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Canaima, 5 Tage im Tschungel

Die Saltos Sapo, Sapito und Hacha sind kleinere Wasserfälle, welche die riesigen Wassermassen des Carrao River in die Canaima Lagune leeren. Ein Einbaum bringt uns an den Sapo hinüber. Dort erklimmen wir den balkonähnlichen Übergang etwa auf halber Fallhöhe und können innen unter dem Wasser hindurch gehen. Das ist ein besonderes, optisches Abenteuer. Dazwischen gibt es eine gewaltige Dusche und der Wasservorhang prescht vor uns seine Gischt aufs Schiefergestein. 
Auf dem Sapito lassen wir uns wieder trocknen und schiessen ein paar eindrucksvolle Fotos über die riesige Flusslandschaft. Später erwartet uns nochmal ein unvergessliches Erlebnis, unter dem riesigen Hacha -Wasserfall durchzuwaten. Das muss man einfach erlebt haben sind sich alle einig, aber man sollte eine wasserdichte Kamera haben.
Die nächsten zwei Tage verbringen wir in der noblen Waku Lodge, hauptsächlich, um uns vom Stress dieser Naturereignisse zu erholen. Wir schlendern gemütlich über eine riesige Strandbucht, Hanni hält digital ein paar Erinnerungen fest und ich interessiere mich für das kleine Flusskraftwerk am Ufer, welches den Flugplatz und das Eingeborenendorf versorgt. 400 kW soll es leisten, dabei ist das Wasser, welches durch die 80 cm Röhren schiesst gerademal ein winziger Bruchteil, von dem was daneben über die Felsen stürzt. Auf dem Rückweg setzen wir uns in der Strandbar an einen Drink und staunen über eine verlassene riesige Hotelanlage, welche noch vor ein paar Jahren über hundert Leute beschäftigt hatte. 
Was passiert bloss mit diesem schönen Land? Warum ist Venezuela scheinbar nicht regierbar, wo man doch auf Schritt und Tritt auf ein kleines Paradies trifft? Nicht einmal ein Abwasserrohr führt in die wunderschöne Lagune! 
Doch beim obligaten Schwimmen passiert mir etwas eigenartiges. Plötzlich treibe ich ab, wie von Geisterhand. Das scheinbar stehende Gewässer ist ein riesiger Fluss -und der zieht! Nein, auf die kleine Insel würde ich es als guter Schwimmer nicht schaffen. Dafür kann ich mich in dieser natürlichen Gegenstromanlage in Ufernähe für wenige Meter elegant mit dem Flusstrom messen. Doch ein paar spielenden Kindern will ich nicht Vorbild sein.
Das Essen ist köstlich, auch wenn alles eingeflogen werden muss. Die Gastfreundschaft vorbildlich. Am Samstag Abend taucht eine Schulklasse auf und gibt ein paar unterhaltende Vorlagen zum Besten. Ein bisschen schämen wir uns schon inmitten dieser Neureichen für den unübersehbaren Klassenunterschied. Eine andere Welt, -und hier im Urwald herrschen andere Gesetze!...

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