumte die Holzstücken wieder zusammen und stapelte sie im Flur. Jetzt hatte er nicht nur einen Schrank weniger, sondern auch noch einen Haufen Müll. Aber es ging ihm besser.
Wufei hatte so ein komisches Mädchen noch nie gesehen. Es war geradezu unheimlich. Er hoffte, er würde ihr nie wieder über den Weg laufen. Dann könnte er sich wohl nicht mehr zurückhalten und würde sie zusammenschlagen. Da wäre ihm sogar die Gerechtigkeit egal.
Unwillkürlich musste Wufei an Meiran denken. Sie war auch etwas seltsam gewesen, aber so? Meiran war auch laut und selbstbewusst, aber hätte sie sich so verhalten? Wohl kaum. Wufei versuchte, wieder an etwas anderes zu denken. Er dachte nicht gern daran zurück. Vielleicht war dieser Vorfall Schuld daran, dass er keine Mädchen mochte. Oder zumindest keine anderen...
Duo legte sich ins Bett. Es war schon sehr spät und er konnte seine Augen kaum noch offen halten. Dennoch übermannte ihn der erlösende Schlaf nicht. Seine Gedanken kreisten noch immer um das Gespräch von eben.
Er war sich immer noch unschlüssig, was er machen sollte. Er schwanke immer wieder zwischen den beiden Möglichkeiten hin und her. Risiko eingehen – ja oder nein? Letztendlich beschloss Duo erst ein mal abzuwarten. Das war keine Lösung, aber zumindest konnte er mit dem Gedanken endlich einschlafen.
Life - Leben
I'm afraid of the dark - Ich habe Angst vor der Dunkelheit
Especially when I'm in the park - besonders wenn ich im Park bin
When there's no one else around - Wenn es niemanden um mich gibt
Oh I get the shivers – Oh, ich bekomme das Zittern
I don't wanna see a ghost - Ich möchte keinen Geist sehen
It's the sight that I fear most - das ist der Anblick, den ich am meisten fürchte
I'd rather have a piece of toast - Ich würde eher ein Stück Toast essen
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Life – Leben [A]
[3] Richtig, ein paar seiner Schwestern...!
[4] Jedes zweite Wort war „onna.“ Quatres Schwestern waren begeistert...
[5] Weswegen wohl...?
[6] Ja, ja, es sind immer die anderen Schuld...
[A] Ausschnitt aus „Life“ von Des’ree