Spanish Dream

„Puh, geschafft!“ Josy lässt sich auf einen freien Platz im Café fallen. Wir
haben mächtig viel eingekauft, und damit unseren ersten Tag in Spanien
sichtlich ausgenutzt.
„Unsere Ferien werden wir wohl noch ziemlich genießen, was?“ Ich lächle sie
an und setze mich ebenfalls an den Café-Tisch. Sie nickt und blickt aus dem
Fenster. Nach kurzer Zeit bestellt sie uns ein Eis (sie ist diejenige die
spanisch kann*lol*) und widmet sich wieder dem Blick in die Außenwelt. Von diesem
Café aus kann man das Meer erblicken und gleichzeitig einen Teil der Stadt.
„Wir haben wirklich dem perfekten Urlaubsort gefunden!“, meint Josy dann
ohne ihren Blick von dem Fenster zu lassen. Ich lächle ihr wieder kurz zu und
nehme dem Kellner, der gerade unseren Tisch erreicht hat, meinen Eisbecher ab.
Josy ist kaum anzusprechen, so fasziniert ist sie von dem Leben außerhalb des
Cafés.
„Toniiii, daaaaa!“, ruft sie plötzlich und ich folge ihrem Blick. Ich
verschlucke mich fast an meinem Eis als ich entdecke was Josy meint.
„Die sehen doch hammer aus, oder???“, fragt sie mich und wieder nicke ich
bloß.Ich habe zwei Jungs entdeckt, einer blond, der andere eher dunkel. Josy
findet den Blonden wohl ziemlich attraktiv (sie steht fast ausschließlich auf
blond und ich...ich stehe mehr auf dunkel!Passt ja!!!)
„Ansprechen können wir sie nur jetzt schlecht...“, stelle ich enttäuscht
fest.
„Stimmt...man... hätten wir nicht ne viertel Stunde früher ins Café gehen
können? Dann wären wir jetzt wieder draußen...“
„Tja...keine Ahnung! Hoffentlich treffen wir sie später noch mal
irgendwo...“Josy nickt und widmet sich wieder ihrem Eis.
„Wie kannst du nur Zitroneneis essen?“ Ich blicke angewidert auf das was sie
gerade verschlingt. Sie zuckt mit den Schultern, grinst und isst genüsslich
weiter.Nachdem wir bezahlt haben, gehen wir die Treppen hinunter und wieder
hinaus, aus dem Café. Ein leichter Wind weht der uns ein bisschen abkühlt,
denn es ist irre warm! Wir schlendern noch eine ganze Weile durch die Strassen,
aber erblicken leider keinen einzigen von den beiden Jungen. Etwas enttäuscht
gehen wir dann zu unserer Ferienwohnung zurück, ziehen uns um und
beschließen noch ein bissen den Strand zu ‚erkunden’ (Das heißt sonnen und baden*lol*).
„Toni, wenn die Typen dich
sehen werden sie dich gleich abschleppen wollen, so geil siehst du aus!“, meint
Josy als sie mich in meinen Badeklamotten entdeckt.
„Ja klar, Josy! Wovon träumst du nachts?“ Sie lächelt nur und zieht sich
ihre Strandschuhe an. Ich folge ihr etwas trotzig, da ich weiß dass sie viel
besser aussieht als ich. Am Strand lege ich mich auf mein Badehandtuch in die
Sonne.
„Kommst du mit ins Wasser?“, fragt Josy, die schon startbereit ist gleich
aufs Meer loszustürmen.
„Neee, da bringen mich keine zehn Pferde rein!“, erwidere ich und lasse
meinen Kopf wieder aufs Handtuch fallen.
„Dann geh ich halt allein,... als ob die Fische dich auffressen würden...!“
Mit diesen Worten geht sie davon, in Richtung Wasser. Ich dagegen schließe
meine Augen und lasse mich gratis bräunen *gg*.
Ich liege schon mindestens eine halbe Stunde alleine dort, als ich eine
Stimme höre.
„Hey!“
Ich mache die Augen vorsichtig auf und blinzle leicht demjenigen entgegen
der mich gerade angesprochen hat. Ein Typ steht direkt vor mir, den ich zuerst
kaum erkennen kann, da er direkt in der Sonne steht.
„Hi...“, sage ich vorsichtig und rappel mich dabei auf. Plötzlich merke ich
aber WER da vor mir steht...der Blonde den wir aus dem Café gesehen haben...
„Du bist mir gerade so aufgefallen...da dacht ich mir, ich sprech dich mal
an.“ Ich blicke ihn verwirrt an...wenn Josy mitbekommt dass der Typ den SIE
entdeckt hat MICH anspricht, bin ich tot...Ich blicke mich nach dem Freund des
Blonden um...doch der ist nicht zu erblicken.
Ich lächle den Jungen zaghaft an und weiß nicht wirklich was ich tun soll.
„Darf ich mich setzen?“, fragt er und sein Blick führt auf Josys (!!!)
Handtuch. Ich nicke etwas unentschlossen und schon sitzt er neben mir.
„Oder gehört das Handtuch deinem Freund?“, hakt er nach.
„Nein, meiner FreundIN!“, erkläre ich.
„Gut!“ Er lächelt freundlich und erscheint dabei wirklich süß.
„Ich bin Ashley!“, stellt er sich dann vor, „und du?“
„Antonia...aber meinetwegen kannst du mich auch Toni nennen!“
„Okay...Toni! Ihr macht hier zu zweit Urlaub?“ *huch* es entwickelt sich
gerade ein Gespräch *wunder*
„Ja, wir kommen aus Deutschland...“
„Wir aus den USA...aus Orlando...ich bin mit meinen Kumpels hier...aber
wirklich Urlaub ists halt nicht...“
„Wieso?“, frage ich nichts ahnend und er beginnt zu lachen.
„Die Manager stören einen echt dauernd...und sagen dir was du nicht tun
darfst, wegen deinem Ruf und so..“
„Hä?“ Ich verstehe nicht wirklich was er damit meint.
„Ach, du weißt nicht wer ich bin?“ Ich schüttel mit dem Kopf.
„Ich bin ein Sänger...bei O-Town...das ist ne Boygroup..“, erklärt er mir.
Ich gucke ihn an wie ein Auto und weiß nicht recht ob er mich verarschen will.
„Du glaubst mir nicht? Komm mit zu mir und du wirst mir glauben...“
„Das is ne schlechte Anmache...“, denke ich laut *hups*.
„Das ist definitiv keine Anmache...wirklich!“
„Okay...wenn Josy möchte, kommen wir mal bei euch vorbei..“ Nun strahlt
Ashley übers ganze Gesicht.
„Prächtig!“, sagt er dann und schiebt mir einen Zettel in die Hand, „da
steht meine Nummer und die Adresse unseres Haus drauf...“
„Was ist denn hier los?“, höre ich plötzlich Josy, die total nass hinter Ash
steht und ungläubig ihren Blick zwischen mir uns ihm schweifen lässt.
„Oh, hi! Du musst ihre Freundin sein!“, begrüßt Ash Josy, die daraufhin bloß
nickt. Wahrscheinlich denkt sie ich hätte mich an Ashley rangeschmissen...
„Ich bin Ashley!“ Er gibt Josy die Hand.
„Josy...“
plötzlich fällt mir sein Freund wieder ein..
„Sag mal...“, fange ich an, „du warst vorhin mit einem Freund in der Stadt,
oder?“ *nach haken muss*
„Ja, mit Trevor...wieso? Habt ihr uns gesehen?“
„Ja...das ist einer deiner ‚Kollegen’?“
„Jep, interessierst du dich für ihn? Er sucht zwar gerade ne Freundin...aber
wenn schon, bekomme ICH dich!“ Ashley grinst mich breit an, als ob er mich
damit aufziehen wollt. Ich fühle mich zwar geehrt wegen seinem Kompliment,
zucke aber nur mit den Schultern und werfe Josy, die mich etwas böse anguckt,
einen Blick zu.
„Okay...ich muss jetzt los! Die anderen denken sicher noch ich habe mich
verlaufen oder so...“, meint Ash dann.
„Okay...wir rufen heut Abend an, vielleicht kommen wir vorbei, falls wir
euer Haus finden! Ach ja und hier hast du auch ne Nummer.“ Ich drücke ihm einen
Zettel mit Josys(!) Nummer in die Hand. Allerdings weiß Josy ja nicht, dass
Ash ihre Nummer und nicht meine bekommen hat, und sie sieht mich an als wenn
sie mich töten wollte.
„Gut, also bis dann!“, verabschiedet Ash sich, steht auf und geht los.
„Bis dann!“, rufen wir noch und blicken ihm hinterher. Als er weg ist setzt
Josy sich neben mich.
„Danke, Toni!!!Man...ich hab ihn zuerst entdeckt!“ Sie tut etwas beleidigt
und sieht dabei wirklich ein wenig enttäuscht aus. Ich lege einen Arm um sie
und grinse.
„Was meinst du wessen Nummer Ash hat?“ Sie sieht mir ungläubig in die Augen.
„Du hast doch nicht...?“
„Oh doch! Wenn er anruft, ruft er dich an, nicht mich!“ Josy lächelt
vorsichtig.
„Ich dachte du wolltest ihn jetzt für dich...man bin ich froh! Ich liebe
dich dafür!“, bedankt sie sich und gibt mir einen Kuss auf die Wange.
„Nein..ich interessiere mich nur für seinen Freund...Trevor, weißt du?“ Sie
nickt smilend.
„Ich wusste dass du auf dunkle Typen stehst!“, grinst sie dann.
„Tja...ist wohl nicht schwer zu durchschauen, oder?“
„Nein! Vor allem wenn man dich so gut kennt wie ich dich!“ Josy und ich
waren bereits im Kindergarten die besten Freundinnen. Wir stecken im Moment in
unserer Ausbildung zur Maskenbildnerin und haben ein paar Wochen frei bekommen,
die wir jetzt dazu ausnutzen mal wieder richtig zu entspannen.
„Gehen wir heim?“, fragt Josy mich, „es dämmert langsam, und ich bin
wirklich total kaputt!“Sie zieht sie ein T-Shirt über und schaut mich fragend an.
„Ja, lass uns heim gehen und Ash anrufen!“ Ich fange an zu kichern und sie
gibt mir einen Schubs in die Seite.
„Du wirst richtig rot wenn du ihn siehst! Wohl Liebe auf den ersten Blick,
was?“, ärgere ich sie weiter, woraufhin sie mir die Zunge rausstreckt und
ihren Kram zusammen packt.
Es ist nicht sonderlich weit zu unserer Ferienwohnung, ungefähr fünf Minuten
wenn man langsam den Strand entlang schlendert. Dafür war unsere Bleibe auch
nicht besonders billig beim Mieten, doch wir haben die letzten Geldreste
noch zusammengekratzt. Leider gibt es nur ein Badezimmer in der Wohnung und ich
darf sicherlich jeden Morgen ca. zwei Stunden warten bis Josy es wieder
verlässt *schon extrem drauf freu*

„Wie ist das mit Ash eigentlich alles zustande gekommen?“, hakt Josy nach
als wir im Haus sind.
„Hmm..ich hab ihn eigentlich gar nicht bemerkt, lag nur in der Sonne zum
bräunen und plötzlich hat er mich dann angesprochen.“
„Ich sag ja dass du fantastisch aussiehst...“ Sie sieht auf den Boden als ob
sie deprimiert wär.
„Ach was! Er steht sicher auf dich! Wahrscheinlich hat er mich wegen dir
angesprochen!“, versuche ich sie aufzumuntern, doch sie schüttelt entschlossen
mit dem Kopf.
„Okay, wir werden ihn anrufen, vielleicht können wir nachher noch zu den
Jungs rüber! Dann lernen wir die anderen auch kennen...Wahnsinn, der singt in
ner Boygroup...und ich hab ihn nicht erkannt! Wird Zeit dass ich ein wenig über
diese Gruppe rausbekomme...“, rede ich und versinke dabei halbwegs in
Gedanken.
„Er tut was???“
„Hmm? Ach so...er singt bei O-Town!“ Schon wieder blickt sie mich ungläubig
an (als ob ich ihr immer nur Schrott erzählen würd...*tss*).
„Er...singt bei...O-Town?“, fragt sie sicherheitshalber noch mal nach und
zieht dabei irgendeine Zeitschrift aus ihrem Rucksack, der im Wohnzimmer (wenn
man das so nennen kann) steht.
„Ja...“, antworte ich.
„Tatsächlich...das ist er...oh Gott...“ Sie zeigt mit dem Finger auf ein
Bild in der Zeitschrift die sie in der Hand hält.
„Zeig mal!“, sage ich und reiße ihr das Magazin aus der Hand, „Ashley Parker
Angel...na wunderbar! Also stimmt es...und so nen Traumtyp spricht UNS an??“
„DICH!“, versucht Josy klar zu stellen. Ich antworte nicht und blicke
weiterhin auf das Bild. Neben Ashley steht Trevor. Ich beäuge ihn ziemlich genau
und stelle fest dass er wirklich fantastisch aussieht! Da muss jetzt nur noch
der Charakter stimmen und ich habe meinen Traumprinzen gefunden!
„Toni???“, reißt Josy mich dann wieder aus meinen Gedanken.
„Hmm?“
„Ich habe dich gerade gefragt ob du Ash anrufen möchtest!“
„Oh..ähm nein! Das machst du!“ Ich drücke ihr das Telefon in die Hand und
ziehe den Zettel mit seiner Nummer aus meiner Tasche.
„Du spinnst wohl! Wem hat er denn die Nummer gegeben?Mir oder dir??“
„Das spielt keine Rolle! Jetzt ruf da an!“, versuche ich sie zu überreden.
„Nein!“ Sie legt das Telefon auf den Tisch und bleibt stur.
„Man bist du feige...okay, ich ruf an...“ Ich nehme das Tele wieder und
tippe die Nummer vom Zettel ab.
„Hallo?“, meldet sich nach dem dritten Klingeln jemand und ich bemerke
eindeutig dass es nicht Ashs Stimme ist, sondern eine andere männliche.
„Hi, hier ist Toni...könnt ich mal Ash sprechen?“, frage ich etwas
vorsichtig.
„Aaaaaaach Toni und Josy...hab schon von euch gehört! Wart mal!
AAAAAAAASSSSSSSHHHH!!!!“ Ich halte das Telefon etwas von meinem Ohr weg damit derjenige
der da dran ist mich nicht mit seinem Geschrei taub macht.
„Er kommt...Sekunde!“, wird mir erklärt und wenige Sekunden später ist Ash
auch schon dran.
„Hey!“, begrüßt er mich.
„Hi! Ich wollt mal fragen ob ihr heut Abend noch zu Hause seid?!“
„Ja, bis zehn, danach wollen wir in nen Klub! Wollt ihr mit?“
„Ähm wart...“ Ich lege eine Hand auf das Telefon und frage Josy ob sie dafür
ist.
„Ja, wir kommen mit! Wo treffen wir uns?“
„Kommt doch vorher zu uns...die Adresse hast du ja! Ist eigentlich ziemlich
leicht zu finden...wenn du an dem Ort bist wo wir uns vorhin getroffen haben,
musst du noch nen Stück geradeaus und die nächste Strasse rein...und dann
musste nur noch das Haus finden!“,erklärt er, „ich kann auch vor dem Haus
warten, dann entdeckt ihr mich!“ Er lacht kurz auf.
„Okay, alles klar! Ist es okay wenn wir so um neun kommen?“
„Klar!“
„Gut...also bis dann!“
„Bis dann, Süße!“
Wir legen auf und ich fühle mich etwas überfordert von dem ‚Süße’, da Josy
doch auf ihn steht und er lieber so etwas zu ihr sagen sollte.
„Wir gehen um neun rüber.“, sage ich zu Josy und bewege mich in Richtung
Bad.
„Na super! Jetz ham wir ja nur noch ne halbe Stunde um uns fertig zu
machen!“ Sie wird leicht hysterisch und rennt mir nach. Ich muss leicht lachen über
sie, so wie sie durch die Gegend hetzt...

Zum Schluss sind wir doch pünktlich und ordentlich gestylt da und Ash
empfängt uns freudig.
„Da seid ihr ja!“,begrüßt uns dann einer seiner ‚Kollegen’, der gar nicht
schlecht aussieht mit seinen dunkelbraunen Augen und seinen schwarzen Haaren.
„Ich bin Erik!“, sagt er dann, „schön euch kennen zu lernen! Tretet ein!“ Er
hält uns die Tür auf (uhhh ein echter Gentleman) und wir werden von Ash ins
Wohnzimmer (das kann man auch nicht mehr Wohnzimmer nennen, denn das ist so
purer Luxus, dass man das ‚Wohnzimmer’ schon als Wohnung sehen könnte).
Auf der Couch sitzen noch zwei Jungs, die dann auch auf uns zu laufen um uns
zu begrüßen. Wie sich herausstellt sind das Jacob und Daniel. Nur wo ist
MEIN Traumtyp? Keine Spur von Trevor...schade...Ich kann nur hoffen dass er noch
auftaucht.
Die Jungs sind alle sehr freundlich und wir fühlen uns ziemlich wohl. Josys
blicke führen ständig zu Ash, doch Ashs leider zu...mir...Dabei gönn ich Josy
so dass er sich für sie interessiert...
„Wo bleibt Trevor bloß?“, fragt Dan plötzlich und sofort bin ich hellwach
und spitze die Ohren.
„Vielleicht ist er im Klo stecken geblieben!“, witzelt Erik, woraufhin alle
anfangen zu lachen.
„Oder er ist beim baden ertrunken!“, ergänzt Jacob.
„Na ihr seid ja nett zueinander...“, höre ich mich dazwischen gehen. Was tu
ich hier eigentlich??Ich kenne diesen Trevor doch noch nicht mal und
verteidige ihn bereits...und das, wo ich weiß dass die andern Jungs nur Spaß machen!
Jake zuckt mit den Schultern.
„Hi!“, höre ich plötzlich jemanden hinter mir. Ich drehe mich um und
schmelze beinahe von dem Anblick. ER steht da...whoa *Herz bis zum Himmel schlägt*
„Errr...hi!“, kommt es mir über die Lippen und schon fühle ich mich als
hätte ich etwas verdammt falsches gesagt. Wieso bin ich schon so verrückt nach
ihm? Nur wegen seinem Anblick? Sein Voice ist wunderschön. Dieses alleinige
‚hi’ klang für mich ja schon wie Musik in den Ohren!
Er kommt näher, gibt mir die Hand und umarmt mich gleichzeitig kurz *kurz
vorm Herzinfarkt bin*
Die Welt um mich herum scheint vergessen. Ich nehme nur noch leise Laute von
den Leuten um mich herum wahr, die freudig durcheinander reden. Noch nicht
einmal Josy bemerke ich, erst als sie vor mir steht und vor meiner Nase rum
winkt.
„Oh...Josy...was ist?“
„Nichts, wollt nur mal sehen, ob du noch ansprechbar bist!“
„Hmm...“, bekomme ich nur heraus. Trevor pflanzt sich aufs Sofa. Er scheint
etwas schüchtern, aber unglaublich sweet!
„Dann wollen wir mal!“, meint Ash und zieht mich an meiner Hüfte an sich
heran. Da ich immer noch wie in Trance bin, bemerke ich weder das kaum, noch das
Josy ziemlich enttäuscht von mir wirkt.
Der Weg zum Klub scheint ziemlich kurz und als wir dann drinnen sind
bemerken wir dass schon totale Stimmung herrscht.
Ash bestellt mir einen Drink und beobachtet mich auffällig beim trinken.
„Du hast wunderschöne Augen, weißt du das?“ Ich verschlucke mich mal wieder
fast, und bemerke wie süß mir Ash doch auf einmal erscheint...Josy scheint
bei diesem Gedanken vergessen...Ich kann einfach nicht auf ihn verzichten, nur
weil sie auf ihn steht...
„Lass uns Tanzen!“, fordert er mich auf und zieht mich bereits auf die
Tanzfläche. Jeder seiner Hüftschwünge turnt mich an und nach ein paar weiter
Drinks lässt der Alkohol mich langsam in Stimmung kommen. Die Zeit vergeht wie im
Flug Ash tanzt wirklich fantastisch und als ein weniger schneller Song kommt,
falle ich ihm in die Arme. Die Außenwelt scheint vergessen...in diesem
Moment existieren nur ich und er.
Er scheint seine Chance zu erfassen und zieht mich langsam immer weiter aus
der Menge, bis wir die Tür erreichen und hinausgehen. Draußen ist es immer
noch warm, obwohl die Sonne längst verschwunden ist. Die Luft hat sich nur ein
wenig abgekühlt und ist nun ziemlich angenehm. Anscheinend habe ich doch zu
viel getrunken, denn ich fühle mich ziemlich komisch und ich glaube ich würde
durch die Gegend torkeln, wenn Ash mich nicht festhalten würde.
Er blickt mir tief in die Augen. Ich kicher leicht und bemerke ziemlich,
dass ich zu viel getrunken habe.
Bevor ich irgendetwas machen kann, liegen seine Lippen auf meinen und ich
gebe mich ihm vollkommen hin. Unsere Zungen fangen an leidenschaftlich, aber
zärtlich miteinander zu spielen und es ist ein wahnsinniges Gefühl.
„Wow....“, höre ich Ash sagen als wir uns wieder voneinander lösen. Ich
kicher nur noch mehr und lehne mich bei ihm an.
„Schätzchen, das war zu viel an Alk für dich...“, bemerkt er und nimmt mich
auf den Arm...Ein Wunder dass ich das alles noch mitbekomme...
„Ich bringe dich heim!“, sagt er und setzt sich in Bewegung...Er sagt nicht
mal den anderen bescheid...Der Weg erscheint plötzlich unglaublich lang und
langsam wird es für mich immer schwerer mich an seinem Hals festzuhalten. Doch
dann endlich, stehen wir vor der Haustür,...und zwar vor seiner.
Er lässt mich sanft herab, hält mich aber dennoch fest, denn ohne seine
Hilfe würde ich garantiert umfallen.
Er schließt die Tür auf, wir treten ein und er beginnt mich in sein Zimmer
zu schieben. Als ich sein Bett erreiche falle ich nur noch darauf. Ich bin
plötzlich todmüde, doch als ich ihn wieder spüre bin ich wieder etwas wacher. Er
liegt neben mir und streicht mir durchs Haar. Er sieht so wunderbar aus, mit
seinen eisblauen Augen.
„Ruh dich ein bisschen aus, okay?“, höre ich ihn sagen und verspüre einen
Kuss auf meiner Stirn. Er steht auf und möchte aus dem Zimmer gehen, doch das
lasse ich nicht zu. Ich halte ihn am Arm fest und ziehe ihn wieder zu mir
zurück.
„Nein, bleib...bitte!“, flehe ich ihn an und er bleibt tatsächlich.
„Aber..du solltest dich wirklich...“ Weiter kommt er nicht. Ich lege meinen
Finger auf seinen Mund und beginne ihn am Hals zu küssen. Er lässt es zu und
genießt es sichtlich. Seine Hände umfassen meine Hüfte und drücken mich immer
weiter an sich. Ich beginne sein Hemd aufzuknöpfen und küsse seinen Bauch
entlang. Ein leichtes Stöhnen ist wahr zu nehmen und langsam beginnt auch er
sich an meinen Klamotten zu schaffen zu machen. Er macht mich fast wahnsinnig
mit seiner Zunge und seinen Küssen. Nach weniger Zeit sind wir beide völlig
nackt.
„Willst du...wirklich?“, fragt er vorsichtig. Ich nicke und gebe ihm einen
weiteren, leidenschaftlichen Kuss.....


Am nächsten Morgen wache ich mit ziemlichen Kopfschmerzen neben Ash auf. Er
schläft noch ruhig. Ich gebe ihm einen Kuss auf die Stirn und klettere aus
dem Bett. Mir wird bewusst, dass ich wohl vorerst die selben Klamotten wie am
Vortag tragen muss, da ich ja nicht in unsrem, sondern in O-Towns
Ferienwohnung bin. Ich beschließe mir kurz ein Shirt von Ash auszuborgen, um ins Bad zu
gehen. Als ich unser Zimmer verlasse laufe ich fast gegen Erik, der gerade
meinen Weg kreuzt. Er beäugt mich von oben bis unten und grinst dann.
„Siehst ziemlich sexy aus, in so nem übergroßen Shirt...schön dass ich jetzt
weiß wo ihr beiden gesteckt habt...wir haben euch gestern Nacht noch
ziemlich gesucht!“, sagt er.
„Ja? Oh sorry...ich war total betrunken und Ash hat mich heim gebracht...wo
ist Josy?“
„Ich denke bei Dan...“
„Dan???“
„Jo! Die beiden hats wohl ziemlich erwischt...so ich muss jetzt in die
Küche, hab nen tierischen Hunger!“ Mit diesen Worten verschwindet er. Josy ist
also mit Dan zu Gange...perfekt! Dann kann sie nicht enttäuscht von mir sein.
„Ach ja, das Bad ist dort!“, reißt Erik mich wieder aus den Gedanken und
zeigt auf eine Tür.
„Danke...“ Ich gehe also dorthin, schließe ab, ziehe mich aus und kletter
unter die Dusche. Es tut gut das warme Wasser auf meiner Haut zu spüren.
„Toni? Schatz? Bist du da drin?“, höre ich Ashley plötzlich, der vor der Tür
steht.
„Ja! Geh schon in die Küche, ich komm gleich nach!“, rufe ich ihm zurück.
„Okay! Aber beeil dich!“ Mit diesen Worten verschwindet er wieder und ich
beeile mich tierisch.

Als ich angezogen aus dem Bad komme begegnet mir Dan.
„Morgen, Dan!“, begrüße ich ihn und gebe ihm einen kurzen Kuss auf die
Wange.
„Hey! Guten Morgen! Ash ist in der Küche!“Er klingt ziemlich freudig, kein
Wunder denn er hat eine Traumfrau ergattert.
„Ich weiß!“ Also gehe ich an ihm vorbei zum Esstisch. Dort sitzen bereits
Josy und Erik und bedrohen sich gegenseitig mit ihren Gabeln *lol* und Ash,
mein Sweety =)
Ich gebe Josy und Erik ebenfalls einen Guten-Morgen-Kuss und setze mich dann
zu Ashley.
„Na? Gut geschlafen?“, fragt Josy und hört sich dabei genauso happy an wie
Dan.
„Ja und du?“
„Ja!“
„Wie lang wart ihr gestern noch weg?“
„Ähm...so bis fünf oder so...keine Ahnung! Ziemlich lang jedenfalls!“ Sie
lächelt zaghaft und beginnt sich ein Brötchen zu schmieren. Wie sich
herausstellt sind Ash und Erik ziemlich verfressen, aber irgendwie hat das auch was
niedliches *hihi*
„Und? Was machen wir heute?“, fragt Ash und schaut dabei in die Runde.
Mittlerweile ist Dan auch erschienen und hat sich neben seine Süße gesetzt. Josy
lässt ihre Blicke die meiste Zeit nicht von Ash und mir. Anscheinend glaubt
sie nicht dass ich mich nun doch für ihn entschieden habe.
„Hmm ich weiß nicht...wir könnten an den Strand gehen, ein bisschen relaxen
und baden!“, schlägt Erik vor.
„Toni geht nicht ins Meer baden, sie hat Angst vor Fischen!“, erklärt Josy
und fängt dabei leicht an zu lachen.
„Na und?“, gebe ich sauer zurück.
„Was? Du hast Angst vor Fischen? Aber doch nicht wenn ich dabei bin oder?“,
fragt Ash und gibt mir dabei einen Kuss auf die Stirn.
„Hmm..mal sehen...“, antworte ich und lehne mich wieder bei ihm an.
„Wie kann man denn Angst vor Fischen haben? Die ham doch mehr Angst vor dir
als du vor ihnen!“, meint Erik und lacht dabei kurz auf.
„Ich weiß auch nicht...hab jedes mal Angst dass sie mich berühren...“ Dan,
Erik und Josy scheinen das so ziemlich belustigend zu finden. Nur Ash ist brav
*g* da hat er noch mal Glück gehabt!
„Was ist denn hier so zum Lachen?“ Jacob steht nun auch im Raum und blickt
uns neugierig an.
„Toni hat Angst vor Fischen!“, lacht Erik. Ich spiele daraufhin ziemlich
beleidigt und blicke nur Ashley an.
„Wo ist Trev eigentlich schon wieder?“, will Dan wissen. Und erst jetzt
fällt er mir wieder ein...
„Keine Ahnung! Wird schon noch auftauchen!“, meint Jake und er hat Recht.
Trevor erscheint ungefair eine halbe Stunde später in der Küche. Er sieht
ziemlich traurig aus und ich frage mich was mit ihm los ist. Die anderen
beschließen Josy und mich kurz zum Umziehen heim zu bringen und danach mit uns an den
Strand zu fahren. Als Dan, Jake, Ash, Erik und Josy sich fertig machen, nutze
ich die Chance zu Trevors Zimmer zu gehen. Ich klopfe an und frage: „Darf
ich reinkommen?“
„Ja, sicher...“, antwortet er und ich öffne die Tür. Er sieht ziemlich
fertig aus und liegt auf seinem Bett. Ich setze mich neben ihn. Mein Herz rast,
obwohl ich doch mit Ash ‚zusammen’ bin...irgendwie fühle ich mich zu Trevor
immernoch hingezogen, nur wahrhaben will ich es nicht!
„Was ist los?“ Ich muss einfach wissen was passiert ist, dass er so traurig
aussieht...
„Ach ist schon okay...“ Er weicht meinen Blicken aus.
„Nein, sag! Bitte!“, fordere ich ihn auf.
„Hmm....nein ich möchte dich nicht mit sowas belasten! Mach dir keine
Sorgen!“
„Die mach ich mir genau dann wenn du mir nichts erzählst...ich weiß dass wir
uns noch nicht besonders gut kennen, aber...trotzdem...“
„Hmm...na gut... meine Freundin hat gestern Schluss gemacht...“, erklärt er.
„Oh no...wie lang wart ihr zusammen?“, hake ich nach. Ich will ihm einfach
helfen, obwohl ich ehrlich gesagt ziemlich froh darüber bin, dass er nun solo
ist...
„Nicht lang...ne Woche um genau zu sein! Sie ist auch gar nicht unbedingt
das Problem...wir haben uns sowieso nicht mehr allzu gut verstanden, aber das
Schlimme ist, dass ich IMMER Probleme mit Frauen habe...“ Ich kaufe ihm das
nicht wirklich ab...wo ich schon so verrückt nach ihm bin...*hups* nein ich
gehöre zu Ash...*zu sich selbst sprech* Obwohl er trotzdem so...err ja *lala*
„Hmm...ach du findest schon die Richtige! Mach dir nichts draus! Don’t
worry, be happy!“ Ich grinse ihn an und er lächelt zurück *schmelz* Eigentlich ist
es schade dass man nicht zwei Freunde haben kann...*hups* schon wieder so
ein Gedanke *sich selbst schlag*
„Wissen die anderen was los ist?“Ich schaue ihn nochmals fragend an.
„Nein...sie wissen nichts von ihr..“
„Ach so...Naja jetzt komm! Die anderen müssten fertig sein! Ich werd dich
schon auf andere Gedanken bringen!“ Ich zwinker ihm zu und er scheint ein
bisschen glücklicher.
„Okay! Das lass ich mir nicht zweimal sagen!“, meint er und steht auf. Na
zum Glück geht es ihm besser...



Nach ungefähr einer halben Stunde sind wir dann endlich am Strand (Erik
musste sich ja unbedingt noch was zu essen suchen...). Josy und Dan seilen sich
gleich ab und ich sitze mit den restlichen Jungs da.
„Janie kommt morgen an!“, meint Jacob uns sieht dabei ziemlich froh aus.
„Wer ist das?“, frage ich ahnungslos.
„Seine Frau!“, erklärt Ash mir und nimmt mich von hinten in den Arm.
„Ach so..“
„Na so wies aussieht seid ihr beiden ja auch demnächst verheiratet!“, sagt
Erik und grinst erst mich, dann Ash an.
„Kann schon sein!“, lacht Ash zurück.
„Soooo ich werd mich mal in die Fluten stürzen! Kommt jemand mit?“ Erik
schaut fragend in die Runde.
„Ja, ich!“, kommt es von Jake und Trevor gleichzeitig und schon machen sie
sich auf den Weg.
„Und du?Willst du nicht mit ihnen gehen?“ Ich schaue Ash mit hochgezogenen
Augenbrauen an.
„Nein, ich bleibe lieber bei dir!“, grinst er zurück.
„Hmm...auch gut...“
„Sag mal...Toni?“
„Ja?“ Ich schmiege mich an seinen freien Oberkörper und schaue Erik zu wie
er sich an das kühle Nass stürzt.
„Empfindest du etwas für Trevor?“, spricht er weiter.
„Was?“ Ich sehe Ash etwas fassungslos an, „wie kommst du da drauf?“
„Ich weiß nicht...du schaust ihn immer so komisch an...aber wenn es nicht so
ist, ist ja okay!“
„Nein, Ash! Da ist nichts!“ Obwohl ich das sage, fühle ich mich etwas
schuldig...vielleicht ist da doch was?“
„Dann ist ja gut...“Er drückt mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ich liebe dich...“, haucht er mir sanft ins Ohr.
„Ich liebe dich...“, flüstere ich zurück und wieder zerschmelzen wir in
einen langen, leidenschaftlichen Kuss......
„So..wollen wir uns auch mal ins Meer wagen?“, fragt er als wir uns gelöst
haben. Er schaut mich mit seinen wunderschönen, eisblauen Augen an.
„Ich weiß nicht...“, zögere ich.
„Nun komm schon! Wenn dich nen Fisch beißt, beiß ich den zurück!“, grinst er
und zieht mich zu sich hoch. Mit ihm an meiner Seite fühl ich mich bereits
viel sicherer.Wir laufen also gemeinsam durch den Sand, immer näher zum
Wasser, bis mir die ersten Wellen an die Füße klatschen. Ashley lässt mich alsbald
los und wagt sich immer mehr ins Meer. Ich bleibe etwas zögernd stehen.
„Nun komm schon!“, ruft Ash mir zu. Ich blicke mich um. Erik, Trev und Jake
sind nicht allzu weit weg von uns, von Dan und Josy fehlt jede Spur, und Ash
wartet darauf dass ich mich ins MEER wage...Nur wie sieht das aus wenn ich
ihm jetzt nicht folge? Also nehme ich all meinen Mut zusammen und gehe Schritt
für Schritt auf meinen Boy zu. Als ich ihn erreiche nimmt er mich in die
Arme. Er ist ziemlich nass und kühl, aber es gefällt mir trotzdem bei ihm zu
sein.
„Na sehr schlimm? Wurdest du schon gefressen?“, fragt er und grinst dabei
als ob er sich über mich lustig machen würde..
„Haha...tsss....lass mich!“ Ich löse mich wieder von ihm und bewege mich in
Richtung Erik, bis ich etwas ekliges an meinen Beinen spüre. Ich fange an zu
kreischen wie sonst was, dass Ash so schnell wie möglich auf mich
zugesprungen kommt um mich zu ‚retten’.
„Was ist?!“, ruft er mir entgegen, als er mich fast erreicht hat und schon
springe ich ihm in die Arme.
„Da..da is was ekliges...“, stammel ich hervor und er fängt tierisch an zu
lachen.
„Oh Gott, Toni...hast du schon mal was von Algen gehört?“ Mich interessiert
es nur nicht ob das Algen sind oder sonstwas...ich habe mich erschrocken,
zitter am ganzen Körper und will mich nicht mehr von Ash lösen. Ich klammer wie
eine Klette an ihm.
„Ich hab Angst...“, sage ich ziemlich leise und Ash merkt anscheinend wie
ernst das für mich ist. Er gibt mir einen Kuss auf den Mund und drückt mich
ziemlich fest an sich.
„Tja...und wie kommen wir jetzt wieder raus? Soll ich dich vielleicht
tragen?“, fragt er. Ich schaue ihn nur an und denke gar nichts dabei. Im Grunde
genommen kann ich alles gar nicht so schnell realisieren.
„Okay...dann werden wir mal...hoffentlich hast du nicht so viel
gefrühstückt...“, meint er dann und nimmt mich plötzlich auf den Arm.
„Ash...“, bringe ich nur noch hervor. Er grinst kurz und schleppt mich dann
immer weiter aus den Fluten, bis ich wieder Sand unter den Füßen habe. Das
erste was passiert, ist, dass Erik auf mich zugestürmt kommt.
„Was war denn mit dir los?“, will er wissen und beäugt mich als wär mir
sonstwas passiert. Erst jetzt wird mir klar dass wohl der halbe Strand
mitbekommen hat, dass ich ne Kreisch-Attacke bekommen habe.
„Du weißt doch, dass sie Angst hat...nur leider ist mir das jetzt auch erst
wirklich klar geworden...“, erklärt Ash und sieht mich ziemlich
entschuldigend an.
„Na jetzt wisst ihrs...!Schon okay...“ Ich falle Ash wieder in die Arme.
Erik steht nur da. Zum Glück macht er keine dummen Bemerkungen.
„Ich glaube wir gehen dann mal zurück...du hast ne Pause nötig, Schatz!“;
meint Ashley und zieht mich hinter sich her, bis wir unsere Handtücher wieder
erreichten, in die er mich bereitwillig einhüllt.
„Ist dir kalt?“, fragt er, immernoch ziemlich mitfühlend.
„Es geht schon...“
„Okay...dann brauch ich dich ja nicht zu wärmen!“ Er grinst und kniet sich
in den Sand um unsere Sachen einzupacken.
„Also da hab ich auch nichts gegen! Aber du bist ja beschäftigt...!“ Ich tue
ein bisschen beleidigt und blicke Ash dabei zu wie er da so kniet...Er sieht
wirklich fantastisch aus in diesen Badeshorts...Es wundert mich dass er MICH
als Freundin will.
„Hmm...ja bin ich!“, er wirft mir einen ziemlich gemeinen Blick zu und
widmet sich dann wieder seiner Arbeit. Als er endlich fertig ist, komt er dann auf
mich zu und legt einen Arm um mich. Ich sehe Trevor auf uns zulaufen und
bemerke wieder wie sehr ich ihn mag...ZU sehr! Ich spüre einen Tich im Herzen,
als ob ich etwas falsches tun würde..Ist es falsch mit Ash zusammen zu sein?!
„Hey, Ash! Du sollst mal zu Jake gehen!“, sagt Trev.
„Ich kann jetzt aber nicht..ich will gerade Toni heimbringen!“, antwortet er
und wirft gleichzeitig einen Blick zu Jake, der aussieht als wäre es
dringend.
„Nun geh schon! Dann bring ich sie eben heim!“, meint Trev daraufin und der
Stich in meinem Herzen wird noch stärker, so dass er mich fast daran hindert
nach Luft zu schnappen.
Ashley schaut erst Trev, dann mich etwas misstrauisch an, geht dann aber
trotzdem los.
„Kümmer dich bloß gut um sie!“, warnt er Trevor noch und schon ist er weg.
„So..dann werden wir wohl auch mal los gehen.“
„Ich möchte noch nicht heim...“, rutscht es mir raus.
„Ähm...aber...“, beginnt Trev.
„Lass uns ein bisschen spazieren gehen! Okay?“, höre ich mich sagen.
„Hmm...okay!“ Trev klingt reichlich begeistert, das gibt mir wieder ein
sichereres Gefühl.
Ich schlendere also los, gefolgt von Trev.
Als wir nicht mehr in Sichtweite der anderen sind, nehme ich Trevs Hand. Sie
erscheint mir warm und weich. Er sieht etwas verwirrt aus, macht aber keine
Anstalten, dass es ihm NICHT gefällt. In diesem Moment entdecke ich eine
kleine Bucht und ziehe ihn mit mir dorthin.
Als wir dort sind, drehe ich ihn zu mir und blicke in seine fast schwarzen
Augen. Mein Bauch explodiert fast vor Schmetterlingen. Ich könnte stundenlang
dort stehen und ihn anblicken. Alles um uns herum scheint vergessen, selbst
Ash...als ob er nie existiert hätte.
„Toni...“, beginnt Trev, „ich weiß nicht was du mit mir machst...aber...“ Er
zögert kurz. Ich stehe immernoch einfach nur da und blicke ihm in seine
wunderschönen Augen. „Du machst mich verrückt!“, beendet er seinen Satz. Danach
beugt er sich leicht vor. Ich schließe meine Augen und unsere Lippen treffen
aufeinander. Ich spüre, dass es das ist, was ich mir seit Tagen so sehnlichst
gewünscht habe. Ich habe mir Trevor gewünscht! Nicht Ashley...
„Trev...ich weiß nicht, aber eigentlich bist DU es den ich wirklich
liebe..nicht Ash! Als ich dich zum ersten Mal sah war ich bereits verrückt nach
dir!“, erkläre ich als wir uns wieder voneinander lösen.
„Aber warum...?“
„Ich weiß es nicht...vielleicht hatte ich das Gefühl nie an dich ran zu
kommen...ich weiß es nicht!“ Ich falle in seine starken Arme. Er ist der den ich
die ganze Zeit gesucht habe. Mein Gefühl sagt mir dass er meine wahre Liebe
ist. Und wieder verschmelzen wir in einen Kuss. Ein Kuss der noch schöner ist
als der vorige...und schöner als jeden den ich mit Ash gehabt habe, denn in
diesem Kuss steckt wahrhaftige Liebe...
„Ich möchte mit dir zusammen sein...“, hauche ich ihm ins Ohr. Er drückt
mich an sich und ich möchte am liebsten für immer diesen Augenblick erleben.
„Ich liebe dich, Toni...“, flüstert er zurück. Doch nun werde ich allmählich
auf den Boden zurückgeholt. Ich habe Ash gerade hintergangen. Und mir tut
alles plötzlich so leid. Warum habe ich eigentlich diese ‚Beziehung’ mit ihm
begonnen? Ich habe ihn noch nie wirklich geliebt, hatte immer nur Trevor im
Kopf! Warum nur?!
„Trev ich...ich weiß nicht was ich tun soll...“ Eine Träne sucht sich den
Weg über meine Wange, „ich möchte mit dir zusammen sein und bin mit Ash
zusammen...was habe ich nur getan?“, mit diesem Satz drehe ich mich um und renne
davon. Ich möchte plötzlich alles hinter mir lassen. Am liebsten würde ich
zurück nach Deutschland fliegen und alles vergessen. Es fällt mir schwer durch den
Sand zu laufen, doch im Moment ist mir alles egal. Ich nehme meine letzte
Kraft zusammen. Es wundert mich dass ich den Weg zu unserer Wohnung gefunden
habe, in der ich mich ziemlich schnell einschließe und mich auf mein Bett
fallen lasse. Jetzt habe ich Ash hintergangen und Trevor am Strand stehen
lassen... Mehr als das was ich in den letzten Tagen alles falsch gemacht habe, kann
man doch gar nicht mehr tun...
Die zeit vergeht ziemlich schnell. Anscheinend liegt es an den tausenden
Gedanken die mir durch den Kopf fliegen. Irgendwann höre ich jedenfalls Josy.
Ein Blick aus dem Fenster lässt mich erraten, dass es bereits dunkelt.
„Toni?“, höre ich Josy rufen, doch ich antworte nicht. Sie versucht meine
Zimmertür zu öffnen, die allerdings abgeschlossen ist.
„TONI! Mach auf!!!“ Josy klingt ziemlich besorgt und ihre Stimme wirkt
leicht ängstlich.
„Was ist?!“
„Bitte mach auf! Ich mach mir Sorgen um dich! Was ist um Gottes willen
passiert?“
Aus irgendeinem Grund drehe ich den Schlüssel im Schloss um und Josy kommt
kurz darauf reingeplatzt. Ich dagegen kletter zurück in mein Bett und ziehe
mir die Decke über die Ohren.
„Was ist los???Keiner wusste wo du bist! Die Jungs suchen noch am Strand
nach dir!Vor allem Ash macht sich ziemliche Sorgen!“, Josy klingt immer noch
ziemlich aufgeregt und setzt sich neben mich.
„Ich habe alles falsch gemacht, Josy!“
„Aber was denn?“
„Ich bin mit Ash zusammen gekommen...obwohl ich ihn nicht liebe! Sondern nur
Trevor...und vorhin...“
„Was, vorhin??“
„Habe ich Trevor geküsst...ich habe Ash hintergangen, Josy! Wie kann ich das
je wieder gut machen?! Er hat mich gefragt ob ich etwas für Trevor
empfinde..und ich habe verneint! Und dabei ist es doch so...“
„Oh Toni...“ Sie nimmt mich in den Arm und versucht mich zu trösten.
„Du redest einfach ganz in Ruhe mit Ash wenn es dir besser geht...vielleicht
brauchst du erstmal nur ne Auszeit! Mach ihm das klar und entscheide dich
dann!“, schlägt sie vor. Ich nicke kurz.
„Komm, das wird schon wieder! Geh mal ins Bad und wasch dich! Du siehst echt
schlimm aus...und ich ruf mal die Jungs an, damit die sich nicht noch tot
suchen!“ Josy zieht mich aus dem Bett und schiebt mich ins Bad. Mein
Spiegelbild ist wirklich nicht gerade schön anzuschauen. Ich denke nochmal über Josys
Worte nach. Ihr Vorschlag ist wohl die beste Lösung...
Als sie mein Zimmer wieder verlässt geht es mir etwas besser. Ich werde
ziemlich ruhig und denke eine ganze Weile nach. Das macht mich ziemlich müde und
alsbald bin ich eingeschlafen.

Am nächsten Morgen werde ich von dem schrillen Geräusch meines Weckers aus
dem Schlaf gerissen. Müde suche ich den Weg zu dem Knopf, der das Klingeln
beendet. Im ersten Moment geht es mir wie neu geboren, doch langsam fällt mir
alles vom Vortag wieder ein. Ich beschließe zuerst unter die Dusche zu gehen
und später vielleicht etwas mit Josy zu unternehmen, soweit ihr Dan nicht
wichtiger ist...
Als ich später in die Küche komme sitzen überraschenderweise Erik und Dan am
Tisch. Super...die haben mir jetzt noch gefehlt...
Ich werfe Josy einen Blick zu, die daraufhin aber nur ratlos mit den
Schultern zuckt.
„Was war los?“, fragt Erik mich und sieht mich neugierig an.
„Nichts Schatz...schon gut!“, antworte ich. Er sieht nach diesem Satz
verwirrt aus, höchstwahrscheinlich von dem Wörtchen ‚Schatz’, aber es macht mir
nichts mehr aus ihn so zu nennen, da ich ihn wirklich lieb gewonnen habe.
Dan steht auf und geht zu Josy. Ich sehe ihm nach und werde wieder ziemlich
traurig als er Josy liebevoll in den Arm nimmt. Ich wünsche mir insgeheim
Trevor würde das mit mir tun...doch... da ist noch Ash..
„Ash möchte dich sprechen!“, erklärt mir Erik mit vollem Mund und reißt mich
damit mal wieder aus meinen Gedanken.
„Oh...ja...“, kommt es mir über die Lippen. Mein Blick sinkt zu Boden und
ich überlege wie ich es anstellen soll ihm das gestrige Eriegnis zu beichten
und ihm damit so wehzutun.
„Wo ist er?“, frage ich ohne meinen Blick von dem boden zu wenden.
„Draußen, dort!“, sagt Erik und als ich ihn angucke macht er mir eine Geste
mit dem Kopf in Richtung Fenster. Ash steht nicht allzu weit weg mit Jake da
und redet irgendwas mit ihm.
Meine Beine setzen sich wie von alleine in Bewegung und in Richtung Tür
obwohl mein Kopf immer noch dagegen ist.
„Ashley?“, höre ich mich rufen als ich vor der Tür stehe. Mir geht es auf
einmal so schlecht als müsste ich gleich brechen.
„Oh, Cutie!“, ruft er zurück und kommt auf mich zu. Ich dagegen lasse mich
auf die Treppe sinken.
„Ist was? Du siehst ziemlich bleich aus!“ Ash steht plötlich mit einem
besorgten Ton vor mir.
„Nein...es geht schon! Können wir irgendwo anders hingehen? Ich muss mit dir
sprechen!“
„Sicher...“ Und schon stehe ich wieder auf und laufe los. Bis wir nach
einiger Zeit ein ruhiges Stückchen Wald erreichen.
„Also?!“ Er bleibt stehen und blickt mir erwartungsvoll in die Augen. Mein
Mund bleibt aber trocken und stumm.
„Du hast mit Trevor gepoppt, was?“ Ich blicke ihn leicht erschrocken an.
Solche Worte kenne ich nicht von ihm, genauso wenig wie seinen strengen Blick
den er nun aufgesetzt hat.
„Nein...so schlimm ist es nicht, aber ich bin mir im Moment mit meinen
Gefühlen nicht im Klarem...“
„Das heißt?“ Er hört sich immer noch genauso an wie vorher. Mit einem leicht
wütendem Ton in der Stimme.
„Ich denke wir sollten uns trennen...vielleicht nur für kurze Zeit, aber ich
muss erstmal meine Gefühle sortieren...“
„Ja klar...ich wusste dass du was von Trev willst! Lief da schon was?“
Ich nicke kurz und langsam.
„Na toll, also betrügst du mich auch noch?“
„Ash...es tut mir so leid...“
„Ach lass mich in Ruhe!“Mit diesem Satz dreht er sich um und geht. Ich wage
es nicht ihm nachzulaufen. Langsam sucht sich die erste Träne ihren Weg über
meine Wange und die schwere Last die auf mir lagert, zwingt mich zu Boden.
Ich habe keine Ahnung wie lang ich dort saß, bis Erik mich fand. Ich bin auf
einmal so glücklich dass er für mich da ist und falle ihm schluchzend in die
Arme. Er bringt mich zurück zu unsrer Ferienwohnung. Ich fühle mich so
schwach und ausgelaugt, dass ich nur noch ins Bett falle. Josy meint ich sähe
ziemlich krank aus und genauso fühle ich mich auch. Sie bleibt die ganze Zeit bei
mir und schickt sogar Dan nach Hause, mit den Worten es würde schon okay
sein. Von Ash ist bei uns zum Glück nichts mehr zu sehen...
Nach einiger Zeit falle ich in einen ziemlich unruhigen Schlaf. Ash begegnet
mir selbst im Traum noch. Irgendwann werde ich von Josy wach geschüttelt.
„Toni! Was ist los?!“, fragt sie aufgeregt und erst jetzt bemerke ich dass
ich schweißgebadet bin.
„Oh...ich habe nur schlecht geträumt...“, antworte ich kurz und knapp.
„Du hast im Schlaf geschrien!“, erklärt sie mir. Ihr Blick scheint eindeutig
besorgt und es tut mir so leid dass sie wegen mir das alles durchmachen
muss...Sie knallt mir im nächsten Moment einen kalten Wachlappen auf die Stirn.
„Du hast leicht Fieber..versuch zu schlafen, okay?“
Ich nicke und schaue aus dem Fenster. Mein Zimmer ist zum Meer gerichtet.
Ein paar Leute spazieren durch den Strand, mehr ist nicht los. Ich erblicke
auch keinen der Jungs, obwohl ich mir fast gewünscht hätte Trevor würde nun auf
unser haus zukommen.
„Ach, Josy?!“
„Hmm?“
„Haben Ash und Trev sich jetzt wegen mir gestritten?“
„Ich weiß nicht...Trevor war nicht hier! Keine Ahnung...“
„Oh...hoffentlich kommen sie nicht auch noch auf solche Gedanken wie eine
Trennung der Band..dann bin ich Schuld! Das könnter ich NIE verkraften...“
„Ach mach dir keine Sorgen! Vielleicht streiten sie sich...vielleicht sogar
etwas ernster...aber bald ist das wieder vorbei!“, versucht Josy mir gut
zuzureden.
„Hmm...“
„So und jetzt ruh dich weiter aus, okay?!“ Sie gibt mir einen Kuss auf die
Wange und steht von meinem Bett auf„ich schau ein bisschen fern und guck
später wieder rein!“
„Okay...und danke, Josy!“
Sie lächelt kurz. „Kein Problem! Wir sind doch Freundinnen!“ Sie dreht sich
um und schließt die Tür hinter sich. Nun bin ich wieder allein. Ash und
Trevor durchfliegen meinen Kopf. Ich denke an nichts anderes. Ich muss da jetzt
durch...hilft alles nichts! Ich werde ein paar Tage brauchen um wieder klare
Gedanken zu fassen. Irgendwann fallen meine Augen dann doch zu und diesmal
schlafe ich sehr, sehr lange.


„Toni, wach auf! Es ist schon 10...geht es dir besser?“ Als ich meine Augen
langsam öffne entdecke ich Josy die wieder an meinem Bett sitzt. Sie legt
eine Hand auf meine Stirn.
„Also glühen tust du nicht mehr...wie geht es dir?“, spricht sie weiter.
„Besser...“, bekomme ich raus.
„Kannst du aufstehen?“
Ich nicke und drücke meine Decke von mir runter.
„Okay...aber lass es heut lieber langsam angehen, okay? Wir wollen ja nicht
dass du auch noch wegklappst!“ , meint Josy, grinst kurz und hilft mir aus
meinem Bett.
„Kommt Dan später vorbei?“, frage ich.
„Vielleicht..ach Ash hat angerufen! Er hat doch meine Nummer...ich soll dir
sagen dass es ihm leid tut dass er so heftig reagiert hat...er möchte nochmal
mit dir sprechen wenn es dir besser geht!“
„Oh...okay...“
„Naja...nun steh erstmal auf und geh ins Bad! Ich mach in der Zwischenzeit
das Frühstück.“



Als wir später am Tisch sitzen klopft es an der Tür. Dan und Erik sind unser
erster Besuch für diesen Tag. Ich freue mich ziemlich sie zu sehen,
allerdings isst Erik mir mein ganzes Rührei weg *ihm demnächst dabei auf die Finger
hau*
„Toni, Ash kommt nachher vorbei!“, erzählt er mir mit vollem Mund.
„Aha...“ Ich werfe Josy einen Blick zu.
„Du schaffst das schon!“, meint sie.
„Ich versuchs...“
„Also an der Krankheit kanns ja nicht mehr liegen!“
„Ja...“
Die Zeit bis es wieder an der Tür klopft vergeht mir plötzlich viel zu
schnell. Die Stunden sind vergangen wie Sekunden und nun steht Ash da. Ich öffne
ihm die Tür und blicke wieder in seine eisbaluen Augen. Es scheint mir als ob
sie in der Sonne funkeln, doch er sieht nicht gerade erfreut aus.
„Toni...ich muss mit dir reden! Lass uns irgendwohin fahren...“ Ich nicke
bloß und ziehe wortlos meine Schuhe an. Sein Auto steht direkt vor unsrem Haus.
Ich steige ein und schweige die ganze Fahrt lang, bis er irgendwo an einer
abgelegenen Wiese anhält. Ich bin früher als er aus dem Auto wieder draußen
und gehe ein Stück einfach geradeaus. Er folgt mir kurz darauf und stellt sich
direkt vor mich. Wieder schaue ich ihn nicht an. Ich wage es einfach nicht.
„Also...es tut mir leid was da gestern passiert ist...ich hab dich da
einfach stehen lassen obwohl ich wusste dass es dir so schlecht geht! Und außerdem
habe ich etwas überreagiert...“, beginnt er.
„Nein...du hattest doch Recht! Ich habe dich hintergangen...“, kommt es mir
über die Lippen. Er schweigt daraufhin.
„Ash...mir tut das alles so leid! Ich möchte dich nicht verletzen...was soll
ich bloß tun?“
„Ich liebe dich...“, sagt er und wieder verspüre ich diesen unerträglichen
Stich im Herzen. Eine Brise durchweht mein Haar und es scheint als wäre ich in
diesen Sekunden gefangen.
„Ash...ich...ich kann nicht mit dir zusammen sein!“, sage ich leise.
„Du liebst mich also nicht?“ Er bleibt heute beachtlich ruhig. Wieder weiß
ich nicht was ich antworten soll.
„Ich weiß nicht so genau...“, erwider ich dann.
„Was soll das heißen?!“
„Ich kann einfach nicht mit dir zusammen sein! Ich liebe dich nicht so wie
du es verdient hast. Mach es mir nicht so schwer...du bist wirklich perfekt,
Ash! Jedes Mädchen wünscht sich solch einen Freund wie dich...“
„Aber DU nicht!“
Wieder nicke ich bloß kurz.
„Aber ich will nur nicht, Toni!“
„Ash,...sei nicht so naiv!“
„Du liebst Trevor nicht wahr?“ Plötzlich herrscht wieder für einen Moment
lang völlige Stille. Ich überhöre selbst die zwitschernden Vögel und das
Rauschen der Bäume.
„Oder du magst ihn...du bist dabei dich in ihn zu verlieben! Verdammt, was
hat er was ich nicht habe?“ Ash haut mit einem wütenden Schlag gegen den Baum,
der direkt neben ihm steht.
„Ashley...bitte! Du findest auch eine andere! Da sind noch so viele Mädchen
auf der Welt.“
„Aber ich will dich! Versteh mich doch!“ Er klingt im Moment wie ein kleiner
Junge und es hört sich an als ob ihm das alles sehr nah ginge.
„Es geht aber nicht! Was bringt eine Beziehung wenn ich dich nicht wirklich
liebe? Und nur einen anderen im Kopf habe?“ Diesmal ist er es der schweigt.
„Aber die letzten Tage...“
„Ash, ich hab dich wirklich sehr, sehr gerne..aber momentan empfinde ich
nicht mehr als eine gute Freundschaft für dich...“
„Okay...“, kommt es nur von ihm.
„Fährst du mich heim? Bitte?!“
„Ja...sicher!“ Er geht voran und ich folge ihm. Es tut weh ihn so verletzt
zu sehen, nahe an den Tränen, doch es wäre viel schlimmer ihn nur auszunutzen
und später fallen zu lassen.
Die Rückfahrt verläuft ebenfalls ziemlich ruhig. Ash lässt mich an unserem
Haus raus und fährt direkt weiter. Ich frage mich was Trevor macht, den ich
seit dem Kuss immernoch nicht wieder gesehen habe.
Josy und Dan sitzen auf der Treppe. Er hat seine Arme um sie geschlungen und
die beiden sehen wirklich verliebt und glücklich aus. Ich freue mich sehr
für sie, denn sie hat solch einen Freund wirklich verdient! Dan und Josy sind
ein perfektes Paar.
„Wie lief es?“, fragt sie als sie mich entdeckt.
„Naja...überlebt hab ichs...“
„Och Schatz...da musst du jetzt durch! Spätestens übermorgen sieht die Welt
ganz anders aus!“ Sie lächelt mir ermutigend zu.
Ich gehe in die Küche in der Erik sitzt.
„Na Dicker, gar nicht am essen?“ Ich setze mich zu ihm und er schaut mich
grinsend an.
„Nö...hab auf dich gewartet!“
„Auf mich?“
„Ja, hatte keine Lust allein zurück zu gehen...und die beiden sind ja
sowieso beschäftigt!“Er deutet auf die offene Tür, durch die man Josy und Dan
erblicken kann.
„Tja...Liebe! Hast du eigentlich ne Freundin?“
„Leider nicht...“ Er seufzt leicht , „aber wär schon schön...“
„Ich kann die jemanden vorstellen! Allerdings müsstest du dazu nach
Deutschland kommen!“ Ich zwinker ihm zu und er lächelt sanft zurück.
„Alles klar! Auf der nächsten Tour okay? Ist nicht mehr lange hin bis wir
Germany wieder rocken!“
„Na dann...was macht Trev?“
„Jetzt?“
„Ja!“
„Hmm...er ist bei Nadine!“
„Nadine?“
„Ja...seiner Freundin!“
„Freundin?“
„Ja! Hat er dir nichts davon erzählt?“
„Nein...nur dass er sich von einer getrennt hat..“
„Ja genau...un jetzt will sie ihn zurück! Ich frag mich warum er sich
verarschen lässt...sie will ihn zurück weil sie bei nem anderen Kerl nicht
gepunktet hat...aber er muss das selbst entscheiden...“
„Oh...“
„Naja...ich weiß auch nicht so genau was jetzt los is! Da musst ihn schon
fragen.“
„Ja werd ich schon tun!“
„Hi!“, höre ich plötzlich von Josy und ein Blick nach hinten verrät mir dass
sie Trevor begrüßt. Ohoh...schlechtes Timing, Trev!
„Hey!“, begrüßt Trev dann auch uns als er in der Küche steht.
„Na, kommst von deiner Tussi?“, sage ich ohne ihn dabei anzuschauen. Erik
zuckt mit den Schultern, anscheinend hat Trev ihn ziemlich fragend angeschaut.
„Ach, du meinst Nadine?“, will Trev dann wissen, „ ja komme ich...hab ihr
klar gemacht dass ich nichts mehr von ihr will und mich nicht weiterhin
verarschen lasse!“, spricht er dann weiter.Ich spüre wie innerlich eine schwere Last
von mir fällt.
„Ach so...hast du Streit mit Ash?“ Diesmal schaue ich ihn an. Er sieht
wirklich umwerfend aus mit seinem weiten Muskelshirt und seinen süßen
zersrubbelten Haaren.
„Also noch habe ich nicht mit ihm gesprochen...wieso?Hast du ihm..?“ Weiter
spricht er nicht, anscheinend weil Erik, Dan und Josy mithören können.
„Es ist Aus!“
Erik klappt der Mund auf und Trev zieht erstaunt die Augenbrauen hoch.
„Aber doch nicht wegen...?“
„Nein! Ich liebe ihn einfach nicht so sehr wie er es verdient hätte... da
gibt es für mich jemand anderen...“Nun schauen mich beide ziemlich neugierig
an.
„Mich?“, fragt Erik grinsend.
„Jep genau, Schatz!“ ich grinse kurz zurück und blicke dann wieder zu Trev.
„Ihr werdet es schon früh genug bemerken....hoff ich doch mal!“, meine ich
dann ohne meinen Blick von ihm zu wenden. Trev sieht ein bisschen angespannt
aus. Ich stehe auf und gehe an ihm vorbei.
„Kommt jemand mit ein bisschen frische Luft schnappen?“, frage ich dann.
„Klar!“, kommt es von Trev und damit ist mein Wunsch in Erfüllung gegangen.
„Mit dir geh ich aber net!“, ärgere ich ihn.
„Dooooch!“, kreischt er wie ein heulendes Kleinkind und ich lache mich fast
tot.
„Na dann komm!Klein-Trevaaa!“ Ich packe ihn an der Hand und ziehe ihn hinter
mir her.
„Wohin willst du denn noch?“, fragt er mich als wir schon ein ganzes
Stückchen von der Wohnung entfernt sind.
„Keine Ahnung...so weit wie es geht!“ Ich lächle ihm zu und stampfe weiter
durch den Sand. Irgendwann lass ich mich dann aber doch fallen und trev tut es
mir nach.
„Toni?“
„Ja?“
„Ist wirklich nicht Aus zwischen dir und Ash wegen dem...Kuss?“
„Nein! Es ist so wie ichs dir gesagt habe! Meinetwegen kann ich auch nen Eid
ablegen wenns dich beruhigt!“
„Hmm..okay ich glaubs dir! Und wen....“ Er blickt mich an und ich ihn.
Dieser Blick könnte wohl noch stundenlang andauern...
„Liebst du jetzt?“, beende ich seinen Satz.
„Genau...“, flüstert er. Weiter kommt er nicht, denn unsere Lippen nähren
sich bereits und verschmelzen kurz darauf in einen wunderbaren Kuss.
„Reicht dir das als Antwort?“, frage ich ihn leise zurück. Er nickt kurz und
schließt wieder seine Augen. Es ist so fantastisch jemanden zu küssen, den
man wahrhaftig liebt. Wenn ich nicht aufpassen würde hätte ich ihn garantiert
bereits verschlungen...
„Ich liebe dich, Trevor!“ Er fällt nach hinten in den Sand und ich lege mich
auf ihn.
„Was tust du jetzt?“, frage ich ihn lachend als er hilflos am Boden liegt.
„Keine Ahnung! Ich werd mich wohl fressen lassen müssen, was?“
„Jep!“ Es folgen einige Küsse, denn bei solch einem Typen kann man wirklich
nicht widerstehen oder? Am liebsten würde ich ihm sein Hemd runterreißen,
aber die restlichen Leute am Strand hindern mich doch noch daran.
„Trevor? Zwischen dir und Nadine ist wirklich Schluss, oder?“
„Ja, sicher! Ich liebe nur...“
„Nur...?!“
„Dich, Toni!“
„Hmm...ich glaube ich hab mich doch richtig für dich entschieden, oder?“
„Na klar!“
Wir sitzen noch eine ganze Weile da...so lang bis die Sonne untergeht. Wie
romantisch das ist...Ich schmiege mich an ihn und Blicke zum Meer. Die
Schmetterlinge fliegen in meinem Bauch wie wild umher und es ist wirklich wunderbar
mit seinem Traumtypen den Sonnenuntergang zu beobachten.
„Die Sonne ist fast so schön wie du!“, sagt Trev leise und drückt mir einen
Kuss auf die Stirn, „aber nur fast!“ Ich lächle geschmeichelt und küsse ihn
sanft auf den Mund. Meine Zunge umfährt seine Lippen und er lässt sie
plötzlich bereitwillig hinein. Ich höre ein leichtes Stöhnen von ihm, was mich
unturnt ihn noch mehr zu wollen. Er schmeckt wirklich gut, ein bisschen nach
Karamellbonbons, denn die verspeist er wirklich ständig. Trev lässt kurz von mir ab
und schaut mir tief in die Augen. Ich schmelze dabei fast dahin. Kurz darauf
setze ich schon zum nächsten Kuss an, doch er scheint das nicht mehr zu
wollen.
„Toni, lass uns irgendwo anders hingehen, okay?“, haucht er mir liebevoll
ins Ohr und steht auf.
„Wieso?“
„Hier ist mir zu viel los!“ Er zwinkert und zieht mich zu sich hoch. Mir
fällt auf dass wir gar nicht weit weg von der Bucht sind, in der wior uns zum
ersten mal geküsst haben, und jetzt weiß ich auch was Trevs Ziel ist. Ich
bekomme eine Gänsehaut als er mich wieder mit seinen starken Händen umfasst und an
sich drückt. Er küsst meinen Hals hinunter und jetzt gebe auch ich ein
leichtes Stöhnen von mir. Meine Finger suchen sich wie von allein ihren Weg zu den
Knöpfen seines Hemdes. Trev streift mir meine Bluse ab und es dauert nicht
mehr lange bis unsere Klamotten um uns rum verteilt sind. Die Dunkelheit
beruhigt mich irgendwie. Ich genieße jeden Trevors Küsse und als ich endlich mit
ihm eins bin, ist es eines der schönsten Erlebnisse das ich je hatte.
Nachdem wir beide gekommen sind, lässt er sich erschöpft neben mich in den
Sand fallen.
„Ich liebe dich, Toni!“, flüstert er.



Als Trev und ich das Ferienhaus der Jungs erreichen, steht Ash vor der Tür
und ich bemerke wieder wie mein Herz sich verkrampft. Doch kurz darauf
entdecke ich ein Mädchen hinter ihm. Ich bin ziemlich verwundert darüber. Hat er
jetzt bereits eine neue Freundin?
„Hey! Wo wart ihr denn so lange?“ , ruft Erik uns entgegen und läuft auf uns
zu.
„Am Strand!“, antworte ich ihm ohne den Blick von Ash und diesem Mädchen zu
wenden. Irgendwie verspüre ich ein bisschen Eifersucht in mir, doch da Trev
neben mir steht, ist es nicht allzu schlimm. Umso mehr ich das Mädchen
betrachte umso weniger eifersüchtig bin ich. Sie sieht ziemlich freundlich aus und
ist auch ziemlich hübsch....

 

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