Montag, den 21. Juli 1997
Die seit langer Zeit mit Aufregung geplante Osteuropa-Tour sollte heute früh losgehen. Doch das diesige, mit Nieselregen versetzte Wetter verzögerte die Abfahrt. Erst gegen drei Uhr am Nachmittag ging es los. Über Dinkelsbühl gen Osten fuhren wir noch mühsame 76 km, wo wir abseits der Straße eine geschickte Scheune fanden. Wir richteten uns gemütlich ein und verhängten mit der mitgeführten Plane den zugigen Eingang. Noch mehrere solche geschickte Plätze, und die Tour wird bestimmt ganz lustig.
76 km
Dienstag, den 22. Juli 1997
Um halb elf ging's weiter über Roth nach Neumarkt, wo wir zu Mittag aßen und uns ausruhten. Des öfteren wurden wir nach unserem Ziel gefragt, aber als wir unsere geplante Tour erzählten, wurden wir nicht ganz für voll genommen. So entschieden wir uns, doch immer kürzere Ziele zu nennen und nicht gleich das Schwarze Meer!
Ein langer Anstieg folgte, doch die schöne Aussicht ließ die Strapazen schnell vergessen. Nach einigen Bergauf-bergab Fahrten kamen wir ins Lauterbachtal. Es schlängelte sich wunderschön dem Fluß entlang, und die Abendsonne steigerte ebenfalls die Stimmung. In einem kleinen Dorf am Ende des Tals hatten wir dann zum ersten Mal Kontakt mit Tschechen, die im Sperrmüll nach noch brauchbaren Sachen suchten. Von Schmidmühlen aus ging's in Richtung Burbach an der Naab, doch dazwischen lag noch ein Berg, den es erst zu überwinden galt. Oben angekommen, fuhren wir in ein 50-Seelen Dorf, wo wir nach Wasser fragten, was wir netterweise auch bekamen. Doch als wir nach einer Scheune oder ähnlichem fragten, hatten wir keinen Erfolg. Nach langem Hin und Her und Abfahrt ins Tal und weiterem Fragen gelangten wir dann schließlich doch noch zu einem Gehöft, wo wir im Maschinenunterstand unser Camp aufschlagen durften. Es war schon spät, trotzdem kochten wir noch etwas, um den Hunger zu stillen. Danach ging es in die Schlafsäcke, doch das Einschlafen wurde von den unzähligen Schnaken gestört.
119 km
Mittwoch, den 23. Juli 1997
Ich wachte mal wieder mit "Rocky-Augen" auf. Die Nacht war grausam: entweder war's zu heiß im Schlafsack oder die Viecher stachen einen. Noch so 'ne Nacht ...
Weiter ging es durch die Ausläuferberge des Bayrischen Waldes, wir kamen nur schleppend voran. Dazu kam noch die erste Panne, als sich bei meinem Hinterrad die Luft verabschiedete.
Gegen halb vier waren wir in Waldmünchen, von wo es nur noch fünf Kilometer zur tschechischen Grenze waren. Nach Snack und Siesta wurde der Benzinkocher betankt und der "Waldmünchner Kerzenfabrik" ein Besuch abgestattet ( Asthma). Danach ging's mit einem gekauften Friedhofslicht und einem mulmigem Gefühl zur Grenze. Der Übergang war problemlos und so ging's gleich weiter, vorbei an Straßenständen mit skurrilen Gestalten. Der erste Berg gab uns gleich einen kleinen Vorgeschmack auf die nächsten Kilometer: langgezogene Bergauf- bzw. Bergabfahrten auf nicht ganz so gut asphaltierten Straßen.
Die Städte waren dreckig, die Häuser heruntergekommen und die Straße oft gepflastert- fast, wie wir uns es vorgestellt hatten.
Durch schöne, lange Alleen fuhren wir in der Abendsonne bis Kdyne, wo wir für 3.50 DM das Zelt auf einem Campingplatz aufschlugen. Es gab die erste heiße Dusche und ein leckeres Abendessen. Den Versuch, die Alarmanlage zu installieren, gab Toby nach dem dritten Mal auf.
96 km
Donnerstag, den 24. Juli 1997
Die Nacht war sehr erholsam. Am frühen Morgen herrschte schon ein reges Treiben auf dem Platz, da einige der vielen Holländer abreisten. Nach dem Frühstück ging es dann weiter nach Klatovy. Als die Sonne herauskam, wurde es ziemlich heiß und Eincremen war angesagt. Nach der Mittagspause in Nepomuk fuhren wir weiter nach Blatná, wo wir zu einer einstündigen Pause gezwungen wurden, da ein Regen niederging. Wir überbrückten sie mit Einkaufen und dem wasserfesten Verpacken der Ausrüstung.
Wir wurden das erste Mal von angetrunkenen Jugendlichen angemacht, die uns nach Geld fragten. Sie ließen jedoch ab, als wir sie nicht verstanden - sie sprachen auch kein Englisch. Bisher muß ich sagen, kommt mir die Bevölkerung nicht so freundlich vor wie zum Beispiel in Irland. Selbst die "Alten" grüßen nur selten zurück.
Wir fuhren weiter durch die Hinterländer und kamen dabei sogar zu einem Rummel - zum Totlachen. Erst gegen halb neun trafen wir dann eher zufällig auf einen Campingplatz, wo wir uns nach vergeblicher Anmeldung niederließen. Beim Zeltaufstellen wurden wir dann noch von Holländern dumm angequatscht, doch ein herannahendes Gewitter beendete das Gespräch, sowie unsere gestartete Kochaktion. So verkrochen wir uns ins Zelt und hörten dann auch bald, wie sich junge Ostdeutsche vom Regen die Party vermiesen ließen.
111 km
Freitag, den 25. Juli 1997
Nach einem spärlichen Frühstück ging es ohne zu zahlen weiter in Richtung Tábor. Doch zuerst mußten wir noch zwei Brücken über die Moldau "berechnen" und überqueren. Es setzte erneut Regen ein, und in einem kleinen Ort fanden wir in einer Bushaltestelle Zuflucht. Der Regen wollte nicht mehr aufhören und so kochten wir Tee, sortierten Unterlagen oder fraßen einfach den Frust weg. Erst gegen 15 Uhr entschlossen wir uns, doch weiterzufahren. Die Ausrüstung wurde nochmals überprüft und dann ging es weiter nach Tábor, das noch 35 Kilometer entfernt war. Kurz vor der Stadt hatten wir dann die zweite Panne, als bei Toby eine Speiche fatzte. So luden wir ab und reparierten den Schaden mit den mitgeführten Ersatzspeichen. In Tábor machten wir eine kleine Pause, snackten und kauften ein, bevor es weiter gen Osten ging. Als sich der Tag zu Ende neigte, begannen wir mit der Suche nach einem geschickten Platz. Wir fanden eine kleine, freie Fläche mit Feuerstelle abseits der Straße. Wir bauten das Zelt auf, machten ein Feuer und aßen gefüllte Paprika (aus der Dose). Das Lagerfeuer brannte gegen Mitternacht nieder und die Kälte machte sich bemerkbar.
90 km
Samstag, den 26. Juli 1997
Da wir irrtümlicherweise nichts eingekauft hatten, entfiel das Frühstück bis auf ein Snickers. Wir brachen auf und stellten dann fest, daß wir am Tag zuvor falsch abgebogen waren. So mußten wir erst einmal querfeldein wieder in die richtige Richtung crossen und mit dem Kompaß die Lage peilen. Nach einem 15 Kilometer langen Umweg waren wir wieder auf der Straße nach Humpolec. Kurz vor der Stadt fing es abermals an zu regnen. Da die Läden um 12 Uhr schlossen, mußten wir weiterfahren, doch ein starker Wind verhinderte ein schnelles Vorankommen. Der Regen wurde stärker und die Laune immer mieser. Der Wind ließ einen schnell auskühlen, dazu kam noch ein Ladenbesitzer, der pünktlich schließen wollte. Durchnäßt und frierend entschlossen wir uns, Mittagessen zu gehen. Die Bikes nahmen wir mit ins Restaurant, wo wir Schweinebraten, Bratkartoffeln und überbackenen Schinken aßen. Ein heißer ungefilterter Kaffee belebte die Knochen und ein gutes Bier schmeckte zum Essen. Für das alles zahlten wir umgerechnet sechs Mark, inklusive Trinkgeld! Die Laune wurde besser, der Regen hörte auf und so hieß es wieder "HOIZA!".
Sonne und Wolken wechselten sich ab wie die unzähligen Berge und Täler. Am Straßenrand kauften wir noch für achtzig Pfennig ein Glas Honig, der uns die weiteren Frühstücke versüßen sollte.
Am späteren Abend fatzte abermals eine Speiche, doch zum Glück war in der Nähe gleich ein Campingplatz, den wir eh schon im Visier hatten. Für 1.20 DM schlugen wir das Camp nahe eines rauschenden Baches auf. Nach einer warmen Dusche aßen und tranken wir noch am Campingkiosk.
108 km
Sonntag, 27. Juli 1997
Sonntag ist Waschtag und so wurden erst einmal die dreckigen Klamotten durchs Wasser gezogen. Danach wurde ausgiebig und gemütlich gefrühstückt, währenddessen die nassen Sachen im Wind trockneten und die Schlafsäcke und das Zelt gelüftet wurden. Erst um halb eins kamen wir los und fuhren auf der 18 weiter Richtung Osten. Mühsam strampelten wir bei Sonne und Skoda-Abgasen der zahlreichen tschechischen Touristen bergauf und bergab, bis wir schließlich auf einer Art Hochebene angelangten. Dort hatten wir eine gute Aussicht auf die Wälder und Berge, die noch vor uns lagen. In Plumlov fanden wir nach langem Suchen einen Campingplatz an einem großen See, wo es zum Abendessen noch Gulasch und Suppe gab. Mit Müh und Not kratzten wir das letzte Kleingeld zusammen, um die Platzgebühr und ein paar Brötchen zu bezahlen. Trotz des Lärms von tschechischen Jugendlichen schliefen wir bald ein.
90 km
Montag, 28. Juli 1997
Nachdem Toby sein Fahrad noch im Matsch getestet hatte, ging es weiter nach Prostejov. Dort angekommen, kauften wir ein und erfragten telefonisch im Ropfershof die Nummer von Bielsko Biala, wo wir voraussichtlich am Dienstagabend sein würden. Erst gegen halb zwei fuhren wir weiter gen Osten. Dank eines starken Rückenwindes und einer weiten Ebene ging es rasch voran. Und dann kam es doch noch: das Überschwemmungsgebiet, das noch vor zwei Wochen unser Osteuropaunternehmen gefährdete. Vorbei an weggeschwemmten Straßenrändern, überfluteten Feldern, umgestürzten Bäumen und Strommasten kamen wir zu einer von Soldaten kontrollierten Kreuzung. Zuerst wollten sie uns in eine andere Richtung umleiten, aber dann ließen sie uns doch passieren. Wir kamen nach "Troubky", einem vielleicht 400-Seelen-Dorf, das es brutalst erwischt hat. Gerade am Ortsschild vorbei, hörten wir Trauermusik vom Friedhof herschallen, die so passend unsere Eindrücke untermalte. Wir sahen unzählige eingestürzte Häuser, dreckiges und mit Wasser vollgesaugtes Mobiliar und viele Menschen, die noch nach dem letzten brauchbaren Hab und Gut in ihren zerstörten Häusern suchten.
Die Flut stand hier gute zwei Meter hoch und durchweichte in der langen Zeit das Fundament der Häuser, in denen die Menschen in den ersten oder zweiten Stock flüchteten. Dort wurden sie dann plötzlich vom Einsturz überrascht. Allein in diesem kleinen Ort starben neun Menschen in den Fluten oder unter den Trümmern. Wir sprachen mit ein paar Jugendlichen aus Prag, die als freiwillige Helfer hier ihre Ferien verbrachten und sich an den Aufräumarbeiten beteiligten.
Unsere Stimmung sank brutal, betroffen fuhren wir weiter. Vor dem Ort wuchsen riesige Schuttberge in die Höhe, alles Überreste ehemaliger Höfe und Häuser.
Auf unserem weiteren Weg sahen wir noch andere Stellen, wo die Flutschäden sichtbar waren. Am späteren Nachmittag kamen wir wieder in eine bergigere Gegend, wo wir in Kelc ziemlich erschöpft eine Pause machten.
Ein wenig ausgeruht, ließen wir es dann doch noch einmal krachen und kamen am Abend in Frenstát an, wo es laut Karte einen Campingplatz geben sollte. Dank der Hilfe eines Jungen fanden wir ihn, doch der dortige Platzwirt war nicht so auf "normales" Campen eingestellt.
Er war davon überzeugt, daß unsere Räder am nächsten Morgen fehlen würden, wenn wir die Bikes neben dem Zelt abschließen würden. So bot er uns eine Blockhütte an, die wir für umgerechnet fünf Mark haben konnten. Natürlich nahmen wir das Angebot an und belegten eine der Hütten. Im Restaurant aßen wir noch zu Abend und planten ein wenig unsere Weiterreise.
113 km
Dienstag, der 29. Juli 1997
In der Frühe brachen wir bald auf, um rasch nach Frýdek-Místek zu kommen, wo wir noch einkaufen wollten. Doch wir waren entäuscht, als wir wenig geeignete Geschäfte vorfanden. Um noch übriges tschechisches Geld auf den Kopf zu hauen, gingen wir essen. In einem Nobelrestaurant stiegen wir ab und bestellten dort immer das teuerste Menü. So gab es Suppe, Fleisch/ Fisch, Kartoffel, Salat, Bier, Cola, einen gigantischen Nachtisch und dazu einen leckeren Kaffee. Mit Trinkgeld zahlten wir dann gerade mal knappe zehn Mark!
Mit vollem Bauch fuhren wir weiter in Richtung polnische Grenze, doch ein weiterer Speichenbruch unterbrach die Heizerei für kurze Zeit. In Ceský Tesín, dem Grenzort, versuchten wir wiederum, das noch übrige Geld auszugeben. In der geteilten Stadt - es gibt einen tschechischen und einen polnischen Teil - überquerten wir dann ganz unspektakulär bei Kilometer 855 die Grenze.
Es war gerade kurz vor 18 Uhr und wir hatten noch einen weiten Weg bis Bielsko Biala, wo wir bereits erwartet wurden. Wir erreichten die Stadt zwar schon um acht Uhr, doch die Suche nach dem Haus gestaltete sich schwierig. Ungefähr eine Stunde waren wir auf der Suche und mußten sogar noch die Lampen auspacken.
Als wir dann schließlich richtig waren, wurden wir herzlich empfangen und gleich mit belegten Broten sowie Kaffee und Bier verwöhnt. Aufgrund eines Mißverständnisses dachte Eugenius eigentlich, daß Diddi, Toby's Bruder, kommen würde, und nicht wir beide. Aber er freute sich trotzdem und konnte es kaum glauben, daß wir den ganzen Weg mit dem Fahrrad hergefahren waren. Erschöpft verkrochen wir uns in ein bereits aufgebautes Zelt, in dem sonst Monika, die Tochter, in den Ferien schlief.
105 km
Mittwoch, den 30. Juli 1997
Einigermaßen ausgeschlafen, gab es mal wieder eine Dusche und anschließend ein großartiges Frühstück. Bevor es dann zum Bummeln in die Stadt ging, wuschen wir die Kleider, die dann an dem sonnigen Tag bald trocknen würden.
Monika führte uns heute durch die Stadt und Umgebung, und so erklommen wir zuerst den "Hausberg" von Bielsko Biala mit einer Gondel. Von oben hatten wir eine gute Aussicht auf die Stadt und auf die noch weit entfernte "Hohe Tatra". Zurück in der Innenstadt wechselten wir Geld, um dann einkaufen und Pizzaessen zu gehen. Ich fand einen Klettergurt zu einem recht günstigen Preis und so blieb noch Geld für ein Eis übrig.
Nach dem doch recht anstrengenden Einkaufstag fuhren wir "heim", wo uns bereits Eugenius erwartete. Wir quatschten ein wenig und bekamen von ihm ein Paar Hausschuhe geschenkt. Wahrscheinlich aus Mitleid, als er meine Sandalen sah!
Später galt es noch, zwei Speichen zu reparieren, die tags zuvor gefatzt waren. Nach einem Abendessen erledigten wir noch ein paar Dinge, zu denen wir seither noch keine Zeit hatten. Nachdem Eugenius von einer kurzen Autoreparatur zurückkam, entfachte er ein Feuer, über dem Wurst und Zwiebeln aufgespießt gegrillt wurden. Wir redeten und lachten noch bis spät in den Abend. Später hielten wir uns noch kurz in der Wohnung auf , wo wir uns von Eugenius verabschiedeten und uns für alles bedankten.
Donnerstag, den 31. Juli 1997
Wir wurden mal wieder mit einem Riesen-Frühstück überrascht, aber trotz aller Bemühungen blieb am Ende noch viel übrig. Wir packten unsere Bikes und dann hieß es auch hier Abschiednehmen: von Eugenius' Frau und Ares, dem Riesenkläffer. Monika begleitete uns noch bis zu einem Laden, wo wir Wasser kauften. Wir verabschiedeten uns und fuhren in Richtung Auschwitz, das wir nach 33 km und dem siebten Speichenbruch erreichten.
Dort besichtigten wir das Stammlager "Auschwitz I", zu dem ein Kino und einige Lagergebäude gehören, in denen sich das eigentliche Museum befindet. Eindrucksvoll werden dort die Greueltaten dokumentiert, die die Nazis im Dritten Reich verübten. Nachdenklich verließen wir die Anlage und fuhren zu dem etwa drei Kilometer entfernt gelegenen Lager "Auschwitz- Birkenau". Schon von weitem erkannten wir das "berühmte" Eingangstor, durch welches die vielen Züge in das Innere der Anlage rollten. Die verängstigten Menschen wurden aus dem Zug heraus gleich selektiert: die schwachen Gefangenen wurden sofort umgebracht, die starken erst einmal in die Baracken verteilt, die zum Teil heute noch stehen.
Betroffen fuhren wir noch ins Zentrum der Stadt, wo wir uns auf die Suche nach einem Fahrradladen machten, um dort einen Satz Speichen zu kaufen. Nach der mißglückten Suche snackten wir in einem Park, um dann gestärkt weiterzufahren. Das nächste Ziel war Krakau, das eigentliche Highlight unseres Südpolen-Abstechers. Erst gegen 18 Uhr fuhren wir weiter und gute 60 Kilometer lagen noch vor uns. Wir ließen es zwar nochmal krachen, doch die Dunkelheit brach dann zu schnell herein. Wir riefen noch in Krakau bei Pater Andreas an, um nach einer möglichen Übernachtung zu fragen und als er einwilligte, gaben wir nochmal Gas. Ich selbst wollte das Camp lieber an einer geschickten Stelle aufbauen, doch ließ ich mich breitschlagen. Mit kompletter Lichtausrüstung fuhren wir in Krakau ein - es war übrigens inzwischen die achte Speiche gefatzt. Dort konnte man uns den Weg nicht beschreiben und ein Vorschlag entpuppte sich als Autobahn! Eine weitere Speiche brach und das Unternehmen "Pfarrhausübernachtung" war geplatzt. Wir schoben die Bikes bei Nacht in einen mit Pfützen übersäten Feldweg und schauten nach einem Platz. Der mußte bei einsetzendem Niesel zuerst von den Dornen befreit werden. Zu allem Überfluß fiel mein Bike noch um und der Lenkertascheninhalt in eine der obengenannten Pfützen - na klasse! Nachdem das Zelt stand und die Bikes gesichert waren, wurde frustgefressen, aber nichts Warmes, sondern Kekse!
Der anstrengende Tag ging bereits um halb elf zu Ende.
100 km
Freitag, den 1. August 1997
Der Regen prasselte die ganze Nacht gegen das Zelt und auch am Morgen wollte er nicht aufhören. So frühstückten wir im Zelt und warteten bis etwa zwölf Uhr ab. Dann wurde Toby's Hinterrad notdürftig repariert und das Camp abgebrochen. Ins Zentrum war es dann doch noch ein längeres Stück, und wir mußten uns durch lange Autoschlangen quälen, um in die Innenstadt zu gelangen. Dort aßen wir zuerst etwas, bummelten und schauten uns nach einem Satz Speichen um. Trotz des trüben Wetters gefiel uns Krakau sofort: von der markanten Tücherhalle gehen einzelne Einkaufsstraßen sternförmig weg und bilden so eine riesige Fußgängerzone. Viele der zahlreichen Geschäfte befinden sich in den Hinterhöfen, man wird nur durch Schilder daraufhingewiesen. Auf den Straßen begegneten wir Schaustellern, Musikern, einer Bigband, aber auch Bettlern, so daß es in allem eine recht bunte Mischung ergab.
Gegen halb acht machten wir uns dann auf die Suche nach dem Pfarrhaus in Olscanica, das etwas außerhalb von Krakau lag. Nach vielem Nachfragen und Umwegen kamen wir schließlich doch noch an. Die Pater wußten von unserer Ankunft und so bekamen wir auch ein Zimmer zugewiesen. Nach einem Abendessen gingen wir ins Zimmer zurück, wo ich das Hinterrad komplett umspeichte, während Toby die ersten Karten schrieb.
41 km
Samstag, den 2. August 1997
Schon beim Aufstehen regnete es wieder und so fiel uns die Entscheidung, noch eine Nacht bei den Kapuziner-Mönchen zu bleiben, relativ leicht. Wir erkundigten uns nach einer Busverbindung in die Stadt, wo wir einkaufen und einige Dinge besichtigten wollten. In der Innenstadt rannten wir von einem Geschäft ins andere, um möglichst lange im Trockenen zu bleiben. Wir fragten einen Jungen nach der Abfahrtsmöglichkeit nach Wieliczka, einem Salzbergwerk, das wir unbedingt sehen wollten. Er streßte mit uns durch halb Krakau und brachte uns zum Bahnhof, wo er sich gleich um eine geschickte Verbindung bemühte. Vollends erschöpft berichtete er uns, wie wir hinkommen würden und erst jetzt konnten wir ihm klarmachen, daß wir erst am Nachmittag dorthin wollten - er zeigte sich ein wenig entäuscht.
Im McDonalds gab es Mittagessen und einen Kaffee, und kurze Zeit später fuhren wir zum Salzbergwerk. Es ging durch mehrere Kammern weit unter die Erdoberfläche. Dort wurde seit mehreren Jahrhunderten Salz abgebaut. Die Gänge sind teilweise für Besucher geöffnet. In verschiedenen großen Hallen verzierten Bildhauer die Wände mit biblischen Bildern oder schufen Skulpturen, die das harte Leben unter Tage verdeutlichen. Nach den Eindrücken ging es dann, in einem Aufzug eingepfercht, rasch wieder nach oben ( "Thank the Lord"). Dieses Bergwerk ernannte die Unesco zum Weltkulturerbe und unterstützt so auch dessen Erhalt.
Zurück in der belebten Innenstadt Krakaus, ließen viele Straßenmusikanten und eine Bigband die Ohren aufhorchen. Nachdem der knurrende Magen mit einer Pizza zum Schweigen gebracht worden war, machten wir uns auf zur Bushaltestelle, wo wir ganz knapp einen Bus verpaßten. Die verbleibende Stunde überbrückten wir mit dummen Sprüchen und einem Bier. Kurz nach zehn waren wir wieder bei den Kappen und legten uns gleich in die Betten.
Sonntag, den 3. August 1997
Nachts regnete es noch, doch der Morgen zeigte sich freundlicher. Nach einem letzten Frühstück verabschiedeten wir uns und radelten weiter. Zuerst ging es ins Zentrum, wo wir noch einige Fotos machen wollten. Bevor es weiterging, besichtigten wir noch den Wawel, die ehemalige Königsresidenz. Ohne Bikes schlenderten wir durch die sehr gepflegte Innenanlage, wo sich ein großer Haufen Touris tummelte. Wir fuhren stadtauswärts über Wieliczka weiter in den südöstlichen Teil Polens. Die Straße führte wieder in die Berge, vorbei an Störchennestern und an Flüssen, denen noch die starken Regenfälle vor drei Wochen anzusehen waren. In einer Bushaltestelle kochten wir Kaffee und aßen dazu süße Stückchen - ein richtiger Sonntagskaffee. Wolken zogen auf und es begann zu regnen, so daß wir noch eine Zeit in der Haltestelle blieben. Als der Regen nachließ, fuhren wir weiter bis spät in die Nacht hinein. Es erwies sich wieder als recht schwierig, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Es war bereits dunkel, als wir nach einer "Anfrage" in einer leerstehenden Scheune Platz fanden. Wir kochten noch etwas und fielen dann erschöpft in die Schlafsäcke.
104 km
Montag, den 4. August 1997
Einigermaßen ausgeruht fuhren wir los, vorbei an modernen Kirchen und Mädchen, die vor lauter Angst das Kreuz schlugen, als sie uns sahen. Einige Stellen zeugten auch hier von den starken Regenfällen, die noch vor ein paar Wochen hier niedergingen. Die Gegend ist der des Schwarzwaldes sehr ähnlich.
In Gorlice machten wir kurz nach zwei Halt und aßen zu Mittag. Da die Kellnerin kein Englisch verstand, gestaltete sich unsere Bestellung sehr lustig. Als wir "Suppe" irgenwie verstanden hatten, bestellten wir sogleich eine "suppa flada" , natürlich eine Flädlessuppe. Doch als wir sie dann bekamen war das Entsetzen groß: ich hasse Kutteln ...
Die Mittagssonne brannte auf uns herab, als Toby zum Shoppen ging, während ich doch endlich meine Karten schreiben konnte. Gegen halb fünf ging es weiter gen Dukla, unser heutiges Tagesziel. Auf dem Weg dorthin trafen wir zwei weitere Biker, die aus Polen kommen und in die Beskiden wollten, eine sehr schöne Landschaft im Südosten Polens.
Nach einem nicht sehr tollen Telefonanruf nach Hause ( ich war durch eine Prüfung gerasselt), fanden wir mit der Hilfe zweier Mädels die Jugendherberge von Dukla. Wir machten uns in einem 10-Bett-Zimmer breit, wo wir nach Duschen und Klamottenwaschen auch noch kochten. Bei einer Dose Bier lauschten wir einem polnischen Heavy- Sender.
93 km
Dienstag, den 5. August 1997
Am Morgen verließen wir Dukla in Richtung polnisch-slowakische Grenze. Nach einem kurzen Zwischenstop ( "am Arsch der Welt so ein Chick!"), wo Toby seinen Vorderradreifen tapte, fuhren wir lange bergauf zum Dukla-Pass, wo sich auch die Grenze befindet. Da man in der Slowakei keine Zloties umtauschen kann, verfraßen wir die letzten und fuhren dann, nachdem wir die Grenze ohne Probleme passiert hatten, den historischen Dukla-Pass hinab.
Im zweiten Weltkrieg war das ein hart umkämpfter Berg, wo zahlreiche Soldaten ihr Leben lassen mußten. Allein auf russischer Seite waren es an die 80000, die im Stellungskrieg getötet wurden. So fuhren wir vorbei an ausgestellten Flugzeugen, Panzern und anderer Kriegsmaschinerie. Einen deutschen Soldatenfriedhof besichtigten wir noch, bevor wir an dunklen Pilzsammlern vorbei nach Svidnik fuhren. Wir waren gerade auf der Suche nach einer Bank zum Geldwechseln, als aus großen Lautsprechern, die wir auch schon in der Tschechei sahen, laute Volksmusik schallte. Ein junger Slowake erklärte uns, daß es sich nicht um sozialistisches Gedankengut handle, sondern daß es folkloristische Lieder seien. Die Musik soll einfach den Alltag und das Einkaufen verschönern. Wir suchten ein Freilichtmuseum auf, in dem alte ruthenische Bauernhäuser, eine Mühle und eine Kirche zu sehen waren. Für umgerechnet 17 Pfennig ein wirklich lohnender Besuch. Danach besuchten wir noch das russische Kriegerdenkmal, was natürlich ein wenig zu protzig geraten war. Toby kaufte sich noch einen Reifen um fünf Mark, den wir dann gleich montierten. Von Svidnik ging es dann sehr flach weiter und dank des Rückenwindes machten wir noch ein ordentliches Stück. Die Straße führte entlang eines großen Sees, wo die Abendsonne die Stimmung noch einmal ansteigen ließ. Zuerst wollten wir auf einen Campingplatz gehen, holten dort aber dann nur Wasser und suchten uns einen Platz abseits der Straße.
Durch einige Vorurteile im Vorfeld hielten wir das für die bessere Lösung. Am wohl abgelegensten Platz schlugen wir das Zelt auf und verbrachten dort unsere einzigste Nacht in der Slowakei.
94 km
Mittwoch, den 6. August 1997
Der Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und so war die Laune auch gleich gut. Der Rückenwind hielt weiter an, so daß wir die nächste größere Stadt, Trebisov, bereits am Nachmittag erreichten. Nach einem Snack und einem Fahrradständerkauf fuhren wir bei sengender Sonne zur nächsten Grenze, nämlich zwischen der Slowakei und Ungarn. An der Grenze wurden erst einmal Fotos gemacht und unnötiger Ballast "abgeworfen". In Ungarn, unserem fünften Land, stellte sich zunächst das Problem des Geldwechselns, da keine Bank mehr offen hatte. Allgemein machten hier die Läden recht bald zu, so daß wir das Nötigste noch rasch einkauften. Wir fuhren nach Satorspatak, wo wir noch ein paar Forinth erstehen konnten.
Daraufhin quartierten wir uns auf dem ortsansässigen Campingplatz ein und es begann der fast allabendliche Ablauf: duschen, kochen, Tee trinken, Bier trinken...
99 km
Donnerstag, den 7. August 1997
Die Sonne brannte schon sehr bald auf das Zelt herab und so stieg dort die Temperatur auf stattliche 32°C an. Während das Kaffeewasser kochte, kühlte sich Toby im Swimming-Pool ein wenig ab. Wir besichtigten noch ein bißchen das Schloß von Satorspatak, bevor es dann schließlich weiter in den Südosten Ungarns ging. Zwar führte die Straße immer eben weiter, aber ständiger Seiten- und Gegenwind und die schlechten Straßenverhältnisse machten das Vorankommen dennoch anstrengend.
In Kisvarda machten wir kurz Rast, bevor es weiterging in der weiten Ebene. Die Sonne brannte gnadenlos weiter auf uns herab, so daß manchmal eine Abkühlung an einem der zahlreichen Brunnen die einzigste Lösung war. Riesige Sonnenblumenfelder und viele Storchennester säumten die Straße. Ein wenig erinnerte mich diese Landschaft an die Provence. Nach Vasarosnameny überquerten wir einen Fluß mit einer Fähre und "redeten" mit ein paar Einheimischen im nächsten Dorf ( "quäk"). Auf holpriger Straße ging es weiter und wir hielten Ausschau nach einer geschicktem Platz. Die Möglichkeit, auf einem abgeernteten Weizenfeld zu campieren, ließen wir nach einer Schnakenattacke dann doch lieber sein. Zu allem Überfluß ging auch noch Tobys Kanister kaputt - na klasse. Wir entschieden uns, ein Zimmer in einem Hotel zu nehmen. Wir fanden eine geschickte Lösung ( 12,50 DM/Nase), und, nachdem wir uns chic gemacht hatten, zogen wir los, um nach einem Restaurant zu suchen. Wir klapperten alles ab, kehrten dann aber zum hoteleigenen Restaurant zurück. Dort wurden wir gleich von zwei Frauen an ihren Tisch gewunken, aber wir setzten uns an einen anderen. Nachdem wir unser Menü und Getränke bestellt hatten, kam doch der Ober mit zwei kleinen Biers daher! Wir wurden von den Weibern doch glatt eingeladen- voll krass. Wir schauten verdutzt drein, nahmen aber zunächst mal nicht an. Der Ober bat uns, doch zu trinken, aber wir gaben zu verstehen, daß wir kein Interesse haben. Die Zeit verging, und die Nutten, mittlerweile drei, schauten sich nach anderen Opfern um. Beleidigt kam eine her und nahm die vollen Gläser wieder mit - uns passieren Sachen!!
107 km
Freitag, den 8. August 1997
Heute galt es, die letzte Grenze mit dem Bike zu überqueren. Die restlichen Kilometer auf ungarischem Boden kamen wir rasch voran und so waren wir bald an der Grenze zu Rumänien, unserem letzten Land. Vor der Grenze schlugen wir die letzten Forinth auf den Kopf. Auf einem "Markt" mit skurrilen Gestalten kauften wir noch mehr oder weniger nützliche Dinge wie Cremes, Duschzeugs ...
Während wir gerade so an einer Melone knabberten, entwich ohne irgeneinem Einfluß die Luft aus Tobys Vorderrad. Nachdem der Schaden behoben war, ging's zur schwerbewachten Grenze, wo wir in Geldnöten waren, da das nötige Visum nur mit Deutschmark oder US-Dollar gekauft werden konnte. Die ungarische Wechselstube gab für unsere Schecks aber nur Forinth und wir fanden uns schon damit ab, wieder 30 Kilometer zurück zur nächst größeren Stadt zu fahren. Doch zum Glück kam gerade einer der zahlreichen Deutschen aus Rumänien und wollte DM in Forinth umtauschen lassen. So kamen wir dann doch noch zur "richtigen" Währung. Nach einigen Stempeln, Papieren, Unterschriften und der Uhrumstellung (+1h) ging's nach Satu Mare, der ersten rumänischen Stadt. Dort kauften wir zuerst eine Karte und besichtigten eine Kirche. Eigentlich wollten wir noch Geld wechseln, aber die Banken hatten bereits geschlossen.
Von zwei Cola-Verkäuferinnen ( "frag niemals ein Weib nach dem Weg") in die falsche Richtung geschickt, machten wir einen Umweg von ungefähr 20 Kilometern. Die Frage nach dem richtigen Weg wäre dann auch noch fast böse ausgegangen, denn der besoffene Lenker eines Pferdefuhrwerks steuerte seine Pferde und damit auch die Deichsel direkt auf mich zu, drohte uns dann noch mit der Peitsche und hielt mich noch am Arm fest. Erst als ein anderer Typ, ebenfalls besoffen, hinzukam, ließ der andere ab. Sie schickten uns dennoch in die falsche Richtung - verfluchte Deppen. Als wir auf dem Rückweg an der Stelle vorbeikamen, hätte es wohl nicht mehr viel gebraucht, vollends auszurasten, aber sie waren nicht mehr da - ihr Glück! Das machte natürlich erst einmal ein super Eindruck auf uns, und so war die weitere Reise irgendwie vorbelastet.
Nach diesem Zwischenfall ging's auf der richtigen Straße weiter, vorbei an zahlreichen Pferde- und Ochsenkarren. Die Häuser huschten an uns vorbei und überall wurden wir von den vielen Leuten ungläubig beäugt. Sie saßen vor ihren Häusern und redeten wohl über die neusten Dinge, die im Dorf passiert waren. Ich kam mir vor, wie wenn ich um 50 Jahre zurückversetzt worden wäre: in den Dörfern gab es fast nur Schotterwege, streunende Hunde, Enten, Gänse, alte Leute, Gespanne, Störche...
Nachdem uns ein Mann noch den Wasserkanister gefüllt hatte - mit einem Ziehbrunnen im eigenen Garten - begann die Zeltplatzsuche. Abseits der Straße fanden wir einen geschickten Platz, wo wir das Zelt aufschlugen. Die Nacht hindurch war des öfteren Hufgeklapper von der Straße her zu hören.
105 km
Samstag, den 9. August 1997
Geweckt wurden wir von Hundegebell und Muhen einiger Kühe. Zwei Hirten trieben mit Hilfe der Hunde eine riesige Herde über die Great Plains, so bezeichnete ich die weite Ebene um uns. Nach dem Frühstück machten wir die Bekanntschaft mit einem Bauern, den wir jedoch genauso wenig verstanden, wie er uns. Während des "Gesprächs", machte sich sein Gaul selbständig, so daß sein Wagen fast umkippte. Nach unserer Hilfe fuhren wir weiter nach Baja Mare, wo wir Geld wechseln mußten. Da die Banken bereits um zwölf Uhr schlossen, gab es regelrecht ein Rennen gegen die Uhr. Vorbei an Gespannen rasten wir durch die Ortschaften auf schrecklichstem Asphalt. Der Gegenwind erschwerte das Vorankommen ebenfalls, so daß wir kurz nach zwölf da waren - zu spät! Nach einem beschissenen Pizza- Snack warteten wir darauf, in einem Hotel eventuell wechseln zu können. Doch dauerte dies eine gewisse Zeit, denn dort weilte gerade Micai, der ehemalige König Rumäniens. Er stammt sogar vom Haus der Hohenzollern! Wir bekamen ihn dann auch zu Gesicht, doch er konnte uns mit seinem Geld auch nicht behilflich sein. Der erhoffte Wechsel platzte dann auch noch, und so konnten wir gerade noch die letzten 25 DM tauschen. Von dem Geld kauften wir dann das Nötigste, um einigermaßen über das Wochenende zu kommen. Nach einem Regenguß und einem Kettenriß fuhren wir in den südlichen Teil der Maramures, einem waldreichen Mittelgebirge im Norden Rumäniens. Die Straße schraubte sich von Sisesti nach Surdesti, wo die angeblich höchste Holzkirche der Maramures steht. Wir überholten einen Mann und zwei Frauen, die uns freundlich zuwinkten. An einer kleinen Kirche blieben wir stehen und die Ältere kam her und deutete an, uns den Schlüssel zu holen. Die zwei Frauen zeigten uns die Kirche und luden uns noch zum Kaffee ein. Wir nahmen natürlich an und so saßen wir kurze Zeit später in der Küche der Familie Gavril. Nach dem Kaffee bekamen wir noch Erdbeeren und Speck, dazu noch "Whisky", ihr selbstgebranntes Zwetschgenwasser. Den Speck würde ich zwar sonst nie im Leben essen, doch man darf ja nicht unhöflich sein- er schmeckte überraschend gut. Durch Zeichensprache erfuhren wir, daß der Mann aus dem Haus kommt, und die junge Frau mit ihm verheiratet ist. Sie zeigten uns noch ihre Schnapsvorräte und machten uns das Angebot, in ihrem Garten zu zelten. Auch hier willigten wir ein, begaben uns nach weiteren Schnäpsen aber zuerst zum "Monument", der großen Holzkirche. Dort blieben wir für kurze Zeit bei einer Messe und bekamen vom dortigen Pfarrer auch noch ein Zeltplatzangebot, das wir leider ablehnen mußten. Zurück bei unserer "Gastfamilie", bauten wir das Zelt auf, das nach der Meinung der Älteren doch viel zu klein und unkomfortabel sei. Kurzerhand brachte sie und ihre Schwiegertochter Decken und Kopfkissen, um die Nacht erholsamer zu gestalten. Sie baten uns dann noch ins Haus, wo Eier in die Pfanne geschlagen wurden. Dazu gab es Kuhmilch und mal wieder "Whisky". Die Hausherrin war der Meinung, daß dies gut für den Schlaf sei. Sie war sowieso am lustigsten drauf und machte ständig irgendwelche Witze. Ein wenig angeheitert gingen wir dann in die Schlafsäcke.
78 km
Sonntag, den 10. August 1997
Gut ausgeruht packten wir unsere Sachen zusammen und gingen ins Haus, wo wir noch ein Frühstück besonderer rumänischer Art bekamen. Doch zuvor wurde erst einmal angestoßen - kurz nach neun Uhr morgens! Das eigentliche Frühstück bestand aus Käse, Grieben und ordentlich Fett. Danach gab es einen Kaffee, und wir schauten noch die Hochzeitsbilder des Paares an. Nachdem die Adressen ausgetauscht waren, bekamen wir noch Dinge mit für den Weg: ein großes Stück Speck, einen halben Liter Schnaps, Zucker und Kristalle - diese es dort in der Nähe gibt.
Obwohl diese Menschen nicht viel haben, geben sie dennoch, wir waren baff. Nachdem wir alles verstaut hatten, nahmen wir Abschied und setzten unsere Reise fort.
Zuerst lange bergab, dann lang bergauf kamen wir nach Tirgu Lapus, wo wir eine kleine Pause machten. Weiter gings nach Rohia, und auf dem Weg dorthin machten wir dann noch eine Fotosession, wohl Nachwirkungen vom Schnaps!
Ab Rohia wechselte der Untergrund dann auf Schotter und später dann auf loses Geröll. Wir erkundigten uns nach dem richtigen Weg, aber jeder bestätigte die Richtung nach Dej. Mit durchdrehenden Rädern schafften wir dann sechs Kilometer auf übelstem Untergrund bergauf. Am "Paß" oben angelangt, hatten wir eine gute Aussicht auf das vor uns liegende Tal und auf die Westkarpaten. Da es Sonntag war, machten wir - wie jeden Sonntag - eine ausgedehnte Pause mit Sonntagscappuchino und einer Extraportion Schokostreusel! Auf Schnaps und Speck waren wir nicht mehr so gut zu sprechen, denn der Geschmack des Frühstücks war immer noch im Mund und Magen ( Kopper). Toby bot zwei Pilgerinnen noch einen Kaffee an, die während ihres langen Marsches immer den Rosenkranz herunterbeteten. Sie lehnten aber ab und stürzten sich dann zu Tale. Wir sahen sie noch vor einem Baum niederknien...
Nach der Erholung hieß es wieder "hoiza", und zwar auf Schotter downhill. Die Lowrider beschwerten das Vorderrad derart, daß dieses fast immer spurtreu den Lenkbefehlen gehorchte. Es war eine Mordsgaudi, vollbepackt durch die Dörfer zu rauschen, wo wahrscheinlich noch nie solche Gefährte gesichtet worden waren. Bei Ziegelbrennern machten wir einen kurzen Stop und ließen uns die Arbeit erklären. Nachdem der dritte Platten auf der Tour behoben war, kamen wir nach Dej, wo wir einkauften und nach Hause telefonieren wollten, was aber mißlang. Nach dem Betanken des Benzinkochers und dem Befüllen des Wasserkanisters an einer Tankstelle machten wir uns mal wieder auf die Suche nach einem geschickten Platz. Abseits der Straße fanden wir in einem recht matschigem Waldstück ein Plätzchen. In diesem Dschungel gab es einige Wege und wir wußten nicht, ob irgendwo "böse Buben" waren. Mit unruhigem Gewissen wurde das Zelt aufgebaut und das Essen gekocht. Als es dunkel war, huschte dann doch eine Gestalt vorbei, und ein unbehagliches Gefühl kam auf. Doch wir blieben standhaft, tarnten jedoch noch die Bikes, bevor wir in die Schlafsäcke krochen.
90 km
Montag, den 11. August 1997
Nach ruhiger Nacht brachen wir früh auf , um möglichst rasch in die nächste Stadt zu kommen, wo wir Geld wechseln wollten.In Gherla gab es nur kleine Banken, so daß wir komplett neu planen mußten. Eigentlich wäre unsere Route abseits der schwerbefahrenen Straße verlaufen, doch nun zwang uns die Geldnot, nach Cluj-Napuc zu fahren. Bis dahin waren es noch 40 Kilometer, die wir dann ziemlich rasch abspulten. Dort angekommen, suchten wir zuerst eine Bank auf, die Travellerschecks annahm. Die Kommission lag zwar bei stattlichen zehn Mark, aber wir hatten endlich wieder Geld. Vor der Bank machten wir noch die Bekanntschaft mit dem Chef des ortsansässigen Freizeit-Clubs, der unter anderem Bike-, Kletter- und Wandertouren organisiert. Er schlug uns eine autoarme Tour nach Süden vor, die bereits stückweise die Westkarpaten kreuzt.
Doch erst wurde mit dem "vielen" Geld nobel bei McDonald's gegessen, um dann am Nachmittag gestärkt weiterzufahren. Die Straße schlängelte sich in ein Tal hinter und stieg langsam an, so daß wir zusehends an Höhe gewannen. Wir holperten vorbei an zahlreichen Bauern, die gerade ernteten, aber nicht mit dem Mähdrescher, sondern alles Hand- bzw. Pferdearbeit. Die zu Bündeln geschnürten Halme wurden aufgestellt und erst nach dem Trocknen zum Dreschen abgeholt. Nachdem wir zwei Pässe überwunden hatten, befanden wir uns bereits in relativ großer Höhe, wo der Bewuchs recht karg war. Dies, und noch das Licht- und Schattenspiel der Sonne, erinnerte mich sehr an Schottland.
In ein anderes Tal ging's hinab, wo sich ein Fluß sehr tief eingegraben hatte, so daß man es eher als eine Schlucht oder Klamm bezeichnen könnte.
Toby hatte an diesem Tag mit Sitzbeschwerden zu kämpfen, doch er biß auf die Zähne, um noch bis nach Rimetea zu gelangen, einem Ort, den uns der Biker empfohlen hatte. Er nannte ihn ein wenig übertrieben "Touristenort", doch bis auf zwei Pensionen war wenig zu sehen. Mit der Hilfe der einzigsten Touris, zwei Rentnern aus Ungarn, quartierten wir uns in einer Pension ein, nachdem die Vermieterin nach langem Hin und Her doch noch zugestimmt hatte.
Das Besorgen von Lebensmitteln war dann auch noch eine Geschichte für sich, da der Laden nun doch nicht so viel zu bieten hatte. So bekamen wir die Marmelade vom eigenen Vorrat der Verkäuferin und die Milch eine halbe Stunde später vom Bauern, der gerade noch die Kühe von der Weide holte. Im örtlichen Postamt versuchte man noch eine Verbindung nach Deutschland zu bekommen, doch der Telefonistin gelang dies trotz eines intensiven Umhersteckens auf der Stecktafel nicht.
Nachdem geduscht, gekocht und gegessen war, ließen wir den Tag bei einer Tasse Tee langsam ausklingen.
114 km
Dienstag, den 12. August 1997
In einem guten Bett ausgeruht, begann der Tag gleich ganz anders. Nach dem Frühstück wurden noch die dreckigen Klamotten gewaschen, bevor es weiter nach Aiud ging. Die Straße führte durch eine bizarre Bergwelt, bis sie einem Fluß entlang ins Tal führte. Wir schossen hinab, teils auf Asphalt, teils auf Schotter, vorbei an Fuhrwerken, Steinbrüchen, durch Felsdurchbrüche und durch zahlreiche Dörfer, wo uns immer neugierige Blicke folgten. Nach einem Einkauf in Aiud ging's auf neugeteerter Straße (!) weiter zum nächsten Ort, wo wir snackten. Ewiges Betteln einiger Zigeuner machte die Angelegenheit recht nervig.
Bis Copsa Mica hatten wir mit stärkerem Seiten- und Gegenwind zu kämpfen. Kurz vor der Stadt erreichten wir die 2000-Kilometer-Marke, was uns natürlich zu einem Zwischenstop veranlaßte. Die "schwarze Stadt" verdankt ihren Beinamen einer Gummi-Fabrik, die früher die Umwelt mit Rußteilchen stark schädigte. Sie wurde zum Glück stillgelegt, doch verseucht heute eine andere Fabrik das Grundwasser mit giftigen Stoffen!
Wir kauften ein und suchten dann trotz der Warnung eines Rumäniendeutschen außerhalb des Ortes einen Campground. Toby machte sich auf die Suche und kam längere Zeit nicht zurück, so daß ich nach ihm suchte und schrie. Doch anstatt ihm, antwortete ein Hirte oder Wegelagerer, von denen es ja auch viele gibt. Schließlich kam er wieder mit einem ausgekundschafteten Platz weit oberhalb der Straße, wo wir das Zelt aufschlugen und Spaghetti kochten.
103 km
Mittwoch, den 13. August 1997
Die ersten Kilometer fuhren wir mit leerem Magen, da tags zuvor kein Laden mehr Brot oder Milch hatte. Nachdem wir eine Bäckerei gefunden hatten, hielten wir an einem ruhigen, schattigen, abgelegenen Plätzchen, wo wir auf Holzbänken ausgeruht erst einmal bequem frühstückten (Ironie!). Bergauf, bergab führte die Straße gen Süden, und nach zwei kleineren Pässen kamen wir gegen Mittag in Hermannstadt/ Sibiu an. Dort bummelten wir, und ich kaufte eine neue Kette, um so die ständigen Stops zu unterbinden. Nach einem Snack in der schönen Innenstadt machten wir uns auf die Suche nach Bozan's Verwandten, wo wir zunächst eine Nacht bleiben wollten. Als wir ankamen, war der Opa nicht zuhause, so daß wir auf ihn warteten. Die Zeit vertrieben wir mit weiterer Tourenplanung, Kettenmontage, Trabi anschieben, Knie aufschürfen... .
Beim zweiten Versuch war er da und empfing uns mit Tränen in den Augen und einer Alkoholfahne. Er bat uns gleich nach oben, doch zuerst galt es, das Gepäck und die Bikes in den sechsten Stock des Hochhauses zu hieven. Eine junge Nachbarin, Oana, kam noch vorbei, und quatschte ein wenig mit uns. Sie sprach sehr gut deutsch und war eine gute Freundin von Anka und Alex Bozan. Der Tag ging toll zu Ende mit Vespern, Biertrinken, Fernsehen ...
45 km
Donnerstag, der 14. August 1997
Am nächsten Morgen frühstückten wir gemütlich, nachdem wir beschlossen hatten, eine weitere Nacht zu bleiben. Der "Alte" war wohl im Dauerdelirium, aber er raffte noch alles.
Gut, wir wußten, daß es nur alle zwei Tage warmes Wasser gibt, aber daß ab zehn Uhr gar kein Wasser mehr kommt, war uns neu!
Gegen halb elf schägten wir in die Innenstadt, wo wir einige Geschäfte unsicher machten, und ein paar Dinge günstig erstanden. Vor einer Bank tafen wir auf ein weiteres deutsches Bikerduo, das jedoch mit dem Bus herfuhr und "nur" in Siebenbürgen umherkurvte. Mit ihnen und später auch mit Judd, einem Ami, verbrachten wir den Mittag. Die Zeit verging wie im Flug, und so konnten wir ein Museum nicht mehr besuchen. Nach einem Marktbesuch gönnten wir uns ein Bier in der Fußgängerzone und luden einen Taubstummen mit ein. Nachdem wir noch Urlaubskarten geschrieben hatten, kehrten wir zurück, wo der "Alte" gerade von ein paar Verwandten besoffen nach Hause gebracht wurde. Wir mußten einige Male anstoßen, bis wir an den Tisch gerufen wurden, wo eine Suppe auf uns wartete. Der Abend endete so toll wie der tags zuvor.
Freitag, den 15. August 1997
Nochmals in der City, erledigten wir zuerst die Post, bevor wir das Bruckenthal-Museum besichtigten, in dem allerhand historische Dinge zu bewundern sind. Anschließend kauften wir noch ein und fuhren mit den Zugmaschinen zurück zum Hochhaus, wo wir noch eine Suppe aßen. Danach verabschiedeten wir uns, und der Alptraum hatte ein Ende.
Es war bereits halb vier, als wir Richtung Brasov aufbrachen, das noch etwa 150 Kilometer entfernt lag. Die stark befahrene Straße und das ständige Hupen nervte ganz ordentlich, doch kamen wir überraschend gut voran. Vorbei an einem ausgebrannten Dacia kamen wir zum nächsten Highlight nach Voila, wo ein Gaul samt Karren in den Fluß gefallen war - boge. Wir besorgten Wasser und schauten uns nach einem Camp um, das wir dann nach langem Hin und Her nahe Fagaras fanden. Auf einem am Hang gelegenen Acker schlugen wir das Zelt auf und kochten Spaghetti. Tausende dieser Mist-Schnaken machten den Abend noch zu einer Nervenprobe.
86 km
Samstag, den 16. August 1997
Die Nacht war beschissen: scheiße geschlafen, kurz mal gefroren, Schulterschmerzen , Kopfweh, dummen Geschmack,... . Da konnte nur noch ein gutes Frühstück die Laune verbessern. Wir bauten ab und lernten noch den Bauern des Ackers kennen, der jedoch recht freundlich war. In Fagaras stoppten wir noch bei der dortigen Festumg und quatschten noch mit einem Ostalbkreisler, der aus der Gegend stammt. Nach einem zweiten Lowrider Riß und dessen notdürftiger Reparatur fuhren wir entlang der Karpaten bis etwa 16 Kilometer vor Brasov, wo uns ein Regen zu einer Pause zwang. Meine Kopf- und Gliederschmerzen wurden nicht besser und es war mir mal heiß, mal kalt. Wir vesperten und ruhten uns unter einem Vordach aus, umlagert von vielen Jungs, die einen immer neugierig anschauten, fragten und nervten. Nachdem der Regen fast aufgehört hatte, fuhren wir weiter nach Brasov, wo wir uns nach einem McDonald's Besuch die wunderschöne Innenstadt anschauten. Wie immer gestaltete sich das Geldwechseln recht schwierig, und beim Schwarzumtauschen wollte man Toby immer bescheißen, doch er kannte die Tricks der Gauner. Heute wollten wir in einer richtigen Pension absteigen, doch im Zentrum war alles ziemlich überteuert, so daß wir stadtauswärts fuhren, um dort unser Glück zu versuchen. Noch in einem "Bronx-ähnlichen" Randbezirk der Stadt stand auf dem Tacho die Schnapszahl 2222, so daß zum ersten Mal unser Geschenk von den Maramures zur Geltung kam.
In Tarlangeni fragten wir einige Leute nach einer Pension oder ähnlichem, doch niemand konnte uns helfen. Wir trafen schließlich auf zwei Männer, die früher dort lebten, nun aber in Brasov wohnten. Sie überließen uns überraschend ihr Haus, wo es Licht, fließend Wasser und einen einigermaßen trockenen Raum gab. Wir machten uns breit und kochten noch was, doch fror ich weiterhin, Arme und Beine waren schwer. Ich nahm eine Tablette und legte mich bald schlafen.
88 km
Sonntag, den 17.August 1997
Ich schwitzte die ganze Nacht hindurch und hatte wohl Fieber bekommen. Den Morgen verbrachte ich mit Schlafen und Ausruhen, während Toby seine Klamotten wusch, einkaufen ging, sein Bike vollends fit machte und schließlich auch noch für uns kochte.
Nach dem Mittagessen legte ich mich nochmals hin und später ging es mir wieder einigermaßen gut. Ich fühlte mich schwach, aber wollte dennoch am Nachmittag aufbrechen, um zu einem Hotel oder Pension zu gelangen. Wir hatten zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine Dusche oder richtige sanitäre Einrichtungen. Mittlerweile bekam ich auch noch ordentlich Durchfall, so daß die Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig wurde.
Bis zur nächsten größeren Ortschaft, wo eventuell eine Unterkunft zu vermuten war, lagen noch etwa 70 Kilometer und die Überwindung der Karpaten vor uns. Wir brachen auf und fuhren in einem schönen Tal stetig bergauf. Schließlich gelangten wir an den höchsten Punkt des Passes, die letzte Barriere der Karpaten. Danach führte die Straße dem Fluß Buzau entlang, der sich im Laufe der Jahrtausenden tief in das Gebirge eingeschnitten hatte. Er sollte uns die nächsten hundert Kilometer bis ins Flachland führen, doch bis dorthin war es noch weit. Das Wetter wurde kühler und ständiger Gegenwind machte das Vorankommen in dieser schönen Gegend sehr anstrengend. Vorbei an kleinen Wasserfällen, grünen Bergkuppen, wolkenverhangenen Gipfeln, kamen wir an einen riesigen aufgestauten See, an dessen Ende ein Dorf lag. Dort erklärte man uns den Weg zu einem Hotel, das nur noch wenige Kilometer entfernt lag - zum Glück. Wir quartierten uns gleich ein, was sich später als den größten Fehler der Tour herausstellte, denn sie hatten kein warmes Wasser, ein dreckiges Bad, schlechtestes Essen ....
75 km
Montag, den 18. August 1997
Wohl ausgeruht, aber dennoch schwitzend, taub und vom Durchfall geplagt, gingen wir frühstücken, das dann wie das Abendessen Tags zuvor spärlich und schlecht ausfiel - einfach zum Kotzen. Als wir dann zurück ins Zimmer kamen, gab es dann gar kein fließendes Wasser mehr! In dem mitgeführten Langenscheidt Wörterlexikon gab es zwei Seiten mit Beanstandungen, die wir dann lückenlos an der Rezeption vorlasen - ich stand kurz vor einem Amoklauf!
Wir brachen bei sehr gutem Wetter auf und fuhren fast ohne Pause in das 60 Kilometer entfernt gelegene Buzau. Dort kauften wir ein, snackten und ich meldete mich mal wieder telefonisch zuhause. Stadtauswärts zog es Toby seinen bereits kaputten Lowrider voll ins Vorderrad. Diesem und Toby passierte zum Glück nichts, doch der Lowrider war völlig verbogen. Ziemlich provisorisch bastelten wir ihn wieder hin und fuhren im flachen Gelände weiter - seit Buzau lagen die Karpaten hinter uns! Nachdem wir bei einer Raststätte Wasser bekommen hatten, suchten wir einen Platz in der Prärie. Weit abseits der Straße gelegen bauten wir das Zelt auf, kochten noch ein Essen und einen Tee, was jedoch recht ungenießbar war, mußte wohl vom Wasser herkommen!
108 km
Dienstag, den 19. August 1997
Die Nacht war grauenhaft: zweimal geweckt von Durchfall und dazu noch die Schulterschmerzen. Wir frühstückten nicht, sondern fuhren gleich los. Unterwegs aßen wir einen kleinen Happen und machten einen sehr wichtigen Stop an einer Schule ( Insider).
Um die Mittagszeit snackten wir vor einer Apotheke, wo ich Pfefferminztee eingekauft hatte, um vielleicht so die Erkrankung in den Griff zu bekommen. Die Stimmung war irgendwie komisch und auch Toby war leicht reizbar, so zumindest auf der Suche nach Obst. Es ging dann auf der weiten Ebene immer gut voran, jedoch nicht so schnell, da ich nicht mehr konnte. Entkräftet von weiteren Durchfällen und mit stark verspannter Schulter war das Fahren zur Tortur geworden.
Eine in der Karte eingezeichnete Abkürzung konnten wir - und auch die Einheimischen - nicht finden, so daß wir erst mit einigen Kilometern mehr auf dem Tacho zur fast einzigen Brücke über die Donau kamen. Dieser uns vertraute Fluß war zu einem riesigen Strom heran gewachsen und hatte noch etwa 200 Kilometer zu seiner Mündung ins Schwarze Meer.
In der nächsten Stadt fanden wir eine schöne und billige Pension, wo es auch warmes Wasser gab. Wir bezogen ein Zimmer, machten uns frisch ( sogar mit Haarewaschen!) und aßen noch zu Abend. Selbst mein Extrawunsch "Salzkartoffeln" wurde mir erfüllt, denn ich wollte meinem Magen und Darm nichts Fettiges mehr zumuten.
126 km
Mittwoch, den 20. August 1997
Die Nacht war wiederum recht gestört vom dauerenden "Klorennen" und so startete ich recht wackelig in den Tag. Wir bekamen noch ein Frühstück, bevor wir die letzte Etappe bis zum Ziel, dem Schwarzen Meer, in Angriff nahmen. Ich war mir nicht sicher, ob wir die 90 Kilometer an einem Tag schaffen würden, denn die Kraft war fast zu Ende. Ständiger Seiten- und Gegenwind, dazu noch Berge und der Wechsel von Sonne und Regentropfen vereinfachten das Unternehmen nicht gerade. Aber dennoch machten wir Kilometer und kamen einigermaßen voran. Unterwegs quatschten wir noch mit einem Dortmunder, der uns zu einer Cola einlud.
Im Laufe der Tour machten wir uns Gedanken zu unserer ungeplanten Heimkehr, denn wir waren noch nicht sicher, ob es mit der Bahn, dem Bus oder sogar mit dem Flugzeug heimgehen sollte. So waren wir dann gespannt auf den Flughafen von Constanta, wo wir auf einen eventuellen Last-Minute-Flug hofften. Doch wir waren sehr enttäuscht von dem Airport, denn er war sehr klein und es landeten keine ausländischen Maschinen dort. Der Traum vom Rückflug zerplatzte somit sehr schnell. Wenige Kilometer vor Constanta öffnete sich dann der Blick auf das Meer - wir waren fast da! Nach einem Snack rollten wir vollends nach Constanta, und kamen bis etwa 20 Meter ans Meer heran (2633 km). Doch dunkleWolken und starker Wind zogen auf und trieben uns schnell weiter nach Eforie-Sud, wo wir eine Adresse hatten. Zu unserem Entsetzen stellte sich dort nach langer Suche heraus, daß diese Person seit längerem weggezogen war! So standen wir da und wußten nicht, was tun. Ein junger Familienvater, der uns bei der Suche geholfen hatte, bot uns eine Übernachtungsmöglichkeit in einem kleinen Zimmer an. Wir nahmen dankbar an und kamen mit zu ihm und seiner Familie. Wir aßen in ihrer Küche und durften auch noch das Bad benutzen, was für ein Glücksfall! Wir legten uns dann erschöpft hin, ohne das Meer "gespürt" zu haben.
114 km
Donnerstag, den 21. August 1997
Nach dem Frühstück zelebrierten wir zuerst die offizielle Schwarz-Meer-Ankunft, aber ohne Bike. Es war ein bewegender Moment, mit den Füßen erst im Sand, dann im Wasser zu gehen.
Wir waren am Ziel unseres Trips und hatten es trotz aller Strapazen, Pannen und anderer zahlreicher Abenteuer geschafft.
Wir setzten uns in den Sand und starrten in die endlose Weite des Meeres hinaus.
Doch hatten wir ja noch einiges zu tun, denn unsere Heimfahrt war noch völlig ungeklärt. Deshalb gingen wir am Mittag, bepackt mit einer Lowridertasche, zur Bushaltestelle, um nach Constanta zu fahren. Im dichten Gedränge schlitzte dann jemand die Tasche auf und versuchte Toby's Gürteltasche - mit Reisepaß, Travellerschecks und anderer wichtiger Dinge - herauszuziehen. Doch zum Glück blieb sie am Fotoapparat hängen, der ebenfalls daran befestigt war. Ich bemerkte absolut nichts und war auch sehr erschrocken, als ich es sah. Geschockt saßen wir im Bus, ohne die Spur des Täters. In Constanta machten wir uns sofort auf den Weg, um irgendwie Informationen einzuholen. Doch dies gestaltete sich relativ schwierig, und wir mußten des öfteren mit dem Bus von der einen zur anderen Adresse fahren. Obwohl das Ticket nur knappe 15 Pfennige kostete, fuhren wir fast immer schwarz, denn das Beschaffen der Tickets war recht schwierig, so daß wir darauf verzichteten. Der Traum, mit einem Billigflug heimzufliegen, zerplatzte, und eine geschickte Busverbindung konnten wir auch nicht ausfindig machen. So blieb uns noch die Bahn, über die wir uns nach einem McDonald's Besuch ausgiebig am Bahnhof informierten.
Mit einem guten Gefühl fuhren wir zurück nach Eforie, wo wir dann noch Pizza (haha) essen gingen. Unser Gastgeber machte uns das Angebot, solange bei ihm zu wohnen, wie wir möchten . Wir sagten natürlich zu, denn etwas Besseres konnte uns ja gar nicht passieren. Wir schauten ihm noch beim Karate am Strand zu, wo er mit seinem Cousin öfters trainiert. Danach setzten wir uns mit einer Flasche Rotwein und zwei Fläschchen Bier an den Strand, wo wir bei Mondschein und Wellenrauschen über die Tour und andere wichtige Dinge des Lebens quatschten.
Freitag den 22. August 1997
Am frühen Morgen brachen wir wiederum nach Constanta auf, um die Bahntickets zu kaufen und Geld zu wechseln. Wir suchten noch nach geschickten Dingen oder Souvenirs, wurden aber trotz der vielen Läden nicht fündig. Bei einem Spielcenter schrieben wir eine e-Mail nach Hause, um von unserer Ankunft zu erzählen und die baldige Heimkehr anzukündigen. Erschöpft kehrten wir nach Eforie zurück, wo wir noch für's Abendessen und das Frühstück einkauften. Während Toby den gestrigen Vorfall bei der Polizei meldete, kochte ich eine Abart von Spaghetti, die man einigermaßen essen konnte. Obwohl oder gerade weil ich noch nicht gesund war, hatte ich einen großen Appetit. Zur späteren Stunde tranken wir noch ein leckeres Bierchen in einem der vielen "Biergärten". Es war hier fast wie auf Mallorca, überall Discos, Kneipen und Urlauber.
Samstag, den 23. August 1997
Heute war der letzte Samstag unserer Tour und der erste, an dem es nicht regnete! Deshalb wurden nach dem Frühstück die letzten dreckigen Klamotten herausgewaschen und danach in den starken Wind zum Trocknen gehängt.
Anschließend fuhren Lucien und Carmen (unsere Gasteltern) mit uns nach Constinesti. Auf dem Weg dorthin machte ich nochmals die Erfahrung mit Idioten im Straßenverkehr, als mir so ein Depp eine Banane ins Hinterrad warf.
Der Ort ist bekannt für die große Anzahl junger Menschen, die dort alljährlich ihren Urlaub verbringen. Es war ziemlich viel los und auch viel geboten, wie Gleitschirmfliegen, Jet-Ski fahren, Disco, Live-Band, Beachvolleyball, Fußball ...
Wir gingen heute mal baden im Meer, das recht salzig und vom Wind sehr aufgewühlt war, gammelten so herum und aalten uns ein wenig in der Sonne. Lucien, mittlerweile auch der "Stresser" genannt, zeigte uns dann noch eine weitere Disco, die Studenten-Bungalows und andere sehenswerte Dinge. Er und seine Frau fuhren dann heim, und wir klapperten noch einige Stände ab und snackten eine Kleinigkeit. Auf der Heimfahrt hatten wir mit starkem Gegenwind zu kämpfen, waren aber dennoch rasch "zuhause", wo wir später zu einer selbstgemachten Pizza eingeladen wurden. Während diese noch im Ofen schmorte, räumten wir schon ein paar Sachen für die Heimfahrt um, die wir am Sonntag in Angriff nehmen wollten. Nach dem Abendessen packten wir weiter und ließen dann den letzten Abend am Schwarzen Meer bei Bier und Wein ausklingen.
31 km
Sonntag, den 24. August 1997
Der Tag der Heimreise war gekommen, doch unser Zug fuhr erst am späten Nachmittag, so daß wir noch einiges erledigen konnten. Nach dem Frühstück zeigte uns Lucien noch voller Stolz seine 17 Jahre alte Grundig Stereoanlage und seine selbstgebastelten Boxen, und er war der Meinung,, daß dies alles noch locker mit den heutigen Anlagen konkurrieren könne.
Toby kühlte sich nochmals im Wasser ab und später kauften wir noch Proviant für die Heimreise ein - Souvenirs durften natürlich auch nicht fehlen. Wir bekamen nochmals ein tolles Mittagessen bei der netten Familie: es gab Steak, selbstgemachte gute Pommes-frites und Salat.
Später fuhr Toby noch zur Polizei, um den Wisch für die Versicherung zu bekommen, der zuständige Beamte war aber noch nicht da. Daraufhin verabschiedeten wir uns von unserer Gastfamilie, denen wir für die vier Nächte umgerechnet vierzig Mark gaben. Den zweiten Versuch bei der Polizei unternahmen wir gemeinsam, doch das Geduldspiel zerrte an meinen Nerven, so daß ich mal wieder frustfraß. Kurz nach fünf kamen wir dann endlich los und dann hieß es mal wieder "hoiza", denn um sechs sollten wir am Bahnhof sein.
Dort angekommen, suchten wir das richtige Gleis, und Toby verratzte noch die letzten Lei für ein paar Dosen Bier und ein günstiges Eis. Die Bikes verluden wir in den Gepäckwaggon und nahmen dann im vollbesetzten Achterabteil platz.
Der Zug setzte sich in Bewegung, und wir steuerten Bukarest an, wo sich das Abteil leerte. Draußen war es bereits dunkel, so daß nichts mehr zu erkennen war, und wir uns dann voll auf das Vespern konzentrieren konnten. Wir wollten uns gerade im Abteil breit machen, als wir dann abermals Mitfahrer bekamen. Nun ja, irgendwie schliefen wir dann doch ein, und erwachten erst wieder am nächsten Morgen.
Montag, den 25. August 1997
Irgendwie geschlafen, halb gedöst und später gefroren, begannen wir den Tag. Die Sonne war gerade aufgegangen, als wir an die rumänisch-ungarische Grenze kamen. Nach langem Heck-Meck mit einer fetten Schachtel und dem Hin und Her wegen der Bikes konnten wir doch endlich weiterfahren. Fast hätten wir den Zug verpaßt, denn das Mißverständnis wegen eines Fahrscheins ließ die Alte recht wüst werden - sie hatte uns in der Hand. Doch dank des Geldes wurstelten wir uns "frei".
Am ungarischen Grenzteil warteten wir wiederum eine Weile, bis es weiterging in Richtung Budapest, dem nächsten Zwischenhalt. Dort kamen wir dann mit fast zweistündiger Verspätung gegen dreiviertel zwölf an und kümmerten uns gleich um die Weiterfahrt nach Wien. Eine junge Frau wollte uns klarmachen, daß der nächste Zug mit Fahrradmitnahme erst am Abend fährt. Gut, dachten wir, laß sie in dem Glauben, und stiegen samt den Bikes in einen Zug, der kurze Zeit später nach Wien aufbrach.
Komisch, was man alles machen kann, obwohl es eigentlich nicht geht. Keine Person wollte etwas von uns, und so snackten wir gemütlich in unserem Abteil, die Bikes in der Nähe wissend. Am ungarisch-österreichischen Grenzübergang durchstöberte die Gendarmerie den Waggon nach möglichen geschmuggelten Zigaretten, wurde aber nicht fündig.
In Wien nutzten wir eine dreiviertel Stunde Pause, um einen "großen Braunen" zu trinken und Krapfen zu essen. Weiter ging's dann kurz vor halb fünf nach Nürnberg, doch erfuhren wir im Vorfeld schon von einem möglichen Problem ab Passau, wo das Mitnehmen von Fahrrädern nicht mehr möglich war. Doch der Schaffner wollte gar nichts wissen und kassierte für die Fahrräder dann auch nicht extra ab, wie es in Österreich der Fall war.
Kurz nach zehn standen wir in Nürnberg am Bahnhof, und machten uns auf die Suche nach der Wohnung von Gringo, einem Bekannten aus Jagstzell, der aber von unserem Kommen nichts wußte. Nach einem kurzen Telefonat und seiner Einwilligung, bei ihm übernachten zu dürfen, suchten wir noch eine Zeit lang, bis wir sie fanden. Er begleitete uns dann noch mit ins "Landhaus", wo Toby und ich jeweils einen ganzen Käseteller verspeisten. Erschöpft fielen wir kurz nach eins in die Betten.
Dienstag, den 26. August 1997
Um neun standen wir recht gerädert auf, frühstückten und machten uns chic fürs Bummeln in der Innenstadt. Nach ein paar Einkäufen und Essen waren wir doch sehr müde und kehrten zur Wohnung zurück. Die Bikes wurden gesattelt und ab gings zum Bahnhof, wo wir um 17.47 Uhr den Interregio nach Ellwangen bestiegen. Kurz vor sieben standen wir wieder auf heimischem Boden. Nach einem Eis kamen wir dann für die Daheimgebliebenen doch ziemlich überraschend nach Hause, wo wir viel zu erzählen hatten ...
Nachwort des Schreibers
Ja, dies war unsere erste große Tour, bei der wir ziemlich allein auf uns gestellt waren, mit all ihren Strapazen und Schönheiten.
Sie ist nicht zu vergleichen mit Touren in den Jahren zuvor, wie zum Beispiel nach Irland oder Frankreich, denn sie führte uns auch in Länder der sogenannten "zweiten Welt", wo wir mit den Problemen der dortigen Bevölkerung konfrontiert wurden. So gibt es in "unserer Welt" keinen Wassermangel, oder etwa das fünfzehnminütige Warten auf eine Telefonverbindung. Was für uns als normal angesehen wird, stellt für andere Menschen einen unvorstellbaren Komfort dar, den wir nicht mehr schätzen.
Die Reise führte durch viele Länder des ehemaligen Ostblocks, der in unserem Land oft mit negativen Dingen in Zusammenhang gebracht wird. Doch "Ostropa" hinterließ bei uns ganz andere Eindrücke. Wir starteten auch mit gewissen Vorurteilen, etwa dem Stehlen in der Slowakei, aber wir wurden belehrt und toleranter.
Es ist jedem Menschen zu raten, soviel wie möglich andere Kulturen und Menschen kennenzulernen, denn nur so ist es gestattet, über andere Länder und deren Bevölkerung zu urteilen.
* Daten / Fakten / Zahlen *
Kilometerzahl bis:
- zur tschechischen Grenze 258 km
- zur polnischen Grenze: 855 km
- zur slowakischen Grenze: 1256 km
- zur ungarischen Grenze 1411 km
- zur rumänischen Grenze: 1544 km
- ans Schwarze Meer: 2633 km
Gefahrene Kilometer in:
Deutschland: 258 km
Tschechei: 597 km
Polen: 401 km
Slowakei: 155 km
Ungarn: 133 km
Rumänien: 1162 km
========
insgesamt 2706 km
Während der gesamten Tour hatten wir sieben Ruhetage (inkl. Schwarze Meer- Aufenthalt)
Bis zum Schwarzen Meer berührten wir an nur drei Tagen die Bikes nicht.
Wir hatten 27 "HOIZ"-Tage, an denen wir 2573 km zurücklegten => 95,3 km/Tag
Art und Anzahl der Unterkünfte:
15 Mal bezahlte Unterkunft (5x Camping, 1x Hütte, 5x Hotel/ Pension/ Herberge, 4x Eforie)
19 Mal unbezahlte Unterkunft (8x "wildes" Zelten, 8x bei Freunden, 3x Scheune)
Materialprobleme
Platten: drei Stück, zwei davon geflickt (Deutschland, Ungarn, Rumänien)
Speichen: nach 8 Brüchen => komplett eingespeicht (Polen)
Mantel: wurde noch poröser => neuen gekauft (Slowakei)
Ständer: der alte verbog sich immer => neuen gekauft (Slowakei)
Lowrider: Zwei Risse, nur tapen war möglich (Rumänien)
Ketten: nach mind.5 Rissen => neue Kette gekauft (Rumänien)
aufblasbare Isomatten: beide nach kürzester Zeit undicht (ab Tschechei)
Packtasche: Riss =>durch handwerkliches Geschick genäht (Rumänien)
... und vielleicht noch mehr (?!)