8.8.98 „Nur" zwei
Bomben. Keine in Uganda. Der Grund ist noch nicht bekannt. Bis jetzt 70 bis 200
Tote, die Zahlen sind sehr unterschiedlich. In Dar Es Sallam war es nicht
so schlimm wie in Nairobi. Haben eine Null mehr bei der Vorwahl gewählt und
unserer Eltern dann endlich doch noch erreicht. Hatten sich Sorgen gemacht und
schon untereinander telefoniert. Sind heute bis Uganda gefahren. Die Straßen waren
relativ schlecht und die Grenze chaotisch, aber Uganda ist sehr schön!! Sind
jetzt in Jinja, zelten im Backpacker, der vor fünf Tagen eröffnet hat. Auf der
Strecke das bis jetzt unglaublichste Überholmanöver.

9.8.98 Fahrt von
Jinja nach Masaka. Vorher in Jinja noch die Nilquellen angeguckt. Unterwegs in
Kampala - obwohl Sonntag ist - Geld getauscht, um die Gorilla-Tour bezahlen zu
können. Auf dem Markt unterwegs eingekauft. Zelten in Masaka im Backpacker.
Waren erst alleine, dann ist doch noch ein Overlander angekommen.

10.8.98 Von
Masaka nach Bwindi gefahren. Unterwegs in Kabale eingekauft für die nächsten
Tage. Die letzten 92 km waren Gravel Road, beide Fahrzeuge haben es prima
bewältigt. Sind jetzt im Bwindi Impenetrable Forest und warten darauf, die
Gorillas angucken zu können. Pro Tag dürfen vier Leute gehen, wir sind auf
Platz 40 - 44 der Warteliste. Im schlimmsten Falle also zehn Tage warten, es
springen aber meistens welche ab. Zehn Tage wäre aber auch gerade zeitlich noch
o.k.

11.8.98 Erster
Wartetag ist fast rum. Nach langen Diskussionen haben wir uns entschieden, die
ganze Wartezeit hier zu verbringen und nicht zwischendurch wegzufahren. So ist
es besser für die Fahrzeuge, und wenn jemand von der Warteliste abspringt,
kriegen wir es direkt mit. Wäsche gewaschen, rumgehangen, mit den anderen
Wartenden unterhalten.

12.8.98 Wir sind
„umgezogen", mit unseren Zelten ein Stückchen weiter. Haben den
Superpassat komplett ausgeräumt und von innen saubergemacht, so gut das ging.
Er war total eingestaubt. Löcher im Fußboden geklebt. Haben auf Umwegen - per
Funk und Fax und über Birgit, Micha Bescheid gegeben, daß alles klar ist und
wir ihn in Nairobi abholen. Kleine Wanderung ins Dorf, Abendessen bei „Sanyu",
sehr lecker und viel. Auf der Warteliste sind wir einen Platz aufgerückt und
wären jetzt alle zusammen am Donnerstag nächster Woche dran.

13.8.98
Vormittags Wanderung zum Wasserfall gemacht. Unterwegs Blue Monkey, Red Tail
Monkey und Loist Monkey gesehen. War sehr schön, durch den Urwald zu laufen.
Als wir zurückkamen, war Abi und mein Zelt von Termiten zerfressen!! 1000000
kleine Löcher! Wir sind also wieder umgezogen und haben den Boden mit Tape
abgeklebt. Jetzt regnet es gerade (das erste Mal, seit wir im Regenwald sind),
der Härtetest für unseren Zeltboden. Birgit hat zurückgefaxt, wir wissen aber
leider nicht, was, da es in Deutsch war und ja zu uns gefunkt werden muß. Jetzt
müssen wir warten, bis es jemand von Kabale mitbringt.

14.8.98 Rumgegangen,
den Self-Guided-Walk gegangen, hat nur 20 Minuten gedauert. Das Zelt hat
gestern den Regen gut überstanden! Heute ist bis jetzt der langweiligste Tag.
Viel gelesen. Nachmittags baden im Fluß, sehr erfrischend. Tee trinken mit
unseren Nachbarn, den „Saudis". Warten immer noch auf das Fax. Nachher
essen bei „Sanyu":

15.8.98
„Wanderung" auf der Straße gemacht, die nach Kabale führt. Danach
rumgammeln. Dann am Fluß gewesen, Haare gewaschen, gelesen. Bei den Saudis
gewesen und Tips für Saudi-Arabien etc. bekommen. Fax ist gestern noch
gekommen. Micha kommt! Wir haben Patrick vom Office, der es gebracht hat, vor
Freude gleich zwei Bier ausgegeben. Haben das Zelt mal wieder umgestellt, war
nachts unbequem. Jetzt regnet es gerade mal wieder - ziemlich doll sogar. Habe
mein zweites Buch durchgelesen.

16.8.98 Den
längsten Walk gemacht. Unterwegs Gorillanester und Gorillascheiße gesehen, aber
keine Gorillas. Ca. 4 ½ Stunden unterwegs gewesen. Danach stundenlang auf
Chipatas gewartet. Im Regen im Fluß gebadet. Dave, Shawn und die Holländerinnen
(warten hier auch auf die Gorillas) sind um einen Tag aufgerückt, mit Glück
sind wir schon übermorgen dran mit Gorilla-Trecking, sonst immerhin am
Mittwoch. Ein neuer Overlander ist angekommen. Hat Hamburger Nummernschild!!
Sind aber anscheinend ziemliche Idioten und kein Hamburger dabei.
17.8.98
Gorillas!! Eine von der Pre-Booked-List ist nicht gekommen, und ich konnte
aufrücken und mitgehen! War ein ziemlich hektischer Aufbruch, aber klasse! Insgesamt
sieben oder acht Gorillas inclusive einem Silverback, plus drei Babies gesehen!
Sie saßen auf eine Lichtung und waren ganz nahe und sehr gut zu sehen. Eine
Stunde geblieben. Die Wanderung dorthin war kurz, steil und matschig. Die
Gruppe, mit der ich gegangen bin, war leider absolut unfit. Auf dem Rückweg bin
ich nach zwei Dritteln den Rest alleine gegangen. Jetzt sind Andra, Oli und Abi
gerade im Office, wir hoffen, daß sie morgen gehen können.
18.8.98 Abi war
heute bei der gleichen Gorilla-Gruppe wie ich gestern. Oli und Andra bei der
anderen. Alle haben die Gorillas gut gesehen. Wir können morgen also endlich
weiterfahren! Ich habe den Tag mit lesen verbracht, zwischendurch am Fluß. Habe
ein bißchen das Auto aufgeräumt und Mike (vom Overlander) über die Straßen
ausgefragt.

19.8.98 Abfahrt
aus Bwindi morgens um 7.00 Uhr. Fahrt auf der „Transitstraße" durch den
Queen Elisabeth Park. Die Straße war extrem schlecht, aber das wußten wir
vorher, und es hat geklappt und sogar Spaß gebracht. Hippopool und viele andere
Tiere gesehen. Oli und Andra sind beim Baumlöwen-Suchen vom Motorrad gefallen,
ist aber nichts passiert. Oli hatte Ärger an der Tankstelle, die Tankuhr war
nicht auf Null gesetzt. Wollten im Park übernachten. Eintritt hat insgesamt
100,00 US $ gekostet, die wir komplett in den Sand gesetzt haben, denn wir sind
nicht dort geblieben! Camping etc. war absolut überteuert, wenn man die
Schimpansen angucken will, muß man sich auch dumm und dusselig zahlen. Wir sind
also wieder gefahren, bis nach Mbarara und sind jetzt im „University Inn",
zelten im Garten. Warten gerade mal wieder aufs Essen. Haben den ganzen Tag nix
gehabt.

20.8.98 Fahrt
nach Jinja. Zwischenstopp in Kampala zum Geldwechseln und Telefonieren und
Pizza essen. Auf der Fahrt stottert der Passat. Benzin- und Luftfilter
ausgetauscht, jetzt geht er wieder. Schlafen im Backpacker. Selber gekocht.
Bier getrunken. Nachts hat Abi einen Alptraum.
