Im Fall Semster habe ich drei Vorlesungen besucht:
International Finance bei Maurice Obstfeld, auch liebevoll Maury genannt. Ist auf seinem Gebiet (New Open Macroeconomics) eine echte Koryphäe und hat durchaus Chancen auf einen Nobelpreis. Zum Abschluß gab's quasi als Sahnehäubchen eine 24h-Klausur: man konnte sich nachmittags die Klausur von seiner Homepage runterladen und dann hatte man eben 24 Stunden Zeit sie zu lösen. Eine durchaus lehrreiche Art, den Stoff abzufragen!
Industrial Organization bei Richard Gilbert, hat im Micorsoft-Prozeß eine Rolle gespielt. Hier zählten neben zwei Problem Sets auch ein Paper mit zur Endnote. Zwar hatte man die Möglichkeit, statt ein Paper zu verfassen, auch eine Klausur zu schreiben, aber wer tut sich diesen Stress schon freiwillig an? So habe ich dann etwas über 'Harmonization of International Patent Law and its Implications on the Firms' Incentive Structure and Welfare' (pdf-file) geschrieben. Ist es wirklich sinnvoll, wenn, alle Länder dieser Erde die gleichen Richtlinien befolgen müssen? Dem Prof hat das Thema sehr gut gefallen, kein Wunder, wenn er selbst auf dem Gebiet der Patentrechte mal geforscht hat...
Economics of Transition bei Gerard Roland, einem Belgier der neben Französisch und Englisch auch fliessend Deutsch spricht! Man muss also mit seinen Kommentaren in der Vorlesung vorsichtig sein! Auch hier musste ich ein paper schreiben. Selbstgewähltes Thema: 'Impacts of Social Insurance in the Transition Process' (pdf-file). Ein sehr spannendes Thema. Selbst Firmen wünschen sich ein soziales Netz und sind bereit, dafür Steuern zu bezahlen!
Im Spring Semester höre ich auch wieder drei Vorlesungen:
Political Economics bei unserem alten Bekannten Gerard Roland. Die Vorlesung hat deutlich mehr Pepp und man merkt, dass es dem Prof richtig Spaß macht. Ich lerne da sowas wie und warum Politik so entschieden wird, wie sie entschieden wird. Interessant sind immer die Aspekte: wie kann ich dieses oder jenes für meine eigenen Interessen ausnutzen!? Übrigens: Roland engagiert sich mit einigen Kollegen im Prozeß der Europäischen Verfassung. Ich sitze also quasi an der Quelle, wenn es um solche Themen geht. Ein sehr spannendes Thema!
Economics of Institutions bei DEM Oliver Williamson. Man sagt ihm Ambitionen auf einen Nobelpreis nach, falls er denn noch so lange lebt; denn mit seinen 72 Jahren gehört er schon zur älteren Gilde. Und leider merkt man das auch in der Vorlesung. Man hat das Gefühl, dem Mann verlangt es eine ungeheure Kraft ab zu sprechen und deshalb minimiert er diesen Aufwand. Nicht, dass er wenig sagen würde; ganz im Gegenteil, man weiss meistens gar nicht mehr, wie der Satz angefangen hat, den der gerade zu Ende geführt hat. Das Schlimme ist: der Mann nuschelt! Und für einen Ausländer macht es das nicht gerade einfacher ihn zu verstehen! Manchaml ist es dann heiters Worteraten. Nun, fachlich habe ich mir den Kurs ziemlich anders vorgestellt, wollte eben eher was konkretes über Institutionen lernen. Stattdessen bekomme ich jede Stunde erzählt, wie toll doch O. Williamso ist! Na, viel Dank auch! Der Mann verlangt dann als Höhepunkt eine Klausur, ein Paper und einen Vortrag! Arbeit habe ich mit dem Kurs also mehr, als mir lieb sein kann. Aber, ganz der Ökonom, werde ich Synergiereffekte nutzen mit meinem dritten Kurs!
Economics of Tranistion, zum zweiten! Weil's so schön war, höre ich mir auch noch die zweite Vorlesung zu diesem Thema an. Diesmal mit einem Chinesen namens Qian. Hat auch viel Ahnung. Und der Kurs ist auch wirklich interessant. HIER lernet man was über Institutionen! Und die einzige Leistung, die ich erbringen muss, ist ein Paper, dass ich bis Ende August abgeben muss. Natürlich versuche ich, das Ding schon Mitte Mai anzugeben, damit ich dann das Kapitel Berkeley abgeschlossen habe, wenn ich Mitte Juni in den Flieger gen Kölle steige. Und hier kommen nun auch die Synergieeffekte zum tragen: da die sich die beiden letztgenannten Kurse thematisch überschneiden (jedenfalls theoretisch), werde ich nur ein Paper schreiben und dieses dann zweimal abgeben! Einen Haken gibt es dabei noch: Williamson muss das Thema noch genehmigen; aber da sehe ich keine großsen Probleme. Also, wieder Arbeit gespart! :)