Pipipipipip -Fax kaputt!
Heute morgen wollte ich eine Steuerbescheinigung kopieren,
doch der Faxdrucker verweigerte seinen Dienst: Pipipipipip -Paper jam.
"Schpinsch" rief ich aus, redete ihm gut zu und versuchte es nochmal:
Pipipipipip -Paper jam. Kann nicht sein; Gestern hatte ich ein Datenblatt
gedruckt und seither hat ihn niemand angerührt. Aber es könnte ja sein dass
ich mich irre, oder eine Flocke vom Locher genau vor dem Sensor klebt, wie auch
schon...
Ich stecke den Canon B320 aus, warte eine halbe Minute, dann füttere ich ihm
abermals Strom -und ein Reset. Dasselbe Problem. Ich grabsche das Handbuch und
schaue nach, gehe systematisch vor und versuche eine Testpage zu pinkeln. Rien
ne va plus! Soviel Französisch verstehe ich zwar noch gerade, aber von einem
Fax habe ich wirklich keine grosse Ahnung. Dafür einen grossen Werkzeugkoffer.
Ich stelle das Gerät auf den Stubentisch, schraube die Abdeckung weg und
riskiere einen ersten Blick in die Riemen, Zahnräder, Flachbandkabel, Rollen,
Cartridge und oh -was ist denn das?
Eine Lichtschranke, ganz schön staubig. Ich hole in Ladies Schublade ein
Wattestäbchen, scheuere drin herum und puste kräftig. Dann klicke ich das
Plastikteil wieder dran und schraube es fest.
Test: Pipipipipip -Paper jam! Dann finde ich einen mechanischen Schalter, teste
ihn, das Display meldet den Papertray. Ich schraube den ganzen Traktor weg,
mitsamt der teuren Farbkassette. Hmm, da unten hats auch noch eine
Lichtschranke, aber mit einem Mechanismus. Wie funktioniert denn der bloss? Ich
riegle, studiere, dann fällt etwas runter. Eine winzige Plastiknase. Hä, und
die Feder hängt in der Luft! Aha, diese Gabellichtschranke funktioniert invers,
also muss der Hebel offen sein, wenn Papier drin ist. Aber der ist offen und
kein Papier ist drin. Hmm. Folgedessen müsste die Feder den Hebel zudrücken.
Logisch, das kann ja nicht gehen so. Mit der feinen Spitzzange vergewaltige ich
die Feder vorsichtig und hänge sie wieder ein. Haha das ging ja geradezu
problemlos, aber wie kann ein Spritzwerkzeug für diese Plastiknase billiger
sein, als diese gekrümmte Feder, wo doch an einem Gerät eh nichts mehr zu
verdienen ist...
Nein,
ich teste den Apparat schon gar nicht erst, so sicher bin ich, dass er wieder
tut, sondern putze überall die Tintenspritzer weg, pinsle den Staub von den
Rollen und wische den Kopieraufnehmer mit Sprit klar. Dann spritze ich die
Plastikhaube auf dem Balkon mit dem Schlauch ab und lasse trocknen...
Eine Stunde später kopiert er wieder und ich stelle einmal mehr fest, dass man
mit einem elektronischen Gerät nur sorgfältig umgehen und es ab und zu pflegen
muss. Doch auch das Material ist einer Alterung unterworfen. Mein Canon -
Faxprinter B320 hatte ich vor rund 10 Jahren in Australien gekauft -mit
Diplomatenrabatt. Danach die Cartridge während Jahren selber nachgefüllt mit preiswerter
Tinte, was der Verkäufer ausdrücklich nicht empfahl. Auch den
Servicevertrag, welchen mir Canon aufschwatzen wollte, fand ich überflüssig.
Und das Gerät läuft wieder zu meiner vollen Zufriedenheit!...