Loki


Zwielichtige Göttergestalt des germanischen Nordens; Sohn des Riesen Farbauti und der Laufey; Gatte der Sigyn; zeugte mit der riesin Angrboda fenrir; Die Mitgardschlange und Hel , jene Dämonen die zum Untergang der Götter beitrugen. Mit Odin hatte er Blutsbrüderschaft geschlossen. Er begleitete die Götter und half ihnen durch sein Verwandlungskünste, aber er lauschte ihnen auch ihre Geheimnisse ab, spielte sie gegeneinander aus, brachte sie in Gefahr und verriet sie, wenn er durch Tollkühnheit und Leichtsinn in Gefahr geriet. Er entband die Götter von dem Versprechen, dem Riesenbaumeister für die rechtzeitige Fertigstellung der Burg in Asgard Freyja auszuliefern, indem er in Gestalt einer Stute des Riesen hilfreichen Hengst Svadilfari in den Wald lockte und mit Ihm Odins achtbeiniges Ross Sleipnir zeugte. In begleitung Odins und Hönirs erschlug er den Otter, Hreidmars Sohn. Auf Geheiß Odins stahl er Freyjas Halsband Brisingamen. Aber auch mit dem ihm charakterlich gegengesetzten, gradlinigen, kraftvollen Thor bestand Loki so manches Abenteuer. verkleidet erzwangen sie gemeinsam von dem Riesen Thyrm, die herausgabe des gestohlenem Hammers. Andererseits versprach Loki dem Riesen Geirröd, der ihn Gefangenhielt, die Auslieferung Thors. Aus Bosheit schnitt er Sif, der Gattin Thors, ihre goldenen Haare ab, ließ aber dann aus Angst vor Bestrafung von Iwaldi neues Haar anfertigen. Als der Riese Thiazi in Adlergestalt den Ochsen nicht gar werden ließ, den Odin, Hörnir und Loki während einer Wanderschaft braten wollten, schlug Loki mit einer Stange nach ihm, wurde aber von dem Adler fortgeschleift. Um sich zu retten brachte er Idun zu Thiazi, mußte aber, als die Götter in Ermangelung von Iduns Äpfel begannen zu altern, Idun im Falkengewand von Freyja wieder zurückholen. Der wiedersprüchliche Charakter Lokis, der zwischen Gott und Dämon schwankt, hat sich in zahlreichen geschichten niedergeschlagen. Die Götter benutzten ihn und seine Schläue, aber sie mochten ihn nicht. Die Hauptschuld lud er sich auf, als er den blinden Hödir anstiftete, mit dem tödlichen Mistelzweig auf Baldur zu zielen. Balders Tod bedeutete das Fanal zum Untergang der Götter. Zum Gelage der Götter im unterirdischen Palast des Meeresgottes Ägir verschaffte sich Loki gewaltsam Zutritt und bezichtigte die Götter ohne Ausnahme des Ehebruchs und der Betrügerrei. Erst als Thor ihm entgegentrat, wich er zurück. Schließlich fingen sie ihn, der sich als Lachs im Meer davon machen wollte, die Götter in seinem eigenen unzerreißbaren Netz, fesselten ihn wie Prometheus an einen Felsen und ließen das Gift einer Schlange in sein Gesicht träufeln. Seine Gattin Sygin aber versuchte das Gift über seinem Kopf in einer Schale aufzufangen. Bis zum Tag der Abrechnung blieb er in der Gefangenschaft der Götter. Der Name Loki ist mit Lohein zusammenhang gebracht worden und als Feuergeist und Feuergott ist er in die Sagenliteratur und in den volkstümlichen Aberglauben eingegangen. Sein Wesen wird auch als Intelligenz des Bösen gedeutet, die alle in den Untergang reißt die sich ihrer bedienen. Im Zuge der zunehmenden Christianisierung wude Loki mit Luzifer identifiziert, doch wird diese Deutung kaum seiner vielgesichtigen, kraftvollen, aus dem germanischen Mythos geborenen Gestalt gerecht. 

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