In Pedro's Küche
Am Donnerstag Abend parkiere ich das Mietauto in unserer
Tiefgarage, lade meinen Einkauf aus und fahre im Lift in die Küche. Hungrig
stelle ich die Plexischüssel auf den Tisch, lege Salat in den Waschtrog und
lasse Wasser einlaufen. -Telefon; Katharina! "Hola
Müsli..............."
Nein,
das Telefonat über unsere Reisevorbereitungen dauert nicht lange, dann knipse
ich meinen Dummy an, um ihn gemütlich seinen BILLSHIT hineinschaufeln zu lassen
und begebe mich wieder in die Küche. Dort plätschert das Wasser immer noch aus
dem Hahnen ins Spühlbecken und -Scheisse!
Das Wasser läuft aus dem Becken über den ganzen Tisch, in die Schubladen, an
den Kästentüren hinab und unter die Einbaumöbel. Ich stehe barfuss in der
Küche Pflotsch pflotsch... -drehe endlich den Hahnen zu und bemerke, dass das
venezolanische Spülbecken oben keinen Notabfluss hat.
Dafür hat die venezolanische Küche einen Sickerschacht! Dort läuft das Wasser
jetzt ab. Die Milchkartons, welche ich eben abgestellt hatte, stehen in einer
Lache...
Ich trockne den Tisch und die Kästenfront mit dem Waschlappen. Dann hole ich
unseren Schaber für solche Einsätze, aber damit ist Hopfen und Malz verloren,
Der Stiel knickt und das Wasser läuft einfach unter den Möbeln nach. Nun werde
ich sauer, lasse ein kräftiges Heilandtonner fahren, werfe den Putzlappen in
die grösste Lache und lasse Wasser mal Wasser sein. Stattdessen widme ich mich
nun der Salatsauce, schneide Zwiebeln, Sellerie und Brüsseler und mache einen
riesigen Salat. Meine Frau hat vielleicht auch noch Hunger, wenn sie vom Jassen
zurückkommt und so stelle ich den Rest in den Kühlschrank. Aber ich kann Hanni
doch nicht in eine überschwemmte Küche heimkommen lassen!?
Not
macht erfinderisch:
Ein Plakat an die Haustüre,
ein Zweites mitten in die Küche, dann ab ins Bett!...
Heute
morgen, als ich die Schublade aufmache, um frische Kaffeebohnen zu entnehmen,
fällt der Schubladenboden heraus und der ganze Inhalt mir auf die Füsse -So!
Dass sich der Presspansockel unter den Einbaumöbeln vollgesogen hatte und
auseinanderging wie ein Schwamm hatte ich vermutet, aber genau genommen ist es
ja nicht unsere Küche. Aber dass ich jetzt auch noch die Schublade flicken
muss, gackert mich mächtig an. Aber so ist das Leben; Wie eine Hühnertreppe:
Kurz, steil und verschissen. Also mache ich mich an die Reparatur. Eine halbe
Tube Weissleim und -zu wenig Schraubzwingen...
Hier
liegt sie nun, in meinem als Werkstatt umfunktionierten Dienstenzimmer. Ja, wir
könnten uns auch eine Putzfrau halten, um die Sauerei wegzuputzen, aber dann
müsste ich mich ob dieser Chica auch noch ärgern und ihre allenfalls anderen
Qualitäten interessieren mich im Moment nicht...