Demeter
In
der griechischen Mythologie die große Erdgöttin, die Schützerin des Getreides
und der Ernte. Sie war eine der zwölf Hauptgottheiten und eine Tochter der
Titanen Kronos und Rhea (Rheia) und zeugte mit ihrem Bruder Zeus die Persephone,
die von den Griechen als eine der Unterweltgötter (chthonische Gottheiten)
verehrt wurde. Als diese von Hades, dem Gott der Unterwelt, entführt wurde, war
Demeters Trauer so groß, daß sie ratlos umherirrte und die Erde vernachlässigte,
so daß die Pflanzen nicht mehr wuchsen und die Menschen Hunger litten. Bestürzt
darüber, verlangte der Göttervater Zeus von seinem Bruder Hades, Persephone
ihrer Mutter zurückzubringen. Dieser willigte zwar ein, ließ das Mädchen jedoch,
bevor er es freigab, Granatapfelkerne essen, so daß es gezwungen war,
alljährlich vier Monate bei ihm zu verbringen. In ihrer Freude über die
Wiedervereinigung mit ihrer Tochter veranlaßte Demeter die Erde, leuchtende
Frühlingsblumen und später eine Fülle von Früchten und Getreide hervorzubringen,
während sie im Herbst, wenn Persephone in die Unterwelt zurückkehren mußte,
wieder in Trauer verfiel. Die Trostlosigkeit des Winters und das Sterben der
Vegetation wurden als die alljährlich wiederkehrende Manifestation ihres Kummers
angesehen, die die mythologische Begründung für den Wechsel der Jahreszeiten
lieferte. Demeter und Persephone wurden im Kult der Eleusinischen Mysterien
angebetet, die jährlich im Herbst begangen wurden. Dieser Kult verbreitete sich
von Sizilien nach Rom, wo Demeter und Persephone als Ceres und Proserpina
verehrt wurden.