Wir besuchen eine Ranch:  (Click on Picture to load original size)

Mit einem befreundeten Paar verlassen wir am Samstagmorgen die Grosstadt. Die Strassen sind verhältnismässig gut, doch komfortabel kann man mit über 100 kmh nicht mehr reisen. Nach 5 Stunden erreichen wir Hato Pinero südwestlich von Caracas. Die Ranch von etwa 80 Ha liegt in einem Flussdelta am Rio Portuguesa. Eine trockene, teilweise verbrannte Landschaft säumt die Strasse. Obwohl Metallmasten dem Feuer trotzen, kreuzt eine am Boden liegende Freileitung unseren staubigen Zufahrtsweg. -Hoffentlich steht das Generatorhäuschen nicht gerade neben unserem Nachtlager sinnt Peter, aber vielleicht kommt ja der Strom von der anderen Seite...
Erst als wir aussteigen, schätzen wir das klimatisierte Auto und der Gastwirt lädt uns gerade in die Bar zu kühlen Drinks ein. Am späteren Nachmittag nehmen wir an einer ersten Safari teil. Die Route muss etwas geändert werden und Peter ist ganz froh, dass die wackelige Bootsfahrt infolge Wassermangel ausfällt. Zwei Holländer von Greenpeace wollen jeden Vogel beobachten, Otto beschränkt sich auf 'Englisch'. Die Wildsau, welche da in der Pappe steht, frisst sich einfach durch; Was sind denn das?
Ein Rudel 'Chigüires' flüchtet sich vor dem Franzosen mit der Kamera. Wir fühlen uns wieder einmal wie richtige Touristen: Keine Ahnung von nichts.
So hatte sich Peter die Landschaft grüner vorgestellt. Da geniesst ein riesiges Krok die Sonne und Hanni erschreckt, als es plötzlich aus dem 'Pfludi' ins Wasser springt. In einem anderen Tümpel versuchen hunderte von Fischen
zu überleben. Zwei Kleinkinder raunen in der Hitze und Papa macht ein gekühltes 'Polar' auf. Wir halten immer wieder an, hören und staunen. Makaber wie die Natur um die Wasserreste kämpft um die letzten Tage der Trockenzeit zu überbrücken. Wir durchqueren einen letzten Abschnitt, wo mit Bewässerung versucht wird, zusätzlich Leben zu erhalten. Noch vor Sonnenuntergang erreichen wir die kleine Station am Rio Pao, welche die südliche Grenze der Ranch bildet. Da herrscht primitivstes Leben und Peter stellt fest, dass auch hier an diesem Flussufer ein Solartracker mehr Strom produzieren würde. Dann besteigen die etwa 20 Leute wieder das speziell für Safaris umgebaute Fahrzeug und machen im Licht eines Suchscheinwerfers Füchse, Affen und andere Nachtwesen aus. Müde fahren wir wieder zurück zur Station, wo das Nachtessen und einfache Abendunterhaltung auf uns warten.

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