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Das Königtum im
ausgehenden Mittelalter
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- Die Aufgabe des deutschen Königs, den Frieden des Reiches nach
innen und außen zu sichern, konnte mit der mittelalterlichen
Lehnstruktur nicht mehr erfüllt werden. Dem König fehlte es an finanziellen
und militärischen Mitteln, um die widerstrebenden Reichsstände
zur Reichstreue und zur Wahrung des inneren Friedens zu zwingen und die
Stellung des Reichs innerhalb der Staatenwelt Europas zu wahren.
- Nur ein Herrscher mit einem starken Rückhalt im eigenen Territorium
(d.h. mit einer starken Hausmacht) konnte hoffen, seine
Forderungen durchzusetzen (bzw. die Erwartung auf Friedenssicherung zu
erfüllen). Die Bereitschaft, das Hausgut für Reichsbelange
einzusetzen, wurde dadurch geschwächt, dass die Königswürde nach
dem eigenen Tod durch die Wahl der Kurfürsten auf ein anderes
Geschlecht übergehen konnte.
- Um der Zersplitterung des Deutschen Reiches entgegenzuwirken, war es
notwendig, durch eine Reichsreform den Verfall der Königsmacht
zu beenden.
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Sigismund von Luxemburg
(Deutscher König 1410 - 1437, Römisch-deutscher Kaiser seit 1433)
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- Die Situation des Reiches zu Beginn des 15. Jahrhunderts
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- Karl IV. hatte dem Heiligen Römischen Reich in der
"Goldenen Bulle" ein Grundgesetz gegeben, den Frieden
weithin mit Mitteln dynastischer Heiratspolitik gewahrt sowie
seine Erbländer politisch konsolidiert.
- In den Jahrzehnten nach dem Tod Karls IV. (1378) drohte sein Erbe willkürlich verschleudert zu
werden. Zäher Kampf aller gegen alle: Die
unterschiedlichen Interessen der Fürsten-, Ritter- und
Städtebünde ließen sich vom König nicht unter einen Hut
bringen. Grundsätzlich gilt das Faustrecht.
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- Die Wahl Sigismunds zum deutschen König
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- Sigismund ist der jüngere der beiden Söhne Karls IV.
(geboren 1368).
- Der
ältere Sohn Karls IV., Wenzel, wird 1376 zum deutschen
König gekrönt. Nach dem Tod Karls IV. bleibt die Herrschaft im
Erbland Böhmen bei Wenzel (Wenzel IV.). Als
Wenzel 1400 als deutscher König abgesetzt wird, bleibt er
König in Böhmen.
- Nach dem Tod des auf Wenzel folgenden Ruprecht von der Pfalz
wählte am 20.9.1410 ein Teil der Kurfürsten Sigismund zum
deutschen König. Die Gegenpartei wählte Jobst von Mähren. Als
dieser 1411 starb, herrschte Sigismund unangefochten.
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Die Wahl von zwei Königen war
eine Folge der Kirchenspaltung: das Kurfürstenkollegium war
schon bei der Papstwahl im Jahr 1378 in sich gespalten und
verhielt sich nun dementsprechend bei der Königswahl. Wenzel,
König von Böhmen, hatte seit 1400 keine Macht im Reich.
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- 1433 in
Rom wird Sigismund zum Kaiser gekrönt
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- Die Regierungsziele Sigismunds
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- Kircheneinigung und Kirchenreform
- Reichsreform
- Abwehr der osmanischen Expansion
- Wahrung und Erweiterung der Hausmacht
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Kircheneinigung und Kirchenreform
waren Voraussetzungen für die Reichsreform. Diese wiederum
war Grundbedingung für die Abwehr der osmanischen Expansion. |
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- Kircheneinigung und Kirchenreform
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- Die
Funktionen des Schirmherrn über die Kirche, seit Avignon von
den französischen Königen beansprucht, gingen auf den
deutschen König über.
- Bestreben Sigismunds, ein Ende des durch die doppelte
Papstwahl im Jahr 1378 ausgelösten großen Schismas zu
erreichen. 1409 wurde ein dritter Papst gewählt.
- 1414 - 1418 Konzil von Konstanz: Mit der Wahl des Papstes
Martin V. kommt es 1417 zur Wiederherstellung der
Kircheneinheit.
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Die während des Konzils
diskutierte Frage, ob die Ansichten der Reformatoren John
Wycliff (um 1330 - 1384) und Johannes Hus (1369
- 1415) mit der katholischen Lehre in Einklang stünden,
wurde mit dem Auftrag des Konzils zur Verbrennung von
Johannes Hus (am 6.7.1415) eindeutig beantwortet.
Auf eine Reform der
kirchlich-hierarchischen Strukturen konnte sich das
Konzil nicht einigen.
Die eigentliche Leistung des Konzils
bestand darin, alle drei Päpste als illegitim zu
bezeichnen und danach auch abzusetzen. Mit der Wahl des
römischen Adligen Oddo Colonna zum Martin V.
beendete das Konzil die "große abendländische"
Kirchenspaltung. |
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- Ziele: Reorganisation des Reiches; der Verfall der
Königsmacht soll beendet werden.
- Den Plan
einer Reichsreform sowie den einer großen europäischen
Koalition zum Kreuzzug gegen die Türken konnte Sigismund nicht
verwirklichen.
- Die
Reorganisation des Reiches scheiterte nicht zuletzt durch die drängenden
Aufgaben in Ungarn und in Böhmen. Auf Böhmen konnte Sigismund
nicht verzichten; seit Karl IV. war es Kern der luxemburgischen
Hausmacht. Der Kampf um das böhmische Erbe zwang Sigismund,
sich häufig in diesem Krisengebiet aufzuhalten. Die Folge war
die Vernachlässigung der Reichspolitik.
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Durch
seine zahlreichen Versuche ordnenden Eingreifens ist es
Sigismund jedoch unter geschickter Ausnutzung der vorgegebenen
Konstellation gelungen, den unter seinen Vorgängern
eingetretenen Verfall der Königsmacht zu stoppen und die
imperiale Stellung des Reichs wenigsten vorübergehend zu
erneuern.
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- Abwehr der osmanischen Expansion
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- Sigismund war sich bewusst, dass der Kampf gegen die Osmanen
das erste Problem christlich-europäischer Politik zu sein
hatte.
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Sigismund, seit 1387 ungarischer
König, wollte den Expansionsdrang der Osmanen nach Europa
unterbinden. In der Niederlage der Serben bei der Schlacht auf
dem Amselfeld (1389) sah er ein letztes Warnzeichen. |
- 1396 Ein Heer, bestehend aus ungarischen, deutschen und
französischen Rittern wird bei Nikopolis im Norden Bulgariens
völlig aufgerieben.
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Sigismund wurde bei seinem
Kreuzzug vom Papst in Rom nicht unterstützt. Grund war die
Kirchenspaltung von 1378: Burgund, das sich am Kreuzzug
beteiligte, stand auf der Seite der Avignonpäpste. |
- Sigismund bemühte sich bis zu seinem Tod im Jahre 1437
vergeblich, seine europäischen Länder zu einem Herrschaftsverband
zusammenzuschließen, der den Kampf gegen die Osmanen aufnehmen
konnte.
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- Wahrung und Erweiterung der eigenen Hausmacht
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- Karl IV.
hatte gezielt nach Möglichkeiten gesucht, die Könige von Polen
und Ungarn, die beide keine Söhne hatten, zu beerben. 1372
wurde eine Ehe zwischen seinem Sohn Sigismund und einer Tochter
Ludwigs I. von Ungarn vereinbart (Ludwig I. regierte in
Personalunion auch Polen).
- Als
Ludwig I. 1382 stirbt, scheitert die Nachfolge Sigismunds in
Polen am Widerstand des dortigen Adels.
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1387
Durch Heirat mit Maria von Ungarn, wird Sigismund ungarischer
König.
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Der ungarische Adel verlangte
für die Thronfolge Sigismunds sehr viel Geld. Sigismund
musste 1388 die Kurmark an seinen Vetter Jobst von Mähren
verpfänden. 1402 verkaufte er die Neumark an den
Deutschen Orden. |
- In Böhmen hatte der theologische Reformer Johannes Hus
im Volk und auch bei den Adligen viele Anhänger gefunden. Grund
dafür waren weniger Glaubensgründe als die Opposition gegen
König Wenzel und den herrschenden Klerus.
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Johannes Hus, bekämpfte
zunächst (um 1410) nur die Verweltlichung der Kirche. Durch
seine Förderung der tschechischen Sprache wurde er immer mehr
zum Begründer einer böhmisch-nationalkirchlichen
Bewegung. 1411 wird er vom Papst exkommuniziert. Sein
Kampf gegen den Ablass führte auch zu politischen
Auseinandersetzungen. Trotz Zusicherung freien Geleits zum
Konzil von Konstanz durch König Sigismund wird er 1415 als
Ketzer verbrannt. |
- Nach der Verbrennung von Johannes Hus gewannen die
'Hussiten'
immer mehr an Boden. Ihre Forderungen (Freiheit der Predigt,
Laienkelch, Armut der Geistlichen, weltliche Strafen für
Todsünden) werden von König Sigmund verweigert.
- Die Verweigerung der Forderungen und die nach dem Tod von
Wenzel IV. im Jahr 1419 verstärkten Bemühungen Sigismunds um
die Erhaltung der luxemburgischen Hausmacht in Böhmen führten
zu den 'Hussitenkriegen' (1419 - 1436). Die Hussiten
verfolgten sowohl kirchenreformerische als national-tschechische
Ziele.
- 1420
Vergeblicher Feldzug gegen die Hussiten, der Sigismund
jedoch die Krönung zum König von Böhmen einbrachte.
Unterstützung durch den Papst. Der allgemeine Landtag zu
Tscheslau von 1421 setzt Sigismund wieder ab.
- Nach vielen militärischen Niederlagen gegen die Hussiten
sieht sich Sigismund gezwungen, Verhandlungen mit seinen
politischen Gegnern in Böhmen aufzunehmen. 1433 kommt es in
Basel zu einem Kompromiss zwischen Vertretern der katholischen
Kirche und den Hussiten, den "Basler Kompaktaten".
Den Hussiten wird der Gebrauch des Laienkelchs erlaubt.
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Während des Konzils in Basel
-Ende Mai 1433 - wird Sigismund in Rom vom Papst zum
Kaiser gekrönt. Zurück in Basel, vermittelte er zwischen dem
Konzil und Rom. Im November 1433 werden die Kompaktaten
beschlossen und im nächsten Jahr in Prag bestätigt. |
- Nach dem Sieg der gemäßigten über die radikalen Hussiten -
welche die Kompaktaten nicht anerkannt hatten - 1434 in der
Schlacht bei Lipan wird Sigismund nach Zugeständnissen an
die Hussiten auf dem Landtag von Iglau 1436 als König von
Böhmen bestätigt.
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Im Innern Böhmens setzte sich
fort, was zum Aufstand der Hussiten beigetragen hatte und
wofür viele Menschen gestorben waren: sowohl die Eigenmacht
des Adels gegenüber dem König als auch die Gegensätze und
Eifersüchte innerhalb des Adels. Die Schwäche der
staatlichen Ordnung bestimmte weiterhin das Schicksal
Böhmens. |
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- Sigismund I. stirbt am 9.12.1437 in Znaim. Mit seinem Tod
endet die Herrschaft des luxemburgischen Königshauses.
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Friedrich III. von
Habsburg (Deutscher König 1440 - 1493, römisch-deutscher Kaiser seit 1452)
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- Die
Wahl Friedrichs III. zum deutschen König
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- Nachfolger Sigismunds I., des letzten Luxemburgers, wird 1438
sein Schwiegersohn, Herzog Albrecht von Österreich, zum
deutschen König gewählt. Mit ihm beginnt das "ewige
habsburgische Königtum". Albrecht II. stirbt bereits 1439.
- Friedrich von Innerösterreich wird zum Vormund des (noch
ungeborenen) Sohnes Albrechts II.. Für diesen Erben (Ladislaus
Posthumus) übernimmt er als Friedrich III. 1440 die Regierung.
Erst zwei Jahre nach der Wahl bricht Friedrich III. zur
Krönungsreise nach Aachen auf.
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- Persönlichkeit und Regierungsstil
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- Gängige Urteile von Historikern über die Persönlichkeit
Friedrichs III. sind: "Bedächtiger und zäher
Charakter", "von Natur aus schwerfällig und ohne
Tatkraft", "Erzschlafmütze des Heiligen Römischen
Reiches", "nicht energisch genug um sich
durchzusetzen", "zögernd, schlaff und quallig",
"entschlusslos", "phleghmatisch".
- Neuere Forschungen zeigen, dass Friedrich III. durchaus das Pro
und Kontra einer Lage abwog und vor allem langfristige Ziele
anvisierte. Von aktuellen, vorübergehenden Krisen ließ er sich
nicht über Gebühr erregen. Paradoxerweise beruhte der
Entschluss, in einer bestimmten Lage nicht zu handeln, auch auf
einem Entschluss. Sein zögerndes Handeln war häufig Grundlage
für große politische Erfolge.
- Hinter der Politik Friedrichs III. stand die Vorstellung seiner
königlichen (und kaiserlichen) Würde und Herrschaftsrechte. Als
Kaiser sah er sich als obersten Gerichtsherrn. Gleichzeitig
glaubte er an die imperiale Sonderstellung des Hauses Österreich.
- Basierend auf seiner Vorstellung, oberster Herr des Rechts zu
sein, versuchte er häufig, politische Konflikte mit Hilfe
juristischer Verfahren zu lösen. Sein juristisches
Herrschaftswissen kam ihm dabei zugute.
- In seiner Rolle als oberster Gerichtsherr konnte Friedrich III.
belohnen und bestrafen: So war es ihm möglich, zur Belohnung
Reichslehen oder Regalien zu vergeben und als Strafe auch zu
entziehen. Zum gleichen Zweck vergab oder entzog er dem Adel die
"Blutgerichtsbarkeit" (d.h. das Recht, Strafen an Leib
und Leben zu verhängen und zu vollstrecken).
- Neben den auf dem römischen Recht basierenden Maßnahmen
benutzt Friedrich III. auch finanzpolitische Instrumente um
seine Herrschaft zu sichern bzw. zu erweitern. In den letzten zwei
Jahrzehnten spielen auch kriegerische Aktivitäten eine Rolle.
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- Durch den frühen Tod Albrechts II. (deutscher König 1438/39,
König von Böhmen und Ungarn 1437 - 1439) wurden Ansätze einer
starken Reichspolitik auf territorialer Grundlage (Vereinigung von
Österreich, Ungarn und Böhmen), zerstört.
- Das 'Landfriedensgesetz' von 1442, das auf einer
Vereinbarung zwischen Friedrich III. und den Reichständen
beruhte, wurde in der Praxis nicht umgesetzt. Die Fürsten
verfolgten weiterhin ihre Sonderinteressen; dem König fehlten zur
Durchsetzung seiner Ziele finanzielle und militärische
Ressourcen.
- In dem Zeitraum 1444 bis 1471 hielt sich Friedrich III. nur in
seinen Erbländern im äußersten Südosten des Reiches auf. Grund
waren Spannungen innerhalb der Familie Habsburg sowie
Auseinandersetzungen mit dem Adel
Böhmens und Ungarns.
- 1452 wird Friedrich III. in Rom zum Kaiser
gekrönt.
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Das Kaisertum hatte Friedrich
beharrlich angestrebt. In ihm sah er den entscheidenden
Integrationsfaktor für die Territorien seiner Hausmacht.
Kaiserwürde und deutsches Königtum wurden für ihn identisch:
Beide Kronen waren mit den Interessen und Intentionen des Hauses
Österreich verbunden. |
- Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453
wartete man im Reich vergeblich auf ein Engagement des Kaisers.
Eine von den Wittelsbachern angeführte Fürstengruppe plante die
Absetzung Friedrichs III..
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Ein Zeitgenosse Friedrichs schreibt:
"Der Kaiser sitzt daheim, bepflanzt seinen Garten und
fängt kleine Vögel, der Elende". (Friedrich III.
hat sich mit Vergnügen der Agrikultur und der Birnenzucht
gewidmet.)
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- Maßnahmen zur Stärkung der Zentralgewalt lassen sich seit den sechziger Jahren deutlich erkennen; nach 1470
beschleunigt sich die Modernisierung des Reiches.
- 1467
trifft Friedrich III. eine Maßnahme zur Friedenssicherung
im Reich: Eigenmächtiges militärisches Vorgehen des Adels
(Landfriedensbruch) wird zum Majestätsverbrechen erklärt,
auf das nach dem Vorbild des römischen Rechts die Todesstrafe
stand. Von dieser Regelung wird mehrmals Gebrauch gemacht.
- Maßnahmen
zur finanziellen Konsolidierung der Königsherrschaft:
Sämtliche königlichen und kaiserlichen Dienstleistungen (z.B.
die Vergabe von Hoheitsrechten) mussten bezahlt werden. Auf
das von Karl IV. verwendete Mittel der Verpfändung von Reichsgut
wird verzichtet.
- Ab
1471 wird Friedrich III. auch in den westlichen Grenzregionen des
Reichs aktiv.
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Im Westen des Reiches war das Herzogtum
Burgund zur Großmacht geworden. Die Herzöge Philipp der
Gute und Karl der Kühne strebten danach, sich ihre
Gebietsgewinne auf Reichsboden vom Kaiser legitimieren zu
lassen. Bei einer Zusammenkunft des Kaisers mit Karl dem Kühnen
in Trier (1473) kam es zu keiner Einigung. Als Karl der Kühne
1474 / 1475 die Stadt Neuss belagerte, stellte Friedrich III.
ein Reichsheer zusammen, das den burgundischen Herzog zur
Aufgabe zwang. |
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- Wahrung und Erweiterung der Hausmacht
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- 1444 Erfolgloser Versuch Friedrichs III., den Schweizern
ihre durch die Schlacht bei Sempach (1386) gewonnenen
habsburgischen Gebiete wieder zu entreißen.
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Ohne Wissen der Kur- und
Reichsfürsten hatte Friedrich III. den französischen König
Karl VII. gebeten, ihn gegen die Schweizer militärisch zu
unterstützen. Die Söldnerhaufen (Armagnacs), die Karl VII. in
das Reichsgebiet schickte, erlitten in einer Schlacht in der
Nähe von Basel so hohe Verluste, dass sie aus dem Schweizer
Gebiet abzogen und stattdessen das obere Elsass
verwüsteten. Nach Zwistigkeiten mit dem deutschen
Reichstag in Nürnberg zog sich Friedrich III. aus der
"Schweizer Affäre" zurück, er nahm Rücksicht auf
seine Seelenruhe.
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- Spannungen mit den Adligen Böhmens und Ungarns. Friedrich III.
wahrt die Interessen seiner Hausmacht.
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1458 wählte der ungarische Adel
Matthias Corvinius zum König. Kaiser Friedrich wurde ein Jahr
darauf zum Gegenkönig ernannt. 1463 gelang ein Arrangement,
wonach Friedrich die Stellung von Corvinius akzeptierte und
selbst als ungarischer König anerkannt wurde. Bedingung des
Kaisers war, dass ihm ganz Ungarn zustehe, falls Corvinius keine
Erben hat.
Corvinius eroberte Niederösterreich, Kärnten
und die Steiermark. 1485 vertrieb er den Kaiser aus Wien.
1490 starb er ohne Nachfolger. |
- Spannungen innerhalb der Habsburgischen Familie
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Im Verlauf des Krieges mit seinem
Bruder, Herzog Albrecht VI. kommt es 1462 zu einer demütigenden
Belagerung Friedrichs III. und seiner Familie in der Wiener
Hofburg. |
- 1486 setzte Friedrich III. die Nachfolge seines Sohnes
Maximilian als deutscher König durch. Von diesem Zeitpunkt an
regierten Vater und Sohn gemeinsam.
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- Mit dem Konkordat, das Friedrich III. 1445
mit dem Papst abschließt, gewinnt er erhebliche Kontrollrechte
für die Kirche Österreichs, ebenso die Garantie der
Kaiserkrönung.
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Ratgeber Friedrichs III. in dieser
Angelegenheit war Enea Silvio Piccolomini (der spätere Papst
Pius II.). Dieser hatte sich nach seiner Priesterweihe 1445 vom
Gegner zum Anhänger der Kurie gewandelt. Friedrich III. machte
diese Umkehr mit, ließ sich dies jedoch reichlich honorieren. |
- Durch das Konkordat vom Februar 1448 wird die weltliche
Macht im Kirchenbereich weiter gestärkt. Friedrich III. erzielte
- neben finanziellen Gewinnen - ein Mitspracherecht bei der
kirchlichen Stellenbesetzung.
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Friedrich III. machte dieses
Konkordat nicht zum Reichsgesetz, so dass die Regionalfürsten
nicht gezwungen waren, den Vertrag zu akzeptieren. Durch eigene
Verhandlungen mit dem Papst konnten sie zusätzliche Vorteile
herausholen.
Durch die Verbindung mit der weltlichen Macht
hat das Papsttum die geplanten Reformen "an Haupt und
Gliedern" für das 15. Jahrhundert aufgegeben. Das
Papsttum der Renaissance beginnt sich auszuformen. |
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- Friedrich III. starb 1493 in Linz nach einer spektakulären
Beinamputation. Sein Leichnam, mit kostbaren Wässern und Salben
einbalsamiert, wurde, auf einem Sessel sitzend, in der großen
Stube des Linzer Schlosses einen Tag lang jedermann gezeigt, dann nach
Wien überführt und, mit dem amputierten Bein vereint, zu St. Stephan
beigesetzt. (Der Sitz ist symbolhafter Ausdruck der Herrschergewalt.)
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In die Regierungszeit
Friedrichs III. fällt die Erfindung des Buchdrucks mit
beweglichen Lettern aus Metall durch Johannes Gutenberg (eigentlicher
Name: Johannes Gensfleisch zur Lade). Auf dem Reichstag in Frankfurt
werden im Herbst 1454 gedruckte, aber noch ungebundene Bibeln
angeboten. Viele Entwicklungen wären ohne diese Erfindung anders
verlaufen oder hätten gar nicht stattgefunden: Ausbreitung der Renaissance
und des Protestantismus, industrielle und politische Revolutionen
der Neuzeit.
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Maximilian I. (Deutscher
König 1459 - 1519, römisch-deutscher Kaiser seit 1493)
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- Die Situation des deutschen Reiches am Ende des 15. Jahrhunderts
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- Neuformation der europäischen Machtverhältnisse
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Die Neuformation der
Machtverhältnisse in Europa verlangte eine Reorganisation des
deutschen Reiches sowie eine Stärkung der Machtposition des
Kaisers.
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- Ansprüche an eine Reform des deutschen Reiches
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- Regelmäßige Einkünfte sollen den Kaiser in die Lage
versetzen, mit einem zeitgemäß ausgerüsteten Heer den Frieden
nach innen und außen zu wahren.
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Voraussetzung war die
Bewilligung von Reichssteuern durch die Reichsstände
sowie die Möglichkeit des Herrschers, diese Steuern durch
eigene Behörden einzutreiben (straffe
Zentralverwaltung). |
- Erhöhung der Regierungseffizienz durch Ablösung
des auf die Person des Herrschers ausgerichteten Hofsystems.
Unterstützung des Herrschers durch ein kollegiales
'Regierungsregiment', das auch in dessen Abwesenheit aktiv werden
konnte.
- Ablösung der regional und zeitlich begrenzten
Friedensordnungen durch einen 'Ewigen Reichslandfrieden'.
Errichtung von Institutionen zur Durchsetzung dieses
Friedens.
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- Das Regierungsprogramm Maximilians
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- Einführung von Reichssteuern
- Bewahrung des Landfriedens
- Einführung eines 'Regierungsregiments'
- Aufstellung eines Reichsheeres
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Durch die von Maximilian
angestrebten Reformen sollte sein politischer Handlungsspielraum
wesentlich erweitert werden. Die Reichsstände wollten in
Wahrung ihrer eigenen Interessen das genaue Gegenteil: Der
König sollte entmachtet werden. Die gegensätzlichen
Vorstellungen von König und Reichständen bestimmten die ganze
Reichsreformdebatte.
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- Die Einführung von Reichssteuern sollten Maximilian die
notwendige Handlungsfreiheit gewährleisten.
- Die Reichsstände befürchteten durch die Einführung von
Reichssteuern eine Stärkung der Königsmacht: Der König sollte
nicht in die Lage versetzt werden, seine äußeren Feinde zu
besiegen und danach mit zusätzlichen Mitteln im Reich ordnend
einzugreifen.
- Der Wormser Reichstag 1495 stimmte der Einführung von
Reichssteuern zu. In der Folge kamen jedoch nur sehr wenige
Reichsstände ihrer Pflicht nach, die bewilligten Steuern
einzuziehen und an den König abzuführen.
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Keine Bedrohung von außen - die
Gefährdung des Reichslehens Mailand durch die Franzosen, die
Türkengefahr im Osten, die Hilferufe des Deutschen Ordens gegen
den König von Polen - konnte die Reichsstände dazu
veranlassen, dem König die in Worms bewilligten Steuern
zuzuführen.
Zur Finanzierung seiner Vorhaben war
Maximilian gezwungen, die Ressourcen seiner Erbländer zu
mobilisieren. Dazu gehörten auch die Silberbergwerke in Tirol. |
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- Auseinandersetzungen des Königs mit den Reichsständen über
Umfang und Durchsetzung des Landfriedens.
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Strittige Fragen waren u.a.:
Sollten auch die Reichsfürsten von den Verboten der
Fehdeführung und der eigenmächtigen Pfändung zur Durchsetzung
vermeintlicher Rechtsansprüche betroffen sein? Sollte das
Kammergericht darüber entscheiden, ob und wann ein
Landfriedensbruch vorliegt?
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- Beim Wormser Reichstag 1495 war der König zu Kompromissen
gezwungen: Um die Reichsstände zur Steuerbewilligung zu bewegen,
akzeptierte er ständische Positionen wie die Besetzung des
Reichskammergerichts und dessen Lokalisierung außerhalb des
Königshofes. Das Pfändungsverbot und die Kompetenz des
Reichskammergerichts in Angelegenheiten des Landesfriedensbruchs
konnten vom König im Reichstag durchgesetzt werden.
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Maximilian I. führte den Beschluss
über das Reichskammergericht loyal durch: Noch im Jahr 1495
wurde es in Frankfurt feierlich eröffnet.
Die Zuständigkeit des Reichskammergerichts
bezog sich in erster Instanz auf Zivilprozesse gegen
Reichsunmittelbare und Fälle von Landfriedensbruch. Als zweite
Instanz diente das Reichskammergericht bei der Anfechtung von
Urteilen landesherrlicher und reichsstädtischer Obergerichte in
Zivilsachen. Das Gericht war in hohem Maße von den
Reichsständen beeinflusst, d.h. vom König unabhängig.
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- Die in Worms 1495 gefassten Beschlüsse zum 'Ewigen
Reichslandfrieden' wurden keineswegs schlagartig umgesetzt. So
kämpften einige Reichsstände weiterhin um das Fehderecht.
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- Die Reichstände verlangten auf dem Wormser Reichstag 1495 ein
von ihnen dominiertes Reichsregiment. Hier kam es zu keiner
Einigung mit dem König.
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Mit einem ständischen
Reichsregiment wäre dem König jegliche Entscheidung in
Reichsangelegenheiten - sogar über die Außenpolitik und die
Kriegsführung - genommen worden. |
- Um weiteren Plänen der Reichsstände für ein ständisch
dominiertes Reichsregiment zuvorzukommen, errichtete Maximilian in
Innsbruck ein Regiment für die Erbländer und das Reich, zu dem
auch eine Schatzkammer für die Finanzverwaltung und die
Steuereintreibung gehörte.
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Hintergrund auch dieser Maßnahme
war, sich Geldmittel zu verschaffen. Nur mit Hilfe der
Geldmittel, die diese Behörden mobilisierten, konnte sich
Maximilian behaupten. Allerdings konnte die Finanzverwaltung nur
in den Erbländern tätig werden. |
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- Als die Geldquellen aus den Erbländern versiegten, gab
Maximilian auf dem Augsburger Reichstag des Jahres 1500 dem
Drängen der Reichsstände nach, ein ständisches Reichsregiment
zu akzeptieren, nach - in der Hoffnung, der Reichstag würde neue
Reichssteuern bewilligen.
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Auch dem in Nürnberg residierenden
Regiment gelang es nicht, die Stände zur Erfüllung ihrer
Pflichten gegenüber dem Reich zu bewegen. Die ständisch
dominierte Reichsverfassung blieb so ein kurzfristiges
Intermezzo. Das Reich kehrte zu einer gemischt
monarchisch-ständischen Verfassung zurück. Bezüglich der
Reichssteuern blieb der König Bittsteller. Er hatte weiterhin
keinen Einfluss auf die Eintreibung von Steuern.
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Der Wormser Reichstag hatte die Aufstellung
eines Reichsheeres beschlossen.
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Trotz des Mangels an finanziellen Ressourcen
ist es Maximilian im Laufe seiner Regierungszeit gelungen, den Landsknechten
eine straffe, einheitliche Organisation zu geben.
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Trotz seiner persönlichen Vorliebe für die
Reiterei und das Geschützwesen legte Maximilian den Schwerpunkt
seines Militärs auf das infanteristische Söldnerwesen.
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Das Fußvolk kämpfte nun
erfolgreich in geschlossenen, quadratischen 'Gevierthaufen'.
Auch die Berittenen traten nicht mehr als Einzelkämpfer,
sondern als Formation auf. Die Geschütze wurden zur
Begleitwaffe der infanteristischen Söldnerheere.
Die Bereitschaft des Söldnerheeres, für die
Interessen des Königs zu kämpfen, hing vor allem von der Höhe
des Soldes ab. Solange sie nicht bezahlt wurden - und dies kam
häufig vor - waren sie kampfunwillig. Ganze Kompanien wurden
aus Geldgründen zur Fahnenflucht veranlasst.
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- Die Heiratspolitik Maximilians
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- 1477 Heirat Maximilians mit der reichsten Erbin seiner
Zeit, Maria von Burgund, der Tochter des kurz zuvor
gefallenen Karls des Kühnen. Eingefädelt wurde diese Hochzeit von seinem
Vater (Friedrich III.)
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Mit dieser Hochzeit wurde die Basis
für das weitere Ausgreifen des Hauses Habsburg - auch nach dem
Tod Marias im Jahre 1482 - geschaffen. Es bedurfte allerdings
eines 15jährigen Krieges, ehe es gelang, bedeutende Teile des
burgundischen Erbes an das Haus Habsburg zu binden.
Mit der burgundischen Heirat Maximilians
beginnt eine Serie von genealogischen Zufällen aus Heiraten,
Todesfällen und Erbschaften, die den Habsburgern innerhalb von
wenigen Jahrzehnten zu einem Reich verhalf, in dem "die
Sonne nicht unterging".
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- 1495 Doppelhochzeit der beiden Kinder aus Maximilians
burgundischer Ehe, Philipp und Margarethe, mit den
Kindern des spanischen Königs (Ferdinand II. von Aragón), Juana
(Johanna) und Juan (Johann). Der Infant Juan stirbt ein
halbes Jahr nach der Eheschließung.
- Nach dem Tod Juans war der Habsburger Philipp - Philipp der
Schöne - der Erbe Spaniens. Er erliegt 1506 einem Fieberleiden.
Juana (auch Johanna die Wahnsinnige genannt) ist wegen einer
Krankheit nicht regierungsfähig. Mit Juana hatte Philipp zwei
Söhne und eine Tochter. Der ältere Sohn ist der spätere Kaiser Karl
V.; der jüngere Sohn wird später zum Kaiser Ferdinand I.
gekrönt.
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Nach dem Tod der Ehefrau Ferdinands
II. von Aragón, Isabella (der Katholischen), im Jahre 1504,
hätte ein weiteres Kind aus der zweiten Ehe des spanischen
Königs mit der französischen Prinzessin Germaine de Fois die
Herrschaft der Habsburger noch verhindern können. Die Ehe blieb
jedoch kinderlos.
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- Das Fundament der Herrschaft über die Königreiche Ungarn und
Böhmen wird 1515 in der "Wiener Doppelhochzeit"
gelegt. Maximilian heiratet, stellvertretend für einen seiner Enkel
Karl und Ferdinand, Anna, die Tochter König Wladislaws von Polen.
(er hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden, welcher
Enkel Anna heiraten sollte). Maximilians Enkelin Maria heiratete
Wladislaws einzigen Sohn, Ludwig. (Maria war zehn Jahre alt,
Ludwig neun.)
- 1516 wird Anna von Böhmen und Ungarn, mit dem jüngeren
der beiden Kaiserenkel, Ferdinand, getraut.
- 1526 stirbt der Sohn Königs Wladislaws von Polen in der Schlacht
bei Mohács. Durch die Kinderlosigkeit seiner Ehe mit
Maximilians Enkelin Maria wird die habsburgische Erbfolge
ermöglicht.
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Durchsetzung
und Sicherung der Erbschaften
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- Der Erbfolgekrieg um Burgund
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- Am 7.8.1479 gelingt Maximilian bei Guinegate (Théouranne)
ein Sieg gegen den französischen König.
- Maximilian muss sich gegen die selbstbewussten
niederländischen Städte durchsetzen.
- Krieg gegen Frankreich auch um das zum Reich gehörende
Herzogtum Mailand.
- 1482 Im Frieden von Arras muss
Maximilian seine Tochter Margarethe, dem künftigen Karl
VIII. von Frankreich, versprechen (im gleichen Jahr war
Maria von Burgund bei einem Jagdunfall gestorben).
- 1493 Friede von Senlis: Das Herzogtum Burgund wird
zwischen der französischen Krone (Karl VIII.) und Habsburg
(Maximilian) geteilt.
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- Der Kampf um Böhmen und Ungarn
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- 1490 Beendigung der Erbteilungen innerhalb des Hauses
Habsburg. Vereinigung aller habsburgischen Herrschaftslinien
bei Friedrichs III. und seinem Sohn Maximilian.
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Nachdem 1457 die
niederösterreichische Linie ausgestorben war, blieb auch
die Tiroler Linie ohne Erbe: Sigmund, Erzherzog von
Österreich-Tirol, hatte keine legitimen Erben, so dass er
sich 1490 entschloss, seine Länder an König Maximilian
zu übergeben. Maximilian gelangte so in den Besitz der
reichsten Silberbergwerke Europas. |
- Nach dem Tod des ungarischen Königs Matthias I. Corvinius
im April 1490 gelingt es König Maximilian, die Ungarn aus
seinen Erblanden zu vertreiben.
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Mit Nachdruck hatte Matthias
seinen Anspruch auf die Krone in Ungarn gegen den
Habsburger Kaiser Friedrich III. durchgesetzt. Als der
böhmische König von Podriebrad eine Revolte des
österreichischen Adels gegen Friedrich III. unterstützte
trat Matthias auf die Seite des Kaisers. Er eroberte
Mähren und Schlesien und ließ sich 1469 als Gegenkönig
Georgs in Böhmen wählen. |
- 1491 Friede von Pressburg: Maximilian gelingt Zusicherung
der Erbfolge in Ungarn und Böhmen falls König Wladislaw
bei seinem Tod keine Kinder hat.
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- Der Krieg mit den Schweizern
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- Die Schweizer weigerten sich, die Beschlüsse des Wormser
Reichstags von 1495 (Reichssteuer, Zuständigkeit des
Reichskammergerichts) anzunehmen. Sie sahen in der neuen
Reichsverfassung eine Bedrohung ihrer Selbständigkeit.
- Bei dem 1499 beginnenden Krieg ging es Maximilian -
neben der Verpflichtung der Schweizer zur Reichstreue, d.h. vor
allem zur Abgabe von Reichssteuern) - um die Reaktivierung und
Ausdehnung seiner Herrschaftsrechte in Tirol.
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Für Maximilian waren der Ausbau
seiner Positionen in Tirol und die Sicherung des Engadins von
großer Bedeutung, ging es doch um die Verbindung zum Herzogtum
Mailand, das aufgrund seiner Heirat mit der Nichte des Herzogs
1493 in das Zentrum der königlichen Politik rückte. |
- In mehreren Schlachten in Graubünden und Tirol siegten die
Eidgenossen. Auch im Bodenseegebiet waren sie erfolgreich: in der Schlacht
an der Calven gegenüber einem tirolischen Aufgebot, in der Schlacht
bei Dornach (22.7.1499) gegenüber den Kontingenten des
Schwäbischen Bundes.
- Am 22.9.1499 wird in Basel ein Friedensvertrag unterzeichnet, in
dem sich die Schweizer den Erwerb einst habsburgischer
Territorien bestätigen ließen. Außerdem wird die
Eidgenossenschaft von der Reichssteuer freigestellt und das
Reichskammergericht für die Schweiz nicht zuständig erklärt.
Die Reichszugehörigkeit blieb jedoch unbestritten.
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- Nach dem Basler Frieden von 1499 hatten sowohl Maximilian
als auch die Schweiz freie Hand, in den Kampf um die Herrschaft in
Italien einzutreten.
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Angestoßen wurde der Konflikt um
Italien vom französischen König Karl VIII. .Er hatte
1494 versucht, das Königreich Neapel-Sizilien zu erobern, um
die vom Haus Anjou beanspruchten Rechte durchzusetzen. Obwohl
Karl VIII. scheiterte, setzte sein Nachfolger, Ludwig XII., die
französische Italienpolitik fort. Ludwig XII. konzentrierte
sich auf den Erwerb des Herzogtums Mailand. |
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- Maximilian sah in dem Besitz Italiens einen wichtigen Faktor
für die Stellung des römisch-deutschen Kaisertums und
für die Vorherrschaft in Europa. Bei der Eröffnung des
Reichstags in Worms 1495 forderte er von den Reichsständen "eilende
Hilfe" zur Verteidigung des Reiches - allerdings
vergeblich.
- 1499 Mit Hilfe von in der Schweiz angeworbenen Söldnern wurde
der Herzog von Mailand, Ludwig Sforza, von den Franzosen
vertrieben. Maximilian, der durch die Ehe mit Bianca Maria
Sforza persönlich mit dem Herzoghaus verbunden war, konnte es
aufgrund mangelnder Ressourcen nicht verhindern.
- 1509 wird das Bündnis mit Frankreich von den Schweizern
nicht erneuert. Sie verfochten nun eigene Ziele.
- Im Sommer 1512 besetzen die Schweizer Mailand.
Massimiliano, der Sohn des von den Franzosen gefangenen Herzog
Ludwigs, wird als Herzog eingesetzt - die faktische Herrschaft
übten die Schweizer aus.
- Der Versuch Maximilians, die Schweizer an einem Angriff gegen
Frankreich zu beteiligen (zusammen mit
burgundisch-habsburgischen und englischen Truppen) scheiterte:
Hohe französische Geldzahlungen brachte die Schweizer Truppen,
die bei der Stadt Dijon kämpfen sollten, von ihrem Angriff ab.
- Im Februar 1508 bricht der große Venezianerkrieg aus,
der acht Jahre dauerte und in den fast alle europäischen
Großmächte verwickelt waren. Den äußeren Anlass bildete der
Wunsch Maximilians, sich in Rom zum Kaiser krönen zu lassen.
Venedig verwehrte ihm mit Waffengewalt den Durchzug. Bei der
Belagerung von Padua wird die Armee Maximilians durch Venedig
abgekauft.
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Maximilian verzichtet auf die
Kaiserkrönung. Er nimmt den Titel "Erwählter
römischer Kaiser" an. Papst Julius II. stimmt dieser
Proklamation zu. |
- In den Jahren von 1508 bis zum Tod Maximilians im Jahre 1519
versuchten Frankreich und die Schweizer Eidgenossen
Eroberungen in Italien zu machen, während der deutsche Kaiser -
aufgrund der fehlenden Unterstützung durch die Reichsstände
- in diesen europäischen Machtkampf kaum eingreifen konnte.
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Die Schweizer unterlagen 1515 gegen
ein französisches Heer. Ihre früheren Erfolge wurden dadurch
zunichte gemacht. Das Herzogtum Mailand kam wieder in den Besitz
Frankreichs. |
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In die Regierungszeit
Kaiser Maximilians fällt die Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph
Kolumbus (1492). Seinem Weg folgen später Eroberer und
Missionare, Siedler und afrikanische Sklaven, Waren und Ideen. Dafür
kommen Gold und Silber nach Europa, Kartoffeln, Tabak, Mais - und der
Traum von einer "Neuen Welt". |
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