Yemen

 

11.9.98    Yemen!  Nach chaotischem Abflug sind wir in Sana’a, nicht in Aden angekommen. Sana’a ist superschön, haben ein klasse Hotel mit Viererzimmer für uns alle zusammen, plus Wohnzimmer mit Fernseher und Telefon!! Stadtbummel in der Altstadt gemacht und ein bißchen shoppen gewesen. Alle Frauen sind verschleiert, offensichtlich ist es aber o.k., daß Andra und ich uns nicht verschleiern.

 

 

12.9.98   In der jordanischen Botschaft gewesen und Visum bekommen, ging schnell und unkompliziert. Bei der VW-Werkstatt nach Ersatzteil für die Bremse gefragt, sie haben uns bis nachmittags ein gebrauchtes besorgt, bis morgen bekommen wir ein noch besseres. In der Saudi-Botschaft gewesen, Andra und ich mit Kopftuch. Haben alle Unterlagen abgegeben, sollen morgen um 12.00 Uhr wiederkommen, dann kriegen wir angeblich Bescheid, ob alles o.k. ist. Die Spannung steigt!

 

 

 

13.9.98    Ersatzteil abgeholt, war leider doch nur das alte, aber o.k. In der Saudi-Botschaft gewesen. Riesiger Andrang und Tumult, denn lauter Yemenis wollten work-permit abholen. Haben unser Visum noch nicht bekommen. Es scheint aber klar zu sein, was wir wollen, haben unsere Pässe wieder und sollen Dienstag wiederkommen, der Konsul war beschäftigt. Wir haben aber ein ganz gutes Gefühl, daß es klappt. Nach Aden geflogen, hätten fast nach Dubai eingecheckt, Oli hat sogar einen Ausreisestempel bekommen. Der Flug war superkurz, ich dachte erst, wir machen eine Notlandung. Kaum oben, schon wieder runter! Sind im Hotel, das uns vom Hotel Sindbad in Sana’a aus reserviert wurde. Es ist nagelneu, aber nicht so klasse wie Sindbad. Es ist mal wieder knallheiß: 32 Grad um 21.00 Uhr.

 

 

14.9.98    Horrortag!! Um 6.oo Uhr aufgestanden, zur Shipping Company gefahren, Unterlagen abgeholt und in den Hafen gefahren. Dann sieben Stunden Spießrutenlauf, bis wir Auto und Motorrad wiederhatten!! Dann Bremse repariert, beim Entlüften ist eine Feder rausgesprungen. Ewig repariert, im Dunkeln zurück zum Hotel gefahren, zu viert ein Zimmer, morgen um drei Uhr aufstehen und nach Sana’a fahren wegen Saudi-Botschaft.

 

15.9.98    Fahrt - zuerst im Dunkeln - nach Sana’a. Super Straße! In Sana’a Bremsen endgültig reparieren lassen. In der Saudi-Botschaft die große Enttäuschung: Kein Visum, sondern Verzögerung und Umwege über die deutsche Botschaft in Saudi-Arabien etc. Alarm gemacht, rumtelefoniert, morgen geht es weiter.

 

 

 

 

16.9.98    Oli und Micha waren in der Saudi-Botschaft, Andra und ich in der deutschen. Außerdem waren Oli und Micha noch auf der syrischen und libyschen Botschaft. Ergebnis: Nirgends ein Visum bekommen! Das Saudi Außenministerium muß ein Fax schicken, damit der ganze Krams weitergeht, tut es aber bis jetzt noch nicht. Mit unserem Hotelrezeptionisten (Sihad) haben wir die Telefonnummern des Außenministeriums rausgefunden - Sihad teilweise mit verstellter Stimme - und haben herumtelefoniert, um Druck zu machen. Ergebnis bis jetzt: Wir bekommen das Visum auf keinen Fall rechtzeitig bis Micha weg muß, also kann auch ich nicht durch Saudi fahren. Oli und Andra könnten eventuell mit dem Auto durchfahren, das Motorrad und ich würden dann nach Jordanien fliegen. Oder aber wir müssen mal wieder alles verschiffen. Noch mal bei der VW-Werkstatt gewesen und Yemen-Aufkleber und „Remote Control" bekommen (VW SchlüsselAnhänger).

 

17.9.98    Auf der Syrien-Botschaft gewesen. Nach langen Diskussionen - „same to same" - haben wir das Visum zugesagt bekommen, wir sollen es Samstag abholen. Wegen Saudi hat sich noch nichts neues ergeben, wegen Schiffen auch nicht.

 

18.9.98    Wollten einen Ausflug nach Mareb (Ruinenstadt) machen, sind aber nur bis zur Hälfte der Strecke gekommen. Ständig Polizeikontrollen, und mal wieder waren alle Menschen am Straßenrand bewaffnet. An der letzten Kontrolle sollten wir dann einen ca. 15 Jahre alten „Guard" mit ins Auto nehmen. Wir sind dann doch lieber umgekehrt. Haben später erfahren, daß das Gebiet um Mareb sehr unsicher ist, wegen Stammeskonflikten. Wir sind dann zum Rockpalace gefahren, auf dem Weg dorthin war völliges Verkehrschaos. Am Whadi Dhar unterwegs noch angehalten und Verrückte beim Schießen gesehen. Der Rock Palace war sehr schön, vor allem nachdem alle verrückten Hochzeitsgesellschaften abgezogen waren. Abends Bummeln durch die Altstadt. Micha hat ein Ticket von Yemenia nach Frankfurt gekauft und ist heute schon abgeflogen.

 

 

 

19.9.98    Angebote für Schiffe eingeholt. Wird wohl 1300,00 US $ kosten. Wir haben nachgerechnet und könnten es tatsächlich noch bis zum 12.10.98 bis Hamburg schaffen. Oli hat Andras Haare gefärbt: Orange! Syrien-Visum abgeholt, es gab mal wieder Kaffee dazu. Abends Tänze auf dem Hoteldach.

 

 

20.9.98    Schiff gebucht bei „Hellmann" für 1300,00 US $. Vorher haben wir uns die allerletzte Absage vom Scheich aus der Saudi-Botschaft geholt. Flüge mit Royal Jordania nach Amman reserviert. Gepackt und lecker Hühnchen gegessen.

 

 

21.9.98    Um 5.00 Uhr aufgestanden und nach Al Hodeyda gefahren. 250 km durchs Gebirge und wunderschön. Zur Schiffahrtsgesellschaft gefahren. Das Carnet, das wir gestern abend schon losschicken mußten, war natürlich noch nicht da! Ist dann aber zum Glück noch angekommen. Wieder einmal Customs-Prozedur. Dieses Mal etwas angenehmer, aber genauso lange. Zwischendurch Bus „gekidnappt", Stempel privat geholt etc. pp., bis dann alles klar war. Lotte und Gummikuh sind im Container, Carnet ist gestempelt. Im Hotelzimmer gegessen, Busticket gekauft, morgen um 6.30 Uhr geht’s zurück nach Sana’a.

 

 

22.9.98    Mit dem Bus zurück von Al Hodeyda nach Sana’a gefahren. Der Fahrer ist an sich gut gefahren, wir saßen allerdings mitten unter kotzenden Kindern, denen in den Bergen schlecht geworden war. Ansonsten unterwegs natürlich mehrere Stopps, einer zum Quat-kaufen für die gesamte Busbesatzung! Sind mal wieder im Sindbad-Hotel, wieder im gleichen Zimmer. Haben Flug nach Amman endgültig gebucht und bezahlt. Andra und ich haben das Ticket je 100,00 US $ günstiger bekommen, weil wir unter 26 sind!

 

 

23.9.98    Gammeltag! Ausgeschlafen, gefrühstückt und wieder ins Bett gegangen und gelesen. Nachmittags in der Altstadt Mitbringsel gekauft. Dann zu Hellmann gegangen. Offensichtlich ist die „Kuta Wangi" tatsächlich in Al Hodeyda eingelaufen und wird gerade beladen und fährt dann ohne Zwischenstopp in Jiddha nach Aquaba. Die Chancen, daß alles rechtzeitig ankommt, sind also recht hoch. Im Hotel gegessen. Wir durften umsonst bis um 0.00 Uhr im Zimmer bleiben. Jetzt sitzen wir am Flughafen rum, um 3.00 Uhr ist Einchecken, um 5.00 Uhr geht der Flug. Auf dem Weg zum Flughafen waren schon ganz viele Häuser mit bunten Lichtern geschmückt, für den Revolution Day am 27.9.

 

 

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