wer seinem VW eine Funkfernbedienung spendieren will der hat was zu erzählen:

Jeder der bereits einmal mit dem Gedanken gespielt hat, in einen bereits etwas älteren Volkswagen mit werkseitiger Zentralverriegelung, egal ob Golf, Passat oder Jetta, eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung (ZV) einzubauen, wird, sobald er sich etwas näher mit der Materie vertraut gemacht hat, feststellen, daß sich dies nicht ohne Umbauten bewerkstelligen läßt. Da Volkswagen bei den älteren Modellen in die Fahrertür keinen ZV-Stellmotor einbaute sondern nur einen "Schalter". Dieser Schalter wird vom Schlüssel betätigt und schickt dann die Signale zur Unterdruckpumpe (meistens hinten rechts im Seitenkasten) die Pumpe wiederum sorgt dafür, daß sich die anderen Türen öffnen (daher auch die Zeitverzögerung). Jetzt gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten das Problem zu lösen:

1. Die komplette Original-ZV durch eine elektrische aus dem Fachhandel ersetzen und diese dann mit der Funkfernbedienung ansteuern ( gilt auch wenn sich im Fahrzeug noch überhaupt keine ZV befindet ). Im Normalfall ist dies aber sehr aufwendig, da alle Stromkabel neu verlegt werden müssen, außerdem müssen alle Türverkleidungen entfernt werden und die alten Stellmotore müssen durch die neuen ersetzt werden. In den meisten Fällen ist in den Umbausätzen für Nachbau-ZVs auch kein Stellmotor für die Heckklappe enthalten, der dann entweder gar nicht erhältlich ist oder für verhältnismäßig viel Geld dazu gekauft werden muß. Der Einbau der Fernbedienung ist sehr einfach, da einfach nur das Steuerkabel für Öffnen und Schließen gefunden werden muß. An diese werden dann die Steuerleitungen der Funkfernbedienung angeklemmt. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, daß man auch von der Beifahrerseite aus das komplette Auto aufsperren kann, da so gut wie alle Nachbauanlagen zwei Schalter/Stellmotorsysteme aufweisen (Aber wer braucht das schon wenn er eine Fernbedienung hat?).

2. Die zweite Methode ist eigentlich einfacher, deshalb habe ich mich für sie entschieden. Dabei bleibt die Original-ZV erhalten und wird durch einen Zusatzstellmotor ergänzt. Ich habe mir im Zubehörhandel eine Zusatz-ZV für ein zweitüriges Fahrzeug gekauft (ist billiger als eine viertürige ZV und reicht trotzdem aus, es bleiben sogar noch Teile über). Dann ging es mal wieder der Türverkleidung an den Kragen (so ca. zum 27sten Mal, mittlerweile kann ich es bereits im Schlaf!). Nachdem also die Türverkleidung mit Dämmmatte und Schutzfolie wieder einmal demontiert waren suchte ich einen Punkt wo ich den Stellmotor anbringen konnte sodaß er seine Funktion erfüllen konnte und dem Fenster in geöffneter Position nicht im Weg war. Aus diesem Grunde mußte der Antriebsmotor für die elektrischen Fensterheber ein paar Zentimeter weichen. Nun hatte zwar der Stellmotor seinen Platz, allerdings mußte er nun noch mit der Schaltstange für die Verriegelung verbunden werden. Dies wurde mittels zweier Kombizangen und viel herumprobieren bewerkstelligt. Das Problem war nämlich, daß mir der Originalschalter für die ZV ziemlich im Weg war und ich die Schubstange um ihn herum bugsieren mußte. So wurde aus einem geraden Stück Stahl etwas was man als verbogenes C bezeichnen könnte. Nun da der mechanische Teil erledigt war, konnte ich mich um die Elektronik kümmern. Dabei muß man aber unbedingt aufpassen, daß alle Teile Wassergeschützt montiert sind, weil sonst der erste Kurzschluß oder durchgebrannte Stellmotor nicht lange auf sich warten läßt (ist überhaupt nicht komisch!). Am Besten eignet sich ein Schutzlack über den Elektronikplatinen, der verhindert das sich Kondenswasser (durch Temperaturschwankungen) bildet. Eine andere Möglichkeit ist es, die komplette Elektronik ins Fahrzeuginnere zu verlegen. Es ist zwar eine Wahnsinnsarbeit, zumindest bei mir war es so, da die Kabel für die elektrischen Fensterheber bereits einen großen Teil des Platzes in der Gummitülle einnehmen, aber es zahlt sich auf jeden Fall aus. Zu guter Letzt mußte noch die Fernbedienung angeschlossen werden. Dazu benötigt man ein Voltmeter und etwas Geduld da man sich die richtigen Schaltkontakte heraussuchen muß. Wenn man die richtigen Kabel für Öffnen und Schließen gefunden hat, wird der Fernbedienungskabelbaum daran befestigt (verlöten ist natürlich am Besten). Die meisten Fernbedienungen haben auch noch Zusatzkontakte für eine Blinkeransteuerung, die man am Besten zum Warnblinkschalter legt da dort beide Blinkerkabel an einem Platz liegen und nicht erst Mühsam gesucht werden müssen. Ich hatte mich zuerst dafür entschieden die Blinker überhaupt nicht anzuhängen sondern nur einen Piepser anzuhängen. Mittlerweile habe ich aber die Blinker auch dazu geklemmt. Um eine möglichst große Reichweite zu erlangen habe ich die Wurfantenne unter der Abdeckung in der A-Säule verlegt und dann noch ein Stück in den Dachholm geschoben. Nach einigen Probeläufen kann dann getrost die Türabdeckung wieder montiert werden, denn die Fehler offenbaren sich sowieso erst wenn man wieder alles zusammengebaut hat!

Für den gesamten Einbau braucht man ca. einen Nachmittag (evtl. geht auch ein Vormittag :-)).

 

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