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Kein
Schritt ohne Folgen,
Kein Leben ohne Sinn,
Kein Anfang ohne
Ende
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Ich erinnere mich noch so genau daran, als ob es erst gestern gewesen wäre, als ob erst gestern jener schicksalhafte Tag gewesen wäre, der mein Leben verändert hat....
Es war an Silvester vor 4 Jahren. Für uns war es zu einer der angenehmsten Gewohnheiten unseres neuen Lebens geworden große Feste nur im engsten Freundeskreis zu feiern. Geburtstage, Jubiläen, Weihnachten, ja und auch Silvester feierten wir zusammen – doch dieses mal sollte es anders werden. Abschließend – auch wenn ich nicht weiß was dich dazu bewogen hat es zu beenden. Ich war schuld, dass ist mir durch aus klar, doch was ich dir angetan habe das du nur noch diesen Ausweg sahst, dass weiß ich selbst jetzt, 4 Jahre danach nicht. Ich habe dich geliebt, liebe dich noch heute und werde dich noch bis in alle Ewigkeit lieben. Ich bin schon so oft unseren letzen Abend in Gedanken durchgegangen - auf der Suche, nach der Antwort, warum du mich und unsere Freunde – unsere Familie verlassen hast. Vielleicht sollte ich aufhören mich zu quälen, doch dein Verlust schmerzt so tief! Und an jenem Tag war ich doch noch so glücklich....
...Mitternacht war schon lange vorbei und Zechs und Noins Wohnung sah aus wie ein Schlachtfeld – die Überreste einer wilden Party. Man hätte meinen können das die meisten von uns das Fest schon verlassen hätten oder wenigstens Aufbruchsstimmung geherrscht hätte, immerhin bewegten sich die Zeiger der Uhr schon mit großen Schritten auf 3 Uhr morgens zu. Doch wie immer wenn wir zusammen feierten drängte es niemanden unser Zusammensein aufzulösen. Seit wir uns kannten, bezogen wir unsere Kraft aus unserer Freundschaft. Ich dachte wir – ICH hätten dir etwas bedeutet. Vielleicht lag ich falsch, den an diesem Abend...
Wie saßen bei Zechs und Noin im Wohnzimmer. Ich machte es mir gerade wieder mit einem neuen Glas Wein bei dir im Sessel bequem. Vertrauensvoll schmiegtest du dich an mich und ich meinerseits legte dir den Arm um die Schulter. Verliebt erwiderte ich deinen Blick und dein kurzes Haar kitzelte mich in der Nase, als ich dir einen sanften Kuss gab. Mit einem letzten liebevollen Blick wendete ich mich wieder zu unseren Freunden. Heero, Relena, Noin und Zechs hatte es geschafft sich zu viert auf die Zwei-Mann-Couch zu zwängen. Ich weiß bis heute nicht wie das möglich sein könnte. Die beiden jungen Frauen hatten alle Hände voll zu tun um ihre Freunde daran zu hindern sich an die Gurgel zu gehen. Ihre Methode entlockte mir ein lächeln, immerhin benutzteste du sie des öfteren bei mir, wenn Wufei und Heero wieder einmal ihr ‚Wer kann Duo schneller auf die Palme bringen‘ Spiel mit mir spielten. Ich glaube wenn du nicht gewesen wärst, hätte ich sehr oft gegen die Beiden verloren.
Aber das spielt sowieso keine Rolle mehr. Seit da du weg bist, spielen wir das Spiel nicht mehr...
Quatre, der zusammen mit Dorothy, Trowa und Wufei auf der anderen Couch saß, unterdrückte nur noch schwer ein lachen über Zechs verzweifelten Versuch, während Noin in küsste Heero den Hals um zu drehen. Ein jämmerlicher Versuch, der nur zum scheitern verurteilt war. Immerhin wusste Noin ganz genau was sie tat. Hatte Relena sie nicht schon vor einiger Zeit in ihr kleines, süßes Geheimnis eingeweiht. Wir anderen hatten es zwar geahnt, aber die Bestätigung bekamen wir erst heute: Relena war schwanger. Der Vater, wie sollte es anders sein, war Heero. Ich schätze mal der Schock, dass seine kleine Schwester ein Kind erwartete war für Zechs großer als die Tatsache, das Heero der Vater war. Erstens war die Vaterschaft sowieso klar gewesen und zweitens hatten die beiden ihr Kriegsbeil begraben und verstanden sich nun eigentlich ziemliche gut – mit gelegentlichen Ausnahmen. Eine Weile besahen wir uns noch das Schauspiel von Mordversuchen und Ablenkungsmanövern, dann unterbrach Dorothy das ganze schroff: „Nun reg dich doch endlich wieder ab Zechs! Was gibt es den schöneres als ein Kind? Ich hätte auch gerne eins!“ Das nächste was man hörte war ein entsetztes Keuchen von Quatre. Dorothy starrte ihn nur böse an, während wir anderen uns gringlig lachten. „Aber Quatre! Ich bin mir sicher ein Baby würde dir sehr gut stehen!“ Du hebst neben mir die Arme und wiegst ein imaginäres Baby in ihnen. Alle lachen. Quatre streckte dir unfein die Zunge raus und erklärte: „Sehr witzig Hilde! Ich will ja Kinder, aber jetzt noch nicht! Ich bin gerade mal 18 und meiner Meinung nach noch viel zu jung für ein Kind! Wir haben noch massig Zeit!“ Meinte er mit einem Dackelblick zu Dorothy. Diese schien zwar nur teilweise versöhnt, aber ich war Quatres Meinung. Und das sagte ich auch: „Ich gebe Quatre recht. Ich fühle mich mit 18 auch noch nicht reif genug für ein Kind. Und da ich nicht vorhabe in nähere Zukunft zu sterben, hab ich noch ellenlang Zeit, oder?“ Zu stimmendes nicken von allen Seiten und schnell war eine neue Diskussion über das Thema „Kinder“ angebrochen. Langsam aber sicher hörte auch Zechs auf zu schmollen und beteiligte sich an unserer Unterhaltung. Irgendwann bemerkte ich das du dich als einzige nicht an der Unterhaltung beteiligteste. Dein Blick hing gedankenverloren an Heero und Relena. Noch heute kann ich den Ausdruck in deinen Augen nicht deuten. Sah ich darin Trauer, Neid, Verzweiflung? Aber warum? Ich versteh es nicht. Auch damals wusste ich keine Antwort darauf. Daher schob ich deine Abwesenheit, darauf das du müde wärest und drängte deshalb zum Aufbruch. Ich fühlte mich in meiner Meinung bestätigt als du dich matt, fast kraftlos von unseren Freunden verabschiedeste.
Doch heute zweifele ich daran das du wirklich müde warst. Warst du nur so nieder geschlagen weil du wegen mir deine Freunde verlassen musstest? Aber warum? Was hab ich getan? Wir konnte doch sonst immer über alles reden, warum dieses mal nicht? Warum bist du ohne ein Wort gegangen? Wie gern wüsste ich die Wahrheit!
Den ganzen Weg nach Hause sprachst du kein Wort. Du starrtest nur aus dem Fenster. Die Scheinwerfer der entgegenkommenden Autos erhellten dein Gesicht und verliehen ihm einen gespenstischen Glanz. Ich dachte immer noch du wärst müde. Daher dachte ich mir auch nichts, als du zu Hause sofort auf unser Zimmer gingst. Wieder ein Fehler von mir?!
An diesem Tag erwachte ich erst gegen Mittag. Ich hatte auf der Couch geschlafen, weil ich noch einen Bericht zu ende tippen musste. Ich arbeitete damals zusammen mit Heero als Detektive. Das tun wir heute zwar immer noch, aber wir haben mittlerweile einen riesige Spannbreite von Klienten. Von der betrogenen Ehefrau, bis zum unter Mordverdacht stehenden Geschäftsmann, der es nicht gewesen sein wollte treffen wir alles. Damals waren wir aber noch weitgehend unbekannt. Aber das interessiert im Augenblick niemanden. An diesem Tag war die Wohnung ungewöhnlich still. Ich dachte du würdest noch schlafen, deshalb beschloss ich dich mit einem Duo – Spezial – Frühstück zu wegen. Gesagt, getan und keine 10 Minuten später stand ich vor unserer Schlafzimmertür, bewaffnet mit einem fast überquellendem Tablett. Mit etwas mühe öffnete ich die Zimmertür und erstarrte! Das Zimmer war leer! Das Bett unberührt! In dem Moment wusste ich das etwas nicht stimmen konnte. Du konntest nicht wach sein, denn sonst hätte ich dich gehört. In diesen Altbauwohnung, von denen wir eine Bewohnten hörte man so gut wie jedes Geräusch. Einkaufen oder spazieren konntest du auch nicht sein, den dein Schlüssel lag noch in der Diele. Zu nehmend beunruhigt stellte ich das Tablett auf dem Schreibtisch ab und begann mich um zusehen. Schnell hatte ich den violetten Briefumschlag entdeckt, der auf meinem Nachttisch, unter meinem gerade angefangen Buch lag. Zitternd öffnete ich den Briefumschlag und holte den Papierbogen heraus. Ohne das ich nur ein Wort gelesen hatte, wusste ich das er nur von dir sein konnte. Das Parfüm mit dem das Blatt beträufelt worden war, hätte ich unter Tausenden als deines wieder erkannt. Es war genauso einmalig wie deine Handschrift. Erst jetzt begann ich zu lesen und noch heute wünschte ich, ich hätte es nicht getan. Denn was du dort geschrieben hast zerbrach mir mein Herz. Mit deiner so feinen, geschwungen Handschrift schriebst du mir nämlich:
Liebster Duo,
wenn du diesen Brief findest, dann weißt du das ich gegangen bin.
geworden das die Sache zwischen uns keine Zukunft hat. Glaub mir
wie gerne ich dies ändern würde, aber diese Tatsache ist
unabwendbar. Da ich nicht will, das wir eines Tages im Streit aus-
einander gehen, gehe ich. Verzeih mir meine Feigheit, es dir nicht
ins Gesicht zu sagen, das es aus ist. Aber ich denke so ist es für dich
und für mich besser.
mich zu finden.
Die Worte waren wie ein Schlag in den Magen für mich. Mir wurde schlecht und ich werte mich mit aller Kraft gegen die aufkommende Erkenntnis das du wirklich gegangen warst. Panik und Verzweiflung ergriffen mich und wie gehetzt riss ich die Schranktüren auf, lief durch die Wohnung nach einem Zeichen das du nicht gegangen warst. Das, dass nur ein makabrer Scherz war, den ich nicht verstand. Doch es war kein Scherz. All deine Sache waren fort. Wie betäubt taumelte ich zurück in unser Zimmer – das jetzt nur noch ich bewohnte. Mein Blick wanderte vom unberührten Bett über den Brief, der neben dem violetten Umschlag auf dem Boden lag zum Schrank, wo deinen Sachen fehlten. Ich hatte die Wahrheit so gut es ging verdrängt, doch jetzt traf sie mich wie dein Schlag. Du warst weg! Meine Beine weigerten sich mich auch nur eine Minute länger zu tragen. Kraft los sank ich auf die Knie und schrie! Ja ich schrie meinen ganzen Schmerz aus mir heraus. Schrie nach dir. Das du wieder zu mir zurück kommen solltest. Ich weiß nicht wie viel Zeit verging, bis ich erschöpft nun ganz zusammen sank und nur noch leise vor mich hin weinte.
Nach Stunden wie es mir vorkam, hörte ich wie jemand den Schlüssel im Schloss drehte und die Türe öffnete. Hoffnungsvoll blickte ich zu Tür in dem Glauben du würdest herein kommen... Doch dem war nicht so. In die Tür trat Heero. Verzweifelt sank ich in mich zusammen. Du warst es nicht. Du warst weg. Nur am Rande nahm ich Heeros verwirrten Blick war als er die Verwüstung im Zimmer sah. Langsam trat er auf mich zu und kniete sich neben mich. Ich blickte ihm ins Gesicht und sah wie er erschrak. Ich glaube es war damals das erste mal das er mich weinen hat sehen. Vorsichtig legte er mir den Arm um die Schultern und fragte besorgt: „Duo? Was ist passiert? Was hast du? Wo ist Hilde?“ Es schien als hätte er erst jetzt bemerkt das du weg warst. Ich konnte ihm nicht antworten. Gab ihm nur deinen Brief. Beim lesen wurden seinen Augen immer großer, bis er ihn weg legte und mich ungläubig anstarrte. „Duo! Ist das war? Ist sie...“ „Ja Sie ist weg! Hilde ist weg!“ brachte ich hervor. „Aber warum?“ Wieder besah er sich den Brief. Weil es zwischen uns nicht mehr lief? Ich hatte nie bemerkt das zwischen uns nichts mehr war, so wie du es beschrieben hattest. Ich hab dich geliebt, war glücklich mit dir an meiner Seite. Wolltest du etwas anderes? Etwas was ich dir nicht gegeben habe? „Ich weiß es doch nicht!“ schrie ich Heero an. Ich wusste sehr wohl das er meinen Schmerz nicht verdient hatte. Doch in diesem Moment konnte ich nicht anders. Und er nahm es mir nicht übel. Fürsorglich zog er mich in seine Arme, wiegte mich hin und her und strich mir besänftigend über den Rücken.
Heero hatte in diesem Augenblick und in den nachfolgenden Wochen und Monaten viele aufmunterden Worte für mich, doch nie kam so etwas wie: „Darüber kommst du hinweg!“ „Es kommt eine andere.“ „Sie war es nicht wert.“ So als ob er genau gewusst hatte das ich dein Weg gehen nie verkraften würden und ich hab es nicht verkraftet. Ich kann nun wieder lachen – wieder leben. Doch ich habe dich nie ersetzen können, es gar nicht erst versucht. Ich liebe nur dich und das ändert sich nie. Doch leben, das konnte ich am Anfang nicht. Ich wollte nicht allein in unserer Wohnung sein, wo mich alles an dich erinnerte. Deshalb nahm Heero mich mit zu sich und Relena. Trotz meines Schmerzes war es mir unangenehm den beiden zur Last zufallen. Doch Relena und alle anderen verboten mir solche Gedanken. Obwohl dein verschwinden sie alle ebenfalls schwer getroffen haben musste, halfen sie mir wo es ging. Und ich brauchte viel Hilfe. Du schriebst ich solle nicht nach dir suchen, doch genau das tat ich. Ich suchte dich wie ein Verrückter. Und wurde depressiv als ich erkennen musst das ich dich nicht finden konnte. Ich hörte auf zu essen und wenn ich aß musste ich mich gleich wieder übergeben. Ich versuchte mir sogar das leben zu nehmen – mehr als einmal. Ich denke ich hätte es auch getan wenn mir die anderen mich nicht auf gehalten hätten. Das schlimmste waren die ewigen quälenden Fragen, warum? Warum du gegangen warst. Was ich tat, dass du nicht mehr wolltest. Wo meine Fehler lagen. Ich kenne die Antwort bis heute noch nicht, obwohl ich mir die Fragen immer wieder stelle. Ich habe dich nie vergessen können, auch wenn ich irgendwann anfing zu leben ohne das du bei mir warst. So vermisse ich dich immer noch.
„Onkel Duo!“ Erschrocken fahre ich aus meine Tagträumen auf. Ich lag auf der Couch in meine Arbeitszimmer und auf meinen Beine saß ein kleines Mädchen mit Augen wie flüssiges Kobalt und blondem Haar – Heeros und Relenas Tochter. „Sharona!“ Ich bin immer noch verwirrt. „Wo kommst du den her?“ „Von Mama! Du hast versprochen mit mir in den Zoo zu gehen! Hast du das schon vergessen Onkel Duo?“ Ich sehe wie die Kleine die Bäckchen auf bläst. Ich konnte ihr wirklich nicht lagen böse sein. Onkel Duo nannte sie mich. Nun ja es stimmte. Heero und Relena baten mich Pate zu werden, als Sharona getauft werden sollte. Nach kurzem Zögern nahm ich an. Ich liebte Sharona wirklich innig und da ich nun in der Wohnung über Heero und Relena wohnte sah ich sie jeden Tag heran wachsen. Was die anderen „Onkels“ neidig machten. Trowa, Wufei und Quatre wohnten zwar auch in der Nähe aber den kleinen Engel sahen sie nicht so oft wie ich. Als ich nicht antworte meldet sich Sharona wieder zu Wort: „Onkel Duo! Schläfst du? Komm! Lass uns endlich in den Zoo gehen!“ Kleine Händchen versuchten mich von der Couch zu ziehen, was ich lächelnd zu ließ und so folgte Sharona dann runter in die andere Wohnung um Relena bescheid zu geben.
Eine Halbe Stunde später zahlte ich für mich und meine kleine ‘Nichte‘ den Eintritt des städtischen Zoo’s. Wie immer ärgerte ich mich über die unerhört hohen Preise die sie hier verlangten. Etwas angesäuert und immer noch meine schlechten Erinnerungen im Hinterkopf lief ich hinter Sharona her. Die Kleine kannte sich hier besser aus als die meisten anderen – kein Wunder, denn es war immerhin ihr Lieblingsplatz und jeder wusste, wenn man ihr etwas gutes tun wollte, dann ging man mit ihr hier her. Lächelnd hörte ich dem Wirbelwind zu als sie mir etwas über die Löwen erzählte, die wir gerade durch Eisstäbe hindurch beobachteten. Es verblüffte mich immer wieder welches Wissen Heero’s Tochter hatte, wenn es um Tiere ging. Vor allem ihr Wissen über Löwen war erstaunlich. Doch nur wenn man nicht in Betracht zog, dass sie es größtenteils von Trowa hatte. Jeder wusste, das die Könige der Savanne seine Speziellen Freunde im Zirkus waren. Unser Weg führte uns weiter an den Elefanten, Affen und Piguinen vorbei, bis ich Sharona endlich dazu brachte, sich in dem Zoo eigenen Lokal auszuruhen. Doch Lage blieb sie nicht still sitzen. Kaum hatte sie den Kindereisbeicher, denn ich ihr bestellt hatte leer gelöffelte sah ich nur noch ihren blonden Schopf an mir vorbei Richtung Spielplatz flattern. Kopfschüttelnd sah ich ihr nach. Dieses Mädchen hatte wirklich Hummeln im Hintern. Keine Fünf Minuten hielt sie Still. Nur im Schlaf verhielt sie sich ruhig und man konnte entspannen. Ein trauriges Lächeln schlich sich auf mein Gesicht. Ich erinnerte mich nur sehr ungern daran, weil jeder Gedanke alles verzehrenden Schmerz bedeutete, aber es war einen unleugbare Tatsache, das Sharona dir ähnelte. Ich meine nicht vom Aussehen her – in der Beziehung kam sie voll nach ihren Eltern. Nein es war dieser eine Charakterzug in ihrem Wesen. Ich habe dich genauso Energie geladen in Erinnerung wie Sharona. Es war schon banal, fast schon Krank das ich selbst an der Tochter meines Besten Freundes etwas entdeckte das mich an dich erinnerte, aber vielleicht war ich das ja auch – krank. Etwas anderes konnte es nicht sein. Wie sollte ich es den sonst erklären das ich dich, selbst jetzt nach 4 Jahren noch so sehr liebe. Obwohl du mich doch verlassen hast!
Ein Schrei lässt mich in die Realität zurück zucken. Was hast du nur aus mich gemacht, dass ich selbst jetzt, da ich eigentlich auf Sharona aufpassen sollte nur an dich denken kann? Als ich in meinem Stuhl herum fahre sehe ich genau das, was ich befürchtet habe: Sharona und ein Junge liegen schreiend im Sand vor dem Klettergerüst. Mit einem Satz bin ich neben den Beiden und versuche mein Möglichstes sie zu Trösten. Innerlich schimpfe ich mich einen Narren, weil ich nicht besser aufgepasst habe. Sharona beruhigt sich schnell wieder. Nach einen längeren prüfenden Blick bin ich mir sicher, dass sie nicht verletzt ist, sondern sich nur erschreckt hatte. Der Junge aber weinte immer noch bitterlich als Sharonas Tränen schon wieder getrocknet hatten. Er hatte sich zu einem weinten Bündel zusammengerollt und es viel mir schwer überhaupt zu erkennen ob er sich etwas getan hatte. Vorsichtig versuchte ich ihn in den Arm zu nehmen, was mir am ende auch gelang. Beschwichtigend strich ich ihm über den Rücken und flüsterte beruhigende Worte in sein Ohr. Innerlich war ich aber nicht so ruhig wie es äußerlich wirkte. Die Menschentraube, die sich um mich und die beiden Kinder gebildet hatte löste sich langsam auf, aber von den Eltern des Jungen war nirgends nur eine Spur zu erkennen. Ich war wütend und hätte den, zu denen der Junge gehörte gerne mal die Meinung über ihr verhalten gesagt. Ihr Kind so einfach allein zu lassen. Das war unverantwortlich!
Der Junge hatte sich wieder beruhigt. Nur zeitweise zog er die Nase hoch. Vorsichtig stellte ich ihn wieder auf die Beine und besah ihn mir genauer. Er hatte sich das Knie aufgeschlagen und auch der Ellbogen und die Linke Wange waren verkratz. Im großen und ganzen war der Junge nicht ernsthaft verletzt, auch wenn die kleinen Wunden gesäubert werden mussten. Der Schock für den Kleinen war wohl größer gewesen. Lächelnd blickte ich auf. Doch mein Lächeln erstarb sofort wieder als sich in die großen, kindlichen Augen des Kleinen sah. Das konnte einfach nicht war sein! Ich musste träumen oder meine Augen spielten mir einen Streich! Aber das konnte einfach nicht war sein! Mir war als ob ich in eine Spiegel sehen würde! Große violette Augen blickten mir verweint und schüchtern entgegen. Violette Augen! Der Junge hatte wirklich violette Augen! So wie ich...! Ich wusste nicht wohin mit meine Gedanken, die wie wild durch meinen Kopf jagten. Ich wollte etwas sagen, doch konnte nicht weil mich ein Schrei unterbrach. „Shin!“ Der Kleine blickte an mir vorbei und begann zu strahlen. Lachend lief er an mir vorbei und warf sich in die Arme der Person hinter mir. Ich hatte mich noch nicht umgedreht, deshalb konnte ich noch nicht sehen was sie da abspielte. Ich hörte nur wie der Kleine immer und immer wieder die Person hinter mir mit „Mama“ anredete. Ich hörte Schritte die genau hinter mir zu stehen kamen und die Frau hinter mir sagte: „Ich danke ihnen, dass sie sich um meinen Kleinen Shin gekümmert haben. Ich weiß, sie müssen mich für eine unglaublich schlecht Mutter halten, weil ich nicht bei meinen Jungen war, als er sich verletzt hatte. Ich will mich auch nicht vor ihnen rechtfertigen, weil es wirklich gedankenlos von mir war ihn allein spielen gehen zu alles, aber ich...“
Was jetzt noch kam hörte ich nicht. Ich blendete die Worte einfach aus und kniff fest die Augen zusammen. Nein das konnte nicht sein. Was hatte ich nur getan das mich mein Gehirn mit einer solch irrationalen Verwechslung bestrafte! Warum hörte sich diese Stimme wie deine an!? Hilde! Warum? Ich erhob mich urplötzlich und der Redeschwall hinter mir kam zum erliegen. Ungehalten fuhr ich herum. Ich wollte endlich meinen Schmerz und meine schlechte Laune los werden und wer eignete sich besser als Prellbock dazu als diese unmögliche Mutter? Ich setze zu einer für mein Gegenüber unangenehmen Moralpredigt an, als ich mich an meinen eigenen Worten verschluckte. Unfähig mich zu bewegen starrte ich die Frau mir gegenüber an. Nein! Warum nur werde ich hiermit bestraft? Wild schüttelte ich den Kopf. Das konntest nicht du sein, die hier vor mir stand! Wieder spielte meine Sehnsucht und mein Verlangen nach dir mit mir! Und doch du verschwandest nicht und ließt jemanden zurück dir nur eine flüchtige Ähnlichkeit mir dir hatte. Das hieß! Hilde?!
„Duo!“ In deinem Gesicht konnte ich Überraschung und Angst lesen. Stumm blickte ich dich an. Hilde... Wie oft hatte ich in Gedanken unser Wiedersehen, auf das ich immer gehofft hatte durchgespielt. Ich wollte dich in den Arm nehmen. Dich fest halten. Dich bitten nicht wieder zu gehen. Bei mir zu bleiben. Doch das alles konnte ich nicht. Ich starrte dich nur an. Etwas zupfte an meinem Ärmel. Ich blickte an ihm hinunter und sah in Sharonas klare blaue Augen, die mich fragend musterten. „Onkel Duo, was hast du den? Wer ist das? Komm wir müssen Shin helfen.“ Mein Blick wandte sich zuerst auf Hilde und dann auf den Jungen der sich schutzsuchend an den Arm von dir drängte. Unter meinen fragenden Augen verängstigt fragte Shin dich: „Mama wer ist der Mann?“ Du gabst ihm keine Antwort sondern sahst mich nur ausdruckslos an. Mama hatte er gesagt. Er war dein Sohn? Wieder blickte ich ihn an. Brauen Haare, violette Augen. Deshalb hattest du mich also verlassen. Du warst schwanger – und das nicht von mir... Warum hattest du mich sonst verlassen? Der Junge musste ungefähr so alt wie Sharona sein. Also gute 4 Jahre. Damit wüsste ich jetzt auch warum du weggegangen bist. Du hattest jemand anderes gefunden mit dem du glücklicher als mit mir warst und hattest mit ihm sogar einen Sohn. Irgendwo hatte ich einmal gelesen das Löwenmännchen, die Jungen von Rivalen umbrachten, wenn sie dessen Rudel übernahmen. Sie hatte dies um zu verhindern, dass die Lebenskraft des Geschlagenen weitervererbt werden konnte. So war neben bei auch der Weg frei für ihre Gene. Wer weiß, wenn ich jetzt ein Löwe wäre, vielleicht würde ich so handeln. Ich war eifersüchtig auf den Junge und auf den Kerl der dich nun sein eigen nennen durfte. Ich wollte dich immer zurück. War bereit alles zu tun damit du zurück kamst. Tja nun würde mir klar, dass das ein Traum bleiben würde. Du hattest jemand anders und ich... ich war allein.
„Onkel Duo! Wir müssen Shin helfen! Guck er blutet doch!“ Sharona zupfte ungeduldig an meinem Ärmel. Ich blickte sie lange an und dann dich. Dann nickte ich mit dem Kopf und sagte: „Sharona hat recht. Wir müssen uns um seinen Wunden kümmern.“ Es war das erste mal das ich das Wort an dich richtete. Du schienst überrascht zu sein. Ich verstand es. Meine Stimme hatte sich verändert. Sie hatte an ihrer Wärme verloren. Tja vielleicht war sie auch so gefühllos wie zu den besten Zeiten des Perfect Soldat. „Nein, nein! Das sind nur Schrammen. Um die kümmere ich mich selber.“ entgegnetest du mir. Ein kurzer Blick auf Sharona sagte mir, dass sich die Kleine damit nicht zufrieden geben würde. Mit mehr Druck sagte ich: „Lass lieber jemanden das machen, der sich damit auskennt. Ihr kommt mit uns. Außerdem hat unsere Sache nichts damit zutun, dass du deine Freunde nicht wieder sehen kannst. Heero und Relena werden überglücklich sein dich wieder zu sehen. Komm jetzt!“ Damit ging ich davon, mit Sharona an der Hand. Aus dem Augenwinkeln sah ich, dass du mir mit dem Jungen langsam folgtest. Bald hatte ich den Wagen erreicht. Die Kinder setze ich auf die Rückbank und du sahst neben mir. Anders wäre es mir lieber gewesen, vor allem weil mir diese dämliche Rückfahrt so viel länger vor kam. An jeder roten Ampel flüchte ich leise, mir deine fragenden Blicke voll bewusst. Es schien mir als ob du nicht nur die Stille, sondern auch das Eis, was uns trennte brechen wolltest, als du fragtest: „Sag mal, warum nennt dich die Kleine eigentlich Onkel? Ich dachte immer du hättest keine Geschwister.“ Und ich dachte immer du liebst mich – ein Fehler, ging es mir durch den Kopf. Mir war danach dir nicht zu antworten. Aber Sharona war eine Sache, die nichts zu unserem Konflikt bei trug und von der du wissen solltest. „Ich habe auch keine Geschwister. Das ist wohl eine Sache die du noch genau weißt.“ Aus dem Augenwinkel heraus sah ich das du zusammenzucktest. Hatte ich etwas deine Schwachstelle getroffen? Tat es dir Leid, dass du damals einfach so gegangen warst? „Sie ist Heeros und Relenas Tochter. Ich bin Pate. Deshalb nennt sie mich Onkel. Die anderen übrigens auf. Dorothy und Noin sind ihre Tanten.“ Wieder zucktest du zusammen. Leise, kaum vernehmbar sagtest du: „Wäre ich nicht gegangen, dann wäre ich es wohl auch.“ „Ja. Aber es war ja deine Entscheidung.“ Entsetzt blickst du mich an. Diesmal war meine Stimme eiskalt gewesen, aber die Erinnerung tat so weh. Du wollst etwas sagen, doch ich hob die Hand, um dich zum schweigen zu bringen. Dabei rutschte mir der Ärmel meines Hemdes zurück und entblößte mein Handgelenk. Du stöhnste auf und gleich sah ich, was dich erschreckt hattte. Du sahst die Narben die von meinem Selbstmordversuch übriggeblieben waren. Schnell nahm ich meine Hand wieder runter. Ich wollte mir nicht die Blöße vor dir geben. Es genügte schon, dass ich wusste warum ich es getan hatte. Trotzdem konnte ich deine Frage nicht verhindern. Deine Stimme zitterte als du fragtest: „Duo... was... was ist das?“ „Nichts.“ war meine einfache Antwort. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit mir, denn eine feine kleine Stimme meldete sich von der Rückbank: „Da hat sich Onkel Duo mal ganz doll geschnitten. Das hat ganz fest geblutet und Papa war furchtbar böse und hat gezittert und geweint! Mama hat auch geweint und als ich gefragt habe warum sich Onkel Duo weh getan hat, hat Mama gesagt er hat sich beim Rasieren geschnitten. Das fand ich aber komisch, denn Papa rasiert sich nur im Gesicht und Onkel Duo normaler Weise auch.“ Sharona! So gern ich die Kleine auch hatte, in diesem Moment hätte ich ihr gerne den Hosenboden stram gezogen. Natürlich verstandst du was sie meinte und flüsternd fragtest du: „Duo, bitte sag mir, du hast nicht....!“ Ich war wütend deshalb handelte ich so, wie ich zuvor gar nicht wollte: Ich antwortete dir ehrlich: „Doch hab ich. Für mich war es nicht so einfach das du gingst, als für dich.“ „Es war für mich nicht einfach.“ „Ach?!“ ich konnte mir die leichte Ironie in meiner Stimme nicht verkneifen. Aber du glaubtest doch nicht wirklich das ich dir glaubte. „Duo... ich glaube wir müssen reden... bitte... gibt mir die Chance mich zu erklären.“ deine Stimme stockte, doch ich wollte nicht reden. Wir waren angekommen und ich bremste den Wagen ab. Als er stillstand drehte ich mich zu dir und sagte: „Lassen wir es gut sein Hilde. Ich dachte ich wollte immer wissen warum du weggegangen bist. Jetzt ist mir klar, das ich es wohl nicht verkraften würde. Lach ruhig. Der große Shinigami würde daran zerbrechen. Ich weiß selbst wie lächerlich das ist, aber ich hab es satt. Ich will nicht mehr in dieses tiefe, schwarze Loch fallen.“ Damit stieg ich aus und holte auch Sharona und Shin aus dem Wagen. Zusammen mit den beiden lief ich zum Wohnhaus. Du folgtest uns. Ich brachte die beiden schnell rein und übergab sie in Relenas Obhut. Schnell erklärte ich alles wichtige und verschwand dann. Du kamst mir entgegen als ich wieder in den Flur wollte. Zuerst schien es als ob du mich aufhalten wolltest. Doch dann tatest du es doch nicht. Ich ging einfach weiter, da ich schon Relenas Schritte hinter mir hörte. Sie würde schon alles regeln, da war ich mir sicher. Ich wollte aber für mich sein. Ich musste nachdenken. Meine Gedanken ordnen und in den Griff bekommen. So wie ich war, warf ich mich in meiner Wohnung auf die Couch und versuchte mich zu beruhigen. Ich wusste nicht wie lange ich so dar lag, doch Schritte schreckten mich auf. Als ich aufsah standest du vor meinem Couchtisch und sahst mich traurig an. Ich sagte nichts sondern richtete mich nur gänzlich auf dem Sofa auf. Verstandst du nicht, dass ich dich nicht sehen wollte? Deine Gegenwart tat einfach zu weh. Leise batst du: „Bitte Duo lass uns reden. Ich will dir erklären was damals passiert ist.“ „Ich will es aber nicht hören.“ Damit stand ich auf und wollte an dir vor doch du hieltest mich zurück. Sanft aber bestimmt hieltest du meinen Arm fest. Ich hatte das Gefühl das Hunderte von Armeisen durch meine Blutbahnen liefen. Ich liebte dich immer noch, dass selbst jetzt noch diese angenehme kribbeln vorhanden war. Flehend sahst du mir in die Augen und batest: „Bitte Duo! Es gibt so vieles was ich dir sagen muss, so vieles was ich dir erklären will. Es gab einen triftigen Grund warum ich damals gegangen war.“ „Ja und dieser Grund sitzt unten im Wohnzimmer.“ sagte ich kalt. Wusstest du nicht wie weh du mir damit tatest? „Du weißt es?“ du schienst ernsthaft überrascht. „Natürlich.“ antwortete ich. „Für wie blöd hältst du mich, das ich, wenn ich den Kleinen sehen nicht eins und eins zusammen zählen kann? Du bist damals gegangen, weil du schwanger warst! Von einem anderen!“ Du sahst mich geschockt an. „Das ist nicht wahr.“ brachtest du mir tonlos entgegen. Sehr schwach wie ich hielt. „Ach? Und von wem ist es dann? Von mir etwas?“ Du senktest den Blick und flüstertest schon fast: „Ja.“ Deinen Antwort brachte mich zum lachen. Verständnislos sahst du mich an und ich ließ mich dazu herab dir zu erklären: „Und das soll ich dir glauben? Der Kleine ist von mir? Komm das glaubt dir doch niemand! Wäre es mein Kind, wärst du wohl kaum gegangen! Was soll das ganze dann? Warum behauptest du es? Willst du mich noch mehr quälen? Reicht es den nicht, dass ich mir vor Verzweiflung und Qual fast das Leben genommen habe? Mehr als einmal? Reicht es den nicht, das ich mich seit 4 Jahren immer und immer wieder frage was ich getan habe warum du mich verlassen hast? Reicht es den nicht, dass du nach Jahren wieder da bist, so schön wie damals, aber unerreichbar für mich, weil du jemand anders gehörst? Reicht es dir nicht mir all diesen Schmerz aufzubürden? Musst du auch noch behaupten Shin wäre von mir?“ Warst du vorhin noch den Tränen nahe, so weintest du jetzt erbarmungslos. Ich wollte diesen Ausbruch nicht, aber jetzt, da alles raus war fühlte ich mich besser. Trotzdem schmerzten mich deine Tränen und ich hätte dich am liebsten in den Arm genommen. Doch ich unterdrückte den Impuls und drehte mich weg. Weg, ja ich wollte nur weg. Ich hatte aber nicht einmal einen Schritt getan, da spürte ich schon wie du mich von hinten umarmtest und mich daran hinderte weiter zugehen. Ich spürte deine Wärme durch meine Kleider und wünschte mir nichts sehnlicher als dich im Arm zu halten, doch verbot ich es mir. Ich spürte wie du an meinem Rücken weintest, unternahm aber nichts dagegen. Schluchzend brachtet du hervor: „Duo bitte geh nicht! Lass mich erklären! Es gab damals keinen anderen und es gibt keinen anderen! Ich liebte und ich liebe nur dich! Ich lüge nicht! Ich sage die Wahrheit! Shin ist dein Sohn! So bitte glaub mir doch!“ Ich drehte mich zu dir um und brachte dabei wieder etwas abstand zwischen uns. Hätte ich es nicht getan, wäre ich sofort eingebrochen. Lauernd fragte ich: „Und das soll ich dir glauben? Warum wärst du dann weggegangen?“ „Weg Shin!“ deine Stimme war vor lauter Tränen schon so brüchig das ich kaum noch etwas verstand. „Weg dem Jungen?“ „Ja.“ du rangst verzweifelt um deine Selbstbeherrschung und sprachst: „Du wolltest damals doch noch keine Kinder!“ „Wie bitte?“ Nun war ich verwirrt. Was sollte das? Lag der Fehler nun bei mir? Doch du fuhrst schon fort, bevor ich wieder klar denken konnte: „Damals. An Silvester. Als Relena verkündete sie wäre Schwanger hat Quatre gesagt er fühle sich noch zu jung um Vater zu werden und du.... du hast ihm zu gestimmt! Das war ein Schock für mich! Ich hatte es dir noch nicht gesagt, noch keinen. Relena war damals nicht die einzige die ein Kind erwartete. Ich war auch schwanger – von dir...“ „Unmöglich!“ Ich starrte dich entsetzt an. Das konnte... Nein! Das durfte nicht wahr sein! „Doch es war so. Ich hatte es nur niemanden gesagt. Deine Worte... sie waren ein Schock für mich. Du wolltest noch keine Kinder und ich trug deines bereits. Ich liebte dich und ich war so glücklich über das Kind. Ich wollte es nicht verlieren. Es war für mich das Zeichen unserer Liebe. Es zu bekommen war für mich wie ein Zeichen, dass unsere Liebe unsterblich sein würde. Und dann deine Worte. Ich hatte Angst. Ich war sicher das du es nicht haben wollen würdest. Das du erwarten würdest, dass ich es weg machen würde. Aber das wollte und konnte ich nicht. Ich wollte dieses Zeichen unserer Liebe nicht töten. Ich hatte Angst das du mich verlassen würdest. Ich wollte dich nicht verlieren Duo, aber ich wollte auch Shin nicht wegmachen. Und so dachte ich mir, das es besser wäre zugehen bevor du von unserem Sohn erfahren würdest. Ich wollte es dir nicht sagen. Du könntest so ganz normal weiter leben und hattest keine Verpflichtungen mir gegenüber. Du weißt gar nicht wie schwer es war zu gehen, doch ich hielt es für am besten so. Bitte Duo, glaub mir. Ich wollte dir nie weh tun. Ich dachte du würdest mich irgendwann vergessen können, doch Relena hat mir gesagt... sie hat mir gesagt....“ „Ich habe dich nie vergessen können. Es auch nie gewollt.“ bringe ich dir matt entgegen. Ich versteh das ganze noch nicht. Es ist als ob mein Gehirn in Urlaub gegangen wäre. „Shin ist wirklich mein Sohn?“ frage ich vorsichtig nach. Du nickst nun mit einem kleine Lächeln. „Ja und wenn du mir nicht glaubst dann sie ihn dir an. Er hat deine Augen und vom Wesen ist er wie du. Er redet den ganzen Tag. Er ist dein Sohn.“ „Und warum hast du es mir nicht gesagt.“ Dein Blick verfinstert sich wieder. Wieder wirkst du traurig und ängstlich. „Du hast doch gesagt du wolltest keine Ki...“ „Verdammt Hilde!“ diesmal Schrie ich. So sehr das du zusammenzucktest, aber ich konnte nicht anders. Es musste raus. „Verdammt wie kannst du nur so dumm sein?! Schätzt du mich wirklich so ein? Denkst du wirklich das ich so ein Arsch bin und dich verlasse nur weil du ein ungewolltes Kind von mir trägst?! Ja ich wollte damals noch keine Kinder! Aber das heißt doch nicht das ich dich oder Shin verstoßen hätte. Ich plante keine Kinder so früh ein, aber das hieß doch nicht das ich Shin nie geliebt hätte. Er wäre mein Sohn gewesen, egal was gewesen wäre. Ungeplant ja, aber ich hätte ihn geliebt! Wie konntest du mich nur so einschätzen? Was habe ich getan, dass ich dich so über mich denken hab lassen? Dieser eine Satz kann es doch nicht gewesen sein! Hilde ich dachte du liebst und vertraust mir. Habe ich mich geirrt?“ Ich wurde wieder ruhiger. Nun weintest nicht nur du sondern auch ich. Es schmerzte zu wissen wie du über mich dachtest. Doch dann fielst du mir weinend um den Hals. Hieltst dich fest, so das ich dich nicht wegstoßen hätte konnen, wenn ich es gewollt hätte. Weinend sprichst du: „Nein Duo bitte! Ich hab einen Fehler gemacht! Ich hatte Angst, war verwirrt. Bitte zieh keine Schlussstrich! Bitte gib mir eine Chance. Ich liebe dich! Bitte und wenn du es schon nicht mir zu liebe tun kannst, dann bitte tu es für Shin. Der Junge braucht einen Vater! Bitte!“ Lächelnd schloß ich dich in meine Arme und hob dein Kinn an. „Hilde du bist wirklich dumm! Weißt du wie lange ich mir erhofft habe dich wieder zu haben? Du glaubst doch nicht im Ernst das ich dich nun gehen lasse, jetzt da ich dich wieder habe. Ich will dich und ich will Shin. Wir gehören zusammen. Wir sind eine Familie!“ Zärtlich küsste ich dir deine Tränen weg, über das Gesicht, bis unsere Lippen sich trafen. Wir wurden erst von einem „Mama?“ unterbrochen. Fragend lösren wir uns von einander und sahen auf Shin und Sharona die vor uns standen. Im Türrahmen lehnten zusammen Relena und Heero und lachten uns zu. Relena weint stumm. Röte schoß mir ins Gesicht und mit einem Blick sah ich das es dir nicht besser ging. Warum fühlte ich mich jetzt nur so verdammt ertappt? Sharona und mein Sohn sahen uns fragend an, bis Sharona lauernd fragte: „Was tut ihr da?“ „Wir küssen uns.“ Anwortete ich wahrheitsgemäß. „Bleibt Shin und Tante Hilde dann zum Abendessen?“ fragte die Kleine weiter und wieder schoß mir röte ins Gesicht. Verdammt warum musste ich auch gleich weiter denken? Lächelnd sah Hilde mich an und ging dann vor den beiden Kleinen auf die Knie und meint: „Was haltet ihr den davon wenn Shin und ich für immer da bleiben?“ Die beiden lachten und Shin klatschte lachend in die Hände und rief: „Au ja! Aber wo wohnen wir?“ Hilde lächelte weiter und sagt dann: „Shin mein Liebling. Du weißt das ich dir immer gesagt habe, das dein Papa in einer großen Stadt wohnt und viel arbeiten muss. Deshalb war er auch nie bei uns.“ Aufmerksam nickte Shin und du sprachst weiter: „Nun weißt du Shin. Wir werden jetzt wieder bei Papa wohnen.“ Die Augen meines Jungen wurden ganz groß und kindlich wie er war fragte gleich weiter: „Und wo ist Papa.“ Hilde winkte mich zu sich herunter und sagte: „Shin, das ist dein Papa.“ Ich lächlte meinen Jungen an und sagte: „Hi Shin. Was meinst du, hältst du es mit mir als Papa aus.“ Der Kleine legte den Kopf schief und fragte: „Schimpfst du schlimm mit mir wenn ich was kaputt mache?“ Lächelnd erwiderte ich: „Was? Du kannst doch gar nichts kaputt machen! Du bist doch schon viel zu groß dafür!“ Nun lachte der Kleine und reckte stolz der Brüstchen und meinte: „Tu ich auch gar nicht. Nur falls mal Sharona passiert und ich sie in Schutz nehme. Schimpfst du dann arg?“ Jetzt konnte ich mir kaum ein Lachen verkneifen. Der Kleine war wirklich nicht auf dem Kopf gefallen. Ehrlich antwortete ich: „Naja ein wenig werde ich dann schon schimpfen müssen, aber nicht arg. Ist das OK?“ Shin überlegte angestrengt, bis er dann sagte: „Ja ist OK.“ Ein wenig scheu hängte er an. „Ich hab dich vermisst Papa.“ Ich lachte ihn an und öffnete die Arme in die er gleich hüpfte und Umarmte ihn fest. „Ich dich auch mein Kleiner.“ und küsste ihn auf die Stirn.
Nun meldete sich auch Sharona wieder zu Wort und fragte skeptisch: „Und Shin und Tante Hilde bleiben jetzt wirklich?“ Lachend antwortete ich: „Ja oder willst du das nicht?“ „Doch!“ protestierte die Kleine gleich lautstark. „Wenn Shin da bleibt kann ich mit jemanden spielen. Alleine macht das nämliche keinen Spaß. Jetzt kann ich aber mir Shin spielen und das ist viel besser.“ „Ja wenn das so ist! Dann hätte Shin ja sowieso gar nicht mehr weggehen dürfen.“ das stammte jetzt von Heero, der nun seine Kleine Tochter auf den Arm nahm. „Aber trotzdem! Für heute ist Schluss. Du kleiner Engel gehst jetzt ins Bett. Shin und Tante Hilde und Onkel Duo werden auch schon müde sein. Sag ihnen noch gute Nacht und dann verschwinden wir.“ Die Kleine rief uns wirklich noch eine gute Nacht zu und ließ sich dann von Heero weg bringen. Im Türrahmen, bei Relena drehte er sich nochmals um und sagte zu Hilde lächelnd: „Es ist schön dich wieder zuhaben, Hilde. Nicht nur Duo hat dich vermisst. Wir anderen auch.“ Hilde erwiderte sein lächeln und meinte: „Ich weiß, denn mir ging es nicht anders. Aber ich verspreche ich geh nicht mehr fort.“ „Das würde ich auch nie wieder zulassen.“ Warf ich ein und umarmte sie und Shin fest. Der kleine Junge ist schon eingeschlafen. Sanft lächelnd betrachtete ich ihn und meine verlorene, neugewonnene Große Liebe. Es war ein Versprechen. Nie wieder würde ich sie gehen lassen. Nie!
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