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- Die gesamte Zeitspanne zwischen dem Wiener Kongress
1815 und der Märzrevolution in Deutschland 1848 ist geprägt vom
Gegensatz zwischen absolutistischer Restauration auf der einen
Seite und Liberalismus und nationaler Bewegung auf der
anderen Seite.
- Die Monarchen bestehen auf der
Legitimität ihrer Herrschaft. Veränderungen des monarchischen
Prinzips werden durch Überwachung und Zensur verhindert. Verstöße
gegen die innere Ordnung werden bestraft. Dynastische Solidarität der
Herrscher.
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Probleme der Monarchen, ihre
absolutistische Herrschaft zu legitimieren, waren bereits während
der Aufklärung des 18. Jahrhunderts entstanden: Vernunft statt
Offenbarung einer göttlichen Macht, Rationalität statt Transzendenz,
Rechte der Individuen (Recht auf Unversehrtheit, Recht auf Glück
etc. ).
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- Der Adel gewann in der Zeit der Restauration zum Unwillen
des Bürgertums einen Großteil seines alten politischen Einflusses und
seiner früheren Vorrechte zurück.
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Die politische Einflussnahme
des Adels war in den einzelnen deutschen Staaten unterschiedlich ausgeprägt.
Vielfach gelang es dem Adel, durch Einfluss auf die Steuerpolitik
für sich finanzielle Vorteile zu erreichen. Der Beamten- und
Militäradel genoss ständische Sonderrechte. Die reichen
Kaufleute einer Stadt fanden es irritierend, wenn sie sich nach den
Anordnungen des adligen Landrats richten mussten. Auch bei den
bürgerlichen Beamten erregte es Anstoß, wenn sie in ihrer Karriere
durch einen Adeligen behindert wurden. Dies sind nur wenige
Beispiele, die jedoch für den Dauerkonflikt zwischen Adel und
Bürgertum charakteristisch sind. Für das Bürgertum waren die
Auseinandersetzungen mit dem Adel eine wesentliche Ursache für die
Forderung nach einem liberalen Verfassungsstaat. |
- Forderungen des liberalen Bürgertums
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- Liberale Ideen wurden sowohl vom Besitz-
als auch vom Bildungsbürgertum vertreten.
- Einrichtung eines politischen Systems, bei dem Presse-,
Rede-, Versammlungsfreiheit verbürgt und eine freie
Marktwirtschaft mit freiem Waren- und Kapitalverkehr, mit
freiem Organisationsrecht für die Gründung von
Kapitalgesellschaften, für Verkehrsbetriebe, Banken und Fabriken
ermöglicht wird.
- Bindung des aktiven und passiven Wahlrechts an
Einkommenshöhe, Vermögen und Abschlusszeugnisse und damit Ausschluss
der Mehrheit der Bevölkerung von politischer Mitbestimmung.
- Mitspracherechte in der Steuer-, Wirtschafts- und
Rechtspolitik
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Da das Bürgertum seinem Vermögen
entsprechend Steuern zahlte, verlangte es vom Staat auch
politische Mitspracherechte.
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- Forderung nach Verfassungen, in denen "Freiheit, Volkssouveränität
und Monarchie" festgeschrieben sind. Der Umfang der
Herrschaftsrechte des Monarchen soll an - in die Verfassung
aufgenommene - 'Regeln' gebunden sein. Dabei geht es um die Abwehr
politischer Omnipotenz des Staates und den Schutz des Bürgers. (Anmerkung: Im Grunde
handelt
es sich bei einem solchen 'monarchisch-konstitutionellen
System' um die Verteilung der Macht zwischen Exekutive und
Legislative, also zwischen Monarch und Parlament. Über die
Gewichtsverteilung der Macht wird nichts ausgesagt. Im Parlament
ist das politische Mitspracherecht institutionalisiert.)
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Nach der Naturrechtsphilosophie
der Aufklärung im 18. Jahrhundert ist das Volk der eigentliche
Souverän des Staates. Es besitzt das Recht, seine Staatsform
selbst zu bestimmen (Volksouveränität). Der Übergang zu einem
Verfassungsstaat war bis 1830 nicht in allen deutschen
Staaten vollzogen worden. Insbesondere Preußen und Österreich hatten sich
noch nicht für eine Verfassung entschlossen.
Bei der Durchsetzung ihrer
Forderungen hatte das liberale Großbürgertum an drei Fronten
zu kämpfen: 1. gegen die bürgerlichen Privilegienträger in den
Städten 2. gegen die Vorherrschaft des Adels 3. gegen die
egalitär-demokratischen Ansprüche der Bevölkerung mit geringerem
Einkommen bzw. Vermögen. |
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- Forderungen der Demokraten
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Seit 1830 löste sich allmählich
ein eigenes demokratisches Lager mit republikanischen und
frühsozialistischen Strömungen vom breiten Spektrum des
deutschen Liberalismus ab. |
- Einführung des allgemeinen und gleichen,
direkten aktiven und passiven Wahlrechts für alle volljährigen
Männer auf sämtlichen Ebenen des öffentlichen Lebens bis hinab zu
den Gemeindeverfassungen.
- Aufhebung von Zensusschranken für die Zulassung
zum Geschworenenamt und zur Mitgliedschaft in der Bürgerwehr.
- Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für die
unteren Schichten der Bevölkerung.
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Grundlage dieser Forderungen war,
für jeden einzelnen Bürger die Möglichkeit zur Selbstbestimmung
und Selbstverwirklichung zu schaffen. Das Gemeinwesen sollte zu
diesem Zweck auf der Basis nicht nur der rechtlichen, sondern
auch der politischen Gleichheit organisiert werden. |
- Nach dem Grundsatz der Volkssouveränität sollte
alle öffentliche Gewalt vom Volk ausgehen und auch von diesem
kontrolliert werden können.
- Errichtung einer einheitlichen deutschen
Republik
- Bewahrung der persönlichen Freiheit.
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Die persönliche Freiheit,
verstanden als die Möglichkeit zur freien Entfaltung der
individuellen Anlagen, wurde für die Demokraten auch durch
materielle Not, soziale Unfreiheit und gesellschaftliche
Ungerechtigkeit bedroht. Der Anspruch auf menschenwürdige
Existenz war für sie ein zentrales Grundrecht, das der liberalen
Garantie des Eigentums übergeordnet wurde. |
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- Forderung nach nationaler Einheit
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- Für die Liberalen galt die nationale
Einigung als Voraussetzung eines liberalen Staatswesens. Der
Nationalstaat sollte die Aufgabe haben, die bürgerlichen
Freiheiten nach innen und außen zu sichern.
- In Deutschland war Nationalbewusstsein
eine auf Überwindung staatlicher Partikularität gerichtete Kraft.
Von ihr wurden alle diejenigen Schichten erfasst, die aus der
Überwindung dieser Partikularität Vorteile ziehen konnten:
Bildungsbürgertum, Wirtschaftsbürgertum und auch das nach
großstaatlicher Macht strebende Militär.
- Der Nationalismus entspringt
ursprünglich dem Gefühl der Menschen, auf die Heimat, die
Muttersprache, die einheimischen Sitten und Gebräuche stolz zu
sein und den Lebensweisen anderer Völker mit Misstrauen zu
begegnen. In Deutschland entstand im Verhältnis zu Frankreich ein
Bewusstsein der Andersartigkeit, das sich mit deutschem
Sendungsbewusstsein verband. Die Kulturströmung der Romantik
förderte den Nationalismus durch Hinwendung zur deutschen
Geschichte und deren Mystifizierung.
- Europaweite Tendenz
zum Kampf für Nation und Nationalität
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Die Ursache für das Entstehen der
Nationalstaatsbewegungen liegen in der Diskrepanz , die zwischen
den Erwartungen der durch die Französische Revolution erwachten
Völker und den Realitäten der europäischen Politik seit den
Verträgen von 1815 bestand.
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- Die Nationalstaatsbewegung barg das
Potential zur radikalen Umformung der bestehenden Staatenordnung.
Bis 1871 war sie der Hauptträger der politischen Entwicklung in
Deutschland.
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- Soziale Unruhen und Hungeraufstände
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- Ländliche Armut,
hervorgerufen durch agrarische Überbevölkerung und soziale
Vorgänge wie das Absinken der Bauern zu Landarbeitern im Zuge der
Regulierung des bäuerlichen Besitzes.
- Industrielle Armut
entstand infolge sozialer Ausbeutung durch niedrigste Löhne,
völlig mangelnde soziale Sicherheiten, fehlende Anpassung der aus
dem Zunftsystem entlassenen Arbeiter an das Fabriksystem.
- Ländliche und industrielle Armut, zu denen noch
allgemeine Wirtschaftskrisen kommen, bilden den sozialen
Hintergrund für die Aufstände und schließlich der Revolution.
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Die
Pariser Julirevolution 1830 |
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- Gegensätze zwischen Adel und Bürgertum:
der Adel möchte seinen früheren politischen Einfluss und seine
alten Privilegien zurückgewinnen. Das Bürgertum möchte die
Ergebnisse der Revolution verteidigen und eine Erweiterung der
politischen Mitsprache erreichen, die seiner wirtschaftlichen
Bedeutung entspricht..
- Seit 1814 galt eine Verfassung, die 'Charte',
mit den Grundsätzen der Gewaltenteilung und des Zweikammersystems.
Das Parlament hatte das Recht, Minister zu benennen. Durch einen
sehr hohen Zensus hatte der Großteil des Bürgertums kein
Wahlrecht, war also von der Mitgestaltung der Politik
ausgeschlossen.
- Als König Karl X. die Pressefreiheit
stark einschränkte und außerdem versuchte, Minister gegen den
Willen des Parlaments zu ernennen, erregte er den Protest der in
der Opposition befindlichen Liberalen. Durch Abspaltung von
den Liberalen entstand eine demokratische Bewegung, die für
ein erweitertes (allgemeines) Wahlrecht eintrat. In der Opposition
standen auch die Bonapartisten, die das Andenken an
Napoleon hochhielten. Zu ihnen gehörten viele Literaten.
- Bei den Wahlen von 1828 gewann die liberale Opposition die
Mehrheit in der Zweiten Kammer. Das Kabinett versuchte erfolglos
durch eine aktive Außenpolitik von der innenpolitischen Situation
abzulenken
- Nach den Wahlen von 1830 wurde die Opposition gegen die
Regierung Karls X. so stark, dass der König versuchte, durch die
Juliordonnanzen das königliche Verordnungsrecht auf die
Kontrolle der Wahlen auszudehnen.
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- Ein Aufstand brach in Paris aus, in dessen Verlauf in
dreitägigen Straßenkämpfen vom 27. bis 29. Juli 1830 die
Regierung zusammenbricht. Karl X., der letzte Bourbone, muss am 7.
August 1830 abdanken.
- Der Aufstand wurde von Journalisten, Studenten, Arbeitern und
politischen Emigranten, besonders Polen, getragen, die alle
Anhänger der Republik waren.
- Das Parlament mit seiner bürgerlich-liberalen Mehrheit wählte
den Prinzen Louis-Philippe zum "König von Frankreich".
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- Ergebnisse und Folgen der Revolution
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- Bei der neuen Verfassung erhielt das Parlament das
Recht zur
Gesetzesinitiative, das vorher beim König gelegen hatte.
- Unter dem Einfluss des Besitzbürgertums wird das Wahlrecht
nur geringfügig erweitert.
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Die Verfassung begünstigte immer
noch sehr stark das Besitzbürgertum. Die Folge des
niedrigeren Zensus war, das statt 100.000 aktiv Wahlberechtigten
(wie unter Karl X.) nun ca. 220.000 Franzosen das aktive
Wahlrecht hatten - und dies bei einer Bevölkerungszahl von 33
Millionen. Liberale und Demokraten im
Mittel- und Kleinbürgertum, welche die Gründung einer Republik
bzw. ein allgemeines Wahlrecht gefordert hatten, wurden in den
Untergrund gedrängt, gewannen jedoch immer mehr Mitglieder.
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- In der Verbindung von wirtschaftlicher Macht und politischem
Einfluss in der Hand einer kleinen Schicht der Bevölkerung lag das
Potential für politische Spannungen und soziale Unzufriedenheit.
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Aufstände in Europa außerhalb Deutschlands 1830 - 1847 |
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- Belgien gehörte seit dem Wiener Kongress 1815
zum Königreich der Vereinigten Niederlande
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Mit der Eingliederung Belgiens in
das Königreich hatte man zwei Territorien mit
unterschiedlichen Gesellschaftsstrukturen zusammengefügt.
Der Süden (Belgien) war katholisch, Gewerbe treibend und seit
der Französischen Revolution demokratisiert und französisch
gesinnt. Das nördliche Land war protestantisch und auf Handel
ausgerichtet.
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- Die Regierung König Wilhelms I.
bevorzugte, so die Meinung der Belgier, eindeutig die nördlichen
Provinzen (die heutigen Niederlande). Die Liberalen des Südens
waren wegen der zentralistischen und absolutistischen Tendenzen
der Regierung in Den Haag und der starken Benachteiligung Belgiens
bei der Zahl der Parlamentssitze unzufrieden. Konfessioneller und
liberaler Widerstand der Belgier verbündeten sich seit 1828 zu
einer Opposition auf politischer Ebene.
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- Ermutigt durch die Ergebnisse der
Julirevolution wagen die Belgier den Aufstand. Straßenkämpfe in
Brüssel vom 23.-27.9.1830 führen zum Sieg im ganzen belgischen
Raum. Die Belgier erklären den König der Niederlande für ihr
Gebiet als abgesetzt. Als die Niederländer 1831/32
angriffen, wurden sie mit französischer Hilfe geschlagen.
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- Ergebnisse des belgischen Aufstandes
sind die Gründung eines eigenen Königreichs Belgien und
seine Neutralisierung durch das Londoner Protokoll (1831) sowie
eine fortschrittliche Verfassung mit Volkssouveränität,
Grundrechten, Ministerverantwortlichkeit und Ansätzen zu einem
parlamentarischem System. - Die belgische Verfassung erhielt
Modellcharakter für das europäische liberale Bürgertum.
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Das Übergewicht lag nicht - wie
sonst im Frühkonstitutionalismus üblich - bei der Exekutive,
sondern bei der Legislative. Das Parlament erhielt die
Gesetzesinitiative. Die Besonderheiten des zweisprachigen
belgischen Staates wurden durch Dezentralisierung und
Selbstverwaltung der Provinzen und Gemeinden berücksichtigt.
Belgien hielt jedoch am Zensuswahlrecht fest.
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- Das Königreich Polen stand seit 1815 in
Personalunion mit Russland. Zar Nikolaus I. war auch König von
Polen; daneben gab es einen polnischen Vizekönig. Das Parlament,
in dem auch Liberale und Demokraten vertreten waren, sollte alle
zwei Jahre vom Zaren einberufen werden. Auch die Meinungsfreiheit
war garantiert. Doch der Zar hielt sich nicht an die Verfassung.
Der Zwei-Jahre-Rhythmus für die Einberufung des Parlaments wurde
nicht eingehalten. Die polnische Autonomie wurde mehr und mehr
abgebaut.
- Unter dem Eindruck der Julirevolution in
Frankreich kommt es im Herbst 1830 zu einer Erhebung polnischer
Offiziere und Intellektueller gegen die russische Herrschaft. Sie
werden vom polnischem Heer und dem Adel unterstützt.
Preußen tritt 1831 auf die Seite Russlands. Im September 1831 erobern die
militärisch übermächtigen Russen Warschau und werfen den
Aufstand nieder.
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- Bei dem polnischen Aufstand war die nationale
Komponente maßgebend. Eine Verbindung zu den liberalen Bewegungen
in Europa gab es nicht! Für die deutsche Liberalen waren die Polen
ein Opfer des 'Ancien regime' und ein Vorbild für die nationale
Erhebung.
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- Die Russen hoben die polnische Verfassung auf.
Polen wird zu einem Teil Russlands gemacht. Viele Polen fliehen
ins Ausland, insbesondere in die Schweiz und nach Frankreich.
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- Opposition gegen die 1815 wieder eingesetzten
Dynastien und deren meist restaurativen Kurs. Ruf nach
nationaler Einigung.
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Die Opposition in Italien besaß
keine einheitliche Organisation. Vor allem im Süden wirkte sie
in Form von Geheimbünden. Der bekannteste Geheimbund ist
'Carbonaria', der bereits gegen die von Napoleon
eingesetzten Regierungen gekämpft hatte.
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- Anfang 1831 kommt es in Bologna zum
Aufstand. Der Aufstand erfasst auch den Kirchenstaat, Parma und
Modena. Noch 1831 wird der Aufstand in Italien von
österreichischen Truppen niedergeschlagen.
- 1833 werden Versuche, weitere Aufstände zu
entfachen, aufgedeckt.
- Nach der Niederlage wandten sich die politisch
aktiven Kreise an die europäische Öffentlichkeit und suchten ihre
politischen Ziele geistig zu untermauern. Der Genuese Giuseppe
Mazzini (1805-1872) gründete in Marseille die Bewegung des
'Jungen Italien'.
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- Der Sonderbundskrieg in der Schweiz
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- Der Wiener Kongress hatte die helvetische
Einheitsrepublik durch einen losen Staatenbund ersetzt.
- Bestreben der Demokraten, die Kantone zu einem
Bundesstaat zusammen zu schließen.
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Die sieben katholischen
Kantone widerstreben aus Sorge vor einer Majorisierung den
Plänen der Demokraten und vereinigen sich in einem
"Sonderbund". Religiöse Gegensätze verbinden sich mit
verfassungspolitischen Auseinandersetzungen! |
- Die Gegensätze zwischen der bundesstaatlichen
und der konservativ-partikularistischen Partei führt 1847 zum
Bürgerkrieg, der mit dem Sieg des bundesstaatlichen Gedankens
endet.
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Die Organe des neuen
Bundesstaates sind der Bundesrat in Bern als höchste
Regierungsgewalt, der Ständerat als Vertreter der
einzelnen Kantonsregierungen und der vom Volk gewählte
Nationalrat.
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Die
politische Entwicklung in Deutschland 1830-1847 |
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- Die Unzufriedenheit mit den bestehenden
Verhältnissen artikulierte sich in zwei politischen Richtungen:
Erstens in den für Verfassungen im Bund und allen Einzelstaaten
eintretenden Liberalen, zweitens in den Demokraten, deren
Ideal eine einheitliche deutsche Republik war. Die zweite - weit
schwächere - Richtung, die vor allem vom Bildungsbürgertum geführt
wurde, verband sich mit sozialrevolutionären Strömungen, die in
der Hauptsache von Handwerkern getragen wurden.
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Beide Richtungen pflegten den Kontakt
mit den deutschen und polnischen Emigranten in der Schweiz, dem
Elsass und in Paris. Zu den bedeutendsten deutschen Emigranten in
Paris, die ihren Zusammenschluss "Das junge Deutschland" nannten,
zählten Ludwig Börne, Heinrich Heine und Karl Gutzkow.
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- Das 'Hambacher Fest' fand vom 27.-30.5.1832 in
der bayerischen Rheinpfalz statt. Es war die erste politische
Massenveranstaltung in Deutschland. Rund 30.000 Leute aus allen
Bevölkerungsschichten Deutschlands nahmen daran teil. Außerdem
kamen Polen, Elsässer und deutsche Emigranten.
- Das Fest war von den Organisatoren, den
politischen Publizisten Philipp Jakob Siebenpfeiffer und Johann
Georg
August Wirth, als Protest gegen die Pressezensur und die
Beschlagnahme von Zeitungen gedacht. Die während der Veranstaltung
gehaltenen Reden hatten eine eindeutig demokratische Tendenz.
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Die Errichtung einer
einheitlichen deutschen Republik wurde zu diesem Zeitpunkt noch
nicht gefordert. Ziel war vielmehr ein bundesstaatlicher
Zusammenschluss Deutschlands. Die Einzelstaaten sollten mit
liberalen Verfassungen bestehen bleiben. - Über die Frage, ob
Republik oder Monarchie, sollte das Volk später abstimmen. |
- Nach dem 'Hambacher Fest' versuchte die
absolutistische Reaktion verstärkt, mit den Mitteln der
Staatsgewalt liberale, nationale und demokratische Bewegungen zu
unterdrücken.
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Fürst Metternich machte den
Deutschen Bund mobil. Am 28.6.1832 werden im Bundestag folgende
Repressionsgesetze genehmigt: Einsetzung einer Kommission
zur Kontrolle der einzelnen Landesparlamente, Verschärfung der
Pressezensur, Verbot politischer Vereine, Verbot von
Versammlungen (auch von Volksfesten), Überwachung der
Universitäten. Die Folge dieser Gesetze war, dass sich deutsche
Demokraten und Republikaner fast nur noch in der Emigration
artikulieren konnten.
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- Das Königreich Hannover stand bis 1837 in
Personalunion mit dem Königreich England. Der König von England übte
die Herrschaft auch über Hannover aus. Das Land Hannover hatte eine
Verfassung, die vom Grundgedanken der Privilegierung des Adels
ausging.
- Seit 1830 gab es im Königreich Hannover
Unruhen, die letztendlich dazu führten, dass die Regierung 1833
eine konstitutionelle Verfassung gewährte, die den
Mitspracherechten der Bürger an der Gesetzgebung Rechnung trug, jedoch
im Vergleich mit anderen deutschen Verfassungen sehr konservativ war.
- Nach dem Tode von König Wilhelm IV. im Jahr 1837 kam
sein Bruder Ernst August auf den Thron. Am 1.11.1837 hob er die
Verfassung von 1833 auf. Daraufhin überreichten am 18.11. sieben
Professoren der Universität Göttingen dem zuständigen Ministerialrat
ein Protestschreiben, in dem sie erklärten, dass die Verfassung
noch in Kraft sei, und deshalb auch ihr Eid auf diese Verfassung noch
Gültigkeit besitze. Die Professoren bezogen sich auf das Recht zum
Widerstand gegen eine unrechtmäßig handelnde Obrigkeit.
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Die sieben Professoren waren: die
Staatswissenschaftler Albrecht und Dahlmann, der Historiker
Gervinus, der Orientalist Ewald, der Physiker Weber und die Brüder
Jacob und Wilhelm Grimm.
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- Nach der Meinung des Königs hatten sich die
Professoren revolutionär und hochverräterisch benommen. Sie wurden mit
sofortiger Wirkung entlassen.
- Die Protestaktion der Göttinger Sieben gab der
liberalen Bewegung - weit über das Königreich Hannover hinaus - neuen
Zulauf. Es war in Deutschland das erste Mal, dass Staatsbeamte - und nicht
Abgeordnete -, die hoch angesehen waren, den Konflikt mit der
absolutistischen Obrigkeit aufnahmen.
- Unter dem Druck der öffentlichen Meinung in
Deutschland und aus Furcht vor einer Revolution erließ Ernst August
von Hannover 1840 eine neue Verfassung, die der von ihm außer Kraft
gesetzten von 1833 sehr ähnlich war.
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- Die politische Entwicklung in den Mittelstaaten Norddeutschlands
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Die Julirevolution 1830 hat insbesondere
in jenen Staaten Aufstände ausgelöst, die immer noch absolut regiert
wurden und keine Verfassung hatten. Dazu gehörten Braunschweig,
Kurhessen, Sachsen und Hannover |
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- Die politische Entwicklung in Preußen
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- Preußen hatte unter Freiherr vom und zum Stein
(1807/08) und unter dem Fürsten Karl August von Hardenberg (1808-1822)
grundlegende Änderungen im Gesellschaftsgefüge und in der
Staatsorganisation vorgenommen: kommunale Selbstverwaltung,
Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit, allgemeine Wehrpflicht,
humanistisches Gymnasium, "Humboldtsche Universität".
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Alle diese Reformen hatten das Ziel,
die Bürger an der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten zu
beteiligen. Mit den durchgeführten Reformen schien der Übergang vom
absolutistischen Verwaltungsstaat zum monarchischen bürgerlichen
Verfassungsstaat gesichert zu sein. König Friedrich Wilhelm III.
löste jedoch die von ihm 1810, 1815 und 1819 gegebenen Verfassungsversprechen nicht ein.
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- Der nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon
wieder erstarkte Adel forderte von König Friedrich Wilhelm III.
neben mehr politischem Einfluss auch die Rückkehr zu einer
ständisch-hierarchischen Gesellschaftsordnung. Daraus entstand ein
Spannungsverhältnis mit dem politische Mitsprache verlangenden
Bürgertum.
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Die Spannung zwischen dem
'geburtsständischen Prinzip' und dem Gedanken der
'Staatbürger-Gesellschaft' bestimmte das politische und
gesellschaftliche Leben bis 1848 - und noch weit darüber hinaus. |
- Die liberal gesinnte Beamtenschaft
unterstützte die bürgerlichen Forderungen nach Reduzierung der
obrigkeitlichen Gängelung im Verwaltungssystem. Nachdem sich der
preußische Staat um 1820 nicht zuletzt durch die Reformen wieder
gefestigt hatte, gewannen jedoch diejenigen konservativen Beamten und
Berater wieder Einfluss auf den König, die sich gegen weitere
Beschränkungen der monarchischen Gewalt aussprachen.
- Anstelle einer Verfassung für den Gesamtstaat
Preußen wurde 1823 eine "provinzialständische Verfassung"
geschaffen. Sie sah für die acht preußischen Provinzen Vertretungen
vor, die eindeutig den alten geburtsständischen Adel bevorzugten.
- Die Einkerkerung von
Erzbischöfen im Jahre 1837 steht am Anfang einer katholischen
Parteibildung, die sowohl konservative Kreise, wie denjenigen um Joseph
Görres in München, als auch den stark liberal bestimmten rheinischen
Katholizismus und schließlich Vertreter der katholischen sozialen Bewegung
umfasste.
- Als Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1840 sein
Amt antrat, richteten die Liberalen ihre Hoffnungen auf ihn. Er
kam ihnen zunächst insofern entgegen, als er einige durch die Reaktion
verfolgte Persönlichkeiten rehabilitierte. Von den entlassenen
Göttinger Sieben berief er Dahlmann und die Brüder Grimm nach Preußen.
Den Erlass einer gesamtstaatlichen Verfassung, wie sie von den
Liberalen gefordert wurde, lehnte der König entschieden ab.
- Im sog. 'Weihnachtsedikt' von 1841
lockerte der König die Pressezensur. Nach starker Opposition des Adels nimmt er
1843 diese liberale Maßnahme wieder zurück.
- Friedrich Wilhelm IV. berief 1847 den aus
allen 600 Abgeordneten der Provinziallandtage gebildeten
"Vereinigten Landtag" ein und gewährte ihm die Rechte der
Steuerbewilligung und der Gewährung von Staatsdarlehen.
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Mit der Einberufung des 'Vereinigten
Landtags' wollte der König keinesfalls Zugeständnisse an die
liberale Bewegung machen, sondern den ständischen Gedanken neu
beleben. Der Landtag sollte nur das Geld bewilligen, das der König für
die wirtschaftliche Entwicklung Preußens benötigte, im übrigen eine
nur beratende Funktion haben und nicht periodisch sein.. |
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Die
Mitglieder des Landtags machten sich immer mehr liberale Forderungen
zu eigen. Der Landtag lehnte die Garantie einer großen Anleihe für den
Bau einer Ostbahn Berlin-Königsberg ab. Es kam zu
Auseinandersetzungen, die wegen der starren Haltung des Königs zur
Verbreitung einer revolutionären Atmosphäre in Preußen und Deutschland
beitrugen.
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