Kampf um die Freiheit

von Lady Shirakawa.

Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20

Kapitel 11


Essen, Pläne & mehr


Das Essen bei Hilde lief alles andere als reibungslos ab. Erst verbrannte Hilde der Nudel Auflauf und sie mussten gezwungener maßen Tiefkühlpizza essen, dann verschüttete Duo „ völlig unabsichtlich“ seine Cola über Alex T-Shirt. Nach einigen wüsten Schimpfwörtern, die Gott sei Dank nur zwei verstanden ging sie sich um ziehen und kam dann mit einem unglaublichen Oberteil zurück. Jeder halb Wegs normale Junge, der diesen Ausschnitt gesehen hätte, wäre bestimmt in Ohnmacht gefallen. Jedes halb Wegs normale Mädchen, wäre auf sie los gegangen wenn sie gesehen hätte wie sie sich mit ihrem Angebeteten unterhielt. Um genau zu sein: Relena hatte sich wirklich phantastisch unter Kontrolle, wäre das nicht so gewesen, hätte ihre Eifersuchtswelle ähnliche Auswirkungen gehabt wie eine Atombombe. Der Höhe Punkt an diesem Abend war gewesen, dass die gesamten Nebenmieter in ihrem Wohnhaus auf einmal vor ihrer Tür standen und sich laut stark über die zu laute Musik beschwerten und Duo gerade da an den Bänder von Alex’s Top „völlig unbeabsichtigt“ zog und sie ihn so stark Ohrfeigte, das er quer durch den Flur direkt vor die Füße der Nebenmieter geschleudert wurde. Trotz all dieser Pannen ( und es gab noch so einige) genossen alle den Abend und lachten und tanzen viel miteinander. Nach dem Essen räumten Hilde und Alex den Tisch ab und Quatre stand auf und ging zur Tür. Relena bemerkte ihn und fragte: „He, Quatre! Wo willst du denn hin?“ Der angesprochenen drehte sich halb zu ihr um und antwortete: „Ich muss schnell zu Hause anrufen ob alles in Ordnung ist. Ich mach mir seit dem Überfall auf L3 Sorgen“ Damit ging er zur Tür hinaus. Relena dachte nicht weiter über das was Quatre gesagt hatte nach sondern ging in die Küche, um Hilde und ihrer Schwester zu helfen. Aber die Jungs warfen sich bedeutsame Blicke zu.


Quatre stand unten auf der Straße unter der einzigen noch intakten Laterne. Er telefonierte nicht. Er starrt nur auf das flimmernde Licht der Laterne. Als er Schritte hörte und deshalb den Kopf senkte musste. Im Halbschatten konnte er erkennen wie sich vier Personen ihm näherten. Lächelnd flüsterte er ihnen zu: „Ihr habt lange auf euch warten lassen. Was war los?“ „Nichts. Wir konnten aber nicht gleich alle verschwinden, das wäre doch aufgefallen.“

„Es fällt sowieso auf, dass wir weg sind. Also was ist los. Weißt du was neues?“

Langsam traten Heero, Duo, Trowa und Wufei in den schwachen Lichtschein und schauten mit eiskaltem Blick auf Quatre. Dieser sah genau so kalt zurück. „Ich hab Dorothy von unserem Verdacht, wer hinter den Anschlägen steckt Informiert und sie hat sich etwas umgehört.“ Quatre sprach langsam, als würde es ihm besonders schwer fallen diese Worte auszusprechen. „Nun sie hatte Erfolg. Unsere Vermutung war richtig. Um diejenigen, die den Anschlag auf L3 ausgeübt haben handelt es sich um keine geringeren als die Partei unter Friedrich Sibierus, The Renewal Fighter. Die Mission lautet: WNW.“ „WNW?“ Wufei sah ihn fragend an. „Wonderful New World. Friedrich Sibierus hat vor die Kolonien aus dem Gleichgewicht zubringen und sie auf die Erde stützen zu lassen.“ „Hatten wir so was nicht schon mal. Ich erinnere mich an die eigentliche Mission Meteor.“ Nun sah Trowa Quatre fragend an. „Stimmt es ähnelt der Mission Meteor, aber Ziel von Meteor war Verwirrung auf der Erde zu stiften und dann die Herrschaft mit Hilfe der Gundams an sich zu reisen. Sibierus will aber das Leben auf den Kolonien, sowie auf der Erde auslöschen. Um das zu erreichen muss er alle Kolonien gleichzeitig abstürzen lassen. Ihr könnt euch ja vielleicht denken was das heißt.“ „Er will eine neu Eiszeit einleiten.“ Heero’s Gesicht war Ausdruckslos. Quatre nickte langsam und fuhr fort: „Stimmt. Er will eine neue Eiszeit erschaffen. Wer den Absturz der Kolonien überlebt, wird in dieser Zeit umkommen, wer fliehen will wird von seinen Raumschiffen, die er im Orpit der Erde kreisen lasst abgeschossen. Wenn alles vor bei ist soll die dann lebende Generation von Menschen auf seinen Raumschiffen die Erde neu bevölkern und ein neue Menschheit gründen. Es heißt er will einen Weg gefunden haben Menschen künstlich zu erschaffen.“ Quatre schwieg nun. Er hatte alles gesagt was er zu sagen hatte. An ihnen war es, das alles zu verhindern. Wie, das wusste er nicht, aber das sie etwas tun mussten, das war sicher. Quatre blickte lange in jedes einzelne Gesicht seiner Freunde. Er konnte darin Unwillen lesen, sie wollten einfach nicht glauben, was er ihnen gesagt hatte. Das konnte er auch verstehen, denn er wollte es auch nicht, aber es war nun mal so. Er konnte aber auch die Entschlossenheit zum Handeln darin lesen, den eisernen Willen sich nicht Kampflos zu ergeben. „Also wann soll das ganze los gehen?“ Heero’s Frage riß alle aus ihren Gedanken. „Am 05.Juni“ war Quatre’s kurze Antwort. „Also in 7 Tagen. Nicht gerade viel Zeit um Vorbereitungen zu treffen und sich zu verabschieden.“ Trowa sah nachdenklich auf den Boden. Er dachte jetzt schon darüber noch wie sie das schaffen sollten. „Wir machen das. In 7 Tagen werden wir Abschied von unserm Schülerleben nehmen dürfen. Ich werde wieder kämpfen und ich werde es zu verhindern wissen, das jemand die Kolonien oder die Erde zerstören will.“ Der Soldat, der erbitterte Kämpfer, Heero Yuy war zurück und war bereit wieder in Aktion zu treten. Die anderen nickten Heero zu, auch sie würden wieder Kämpfen und wenn es sein müsste auch bis zu letzten Mann.

Mit diesen Gedanken drehte sich eine nach dem anderen um und ging langsam zu dem Mädchen zurück in die Wohnung. Nun galt es nicht nur zu planen sondern auch noch die letzt friedlichen Tage zusammen zugießen....


Relena, Hilde und Alex saßen im Wohnzimmer bei einer Tasse Tee und unterhielten sich, als Heero und die anderen ins Zimmer kamen. „Wo wart ihr den?“, fragte Relena lächelt und betrachtete Heero dabei genau. „Auf dem Klo“ antwortete Duo und ließ sich mit einem gespielten Seufzer auf das Sofa, neben Hilde fallen. „Was den, alle fünf?“ „Klar. Was können wir dafür, das Duo immer noch an das Ungeheuer in der Kanalisation glaubt, dass Nachts über die Rohrleitungen in die Kloschüsseln kriechen und unvorsichtige Klobesucher in sein Reich verschleppen.“ Wufei hatte die Lacher heute eindeutig auf seiner Seite und ließ sich unter Genugtuung von Duos wütendem Blick auf den nächstbesten Sessel fallen. „Ha, ha Wufei! Wie witzig. Wenigstens fang ich nicht an zu Schreien wie ein Baby, wenn mir eine Frau zu nahe kommt!“ „Klar. Wie auch, dir kommt ja keine zu nahe, die machen ja alle schon einen weiten Bogen um dich.“ Zwei zu null für Wufei. Während er sich gemächlich in seinen Sessel zurück lehnt, sucht Duo schon nach einer neuen Lösung ihm eins auszuwischen. Doch bevor ihm etwas gutes ein gefallen war, sagte Alex (Heero und Hilde spielten denn ganzen Abend über schon Dolmetscher für sie. Heero mehr als Hilde wohlgemerkt, da sie meistens ihn ansprach.) „Ihr seit wirklich gute Freunde, dass merkt man schon an der Art wie ihr miteinander umgeht. Ihr zieht den anderen auf, in der Gewissheit das er es einem nicht übelnehmen wird. Ach, ich wünschte ich hätte so gute Freunde.“ Duo sah sie leicht verwirrt an. Nun konnte er wohl kaum etwas zu Wufei sagen, weil sie ja schon glaubte das ihm das ganze nichts aus mache und wenn er etwas sagen würde, würde er ihr vielleicht den glauben an so etwas wie die wahre Freundschaft nehmen, wenn er aber nichts sagen würde, würde Wufei glauben er würde kneifen und das würde bedeuten....... Duo schüttelte den Kopf. Das war ihm doch zu kompliziert. Er streifte die Gedanken von sich und konzentrierte sich wieder auf die Diskussion zwischen Quatre und Relena über das Ja und Nein, der neuen Gesetzvorschläge und mischtet, Oh Wunder, auch kräftig mit seiner Meinung mit.


Als es auf Mitternacht hinging verabschiedeten sich Quatre und Trowa als erste der Runde, da sie ihre Shuttels noch erwischen mussten. Auch Relena sagte das sie nach Hause müssten und rief von Hilde aus bei sich zu Hause an, damit ihr Chauffeur sie abholte. Da Duo und Heero nicht weit hatten, ließen sie sich nicht groß von der allgemeinen Aufbruchsstimmung anstecken.

Trowa und Quatre hatten sich gerade verabschiedet, da kam Relena, mit einem bedrückten Gesichtsausdruck zurück. Auf die Frage, von Hilde was denn los sei, antwortete sie: „Bei mir geht keiner ran. Ich schätze, ich werde bei dir über nacht bleiben müssen, Hilde. Tut mir echt Leid.“ „Was redest du den da. Heero kann dich doch nach Hause bringen. Er ist sowieso mit seinem Motorrad unterwegs. Ich hab doch recht, oder Heero?“ Heero sah verwirrt und mit aufkeimender Wut Duo an. Das war wirklich das letzt gewesen, an das er gedacht hatte. In 7 Tage sollte er wieder in die Schlacht ziehen und wollte eigentlich abstand von Relena gewinnen und dann das! Aber als er in Relenas bittenden Augen schaute konnte er nicht anders als Ja zu sagen. So ergab sich das Heero Relena nach Hause brachte.



Kapitel 12


Aufbruchsvorbereitungen


Wie zwei Klingen eins Schwertes zischte der Wind eiskalt um Relena herum, als sie hinter Heero auf seinem Motorrad saß. Es war ihr aber nicht kalt. Von Heeros Körper strahlte eine unglaubliche Wärme ab, die sich wie ein unsichtbarer Mantel um sie legte und sie wärmte. Sie drückte sich noch ein bisschen fester an Heeros Körper und atmete tief seinen Geruch ein. Sie war glücklich und wünschte sich das diese Fahrt nie ein Ende nehmen würde. (Ja, ja ich weiß. Das musste ja kommen) Aber leider hatte sie eine sehr starke Vermutung das nicht nur die Fahrt sondern auch ihr glückliches Leben in Heeros nähe sehr bald ein Ende nehmen würde. Die Jungs hatten ihren Verdacht heute auch schon fast bestätigt.

Heero bog langsam in die Auffahrt zum Eingang ein und kam direkt vor der Haustüre zum stehen. Vorsichtig half er ihr vom Motorrad und brachte sie noch zur Haustür. Als Relena sie aufgesperrt hatte und hinein trat wollte er schon wieder gehen, als sie plötzlich sagte: „Wann musst du gehen? Wann ist es so weit, das du wieder Kämpfen musst.“ Erschrocken fuhr er herum und sah in das traurige Gesicht von Relena. „Woher weißt du das wir uns auf eine erneuten Kampf vorbereiten?“ Heeros Gesichtszüge wurden hart und seine Stimme eiskalt und völlig emotionslos. „Ich weiß es schon seit dem Tag, an dem wir denn Überfall auf L3 mit ansahen. Ich wusste das da was größeres im Busch war und euer verschwinden heute hat mir jeden Verdacht bestätigt. Ihr werdet wieder gehen und Kämpfen müssen, hab ich recht? Meine einzige Frage an dich ist, wann? Wann, Heero?“ Relenas Stimme versagte fast als sie Heero in die Augen schaute. Etliche Minuten, des ängstlichen warten, für Relena vergingen, bis Heero endlich sagte: „In 7 Tagen. Wir haben unseren Aufbruch für den 05. Juni. geplant.“ Relenas Gesicht war von entsetzen gekennzeichnet. „Schon in 7 Tagen. Ich versteh das nicht. Warum dürfen wir nicht in Frieden leben, wie all die anderen Menschen, warum?“ Relena war den Tränen nahe und es half nicht viel das Heero mit sanfter Stimme zu erklären begann: „Weil wir nicht wie andere Menschen sind. Wir sind die einzigen die sich noch wehren können. Relena versteh mich bitte, mein ganzes Leben würde ich zum Kämpfen ausgebildet, in der Mission Meteor habe ich für die Freiheit der Kolonien gekämpft, vor einem Jahr kämpfte ich, damit der Menschheit vor Diktatur unter Mariemea Barton verschont blieb. Nun muss ich wieder kämpfen um sie zu schützen. Ich glaube, dafür wurde ich eigentlich geboren, um die Menschen auf den Kolonien und die Menschen auf der Erde zu beschützen. Das musst du verstehen.“ „Ich verstehe deine Beweggründe, Heero. Aber trotzdem, jeder Mensch hat das recht in ein glückliches, friedvolles Leben führen zu dürfen. Auch du Heero, auch du hast dieses Recht. Siehst du das den nicht?“ Relena sah Heero während sie sprach fest in die Augen. Sie wusste das sie ihm nicht mehr von seinem Entschluss zu kämpfen abbringen konnte, aber sie wollte wenigstens versuchen ihn vor dem Kampf zu schützen- so aussichtslos es auch war. „Ich sehe es sehr wohl Relena und ich wünsche mir auch so ein Leben. Aber um ein friedvolles Leben führen zu können, muss man in einer Welt leben, in der man nicht vom Bösen bedroht wird. Bevor es aber so eine Welt geben kann, muss es Menschen geben, die sich dem Bösen stellen und es bezwingen. Ich habe mich entschloss mich dem Bösen zu stellen und es zu bezwingen, um dann eines Tages in einer Welt leben zu können, in der nicht mal ich Kämpfen muss. Bitte versteh das Relena.“ Mit diesen Worten hatte sich Heero auf dem Absatz umgedreht und war schon fast zur Tür hinaus als Relena plötzlich sagte: „Wirst du, wenn alles vorbei ist wieder zurück kommen. Ich will nicht allein sein.“ Heero lächelte sie über die Schulter an und sagte: „Sicher komme ich zurück, verlass dich darauf. Du wirst nicht allein sein, nie mehr!“ Damit hatte er die Tür hinter sich ins Schloss fallen lassen und war gegangen. Nur eine einzige Träne floß über Relenas Wange, denn sie hatte ja sein Wort, das sie sich wieder sehen würden.


Als Heero seine Wohnung betrat, hörte er auch schon das unterdrückte Fluchen aus Duos Zimmer. Ohne lange Umwege trat er ins Zimmer. „Du hast ja ganz schön lange gebraucht. Was hat dich aufgehalten? Doch nicht etwa Relena?“ Duo hatte sich während er sprach nicht zu seinem Freund umgewandt. Nun sah er aber sehr erschrocken aus, als Heero ihn grob an der Schulter packt und ihn zu sich umdrehte. Als Duo instinktiv von ihm weg rücken wollte verstärkte Heero bloß seine Griff und zwang Duo ihm in die Augen zu schauen. Leise sprach er: „Sag mal, was sollte das eigentlich vorhin? Was ist über dich gekommen, das du anbietest, dass ich Relena nach Hause bringe? Was hat dich dazu verleitet dich in mein Privatleben einzumischen? Los, sprich!“ Duo saß versteinert auf seinem Sessel und starrte bewegungslos in Heeros eiskalten, tot bringenden Augen. War das der junge Mann mit dem er seit fast 5 Monaten in einem Haus wohnte? Konnte das der gleich Heero sein? Heero wurde zusehends wütender, da Duo ihm keine Antwort gab. Deshalb verstärkte seinen Griff an dessen Schulter, so das Duo schmerzhaft die Augen zu kniff- aber kein Laut kam über seine Lippen. „Mensch Heero, willst du mir das Schlüsselbein brechen?“, fragte er und versuchte dabei seinen normalen frechen Ton zu treffen. Was alles andere als einfach war, bei dem schmerzenden Griff seines Freundes. Mit großer Mühe, um keinen Keucher seiner Kehle entfleuchen zu lassen, sprach er weiter: „Hör zu, in 7 Tagen werden wir von hier verschwinden, dann steht Relena wieder allein dar. Ich dachte es wäre gut wenn ihr noch soviel Zeit wie nur möglich miteinander verbringen könntet. Ich konnte ja nicht wissen das du dich dadurch so erniedrigt fühlst. Andere würden mir die Füße küssen, wenn sie so eine Chance bekommen würden Relena nahe zu sein und wenn du nun bitte meine Schulter los lassen würdest, ich hab dir ja gesagt was du wissen wolltest.“ Immer noch böse funkelnd ließ Heero widerwillig Duos Schulter los und wendete sich den Papieren auf dem Schreibtisch zu. Vorsichtig betastete Duo seine schmerzende Schulter. Heeros Griff war nicht von schlechten Eltern. „Ich will abstand von Relena gewinnen bevor wir gehen.“ Heero hatte noch immer seinen Blick auf die Papiere gerichtet. Da für Duo Heeros Erklärung total überraschend kam und er nichts darauf erwiderte fuhr Heero fort: „Bevor wir gehen muss ich sie so weit wie nur möglich auf meinen Bewusstsein entfernen, sonst kann ich nicht so kämpfen wie ich will. Sie würde mich ständig ablenken und bei dem leisesten Verdacht, dass sie in Gefahr sein könnte würde ich sofort zu ihr laufen. Das muss ich verhindern.“ Duo saß total baff auf seinem Sessel. Hatte Heero ihm gerade sein Herz ausgeschüttet? Er konnte es nicht glauben! Heero hatte ihm gerade erzählt was ihm bewegte! Das war einfach nicht zu fassen! Langsam kam Duos Gehirn wieder auf Touren und er erwiderte Heero: „Aber ihr aus dem Weg zu gehen ist nicht gerade die beste Lösung. Das tut dir und auch ihr nicht gut. Vielleicht solltest du einfach die letzten Tage deines friedvollen Schülerlebens genießen und dich und Relena nicht leiden lassen. Das mit „aus dem Bewusstsein entfernen“ kannst du ja noch tun wenn wir Stellung bezogen haben. Ihr wird sicher nichts geschehen. Mach dich deshalb um Gottes Willen nicht Wahnsinnig!“ „Duo das wird ein harter Kampf- vielleicht unser härtester. Es ist unmöglich abzuschätzen wie viele bei diesem Krieg und es wird in einen Krieg aus Arten sterben müssen. Könntest du einen kühlen Kopf behalten, wenn du daran denkst das vielleicht Hilde unter den Toten sein könnte. Könntest du dich da Unterkontrolle halten?“ Heero sah Duo direkt an. Seine Augen waren so offen wie selten zu vor. Ihn entging nicht das Duo bei seinen Worten schauderte. Heero wusste nur zu gut, was der so lebensfroh wirkende Amerikaner für ihre Freundin Hilde empfand. Duo gab ihm genau die Antwort die er erwartet hatte: „Ein schrecklicher Gedanke. Ich würde es nicht aushalten. Nein ich kann bei dieser Vorstellung keinen kühlen Kopf bewahren Heero. Ich verstehe wohl ziemlich genau wie du dich fühlst, aber wir dürfen uns deshalb nicht zurückziehen. Gerade deshalb sollten wir sie immer zu in unserem Bewusstsein haben, um ein Auge auf sie haben zu können. Um sie beschützen zu können. Die Mädchen die uns beiden soviel bedeuten.“ Heero sah seinen bezopften Freund lange nachdenklich an, dann lächelte er auf einmal und zeigte auf die Papiere in seiner Hand: „Nun Hilde hat da für gesorgt, dass wir in nächster Zeit so wenig zu tun haben und uns nicht großartig zurückziehen können. Aus der den verdeckten Ermittlungen wird wohl, dank Hildes gründlicher Arbeit, nicht.“ Duo tat es einem guten Freund gleich und schob das bedrückende Thema, über das sie sich gerade unterhalten hatten beiseite und sprang auf den Zug, den Heero soeben ins rollen gebracht hatte auf. Gespielt stöhnte er: „Sie ist einfach furchtbar! Sie weiß wie sehr ich verdeckte Ermittlungen liebe und dann nimmt sie mir einfach mein größtes Hobby.“ „Na so schrecklich kann sie ja wohl kaum sein, sonst würdest du sie nie so vergöttern.“ „Da spricht ja genau der Richtige. Ich sage nur ein Wort: Relena.“


Diesen Abend trennten sich die beiden Freunde ohne das sie noch ein Wort über den bevor stehenden Aufbruch oder die Vorbereitungen sprachen.



Es war Montagmorgen und unser „Helden“ saßen in ihrem Klassenzimmer (oder Folterkammer wie es Duo bezeichnete). Erstaunlicher weiße war Quatre heute der gewesen, der als Letzter von seinen Freunden zur Schule erschien. Seine Erklärung aber, weil er nicht wie gewohnt als Erster vor allen anderen hier gewesen war führte zu einer wilden Diskussion unter den Kameraden. Als er sich gerade zu seinem Shuttle aufmachen wollte, das ihn zur Schule bringen sollte, hatte bei ihm zu Hause nämlich das Telefon geklingelt. Zu Quatres erstaunen hatte sich Dorothy Catalonia gemeldet und ihn und seine Freunde für das kommende Wochenende zu sich, in ihr Ferienhaus eingeladen. Da sie Sandrock und die andern Gundams bauen ließ und sie ihnen überlassen hatte, hatte Quatre es einfach nicht übers Herz gebracht ihr abzusagen. (Typisch Quatre würde ich mal sagen) So willigte er ein und das nicht nur in seinem Namen, nein er versprach auch noch das die restlichen Gundam Piloten plus Relena und Hilde ebenfalls kommen würden. Nun und genau dieses Versprechen war Streitpunkt an diesem Morgen:

„Niemals! Ich denk nicht mal im Traum daran mein Wochenende bei dieser Onna zu verbringen!“ Wufei weigerte sich strickst mit den anderen zu Dorothy zu fahren. „Bitte Wufei! Tu es für mich! Wir sind doch Freunde! Bitte, bitte komm doch mit! Ich kann doch Dorothy nicht mehr absagen. Wie würde das den aussehen? Bitte Wufei! Ich flehe dich an!“ Mit dieser oder einer so ähnlichen Rede hatte Quatre es bis jetzt geschafft Hilde, Relena und Trowa auf seine Seite zu ziehen, aber Wufei, Heero und Duo weigerten sich noch immer. Da half auch kein flehen und bitten. „Tja. Du hättest dieser Onna eben nicht sagen sollen das wir anderen auch mitkommen. Ganz davon abgesehen, wie kommst du überhaupt auf die Idee auch im Namen von uns anderen die Einladung anzunehmen?“ Wufei ließ, wie so oft, nicht mit sich reden. Nun meldete sich, zu Quatres Ärger auch noch Heero zu Wort: „Was Wufei da sagt würde mich auch mal interessieren. Wieso und weshalb hast du in meinen Namen auch zugesagt?“ „Nun. Wir haben es Dorothy zu verdanken, das wir nun, da wir wieder in den Kampf ziehen müssen Gundams haben. Was würden wir jetzt tun wenn sie, sie uns nicht zur freien Verfügung gestellt hätte? Ich dachte mir das wir ihr dann wenigstens Schuldig waren ihre Einladung anzunehmen.“ Nachdem Quatre seine Sache vertreten hatte schwiegen alle. Er sprach ohne zögern genau das Thema an, dass sie alle den ganzen Morgen zu umgehen versucht hatten. Heero atmete schwer und sagte dann: „Wenn man die Sache so betrachtet haben wir keine andere Wahl als ihrer Einladung folge zu leisten. Vielleicht hat sie sich ja seit damals zum guten verändert. Gut Quatre. Gewonnen, wir kommen auch mit.“ „Ja aber...“ Wufei und Duo sahen Heero entsetzt an, konnten aber nichts einwenden, da er ihnen das Wort abschnitt: „Kein aber. Wir gehen alle. Verstanden?“ Wufei und Duo nickten fast unmerklich. Es hatte ja doch keinen Sinn sich mit Heero zu streiten. Quatre strahlte freudig vor sich hin und von Duo war ein leises, „Let´s fun with Dorothy.“, zu hören.

„Let´s fun with Dorothy? Geht hier irgendwo eine Party ab und ich weiß nichts davon?“ Ein siegessicher Steffen stand grinsend vor den Freunden. „Nein. Keine Party. Wir würden von einer Freundin, Dorothy Catalonia heißt sie, eingeladen das Wochenende mit ihr in ihrem Ferienhaus zu verbringen.“ Duo saß auf seinem Stuhl und genoß es richtig zu sehen wie langsam die Farbe aus Steffens Gesicht verschwand, als er den Namen Dorothy Catalonia hörte. Nachdem er sich wieder gefangen hatte sagte Steffen: „Was es auf dieser Welt nicht alles gibt! Für eine Augenblick glaubte ich du meinst die Enkeltochter von Duke Dermail.“ „Genau die mein ich doch. Dorothy Catalonia, Enkeltochter von Duke Dermail. Sie war wie Relena, Heero und Quatre eine Zeitlang Studentin im Königreich Sanc bevor es untergegangen ist. So haben wir sie kennen gelernt. Seit damals sind wir sehr gute Freunde. Wir haben schon öfters unser Ferien entweder auf Quatres Jacht im Mittelmeer oder auf Relenas Ländereien in Kanada zusammen verbracht. Jetzt hat uns Dorothy eingeladen. Ach wie ich mich freue! Was meinst du Heero, ob uns ihr Koch wieder diese kleinen Teigtaschen serviert. Weiß eigentlich jemand was da das letzte Mal drin war? Die waren letztes mal einfach ein Traum! Aber hoffentlich hat sie wenigstens in ihrem Ferienhaus Wegweiser aufgestellt. Ich hab nicht wieder Lust durch 176 Zimmer zu irren, wie damals als wir sie zu Hause besucht haben.“ Duo zauberte einen leidenden Blick auf sein Gesicht und die anderen hatten ihre liebe Not sich das Lachen zu verkneifen. Wütend trete sich Steffen um und rief, bevor er die Tür hinaus stürmte ihnen noch zu: „Na dann wünsche ich euch noch viel Spass und hoffe das euch die Teigtaschen munden und ihr euch nicht verirrt!“ Im Gedanken setzte noch dazu: „Und hoffentlich erstickst du an den Teilen und verfluchter Großkotz und dieser vermaledeite Heero Yuy gleich mit.“ Damit war er auch schon zur Tür hinaus und Hilde pustete laut lachend los. „Sag mal seit wann sind wir so dick mit Dorothy befreundet Duo?“ „Seit uns dieses falsche Wiesel angesprochen hat.“ „Und seit wann besitze ich Ländereien in Kanada oder Quatre eine Jacht im Mittelmeer auf der wir schon so oft Urlaub gemacht haben?“ kichernd meldete sich Relena zu Wort. „Das tut ihr nicht. Aber ihr könntet und dann könnten wir dort Urlaub machen. Ein großartiger Gedanke, was meint ihr dazu? Wäre das den nicht was? Was schaust du den so komisch Quatre?“ Duo schaute seine Freund von der Seite an und bekam auf einmal große Augen als ihm ein Licht auf ging und schrie los: „Du willst mir doch jetzt nicht etwa sagen das du wirklich eine Jacht im Mittelmeer besitzt! Ich glaub es nicht! Du hast uns nicht ein einziges Mal dort hin eingeladen! Was für ein Freund bist du eigentlich?“ Zu seinem Glück musste Quatre auf diese Frage nicht mehr antworten, denn genau in diesem Moment lautete es zur ersten Stunde.



Die ersten drei Stunden verliefen einigermaßen ruhig. (Wen man bedenkt was ruhig bei G- Piloten heißt, kann man sich den eigentlichen Verlauf der Stunden vorstellen....) Die Freunde saßen gerade in der vierten Schulstunde und hatten Geschichte. „Der erste Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen für die Gesellschaft“ Ein furchtbar aufregendes Thema. Das heißt im Klartext: Der Lehrer lehrt für sich allein und alle anderen taten was anderes. Der einzige der sogar dieses Thema spannend fand war, was für ein Wunder!, Quatre. Ohne nur einmal mit der Wimper zu zucken hing er schon die ganze Zeit an den Lippen des Lehrers. 2Wie macht er das bloß?“ Duo starrte schon seit einer geschlagenen viertel Stunde auf den Kopf seines Nebenmannes. „Was interessiert ihm an dem Thema denn schon großartig? Und wie macht er das, dass er nicht zwinkern muss?“ Immer noch starrt er auf den Kopf seines Freundes als er plötzlich von der Stimme des Lehrers aufgeschreckt wurde: „Wie es scheint ist der Hinterkopf von Mr. Maxwell für Sie interessanter als mein Unterricht, Miss Schbeiker. Wie kommt es dazu?“ Verblüfft wandte Duo sich um und sah wie eine feuerrot Hilde verlegen den Kopf einzog und das Gelächter der gesamten Klasse über sich ergehen ließ. Verwirrt wandte Duo den Kopf an Heero, der neben Hilde saß und sah in fragend an. Aber bevor dieser nur abweisend mit den Schultern zucken konnte hatte der Klassenlehrer schon wieder das Wort übernommen: „Ja sie sind der mit dem bezaubernden Hinterkopf Mr. Maxwell.“, bei diesem Satz wurde das Gelächter lauter und Hilde verschwand nun fast völlig unter ihrem Pult. Sie wünschte sich inständig die Erde würde sich auftun und sie verschlingen. „Es ist nicht zu über sehen das sie, Mr Maxwell so wie ihre Kameraden Mr. Yuy, Mr. Winner, sowie Mr. Barton und Mr. Chang die begehrtesten Junggesellen an dieser Schule sind.“ Abrupt verstummte das Gelächter. Die Mädchen blickten verlegen zu Boden. Sie fühlten sich auf frischer Tat ertappt. Den Knaben war das Lachen im Hals stecken geblieben. So sehr sie die fünf auch bewunderten und sie bewunderten sie wirklich, nicht nur wegen ihrer sportlichen Leistungen, es war nicht schön so darauf hingewiesen zu werden, dass die fünf Neuen die Playboys der Schule waren. Und unsere Freunde, ja auch sie hatten sich das Lachen nicht verkneifen können starrten alle erwartungsvoll auf Wufei um zu sehen wie der diesen Nachricht vom begehrtesten Junggesellen aufnahm. Aber zu aller Verwunderung/Enttäuschung saß Wufei ungerührt auf seinem Stuhl und starrte aus dem Fenster. Nach einer Minute des Schweigens und es Wartens stupste Trowa seinen Freund an und erst da reagierte er. Er griff sich an die Ohren und holte zwei Ohrstöppsel daraus hervor. Fragend drehte er sich zu Trowa um und sagte: „Ist dieser verfluchte Unterricht endlich vor bei? Mit den Teilen kann ich selbst den Schulgong nicht hören.“ Plötzlich fiel ihm auf das alle anderen noch auf ihren Plätzen saßen und ihn anstarrten. „Sag mal hast du nicht gehört was der Lehrer gesagt hat und das darauf hin alle gelacht haben?“ Quatre sah ihn verwundert an. „Nein. Warum sollte es mich auch interessieren was der zu sagen hat? Aber aus reiner Neugier, worum gings?“ „Es ging darum, dass wir AUUUUU!....“ Heero hatte seinen Freund einen Tritt unter dem Tisch versetzt und sah ihm nun warnend an. „Ach nichts wichtiges. Es ging nur um......“ „Sagen sie mal was soll das werden wenn’s fertig ist? Sind wir hier im Zirkus oder was? So eine Unverschämtheit ist mir in meiner gesamten Laufzeit als Lehrer noch nicht untergekommen!“, schäumend vor Wut stand der Lehrer vor der Klasse. Er hatte nicht glauben können was sich da vor seinen Augen abgespielt hatte und war in den ersten Sekunden so geschockt gewesen, das er kein Wort herausgebracht hatte. Wütend fuhr er fort: „Das ist eine Unverschämtheit ohne Grenzen. Eigentlich müsste ich die gesamte Klasse der Direktion melden, aber da das nicht nur unangenehme Folgen für sie sondern auch meinen guten Ruf schaden würde werde ich mich selbst um ihre Bestrafung kümmern. Bis morgen werdet ihr mir alle, jeweils in Zweiergruppen einen vollständigen Bericht über den Ersten Weltkrieg und die wirtschaftlichen, sowie die politischen Folgen abgeben. 35 Seiten, Nicht weniger! Sollte es eine Gruppe nicht schaffen werde ich andere, durchgreifender Maßnahmen in die Wege leiten müssen. Mr. High, Miss Peacecraft sie werden zusammenarbeiten.“ „Ja aber...“ Relena war wie von der Tarantel gestochen aufgesprungen. Etwas schlimmeres konnte sie sich gar nicht vorstellen als mit Steffen zusammenarbeiten zu müssen. „Kein aber, Miss Peacecraft. Ich dulde in dieser Klasse keine weiteren Widerreden! Das gilt für alle von ihnen, haben wir uns verstanden?“ Die Klasse murmelte leise ihre Zustimmung, denn keiner wagte es mehr aufzumucken. Enttäuscht ließ Relena sich wieder auf ihren Stuhl nieder und schaute vorsichtig zu Heero hinüber. Dieser starrte aber eisern nach vorne und vermied es Relena in die Augen schauen zu müssen. „Er ist wütend!“ schoß es Relena durch den Kopf. Ihr war zu weinen zu mute. Warum ausgerechnet mir Steffen? Warum mit ihm? Konnte es nicht jemand anderes sein? Musste es ausgerechnet der sein, den Heero am wenigsten leiden konnte? Hilde sah traurig zu ihrer Freundin. Sie konnte sehen wie sehr ihr die Zusammenarbeit mit diesen High und Heero’s abweisendes Verhalten zusetzte. Einen Augenblick lang wollte sie Heero schon für sein gemeines Verhalten gegenüber Relena zurecht stutzten, aber dann überlegte sie es sich doch anderes. Heero zeigte es nicht, aber Relena war ihm wichtiger als er zugeben wollte und das sie ausgerechnet mit Steffen zusammenarbeiten sollte musste ihm sehr nahe gehen. Auch mit ihr hatte der Lehrer kein Mitleid gehabt sie mit Duo in ein Team gesteckt. Nach dieser Blamage konnte ihr ja nichts schlimmeres passieren! Wenn sie nicht so in ihn ver... Wenn sie nur nicht mit ihm zusammenarbeiten müsste. Wie gern würde sie mit Relena tauschen. (Arme Relena! Arme Hilde!)

Am Schluss der Stunde sah es so aus das Trowa mit Quatre und Heero mit Wufei zusammenarbeiten musste. Es war eindeutig, das es keiner so schlecht getroffen hatte wie Relena und Hilde.


Kurz bevor die Schule zu ende war, kam Steffen auf Relena zu und sah sie arrogant lächelnd wie immer an und sagte: „Wie’s aussieht sind wir Partner, Partner. Wir müssen abmachen wann und wo wir uns treffen wollen. Was hältst du von heute Abend um 8:00 Uhr bei mir?“ Relena versuchte ihren Widerwillen zu unterdrücken und zwang sich ein Lächeln aufs Gesicht. „Gut. Einverstanden. Um 8:00 Uhr bei dir. Ich werde da sein.“ Schnell ließ sie sich die Adresse von Steffen geben und verschwand aus der Tür. Steffen grinste ihr nach. Als er sich umdreht sah er Heero hinter sich stehen. Sein grinsen wurde noch breiter, diesen Yuy eins auszuwischen war sein größtes Vergnügen. Das Spiel um Relena hatte er so gut wie gewonnen! Nach diesem Abend, hätte sie diesen Kerl vergessen, dafür würde er schon sorgen. So sagte er siegesgewiß zu ihm und die anderen die sich nun zu ihm gesellt hatten: „Ich schätze mal, das Relena und ich heute viel Spaß haben werden.“ „Solltest du Relena nur ein Haar krümmen, dann...“ „Lass deine Drohungen stecken Yuy. Ich glaube eine Horde verweichlichter EX-Soldaten ist kein richtiger Umgang für ein Mädchen wie Relena.“ Mit Freuden sah er wie Heero und die anderen weiß wurden und hörte nur zugern das entsetzte stammeln von Duo: „Woher?“ „Woher? Woher ich das weiß? Nun ich habe so meine Kontakte und ich weiß noch viel mehr Gundam- Pilot 02. Wenn ihr nicht brav seit, werde ich allen hier euer kleines Geheimnis verraten. Na, wie schmeckt euch das?“ Steffens Stimme war nicht mehr als ein drohendes Flüstern. Endlich, endlich hatte er etwas gegen diese vermaledeite Teufelsbrut in der Hand. Doch zu seinem entsetzten fing Heero auf einmal laut zu lachen an und die übrigen vier Jungs stimmten mit ein. Lächelt kam Heero auf ihn zu und beugte sich so vor das er fast Steffens Ohr gestreift hätte. Dieser konnte den leichten Rosenduft riechen (Sorry! Ich konnte nicht anders!)der von ihm aus ging und spürte Heeros Atem auf seiner Haut als dieser flüsterte: „Gut, erzähl es allen! Erzähl es allen die du kennst! Erzähl allen das wir Gundam- Piloten waren! Es kümmert uns nicht, dass das jemand weiß. Mach ruhig! Nur zu! Trau dich!“ Dann richtete er sich auf, lächelte Steffen ins Gesicht und ging an ihm vorbei in Richtung Tür. Die anderen folgten ihm, mit dem gleichen lächeln, dass einem das Blut in den Adern gefrieren lassen konnte. Minuten lang stand Steffen steif da und hatte immer noch den leichten Rosenduft in der Nase. (Sorry!)Dann auf einmal, als wäre er aufgewacht, drehte er sich um und stürmte wütend aus der Tür hinaus.


Kapitel 13


Gebrochene Herzen und liebes Schwüre


Es war ein schöner, wunderschöner Tag. (Oh Gott ich hör mich ja an wie Quatre. Muss wohl demnächst meinen Psychiater wieder einen kleinen Besuch abstatten...) Ein Nachmittag wie man ihn eigentlich nur aus einem der unzähligen Märchenbücher, die man in seiner Kindheit immer gelesen hat, kennt. Alle genossen es, bis auf die fünf Jungs die halb verdeckt im großen Park der Stadt hinter einem Rosenbusch saßen und Löcher in die Luft starrten. Ohne Vorwarnung durchbrach Quatre die Stille: „Wie um alles in der Welt hat er das raus bekommen?“ Keiner der anderen Antwortete ihm. Sie waren alle viel zu geschockt darüber, dass High ihr Geheimnis aufgedeckt hatte. Vor einer Stunde hatten sie zwar noch so getan lass ob sie das alles kalt lassen würde, aber es hatte sie in Wirklichkeit alles andere als kalt gelassen. Ihr so wohl gehütetes Geheimnis, war kein Geheimnis mehr und nun zählte nur noch eine Frage: Wie war Steffen an diese Information gekommen? „Du hast ihn doch gehört: „Ich hab da so meine Kontakte!“. Es gibt mehr als genügend Leuten die wissen wie die Gundam- Piloten aussehen. Nur einer von denen muss nun noch unsere Namen aufgeschnappt und dann preisgegeben haben. Das Ende vom Lied ist, dass wir nun mehr Probleme haben, als zuvor.“ Trowa betrachtete, während er sprach weiter ausgiebig die Wolken, die langsam über das Himmelszelt glitten. Wieder entstand eine lange Stille, als ob die Gehirne der Freunde heute mit Schneckentempo arbeiteten, bis Wufei weiter sprach: „Wir werden in umbringen müssen. Was haben wir auch für eine andere Wahl? Wenn er das Geheimnis um unsere Vergangenheit verbreitet haben wir den Kampf gegen Sibirius und seine Renewal Figther schon verloren bevor er angefangen hat.“ Trowa nickte langsam und zustimmend als Heero auf einmal fragte: „Meinst du wirklich das sich dieser Steffen High so leicht von uns erledigen lässt? Nein, nie im Leben! Er war klug genug um herauszufinden, das wir Gundam- Piloten waren. Er ist gefährlicher als ich gedacht habe. Ist euch vielleicht schon mal die Idee gekommen das Sibirius auch etwas über uns weiß und uns von ein paar seiner Leute im Auge behalten lässt? Also ich kann mir das mittlerweile ganz gut vorstellen.“ Vier Augenpaare richteten sich gleichzeitig auf Heero und langsam fragte Quatre: „Willst du etwa sagen, dass dieser Steffen High ein Spion von The Renewal Figther ist? Wenn das so ist, dann bedeutet das ja!“ Quatre kam ins stocken. Auch von den andern sagte keiner etwas. Der Gedanke das The Renewal Figther sie schon seit einer ganzen Zeit beobachteten war erschreckend. Diesmal war es Duo der die Stille durchbrach. Bitter sagte er: „Tja, dann haben wir es wohl mit einem noch härteren Gegner zutun, als wir geglaubt haben. Wir können uns gratulieren! Wir haben mal wieder die glorreiche Aufgabe ein ganzes Bündel voller Probleme zu beseitigen.“ Quatre sagte stumpf:„Und was wollen wir jetzt tun? Wir müssen unsere Pläne ändern und Relena darf keinesfalls in die Nähe von diesem Kerl. Wenn die Vermutung von Heero stimmt und er wirklich ein Spion von The Renewal Figther ist, ist sie in großer Gefahr. Also was werden wir als nächstes tun?“ „Wir werden gar nichts tun.“, Heero meldete sich zu Wort, bevor auch nur ein anderer auf die Frage eingehen könnte. „Relena wird nichts geschehen. Wenn sie vorgehabt hätten sie zu beseitigen, hätten sie das schon viel früher getan. Wenn es so ist wie ich vermute und Steffen ein Spion von ihnen ist, dann wäre es unklug nun noch unsere Pläne zu ändern. Wir werden also weiter an unserem Plan festhalten und nach dem Wochenende bei Dorothy, in unser Lager aufbrechen und dort alles weitere planen. Bis dahin müssen wir einfach das Leben von Schülern weiterleben und sowenig aufsehen wie nur möglich erregen. Das heißt zuerst ist diese Strafarbeit, die wir nur zur Erinnerung Duos Hinterkopf zu verdanken haben, zu machen. Wir treffen uns dann um halb neun bei mir, Wufei. Bis dann.“ Damit erhob sich Heero und ging, gefolgt von Duo nach Hause. Die anderen blieben noch etwas sitzen und machten sich dann auch auf den Heimweg.




„18:24 Uhr. Ich sollte mich langsam fertig mach, wenn ich rechtzeitig zu Steffen kommen will. Aber will ich das?“ Nicht zum ersten Mal an diesem Tag erschien Heeros Gesicht vor Relena. Sie war so unsicher wie selten zuvor ihn ihrem Leben. Sie sollte mit Steffen an einem Aufsatz arbeiten, weil der Lehrer sie so eingeteilt hatte. Aber sie wusste nur zu gut wie wenig Heero Steffen leiden konnte. Das hatte er ihr doch selbst ins Gesicht gesagt. Relena hatte Angst vor seiner Reaktion, wenn sie mit Steffen zusammenarbeiten würde. Heero würde doch sicher wütend auf sie sein. Er hatte sie ja schon heute in der Schule nicht mehr beachtet, als der Lehrer es so festgelegt hatte. Relena ging weiter geistesabwesend durch ihr Zimmer. Denn ganzen Nachmittag über hatte sie an nichts anders denken können, als an diesen Abend und an Heero. Wieder blieb sie abrupt stehen, drehte sich um und rannte zum Telefon. Die Nummer kannte sie bereits auswendig, denn sie hatte sie heute schon sicherlich mehr als tausendmal gewählt. Aber wie immer ging keiner rann und bevor die Bandansage sich melden konnte hatte sie den Hörer schon wieder auf die Gabel geworfen und tigerte weiter durch ihr Haus. Die Bandansage kannte sie ebenfalls auswendig: „Guten Tag. Sie sind mit dem Anrufbeantworter von Heero Yuy und Duo Maxwell verbunden. Wir sind leider nicht zu Hause. Bitte hinterlassen sie eine Nachricht nach dem Piepton.“ Waren die Beiden wirklich nicht zu Hause oder wollte Heero bloß nicht rangehen und hatte es Duo auch verboten? Sie hatte sich nicht getraut eine Nachricht zu hinterlassen. Auf der einen Seite wollte sie dringend mit Heero sprechen, auf der anderen hatte sie Angst vor seiner Reaktion. Doch plötzlich kam ihr eine fixe Idee. 18:39Uhr. Sie musste langsam los. Mit der Limousine brauchte sie eine dreiviertel Stunde durch die Stadt und wenn sie noch schnell bei Heero vorbeifahren wollte....



Duo und Heero erreichten schweigend ihre Wohnung. Schon als Duo die Tür auf schloss könnten sie dein Geruch von selbst gemachten Essen riechen. Erstaunt gingen sie in die Küche. Hilde hätten sie wirklich nicht erwartet. Sie hatten gedacht, dass ihr Auftritt in der Schule ihr so peinlich gewesen wäre, dass sie sich nicht vor die Tür traute. Als sie die Küche kamen, warf sich Hilde, seinem Namen schreiend, mit vollem Elan an Heeros Hals. Diesen riss es von den Füßen und beide lagen auf der Erde. Erst als Duo sich umdrehte sah er, dass es sich nicht um Hilde sondern um Alex handelte, die sich da an Heero festkrallte. Genau so überrascht kam es von Heero: >>Alex! Was machst du denn hier? Lass mich doch endlich los!<< Mühsam rappelte der sich wieder hoch und versuchte verzweifelt Alex von sich los zu machen. >>Ich dachte mir das ich heute für dich kochen könnte, Heero. Außerdem war mir langweilig. Als Hilde von der Schule kam, hat sie sich gleich in ihrem Zimmer eingeschlossen und ist bis ich gegangen bin nicht mehr heraus gekommen. Freust du dich?<< Während Heero sich immer noch darum bemühte Alex von sich fern zu halten, hatte sich Duo erleichtert auf einem Stuhl fallen lassen. Langsam normalisierte sich sein Herzschlag wieder. Für einen Augenblick hatte er gedacht, Hilde war es, die sich so an Heero heran geschmissen hatte. Er wusste nicht was er getan hätte, wenn es wirklich so gewesen wäre. Heero und Hilde. Er empfand Gefühle, die ihm völlig unbekannt waren, wenn er nur daran dachte. War er etwa Eifersüchtig? Glühend heiß, wie ein Blitz durchzuckte ihm diese Frage. War ihm Hilde wirklich so wichtig, dass ihn schon allein der Gedanke daran das sie ein anderer haben könnte in die Eifersucht trieb? Duo kam nicht dazu seine Gedanken weiter zu denken, denn Heero wieß ihn „höflich“ darauf hin das er im Fall „Alex“ Hilfe bräuchte. Geschickt lenkte Duo Alex, mit Hilfe von Zeichensprache und den wenigen Brocken Deutsch die er konnte ab und Heero verschwand ins Bad. Eine Zeitlang sah er Alex noch dabei zu wie sie am Herd hantierte, dann musste er sich auch schon auf den Weg zu Hilde machen. Er verabschiedete sich umständlich von Alex, klopfte bei Heero an die Badezimmertür um ihn darauf aufmerksam zu machen, dass Alex nun wieder allein sein Problem war und war auch schon ein paar Minuten später zur Tür. Wenn er sich zu Fuß etwas beeilte, würde er um 18:45 Uhr bei Hilde sein. Als er gerade die Tür zu Hilde‘s Wohnhaus ins Schloss fallen ließ, bog Relenas Limousine in die Straße ab aus der er gekommen war...



Schon seit geschlagenen 2 Minuten stand Relena nun schon vor Heeros Tür. Ihr anfänglicher Mut, einfach zu Heero zu gehen und mit ihm über diese Sache zu reden hatte sich verzogen. Nun zitterte sie innerlich wieder vor Angst, wenn sie daran dachte wie er reagieren könnte. Sie streckte gerade zum 5 mal die Hand nach dem Klingelknopf aus, zog ihn aber sofort wieder zurück, als hätte sie eine Schlange gebissen. Unentschlossen stand sie nun vor der Tür und schimpfte mit sich selbst. Wieso war sie nur so feige, dass sie nicht mal den Mut aufbrachte mit Heero zureden? So war sie doch nicht normalerweise nicht! Entschlossen streckte sie die Hand abermals aus und drückte entschlossen drauf. Eine Zeitlang geschah nichts und sie wollte schon wieder gehen, als sich plötzlich in der Wohnung etwas rührte. Doch mit der, die da die Tür auf machte hatte sie nicht im Traum gerechnet. Nicht Heero und auch nicht Duo standen ihr da gegenüber. Nein, keine geringere als Hildes kleine Schwester die sich schon am Tag zuvor so an Heero ran gemacht hatte war es - Alex. Wie um alles in der Welt kommt die den zu Heero in die Wohnung?, schoss es Relena durch den Kopf. Eine Zeitlang herrschte starres Schweigen zwischen den beiden Kontrahentinnen, dann hörte man Heero vom Bad her auf Deutsch fragen:>> Wer ist den an der Tür, Alex?<< Kurz darauf trat Heero auch schon auf den Flur. Seine Haare waren noch naß von der Dusche und kleine Wassertropfen hingen an deren Spitzen und an den Wimpern. Da er sein Shirt noch in der Hand hielt konnte man seinen muskulösen Oberkörper auch in dem schwachen Licht gut erkennen. Mit unverhülltem Erstaunen musste er Relena und sagte kein Wort. Die erste die etwas Tat war Alex. Sie warf sich an Heeros Hals, so das dem keine andere Möglichkeit blieb als beide Hände um sie zu schlingen, wenn er nicht wieder umfallen wollte. Vor Erleichterung lächelte er auf Alex hinunter, diese Lächeln erstarb aber sofort, als er in Relenas Gesicht blickte. Relena war ganz bleich geworden. Sie musste sich am Türrahmen festhalten, da sie dachte ihre Beine würden sie keinen Moment lang mehr tragen. Mit weit auf gerissenen Augen starrte sie auf Heero und Alex, der diese immer noch im Arm hielt, sie anstarrte und keine Anstalten machte Alex los zu lassen oder ihr irgend etwas zu erklären. Noch bevor sie wusste was sie tat, hatte sie sich schon umgedreht und war wie gehetzt die Treppe hinunter gestürzt. Hinter sich konnte sie noch schwach die Rufe von Heero hören. Als sie dann endlich in ihrer Limousine saß, konnte sie vor lauter Tränen fast nichts mehr sehen. Wie konnte er ihr das nur antun? Wie?

Hätte sie nicht so gehetzt die Wohnung verlassen, wäre ihr vielleicht das gemeine, siegesgewisse Grinsen in Alex’s Gesicht aufgefallen...



So wie Relena stand auch Duo vor verschlossener Tür. Der einzige Unterschied war, dass er geklingelt hatte, aber ihm keiner öffnete. Wieder betätigte er den Klingelknopf, diesmal länger und nach einer ihm endlos erscheinenden Minute des Wartens öffnete ihm Hilde die Tür. „Hi“ sagte sie, obwohl das nicht mehr lass ein flüstern war und blickte unsicher zu Boden. Eigentlich hatte Duo vorgehabt gleich auf den Unterricht und seinen Hinterkopf zusprechen zukommen, aber als er Hilde so vor sich stehen sah, erinnerte er sich wie er nur vor ein paar Minuten geglaubt hatte das die, die sich so an Heero ran geworfen hatte Hilde gewesen wäre. Er erinnerte sich auch daran, wie leicht es ihm auf einmal ums Herz war als er merkte das er sie mit Alex verwechselt hatte. Nein, er würde heute Abend Hilde nicht in irgendeine verlegen Situation bringen. Das konnte er ihr einfach nicht antun. Besonders wenn sie sich in ein paar Tagen sowieso trennen müssten. So fragte er bloß: „Kann ich rein kommen oder willst du lieber hier draußen auf dem Flur arbeiten. Ich für meinen Teil hab da nichts dagegen, aber was werden deine Nachbarn dazu sagen?“ Hilde sah ihn zuerst verwirrt an. Doch dann, als sie in seine violetten Augen blickte wusste sie, dass er es ernst meinte. „Es ist wohl besser, wenn wir drinnen Arbeiten. Die denken sowieso schon, dass ich nicht ganz klar im Kopf bin, seit Alex zu Besuch ist.“ Hilde war einen Schritt zur Seite gegangen und folgte Duo ins Wohnzimmer. „Wenigstens ist sie heute ausgegangen und wir können in ruhe arbeiten. Ich weiß ja, ich bin nicht gerade Verantwortungsbewusst, denn ich weiß gar nicht wo sie ist, aber ich bin ganz froh das sie heute weg ist. Sie geht mir langsam auf die Nerven.“ „Oh da macht dir mal keine Gedanken. Sie ist bei Heero.“ Duo hatte sich auf einen Sessel fallen lassen. „Bei Heero?“ Hilde war überrascht stehen geblieben. Schon Duos merkwürdige Zurückhaltung hatte sie verwirrt, aber diese Erkenntnis brachte das Faß zum überlaufen. Duo lehnte sich kichernd zurück als er Hildes fragendes Gesicht sah und begann zu erzählen was sich vor nur ein paar Minuten in seiner Wohnung zugetragen hatte. Das mit seiner Verwechslung ließ er aber außen vor. Davon musste Hilde ja nicht unbedingt etwas erfahren. Nachdem Duo fertig war mit erzählen und Hilde sich einigermaßen von ihren Lachkrämpfen erholte (Duo hatte nicht nur erzählt sondern hatte sich auch als Schauspieler versucht) gingen die beiden an die Arbeit. Eine Zeitlang arbeiteten sie schweigend vor sich hin und eine Frage, die Hilde die ganze Zeit über schon im Hinterkopf herum gespuckt war, drängte sich in den Vordergrund. Warum hatte sie Duo nicht auf den Vorfall in der Schule heute angesprochen, der erst zu dieser Zusammenarbeit führte? War ihm die ganze Sache egal, weil er sich nicht für sie interessierte? Vorsichtig spähte sie in Duos Richtung. Sie versuchte sich vorzustellen wie es wäre, wenn Duo ihr ins Gesicht sagen würde, dass sie ihn einfach nicht interessierte, dass er nichts von ihr wollte. Schon allein der Gedanke daran brachte sie den Tränen nahe. Nein sie würde das nicht Überleben. Entschieden schüttelte sie den Kopf. Duo hatte diese Bewegung bemerkt und fragte auf einmal: „Ist dir nicht gut?“ Er hört sich ja besorgt an! Schoß es Hilde durch den Kopf. Wieder schüttelte sie den Kopf und sagte: „Nein. Es ist nichts.“ Duo wandte sich wieder seiner Arbeit zu und Hilde seinen trüben Gedanken. Nein. Sie musste sich geirrt haben. Wenn Duo nichts für sie empfinden würde, würde er ja nicht so besorgt um sie sein. Aber warum sagte er dann nichts. Der Duo Maxwell, denn sie kannte, hätte sie normaler Weise sofort, als sie die Tür aufmachte damit geärgert. Warum sagte er nichts? Sie musste es einfach wissen. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sagte auf einmal: „Es ist doch etwas Duo. Warum fragst du mich nicht warum ich dich im Unterricht so angestarrt habe. Warum machst du dich darüber nicht lustig?“ Duo sah sie überrascht an. Damit hatte er nicht gerechnet. Ich muss es wissen dacht Hilde bei sich und wartete auf Duos Antwort. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis dieser schließlich antwortete: „ Es war dir schon peinlich genug. Ich wollte dich nicht noch einmal daran erinnern.“ Nun war Hilde überrascht. Duos violette Augen schienen sie wieder einmal gefangen zu nehmen als sie fragte: „Aber warum?“ „Vielleicht aus dem gleichen Grund aus dem du mich angestarrt hast, Hilde.“ Nur schwer hielt Hilde Duos Blick noch stand. War das gerade eine Liebeserklärung gewesen oder hatte sie sich getäuscht? Duo wandte sich nach einer Zeit des Schweigens wieder seinen Nachforschungen über den Ersten Weltkrieg und seine wirtschaftlichen Folgen für die Gesellschaft zu. Enttäuschung und Wut auf sich selbst stiegen in Hilde auf. Sie hatte den Augenblick, in dem sie Duo hätte antworten können verstreichen lassen, nur weil sie so überrascht wegen seiner Antwort gewesen war. Wie könnte sie nur so blöd gewesen sein? Aber trotzdem war sie glücklich. Sie war sich nun ganz sicher, dass Duo ihre Gefühle erwiderte, dass er sie liebte, wie sie ihn liebte. „Vielleicht aus dem gleichen Grund, aus dem du mich angestarrt hast.“ Hatte er gesagt. Ohne Zweifel, dass war eine Liebeserklärung gewesen!



„Relena! Warte doch! Bleib doch stehen! Lass mich bitte erklären! Relena!“ Heero rief Relena aufgeregt hinter her, als diese sich plötzlich umdrehte und die Stufen hinunter eilte. Er versuchte ihr nach zulaufen, aber da sich Alex immer noch an ihn klammerte kam er nicht vom Fleck. Nach einer Zeit hörte er auf zu versuchen sich aus Alex Umklammerung zu lösen und Relena hinterher zulaufen. Es war sowieso zu spät. Sie war sicherlich schon über alle Berge. Eine Zeitlang stand er noch still und überdachte was gerade geschehen war: Alex sprintet auf ihn zu, die Angst das Gleichgewicht zu verlieren, Alex in seinen Armen und Relena die ihn mit großen Augen und kreide bleichen Gesicht ihn und diese Weib anstarrte. Plötzlich und ohne Vorwarnung packte er Alex grob an den Schultern und hielt sie ein Stück von sich weg und ging sie zornig an: >>Was sollte das gerade? Los Antworte! Warum hast du das getan? Du wusstest wie für Relena die Sache aussehen würde!<< Alex war zuerst erschrocken zusammen gefahren, als sie Heeros grimmigen Blick sah, dann nach sie sich aber zusammen und sagte: >>Wie hat das den ausgesehen Heero? Als ob wir ein Liebespaar wären? Sei doch froh! So bist du sie endlich los und sie steht uns beiden in nichts mehr im Wege.<< Sie versuchte sich wieder an Heero zu schmiegen, der aber verstärke nur seinen Griff und fragte: >> Was redest du da den für ein Zeug? Worin steht sie uns nicht mehr im Wege?<< >> Sie drängt sich nun endlich nicht mehr zwischen dich und mich und zwischen unsere Liebe! Ja hörst du Heero Yuy! Ich liebe dich und ich weiß das du mich auch liebst!<< Heero wich erschrocken einen Schritt zurück. Was reimte sich dieses Mädchen dann da zusammen? Verwirrt sprach er dann weiter: >>Ich glaube du bist verrückt geworden. Wie kommst du auf die bescheuerte Idee, dass ich dich liebe?<< >> Weil ich weiß das es so ist! Nur die Gegenwart dieser Relena Peacecraft hat dich das nur nie merken lassen. Du liebst mich, ich weiß es! Wäre es nicht so, hättest du dich nie mit mir abgegeben!<< >>Was ist bloß mit dir los! Ich liebe dich nicht! Das hab ich nie getan und ich werde es nie tun! Ich hab mich nur mit dir Unterhalten weil du die Schwester von Hilde bist und Hilde und ich befreundet sind. Versteht du’s endlich? Ich liebe dich nicht! Ich liebe nur Relena!<< Heero starrte in das Gesicht von Alex. Alex in das von Heero. Dann begann sie auf einmal zu weinen und schrie ihn an: >>Nein das ist eine Lüge! Das ist nicht dein ernst! Du liebst mich, ich weiß es!<< Als Heero nichts antwortete sondern sie nur mitleidig anstarrte als wäre sie wirklich verrückt geworden drehte sie sich um und rannte zur Tür hinaus. Heero verschwendete keinen weiteren Gedanken mehr an Alex. Langsam begann sein Gehirn zu verarbeiten was er gerade in einem Schwall von Emotionen gesagt hatte: „Ich liebe nur Relena!“ Langsam, ganz langsam verstand er was er gesagt hatte und auf einmal war es ihm so klar wie nichts zuvor in seinem Leben. Er liebte Relena! Er liebt sie wirklich! Aber was hatte er gerade getan? Sie würde doch niemals glauben was gerade geschehen war, wenn er es ihr erklärte. Aber er musste es versuchen, er musste ihr.... „He Heero, was war den gerade hier los? Zuerst überfährt mich fast Relenas Limousine und dann rennt die Schwester von Hilde mich über den Haufen und du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen. Also was war gerade bei dir los?“ Heero blickte überrascht in das Gesicht von Wufei. Sche***! Er hatte total den Aufsatz und Wufei vergessen. Überhastet brach er heraus: „Wufei wir können jetzt nicht arbeiten. Ich hab gerade echt Mist gebaut! Alex glaubt ich würde sie lieben und Relena glaubt das nicht. Aber ich liebe Relena und nicht Alex. Aber Relena glaubt das ich sie nicht liebe und deshalb muss ich ihr hinter her, denn ich liebe sie und nicht Alex, aber das weiß sie nicht und deshalb....“ „Stop! Stop Heero! Ich versteh kein Wort mehr! Wenn liebst du? Und was ist mit Relena und Alex? Jetzt setz dich doch erst mal hin und erkläre mich die Sache von Anfang an.“ Damit hatte Wufei Heero eisern ins Wohnzimmer geschoben und ihn in einen Sessel gezwängt. Während Heero erzählte wurde Wufeis Gesicht immer unglaubwürdiger und als Heero endlich fertig war platzt er hinaus: „Du hast Alex im Arm gehalten und das vor Relenas Augen? Bist du den nicht mehr ganz klar im Kopf! Das ist das schlimmste was du einem Mädchen antun kannst. Was sitzt du hier noch so rum? Schau das sie einholst! Ich erledige diesen Aufsatz für dich. Aber wehe du kommst ohne gute Nachrichten zurück!“ Ohne auf Heeros Widersprüche zu achten hatte er ihn auch schon zur Tür hinaus geschoben, ihm die Schlüssel nach geworfen und die Tür vor ihm zugeknallt. Zufrieden mit sich selbst ließ er sich in einem Wohnzimmersessel nieder und begann mit der Arbeit für seine und Heeros Aufsatz. Heero würde das schon gebacken kriegen, da war er sich ganz sicher.



Trowa und Quatre arbeiten währenddessen in Quatres Wintergarten konzentriert an ihrem Aufsatz. Das einzige was sie ablenkte waren die gelegentlichen Störungen von Quatres Schwestern die ihnen hin und wieder Tee oder Gebäck brachten. Von dem was sich unter ihren Freunden auf der Erde gerade ereignete ahnte keiner von beiden etwas.


Kapitel 14


Das Ende einer schrecklichen Nacht


Warum hat er mir das nur angetan? Warum nur? Ich dachte immer er liebt mich, aber nun hält er diese, diese.... Mir fällt ja nicht einmal mehr der richtige Name für Hildes Schwester ein! Er hat mich damals, als wir uns kennengelernt haben nicht umgebracht. Ich dachte wirklich das er mich am Leben gelassen hat, weil ich ihm etwas bedeute und nun das! Warum? Warum nur? Relena saß in ihrem Wagen. Sie hatte zwar aufgehört zu weinen, aber ihr Herz war immer noch gebrochen. Immer wieder kehrten ihre Gedanken auf dieses furchtbare Erlebnis und die gleiche Frage zurück: Warum? Warum hat er sie im Arm gehalten? Warum hat er mir nach geschrien ich sollte stehen bleiben? Und wenn ich etwas falsch verständen habe? Wenn es nur ein versehen war, dass er sie Arm gehalten hat. Nein! Wie kann es ein versehen gewesen sein? Alex ist auf ihn zugerannt und hat ihre Arme um ihn geschlungen. Heero hat sie angelächelt! Er hat sie angelächelt! Einfach nur so! Er hat sie angelächelt und sie im Arm gehalten! Da gibt es nichts falsch zu verstehen! Heero liebt mich nicht mehr, wenn er mich je geliebt hat! Relena du darfst dir jetzt nichts anmerken lassen. Gleich wirst du bei Steffen sein und der soll nichts davon mitbekommen! Du darfst niemandem zeigen wie verletzt du bist! Nicht du, nicht Relena Peacecraft! Keiner darf es merken. Was würden sie nur denken, wenn sie wüssten, das sich die ehemalige Vizeaußenministerin wegen einem Mann die Augen ausheult! Sei stark!

Gerade als Relena sich gut zusprach bog ihr Wagen in die Einfahrt zu Steffens Einfamilienhaus ein. Wieder erinnerte sie sich an Heeros abweisendes Verhalten, als der Lehrer Steffen und sie zu einem Team gemachte hatte und ihre Vorsätze schienen sie zu verlassen. Wenn er sie nicht liebte, warum hatte er dann so verletzt reagiert? Spielte Heero nur ein Spiel mir ihr? Nein so brutal war er nicht. Aber warum hielt er dann Alex im Arm? Ihre trüben Gedanken verfolgten sie noch eine ganze Zeit. Sie wartete noch einen Augenblick bis sie klingelte und versuchte sich zu sammeln. Als es ihr einigermaßen besser ging klingelte sie. Eine ganze Zeit musste sie warten dann erst regte sich im Haus etwas. Steffen öffnete mit einem gewinnenden Lächeln die Tür. „Ah Relena. Schon das du gekommen bist. Komm doch bitte rein und mach’s dir gemütlich. Willst du etwas trinken? Wasser, Limonade, Cola oder Kaffee, wenn du so spät überhaupt noch einen magst.“ Relena war eingetreten und folgte Steffen zum Wohnzimmer. Zu ihrer Überraschung war alles in dem Haus sehr gepflegt und ordentlich. So etwas war sie von einem allein stehenden jungen Mann nicht gewöhnt. Wenn Hilde nicht in regelmäßigen abständen bei Heero und Duo aufräumen würde, dann.... Heero! Sie wollte doch heute nicht mehr an ihn denken. Wieder stiegen ihr Tränen in die Augen. Sie verstand es nicht, warum er das getan hatte. „Was ist den los? Warum weinst du Relena? Was ist den passiert? Hat dieser Yuy dir was getan?“ Erschrocken hob Relena den Kopf. Das Steffen hier war, hatte sie ganz vergessen. Tapfer lächelte sie und sagte so normal wie nur möglich: „Nein. Wie kommst du darauf das Heero mir was getan hat? Ich hab nur was in Auge bekommen das ist alles. Mach dir mal um mich keine Sorgen!“ „Na wenn das so ist. Ich hol dir was zum trinken. Ist Cola OK?“ Geistes abwesend nickte Relena mit den Kopf. Wenn Steffen nur wüsten! Warum hatte sie Heero eigentlich verteidigt? Sie hätten ihn einfach verraten können und es wäre nicht schlimm gewesen, immerhin hat er sie ja auch mit Alex hintergangen. Aber schon wenn sie nur an seine liebevollen blauen Augen dachte konnte sie nicht anderes als ihn in Schutz zu nehmen. Stärker den je wurde ihr nun bewusst, dass sie Heero liebte, aber er....

„Hier bitte. Ist wirklich alles in Ordnung? Du siehst du blass aus.“ Steffen war zurück ins Wohnzimmer gekommen und hielt ihr das Glas hin. Wieder lächelte Relena und sagte: „Ja. Du kannst mir glauben, mir geht es gut. Lass uns lieber arbeiten oder wir können uns auf gewaltigen Ärger vorbereiten, wenn wir unsere Arbeiten abgeben müssen.“ „Da hast du leider recht, auch wenn ich mich viel lieber mit dir unterhalten würde. Ich finde dich sehr interessant Relena. Du hast so etwas geheimnisvolles an dir, dass mich einfach nicht los lässt.“ Erschrocken blickte Relena auf. Steffen sah sie mit seinen kalten Augen an und ihr lief ein eisiger Schauer über den Rücken. Seine Augen waren blau, blau wie die von Heero. Aber sie strahlten nicht diese Wärme aus, die sie von Heero gewöhnt war. In diesen lag ein böses Funkeln, dass ihr Angst machte. Steffen liebte keinen einzigen Menschen, er machte sich aus niemanden etwas und er verschonte keinen. Lächelnd wandte sie sich wieder ihrer Arbeit zu, sagte aber zuvor noch: „Ich hab etwas geheimnisvolles an mir? Nun da bin ich nicht die einzige. Es gibt hier noch eine Person die aus sich ein großes Geheimnis macht.“ „Die Person würde aber gerne ihr Geheimnis mit dir teilen Relena. Wenn du nur willst. Zwischen uns muss es keine Geheimnisse geben Relena. Du musst wissen das du mir ziemlich gut gefällst und ich mit dir alles Teilen würde, wenn du nur willst.“ Langsam hob Relena denn Blick. Hatte sie das gerade richtig verstanden? Hatte er gerade gesagt sie würde ihm gefallen? Das würde dann aber heißen, er hätte sich ihn sie verliebt? Nein, er hat sich nicht in mich verliebt, sein Blick verrät etwas anderes! Es geht allen um seinen Kampf gegen Heero und mich will er so zusagen als Trophäe. Relena hielt nur schwer Steffens Blick stand. Er war erdrückend und gefährlich zugleich. Sie wägte ihre Worte sorgsam ab bevor sie antwortete: „Es tut mir leid, aber mir war nicht bewusst wie du für mich empfindest. Aber vielleicht sollten wir es dabei belassen Freunde zusein. Ich hab in meinem Leben oft genug die Erfahrung gemacht, das es besser ist Geheimnisse für sich zu behalten. Es kann einen oft vor großen Schaden bewahren.“ Damit wand sie sich wieder ihren Aufzeichnungen zu und hoffte das die Sache damit erledigt sei, denn sie konnte einfach nicht mehr. Aber so schnell gab Steffen nicht auf. Er hatte noch einen As im Ärmel. „Ja es ist oft besser Geheimnisse für sich zu behalten. Das scheinen auch Heero und deine anderen so genannten Freunde zu wissen.“ Blitz schnell schoss Relenas Kopf empor und sie fragte: „Wie meinst du das?“ Ein hämisches grinsen hüpfte über Steffens Gesicht. Nur ein Wort von ihm und Relena würde sich von ihren „guten“ Freunden hintergangen fühlen und nichts mehr mit ihnen zutun haben wollen. Vor allem nicht mehr mit diesem Heero Yuy. Dann wäre sie endlich für ihn offen, denn irgendeiner musste sie ja nach dieser Enttäuschung trösten. „Nun ja, deine sogenannten guten Freunde haben dir nicht alles über sich erzählt. Zufällig bin ich im Internet auf eine Seite gestoßen, die Bilder von einem Kampf vor einem Jahr zeigte. Es war ein Kampf von OZ gegen die Gundams. Als ich mir das Bild genauer angesehen habe, hab ich bemerkt das sie das Bild von einem der fünf Gundam-Piloten im Lack gespiegelt hatte. Es tut mir ja so schrecklich leid, Relena! Ich wünschte ich müsste dich nicht aufklären, aber soll ich dich so im ungewissen lassen, in einer solchen Gefahr? Oh, Relena, der der sich da gespiegelt hat, das war Heero! Heero ist ein Gundam-Pilot, ein Mörder ohne Gewissen und Herz. Er und seine Kumpanen haben im Krieg Tausende Menschen ohne eine einzige Gefühlsregung getötet. Oh Relena es tut mir so leid dir das sagen zu müssen, aber du bist in einer großen Gefahr! Diese Kerle haben kein Gewissen und was sie dir alles antun könnten, daran will ich gar nicht denken!“ Relena war ganz bleich geworden, aber nicht aus dem Grund, aus dem Steffen glaubte. Sie hatte ja schon immer über Heero und die anderen Bescheid gewusst. Immerhin hatte sie sich in diesen Mörder ohne Gewissen und Herz, wie Steffen behauptete verliebt. Aber Steffen wusste das Heero, Duo, Quarte, Trowa und Wufei die Gundam-Piloten sind. Das hieß das sie in großer Gefahr waren, wenn er dieses Wissen an die Öffentlichkeit bringen würde... Bei den meisten Bürger galten die Gundam-Piloten ja lass Helden, aber es gab andere die sie fürchteten, ja sogar hassten! Diese würden alles tun um sie aus dem Weg zu räumen! Sie musste die Jungs warnen! Mit einem Satz war Relena auf den Beinen und rannte zur Tür. Dem gemein grinsenden Steffen rief sie über die Schulter gewandt noch zu: „Es tut mir leid Steffen. Ich hab vergessen, das Lady Une mich heute zum Essen erwartet. Könntest du den Aufsatz bitte allein fertig machen? Es tut mir echt leid.“ Relena wollte schon die Tür auf machen, als Steffen sie am Arm packe, sie um drehte und gegen die Wand drängte. „Nun warte doch mal Relena. Willst du denn jetzt so Hals über Kopf in die Nacht hinaus rennen? Du hast doch nicht mal einen Wagen und bis zu dir zu Hause ist es verdammt weit. Warum bleibst du nicht einfach hier? Außerdem was ist wenn dir dein ach so treuer Freund Heero auflauert und dich an greift. Jeder weiß doch, dass diejenigen, die einen Gundam oder seinen Piloten gesehen haben sterben müssen. Wie so sollte Heero bei dir eine Ausnahme machen? Bleib doch einfach hier. Bei mir bist du sicher und ich bin alles andere als gegen deine Anwesenheit. Ich hab es dir ja schon gesagt, du gefällst mir und ich bekomme immer was mir gefällt, auch wenn ich es mir holen muss!“ Langsam kam Steffen näher. Relena versuchte erschrocken zurück zu weichen, aber es half nicht viel. Steffen versperrte ihr links und rechts mit seinen Armen den Fluchtweg und zurück konnte sie auch nicht weiter, denn da war ja die Wand. „Steffen geh endlich aus dem Weg. Hast du denn nicht gehört, Lady Une erwartet mich und ich bin sowieso schon zu spät dran. Ich will sie nicht noch länger warten lassen.“ Relena hörte selbst wie unnatürlich ihre Stimme klang, doch sie hoffte sie könnte Steffen dadurch trotzdem bewegen sie gehen zu lassen. „Bitte Steffen! Ich hab’s verdammt eilig. Geh doch endlich aus dem Weg!“

Noch bevor Relena oder Steffen etwas tun konnten klingelte es an der Tür. Verblüfft standen die beiden da, zu überrascht von der plötzlichen Unterbrechung, dass sich keiner von beiden bewegte. Wieder klingelte es, diesmal ungeduldiger und jemand rief wütend: „High! Mach endlich auf! Ich weiß das du hier bist. Ich muss mit Relena sprechen, also mach endlich auf! Hast du mich verstanden! Mach auf!“ Heero! Schoss es Relena durch den Kopf und bevor sie auch noch wusste was sie tat rief sie schon laut nach ihm. „Heero! Bitte hilf mir! Hilf mir!“ Erstmal rührte sich gar nicht, dann aber flog die Tür mit einem lauten Krach auf, so das sogar Steffen zusammen zuckte und Heero stand in der Tür. Er hatte sie aufgedrehten. Einem Moment lang geschah nichts. Heero blickte nur entgeistert auf Steffen, der Relena immer noch gegen die Wand drängte. Dann verfinsterte sich plötzlich sein Gesicht und ohne Vorwarnung schlug er zu. Überrascht von dem Schlag ging Steffen sofort zu Boden. „Was hast du ihr angetan?“ Wütender den je blickte Heero voller Abscheu auf den jungen Mann der da Bewegungslos auf dem Boden lang. Als keine Antwort kam ließ Heero nur ein verächtliches Schnauben hören, packte Relena am Arm und zog sie mit sich in die Nacht hinaus. Ohne die geringste Gegenwehr ließ diese sich von ihm mit schleifen und stieg bereitwillig auf sein Motorrad. Sie war immer noch viel zu überrascht von dem was sie gerade vor ihren Augen abgespielt hatte. Während sie hinter Heero auf dem Motorrad durch die Nacht fuhr, realisierte sie erst was da eigentlich gerade gesehen war. Plötzlich fühlte sie sich viel zu schwach um sich an Heero fest halten zu können und rief ihn deshalb schnell zu er solle anhalten. Als Heero ihrer Bitte angehalten hatte befreite sie sich umständlich von ihrem Helm und setzte sich an den Straßenrand. Sie zog die Beine an und vergrub ihren Kopf zwischen den Armen. Eine Zeitlang saß sie so da und versuchte endlich zu zittern aufzuhören, als Heero auf einmal fragte: „Re... Relena... Was hat er getan?“ Relena hob leicht den Kopf und konnte Heero’s Gesicht sehen. Fast war sie sicher Angst vor ihrer Antwort darin zu lesen. Erschöpft legte sie ihren Kopf auf ihre Beine und sagte: „Nichts. Noch nichts. Außer mich daran zu hindern weg zu gehen hat er mir nichts getan. Aber was währe gewesen wenn du nicht gekommen wärst.... Er hatte einen so wahnsinnigen Blick, dass ich furchtbare Angst bekam. Heero er weiß das du ein Gundam-Pilot warst!“ Relenas Stimme erstarb und keiner der Beiden sprach noch ein Wort. Relena starrte schweigend vor sich hin, Heero starrte schweigend auf Relena. Nach einigen Minuten durchbrach Relena die Stille und fragte: „Heero könnest du mich bitte nach Hause bringen?“ Fragend sah sie zu ihm auf und als er liebevoll lächelt nickte stieg sie, ohne das einer von Beiden ein Wort sagte auf sein Motorrad. Während sie durch die noch kalte Frühlingsnacht führen schmiegte sich Relena an Heeros weichen Körper. „Warum habe ich eigentlich soviel Angst gehabt? Ich hätte doch wissen müssen, das Heero kommt und mich rettet.“, ging es Relena durch den Kopf. Viel zu schnell, nach Relena’s Ansicht waren sie auch schon bei ihrem Haus angelangt. Nur langsam stieg sie vom Motorrad, sie wollte nicht das Heero so schnell wieder weg war. Als er schon wieder dabei war auf sein Motorrad zusteigen und weg zufahren, drehte sie sich blitzschnell um und fragte ihn: „Kannst du nicht hier bleiben?“ Überrascht drehte sich Heero um und konnte sehen wie Relena leicht errötete. „Ich... ich will nicht allein sein. Ich.... ich...“ Lächelt schaltete Heero wieder den Motor ab und sagte: „Man kann so etwas nicht so einfach wegstecken, nicht war?“ Glücklich nickte Relena und schloß für sich und Heero die Tür auf.

Als sie es sich gerade bei einer Tasse Kaffee neben einander auf der Chouch bequem gemacht hatten fragte Relena aus heiterem Himmel: „Warum bist du eigentlich bei Steffen aufgetaucht? Hast du mich etwa gesucht?“ Es dauerte eine Zeit bis Heero endlich antwortet, man sah ihm an das er über dieses Thema lieber nicht reden wollte, aber er sagte: „Natürlich hab ich dich gesucht. Ich wollte dir eigentlich schon zuvor nachlaufen, aber Alex machte es mir unmöglich dir nachzulaufen. Relena du hast die Situation total missverstanden. Lass mich dir bitte erklären was wirklich geschehen ist.“ Relena war bleich geworden. Die Sache mit Alex hatte sie durch das ganze vergessen. Jetzt kam alles wieder hoch und ihr war von neuem so als würde ihr Herz zerspringen, aber sie unterbrach Heero nicht. Als er endlich fertig war mit erklären (was zwischen Relean’s Flucht und Wufei’s auftauchen geschehen war hatte er wohlweislich ausgelassen) sagte er: „Bitte glaub mir Relena! Ich will nichts von Alex und sie nichts von mir. Das alles war nur ein großes Missverständnis. Glaubst du mir das?“ Fragend sah er Relena an. Solange er erklärt hatte, hatte sie kein einziges Mal den Blick gehoben. Glaubte sie ihm etwa nicht? Nein, daran durfte er gar nicht denken. „Ja ich glaube dir. Wie könnte ich auch anders. Ich hab mehr als alles andere auf der Welt gehofft das ich mich ihren würde. Ach Heero, ich bin so froh und gleichsam so müde!“ Erschöpft lächeln lehnte sie sich an Heeros Schulter und fügte noch dazu, bevor sie die Augen schloss: „Ich bin so glücklich das du hier bist. Ich fühle mich nicht mehr so schwach und hilflos wie ohne dich. Danke Heero, danke für alles.“ „Ich muss dir danken, Relena. Danke das ich durch dich meine Menschlichkeit gefunden habe. Danke und ach ja, ich liebe dich.“ Leider konnte Relena diesen letzten Satz nicht mehr hören, den sie war schon fest eingeschlafen. Lächelt fischte Heero vorsichtig nach der Decke und deckte Relena damit zu. Sanft legte er denn den Arm um sie und dämmerte ebenfalls langsam ein....


Kapitel 15


Auf zu Dorothy!


„Sag mal wo warst du die ganze Nacht? Ich komm nach Hause und Wufei muss mir sagen das du nach Relena suchst. Sag mal was hast du nur angestellt Kumpel? He... Was ne los?“ Duo hatte Heero schon an der Tür abgefangen, als er dessen Schlüssel im Schloss gehört hatte. Als er und Hilde gestern zusammen gelernt hatten war auf einmal Hildes keinen Schwester in die Wohnung gestürmt gekommen. Als Hilde ihm endlich erzählte, was zuvor ihr, die Kleine in einer Mischung aus Tränen und Wut ihr berichtet hatte, war er zu keiner Handlung mehr fähig gewesen. Ganz anders Hilde. Wie er erst später erfahren hatte, war sie so wütend auf das gewesen, was Alex da angerichtet hatte, dass sie gleich nachdem er gegangen war ihre Eltern angerufen und verlangt hatte das sie Alex sofort nach Hause holen. Er hatte nicht lange gefackelt um zu seiner Wohnung gefahren, denn er musste sicher gehen, dass Heero dort nicht einfach rum saß, sondern nach Relena suchte. Doch all seine Argumente um den störrischen Gundam-Piloten umstimmen zu können, hatte er sich vergebens ausgedacht. Denn in seiner Wohnung fand er nur einen seelenruhig, vor sich hin arbeitenden Wufei vor, der ihm berichtete, dass Heero sich schon vor einer ganzen Zeit auf den Weg gemacht hatte um mit Relena zu reden. Seitdem hatte er auf seinen Freund gewartet der erst in den Morgenstunden nach Hause kam. (Wufei war, nachdem er mit seinem Aufsatz fertig war nach Hause gegangen.) Duo hatte sich und Heero erst mal eine Tasse Kaffee gemacht und seine Erlebnisse in dieser Nacht erzählt. Nun war Heero an der Reihe. Er erzählte bereitwillig was für ein Szenario Alex abgezogen hatte, wie Relena davon gelaufen war, wie dann Wufei ihn geschimpft hatte, weil er so mit einer Frau umgegangen war und ihn dann hinter Relena hergeschickt hatte. (Duo vergaß für einen Augenblick, dass wir Menschen leider daran gebunden sind Sauerstoff einzuatmen und Kohlenstoff aus.) Er erzählte auch in welchen zustand er Relena bei Steffen vorgefunden hatte (Duo fiel ihm mit wüsten Beschimpfungen für Steffen ins Wort) und das er diese Nacht bei Relena verbracht hatte. Er vergaß auch nicht zu erklären das er Relena, als er wieder aufwachte allein in der Wohnung zurück gelassen hatte und nach Hause gefahren war, weil er sich für den nächsten Schultag vorbereiten musste. Eine Weile saßen sich die beiden Freunde schweigend gegenüber und blickten, in ihre eigenen Gedanken versunken vor sich hin, als Duo auf einmal herausplatzte: „Ich kann es einfach nicht glauben das er so etwas getan hat!“ Erstaunt sah Heero ihn an: „Was gibt es da nicht zu verstehen? Steffen ist gefährlich! Ich hätte wissen müssen was er vor hat.“ „Steffen ist ein Arschloch! Aber das weiß ich auch so. Ich meine Wufei.“ „Wufei?“ „Ja, knapp 1.60m groß, schwarze Haare, benutzt immer zuviel Gel und hatte ethische Gundsätze die kein Mensch versteht. Du weißt schon der Kerl der Altron gesteuert hat.“ „Ich weiß wen du meinst! Komm endlich zum Punkt!“ Heero war seinen bezopften Kameraden zornig ins Wort gefallen. „Jaaa. Ist es den nicht komisch das ausgerechnet der, der immer behauptet Frauen nicht leiden zu können dir eine Standpauke über den Umgang mit Frauen erteilt?“ Eine Zeitlang starrte Heero überrascht ins Gesicht von Duo dann kam es zögernd: „Hast recht. Das ist wirklich seltsam. Na vielleicht haben wir uns in Wufei getauscht und er ist doch an Frauen interessiert.“ Heero hatte sich erhoben und trug seine leere Tasse zurück in die Küche. Duo folgte ihm lachend: „Wenn ich Wufei zusammen mit einer Frau gesehen habe kann ich beruhigt sterben, denn ich hab dann die Gewissheit, das ich wirklich alles gesehen habe.“ „Ist das ein Versprechen?“ „Dir versprech ich gar nichts! Sonst lande ich noch früher im Grab als sowieso schon.“ Lachend verschwand Heero im Bad. Als er zurückkam wartete Duo schon fertig angezogen auf ihn. Sie hatten es eilig, obwohl sie noch viel zu früh dran waren und so kam es das die beiden schon wenige Minuten später auf das Gelände ihrer Schule einbogen.


„Warum sind wir eigentlich so früh losgefahren? Wir sind doch sicher die ersten! Ich will nicht länger als nötig in diesem Gefängnis sein! He! Ach ne, fang nicht schon wieder an mich zu ignorieren! Das ist doch...“ Duo folgte Heero nörgelnd durch die Räume der Schule. Das er Heero dabei mit seinem ständigem Gequatsche auf die Nerven ging schien er gar nicht zu bemerken. Als Heero die Tür zum Klassenzimmer aufschob war zuerst Totenstille. Dann aber sprang Quatre, der mit Trowa im hinteren Teil des Raumes saß auf und eilte seinem Freund Heero entgegen. „Heero was ist den gestern Abend nur passiert? Als Duo mich besorgt anrief und gesagt hat du und Relena hättet Streit gehabt und du wärst weggelaufen weil du die ganze Sache nicht ausgehalten hättest, wollte ich noch zu Erde kommen, aber es durften keine Shuttles mehr starten. Was ist den geschehen, bitte erzähl es mir doch. Wir sind doch Freunde, Freunde für immer!“ Heero hatte sich während Quatre gesprochen hatte halb zu einem wild fuchtelten Duo umgedreht. Als dieser jedoch seine Blick spürte, versuchte er sein Fuchteln in ein am Kopf kratzen umzuändern. Verlegen blickte er seinen Freund an, der ihn böse ansah, aber sich jeden weiteren Kommentar sparte. Langsam schob er sich an Quatre vorbei in den Raum und lies sich auf seinen Stuhl fallen. Als er auch Trowas fragenden Blick spürte seufzte er grottentief und wollte zu erzählen anfangen, als die Tür aufgeschoben wurde. Herein trat kein anderer als Chang Wufei. Keiner sagte etwas und sie starrten sich alle gegenseitig an. „Tja es scheint so all ob wir vollzählig wären. Heero erklärst du uns nun bitte was gestern war?“ Trowa sah seinen Freund fest in die Augen und dieser Antwortete nickend und begann zu erzählen. Er erzählte die gleiche Geschichte, die er auch schon vor wenigen Stunden Duo erzählt hatte. Dieser konnte sich aber die Frage über Wufei’s Standpauke nicht verkneifen und hörte dem Rest mit einem Eisbeutel auf dem Auge zu. Als Heero fertig erzählt hatte sagte erst mal keiner was. Dann brach Trowa das Schweigen: „Es war gut, dass Wufei dich hinter Relena her geschickt hatte. Keiner weiß was Steffen sonst vielleicht mit ihr angestellt hätte.“ Keiner antwortet ihm.

Bis die ersten Schüler kamen sprachen die 5 Piloten nichts mehr miteinander. Erst kurz vor Schulbeginn kamen auch Hilde und Relena dazu. Hilde war über den gestrigen Verlauf der Dinge bereits von Relena aufgeklärt worden und betrachtete nun Heero schweigend von der Seite. Ihr war nicht entgangen wie er sich seit gestern verändert hatte. Das liebevolle Lächeln, mit Relena ihm am Morgen immer begrüßte hatte er zuvor immer ignoriert, aber heute antwortet er mit einem leichten nicken, bevor er sich wieder seinem Buch zuwandte. Sie war glücklich das all das, was ihre Schwester zu zerstören versucht hatte nun noch viel besser als zuvor lief.

Aber es gab jemanden anderen der darüber ganz und gar nicht glücklich war. Steffen. Als er den Raum betreten hatte, war es unter den Freunden still geworden. Feindseliger als zuvor hatten sie ihn nach gestarrt, als er zu seinem Platz geschlendert war. Er hatte ihre Wut genossen, denn er war fest davon überzeugt, das es deshalb war, weil Relena ihnen die Freundschaft gekündigt hatte. In seinem trügerischen Gefühl des Triumphes hatte er sich schon ausgemalt, wie es wäre Relena als Geliebte zu haben. Der Sturz aus seiner Traumwelt war dem entsprechend hart, als er sah wie sie am Morgen gleich zu den anderen eilte und sich lächelnd neben Heero niederließ. Ein noch nie zuvor gekannter Hass stieg in ihm auf. Er wollte nur noch eins: Diesen Yuy Tod sehen! Aber es bot sich ihm keine Gelegenheit mit Relena reden zu können, denn immer tauchte wie aus dem nichts einer der anderen auf und hatte irgend etwas äußerst wichtiges mit ihr zu bereden. So verging die Woche. Und Freitagabend brachen die sieben nach Europa, dort hin wo Dorothy ihren Sitz hatte auf. Zu ihrem letzten friedvollen Wochenende...



Die Maschine aus Japan/Tokio landete wohlbehalten auf dem Flughafen in München. Also Heero und die anderen in die Vorhalle kamen wurden sie von einem älteren Herren in Empfang genommen. Er stellte sich als Casper, Dorothys Butler vor und brachte sie zu der Limousine. Die Fahrt von Flughafen bis zu Dorothy verbrachten die Freunde schweigend. (Naja bis auf Duo, aber ihm schenkte keiner Beachtung) Bei Dorothy angekommen wurden sie auch gleich von ihr begrüßt. „Ich freue mich ja so das ihr gekommen seit! Bitte kommt rein, macht es auch bequem. Ich lasse eure Sachen auf eure Zimmer bringen. Ihr müsst ganz erschöpft sein, ich lasse euch eine Kleinigkeit zum Essen zubereiten.“ Dorothy war ihnen strahlend über die breite Treppe entgegengekommen und führte sie nun in den Wintergarten hinaus. „Danke Dorothy. Wir freuen uns das du uns eingeladen hast. Aber es kam doch sehr plötzlich. Wie kam es den zu dieser Einladung?“ Relena ließ sich auf die weich gepolsterten Kissen der Stühle nieder und nippte vorsichtig an ihrem Kaffee. „Oh. Ich hab nicht lange darüber nachgedacht. Es war eine schnelle Entscheidung, einfach so aus dem Bauch heraus.“ Auch die anderen ließen sich nun nieder. Es wurde viel geredet. Auch wenn es keiner aussprach, sie hatten alle vorbehalte gehabt auf diese Einladung einzugehen. Sie waren nie mit Dorothy befreundet gewesen. Auch wenn man sich am Ende des Kriegs nicht mehr feindselig gegenüber getreten war, eine richtige Freundschaft hatte es nie gegeben. Um so überraschender war, das dieser Vormittag so schön ablief. Dorothy war höflich und zuvorkommend und hatte es sogar fertig gebracht, das selbst Duo kein Gegenargument einfiel und er verblüfft den Mund hielt. Diese Kunststück hatte sie gleich ein Stück auf der Beliebtheitskalar der anderen steigen lassen. Als das Mittagessen serviert wurde fragte Trowa: „Was ist den eigentlich für den restlich Tag geplant? Willst du ihn hier verbringen?“ Lachend antwortete Dorothy: „Nein wo denkst du hin! Ich dachte mir ich zeig euch ein wenig die Gegend. Nicht nur die Monumente in München selbst sind einen Besuch wert, sondern auch die Alpenlandschaft und die Weingebiete man Main. Für den Abend habe ich uns Karten für das Musical Cats in Wien besorgt. Ich hoffe ihr seit mit dem Tagesablauf einverstanden.“ Ein einstimmiges Nicken bestätigte Dorothys Plan für den Tag. So brachen sie gleich nach dem Mittagessen auf. Der Tag ließ keine Wünsche übrig. Für jeden war etwas dabei und selbst Duo, der als eindeutige Kulturpanause galt, gab zu das er es in Erwägung ziehen würde, ein Musical oder ein Museum nochmals zu besuchen. Die lustige Gesellschaft trennte sich erst weit nach Mitternacht voneinander und gingen auf ihre Zimmer. Auch hier hatte Dorothy nicht dem Zufall überlassen. Es war nicht schwer Vorstellbar, dass dies die schönsten und nobelsten Zimmer im ganzen Gebäude waren. Hilde und Relena vielen glücklich in ihre Betten. Der Tag war wunderschön gewesen und der nächste versprach genau das gleiche.



Während Hilde und Relena ihren Schönheitsschlaf hielten, machten sich fünf Personen auf den Weg in das Kellergewölbe von Dorothy’s Villa. Alle in dem Glauben der einzige zu sein, der um so später Stunde noch unterwegs war.


An der Tür, die ins Kellergewölbe und zu den dort versteckten Gundams führte machte sich im Schutze der Dunkelheit eine Person zu schaffen. Duo war hinter der Ecke stehen geblieben, als er hörte wie sich jemand an dem Schloss zu schaffen machte. Er konnte die Person wütend schimpfen hören und näherte sich grinsend dieser Person. Als er nur noch wenige Schritte entfernt war, drehte diese sich abrupt um und hielt die Taschenlampe vor sich um ihm sehen zu können. Geblendet hob Duo schützend die Hände vor die Augen und blinzelte zu Heero hinunter der auf dem Boden kauerte und nun langsam wieder die Taschenlampe sinken ließ. „Was machst den du hier?“ fragte er fast flüsternd. „Das gleiche wie du wahrscheinlich. Ich will Deathscythe noch mal sehen bevor wir wieder kämpfen müssen. Außerdem hat und Dorothy noch keine Konsturktionspläne zukommen lassen. Ich hab zwar die alten noch im Kopf, aber wahrscheinlich hat Dorothy da einiges verändert. Wenn du aber so weiter machst kommen wir da nicht einmal in hundert Jahren rein. Geh mal zur Seite und lass einen Meister ans Werk.“ Heero hatte sich, während Duo sprach wieder dem Türschloss zugewandt, aber ohne großen Erfolg daran rumgewerkelt. Nun schob ihn Duo sanft beiseite und machte sich selbst ans Werk. Aus seinen Haaren holte er sein Einbruchswerkzeug hervor und sagte lachend, als er Heeros überraschten Blick bemerkte: „Was ist? Hast du etwa gedacht ich würde dieses Ding nur aus Schönheitsgründen pflegen und hegen? Auch wenn mein Zopf manchmal unpraktisch erscheint, so ist er doch ganz nützlich.“ „Versteckst du darin auch meinen Laptop denn ich schon die ganze Woche suche?“ fragte Heero und erntete dafür Duos leises kichern, als er sich wieder der Tür zuwandte. Nach wenigen Minuten hatte er es geschafft und die Tür war offen. Langsam tastenden sich die beiden vor in den Raum. Das Licht von Heeros Taschenlampe würde regelrecht von der Dunkelheit verschluckt. „Man ist es hier dunkel. Macht doch mal einer das Licht an.“ flüsterte Duo vor sich hin. „Kannst du haben.“ Erschrocken führen Heero und Duo um, als das Licht anging und sahen wie im Türrahmen Trowa, Quarte und Wufei lehnten und ihnen zulächelten. Mit einem übertriebenen Seufzer sank Duo zu Boden, griff sich an sein Herz und jammerte: „Wollt ihr mich umbringen? Wenn das euer Ziel war, herzlichen Glückwunsch ihr hättet es bei nahen geschafft.“ Er zog eine Schnute und wartete darauf das irgend jemand etwas erwiderte. Aber die anderen gingen an ihm vorbei als wäre er Luft und betrachteten ausgiebig ihre Gundams. Auf Duos Gemecker nahm keiner Rücksicht. Eine ganze Weile standen die fünf (Duo hatte, nachdem er gemerkt hatte das ihm keiner beachtete, ebenfalls vor seinen Gundam gestellt) nur so da und ließen das Bild dieser riesigen Kolosse, die für den Kampf konstruiert, aber für sie so etwas wie Freunde waren aus sich wirken. „Bald. Bald werden wir wieder gemeinsam kämpfen Wing. Ich wünschte wirklich wir wären uns in friedlicheren Zeiten wieder begegnet. Aber du und ich wir scheinen nur für den Kampf und den Tod leben zu dürfen.“ Heero legte seine Hand auf das glänzende Metall seines Suits und betrachtete sein metallisches ausdrucksloses Gesicht. Er würde ebenfalls wieder so ausdruckslos und ernst werden müssen wenn er den Kampf gewinnen wollte. „Du lebst nicht nur für den Krieg Heero. Keiner von uns tut das. Du hast auch ein anderes Leben, aber wenn du, wenn wir, dieses anderer Leben, unser Leben in Frieden je führen wollen, dann müssen wir darum kämpfen. Nicht der Krieg ist unser Leben, der Frieden ist es. Die Freiheit.“ Quatre blickte lächelt auf Heero und dann auf die anderen. Sie alle nickten lächelt zurück, denn Quatre hatte ja recht. Sie hatten ein anderes Leben, ein Leben neben dem Krieg und wenn dieses Leben führen wollten, dann mussten sie eben darum kämpfen. „Dies wird unser wichtigster Kampf überhaupt.“, pflichtete auch Duo seinen Freund bei. „Dieses Mal kämpfen wir nicht nur für die Menschen auf der Erde oder in den Kolonien sondern auch für uns. Dieses Mal gibt es einen Grund warum wir nicht verlieren, nicht sterben dürfen: Wir müssen gewinnen, für unser Leben in Frieden!“ Wufei hatte seinen Blick fest auf seinen Gundam gerichtet, aber trotzdem huschte ein wehmütiges Lächeln über sein Gesicht. Ja klar, er hatte gewissen Spaß am kämpfen, aber er hatte auch gefallen an seinem neuen, friedlichen Leben gefunden. Es tat weh dieses nun wieder aufgeben zu müssen. „Nur noch dieser eine Kampf. Nur noch diese Schlacht und wir können zurück in unser neues, altes Leben kommen. Wenn wir zusammenarbeiten können wir es schaffen und vielleicht ist alles schneller vorbei, als wir alle denken. Wir müssen nur Mut haben.“ Trowa warf einen letzten Blick auf seinen Gundam. Morgen um diese Zeit, würden sie sich schon auf den Weg zu ihrem Stützpunkt machen und wieder in den Kriegsalltag zurück kehren, aber nicht für immer, sie würden zurückkommen. Fast Zeit gleich wandten sich alle 5 von ihren Gundam ab und verließen den Raum. Morgen würden ein letztes mal diesen Raum betreten um ihre Gundams zu holen. Doch bis dahin war noch ein ganzer Tag und den wollten sie genießen. Den es konnte durchaus ihr letzter sein....

„He! Wißt ihr was ich nie vermissen werde, wenn wir erst einmal wieder Kämpfen?“ „Ja Duo! Die Schule!“


Kapitel 16


Der Aufbruch


„Guten Morgen Hilde! Wie hast heute geschlafen.“ Relena lachte ihrer Freundin entgegen als diese gähnend zum Tisch herüber kam. Es war gegen 8.00 Uhr und die beiden waren die ersten, die heute von den Freunden auf den Beinen waren. Da ein so schöner sonniger Tag war, hatten die Bediensteten von Dorothy das Frühstück auf der Sonnenterrasse angerichtet. „Guten Morgen Relena! Wie ich geschlafen habe? Wie ein Stein ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern wann ich das letzt mal so gut geschlafen habe. Kannst du mir mal bitte die Butter geben?“ Hilde hatte sich Relena gegenüber niedergelassen, sich Kaffee eingeschenkt und begann sich nun ihre Brötchen zu schmieren. Eine weile aßen die beiden Mädchen still und lauschten den Geräuschen im Garten, als es Relena nicht mehr aushielt und sagte: „Heute ist der letzte Tag. Heute ist der letzte Tag den wir gemeinsam mit den Jungs verbringen werden und morgen...morgen....“ Relenas Stimme versagte. Sie blickte traurig auf ihren Teller und kämpft gegen die Tränen an, die in ihr ausstiegen. Sie hatte sich vorgenommen nicht zu weinen. Heute war ihr letzter Tag mit Heero. Sie wollte ihm lachend auf Wiedersehen sagen, er sollte sich keine Sorgen um sie machen müssen. Auch Hilde hatte ihr Besteck aus den Händen gelegt und starrte dumpf auf den Teller. Es war nicht schwer für sie Relenas Gedanken zu erraten, aber es war ihr nicht möglich sie aufzuheitern. Kämpfte sie doch selbst gegen ihre Tränen an, wenn sie an Duo dachte und sie musste jede Minute an ihn denken! Es war immer so, als ob er direkt neben ihr stehen würde, auch wenn sie Kilometer von einander trennten. Tapfer lächelt hob sie den Kopf und sagte mit leicht bebender Stimme zu Relena: „Ja es ist wirklich unser letzter Tag mit ihnen zusammen, deshalb muss er ganz besonders schön werden. Vor allem dürfen wir nicht weinen! Wir werden nicht weinen!“ Relena nickte zustimmend und versuchte zu lächeln. „ Was wirst du tun wenn es soweit ist, Hilde? Wirst du ihnen ins All folgen?“ Nachdenklich hob Hilde den Kopf und starrte in den grenzenlosen blauen Himmel. Langsam begann zu erklären: „ Das hatte ich eigentlich vor, aber ich glaube es ist besser wenn ich es nicht tue. Nicht das ich Angst habe, aber wenn ich bei ihm in der Gefahrenzone bin, wird er die ganze Zeit auf mich aufpassen und seinen Schutz vernachlässigen. Ich bin nicht gerade eine erfahrenen Kämpferin und ich denke Duo wird es sowieso nicht erlauben, das ich ihn begleite. Aber was hast du vor?“ Hilde mustere fest ihre Freundin und wartete geduldig auf ihre Antwort. „Über Lady Une und Dorothy hat mir die Regierung zu verstehen gegeben, dass sie mich wieder im aktiven Dienst, als Außenministerin in Fragen der Verhandlung es Friedens sehen wollen. Ich werde wohl diesen Weg folgen.“ „Hört sich so an als ob die da oben einen Krieg erwarten. Haben sie den schon mit dem Bau von MS begonnen?“ „Nein. Sie sagen es wären nur Sicherheitsmaßnahmen. Mit Krieg wäre nicht zu rechnen.“ Beide Mädchen schwiegen. Jedes der beiden wusste das sie sich über den Köpfen der stärksten, bekannten MS Modele bewegten, den Gundams. Aber wie sollten die es alleine gegen womöglich eine ganze Armee von unbekannten MS und MD Modellen antreten. Hatten sie den da überhaupt eine reelle Chance? „Du weißt also noch nicht was du tun wirst, Hilde. Hab ich das richtig verstanden?“ Düster nickte die Angesprochene mit den Kopf. Sie hatte wirklich noch keinen Plan. „Dann möchte ich dich um einen Gefallen bitten. Komm mit mir, als meine Beraterin und hilf mir in der Politik.“ Überrascht hob Hilde den Kopf. Ohne genau darüber nachzudenken sagte sie: „Ja. Ich werde dir helfen, aber ich hab nicht viel Ahnung von der Politik.“ Da fing Relena an zu lachen und sage: „Meinst du etwa ich hatte viel? Ich bin zwar die Tochter des verstorbenen Vizeaußenminister Darlien, aber das hat mir nicht viel gebracht. Ich war ein dummes Mädchen, das immer wohl behütet aufgewachsen ist. Ich hatte auch keine Ahnung von der Politik als ich Regentin des Königreichs Sancs wurde, aber man lernt schnell die Regeln. Und du hast Erfahrung im Kampf. Das wird dir helfen, den du wirst sehen, die Politik ist nichts anderes als ein Kampf, ein Krieg, der mit Worten und nicht mit Waffen ausgetragen wird. Aber du kannst mit einem falschen Wort genau so viele Menschen in den Tod schicken, wie in einer Schlacht.“ Die Gespräche der beiden gingen ab nun anderen Dingen nach, was sie wohl heute alles unternehmen würden und ob es die Jungs diese Woche noch schaffen würden aufzustehen.



Sie waren schon seit einer halben Stunde von ihrem Tagesausflug zurück. Nachdem sich der Rest zu Hilde und Relena dazu gesellt hatten und mit den Frühstück fertig waren, bat Dorothy ihre Gäste die Badesachen, um die sie gebeten hatte, das sie sie mit nahmen zu holen und ihr dann zu folgen. Zu Fuß durchquerten sie ein kleines Waldgebiet und kamen an einer Lichtung mit einem wundervollen Teich heraus. Es stellte sich heraus, dass das ein künstlicher, von Dorothy extra für solche Anlässen angelegter Teich war und er war sogar beheizt. Den ganzen Vormittag verbrachten sie hier und kehrten erst zu einem späten Mittagessen zu Dorothy’s Villa zurück. Dann brachen sie zum Stadtbummel nach Paris auf (mit Dorothy’s Privatyet natürlich kein Problem. Man ich werd gleich eifersüchtig) und um die abendliche Vorstellung es neu inserierten Stückes Romeo und Julia zu sehen. Nach dem Abendessen in einem Wiener 5-sterne Restaurant waren sie wieder zurück zu Dorothy’s Villa gefahren.

Seitdem stand Relena am Fenster. Sie hatte unter dem großen Baum im Garten, ihr eine wohlbekannte Person sitzen sehen. Heero. Sie war sich sicher das er nicht bemerkte, das sie ihn beobachtete. Das Licht in ihrem Zimmer was ausgeschaltete und es war schon dunkel, aber trotzdem war ihr, als ob sie jede einzelne kleine Bewegung von ihm genau sehen könnte, als ob er im Tageslicht neben ihr stehen würde. Plötzlich riss sie sich von seinem Anblick los und stürzte hinunter ihn den Garten. Sie musste wenigstens noch einmal mit ihm reden, bevor er... bevor er...



Schon seit geschlagenen 5 Minuten ging sie vor Duo’s Zimmer auf und ab. Sie wollte ihn noch einmal sehen, wollte mit ihm sprechen...aber sie hatte Angst vordem was sie vielleicht sagen könnte, was er antworten könnte. Aber wenn er nicht mehr zurück kommen würde...wenn sie nicht mit ihm geredet hätte bevor ergehen würde...wenn er nicht wüste was sie empfand... Schwungvoll blieb sie vor Duo’s Tür stehen. Gerade als sie klopfen wollte wurde diese aufgemacht, heraus kam kein anderer als „Duo!“ ...



„Relena?“ „Ja...“ war die schwache Antwort von der Angesprochenen. Was mach ich hier? Schoss ihr durch den Kopf. Ich sollte gar nicht hier sein. „Was machst hier draußen? Es ist kalt. Geh besser wieder rein.“ Langsam kam Heero aus dem Schatten des Baumes hervor und in dem wenigen Licht der Gartenlaternen war nur schemenhaft sein Gesichtszüge zu erkennen. Aber er schien verwirrt zu sein. Weil sie hier war? Weil er sie nicht sehen wollte oder weil er sehen wollte? „Ich möchte mit dir reden, bevor du...bevor du...“



„Hilde? Was ist den los? Wolltest du zu mir?“ Duo blickte fragend in das rot werdende Gesicht seiner Freundin. „Ich...nun...äh...ich wollte mit dir reden. Kann ich vielleicht rein kommen?“ Einen Moment zögerte Duo, es schien als ob er nachdenken würde, dann trat er zur Seite und gab den Weg für sie frei. „Ich hab nicht mehr viel Zeit, du weißt das wir...“ Duo brach ab. Traurig sah er sich im Zimmer um und ließ sich dann Hilde gegenüber aufs Bett fallen. Hilde hatte auf den Sessel Platz genommen. Minutenlang herrschte betretenes Schweigen. Duo starrte auf den Boden, Hilde an die Decke. „Also was ist? Warum wolltest du mit mir reden?“ Duos Frage kam nicht böse und doch war sie wie ein Schlag ins Gesicht für Hilde. In einem Moment war ihr klar das dies das letzte Mal sein könnte das sie sich sehen würden und doch sagte er kein Wort. Sie hatte angenommen das er das gleiche für sie, wie sie für ihn empfinden würde. Dies war wahrscheinlich die letzte Gelegenheit ihr die Wahrheit zu sagen. Warum schwieg er dann? „Hilde wenn es wegen der Sache unseres Einsatzes geht. Ich will nicht das du mit kommst. Bitte versteh mich, ich will nicht...“ „Ja ich weiß! Du willst nicht das ich dir im Weg bin. Ich werde dir nicht folgen, du hast mein Wort. Ich hab mich entschlossen mit Relena zu gehen und ihr zu helfen.“ Die Antwort kam etwas schroffer als Hilde eigentlich gewollt hatte und das sah sie auch an Duos Reaktion. Er war ein Stück zurück gewichen, aber nun fing er an zu lachen: „Das ist gut so! So kann dir weniger passieren, aber du und Politik? Nimm‘s mir nicht übel aber ich glaube weniger das du dafür geeignet bist.“ Wütend lief Hilde rot an. Sie machte sich noch sorgen um diesen Idioten und wollte alles tun damit er so wenig andere Probleme hatte wie nur möglich und er machte sich noch lustig über sie! Das war die Höhe! Ungewollt war Hilde aufgesprungen und sprach nun lauter als sie eigentlich wollte: „ BAKA! Natürlich bin ich nicht so geeignet wie Relena, aber ich weiß auch wie ich mich dort zu verhalten habe. Was fällt dir eigentlich ein mich aus zu lachen? Ich mach mir doch so große Sorgen um dich und will dir deshalb aus den Weg gehen, damit du eine Belastung weniger hast und du lachst! Du bist ein Idiot, ein...ein...Dummkopf! Du bist so ein...“ Weiter kam sie nicht, denn Duo fiel ihr ins Wort: „Du machst dir Sorgen um mich? Warum? Warum sorgst du dich um mich?“ Er war auf gestanden und stand nun ganz nah vor ihr. Trotzig hob Hilde denn Kopf und erwiderte: „ Wenn du das immer noch nicht gemerkt hast tut’s mir Leid für dich. Ich hätte nie gedacht das ein Gundam-Pilot so dumm sein kann...“ „Hilde halt mal bitte für eine Minuten den Mund!“ „Und warum sollte ich? Baka...“ Weiter kam sie nicht den Duo nahm sie sanft in den Arm und verschloß ihre Lippen mit seinen eigenen. Er küsst mich! Schoss es Hilde durch den Kopf. Sie war viel zu überrascht um sich dagegen wehren zu können. Aber sie war unbeschreiblich glücklich. Sanft und ein wenig schüchtern erwiderte sie den leichten Druck von Duo`s Lippen. Sie genoß jede Sekunde wie er sie im Arm hielt und küsste. Seine Lippen waren so weich wie samt und er so liebevoll wie sie es sich schon immer ihn ihren Träumen ausgemalt hatte. Leicht öffnete sie die Augen, denn sie wollte sein Gesicht sehen. Gerade in dem Augenblick sah sie wie eine einzelne Träne über Duos linke Wange rannte. Sie wollte sich schon von ihm los machen, doch dann überlegte sie es sich nochmals und schloss die Augen um den Kuss von Duo zu genießen. Nach einer halben Ewigkeit, einer wunderschönen Ewigkeit wie es Hilde vorkam löste sich Duo langsam wieder von ihr, hielt sie aber noch weiter im Arm. Plötzlich war ihr die ganze Situation unheimlich peinlich und sie senkte den Blick. Um ihm nicht ins Gesicht sehen zu müssen betrachtete sie seine Halsbeuge. Ihr war noch nie aufgefallen wie schon geschmeidig sein Hals war... „Ich hab gerade ein riesige Dummheit begangen Hilde.“ Duo zog sie noch fester an sich, was ihr Herz zum rasen brachte. Seine Worte nahm sie nur schwer war. Er flüsterne ihr weiter ins Ohr: „Ich muss doch weggehen, aber nun kann ich mich fast nicht mehr dazu zwingen. Warum war ich nur so dumm und hab dich geküsst? Eigentlich ist die Frage ja wieder zum lachen. Ich weiß ja warum ich das getan habe, aber der Zeitpunkt war total falsch. Ich hab Angst, angst nun im Krieg umzukommen und dich nicht mehr sehen zu können. Manchmal wünschte ich wirklich mehr wie Heero zu sein und soviel Disziplin zu haben um meinen Gefühlen nicht dann nachzugeben wenn ich sowieso weg gehen muss. Aber leider bin ich in solchen Dingen nicht so gut. Leider trag ich immer das Herz auf der Zungen... und das immer im falsch Augenblick. Es tut so weh zu wissen dich so lange nicht mehr sehen zu können. Bitte pass auf die auf. Ich weiß nicht ob ich dich über einen so weiten Weg beschützen kann. Wir haben fast keine Informationen über diesen Gegner. Ich will dich wieder sehen wenn das alles vorbei ist. Wenn du kannst bitte warte auf mich. Ich komme zurück. Ich werde nicht sterben denn ich will dich wieder sehen. Ich liebe dich. Ich liebe dich, Hilde.“ Mit diesen Worten ließ er sie los und rannte zur Tür hinaus. Hilde war viel zu überrascht um ihn zurück zuhalten. Langsam hob sie ihre Hand und berührte ihre Wange. Sie war nass. Nass von Duos Tränen. Er hatte geweint, weil er weg gehen musste? Ihr fiel gar nicht auf das auch nun ihre Tränen flossen. Leise sprach sie vor sich hin: „Ich werde auf dich warten. Egal wie lange. Ich warte, denn ich liebe dich!“



„Es ist nicht fair!“ flüsterte Relena. Schon seit einer geraumen Zeit saßen sie und Heero unter dem Baum in Dorothy’s Garten und redeten über die vergangene Zeit und über das was die Zukunft für sie bereit hielt. „Warum haben wir überhaupt so hart gekämpft um den Frieden zu gewinnen, wenn er in nur wenigen Minuten wieder zerstört werden kann? So viele Menschen haben im Kampf gegen OZ und später gegen Mariemea ihr Leben gelassen. Sollen diese Opfer alle um sonst gewesen sein? Ich kann es einfach nicht verstehen.“ Müde legte sie ihren Kopf auf Heero‘s Schulter. Am liebsten wäre sie immer so neben ihm sitzen geblieben, aber sie wusste, dass das nicht ging. „Es war nichts um sonst. Ganz im Gegenteil, wir haben etwas geschaffen das uns dabei helfen wird den Frieden, wenn wir um ihn kämpfen müssen, wieder zurück zu erlangen. Wir haben den Menschen gezeigt was Freiheit ist. Sie wollen dieses Gefühl nicht mehr verlieren und werden darum kämpfen. Es wird nicht nur abgewartet wer gewinnt und ob es einem unter dem Sieger besser oder schlechter geht. Man findet sich auch nicht mehr damit ab, man will mit bestimmen. Die Bevölkerung lässt sich ihr Leben nicht mehr von einem diktieren. Erde und Kolonien, sie sehen sich alle als Teil der vereinten Erdmächte und deshalb kämpfen sie nun mit einander statt gegeneinander. Wenn das um sonst sein sollte dann weiß ich nicht was wir dann noch haben. Denn ich bin mir sicher das genau dieses Zusammengehörigkeitsgefühl das nun Erde und Kolonien verbindet den entscheidenden Ausschlag im Kampf um die Freiheit geben wird.“ Relena lächelte. Ja Heero hatte recht, wenn das nichts war worauf man Stolz sein konnte dann wusste auch sie nicht mehr weiter. Sie kuschelte sich noch etwas enger an Heero und genoß seine Wärme. Fast wäre sie eingeschlafen als sie Heeros sanfte Stimme zurück holte: „Relena? Schläfst du? Es ist so weit. Ich muss.“ Sofort war sie wieder hell wach. Erschrocken setzte sie sich auf und sah in Heeros Gesicht. Als sie nicht erwiderte fragte Heero: „Was ist los? Du sagst nichts?“ „Ich wollte etwas sagen. Ich wollte dich bitten nicht zu gehen, aber dann wurde mir klar, dass das nichts an deiner Entscheidung ändern würde. Und das versteh ich auch, aber ich hab Angst. So große Angst das du gehst und nicht wieder kommst und ich wieder allein bin...“ „Sch...“ Leicht drückte Heero seine Finger auf Relenas Mund. „Bitte, bitte mach es mir nicht noch schwerer als es schon ist. Ich hab mir vorgenommen mich nicht umzusehen wenn ich gehe, aber du machst meine schönen Plan zunichte. Ich hab dir damals versprochen das ich dich nie wieder allein lasse und das werde ich auch halten. Ich komme wieder, aber zuerst muss ich gehen und kämpfen, denn das habe ich schon immer gemacht.“ „Auch du hast das Recht in Frieden zu leben Heero, vergiß das nicht.“ „Ich weiß, aber um in Frieden zu leben muss man erst um diesen Frieden kämpfen und dies ist die Pflicht aller Menschen. Denn jeder kann kämpfen auf seine Art und Weise. Pass auf dich auf. Und vergiß nicht ich lasse dich nicht allein, egal wie weit wir voneinander entfernt sind.“ Schnell drückte Heero sie noch mal und war auch sogleich aus dem Lampenschein verschwunden. Ein paar Minuten saß Relena noch im Gras und dachte über Heeros Worte nach. Ja, sie war nicht allein, denn auch jetzt nach dem Heero weg war spürte sie noch seine Anwesenheit. Sie würde ihr möglichstes Tun um den Frieden zurück zu gewinnen und sie würde warten bis er wieder zurückgekommen war....



„Da seit ihr ja endlich. Es ist alles zum Aufbruch bereit. Wir können Starten.“ Quarte kam auf Heero und Duo zu, die fast gleichzeitig das Shuttel, das sie ins All bringen würde betraten. Sie sahen noch wie draußen Altron von Trowa und Wufei verladen wurde und dann ging es los. Keiner der Jungs sagte auch nur ein Wort, sie hingen ihren Gedanken nach. In einer knappen Stunde würden sie die Kolonie XB339905 erreicht habe von dort aus würden sie ihre gesamten Einsätze fliegen. Doch schon jetzt war es unwiderruflich vorbei, ihr ruhiges, friedliches Leben. Das einzig was blieb war das wissen wieder kämpfen zu müssen...



Kapitel 17


Erinnerungen



XB339905 ist eine kleine Randkolonie etwas abseits gelegen. Schon vor einer ganzen Zeit war sie stillgelegt worden. Doch noch immer arbeiteten die lebensnotwendigen Maschinen. Da die Kolonie aber von den meisten schon fast vergessen war, war sie eine guter Stützpunkt für die Gundam-Piloten. Sie konnten sicher sein, dass ein Kampf hier keine unschuldigen Menschen gefährden würde.


„Hier. Ich will ja nicht das du verhungerst.“ Heero stellte den Teller mit Milch vorsichtig auf dem Boden ab. Sofort stürzte sich eine kleine weiße Katze darauf, deren einziger farbiger Fleck ein kreuzähnlicher schwarzer Punkt auf der Stirn war. Leise seufzend lehnte sich Heero an den Zaun, der das Dach des Gebäudes umgab. „Der Wuscheltieger hat’s echt gut. Er muss sich nicht mit einer Horde mit möchte gern Soldaten und einem geschwätzigem Zimmerkameraden herumschlagen.“, murmelte Heero leise vor sich hin. Seit sechs Wochen befanden sich die Kolonien und die Erde schon im Krieg gegen die TRF und noch kein Ende war in Sicht. Krieg! Heero konnte sich ein sarkastisches lächeln kaum verkneifen? Wie konnte man nur von „Krieg“ reden? Die Regierung wollte einfach nicht die Bedrohung durch die TRF sehen. Man hatte noch nichts unternommen um sich vor einem Angriff ihrer Seits zu schützen. Er hatte alles was in der Regierung vorging auf das genaueste beobachtet und zum ersten mal war er froh gewesen das er Dorothy auf seiner Seite hatte. Von ihr und Lady Une hatte er so gut wie alle Infos. Sie gaben sie gern an ihn weiter, auch wenn sie damit ihren Posten gefährdeten. Den eins war ihnen klar wenn die Regierung etwas unternehmen würde, dann wäre es sicher zuspät. Mit Hilde oder Relena wollte er keinen Kontakt aufnehmen. Er wusste nicht wieso aber er fürchtete sich davor. Der Gegner war mächtig und die Gundams allein konnten nicht gleichzeitig einen Angriff fliegen und nebenbei die Kolonien beschützen. So mussten sie sich bis jetzt größten Teils damit begnügen die Kolonien vor Angriffen zu schützen und abzuwarten bis sie Unterstützung bekamen. Wenn sie welche bekamen.

Seufzend stieß sich Heero von dem Zaun ab und ging vor dem Kätzchen, das munter seine Milch schleckte und nichts von den Problemen ihres Herrchens ahnte in die Knie. Er erinnerte sich wieder wie es dazu kam das er nun Katzenbesitzer war...


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„Green Right!“ „Red Right!“ Funken erhellten die dunkle Nacht und verschwanden gleich wieder. Eine Zeitlang herrschte Stille bis Quatre’s Stimme erklang: „Duo?“ „Hab ich bei einer Explosion schon jemals etwas falsch gemacht?“ kam kichernd die Antwort zurück. „Oh Mann! Ich dachte gleich geht die ganze Tür hoch! Ging das den nicht auch ohne Spezial Effekte?“ „OK! Es recht. Wir sind hier um an Informationen über unseren Gegner zu kommen und uns nicht über Duos drittklassigen Begabungen als Einbrecher zu streiten! (Ein wütender Einwurf von Duo, den aber keiner Beachtung schenkte) Es ist Vorsicht geboten! Haben das alle verstanden.“ Trowa’s ruhige, sachliche Stimme brachte die Freunde zum schweigen. „Wie gehen wir vor, Heero?“ Alle fünf wandten sich an den Jungen der ganz hinten stand. „Wie folgt“, war die kalte Antwort. „Duo und ich nehmen Route A. Trowa, Quatre und Wufei folgen 20 Sekunden später auf Route B. Noch Fragen?“ Da keiner etwas sagte und Duo schon sein Pistole entsicherte, fügte er noch hinzu: „Wir sehn uns dann in 3Minuten im Kontrollraum. Viel Glück!“ Schon rannte er los, durch die Tür die Duo gerade aufgesprengt hatte. Dieser folgte ihm unverzüglich. Heute ging es nur darum Informationen aus erster Hand über die TRF zu besorgen. Sie hatten zwar schon welche, aber um diesen Krieg zu gewinnen brauchten sie noch mehr, präzisere. Über die Waffen und die Strategie ihres Gegners. Schon waren sie vor dem Kontrollraum angekommen. Heero postierte sich links, Duo rechts von der Tür und lauschten mit erhobenen Waffen. Weder aus dem Gang, noch aus dem Raum waren verdächtige Geräusche zu hören. Heero hob die Hand um Duo anzudeuten er sollen noch warten, bis er die Tür öffnete und starrte auf seine Uhr. 55... 56...57... 58...59...60! Heero ließ geräuschlos seine Hand durch die Luft sausen und gleichzeitig drehte Duo den Türknauf und öffnete die Tür mit Schwung. Genau auf der gegenüber liegenden Seite wurde ebenfalls eine Tür geöffnet. In ihr standen mit erhobenen Waffen Quatre, Trowa und Wufei. Eine Sekunde lang rührte sich keiner der fünf, doch dann ließ Wufei die Waffe sinken und meinte: „Zeitgleich, wie immer! Ich hasse spionieren! Ich bin Soldat und kein Geheimagent!“ „Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen eben auch solche Dinge machen, wenn wir die TRF besiegen wollen.“ Während Heero und Trowa die Türen schlossen und sich vergewisserten das keine Kameras oder andere Überwachungsmodule sich in diesem Raum befanden, machten sich die anderen schon mal an den Computern ans Werk. Eine ganze Weile arbeiteten sie konzentriert vor sich hin und zogen sich von allem Kopien, was sie für wichtig hielten, als ein plötzlichesGeräusch sie aufschreckten ließ. Ziemlich Synchron sprangen alle fünf auf und zielten auf die Stelle von der das Geräusch kam. „Los raus kommen!“ Schnauzte Wufei in die Richtung um gleich darauf recht verwirrt die Waffe sinken zu lassen. Miauend sprang eine kleine Katze auf den Computermonitor und blickt die Freunde an. Während Trowa, Quarte und Duo erleichternd seufzend ebenfalls die Pistolen sinken ließen, ging Heero sicherheitshalber noch mal um alle Rechner herum und blickte in jede Ecke um sich zu vergewissern das sie nicht noch einmal überrascht wurden. Leichtfüßig sprang die Katze vom Tisch und strich vertrauensvoll um seine Beine herum. Gerade als er sich bückt um das Tier zu streicheln ging ein neuer, ohrenbetäubender Lärm los, gefolgt von einem Aufschrei von Duo: „Scheiße! Da ist eine Sicherheitssperre eingebaut! Wir müssen Weg, bevor hier alles in die Luft geht!“ Schon war ein Countdown zu Hören: 10....9....8...Auf den gleichen Wegen wie sie gekommen waren verließen sie auch den Kontrollraum. So schnell sie konnten jagten sie die Gänge zurück zu ihrem Shuttel. 7....6....Trowa und die anderen beiden erreichten als erstes die Abflugbasis und bereiten alles für den Start vor. 5....4.... „Verdammt! Wo bleiben die beiden? Solange können sie nicht brauchen!“ 3.... „Wir müssen ohne sie starten. Wir können nicht mehr warten!“ „Halt da kommen sie!“ 2.... „Sorry! Hat etwas gedauert! Bringt uns endlich hier weg“ 1.... Die Druckwelle der Explosion brachte das Shuttle zum schlingern als es gerade ins All eintrat. Nur mit viel Mühe brachte es Quatre wieder unter Kontrolle und die Jungs atmeten auf. „Schadesprozent von 12%. Wir haben Riesenglück gehabt. Nur die Außenhaut ist etwas angekratzt und wir selbst sind noch mit heiler Haut davon gekommen.“ Erschöpft ließ sich Quatre in den Sitz sinken und schloss glücklich die Augen. Das Shuttel steuerte der Autopilot. „Miau“ Erschrocken fuhr er wieder hoch und starrt, wie alle anderen auf Heero. „Ähm...Heero...Seit wann miaust du?“ (Muss ich erklären von wem das stammt?) „Baka! Ich miaue nicht, das müsste dir mittlerweile schon aufgefallen sein.“ knurrte Heero und zog nebenbei den Reißverschluß seiner Jacke auf. Heraus kam der Kopf einer kleinen Katze mit einem lustigen kreuzähnlichen Punkt auf der Stirn. Munter miaute es weiter und schmiegte dabei seinen Kopf an Heeros Halsbeuge. Keiner der anderen war in der Lage etwas zu sagen, bis Duo auf einmal in lautes Gelächter verfiel und auf dem Boden sank. Wufeis Bemerkung, nun wäre es ganz um ihn geschehen, bekam nur eine unzureichende Antwort. (Wa..hahaha...Was....hahaha....Was so....hahaha...soll... Ihr wisst was ich meine) Es dauerte seine Zeit bis er sich beruhigt hatte und soweit wieder zu Luft gekommen war um auf Quatres besorgte Frage zu antworten: „Wir waren hatten schon ein drittel des Rückwegs hinter uns gebracht als Heero plötzlich umdrehte und zurücklief. Er rief mir nur zu das er etwas vergessen hätte und ich solle schon vorgehen. Ich hab mich trotzdem entschlossenen zu warten, ich lass doch keinen Freund zurück und als ich ihm gerade nach wollte kam er auch schon wieder. Ich hab mich noch gewunderter warum unser Heero so komisch lief.“ Eine Zeitlang herrschte schweigen. Selbst das Kätzchen das es sich nun auf Heeros Schoss zusammengerollt hatte blickte neugierig in Duos Gesicht. Als dieser das bemerkte fragte er: „Was’n los?“ „Sag mal findest du es witzig, das du und Heero fast den Löffel wegen einer Katze abgegeben hättet?“ fragte Trowa ungläubig während er sich zu dem Tier hinunter beugte und es hinter dem Ohr kraulte. Nun gab Duo keine Antwort. Das war auch nicht mehr nötig, denn sie erreichten im selben Augenblick die Kolonie XB339905.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~Erinnerungen~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Heero grinste. Ja so war er und die andern an die Katze gekommen. Jetzt wollten sie die Katze auch nicht mehr weggeben, auch wenn Wufei manchmal drohte sie zu erschießen wenn sie noch mal in seiner frisch gewaschenen Wäsche ihr Nickerchen hielt und noch weitere hundertmal beteuerte wie sehr er sie hassen würde. Heero gab aber nichts auf Wufeis Gerede. Er hatte schon öfter als einmal beobachtet wie er dem Tier liebevoll übers Fell gestrichen hatte oder es graulte, wenn er glaubte keiner würde es sehen. Seine schlechte Laune war schon fast wieder verflogen, als Heero die Hand ausstreckte um das Tier hinter den Ohren zu kraulen. Entweder er hatte den Wuscheltieger erschreckt oder dieser hatte einfach keine Lust auf Steicheleinheiten, egal was der Grund war, die Katze haute, noch bevor Heero es berühren konnte ihm die Krallen in die Hand und fauchte laut auf. „AUA! Du mieser kleiner!“ schrie Heero auf und steckte ich seinen verletzen Finger in den Mund um das Blut aufzufangen. Das Kätzchen lief währenddessen davon. Betrübt richtete sich Heero auf und betrachtete die Kratzer auf seiner Hand. „Heute ist wohl jeder gegen mich!“ murmelte er vor sich hin. „Hattest du ein nicht gerade angenehmes Aufeinandertreffen mit unserm Maskottchen?“ Ohne bemerkt zu werden hatte Duo sich Heero genähert und betrachtete diesen prüfend. Der angesprochene richtete den Blick in die Ferne und dachte sich sauer: Der hat mir gerade noch gefehlt! Bleibt mir heute den nichts erspart? Wie als könnte Duo seine Gedanken erraten fragte er: „He was war heute morgen eigentlich los? Warum bist du nicht mehr ins Bett zurückgekommen?“ Heero zog ein schmollendes Gesicht und fragte: „Und wie hätte ich das bitte machen sollen? Sobald ich weg war hast du dich doch gleich über die ganz Breite ausgebreitet.“ Duo grinste verlegen und sagte: „Tut mir echt leid. Ist mir gar nicht aufgefallen. Sorry.“ Er betrachtete Heero aus den Augenwinkeln als dieser sich abermals seufzend gegen den Zaun lehnte und auf seine schmerzenden Hand pustete. „Schon gut. Du kannst nichts dafür.“ „Es wird Zeit das jeder wieder sein eigenes Zimmer bekommt. Diese Enge ist unerträglich.“ „Ein eigenes Bett würde mir für den Anfang auch schon genügen.“ „Diese Kolonie ist einfach zu klein für so viele Leute.“ „Es liegt nicht an der Kolonie. Auch nicht an diesem Gebäude. Es liegt daran das keiner von uns sich je träumen gelassen hat, das sich uns soviel Männer anschließen würden. Die alle hier unter zubringen und das, wo auch noch einige ihre MS mitgebracht haben ist schwer. Als wir das alles vorbereitet haben, haben wir nur gedacht das wir fünf uns hier aufhalten würden. Wer hätte gedacht das sich hier in kürzester Zeit fast 75 Männer tummeln werden? Wir haben eben das ganze nicht danach ausgerichtet und weitere Räume zu bauen oder mehr Betten zu besorgen kann noch etwas dauern.“

Mitte der vierten Woche hatten immer wieder Raumschiffe Kurs auf die Kolonie XB339905 genommen und Männer verschiedensten Alters baten sich den Gundam-Piloten anschließen zu dürfen. Ihr eingreifen war nicht unbemerkt geblieben und die Menschen schöpften jedes Mal wenn sich einen Gundam nur ein den Nachrichten sahen Hoffnung auf baldigen Frieden. Unter den Männern waren nicht nur Soldaten gewesen, von denen manche, zur überraschen der Jungs MS mit brachten. Diese waren zwar alt, aber sie waren der Schrottpresse entkommen. Nein unter den Männern hatten sich auch Ingenieure, Mechaniker und zwei Ärzte befunden. Diese machten sich nun daran die MS wieder Kampffähig zu machen oder versorgten die Verletzten. Wer sonst nichts zutun hatte arbeitete am Ausbau der Kolonie oder ging anderen Dingen wie Kochen nach. Die Männer waren zwar nicht alle so gut Ausgebildet wie die G-Piloten, aber sie alle wollten für den Frieden kämpfen und das war alles was zählte. Leider konnten sie aber noch nicht kämpfen, denn erstens hatten sie nur 12 MS (8Leos und 4Aires) und zweitens die, die sie hatten waren noch lange nicht so weit restauriert um mit ihnen Kämpfen zu können. Auch herrschte akuter Platzmangel. Es gab nicht genügend Platz, das alle so untergebracht werden konnte, das jeder sich auch mal zurück ziehen konnte. Die Zimmer waren gerade mal so groß das man zwei Betten darin unterbringen konnte, aber das genügte nicht. So kam es das sich immer mindestens drei Leute ein Zimmer und immer zwei Männer ein Bett teilen mussten. Die Gundam-Boys waren sogar zu fünft in ein Zimmer gezogen. Es blieb ihnen ja nichts anderes übrig. Sie waren es gewohnt das sie immer in unmittelbarer Nähe von einander waren und so kamen sie mehr oder weniger ganz gut damit klar. Auch wenn es morgens immer wieder zu sehr peinlichen erwachen kam. Man hatte sich unter den fünfen geeinigt das Heero und Duo, sowie Trowa und Quatre sich ein Bett teilten. Wufei hatte sich stickst dagegen geweigert mit einem Mann ein Bett zu teilen. (seien wir mal ehrlich, mit einer Frau würde er sich doch auch keines Teilen) Er hielt das nicht für ehrenhaft. So musste er eben in einer Hängematte über den Köpfen der anderen Schlafen. Aber die Moral der Truppe war ungebrochen, trotz des Platzmangels. Es war kein großes Geheimnis wie sehr alle die fünf mutigen Piloten bewunderten und da diese sich sogar zu fünft ein Zimmer teilten wollte keiner sich beschweren, denn sie wussten ja, das sie im Gegensatz zu den G-Boys massig Platz hatten.

Duo machte sich aber um etwas ganz anders heute morgen Gedanken. Eigentlich beschäftigte ihn das schon, seit sie auf der Kolonie angekommen waren. Er machte sich sorgen um Heero. Sein Kumpel war seit sie hier waren wieder schweigsam und kalt geworden. Da Duo sich auch ein Bett mit ihm teilen musste, wusste er nur zu gut wann Heero schlief und wann nicht. (Duo hatte einen sehr leichten Schlaf. Behaupte ich jetzt einfach mal so, ja? Nicht böse sein, wenn’s nicht stimmt) Das letzere war eher selten. Er machte sich ernsthaft sorgen um Heero. Er konnte sich schon denken was er fast die ganze Nacht trieb. Wenn er so weiter machte, würde er sich noch zu Tode arbeiten. Man sah es ihm ja auch schon heute an. Heero sah echt mies aus. Als ob er wieder die ganze Nacht nicht geschlafen hätte. Aber Duo wollte Heero auch nicht darauf ansprechen. Er wusste ja der braunhaarigen Soldat darauf nur extrem gereizt reagieren würde. So standen Duo und Heero noch eine Weile an diesen Morgen auf dem Dach des Gebäudes und hingen ihren Gedanken nach. Beide sorgten sie sich um die Zukunft. Was sollte als nächstes Geschehen?

Kapitel 18

TRF


Hey First! Da nähern sich drei Transportshuttels unserem Stützpunkt. Sollen wir sie abfangen?“ Einer der Männer die sich den Gundam-Piloten angeschlossen hatten rief Heero, der von den Meisten hier einfach nur First (bezieht sich auf OZ Bezeichnung für den Wing Gundam. Gundam 01 = First) genannt wurde dies über Lautsprecher zu. Nach wenigen Minuten traf dieser, gefolgt von den anderen Piloten auch schon im Überwachungsraum ein. „Haben sie bis jetzt schon Kontakt zu uns aufgenommen und sich zu erkennen gegeben?“ War die sachliche Frage von Heero. „Nein bis jetzt noch nicht. Sollen wir es mal versuchen?“ Heero blickte sich zu Quatre um und meinte nur: „Mach du lieber das. Wenn es um so etwas geht bist du der Beste von uns.“ Dieser nickte nur stumm und richtete dann seine Aufmerksamkeit auf die Shuttels die auf den großen Bildschirm zu erkennen waren. „An die Transportshuttels. Sie nähern sich unerlaubt dieser Kolonie. Geben sie sich unverzüglich zu erkennen sonst sind wir gezwungen ernste Schritte gegen sie einleiten.“ Sekunden vergingen und es rauschte nur auf der Kommunikationsleitung, doch dann meldete sich eine männliche Stimme. „An die Kolonie XB339905. Hier spricht Zechs Marquise. Hallo! Es ist schon lange her, dass wir uns das letzte Mal begegnet sind, nicht war. Ich komme im Auftrag von Dorothy Catalonia. Ich bringe paar Geschenke von ihr für euch. Sie hat gesagt das ihr euch sicher darüber freuen würdet und außerdem wollte ich euch eine Vorschlag unterbreiten über den ihr nach denken solltet. Können wir in den Orbit der Kolonie eintreten ohne das ihr uns abschießt?“ Die Jungs sahen sich fragend an. Konnten sie Zechs vertrauen? Heero handelte als erstes und fragte: „Was für einen Vorschlag?“ „Heero Yuy!“, kam es seufzend zurück. „Willst du das wirklich zwischen Tür und Angel ausdiskutieren?“ „Was für ein Vorschlag?“ fragte Heero abermals, aber diesmal mit mehr Druck. Wieder seufzte Zechs und antwortet dann: „Ich befinde mich in der Begleitung von 46 weiteren Männern und sie alle wollen sich den Gundam-Piloten anschließen, genauso wie ich. Ich halte es für durchaus vernünftig das wir uns zusammen schließen. Aber es ist nicht das erstemal das ich dir einen solchen Vorschlag unterbreite, Heero Yuy. Wie damals liegt es auch heute allein an deiner Entscheidung...“ Wufei unterbrach kurz die Verbindung und fragte in die Runde: „Sollen wir ihm wirklich vertrauen? Schließlich war er einmal ein OZ Mitglied.“ „Uns wird nichts anderes übrigbleiben. Er bringt weitere Soldaten und wir können jede Unterstützung brauchen die wir bekommen können.“ Brachte sich Trowa ein. Aber da Wufei immer noch skeptisch dreinblickte fügte Quatre dazu: „Menschen können sich ändern. Außerdem würde er sicher nichts tun was Relena nicht willigen würde. Er steht so wie wir auch hinter ihr. Was meinst du dazu Duo?“ Der bezopfte Pilot des Gundam Deathscythe Hell war bis dahin unbeteiligt in der Ecke gestanden und hatte sich dazu nicht geäußert, was ganz untypisch für ihn war. „Dann wird hier noch enger... Aber was soll’s besser jetzt die Enge, als später einen verlorenen Krieg.“ Die anderen sahen erstaunt auf. So sachliche Bemerkungen von Duo war man nicht gewohnt. Doch Heero nickte nur und sprach durch den geöffneten Kommunikationskanal: „Gut. Ihr könnt rein kommen. Alles weiter besprechen wir hier.“ „Ihr habt ganz schön lange gebraucht bis ihr euch einige wart. Seit ihr sicher das ihr euch nun endgültig entschieden habt?“ kam es sarkastisch zurück. Doch darauf antwortet Heero nicht, sondern deutet den Mann am Kontrollpult nur, dass er die Tore öffnen soll und machte sich gemeinsam mit den anderen auf den Weg zu den Shuttels.

Wie sie erwartet hatten handelte es sich bei Dorothys „Geschenken“ um MS. Brandneu und bereit für den Einsatz. Die angekommenen neuen Soldaten wurden von den anderen glücklich begrüßte, auch wenn jeder den Platzmangel im Hinterkopf hatte. Nach knappen „Hallo“ verzogen sich die Jungs in Begleitung von Zechs in einen der hinteren Räume und beredeten alle anfallenden Probleme. Zu ihrer Überraschung hatte Dorothy auch daran gedacht das es auf der Kolonie bis jetzt ziemlich eng war und so würde sie noch am selben Tag Leute nachschicken, die sich um den Ausbau der Kolonie kümmerten. Nach ihrer Zeitrechnung sollte das Platzproblem innerhalb von einer Woche erledigt sein. Obwohl die Jungs noch skeptisch waren wie das gehen sollten willigten sie ein. Was blieb ihnen auch anderes übrig? Danach besprachen sie noch die nächsten Einsätze und waren froh nun nicht mehr alles allein machen zu müssen. Die MS und die Anwesenheit von Zechs Marquise erleichterten die Arbeit hier ungemein. Auch wenn das keiner von ihnen zugegen hätte. Als sie sich schließlich trennten kam es das Zechs und Heero als letzte den Raum verließen.

Bevor Heero den Raum verlassen konnte berührte ihn Zechs flüchtig an der Schulter und flüstere: „Danke“. Überrascht blickte Heero auf und fragte genauso leise: „Danke? Für was?“ „Dafür das du Relena beschützt hast als ich nicht konnte.“ Zechs blickte ein wenig amüsiert auf den um eine Kopf kleineren Piloten und sah wie dieser den Kopf abwandte. „Aber ich denke nicht, dass das für dich je ein Problem oder gar unangenehm war, oder.“ setzte er grinsend dazu. Damit eilte er den Gang entlang davon um mit den Soldaten zu reden, die mit ihm gekommen waren und ließ eine verwirrt dreinblickenden Heero zurück. „Peinlich!“ Schoß diesem durch dem Kopf als er den andern nach starrte, fragte sich aber gleich darauf warum er das peinlich fand, denn schließlich wussten alle seine Freunde was er für Relena übrig hatte. Oder sie ahnten es. Über sich selbst verwundert drehte sich Heero um und ging in die andere Richtung davon.



Bald ist es so weit meine Ritter! Bald werden wir diese Primitiven, die sich nicht als wahre Menschen beweisen konnten von dem Leid ihres qualvollen Lebens befreien! Wir werden sie von der Schmach als Unvollkommenen erretten und sie auf den Weg durch die Dunkelheit ins Licht bringen! Eure Zeit ist dann gekommen meine Ritter! Bevölkert dann ihr unseren geliebten Planten Erde und schafft mir meine Welt der vollkommenen Menschen! Geduldet euch meine Ritter! Bald ist der Tag der großen Reinigung und die Zeit der Erneuerung gekommen! Wir sind die Renewal Figther! Für unser glorreiche Mission! Für unsere Wonderful New World!“ Wie ein Prediger stand der Mann in seinem silbernen langen Gewand auf einer Plattform über einer Menge von jungen Menschen und rief ihnen diese Worte mit ausgebreiteten Armen zu. Sobald er geendet hatte schlugen alle Jugendlichen Zeitgleich die Haken zusammen, legten die linke Hand an die rechte Schulter und riefen immer wieder ein immerwährendes Lied. Doch dieses Lied bestand nur aus einem Wort: „Kampf!“ Die Jugendlichen waren alle zwischen 15-18 Jahre alt. Alle hatten entweder rosa, blondes oder blaues Haar und unnatürlich blaue Augen die fast von den Locken die ihnen ins Gesicht fielen überdeckt wurden. Alle trugen die gleiche weiße Uniform und standen in Reih und Glied, (immer eine Reihe von Mädchen, dann eine von Jungen.) Der Mann stand noch eine Weile lächelnd auf der Plattform, die linke Hand an der rechten Schulter und blickte in die Menge von Jugendlichen die immer fort lachend das gleiche Wort wiederholten: „Kampf! Kampf! Kampf!...“ „So ist es gut meine Ritter, meine Schöpfungen, meine Kinder! Haltet euch bereit für den großen Tag!“ Damit drehte er sich um und verließ den großen Raum. Als er durch das Tor trat löste sich auch eine weiter Gestalt, die bis dahin im Schatten gestanden war und folgte ihm durch die Tür. Sie folgte ihm schweigend den Korridor entlang und beide konnten noch immer den Singsang der Jugendlichen hören: „Kampf! Kampf! Kampf!...“ Der junge Mann war wie all die anderen weiß gekleidet und seine blonden Haare verdecken fast die stechend blauen Augen, die kälter waren als das Eis. Nur der rote Umhang kennzeichnete ihn als den Top-Mann der TRF – den schwarzen Ritter. Der ältere Mann in dem Silberne Gewand trat in den Raum am Ende des Ganges und winkte dem jüngeren ihm zu folgen. Während er sich ächzend in einem der weißen Ledersessel fallen ließ blieb der junge Soldat stehen und beobachtete ihn. „Schwarzer Ritter! Steffen! Wie geht es dir heute? Ich hoffe du kommst mit deinem Blackangel zu recht. Es gibt doch keine Schwierigkeiten?“ „Nein Sir, natürlich nicht.“ „Gut, gut, gut. Wie viele Ritter sind schon Einsatz bereit?“ „231 Ritter sind bereit um für euch und unseren Wunsch von der Wolderful New World zu kämpfen, Sir. 105 befinden sich in der Ausbildung. Weiter 32 befinden sich in der „Geburt“ und werden voraus sichtlich nicht bis zu unserem großen Tag einsatzbereit sein.“ „Nun gut. Ich denke mit 336 Rittern werden wir den Sieg auf unserer Seite haben. Geh jetzt. Ich habe dir nichts mehr zu sagen.“ Der schwarze Ritter, Steffen deutete eine leichte Verbeugung an und wollte gerade den Raum verlassen als: „Ich hoffe doch du hast jetzt deinen Körper wieder unter Kontrolle. Aber ich denke der „Raum“ hat dich wieder zur Vernunft gebracht und du weiß wem du zu dienen hast.“ Erschrocken blieb Steffen stehen, wagte es aber nicht sich um zu drehen. Nach Sekunden des Schweigens sprach er so emotionslos wie es ihm möglich war: „Natürlich Sir. Ich diene ihnen den großen Friedrich Siebierius und den Renewal Figther. Ich bitte hier mit untertänigst um Verzeihung. Mein...mein System war fehlerhaft.“ „Ich hab dir die Gabe der freien Entscheidung gegeben, damit du nach meinem Tod unsere Ritter weiter kontrollieren kannst. Du bist nicht wie sie, den du kannst frei handeln, kannst denken. Aber verwechsle dich deshalb nicht mir einem Menschen. Du besitzt weder ein Herz noch eine Seele und wenn ich es will verlierst du auch deinen Willen. Ich bin euer Schöpfer, euer Vater und euer Gott. Ich gebe und ich nehme euch eurer Leben. Pass auf das du nicht noch einmal einen Systemfehler falsch als Gefühle auslegst. Mit deinem Handeln hättest du unsere Mission fast gefährdet. Wenn du meinst „Gefühle“ zu besitzen und diese unbedingt ausleben musst, dann nimm dir gefälligst eine der weiblichen Ritter. Aber vergiß niemals wieder: Relena Peacecraft ist unser Feind und wenn der Tag reif ist wirst du sie töten! Haben wir uns verstanden?“ „Natürlich Sir. Was immer sie befehlen.“ Damit verließ Steffen den Raum und kehrte in sein Quartier zurück. Ihn begleitete nur ein Gedanke: „War es möglich das er Gefühle entwickelte?“

Zurück in seinem Quartier warf sich Steffen auf sein Bett und starrte zur Decke. Das Zimmer war trostlos. Die ganze Einrichtung bestand aus einem Bett, sowie einem Tisch und einem Stuhl. Das war alles und mehr brauchte er auch nicht. Seine Gedanken kreisten immer noch um das Gespräch, das er gerade mit seinem Anführer geführt hatte. Es stimmte was Sibierius sagte, wenn er es wollte kontrollierte er seinen Willen. Das hatte er schon des öfteren gemacht, wenn er ungehorsam wurde. Und das geschah in letzter Zeit immer öfter. Er konnte diese Reaktionen die sein Körper von sich gab nicht deuten und er konnte auch nicht verhindern sich ihm Gedanken aufdrängten die Hochverrat gegenüber Siebierius und den TRF waren. Er tat und dachte Dinge die ganz gegen dem war was ihnen Siebierius gelehrt hatte. Sie waren die perfekten Menschen, das sagte er ihnen immer wieder. Ohne Fehler, denn sie waren nicht gezwungen auf ihr Herz oder ihr Gewissen zu hören. Aber trotzdem zwang ihn etwas dazu dagegen anzugehen. Es übermannte ihn wie damals bei Relena. Er wusste das er ihre ganze Mission zum scheitern verurteilt hätte, wenn Heero Yuy ihn nicht KO geschlagen hätte. Er hatte einfach den Reaktionen seines Körpers nachgeben. Das hatte nichts mehr damit zutun gehabt das er Relena einfach nur besitzen wollte. Das er einfach nur gegen Heero gewinnen wollte, denn auch das hatte Siebierius ihnen „vermacht“. Der Wissenschaftler hatte ihnen nur eine Bürde auferlegt und die war immer gewinnen wollen zu müssen. Deshalb waren auch alle so wild darauf zu kämpfen, den egal auch wenn sie sterben sollten, sie würden doch gewinnen. Dann alle die, die fallen würden, wurden von anderen ersetzt. Das war einfach Wahnsinn! Erschrocken richtete er sich auf. Was hatte er gerade gedacht? Hatte er wirklich ihre Mission in Frage gestellt. Das durfte nicht sein! Sein System musste einen Fehler haben! Ja! So war es sicher! Aber er durfte diese Fehler nie in Gegenwart von ihrem Anführer die über Hand gewinnen lassen. Es wäre sein ende. Diesmal würde sich Siebierius nicht damit zufrieden geben, ihn in den „Raum“ einsperren zu lassen. Nein, das nächste mal würde er ihn das „Leben“ nehmen. „Ich bin euer Schöpfer, euer Vater und euer Gott. Ich gebe und ich nehme euch eurer Leben.“ Die Worte von seinem Anführer wurden wieder real in seinem Kopf. Er musste seine Systemfehler zu deaktivieren lernen. Sonst wäre Siebierius erbarmungslos! Müde ließ er sich in die Kissen sinken um kurz darauf in einen sehr unruhigen Schlaf zufallen. Er bekam nicht mit wie die anderen Ritter die Basis verließen und eine große Kolonie angriffen. Aber nur zum Schein... Ihr wahres Ziel war die einzige Verteidigung der Erde und Kolonien zu schwächen....


Kapitel 19

Wufei im Gewissenskonflikt


Verdammt wo kommen die alle her? Ist hier irgendwo ein Nest?“ keuchend wischte sich Duo den Schweiß aus der Stirn. „Pass auf links von dir!“ rief Zechs ihm zu und da sah er schon wie wieder fünf MS auf ihn zu hielten. Kurz zielte er und schon hatte er drei der Angreifer mit seiner Doppel-Beam-Sense in zwei schön gleich große Stücke zerteilt. Die anderen zwei erledigte er mit seinen Vulcan Kanonen. „Danke Zechs!“ antwortet er und wandte sich dann wieder dem Kampfgeschehen zu. Das schwarz des Alls würde immer wieder von Explosionen von MS erhellt. Die Gundams und ihre Mitstreiter schlugen sich tapfer. Bis jetzt war es noch niemandem gelungen durch die Abwehrkette die sie gebildet hatten zu durchdringen. Aber lange würden sie nicht mehr durchhalten. Schon seit einer Stunde tobte ein erbitterter Kampf zwischen den Gundams und den TRF. Für jeden MS den die Jungs zerstörten waren gleich wieder zwei weiter zur Stelle. Es war zum verrückt werden. Die Teile waren sowieso so schwer zu kriegen und statt weniger wurden es immer mehr. Duo ließ seinen Blick über ihr Kampffeld streifen. Gerade sah er noch wie fünf ihrer MS die feindlichen Angreifer umringten und ihnen so die Chance zu einer Flucht nahmen. Dann tauchte Quatre auf und brachte die Piloten der gegnerischen MS für immer zum Schweigen. Er konnte die Siegesrufe seiner Mitstreiter hören, statt sich aber wie sie zu freuen, verzog er nur verächtlich den Mund. Machte ihnen das wirklich Spaß? Für ihm war der Kampf eine Qual. Er war zwar ein Gundam-Pilot doch er hasste das Töten. Wieder wurde er Angegriffen. Jetzt hatte er vier solcher Teile an der Backe. „Lernt ihr es den nie?“ sprach er mehr zu sich selbst als zu den anderen. Er flog ein paar waghalsige Manöver um ihren Schüssen auszuweichen und sah wie sich ihm Heero näherte. Auch er wurde von drei Maschinen der TRF verfolgt. Duo begann zu grinsen. Er wusste was Heero vorhatte. Er wendete seinen Gundam und steuerte aus seinen Freund zu. „Wollen wir Angsthase spielen Heero?“ fragte er belustigt. Als Antwort bekam er nur ein gut gelauntes „HN!“ und Heero hielt weiter auf ihn zu. Die Gundams flogen weiter auf sich zu. Keiner von beiden drehte ab und die MS der TRF folgten ihnen blind. Der Abstand betrug nur noch 100m, 80m, 50m, 25m in der letzten Sekunde riß Duo seinen Gundam nach oben, Heero nach unten. Doch die MS der Gegner konnten nicht so schnell reagieren und rasten ineinander. Eine gewaltige Explosion erhellte die Finsternis und Heeros Gesicht erschien auf Duos Monitor: „Und wer hat jetzt gewonnen?“ „Wir! Denn wir leben noch!“ gab Duo gut gelaunt zurück. Er war eben ein Soldat. Mit dem Kampf verdiente es sich seine Brötchen. Er musste die Dinge so nehmen wie sie waren. Trübsal blasen brachte ihn nicht vorwärts. „Leute sie geben auf! Schaut sie drehen ab!“ Trowa schaltete sich ein und Duo und Heero wandten sich um. Tatsächlich schien es so als ob sich die MS zurück ziehen würden. „Was wollen wir jetzt tun? Folgen wir ihnen?“ Wufei keuchte schwer, der Kampf war hart und lang gewesen. Eine Zeitlang herrschte stille dann fragte Heero an alle gewandt: „Haben wir Verluste oder Verletzte zu beklagen?“ „5 MS sind zerstört worden, 5 Männer tot! Einige Verletzte.“ antwortete ihm Quatre. „Dann sollten wir zurück fliegen. Aber ein Teil muss vorerst hier bleiben, falls sie zurück kommen.“ Zechs Vorschlag wurde von allen angenommen und so blieb er und sechs weitere MS bei der Kolonie während er Rest sich zurück noch XB339905 machte.



Hey Gundam-Boys!“ Heero und der Rest blickten sich fragend um. Fabris, ein junger Mann mit feuerrotem Haar hatte sie angesprochen. „Ja?“ hackte Wufei ein. Er hatte schlechte Laune. Der Kampf war lang und hart gewesen und seine Kraftreserven gingen langsam aber sicher zu ende. Der junge Chinese hatte keine Lust auf irgendwelche Konversation. „Wir haben gerade fünf Männer verloren und ihr sagt keinen Ton dazu. Das waren fünf Menschenleben! Was wollt ihr jetzt tun? Sagt schon!“ Die Jungs blickten ihn fragend an. Aus seiner Stimme hörten sie das er geschockt über das was da draußen gerade geschehen war. Aber was sollten sie ihm sagen? Sie befanden sich nun einmal im Krieg und in Kriegen starben eben einmal Menschen. „Sag du uns lieber was wir tun sollen! Wir befinden uns ihm Krieg. In Kriegen werden nun mal Menschen umgebracht. Das hast du heute auch getan. Aber da war es nicht so schlimm, was? Die kannte man nicht, mit denen war man ja nicht befreundet, von denen weiß man ja nichts, hab ich nicht recht? Die kann man einfach töten, aber sobald es Opfer aus den eigenen Reihen gibt, fängt man an zu heulen! Das waren nicht die letzten die von uns gefallen sind! Wenn du sie betrauern willst dann tu das wenn der Krieg vorbei ist und du überlebt hast, oder geh nach Hause wenn du den Druck nicht gewachsten bist! Aber jammere mir nicht die Ohren voll! Hast du mich verstanden? Als sie sich uns angeschlossen haben, haben sie damit rechnen müssen zu sterben. Damit habt ihr alle rechnen müssen! Um ihnen zu gedenken ist Zeit wenn wir gesiegt und überlebt haben, aber bis es soweit ist geh zurück an deine Arbeit oder geh nach Hause! Keiner zwingt dich hier zu bleiben und zu kämpfen! Hast du das nun endlich verstanden?“ Fabris starrt geschockt in Wufei’s kalten Augen. Ohne ein Wort zu sagen drehte Fabris sich um und ging zurück an seinen MS. Der Rest folgte ihm. Keiner wagte Wufei zu wieder sprechen. Was sollten sie auch sagen? Er hatte recht.

Als die Männer zurück an die Arbeit gingen, atmete Wufei einmal tief durch und ging auf das Hauptgebäude zu. Immer noch überrascht von Wufei’s Vortrag folgten ihm die anderen. Zurück in ihrem Zimmer warf sich Wufei auf Trowa und Quartes Bett und schloss die Augen. Er hört wie die Tür auf ging und vier weitere Menschen ins Zimmer kamen. Einer davon setzte sich neben ihm auf’s Bett. „Wufei..“ zögernd hörte er Quatres Stimme neben sich, aber er machte sich nicht die Mühe die Augen zu öffnen. Statt dessen gab er nur ein grunzen von sich, als Zeichen das er zu hörte. „Wufei... Fandest du das den nicht ein bisschen hart eben? Der Junge war geschockt von dem was sich ereignet hatte. Für uns ist das nichts neues. Wir haben schon oft genug gesehen wie Menschen starben, aber...“ „Aber? Aber was? Aber das war für ihn das erste mal? Quatre! Das ist total egal! Wir befinden uns im Krieg! Wenn er, wenn sie es nicht aushalten das Menschen umgebracht werden dann hätten sie nicht herkommen sollen. Dann sind sie nur eine Belastung für uns! Warum reitest du eigentlich auf diesem Thema herum? Du weißt ganz genau das Schwächlinge hier nichts verloren haben. Sie sind nur die unnötigen Opfer die in einem Krieg fallen.“ Wufei hatte die Augen aufgemacht und starrt bewegungslos an die Decke. „Darum geht es dir also. Du willst nicht das es unnötige Opfer gibt, aber genau du solltest wissen das, dass nie zu verhindern ist. Es werden immer Menschen sterben die nichts mit dem ganzen zu Tun haben. Das wirst du nicht verhindern können.“ Trowa hatte sich über das Füßende des Bettes gelehnt und blickte nun in Wufei’s Gesicht. Tapfer hielt dieser den Blick stand, bis er sich aufrichtete und mit hängendem Kopf zu Boden blickte. Eine Haarsträhne hatte sich aus seinem kurzem Kopf gelöst und war ihm ins Gesicht gefallen. Eine Weile saß er nur so da und betrachtete den Staub den er und die anderen bei ihrem eintreten aufgewirbelt hatten. Den Blicken seiner Kameraden war er sich durch aus bewusst. Ohne jeglichen Schwung, so wie man es von ihm gewohnt war stand er auf und ging zur Tür. Bevor er diese öffnete sagte er: „Ich weiß das ich das nicht verhindern kann Trowa, aber ich will wenigstens versuchen so viele zu schützen wie es geht. Du hast genau wie ich, all die beobachtet, die sich uns angeschlossen haben. Dieser Fabris ist kein Soldat und er wird auch nie einer werden. Er kann niemanden töten, deshalb sollte er gehen bevor er getötet wird.“ „Wo willst du jetzt hin? Willst du das etwas diesen Typen ins Gesicht sagen. Dann wird er ganz bestimmt nicht gehen.“ Heero hatte Wufei nicht angeblickt als er mit ihm geredet hatte. Er wollte seinen Freund jetzt nicht sehen. Der Krieg machte aus ihnen Fracks. Sie verloren diesmal ihre Seelen auf dem Kampffeld. „Nein das hatte ich nicht vor. Ich will nach Nataku sehen. Ich weiß das keiner gehen würde, wenn wir es ihnen sagen würden. Ich weiß auch das sie uns für Vorbilder halten und uns nach eifern. Aber was für Vorbilder sind wir? An unseren Händen klebt das Blut Tausender Menschen und auch wenn die rote Flüssigkeit weg ist, ich kann es immer noch sehen.“ Keiner sagte etwas, keiner hielt Wufei auf als er die Tür öffnete und ging...


Ach Nataku... Ich erkenne mich selbst nicht mehr wieder! Früher war mir egal wenn andere Soldaten ums Leben kamen, aber jetzt? Sie sind so schwach... Ich hab mir sie alle genau angesehen. Nur wenige von ihnen werden überleben, nur die, die stark genug sind. Aber was ist mit dem Rest? Warum hab ich so große Probleme damit wenn ich daran denke, das sie sterben könnten? Warum mach ich mir deshalb Vorwürfe?“ „Vielleicht, weil das nicht nur irgendwelche Soldaten sind. Vielleicht weil du sie als deine Soldaten ansiehst.“ Überrascht wandte Wufei sich um. Ihm war nicht aufgefallen wie sich ihm jemand genähert hatte. Direkt hinter ihm stand: „Zechs!“ Verwirrt blickte Wufei zu ihm auf. Mit jeden hatte er gerechnet, nur nicht mit Relena’s Bruder. „Darf ich mich setzten?“ Noch immer verwirrt nickte Wufei und Zechs ließ sich neben ihn auf Nakatu nieder. Eine Weile sagte keiner der beiden etwas, als der jüngere von beiden die Stille durch brache: „Wie hast du das eben gemeint, Zechs?“ Vorsichtig schielte er zu seinem Nebenmann hinüber und wartete auf dessen Antwort: „So wie ich es dir gesagt habe. Früher waren die Gundams Einzelkämpfer die nicht mit anderen Soldaten zusammen gearbeitet haben. Ihr musste euch nur um euch kümmern das war alles. Jetzt sieht das anderes aus. Ihr seit nicht mehr unter euch. Ihr habt viele Männer unter euch, die nur auf euren Befehl warten und das verwirrt dich nun, stimmt‘s? Du weißt nicht was du tun sollst, denn ihr Leben hängt von deinen Befehlen ab. Jede falsche Entscheidung musst du mit den Leben anderer bezahlen. Das ist nicht einfach. Sein eigenes Leben aufs Spiel zusetzten ist leicht, aber das Leben von anderen? Das gehört zu den schwersten Prüfungen die einem das Leben auferlegen kann. Hab ich recht?“ Zum ersten Mal seit er neben Wufei saß blickte Zechs in dessen schwarzen Augen. In ihnen konnte er große Überraschung wegen seiner Worte lesen. „Woher... Woher verstehst du so gut wie es mir geht?“ stotterte Wufei. Zechs musste ungewollt schmunzeln. Das sich zwei Menschen so ähnlich sein konnten... „Weil du einer ganz bestimmten Person sehr ähnlich bist. Sie hatte ähnliche Grundsätze wie du, eine ähnliche Art sich um Menschen zu kümmern die ihr wichtig erschienen. Vielleicht erinnerst du dich noch an den Oberbefehlshaber von OZ Treize Khushrenada.“ Mit Freunden stellte er fest das sich Wufei’s Augen bei diesem Namen weiteten. Er hatte keiner andere Reaktion von ihm erwartet. Betrübt blickte Wufei zu Boden, dann sprach er um einiges ruhiger als zuvor: „Wie könnt ich ihn vergessen? Er hat mich reingelegt! Er hätte nicht sterben dürfen. Die Welt hat einen solchen Menschen wie ihm gebraucht. Ich fühle mich noch immer schuldig.“ „Das solltest du aber nicht. Es war das einzig richtige das Treize starb und das er durch dich starb war etwas was ihm wohl selbst wichtig gewesen war. Du warst für ihn ein ernst zunehmender Gegner. Solche hatte er nicht viele, deshalb war es ihm eine Freude durch dich zu sterben. Das hat er dir aber bestimmt auch selbst gesagt. So gut kannte ich Treize. Er brachte immer zu ende was er angefangen hatte.“ Zechs sagte nichts mehr sondern beobachtete nur noch den jungen Chinesen an seiner Seite. Er hatte schon lang gewusst das sich Wufei noch immer wegen der Sache mit Treize quälte, aber das war falsch. Er hoffte das es der Junge nun endlich verstanden hatte. Im stillen schimpfte er mit seinem langjährigen Freund. Wieso hatte er den Jungen nur so etwas angetan? Gundam-Pilot oder nicht. Ihn so rein zulegen, ihn so zu benutzen war nicht fair gewesen. Er hatte doch sicher gewusst das schon allein Wufeis Stolz ihm deswegen sein Leben lang quälen würde. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Auch nach seinem Tod gab Treize immer noch Rätsel auf...

Wufei’s Gedanken waren ebenfalls bei Treize. Seine letzten Worte bei seinem Abschied hatte er nie vergessen. Es tat ihm so furchtbar leid das er ihn umgebrachte hatte. Treize war sein einzig wahrer Gegner gewesen, zu ihm hatte er aufgesehen und er hatte ihn getötet. Die ganze Zeit hatte ihn das gequält, aber jetzt schienen seine Schuldgefühle erträglicher zu werden. Warum verstand er selbst nicht. „Bist du eigentlich nur hergekommen um über Treize mit mir zu reden?“ Diese plötzliche Frage ließ Zechs überrascht aus seinen Gedanken zucken. „Nein! Das hätte ich jetzt fast vergessen! Ich hab dich gesucht, weil sich ein Shuttel von der Erde mit Relena, Hilde und Dorothy an Bord sich uns nähert. Wir müssen sie begrüßen.“ Damit stand er auf. Wufei tat es ihm gleich, ging aber in eine andere Richtung davon. „Ich muss noch was holen! Sag den anderen ich komme gleich.“ Damit war er auch schon weg. Zechs schüttelte nur den Kopf. Diese Jungs waren auch wirklich komisch. Immer liefen sie davon.


Kapitel 20


Wiedersehen


Hast du das gesehen? Die Darlin reist nur in Begleitung von Frauen! Keinen einzigen Mann hab ich gesehen. Ist das nicht merkwürdig?“

Tja, entweder sie ist verdammt mutig oder verdammt bescheuert.“

Pst! Nicht so laut oder willst du das Zechs dich hört? Weißt du den nicht das Miss Darlin seine Schwester ist?“

Achtung! Da kommt er auch schon. Tag Zechs!“

Guten Tag. Was halten Sie von Miss Darlin Rede?“

Sie war gut, soweit ich das beurteilen kann, aber für uns bringt das nicht viel. Die Regierung der Erde will nichts unternehmen.“

Betrübt senkte Zechs den Blick. Es stimmte, Relena war wirklich nicht mit erfreulichen Nachrichten gekommen. Die Erde verweigerte jegliche Hilfeleistungen, sie wollten den Krieg nicht anerkennen.


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~Feedback~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Das Shuttel der Vizeaußenministerin Darlin landete gerade auf der Basis der Gundams. Alle Männer waren versammelt und hatten sich hinter den Gundam Team und Zechs aufgereiht. Der einzige der noch fehlte was Wufei. „Wo bleibt er bloß? So was verpasst nicht mal Wufei.“ Quatre blickte sich immer wieder suchend um. „Keine Sorge. Er wird schon kommen. Er weiß selbst das Relenas Besuch hier wichtig ist.“ Trowa versuchte seinen nervösen Freund zu beruhigen, da sah er auch schon wie Wufei um die Ecke des Ganges rasen. „Sorry, hatte was vergessen.“ Schnaufte dieser und stellte sich gleich darauf aufrecht hin und wartete ebenfalls auf ihre hochrangigen Gäste. „He“; Quatre stieß seinen Freund in die Seite um sein Aufmerksamkeit zu bekommen. „Alles wieder klar?“ Einen Moment blickte Wufei ihn fragend an, dann lächelte er. Er hätte sich auch denken können, das Quatre sich sorgen um ihn machen würde. „Alles klar. War nur ne kleine Schwäche. Kam von dem langen Kampf heute.“ Quatre nickte beruhigt und wandte sich wieder dem Shuttel zu, dessen Türen gerade geöffnet wurden.

Wufei hatte Quatre angelogen was den Grund wegen seines Handels war, aber er wollte das lieber für sich behalten. Auch wenn ihm der Gedanke nicht besonders gefiel, in seinen Augen war Zechs immer noch einer von OZ, aber er hatte ihm wirklich geholfen.


Die Türen des Shuttels schwangen zur Seite und Relena konnte hinaus, auf die versammelte Menge blicken. Es waren mehr als sie erwartet hatte und bei ihren erscheinen salutierten sie alle wie auf ein unsichtbaren Befehl hin. Sie ließ kurz ihren Blick über die Menge schweifen und blieb dann einen Augenblick auf dem Gesicht ihres Bruder hängen. Die Gerüchte stimmten also, Zechs hatte sich den Gundams angeschlossen. Ein wehleidiges lächeln huschte über ihr hübsches Gesicht. Sie hätte sich auch denken können, das sie ihren Bruder bestimmt auf irgendeinem Kampffeld wiedersehen würde. Er kämpfte genauso beständig für den Frieden wie Heero. Ihr Blick war weiter gewandert auf den jungen Mann der zwischen Zechs und Duo stand. Heero’s Augen waren so kalt das nie jemand erraten könnte, was er wirklich für sie empfand. Aber Relena war sich fast sicher trotz allem ein wenig was von Heero’s warmen, liebevollem Blick mit denen er sie immer bedachte zu lesen. Nur schwer riß sie ihren Blick von ihm los und sah nun auch die anderen Piloten: Duo, Trowa, Quarte und Wufei. Wie sehr sie der Krieg wieder verändert hatte. Sie wirkten alle samt älter und reifer und fast war auch ihn ihren Blicken nichts mehr davon zu erkennen, das sie eigentlich Freunde waren. In der zwischen Zeit waren auch Dorothy, Hilde und Prisca zu ihr getreten. Noin hatte eine Treppe an das Shuttel fahren lassen und langsam ging sie neben Relena her zu den versammelten Soldaten hinunter. Gewinnend lächelte sie erst in die Menge, wandte sie sich an Heero. Sie würde sein Spiel mitspielen. Sie würde auch so tun als kenne sie ihn nicht besonders gut. „Ich danke ihnen, das sie uns so kurzfristig erlaubt haben auf ihre Basis zukommen, Kommandant Yuy.“ Sie deutete eine leichte Verbeugung an und blickte dann wieder in Heero’s wunderbare kobaltblau Augen. „Die Freude ist ganz meiner Seits, aber bitte nennen sie mich nicht Kommandant. Wir haben es hier nicht so mit Rängen.“ Heero’s Antwort was so kalt und distanziert das es Relena schon fast körperlich weh tat. Aber sie dachte wieder daran das es besser war wenn niemand von ihrer Beziehung zueinander erfuhr. „Miss Peacecraft.“ Quatre wandte sich mit einer leichten Verbeugung an sie. „Wenn ich mich erst vorstellen darf. Mein Name ist Quatre Rebaber Winner und es freut mich außerordentlich sie auch im Namen aller sie herzlich willkommen zu heißen. Wenn sie bitte mit kommen würden. Wir würden ihnen gerne unsere Basis näher zeigen. Das ist wohl auch der Grund warum die Regierung sie zu uns geschickt hat.“ Ein schmales Lächeln um spielte Relenas Lippen. Wer hätte es je für möglich gehalten das Quarte so ein guter Schauspieler war.

Was danach folgte war eine einstündige Besichtigungstour von der ganzen Kolonie. Relena war sehr überrascht wie gut doch die Männer ausgestattet waren. Danach stand sie den Soldaten noch Frage und Antwort und wie sie es sich schon gedacht hatte, das erste was angesprochen wurde war die Stellung der Regierung. Wie sehr hatte sie doch gehofft das man sie das nicht fragte? Die Regierung war nicht bereit irgend etwas gegen die TRF zu unternehmen und alle Bemühungen von Relena und den anderen schienen in eine Sackgasse zu laufen. Auch diesen Aufenthalt auf XB339905 hatte sie schwer erkämpfen müssen. Die Abgeordneten der Erde wollten die Bedrohung nicht ernst nehmen. Zu groß was die Furcht damit zugeben zu müssen das die Regierung nicht in der Lage war einen immerwährenden Frieden zu halten. Relena konnte sich selbst nur schwer Gehör verschaffen. Sie genoß zwar als geborene Peacecraft eine gewisse Sonderstellung, trotzdem war es schwer die dickköpfigen Alten in der Regierung von der Notwendigkeit des Handelns zu überzeugen ohne aber gleich den militärischen Weg einzuschlagen. Bis jetzt hatte sie nur wenige der Abgeordneten auf ihre Seite ziehen können und langsam, so hatte sie das Gefühl, lief ihnen die Zeit davon.

Dies versuchte sie auch den Soldaten zu vermitteln. Sie bat sie auszuhalten und das Blutvergießen so gut es ging zu verhindern. Am Ende war Relena sicher das die Männer zwar niedergeschlagen waren, weil die Regierung immer noch nichts unternehmen wollte, aber doch ihren Worten absolutes Vertrauen schenkten und weiter machen würden.

Danach ging für die Piloten alles wieder ihren gewohnten Gang. Relena wurde eingeladen das Mittagessen hier aus der Kolonie zu verbringen und erst in den Abendstunden zurück zur Erde zu reisen. Zur Überraschung aller wurde dieser Vorschlag von niemand geringeren als Wufei gemacht und die Relena und ihre Begleiterinnen nahmen gerne an.

Nach dem Mittagessen, dass Relena, Dorothy, Hilde, Prisca und Noin in bei sein der Gundam-Piloten und Zechs einnahm wandte sich Quatre dem zu ihnen die neusten Erkenntnisse zu unterbreiten. Nach wenigen Minuten waren Relena, Hilde und Wufei verschwunden. Mit gespielter Besorgnis machte sich auch Duo auf den Weg die Verschollenen zu suchen. Als er nicht zurück kam ging auch Heero davon. Ebenfalls, wie angegeben die anderen zu suchen. Von den zurückgebliebenen wurde dieses Verhalten lachend hingenommen (Prisca musste erst aufgeklärt werden)



Äußerst gut gelaunt saß Wufei auf Duo’s und Heero’s Bett in ihrem Zimmer und ließ zwei schmale silberne Ringe um seinen kleinen Finger kreisen. Immer wenn auf sie Licht durch das Fenster fiel, blitzten sie auf. Plötzlich wurde mit Schwung die Tür aufgerissen und ein Duo Maxwell viel polternd herein. „Hilde?“ War die schwache Frage des jungen Mannes der im Staub auf dem Boden lag. „Sorry, aber die ist nicht hier. Ich glaube sie ist nach draußen gegangen.“ Wufei war, bei Duo’s eindringen ungerührt auf seinen Platz sitzen geblieben und spielte sich weiterhin mit den Ringen. „Wufei?“ Mühsam zog sich Duo am Bett hoch und blickte seinen Freund verwundert an. „He Mann die anderen fragen sich schon wo du bleibst. Was machst du den hier? Quarte kann doch die ganzen Erklärung nicht alleine machen.“ „Und was machst du hier? Solltest du nicht auch bei den anderen sein?“ Wufei beobachtet ungerührt die Ringe die weiter lustig um seinen Finger tanzten. Jetzt sah auch Duo gebannt den Kreisen der beiden Schmuckstücken zu. Ohne auf Wufei’s Frage einzugehen, stellte er selber eine: „Was sind den das für Teile?“ „Ringe sieht man das nicht?“ „Klar schon. Aber was willst du den mit Ringen?“ Grinsend warf Wufei bei diesem Satz die Ringe in die Luft und fing sie wieder gekonnt auf. Dann packte er Duo’s Hand und legte sie hinein. „Stimmt hast recht. Ich kann sie wirklich nicht gebrauchen, aber du weißt doch sicher etwas damit anzufangen.“ Mit diesen Worten erhob er sich vom Bett und ging an Duo vorbei zur Tür. „He was soll das? Was soll ich mit den Ringen und wo gehst du hin?“ Grinsend drehte Wufei sich zu seinem braunhaarigen Partner, der immer noch auf dem staubigen Boden kniete um und sagte: „Du hast doch selbst gesagt das ich Quatre helfen soll, also geh ich ihm helfen. Und was du mit den Ringen anfangen sollst, na wenn du das jetzt noch nicht weißt, dann denk mal scharf nach.“ Damit verließ Wufei den Raum und ließ einen verdatterten Duo Maxwell zurück.

Tief nachtschwarze Augen verfolgten schelmisch grinsend Wufei und aus dem Schatten der Tür trat Prisca. Sie hatte die ganze Szene zwischen den beiden Piloten beobachtet und folgt Wufei mit ihrem Blick. Nach dem was die anderen ihr von der Beziehung dieses Duo zu Hilde erzählt hatten, konnte sie sich vorstellen was der junge Chinese erreichten wollte. Nun fand sie diesen Wufei noch interessanter als zuvor. Gespannt was er als nächstes tun würde setze sich Prisca in Bewegung und ging, ohne von ihm bemerkt zu werden, Wufei hinterher. Die Männer denen sie dabei begegneten drehten sich anerkennen nach dem Mädchen mit den langen schwarzen Haaren um, doch diese bemerkte ihre Blicke gar nicht. Ihr eigener gehörte allein dem jungen Mann der ein ganzes Stück vor ihr durch die Gänge eilte...



Heero eilte durch die Gänge das Gebäudes. Er war nicht auf der suche nach Wufei oder Duo und Hilde. Bei den beiden letzten war er sich sogar sicher, das er eine Störung mit seinen Leben bezahlen würde. Sein Interesse galt eigentlich einzig und allein Relena. Er war sich zwar nicht sicher ob er den Wink richtig verstanden hatte, aber er glaubte das sie verschwunden war um mit ihm allein zu reden. Darüber war er auch mehr als froh. Der Pilot des Wing Gundam wollte es sich zwar noch nicht so ganz eingestehen, aber er vermisste Relena und sehnte sich danach sie im Arm zu halten. Sein Verstand sagte ihm zwar wie gefährlich es war seinen Gefühlen, hier und jetzt freien Lauf zu lassen, aber seinen Gefühle waren zu stark um sie noch länger unterdrücken zu können. „He Heero! Bleib mal stehen!“ Bei dem Klang der bekannten Stimme drehte Heero sich um und sah den schwitzenden Wufei auf sich zu rennen. Kurz vor seinem Kumpel bremste Wufei ab und stemmte seine Hände erst mal auf seine Knie um wieder zu Atem zu kommen. „Wufei was machst du den hier? Die anderen suchen dich schon.“ Heero blickte den Piloten verdattert an. „Ich weiß. Wolltest du den nicht auch nach mir suchen? Aber ich seh schon, etwas andere hat dich in den Bann gezogen oder sollte ich besser sagen, jemand anders?“ Wufei blickte seinen Freund herausfordernd an und begann zu grinsen als er den leichten rot Schimmer um dessen Nase bemerkte. „Hier.“ Er packte Heero‘s Hand und legte etwas hinein bevor er sie wieder schloss. „Hier nimm. Relena wartet auf dem Dach auf dich. Beeil dich. Ich hab dir doch mal gesagt, dass das schlimmste was du einem Mädchen antun kannst ist eine andere im Arm zu halten. Nun das zweit schlimmste ist es länger als notwendig warten zu lassen. Du solltest dich also beeilen sonst kann ich für nicht garantieren.“ Grinsend drehte sich Wufei um und ging, die Hände in den Hosentaschen vergraben den Gang hinunter. Verwirrt blickte Heero ihm hinterher und öffnete dann seine Hand um zu sehen was Wufei ihm gegeben hatte. Er sah etwas verwirrt das er zwei schmale, goldene Ringe in den Händen hielt. Ihm war nicht ganz klar was er damit tun sollte. Ohne lang darüber nach zu denken rief er seinen Freund nach: „He Wufei! Warte mal! Was soll ich damit?“ Dieser drehte sich aber nicht einmal um, sondern hob nur die Hand und antwortet: „Das musst du schon selbst herausfinden. Relena wartet auf dem Dach, vergiss das nicht. Lass sie nicht lange warten, das Mädchen hat ein ziemliche „aufgewecktes“ Blut in den Adern. Der beste Beweis das sie mit Zechs verwandt und in dich verknallt ist.“ Lachend bog er in den linken Gang ein und verschwand aus Heeros Blickfeld. Immer noch verwirrt stand dieser noch eine Weile nutzlos in der Gegend rum, doch dann schloss er grinsend die Finger wieder um Wufeis Geschenk. Er hatte verstanden was der Pilot Natakus ihm sagen wollte. Er sollte wohl endlich den Mut aufbringen und Relena sagen was er fühlte und nicht nur wenn sie schlief. Entschloss dreht er sich wieder um und ging den Gang entlang zu der Treppe, die zum Dach führet...

Als Wufei in den Gang eingebogen war, war er erschrocken stehen geblieben. An der Wand direkt vor ihm lehnte das Mädchen das Relena hierher begleitet hatte. Sie war die einzige gewesen die er nicht gekannt hatte, aber er glaubt sich daran zu erinnern das Relena sie als eine gewisse Prisca Klan vorgestellt hatte. „Überrascht mich zu sehen?“ Herausfordernd grinsend hob das Mädchen den Kopf und blickte frech in Wufei’s Augen. Dieser zuckte augenblicklich zusammen, aber nicht weil er von dieser Frage überrascht war. Nein, es lag mehr an diesen Augen die ihn gerade so herausfordernd an sahen. Sie waren wunderschön. Wieder zuckte Wufei zusammen. Was hatte er da gedacht? Er hatte sich nur einmal in die Augen eines Mädchens verloren und das war Tod. Er musste krank werden. „Was hast du? Hat dich meine Frage so sehr überrascht das du zusammen zucken musst? Das hätte ich nicht gedacht von einem Kerl der den Liebesbeziehungen seiner Freunde auf Trab hilft. Warum hast du das eigentlich getan?“ Das Mädchen hatte sich von der Wand abgestoßen und stand jetzt direkt vor Wufei. Da sie etwas kleiner war musste sie den Kopf anheben um ihm in die Augen sehen zu können. Mühsam fing Wufei sich wieder und fragte grob: „Ich frage mich was dich das angeht Onna!“ Das Mädchen fing überraschend an zu lachen, sagte dann aber mit gefährlichem Unterton: „Ich heiße Prisca! Merk dir das lieber gleich! Mein Vater ist der Abgeordnete Australiens, also überlege dir gut, was du sagst!“ Eben so schnell wie sie Wufei gedroht hatte, viel sie zurück in ihre liebe, etwas freche Art: „Ich hab dich beobachtet. Erst bei diesem Duo, dann bei deinem Kumpel Heero. Ich kann mir denken das die Ringe für Hilde und Relena bestimmt sind. Aber warum hast du das getan? Du siehst eher danach aus als ob es dir egal ist was aus den Beziehungen anderer wird. Ich bin eigentlich ein guter Menschenkenner, also warum diese Ringe und die Einmischung?“ Wufei wusste später selbst nicht mehr warum er dies sagte. Ob es daran lag das er so überrascht von den Gefühlsumschwung von Prisca war oder er einfach nur wegen seinen Gefühl in diesen nachtschwarzen Augen versinken zu müssen lag das er gerade diese Antwort gab. Das er einer fast völlig Fremden sein größtes Geheimnis anvertraute: „Weil ich damals selbst viel zuspät gehandelt habe und deshalb die Frau verloren habe die ich als einzige je geliebt habe. Wenn ich rechtzeitig den Mut gehabt hätte ihr zu sagen was sie mir bedeutet, wäre sie nicht im ungewissen gestorben.“ Auf einmal herrschte betretenes Schweigen. Prisca blickte überrascht in die ebenfalls schwarzen, nun von Trauer gezeichneten Augen und wusste nicht mehr was sie sagen sollte. Auf alles war sie gefasst gewesen nur nicht auf das. Sie hatte den jungen Mann vor ihr ganz falsch eingeschätzt. Bevor sie noch genau wusste was sie tat, hatte sie sich schon auf die Zehenspitzen gestellt und berührte sanft Wufei’s Lippen mit den ihren. Langsam löste sie sich wieder von ihm und sagte, während sie in die erschrocken aufgerissen Augen ihres Gegenübers blicke: „Tut mir Leid. Ich habe dich ganz falsch eingeschätzt. Ich dachte du wärst auch so der Typ Kerl der am liebsten mit den Gefühlen andere Spiel. Ich schäme mich jetzt so was von dir gedacht zu haben. Aber nun da ich weiß wie es wirklich in dir drin aus sieht faszinierst du mich noch mehr als zuvor. Ich hoffe wir sehen uns irgendwann mal wieder Wufei Chang, Gundam-Pilot mit Herz.“ Liebevoll lächelnd drehte sie sich um ließ einen verwirrten Wufei stehen.

Sie war schon lang nicht mehr zu sehen, als Wufei sich zum ersten Mal wieder bewegte. Langsam fuhr er mit den Fingern über seine Lippen die noch immer von Prisca sanften Kuss brannte. Die andere Hand legte er auf eine ganz bestimmte Stelle auf seiner Brust. Auf sein Herz. Dieses hämmerte immer noch wie verrückt und drohte damit seinen Brustkorb zu sprengen. „Was war gerade hier los und warum hört meine Herz nicht mehr auf so schnell zu schlagen? Mädchen was hast du mit mir gemacht? Prisca?“ murmelte Wufei leise vor sich ihn. Noch immer war er außerstande ich von Fleck zu bewegen. Vor seinem geistigen Auge sah er immer noch wie ein schwarzer, langer Pferdeschwanz sich von ihm weg entfernte und dabei leicht bei den wiegenden Bewegungen des Körpers, zu dem er gehörte hin und her schwang....



Ob er das, was er damals bei Dorothy gesagt hatte ernst gemeint hatte? Hatte das alles wirklich etwas zu bedeuten oder hat er nur mit mir gespielt? Hilde stand an einem Baum gelehnt hinter den Wohnkomplex der Kolonie. Ein sanfter Wind wehte durch die Blätter der mächtigen Eiche und bliesen ein paar von ihren kurzen Strähnen in ihre Stirn. Seit dem Duo sie an ihrem letzten Abend bei Dorothy geküsst hatte und dann weg gelaufen war hingen ihre Gedanken nur noch an ihm. Am Anfang war sie nur happy darüber gewesen das Duo sie geküsst hatte, aber dann waren die Zweifel gekommen. Er hatte doch nie wirklich behauptet das er sie liebte, wenigstens hatte er das nie gesagt. Also wie konnte sie dann nur annehmen das er wirklich was für sie fühlte. Er hätte auch nur aus Verzweiflung darüber, das er wieder kämpfen musste seine Gefühle falsch auslegen können. Fakt war das Duo nur einmal mit Bestimmtheit angedeutet hatte das er sie liebte. Aber dabei war es auch geblieben. Er benahm sich ihr gegenüber auch nicht besonders auffällig. Duo war zu allen Mädchen nett und flirtet auch gern mit ihnen. Es war also nicht auszuschließen das er nur mit ihr gespielt hatte. Aber war er wirklich so herzlos? Oder hatte er vielleicht nur nie mitgekommen was er ihr wirklich bedeutete? Aber sein Kuss. Vorsichtig befühlte Hilde ihre Lippen und rief das Gefühl was die seinigen auf ihnen hinterlassen hatten zurück ins Bewusstsein. Der Kuss war so zart gewesen. Sie konnte nicht glauben, dass das alles nur gespielt gewesen sein könnte. Seufzend ließ Hilde die Hände wieder sinken und lehnte sich an den Baum. Sie beobachtete die Blätter, die sich im Wind immer leicht hin und her bewegten. Wenn sie nur Gewissheit hätte....

Duo stand am Eck des Wohnkomplexes. Zu seiner Verlegenheit musste er sich eingestehen, dass er Hilde, die keine 5m vor ihm an einem Baum lehnte nicht nur beobachtete hatte. Nein er hatte sie regelrecht mit seinem Blick in sie aufgenommen. Jede Bewegung, ob nun von ihr oder durch die Brisen des Windes hatte er registriert und in seinem Gedächtnis abgespeichert. Wenn er zuvor noch etwas über seine eigenen Gefühle gezweifelt hatte, jetzt wusste er es mit Bestimmtheit: Er liebte seine langjährige Freundin! Noch einmal konzentrierte er sich auf das Gewicht der beiden Silberringe in seiner Hand, dann trat er aus dem Schatten hervor und ging auf Hilde zu.

Viel zu spät bemerkte Hilde die Schritte neben ihr und als sie dann endlich aufblickte erschreck sie im ersten Moment fürchterlich. Neben ihr, keine Armeslänge weit entfernt stand Duo und lächelte sie an. Sie war viel zu überrascht und peinlich berührt um etwas zusagen. Das einzige was sie tun konnte war in diese violetten Augen zu starren und sich auf sehnlichste zu wünschen das Duo sie in seine Arme schloss und ihr wieder ins Ohr flüstern würde wie viel sie ihm bedeutete. Doch plötzlich fiel ihr etwas in seinem Blick auf was sie so noch nie gesehen hatte: Angst und Ungewissheit. Aber warum? „Hilde.“ Duo’s Stimme klang auch ganz verändert. Sie hatte diesen fröhlichen Unterton verloren und wurde nun einzig und allein von Ungewissheit getragen. Das ließ Hilde lächeln. All ihre Sorgen waren wie weggeblasen. Sie liebte Duo und auch wenn das bei Dorothy nur ein Hilfeschrei seinerseits gewesen sein sollte, einmal, nur ein einziges Mal noch wollte sie von ihm im Arm gehalten werden. Auch wenn seine Gefühle ihr gegenüber nicht die gleichen wie ihre waren, sie wollte sich für diesen Augenblick der Illusion hingeben und ihn nur ganz nah bei sich spüren. Ohne Herr über ihre Tun zu sein trat sie vom Baum weg und ließ sich in Duo’s Arme fallen. Fest presste sie sich an seinen Körper und zog den Geruch seiner Haut begierig ein. So vergingen einige Momente doch dann spürte sie SEINE Arme, die um ihren Körper geschlungen wurden und sie fest an sie zog. „Duo.“ flüsterte sie glücklich und blickte in das Gesicht ihres Gegenübers, das jetzt vor Freunde und Liebe strahlte. Schon bewegten sich langsam ihre Gesichter aufeinander zu, nur das ihre Lippen im nächsten Moment die des anderen zart verschlossen. Am Anfang war der Kuss zurückhaltend, den keiner wusste wie weit er beim anderen gehen durfte. Aber schon bald vergaßen beide ihre Unsicherheit und verschmolzen ihn einem leidenschaftlichen Kuss. Schwer atmend lösten sie sich wieder von einander und blickten sich verliebt an. „Hilde ich...“ setzte Duo an, aber unterbrach sich selbst gleich wieder. Der Anblick des Mädchens, das er so liebte lies ihn verstummen. „Was?“ Hilde blickte ihn neugierig an. Wenn er jetzt die drei Worte nicht sagen würde, dann.... „Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr Hilde!“ Hilde glaubte ihre Herz könnte vor lauter Freude nicht mehr höher schlagen, doch Duos Worte schafften es. Glücklich rief sie aus: „Ich liebe dich auch Duo. Ich hab dich immer geliebt, vom ersten Augenblick an, als wir uns trafen. Ich habe dich immer geliebt.“ Wieder verfielen sie in einen innigen Kuss, der sie alles und jeden um sie herum vergessen ließ. Als Hilde die Augen wieder öffnete blickte sie auf ihre Hand. Auf ihren Ringfinger steckte nun ein schmaler, silberner Ring. Fragend blickte sie Duo an. Als dieser ihre Hand in seine nahm sah sie das er an seinem Finger den gleichen trug. „Ich liebe dich Hilde. Ich kann es einfach nicht oft genug sagen und das du mich und meine Liebe zu dir nie, egal wie lang wir getrennt sind nicht vergisst schenke ich dir diesen Ring. Bitte trag ihn als Zeichen meiner liebe für dich.“ Hilde wusste nicht was sie sagen sollte, deshalb nickte sie nur. So gerührt war sie von Duos Geste. Noch einmal schloss er sie ihn die Arme, bis er sagte: „Ich würde am liebsten immer so mit dir hier stehen, aber es geht nicht. Komm wir müssen zurück, die anderen warten schon auf uns. Widerwillig ließ sich Hilde von dem Baum wegführen, sie wollte sich nicht so schnell wieder von Duo trennen, aber sie wusste das es nicht anders ging. Bevor sie die Tür erreichten hielt sie Duo noch einmal zurück. Als er sich fragend zu ihr umdrehte, drückte sie ihm einen letzten Kuss auf die Lippen und flüsterte nur für ihn hörbar: „Ich liebe dich!“ Duos Augen strahlten glücklich, als er erwiderte: „Ich liebe dich auch, komm.“ Damit ließ sie sich von ihm zu den anderen ziehen.


!!Achtung!! Diesmal zieht sich das Feedback über zwei Kapitel hin!!

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