Erinnyien
(griechisch:
Erinyes; lateinisch furae: Furien)
in der griechischen Mythologie die drei Rachegöttinnen Tisiphone (die den Mord
Rächende), Megaira (die Neidische) und Allekto (die Unablässige). In den meisten
Darstellungen sind die Erinnyen die Töchter der Gaia und des Uranos. Nach einer
anderen Erzählung wurde sie von Nyx (der Nacht) geboren. Sie lebten unter der
Erde und stiegen hinauf, um alle zu verfolgen, die Unrecht auf sich geladen
hatten. Sie waren gerecht, aber erbarmungslos und ließen keine mildernden
Umstände gelten. Sie bestraften alle Verstöße gegen die menschliche Gesellschaft
wie Meineid, Verletzung der Gastfreundschaft und vor allem den Mord an
Blutsverwandten.
Diese schrecklichen Göttinnen boten einen furchterregenden Anblick; sie trugen
sich windende Schlangen als Haare, und Blut tropfte aus ihren Augen. Die
Erinnyen quälten Missetäter, indem sie sie von einem Ort zum anderen durch die
ganze Welt verfolgten und mit Wahnsinn schlugen. Eine der berühmtesten Legenden
um die Erinnyen bezieht sich auf ihre rastlose Jagd nach dem thebanischen
Prinzen Orestes, der seine Mutter, Königin Klytämnestra, ermordet hatte. Der
Gott Apollon hatte Orestes befohlen, den Tod seines Vaters, König Agamemnon, zu
rächen, den Klytämnestra ermordet hatte. Die Erinnyen aber schenkten seinen
Motiven keine Beachtung, sondern verfolgten und quälten ihn. Orestes wandte sich
schließlich an die Göttin Athena, welche die Rachegöttinnen überreden konnte,
Orestes' Einwand zu akzeptieren, daß er von seiner Schuld gereinigt worden sei.
Als sie daraufhin fähig waren, Gnade walten zu lassen, verwandelten sich die
fürchterlichen Furien in Eumeniden, die Beschützerinnen der Bittsteller.