TOD IN VENEDIG:
Thomas Mann beschreibt in
seiner Novelle die letzten Monate des Schriftstellers Gustav Aschenbach, bis zu
seinem plötzlichen "Tod in Venedig"
Aschenbach, anerkannter und erfolgreicher Schriftsteller, der erschöpft ist, von
jahrelanger intensiver Arbeit, entschließt sich zu einer Reise nach Venedig.
Aber schon kurz nach seiner Ankunft will der sensible Autor, die Insel und sein
Hotel wieder verlassen. Venedig offenbart sich ihm trüb, es scheint keine Sonne
und über der sonst so schönen Stadt hängt eine Dunstglocke.
Aschenbach ist enttäuscht.
Schlagartig ändert sich aber die Stimmung des Schreibers. Er, der schon auf
seinen Koffern für die Rückreise sitzt, begegnet den Blicken des jungen Knaben
Tatzio. Tatzio ist der 14 jährige Sohn einer polnischen Familie, die ebenfalls
in dem Hotel ihren Sommerurlaub verbringt. Fortan wird der junge Tatzio, zum
Blickfang des alternden Mannes.
Aschenbach sieht den Jungen
als vollkommenes, schönes und gottesähnliches Bild, und dessen Lächeln ist das
Lächeln des Narziss. Der Autor ist gefangen von seiner Leidenschaft zu Tatzio,
aber er versucht diese Liebe als platonische Liebe, ja als Künstlerliebe zu
rechtfertigen.
Die dunstigen Witterungsverhältnisse in Venedig finden kein Ende. Trotzdem kann
sich der Schriftsteller nicht aufraffen die Stadt, mit ihren ungesunden Klima,
zu verlassen. Auch nicht, als er erfährt, dass die Cholera in der Stadt
herrscht. Aschenbach bleibt in Venedig, mit ihm die polnische Familie, die er
absichtlich nicht vor der schlimmen Seuche warnt, damit er nicht den Knaben
verliert.
Der Autor wird am Ende ein Opfer der Seuche und seiner Liebe. Er stirbt mit einem letzten Blick auf den Knaben am Strand von Venedig.
Thomas Mann beschreibt in seiner Novelle sehr gefühlsvoll, die Liebe eines alternden Mannes zu einen jungen Knaben. Aus einer anfangs ästhetischen Künstlerliebe wird Leidenschaft. Aus einem anerkannten Autor wird ein würdeloser Mensch, der selbst die Gefahr des Todes nicht mehr scheut.
Der Tod in Venedig ist eine der schönsten Novellen von Thomas Mann. Die Novelle ist eine moderne Version des ewigen Themas "Der platonischen Liebe". Thomas Mann erzählt die Geschichte, wie auch seine anderen, immer aus der Perspektive, als wenn er sich selbst in der Handlung bewegt, er versenkt sich leidenschaftlich in den Vorgang, die Person, die Seelenlage, dabei zieht er uns mit hinein und lässt uns nicht mehr los.