Ursprung Der germanischen Mythologie


Der germanische Götterglaube ist sehr vielfältig, und hat sich im Laufe der Zeit in den verschiedenen Regionen nicht zuletzt durch den Einfluß anderer Kulturen (römische, christliche) höchst unterschiedlich entwickelt. Was wir heute über diese Mythen wissen, ist ein Ergebnis mühevoller Recherche. Als ältestes deutschsprachiges Zeugnis gelten die Merseburger Zaubersprüche; die Snorri-Edda aus dem 13. Jahrhundert; Sammlungen isländischer Götter- und Heldenlieder; verschiedene Familiensagas, vornehmlich im 8.-9. Jahrhundert spielend; die Ynglingasaga, sowie die Välsungasaga isländischer Herkunft, die unsere urdeutscheste, aber leider zu christliche Siegfriedsage, das Nibelungenlied, auf eindrucksvolle Weise erzählt, sind unter anderem die wichtigsten Quellen, aber auch überlieferte Märchen in ihrer Urform sind wichtige Zeugen. Es gibt noch viele schriftliche Zeugnisse über den germanischen Göttergauben, doch leider oft aus der Feder christlicher Autoren und somit wenig unvoreingenommen. Die Skalden, die nordischen Dichter und Sänger, erzählten in ihren Liedern und Sagas die Geschichten der Götter und Helden und bewahrten so einen Teil des Mythos. Allerdings sind viele Geschichten erst um den Jahrtausendwechsel von nachvolgenden Skalden schriftlich niedergelegt worden, bis zu diesem Zeitpunkt waren es rein mündliche Überlieferungen. Zeugnisse aus der Zeit vor unserer Zeitrechnung gibt es so gut wie keine und der größte Teil der schriftlichen Aufzeichnungen stammt aus einer Zeit, in der Europa bereits christianisiert war. Der Götterglaube hat sich aufgrund der geographischen Begebenheiten auf Island und in Skandinavien am längsten halten können, doch ist er auch dort nach dem Jahrtausendwechsel langsam dem Christentum gewichen. Hier in Deutschland fand der alte Glaube bereits wesentlich früher sein Ende, die Välsungasaga erzählt aus einem Zeitaum zwischen dem 4. und 5. Jahrhundert. Gunter, als einzig reell nachzuvollziehende Figur lebte in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts, schon damals waren die starken Einflüsse der neuen Religion spürbar.

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