Der Allradantrieb bei VW und Audi:

In den spaeten 70ern wurde unter strenger Geheimhaltung dem VW und Audi Vorstand in den oesterreichischen Alpen eine technische Neuerung praesentiert. Mit Sommerreifen und ohne Schneeketten fuhr ein Prototyp des neuen Audi mit Allradantrieb auf die Turracher Hoehe im oesterreichischen Bundesland Kaernten. Natuerlich waren die zustaendigen Herren begeistert von der Vorstellung. Im Maerz 1980 wurde der Audi Quattro auf dem Genfer Automobilsalon der breiten Oeffentlichkeit praesentiert.

Damals ging ein Stern auf der bis heute hell leuchtend am Himmel steht.

Da Audi natuerlich auch im Motorsport zeigen wollte was die neue Antriebstechnik zu bieten hatte, ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten: 24 Rallyesiege in den Meisterschaften von 1981-1987. Darunter waren auch Rennen wie die Rallye Hongkong - Peking, das Bergrennen in Colorado und natuerlich auch die Rallye Monte Carlo. Anfangs wurde nur der "Urquattro" gefahren, spaeter kam dann auch noch der Audi 200 quattro dazu, der allerdings in einer anderen Klasse fuhr. In der Zwischenzeit baut Audi auch in seine normalen Serienfahrzeuge den Allradantrieb ein und fast jedes Modell ist in mehreren Varianten als quattro erhaeltlich.

1983 kommt der Allradantrieb erstmals bei Volkswagen zum Einsatz, im VW Transporter T3 syncro. Verwendet wurde ein Antriebskonzept der Steyr-Daimler-Puch-Fahrzeugtechnik Oesterreich die für die Kraftverteilung zwischen Vorne und Hinten eine Viskokupplung einsetzte. Mit einer vergroeßerten Bodenfreiheit und auf Wunsch mit einem Gelaendegang wies der damalige Transporter eine Gelaendegaengigkeit auf, die "richtigen" Gelaendewagen in nichts nachstand und außerdem bot er noch ein großes Spektrum an Einsatzmoeglichkeiten. Bei den Pkw´s wurde der Allradantrieb erstmals ab Oktober 1984 im Passat angeboten. Bereits ein Jahr zuvor stellte Volkswagen den ersten Prototyp Passat TETRA vor. Allerdings wurde der Allradantrieb im Passat nur im Variant, und bis auf eine kurze Zeit zu Beginn der Fertigung (Okt.84- Jahreswechsel 84/85 ), nur in der Topausstattung GT. Seit Februar 1986 gibt es auch den Golf als syncro. Seitdem bietet Volkswagen so gut wie alle Modelle in mehreren Motorvarianten mit dem Allradantrieb an.

Die Technik die diesem Antriebskonzept zugrunde liegt ist eigentlich recht einfach. Man montiert am Getriebe ein Differenzial das ueber Kardanwellen die Kraft je nach Situation auf die vordere und/oder die hintere Achse verteilt. Beim ersten System, welches im Audi und auch im VW im Einsatz war, wurden konventionelle Differenziale verwendet, wobei das Mittel- und das Hinterachsdifferenzial mechanisch sperrbar ausgefuehrt wurden. Audi entwickelte das Konzept dann weiter und ersetzte das konventionelle Mitteldifferenzial durch ein Torsendifferenzial, welches durch eine komplexe Anordnung von Kegelraedern selbstsperrend wirkt, d.h. das Differenzial selbst laeßt nur eine bestimmte Drehzahldifferenz zwischen den beiden Achsen zu, und regelt außerdem noch die Drehmomentenverteilung, die im Normalfall 50-50 ist, bis zu einem Maximum von 25-75 nach beiden Seiten, ohne Zutun des Fahrers. Dadurch entfaellt natuerlich der Schalter fuer die Mitteldifferenzialsperre (gilt auch für die Viskokupplung), außerdem verbessert sich die Straßenlage des Fahrzeuges da die Kraftuebertragung zum Boden, durch die automatische Regelung, noch effektiver erfolgt. Volkswagen hat noch weiter gearbeitet und bietet jetzt für fast jede Modellreihe eine eigene Allradtechnik an. Im Passat kommt das altbewaehrte Torsendifferenzial zur Anwendung, im Sharan und in den Transportern sorgt wieder eine Viskokupplung fuer stetigen Vortrieb und im Golf und Bora arbeitet das ganz neue System mit einer Haldexkupplung die die Fahreigenschaften eines Frontrieblers mit der eines Allradgetriebenen Fahrzeuges vereint, da hier neueste Elektronik zum Einsatz kommt die mittels Sensoren blitzschnell auf die jeweilige Situation reagiert und damit das richtige Kraefteverhaeltnis zwischen Vorder- und Hinterachse herstellt.Mit der Einfuehrung der neuen Technik bei Volkswagen hat der Vierradantrieb auch einen anderen, dem Zeitgeist entsprechenden, Namen bekommen. Statt syncro nennen sich die Allrad-VW jetzt 4motion.

 
 

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