Das
griechische Wort "lyra" bedeutet "von der Leier begleitete Gesänge". Daraus
folgt, daß Gedichte ursprünglich mit musikalischer Untermalung vorgetragen
wurden. Hier ist also eine gewisse Verwandtschaft zum Epos gegeben. Heute
versteht man unter Lyrik eine Dichtungsgattung, die vorwiegend Gefühle,
Leidenschaften, Empfindungen, Stimmungen, Erinnerungen und Erwartungen
wiedergibt. Dabei kann man zwischen Erlebnislyrik und Gedankenlyrik
unterscheiden. In der Erlebnislyrik werden seelische Stimmungen unmittelbar
ausgedrückt, in der Gedankenlyrik werden die Ideen des Autors zum Inhalt der
Dichtung.
Dem Lyriker stehen einige Gestaltungsmittel zur Verfügung, die den Unterschied der Gattung zur Prosa begründen. Dazu gehören: Metrum (=Versmaß, betonte und unbetonte Silben in regelmäßiger Abfolge nach vorgegebenem Schema), Rhythmus (=Bewegung der Sprache durch Betonung und Pausen), Vers (=metrisch gegliederte und durch den Rhythmus zu einer Einheit innerhalb eines Gedichts zusammengefaßte Wortreihe) und Reim (=Gleichklang der Vokale in den Reimworten; Binnenreim/Endreim; weiblicher [2+] / männlicher [1] Reim; Paarreim aabb, Kreuzreim abab, umgreifender Reim abba, Stabreim [gleicher Anlaut], unreiner Reim [keine völlige Übereinstimmung]).