Home    Die verflixte Lampe  (oder mich laust der Affe)

Schon seit einiger Zeit störte mich die flackernde Deckenlampe beim Fernseher. Nein, die Birne konnte es nicht sein, denn eine andere flackerte auch in derselben Fassung. Auch der Dimmer konnte keine Störung haben, weil bloss eine der drei Glühlampen flackerte. Also lag es an der Zuleitung zur Fassung.
Für diese Reparatur musste jedoch zuerst der schwere Glastisch verschoben werden. Das hatte ich mit meiner Frau heute morgen getan und mich schliesslich der Fassung angenommen:
- Birne raus
- Lampe gelöst
- Fassung rausgezogen und beim ersten Augennschein verbrannte Drähte ausgemacht.
Aha, alles klar!
Bevor ich aber an den beiden blanken Drähten weiterfingerte, vergewisserte ich mich, ob der Regler an der Wand auch wirklich ausgeschaltet war. Dies nicht wegen einem möglichen Kitzeln von läppischen 110 Völtlis, aber ich wollte bei einem Kurzschluss nicht auch noch den Regler reparieren. Eine bezeichnete Sicherung zu suchen in unserem venezolanischen Haushalt war sowieso aussichtslos.
Doch der billige Dimmer hatte gar keinen Schalter. So nahm ich an, dass sein Potentiometer einfach den Zündzeitpunkt ausregelte.
Ich schnitt ein Stück des verbrannten Kabels ab, isolierte die Drähte fachgerecht mit hitzebeständigem Latexschlauch und schraubte die blanken Drahtenden wieder an die Fassung.
+ Birne rein
+ Regler auf
+ Lampe brennt, aber flackert immer noch.
Hmm, dann muss das Problem am anderen Ende des Anschlusskabels liegen!
Diese Vorstellung hingegen gackerte mich mächtig an, denn dazu musste ich die ganze Deckenlampe demontieren. Wie sagte schon Noah, als er die Arche baute: Geh und hole Bauholz, auch wenn du leise fluchst.
Trotdem schraubte ich die verdammte Lampe ab, ahnte natürlich, dass die 8 Drähte wie hierzulande üblich bloss zusammengezwirbelt mit Isolierband im Loch lagen. Nein, Schweizerische Qualitätsleuchterklemmen wollte ich da nicht einbauen. Doch die Kupferverbindungen schienen mir verhältnismässig intakt zu sein. Nun fluchte ich zum erstenmal, isolierte das Zeug wieder zusammen und schraubte die Aluleiste wieder an die Decke. Natürlich hatte ich danach Farb- und Gibsreste in den Augen.
Muss ich einen Elektriker kommen lassen schnaubte ich und beruhigte mich erst einmal mit einem Käfeli. Ja, das fehlte gerade noch, für so eine einfältige Laterne.
Aber wo zum Teufel ist denn ein Wackelkontakt?
Also, das Ganze nochmal von vorn:
- Birne raus
- Lampe gelöst
- Fassung rausgezogen und Drähte abgeschrauubt.
Im äussersten Notfall baue ich eine neue Fassung ein. Doch die alte sollte es doch wirklich noch machen bis wir hier ausziehen. So untersuche ich nun die Fassung mit fachmännischem Auge:
Die Anschlusslaschen und Schrauben sind angesengt. Das ist zwar schlecht, aber dabei flackert keine Lampe. Auch über den oxidierten Mitelanschluss nicht.
Aber da; Die lose Popniete führt zwangsläufig zum Wackelkontakt. Hä!
Für den Mechaniker zählen Nieten zu unlösbaren Verbindungen. Für mich ist das natürlich quatsch.
Aber wie kann man für solche Anschlüsse bloss Popnieten verwenden?
Billig, ja, aber bei etwas zuviel Kraft geht doch der Steatitsockel kaputt!
Das riskiere ich eben jetzt, denn die Nieten mag ich nicht ausbohren und durch Schrauben ersetzen. Vorsichtig hämmere ich die Nieten zwischen zwei alten ¼" Schrauben zusammen. Alu ist zwar quetschbar aber federt nicht. Doch für diesen Murks genügt das.
+ Drähte angeschraubt
+ Fassung eingebaut
+ Birne rein
+ Regler auf und mit Spannung das Erfolgserlebnis erwartet:
Lampe brennt und flackert nicht mehr! Und: Wieder etwas gelernt!

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