Monetarisierung verkehrslärm-bedingter Gesundheitsschäden mit besonderem Fokus auf die Monetarisierung von "disability adjusted life years (DALYs)"
Ruedi Müller-Wenk, IWÖ, Universität St. Gallen
Patrick Hofstetter, Büro für Analyse & Ökologie, Zürich
Für die quantitative Erfassung der gesundheitlichen Beeinträchtigung einer Bevölkerung sind drei Formen im Gebrauch: Die Gesundheitsbeeinträchtigungen können als Fallzahlen mit Angabe der Beeinträchtigungsart, oder in Einheiten einer Gesundheitsskala, oder unter Zuhilfenahme von Monetarisierungsmethoden in Geldeinheiten ausgedrückt werden. Je nach Entscheidungssituation kann die eine oder die andere Darstellungsform zweckmässiger sein. In einer vorausgegangenen Studie wurden die vom Lärm eines Strassentransportvorgangs verursachten nächtlichen Schlafstörungen und tagzeitlichen Kommunikationsstörungen in Einheiten der Gesundheitsskala DALY (Disabilty Adjusted Life Years) angegeben. In dieser Anschlussstudie wird nun untersucht, inwieweit verfügbare Ergebnisse von Monetarisierungsstudien dazu verwendet werden können, für schweizerische Verhältnisse im Jahr 2000 die in DALY-Einheiten ermittelten Gesundheitsschäden zusätzlich auch noch in Geldeinheiten auszudrücken. Dabei zeigt sich allerdings, dass dieser Übergang infolge der konzeptionellen Unterschiede zwischen Monetarisierungsmethoden und Gesundheitsskalen nur mit gewissen Einschränkungen zulässig ist.
Ausgehend von einer Übersicht über die verschiedenen Monetarisierungsmethoden werden die Ergebnisse von vorhandenen Monetarisierungsstudien diskutiert, welche einen direkten Bezug zu Lärmschäden haben. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Studien über die Abhängigkeit des Mietzinses vom Lärmpegel, aber auch um Studien, die ein Geldäquivalent für die Vermeidung bestimmter Krankheiten ermitteln. Schliesslich werden Schätzwerte in CHF für Schlafstörung und Kommunikationsstörung entwickelt, wobei neben der Verwendung von Mietzinsstudien auch abgeleitete medizinische Grenzwertkosten, Umrechnungen basierend auf Werten für statistische Leben sowie Transfers von beobachteter Zahlungsbereitschaft für kosmetische Eingriffe für die Ermittlung von Geldäquivalenten dieser Gesundheitsstörungen benützt werden. Als Ergebnis resultiert, dass für Schlafstörung während eines Jahres ein Betrag von 2500 bis 15000CHF, für Kommunikationsstörung ein Betrag von 1500 bis 9000 CHF eingesetzt werden kann. Ein Vergleich dieser Werte mit den Ergebnissen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 41 „Umwelt und Verkehr“ zeigt im Falle der unteren Schätzwerte eine bemerkenswerte Übereinstimmung.
Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft BUWAL, Februar 2003