SCHICKSAL DER WESTERNISIERTEN SANCT-PETERSBOURGER MITTELSCHICHTSIPPE
DER
VON WAGNER
verwandt mit Jekimow
Die Von Wagner-Sippe stammt ab von Andreas von Wagner, einem livl�ndischen Adeligen, der 1791 in den Milit�rdienst aufgenommen wurde, 1799 zum Oberleutnant aufstieg, jedoch 1809 als Kapit�n entlassen wurde. Einer Familienlegende zufolge zogen seine Vorfahren aus Bayern in das Russische Reich, folglich waren sie Katholiken. Die Farben des Adelswappens sind rot und schwarz in vier Feldern.
Andreas besa� ein Gut im l�ndlichen Bezirk Nerechta des Gouvernements Kostroma. Der Name seiner Frau war Alexandra Iwanowna - es ist schwer zu sagen, ob sie eine Russin oder eine Deutsche war, die Tochter eines Johanns. Sie hatten 7 Kinder: die S�hne Nikolaus, geboren 1809, Dmitri, geboren 1814, und Andreas, geboren 1815, die T�chter Olga, Anna, Alexandra und Elisabeth. Dmitri nahm an der Unterdr�ckung des Polnisch-Litauischen Aufstands von 1831 teil und beendete seine Karriere als Stabskapit�n des Novorossijsk Dragoner-Regiments. Seine Frau, Jekaterina Wassiliewna, war vermutlich eine russische Adlige. Auf ihrem Gut in Nerechta hatten sie 144 Landarbeiter. Ihre Kinder waren die S�hne Nikolaus, DD, und Andreas, sowie eine Tochter Helene. Da die Eltern alt waren, verwaisten die Kinder bald.
Sie wurden erzogen durch einen Milit�rmajor Dmitriew, der Andreas mit seiner Tochter Olga verheiratete. Andreas war ein typisch russischer Grundeigent�mer, ein  Verschwender, der seine Frau hasste. Nikolaus war das Gegenteil, flei�ig wie er war, machte er eine Milit�rkarriere. Es ist unbekannt, ob Mitglieder der Sippe orthodox wurden. Vermutlich war es der Vormund Dmitriev, der seinen M�ndeln diese Konfession gab. Die Repr�sentanten dieses Zweiges heirateten Frauen des alten russischen Adels und waren nicht mehr verwestlicht als alle russischen Adligen unter dem Einfluss der Metropole Sanct-Petersbourg.
Dennoch scheint es bedeutsam anzumerken, dass, nachdem Nikolaus, DD, der Enkel von Andreas und Alexandra, eine westernisierte Petersbourgerin geheiratet hatte, seine Nachkommen der weiblichen Linie ihren deutschen Familiennamen wiederaufnahmen (s. weiter).

Nach Beendung des Kaiserlichen Instituts zu Gatschina, das eine Trainings-Kavallerieschule f�r Milit�roffiziere war, wurde
NIKOLAUS VON WAGNER, DD, 1873 in den Milit�rdienst bei der 3. Reiter- und Artillerie-Brigade aufgenommen. Um 1889 heiratete er eine westernisierte Petersbourgerin Ludmilla Jekimowa, D3.
Nachdem DD 1889 den Rang eines Rittmeisters erreicht hatte, diente er im 13. Kargopol Dragonerregiment, in das der Bruder seiner Frau Ludmilla, Konstantin Jekimow, C4, 1892 aufgenommen wurde. N. von Wagner wurde der Orden 3. Grads von St. Anna zugesprochen und 1899 wurde er Oberstleutnant, als er im 14. litauischen Dragoner-Regiment diente. Der Orden 2. Grads von St. Stanislaus wurde ihm 1909 zugesprochen. Den Rang eines Oberst erreichte er 1910.
DD wurde 1914 vor dem Krieg entlassen. 1917 starb er unerwartet beim Hinaufsteigen der Gangway eines Kriegsschiffs, als er die Flucht seiner Familie in den Westen vorbereitete. Dieser Tod verurteilte seine Nachkommen zu Elend und Russifizierung.

DD und D3 hatten 4 Kinder: Tochter Olga, K0, Sohn Nikolaus, K1, Sohn Konstantin (Koka), K2, (s. das
Foto) und Tochter Ludmilla (Lola, Lusi), K3.

Die Br�der waren vor 1917 Kadetten des Pagenkorpus, aber dieses hinderte
KOKA VON WAGNER nicht, ein Ingenieur in der folgenden sowjetischen Periode zu werden. Er war vor dem Krieg ein h�ufiger Gast in der Wohnung Koka Jekimows, C4, in der Konjuschennaja-Str. 2. Konstantin Jekimow Junior, H7, erinnerte sich, wie K2 dorthin kam, in der Hoffnung, Brotkr�mel in einem K�chenschrank zu finden, nachdem die Blockade und der Hunger begonnen hatten. K2 tastete mit seiner Hand nach Kr�mel in den Regalen des Schranks, aber diese waren leer. Er verhungerte w�hrend der Blockade 1942.
Sein Sohn
WLADIMIR, S5, lebt mit seiner Familie und Sohn KONSTANTIN, Z0, noch in der Stadt.

�ber
NIKOLAUS VON WAGNER JUNIOR, K1, ist es bekannt, dass er, von den Bolschewiken verfolgt, sich um 1918 erh�ngte, um dem Tod in Folterungen zu entgehen.

LOLA VON WAGNER, K3, heiratete Dmitri Tschepurnow in Moskau, wo sie 1992 starb. Ihre Nachkommen waren Sohn Dmitri Tschepurnow (dort gestorben 1987) und Tochter SW, die mit ihrer Tochter ZW in Moskau lebt. Beide nahm den Familiennamen ihrer weiblichen Vorfahren wieder an.

Die Sippe Von Wagner ist verwandt mit der Sippe Jekimow durch Heirat von DD und D3.


                                                                                                      
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