Ihre Briefromane sind heute fast vergessen.
Sophie La Roche wurde am 6. Dezember 1731 in Kaufbeuren als Sophie Gutermann geboren, entstammte einer angesehenen Augsburger Patrizierfamilie. Sie war die Jugendliebe ihres Vetters Christoph Martin Wieland und heiratete 1754 den Kurmainzer Hofrat von Lichtenfels, genannt La Roche, der zum Kreis um Graf Stadion gehörte und später dessen Gutsverwalter wurde.
Ihr Haus in Ehrenbreitstein war ein beliebter Treffpunkt der geistigen Welt. Hier verkehrten neben vielen anderen der junge Goethe, der sich in ihre Tochter Maximiliane ("Maxe") verliebte, die Brüder Jacobi, Wieland und später auch Heine. Doch sie war nicht nur Gastgeberin, sondern auch selber Verfasserin vieler, damals gern gelesener, empfindsamer Briefromane (u.a. Fanny und Julia, Melusinens Sommerabende), deren Qualität die Werke Gellerts übertraf.
Vor allem die "Geschichte des Fräuleins von Sternheim", 1766 von Wieland herausgegeben, hatte beträchtlichen Einfluss auf die Dichter des Sturm und Drang. In ihrer Person spannt sich der Bogen von der Aufklärung bis zur Romantik, denn ihre Tochter Maximiliane heiratete 1793 den Kaufmann Brentano, zwei der zwölf Kinder des Paares, Bettina und Clemens, erlangten Weltruhm als Hauptvertreter der romantischen Dichtung.
Sophie la Roche starb am 8. November 1807 in Offenbach.