Deutschland im Jahre 1933


 
  • Politische Machtblöcke nach dem ersten Weltkrieg
 
  • Demokraten (SPD, DDP, Zentrum): Vertreter eines parlamentarischen Regierungssystems. Die 'Demokraten' hatten infolge der kriegsbedingten Spaltung der Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit im Reichstag verloren. Auch das Amt des Staatsoberhaupts, das wegen seiner großen Vollmachten besonders wichtig war, musste an die Monarchisten abgegeben werden (Grund: Hoher Stimmenanteil für den Kandidaten der KPD bei der Wahl des Reichspräsidenten).
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  • Monarchisten (DNVP, DVP): Anhänger eines konstitutionellen Regierungssystems. Nach dem Verlust der Staatsgewalt im Oktober 1918 (Einführung eines parlamentarischen Systems) sahen die Monarchisten ab 1930 die Gelegenheit, unter Einsatz der Vollmachten des von ihnen gestellten Reichspräsidenten Hindenburg wieder ihre alte Machtposition zu erlangen. Im Reichstag waren sie in der Minderheit. 
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  • In der Folge des Krieges waren zwei neue Parteien entstanden, die NSDAP und die KPD. Beide strebten weder das alte konstitutionelle noch das neue parlamentarische System an sondern die Diktatur ihrer Partei. Dies machte die Entscheidung im direkten Machtkampf zwischen den Monarchisten und den Demokraten unmöglich!
     
  • Die Machtübertragung an Hitler und die NSDAP
 
  • Die Monarchisten glauben, Hitler und die NSDAP für ihr eigenes Ziel, die Wiedererlangung der im Oktober 1918 verlorenen Macht, einsetzen zu können. Deshalb beteiligen sie Hitler an der Staatsgewalt.
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  • 30.1.1933: Reichspräsident Hindenburg ernennt Hitler zum Reichskanzler. Eine Koalitionsregierung ("Regierung der nationalen Konzentration") aus DNVP und NSDAP wird gebildet. Im neuen Kabinett befinden sich nur zwei Mitglieder der NSDAP (Hitler als Reichskanzler und Frick als Innenminister). Hitler verspricht, die Zusammensetzung der Regierung unverändert zu lassen..
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  • 1.2.1933: Regierungserklärung Hitlers; Auflösung des Reichstags 
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  • 5.3.1933:  Reichstagswahlen: Die Nationalsozialisten erhalten 43,9 % der Stimmen. Zusammen mit ihrem Koalitionspartner DNVP haben sie eine knappe absolute Mehrheit (52 %). Ein Drittel der Wähler (30,4%) stand immer noch hinter den Parteien der Weimarer Koalition (SPD, DDP, Zentrum). Die KPD erhielt 12% der Stimmen. - Die Wahlen waren nicht mehr frei, weil die mit der NSDAP konkurrierenden Parteien mit Hilfe des Staatsapparats massiv benachteiligt und verfolgt wurden.
     
Mitgliederstruktur der NSDAP: In der Periode 1925 bis 1929 waren der untere Mittelstand, die Bewohner von Kleinstädten sowie die Landbevölkerung deutlich überrepräsentiert. Ab 1932 zeigt sich ein deutliches Ansteigen des oberen Mittelstandes. Der Anteil der Frauen lag 1932 lediglich bei 5,5%.

Wählerstruktur der NSDAP:  "Im Jahre 1932 war der idealtypische Wähler der NSDAP ein selbständiger protestantischer Angehöriger des Mittelstandes, der auf einem Hof oder in einer kleinen Ortschaft lebte und der früher für eine Partei der politischen Mitte gestimmt hatte" (Seymor M. Lipset in: Gotthard Jasper (Hg.): Von Weimar zu Hitler. Köln 1968). 1930 hatte die NSDAP noch Rechtswähler und Nichtwähler mobilisiert; ab 1932 richtete sich die Wahlpropaganda gezielt an den Mittelstand.

 
  • Die Ausschaltung der Gewerkschaften und der Parteien
 
  • Brutale Unterdrückung der Demokraten und der Kommunisten; viele ihrer führenden Köpfe sind emigriert oder in Konzentrationslager eingesperrt.
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  • 2.5.1933: Die Gewerkschaften werden zerschlagen
  • 26.5.1933: Gesetz zur Einziehung kommunistischen Vermögens (zu diesem Zeitpunkt praktisch schon vollzogen!).
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  • 22.6.1933: Betätigungsverbot für die SPD
  • 27.6.1933: Freundschaftsabkommen zwischen NSDAP und DNVP
  • 28./29.6.1933: Selbstauflösung von Staatspartei (=DDP) und DVP.
  • 5.7.1933: Selbstauflösung des Zentrums.
  • 14.7.1933: "Gesetz gegen die Neubildung von Parteien". Die NSDAP ist nun die einzige Partei (Alleinherrschaft)
  • Die Aufhebung der Grundrechte und die Beseitigung des Parlamentarismus
  • 4.2.1933: Verordnung "zum Schutze des deutschen Volkes": Versammlungs- und Pressefreiheit werden eingeschränkt.
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  • 6.2.1933: Notverordnung: "Herstellung von geordneten Regierungsverhältnissen in Preußen".
  • 28.2.1933: Aus Anlass der Brandstiftung im Reichstagsgebäude durch einen Einzeltäter (die NSDAP spricht von einem kommunistischen Komplott!) werden mit einer Verordnung des Reichstagspräsidenten und mit Zustimmung der monarchistischen Regierungsmitglieder alle aufhebbaren Grundrechte der Weimarer Verfassung "bis auf weiteres außer Kraft gesetzt". Der preußische Innenminister Göring (NSDAP) lässt kommunistische Abgeordnete verhaften.
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  • 23.3.1933: Der neue Reichstag stimmt mit der erforderlichen verfassungsändernden Mehrheit dem "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat" (Ermächtigungsgesetz); die SPD stimmte gegen das Gesetz; die Mandate der Kommunisten waren nachträglich aufgehoben worden. - Die Weimarer Verfassung bestand immer noch, sie wahr nur stark ausgehöhlt; der Reichstag wird formell nicht aufgelöst.
Mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz, das die Regierung von allen Bindungen der Verfassung und der parlamentarischen Rolle befreite, glaubten die Monarchisten, mit ihrer Mehrheit in der Regierung die Gesetzgebung bestimmen zu können. Damit wurde die Vorraussetzung für die Errichtung der Diktatur geschaffen.

Eine Einheitsfront von SPD und KPD, von den Parteileitungen zur Verteidigung der parlamentarischen Demokratie  beschlossen, hätte eventuell die Machtübernahme der NSDAP durch Koalitionsvereinbarungen oder auch durch Generalstreik  verhindern können. Allerdings hätte dann die Gefahr eines bewaffneten Bürgerkriegs bestanden.


Der organisatorische Ausbau des nationalsozialistischen Staates


  • Die Aufhebung des Föderalismus
 
  • Föderalismus: Beteiligung der Länder an der Gesetzgebung und der Verwaltung des Gesamtstaates. Art. 60 der Weimarer Verfassung bestimmte: "Zur Vertretung der deutschen Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs wird ein Reichsrat gebildet". Der Reichsrat war die Vertretung der Landesregierungen.
  • Der Nationalsozialismus bricht mit der Zerstörung des Föderalismus eine Tradition des deutschen Verfassungslebens. Der Vorgang beginnt mit Gewaltmaßnahmen gegen die Länder und steigert sich am 31.3.1933 mit dem "Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich", welches die Regierung kraft ihrer Vollmacht aus dem Ermächtigungsgesetz erließ. Das Wahlverhältnis der Parteien aus der Reichstagswahl musste vom Landtag und den Gemeinden übernommen werden. In das Landesparlament durften nur noch von der NSDAP gewünschte Personen einziehen.
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  • Den Abschluss bildet am 30.1.1934 das "Gesetz über den Neuaufbau des Reichs":
  • Artikel 1: "Die Volksvertretungen der Länder werden aufgehoben".
  • Artikel 2: "Die Hoheitsrechte der Länder gehen auf das Reich über".
  • Artikel 4: "Die Reichsregierung kann neues Verfassungsrecht setzen".
  • Im Februar 1934 wird der Reichsrat aufgelöst.
  • Durch das Reichstatthaltergesetz von 1934 (Ernennung von Reichstatthaltern zu Chefs der Länderregierungen) wird das Eigenleben der Länder beseitigt. 
  • Die Zweiteilung von Staat und Partei
  • Die herkömmlichen Einrichtungen des Staates, die Verwaltung und die Reichswehr , blieben weitgehend in den Händen der Monarchisten. 
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  • Neue Einrichtungen (oder umgestaltete herkömmliche) wurden der NSDAP überantwortet. Diese Partei konnte dem Staat nicht nur Weisungen erteilen, sondern übernahm auch einen Teil der Staatsorgane.
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  • Der NS-Staat entwarf sich kaum oder gar nicht gerichtlich nachprüfbaren Einschränkungen der Gewalt.
  • Die Sicherung der NS-Herrschaft
  • Die Polizei
  • Herkömmlicherweise unterstand die Polizei in Deutschland den Ländern.
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  • Im März 1933 werden in den Ländern nationalsozialistische Polizeikommissare eingesetzt.
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  • Als mit dem "Gesetz über den Neuaufbau des Reichs" vom 30.1.1934 die Selbständigkeit der Länder aufgehoben wurde, ging auch die Polizeihoheit auf das Reich über. Am 17.6.1936 wurde Heinrich Himmler zum "Chef der Deutschen Polizei". Er unterstand dem Innenminister, nahm jedoch von diesem keine Weisungen entgegen.
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  • Die Nationalsozialisten richteten ihr besonderes Augenmerk auf die Politische Polizei, die es neben der Schutz- und Kriminalpolizei schon in der Weimarer Republik gegeben hatte. Es entstand die Geheime Staatspolizei, die Gestapo.
  • Die Polizeigewalt wurde den Organen der Regierung entzogen und der SS überantwortet, die ein Organ der NSDAP war.
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  • Innerhalb der Polizei übernahmen Sicherheitspolizei und Sicherheitsdienst (SD) die Aufgabe der Abwehr von möglicherweise drohenden Gefahren. Dazu gehörte auch die Verfolgung der Juden. Die Leitung der SD hatte Heydrich.
  • Die SS
  • Am 17.3.1933 hatte Hitler für sich eine aus 120 Mann bestehend "Stabswache" geschaffen. Im September wurde die "Stabswache" in "Leibstandarte (SS) Adolf Hitler" umbenannt. Diese ihm persönlich unterstehende Truppe gehörte weder zur Polizei noch zur Reichswehr. Nach der Entmachtung der SA wurde diese Truppe zur "SS-Verfügungsgruppe" ausgebaut. Nach dem Beginn des Krieges erhielt sie die Bezeichnung "Waffen-SS" - sie zählte fast 900000 Mann.
  • Die SS war weder Teil der Wehrmacht noch der Polizei. Sie war, wie Hitler es am 17.8.1938 ausdrückte "eine stehende bewaffnete Truppe zu meiner ausschließlichen Verfügung."
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  • Geschaffen wurde die SS zum persönlichen Schutz Hitlers und zur Sicherung seiner Herrschaft. Sollte sich das Volk einmal erheben oder das Heer putschen, dann war die Stunde der SS gekommen.
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  • Insoweit der SS auch die Polizei unterstellt war, oblag ihr die Gewährleistung der inneren Sicherheit des Staates. Die Unterdrückung politischer Gegner unterlag ebenfalls ihrer Zuständigkeit. Durch Gestapo und SS werden unbequeme oppositionelle Persönlichkeiten der Rechten wie der Linken, der Konservativen wie des Zentrums und der Arbeiterbewegung umgebracht.
  • Andere Organisationen
  • Der Nationalsozialismus schafft eine Fülle von großen Organisationen um möglichst jede Volksschicht überwachen und beherrschen zu können.
  • Grundlage des organisatorischen Aufbaus ist die sorgfältig gegliederte, zu blindem Gehorsam verpflichtete Partei, die jede Regung des Volkslebens überwacht.
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  • Jungvolk, Hitlerjugend (HJ) und Bund deutscher Mädel (BDM)
 
  • 1926: Gründung als Parteijugend
  • 1933: HJ wird Staatsjugend. Andere Jugendorganisationen werden auf sie aufgeteilt. Baldur von Schirach wird Reichsjugendführer.
  • 1.12.1936: HJ wird Pflichtorganisation für 10-18 Jährige.
  • Nichtmitgliedschaft bedeutete Widerstand gegen den Nationalsozialismus
  • Gliederung: 10-14jährige: Jungvolk und Jungmädelbund, 15 - 18 Jährige: Hitler-Jugend (HJ) und Bund deutscher Mädel (BDM); 18 - 21 jährige Jungfrauen: BDM-Werk Glaube und Schönheit (Frau trägt Zöpfe! Keine Dauerwellen!), freiwillige Mitgliedschaft
  • sportliche Ertüchtigung, bei der HJ vormilitärische Ausbildung.
  • Reichsarbeitsdienst (RAD): ein halbes Jahr für alle jungen Männer und Frauen (Pflichtorganisation ab 26.6.1935),  paramilitärische Ausbildung, Voraussetzung für das Universitätsstudium. Konstantin Hierl ist Reichsarbeitsführer (seit 7.7.1934)
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  • Deutsche Arbeitsfront (DAF) unter der Führung von Robert Ley (ab 10.5.1933); 30 Millionen Mitglieder. Diese Organisation tritt an die Stelle der Gewerkschaften und der Unternehmerverbände. Einsetzung von staatlichen "Treuhändern der Arbeit", keine freie Wahl des Arbeitsplatzes.
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  • Reichsnährstand (Landwirtschaft) unter der Führung von Walter Darré (ab 4.4.1933). Die Landwirtschaft soll Autarkie anstreben; sie wird vor dem Wettbewerb mit dem Ausland geschützt; weitgehende Kontrolle von Arbeit, Qualität, Preisen und Beständen (z.B. Viehbestand). Ablieferungszwang.  Landwirtschaftliche Betriebe mit einer Nutzfläche zwischen 30 und 500 Morgen müssen nach dem Reichserbhofgesetz vom 29.9.1933 ungeteilt an einen Erben übergehen.
  • Die Freizeitorganisation "Kraft durch Freude" (ab 27.11.1933) ist der Deutschen Arbeitsfront angegliedert. Freizeitangebote (vor allem Reisen) sollen das 'Wohlverhalten' der Deutschen erreichen und eine Motivation für die Erhöhung des Arbeitstempos bringen.
  • Auch die Reichskulturkammer unter der Leitung von Goebbels ist eine Zwangsorganisation.
  • Machtkonzentration in der Hand Hitlers
 
  • Der Tod des Reichspräsidenten von Hindenburg am 2.8.1934 gibt Hitler die Gelegenheit, die Konzentration der Macht in seiner Hand fortzuführen: Er vereinigt die Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers. Hitler wird nun allgemein nur noch "der Führer" genannt.
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  • Nach dem Tod Hindenburgs lag die ganze Staatsgewalt formal bei der Reichsregierung. Sie war Exekutive, Legislative und Verfassungsgeber zugleich.
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  • Der Reichstag wird noch dreimal gewählt und bei besonderen Gelegenheiten einberufen. Aber es gab nur noch eine einzige Partei und nichts mehr zu entscheiden.
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  • Auch die Reichsregierung wurde ihrer Macht beraubt. Sie tagte ab 1933 immer seltener und nach vier Jahren überhaupt nicht mehr. Die letzte Kabinettsitzung, in der Gesetze beraten und verabschiedet wurden, fand am 9.12.1937 statt. Die Minister blieben zwar an der Spitze der Regierung, aber an politischen Entscheidungen waren sie nicht mehr beteiligt. Es gab nun keine Beschlussorgane mehr.
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  • Die Reichswehr wird dem Oberbefehl Hitlers unterstellt und auf ihn persönlich vereidigt.
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  • Als Leitung des Heeres wird das 'Oberkommando der Wehrmacht" (OKW) organisiert; es steht über den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile und über dem Generalstab. Unter den Generalen Keitel und Jodel wird es zum gefügigen Werkzeug Hitlers.

Die innenpolitischen Maßnahmen Hitlers


  • Ausnutzung der Spannungen zwischen Monarchisten und Nationalsozialisten
 
  • Die Reichswehr fühlte sich von der SA bedroht, der paramilitärischen Organisation der NSDAP ( 4 Millionen Mitglieder). Der Chef des SA, Ernst Röhm, wollte sich die Reichswehr unterordnen.
  • Der monarchistische Reichswehrminister, Werner von Blomberg, bestand darauf, dass die Reichswehr "der einzige Waffenträger des Reiches" bleiben müsse. Dies bedeutete nichts anderes als den Anspruch der Monarchisten auf Machtbeteiligung. Auch von Papen machte klar, dass es die Monarchisten nicht zulassen wollten, "aus dem Staat verdrängt zu werden". (Rede  am 17.6.1934)
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  • Hitler beugt sich scheinbar dem Anspruch der Monarchisten, indem er seine Parteiarmee beseitigt. Am 30.6.1934 lässt er Röhm und ein Drittel der höheren SA-Führerschaft ermorden. In Wirklichkeit verzichtet Hitler nicht darauf, einen dritten Waffenträger im Staat zu seiner persönlichen Verfügung zu haben: An die Stelle der entmachteten SA setzt er die SS, deren Aufstieg zu einer innenpolitischen Streitmacht nun begann. - Die Reichswehr war jedoch erleichtert und arbeitete in der Folgezeit reibungslos mit Hitler zusammen.
Die Entmachtung der SA entspannte auch die Gegensätze innerhalb der Nationalsozialisten. In der SA (2 Millionen Mitglieder) und den Frontkämpferverbänden (1 - 1,5 Millionen Mitglieder) hatten sich diejenigen mittelständischen und kleinbürgerlichen Kräfte zusammengefunden, die mit der pro-kapitalistischen Politik der Hitler-Regierung unzufrieden waren (Beispiel: Warenhäuser wurden nicht - wie im Parteiprogramm angekündigt - zerschlagen). Mit der gewaltsamen Lösung des Konflikts dieses sozialen Konflikts stabilisierte sich das Regime Hitlers. Folgen des Massakers vom 30.6.1934 waren die Schwächung der mittelständischen Politik und die Stärkung industrieller Interessen.
  • Trotz weitgehender Übereinstimmung blieb das Verhältnis zwischen Monarchisten und Nationalsozialisten von Misstrauen und Rivalität gekennzeichnet. Hitlers Herrschaft beruhte darauf,  dass er beide Gruppen gegeneinander ausspielte. Häufig übernahm Hitler die Rolle des Schiedsrichters, erhob sich also über beide.
  • Wirtschafts- und Sozialpolitik
 
  • Prinzip: Erhöhung der Staatsausgaben in Zeiten wirtschaftlicher Not (u.a. zur Verminderung der Arbeitslosigkeit). 
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  • Umfangreiche Kredite und öffentliche Aufträge (Arbeitsbeschaffungsprogramme - zum Beispiel für den Autobahnbau -) führen der Industrie große Aufträge zu. Sog. MEFO-Wechsel dienen dem Verbraucher zur Vorfinanzierung für fünf Jahre; sie werden vom Staat wie bares Geld behandelt.
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  • Mit dem Gesetzespaket "zur Verminderung der Arbeitslosigkeit" wurden  für Frauen zinslose Ehestandsdarlehen eingeführt, sofern sie ihren Arbeitsplatz aufgeben (1000 RM bei Heirat als Gutschein für Hausrat, Rückzahlung 1 Prozent pro Monat nach 1/4 Jahr; Kürzung der Darlehensschuld durch jedes Kind um ein Viertel). 700.000 Frauen konnten auf diese Weise aus dem Arbeitsprozess ausgegliedert werden. - Mutterschaft, Hausfrauendasein, "art- und naturgemäße" Frauenarbeit entsprachen dem NS-Frauenbild.
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  • Außenhandel und Devisenverkehr werden staatlich reguliert; Belebung des Außenhandels.
  • Die Anteil der Arbeitslosen sinkt von fast 30 %  im Jahr 1932 auf 13,5 % im Jahr 1934.1936 sind nur noch 7,4% der Erwerbspersonen arbeitslos. Bald danach wird der Zustand der Vollbeschäftigung erreicht. 1939 muss das Reich wieder ausländische Arbeitskräfte heranziehen. 
Der Rückgang der Arbeitslosenzahl ist zweifellos auch auf die Besserung der internationale Wirtschaftslage zurückzuführen. Viele Erfolge der NS-Wirtschaftspolitik beruhen auf Maßnahmen früherer Regierungen. Außerdem sind bei den deutschen Statistiken Zweifel angebracht.
  • 1934 betrugen die Ausgaben für die Aufrüstung 50% aller Investitionen. Da auch bedeutende Beträge in die Konsumgüterindustrie flossen, handelt es sich zu diesem Zeitpunkt nicht um eine reine Kriegswirtschaft. Grund war wohl das "Blitzkriegskonzept" Hitlers.
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  • Abschaffung der Sozialpartnerschaft. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände werden aufgelöst.
  • Kirchenpolitik
  • In den ersten Jahren des Aufstiegs erhebliche Widerstände der Kirche gegen das NS-Regime
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  • Im Konkordat von 1933 wird der katholischen Kirche eine scheinbar befriedigende Lösung zugestanden. Die Bestimmungen werden jedoch willkürlich ausgelegt. So werden die Bekenntnisschulen benachteiligt.
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  • Den Protestantismus hofft der Nationalsozialismus durchdringen und beherrschen zu können. Er ruft die Bewegung deutscher Christen ins Leben und sucht alle protestantischen Kirchen in einer Reichskirche zu verschmelzen.
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  • Die von Martin Niemöller vertretene Bekenntniskirche vereinigt alle Kräfte des Widerstands im Protestantismus.
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  • Je deutlicher der Widerstand der Kirchen wird, desto stärker bricht im Nationalsozialismus die Feindschaft gegen das Christentum durch.

Die Außenpolitik Hitlers 1933 - 1939


  • Hitlers außenpolitisches Programm
  • Eroberungskrieg gegen Russland mit dem Ziel, für die Deutschen "neuen Lebensraum" zu gewinnen.
Im ersten Band seines Buches "Mein Kampf", der 1925 erschien, schreibt Hitler: "Erst wenn des Reiches Grenze auch den letzten Deutschen umschließt, ohne mehr die Sicherheit seiner Ernährung bieten zu können, entsteht aus der Not des eigenen Volkes das moralische Recht zur Erwerbung fremden Grund und Bodens."

Am 5.11.1937 eröffnet Hitler dem Kriegs- und Außenminister sowie den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtsteile, dass er spätestens 1943 den Krieg um Raumerweiterung zu führen gedenke. (Hoßbach-Protokoll). 

  • "Vorkrieg" gegen Frankreich zur Vermeidung eines Zweifrontenkriegs.
  • Anschluss Österreichs an Deutschland
Hitler in "Mein Kampf": "Österreich muss zu Deutschland und danach muss das großdeutsche Reich Eroberungskriege führen".
  • Bündnisse mit Großbritannien und Italien. Unterordnung der Innenpolitik unter die Ziele der Bündnis- und Kriegspolitik.
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  • Erreichung der deutschen Herrschaft über Europa unter Ausnutzung der Gegensätze zwischen den europäischen Staaten.
  • Die Jahre der Kriegsvorbereitung 1933 - 1938
 
  • Die Abrüstungsfrage
 
  • Hitler fordert die Rüstungsgleichheit Deutschlands - entweder durch allgemeine Abrüstung oder durch deutsche Aufrüstung.
  • Frankreich macht die Abrüstung von der Lösung der Sicherheitsfrage abhängig und wünscht die Aufstellung einer internationalen Streitmacht. Dies stößt jedoch auf den Widerstand Großbritanniens.
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  • Die Abrüstungskonferenz des Völkerbundes verspricht 1932 der Regierung Papen grundsätzlich die künftige Gleichberechtigung Deutschlands.
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  • Hitler trifft Anfang 1933 Maßnahmen zur Verstärkung von Heer und Flotte sowie zum Aufbau einer Luftwaffe unter Göring. Vorschläge Hitlers zur Begrenzung der deutschen Heeresstärke werden vom Ausland nicht angenommen. Ende 1933 erklärt er den Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz und dem Völkerbund.
 
  • Der Freundschaftsvertrag mit Polen
 
  • Hitler schließt 1934 mit Polen einen 'Konsultativ- und Freundschaftspakt', der in den folgenden zehn Jahren einen bewaffneten Zusammenstoß ausschließen soll.
  • Der Freundschaftsvertrag mit Polen berührt das französisch-polnische Bündnis von 1921. Frankreich glaubt, seinen Bündnispartner im Osten zu verlieren und nähert sich Russland an. 
 
  • Allgemeine Wehrpflicht und Flottenabkommen mit Großbritannien
 
  • Der Beginn der englischen Wiederaufrüstung und die Verlängerung der Dienstzeit in Frankreich (von 18 Monaten auf 2 Jahre) veranlassen Hitler am 9.3.1935, den Wiederaufbau der deutschen Luftwaffe, der bereits in vollem Gange ist, öffentlich anzukündigen und die Allgemeine Wehrpflicht wieder einzuführen.
       
  • 18.6.1935: Das Flottenabkommen mit Großbritannien gestattet Deutschland, eine Flotte in der Stärke von 35 Prozent der englischen zu bauen.
 
  • Rheinlandbesetzung und Bündnispolitik
 
  • Die Ratifizierung des Beistandspakts zwischen Russland und Frankreich durch das französische Parlament im Februar 1936 nimmt Hitler zum Anlass, die Locarnoverträge zu kündigen und das entmilitarisierte Rheinland zu besetzen. Beides wird von einer Reichstagsauflösung und einem zustimmenden Volksentscheid begleitet.
Am 20. Mai 1936 verbreitete der aus deutschen Emigranten bestehende "Ausschuss zur Vorbereitung einer Deutschen Volksfront" in Paris eine 'Deklaration der Deutschen Opposition zur Rheinlandbesetzung und zu Hitlers Kriegspolitik'. Vertreter der Arbeiterparteien und der Exil-Organisationen der großen Gewerkschaften aber auch parteilich Ungebundene hielten darin dem deutschen Volk vor Augen, dass Hitler einem Krieg zusteuert. Sie fordern ein gemeinsames Eintreten "für den Sturz der Hitler-Diktatur". Die Volksfront-Idee scheiterte 1938 an inneren Differenzen.
  • Obwohl das deutsche Heer zu diesem Zeitpunkt noch keinem Krieg gewachsen ist, handeln Frankreich und Großbritannien nicht. Italien hält sich völlig zurück. 
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  • Im August 1936 schließen Deutschland und Japan den "Antikominternpakt", der beide Mächte gegen Russland vereinigt.
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  • 1.11.1936: Mussolini spricht in einer Rede von der "Achse Berlin-Rom".
  • Der Anschluss Österreichs 1938
  • Hitlers "erstes Ziel" ist der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. Danach soll die Tschechoslowakei besetzt werden. Mit diesen beiden Aktionen will Hitler für den Fall eines Krieges mit Großbritannien und Frankreich die "Ostflanke" des Reiches sichern.
  • Österreich bis 1938
  • Ab 1933 gerät Kanzler Dollfuß in erbitterten Gegensatz zu der nationalsozialistischen Bewegung in Österreich. Am 25.7.1934 wird er bei einem missglückten Putschversuch der Nationalsozialisten ermordet.
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  • Der Nachfolger von Dollfuß, Schuschnigg, bemüht sich bis 1936 vergeblich, die österreichische Selbständigkeit zu sichern. Im Februar 1938 sieht er sich gezwungen, einem außenpolitischen Zusammengehen mit Deutschland und der Aufnahme von Nationalsozialisten in die Regierung zuzustimmen.
  • Die Besetzung Österreichs im März 1938
  • 9.3.1938: Ein deutsches Ultimatum erzwingt den Rücktritt von Schuschnigg. Der nationalsozialistische Innenminister Seyß-Inquart übernimmt die Regierung
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  • Der neue Kanzler wird von Göring veranlasst, um den Einmarsch deutscher Truppen zu bitten. Am 13.3.1938  marschiert die deutsche Wehrmacht unter dem Jubel der Bevölkerung ein.
  • Die sudetendeutsche Krise des Sommers 1938 und das Münchener Abkommen
  • Unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland verwandelt sich die sudetendeutsche Partei in der Tschechoslowakei unter Konrad Henlein in eine Einheitspartei aller Deutschen. Von Deutschland ermutigt, verlangt sie eine radikale Autonomie.
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  • Ende Mai 1938 bezeichnet es Hitler als seinen "unabänderlichen Entschluss die Tschechoslowakei in absehbarer Zeit durch eine militärische Aktion zu zerschlagen".
Hitler blieb bei seinen höheren Beratern nicht ohne Widerspruch. Der Generalstabschef des Heeres, General Ludwig Beck, vertrat die Ansicht, dass ein Angriff auf die Tschechoslowakei zu einem Krieg mit Großbritannien und Frankreich führen würde und dass Deutschland ein solchen Krieg nicht gewinnen könne. Als es General Beck nicht gelang, Hitler mit seinen Argumenten zu überzeugen, trat er zurück. Sein Nachfolger, General Franz Halder, der sein Amt am 1.9.1938 antrat, schätzte die Lage ebenso ein. Er erwog sogar einen Staatsstreich gegen Hitler.

Auf Hitler machten die Bedenken keinen Eindruck. Da es kein Gremium mehr gab, in dem Beschlüsse gefasst werden konnten, gab es auch keines, das sich gegen die "Zerschlagung der Tschechoslowakei" aussprechen konnte oder in dem das Für und Wider besprochen wurde. So setzte sich Hitler durch!

  • Der Vermittlungsvorschlag Großbritanniens, eine weitgehende Autonomie der Sudetendeutschen zu schaffen, scheitert an der Ablehnung der Tschechoslowakei
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  • Hitler kündigt auf dem Nürnberger Parteitag am 12.9.1938 eine Intervention des Reiches zum Schutze der Sudetendeutschen an. Wenige Tage später fordert er ultimativ die sofortige Übergabe der sudetendeutschen Bezirke.
  • Der Krieg scheint unvermeidlich. Der britische Premier Chamberlain bittet Mussolini um Vermittlung. Am 29./30.3.1938 kommt es in München zu einem Treffen zwischen Chamberlain, Daladier, Mussolini und Hitler. Durch das "Münchener Abkommen" werden die sudetendeutschen Teile mit dem Deutschen Reich vereinigt. Deutschland und die Westmächte stellen der Tschechoslowakei eine Garantie des Restbestandes in Aussicht.
Die Politik des "appeasement" als Fehler der Westmächte, insbesondere Großbritanniens,  zu betrachten, ist nicht gerechtfertigt. Hätte man Hitler die sudetendeutschen Gebiete nicht überlassen, wäre es zum sofortigen Krieg gekommen. Der Vertreter Großbritanniens, Chamberlain, wusste genau, dass sein Land für einen Krieg noch nicht voll gerüstet war. So musste Hitler den Krieg auf das nächste Jahr verschieben, in dem die Voraussetzungen für die Westmächte günstiger waren.
  • Die Besetzung der Tschechoslowakei im März 1939
  • Im März 1939 bricht Hitler sein gegebenes Wort und besetzt die Rest-Tschechoslowakei. Die Westmächte fassen jetzt den Entschluss, sich jeder weiteren Ausdehnung der deutschen Macht unbedingt zu widersetzen.
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  • 14./15.3. 1939: Hitler zwingt den tschechischen Staatspräsidenten Hacha in Berlin ein Abkommen über die Auflösung eines selbständigen tschechischen Staatswesens zu unterschreiben. Hitler ordnet die Umwandlung der Tschechoslowakei in ein deutsches "Protektorat Böhmen und Mähren" an. 
  • Der Ausbruch des Krieges mit Polen im August 1939
 
  • Litauen wird am 22.3.1939 durch ein deutsches Ultimatum zur Rückgabe des Memellandes gezwungen.
  • Der deutsche Außenminister Ribbentrop verlangt von Polen die Eingliederung Danzigs sowie eine exterritoriale Autostraße und Eisenbahnlinie durch den "Korridor". Polen lehnt entschieden ab.
  • 31.3.1939: Großbritannien erklärt sich bereit, den Bestand Polens zu garantieren. Dieses Angebot wird auf polnischen Wunsch in einen zweiseitigen Garantievertrag umgewandelt. Frankreich schließt sich dem Vorgehen Großbritanniens an.
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  • Am 11.4.1939 befiehlt Hitler, einen Feldzug gegen Polen vorzubereiten. Am 23.5. formuliert er sein Kriegsziel: "Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich um die Arrondierung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung."
Im Sommer 1939 waren immer mehr Diplomaten, hohe Militärs und sogar Leute wie Göring und Ribbentrop  zu der Überzeugung gekommen, Deutschland könne einen Krieg gegen die Westmächte nicht gewinnen. Keiner kannte jedoch die Meinung des Anderen. Hätte sich dieser Kreis getroffen, wäre Hitler isoliert gewesen. Als sie merkten, dass sie in Wahrheit dasselbe wollten, war es zu spät. 
  • 23./24.8.1939: Der deutsche Außenminister Ribbentrop schließt in Moskau einen deutsch-russischen Wirtschafts- und Nichtangriffspakt  (Hitler-Stalin-Pakt) ab. Beide Mächte verständigen sich außerdem über die Abgrenzung der Interessensphären.
Es ist zunächst unverständlich, warum Hitler einen Pakt mit einem Land schloss, gegen das er einen Eroberungskrieg führen wollte - und dieses Ziel hatte er ja nicht aufgegeben. Die Umstellung der Bevölkerung von einem Antibolschewismus zu einem freundschaftlichen Verhältnis und dann wieder zurück hätten ihm eigentlich hinderlich erscheinen müssen. Auch der Nachweis eines späteren Angriffsvorwands war schwieriger geworden. Für Hitler hatte der Pakt mit Stalin vor allem eine innenpolitische Funktion: Er wollte bei seinen Beratern den Eindruck erwecken, dass bei Wegfall eines Zweifrontenkriegs ein Krieg gegen die Westmächte zu gewinnen war. Hitler wollte unbedingt Krieg, die deutsche Führungsschicht wollte ihn nicht. Hitler setzte sich durch.
  • 25.8.1939: Hitler macht Großbritannien ein angeblich "großes, umfassendes Angebot". Für Handlungsfreiheit im Osten will er auf jede Grenzkorrektur im Westen verzichten und eine deutsche Garantie für das britische Weltreich übernehmen. Großbritannien lehnt dieses Angebot ab.
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  • 1.9.1939: Deutschland eröffnet die Kampfhandlungen gegen Polen.
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