Can
you tell me what�s true love
1.
Kapitel
�Und ihr meint wirklich, dass
ich das kann?�, unschl�ssig blickte ich zu Ryan, Jessy und Melinda, die ihre
Schlittschuhe anzogen und die Schn�rsenkel banden. �Nat�rlich, Emily. Du
brauchst keine Angst zu haben!�, sprach Ryan und streckte mir seine Hand
entgegen. Z�gernd griff ich nach ihr und stakste hinter ihm her �ber den
Gummiboden zur Eislaufbahn. Jessy und Melinda, meine besten Freundinnen folgten
mir zufrieden grinsend. Ja, sie konnten stolz sein, dass sie mich zum
Schlittschuh laufen �berredet hatten. Denn normalerweise bin ich ein ziemlicher
Angsthase, man bekommt mich weder auf ein Pferd, noch auf ein Skateboard, das
einzige, was ich mir zutraute waren Inline Skates und da, wie meine Clique so
sch�n behauptete, das fast genau das gleiche war, wie Eislaufen, stand ich nun
hier und hielt mich krampfhaft an der h�lzernen Bande fest. W�hrenddessen
drehten die anderen drei schon ihre Runden und flitzten �ber das Eis. Hmm�
vielleicht konnte ich mich ja, wenn sie nicht auf mich achteten, zur�ck in die
Cafeteria schleichen, wo es so angenehm warm war und au�erdem hatte ich Hunger.
Ein Hamburger und eine Portion Pommes w�ren jetzt echt nicht schlecht, doch
gerade als ich mich umdrehen wollte, rief jemand meinen Namen. �Emily! Komm
endlich!�, l�chelte Melinda mich an und kurvte langsam auf mich zu. Sie ergriff
meine Hand, bevor ich einen Ton raus bringen konnte und schon stand ich auf
dieser rutschigen, silbrig-wei�en Fl�che. �Es ist ganz einfach!�, vorsichtig
zog sie mich hinter sich her und ich klammerte mich an ihrem Arm fest und
versuchte nicht hinzufallen. Nach der ersten Runde rannen mir die Schwei�perlen
nur so die Stirn herunter und ich sp�rte meine Beine kaum mehr, weil ich mich
w�hrend der Fahrt so verkrampft hatte. �Ich � brauche eine Pause!�, keuchte ich
und lehnte mich v�llig ersch�pft gegen die Bande. �Schon m�de?�, grinste Ryan,
der in einem Affentempo an mir vorbei raste, ich streckte ihm die Zunge heraus,
doch das sah er schon nicht mehr, stattdessen ein junger Typ, der ebenso wie
ich ein Latino zu sein schien. Verwirrt schaute er mich an und ich war von
seinen tief braunen Augen so fasziniert, dass ich verga� mich zu entschuldigen,
ich drehte mich einfach zur Seite und wartete bis Melinda wieder zu mir kam,
damit wir weiterfahren konnten.
Nach einer Weile bekam ich
ein Gef�hl daf�r und begann mich immer sicherer zu bewegen, trotzdem traute ich
mich nicht, Melinda�s Hand loszulassen und lie� mir sogar die dummen Kommentare
von Ryan und Jessy gefallen, die gerade H�ndchen haltend r�ckw�rts fuhren. Na
und, ich bin nicht unbedingt ein sportlicher Typ, sondern mehr die aufregende
Latinaqueen, die die Herzen der Jungs h�her schlagen l�sst. Ok, ich will hier
nicht �bertreiben oder in irgendeiner Weise angeben, aber was kann ich daf�r,
dass ich so bin wie ich bin. Ui, ein philosophischer Ansatz, pass auf Emily, du
wirst noch richtig intelligent. Zu fr�h gefreut, genau in diesem Moment l�ste
sich Melinda von mir, machte eine Halbdrehung und bewegte sich lachend in die
Mitte und zwar ohne mich!!! Verwirrt schaute ich ihr nach, sie konnte mich doch
nicht einfach hier mutterseelenallein in der rechten Ecke der Eisbahn stehen
lassen. Anscheinend ging das sehr gut, wie ich leider bemerken musste und mir
blieb wohl nichts anderes �brig als ohne Hilfe zum Rand zu kommen. Das schaffst
du spielend, es sind ja nur sieben Meter, sprach ich mir selbst Mut zu. Aber
als ich meinen linken Fu� auch nur anhob, sp�rte ich wie der rechte immer
weiter nach au�en abdriftete und ich fast in einem Spagat gelandet w�re. Nein,
so funktionierte das nicht, fragt mich ja nicht, wie die anderen das
hinkriegen. Vielleicht sollte ich hinunter auf die Knie gehen und langsam zum
Rand rutschen, sofort verwarf ich diese Idee wieder, denn dann konnte ich auch
versuchen zu fahren, nass wurde ich soundso und peinlich war die Aktion alle
mal. Mittlerweile erschien es mir wie eine Weltreise und Kolumbus hatte das in
achtzig Tagen geschafft? Ach nee, das war, glaube ich, jemand anderes. Schlie�lich
atmete ich tief durch, holte etwas Schwung und lie� mich von meinen
Schlittschuhen �ber das Eis tragen und siehe da, ich kam tats�chlich an der
Bande an, ohne hinzufallen. Ha, ich konnte richtig stolz auf mich sein und
au�erdem merkte ich, dass es sogar Spa� gemacht hatte. Warum nicht gleich noch
mal? Ich stie� mich vom Rand ab und fuhr los, zwar immer nahe an der Bande,
falls ich doch mal das Gleichgewicht verlieren sollte, aber ich fuhr und das
ganz alleine. Strahlend winkte ich Jessy und Ryan zu, die in einen langen
Zungenkuss mitten auf dem Eis vertieft waren und probierte dann mal eine
Gangart schneller, so dass ich Melinda einholen konnte. �Du wirst noch eine
Profil�uferin!�, meinte sie, als ich auf einmal neben ihr auftauchte und sogar
die enge Kurve, die sie gerade machte, ohne Probleme nahm. �Stimmt, ich kann
euch jetzt verstehen. Es ist eine tolle Sache, weil man sich so frei f�hlt,
fast so als ob man fliegen k�nnte.� Sie nickte und drehte sich ein bisschen
nach links. �Oh, da ist ja Mikey!�, ich sah das freudige Glitzern in ihren
Augen und wusste sofort, dass wir nicht ohne Grund ausgerechnet heute hierher
gekommen waren. ��hm, ich geh mal kurz hallo sagen!�, rief sie und war schon
auf dem Weg in seine Richtung. Ein bisschen neidisch konnte man da schon sein,
Meli hat ihren s��en Mikey, von dem sie die ganze Zeit schw�rmte, zwischen Ryan
und Jessy k�nnte es nicht besser laufen und ich, ich hatte niemanden, dachte
ich traurig. Nat�rlich gab es das eine oder andere Date, aber nie war dieses
bestimmte Gef�hl dabei gewesen, den und sonst keinen! Es war wohl noch zu fr�h
mit 23 nach der gro�en Liebe zu suchen, trotzdem hatte ich keine Lust mich auf
eine Beziehung einzulassen, die blo� ein paar Wochen oder Monate hielt, ich
suchte nach etwas Festem. Um meine d�steren Gedanken zu vertreiben, flitzte ich
weiter �bers Eis und wurde schneller und immer schneller, bis ich nichts mehr
sah, alles vermischte sich zu einem kunterbunten Farbenspektrum. Da pl�tzlich
sp�rte ich, wie eine Kufe h�ngen blieb und durch das unerwartete Bremsen wurde
ich nach vorne geschleudert und flog, bevor ich noch irgendetwas tun konnte,
durch die Luft. Mit geschlossenen Augen erwarte ich einen schmerzhaften
Aufprall, denn obwohl alles in sekundenschnelle geschah, kam es mir vor wie in
Zeitlupe, doch statt hartem, k�hlen Eis f�hlte ich weichen, warmen Stoff und
eine sanfte Stimme sprach: �Ich hab dich, Fallen Angel!� Zwei Arme, die in
einer dunkelgrauen Jacke steckten, hielten mich fest und ich dr�ckte meinen
Kopf unbewusst gegen die Brust dieser Person, die mich so ritterlich vor einem
Sturz gesch�tzt hatte. Mein Blick wanderte nach oben zu seinen Augen und ich glaubte,
sofort in Ohnmacht zu fallen, weil sie so unglaublich s�� waren. Auch der Rest
des Gesichtes gefiel mir au�erordentlich gut, ein richtig niedliches Babyface,
das mir irgendwie bekannt vorkam. �Alles ok? Du guckst so komisch!�, besorgt
musterte er mich und ich l�chelte vertr�umt vor mich hin. �Sag mal, kannst du
den Mund auch benutzen, au�er zum Zunge rausstrecken?�, sein Lachen brachte
mich fast um den Verstand. Aber moment, was hatte er gerade gesagt? Ich begann
schreckliches zu ahnen, ja, jetzt erkannte ich ihn wieder, das war der Typ, dem
ich vorhin aus Versehen die Zunge rausgestreckt hatte. Was musste er jetzt von
mir halten? �Also nicht!�,� meinte er
und sein Blick bohrte sich tief in mein Herz. ��hm, nat�rlich. Sorry, aber��,
wieder war ich von ihm gefangen. �Wow, du kannst reden!�, er grinste und strich
mir eine Haarstr�hne aus dem Gesicht. �Verr�tst du mir auch deinen Namen?�
�Emily!�, mehr brachte ich nicht hervor. �Gef�llt mir, ich hei�e �brigens
Erik!� Ich nickte nur und merkte erst jetzt, dass ich mich wie eine Verr�ckte
an ihn klammerte. Sofort lie� ich etwas lockerer und glaubte, dass er ein
bisschen entt�uscht wirkte. Schweigend starrten wir uns an und schlie�lich
hielt ich die Stille nicht mehr aus und fragte: �Sag mal, ist dir nicht auch
etwas kalt? Wir k�nnten uns ja in der Cafeteria aufw�rmen, oder?� �Gute Idee!�,
sein Gesicht hellte sich auf, er nahm seine Arme von meinen H�ften, legte aber
gleich darauf den rechten wieder um mich und fuhr mit mir vorsichtig zum
Ausgang der Eisbahn.�
Im Cafe setzten wir uns in
einer kleinen versteckten Nische gegen�ber und bestellten zwei Colas und zwei
Burger-Men�s. Lachend stellten wir fest, dass wir beide am liebsten Chicken
a�en. �Hast du dich von deinem Sturz wieder erholt?�, fragte er mich und warf
mir wieder einen dieser M�rderblicke zu, f�r die ich sterben k�nnte. �Ja, ohne
dich h�tte ich mir ganz sch�n wehgetan, glaub ich.�, bedankte ich mich, wie ich
feststellen musste zum ersten Mal f�r seine Hilfe. �Ich hab mich ganz vergessen
zu bedanken.�, meinte ich und versuchte zerknirscht zu gucken, funktionierte
leider nicht so richtig. �Du siehst so��, fing er an, wurde aber vom Kellner,
der unsere Getr�nke brachte, unterbrochen. Warum kamen die eigentlich immer zum
unpassendsten Zeitpunkt? Ich f�hlte mich schon wie in einem dieser
drittklassigen Liebesfilme aus den F�nfzigern. Eine seltsame Stille trat ein,
in der wir alle an unsren Strohhalmen nuckelten. Manno, wieso hatte er einen
blauen und ich nur einen gelben? �Ich will auch einen blauen Strohhalm!�,
murmelte ich und er schaute mich erstaunt an. �Ich mag kein gelb!� Oh Gott, wie
konnte ich mich blo� so kindisch benehmen? Erik �berlegte kurz und fragte dann,
ob ich tauschen wollte. �Oh ja cool!� Und schon wechselten die beiden Gl�ser
ihren Besitzer. Gierig sog ich an meinem blauen R�hrchen und trank fast die
Cola aus. Pl�tzlich kam es wie es kommen musste und ich verschluckte mich. Laut
hustend kr�mmte ich mich und spritzte die Cola, die noch in meinem Mund war
�ber den Tisch. Hilfe, etwas Peinlicheres konnte mir gar nicht passieren, oder?
Besorgt kam er um den Tisch herum und klopfte mir kr�ftig auf den R�cken, so
dass ich nur noch mehr husten musste. Irgendwann tauchte der Kellner auf und
erkundigte sich, ob er einen Krankenwagen rufen sollte, doch ich sch�ttelte nur
den Kopf und versuchte irgendwie ein wenig Luft in meine Lungen zu pressen. Oh
nee, warum dreht sich alles auf einmal alles? Hey, nicht den Vorhang zu ziehen,
ich seh ja gar nichts mehr. Schon machte es RUMMS und ich war von meinem Stuhl
gekippt. Ich sp�rte Erik�s Arme, die mich hochzogen und seine Lippen, die mein
Ohrl�ppchen kitzelten. �Wach wieder auf, Emily! Bitte!� Sollte ich ihm diesen
Gefallen tun? Lieber nicht, es war gerade so gem�tlich. �Schnell! Ich brauche
einen Arzt oder einen Krankenwagen!�, seine Stimmte klang panisch und rasch
riss ich die Augen wieder auf und versuchte ihn zu beschwichtigen. �Nein, es ist
ok. Mir geht es doch schon wieder pr�chtig.� �Ah, du bist wieder wach.�, er
dr�ckte mich erleichtert an sich und keine zwei Sekunden sp�ter sp�rte ich
seine Lippen auf meinen. Im ersten Moment war ich �berrascht, denn ich h�tte
mit solch einer Reaktion am wenigsten gerechnet, eher, dass er mich als
�Spuckmonster� bezeichnet h�tte und dann ohne ein weiteres Wort abgedampft
w�re, aber ein Kuss? W�rme durchflutete meinen K�rper und ich genoss es in
vollen Z�gen. Leider war alles viel zu schnell vorbei, denn wir wurden vom
Kellner mit zwei Tellern, auf denen unsere Burger und die Pommes lagen,
gest�rt. Hatte ich die drittklassigen Liebesfilme schon einmal erw�hnt? �Naja, die romantische Stimmung war hin und
als mein Magen dazu laut stark knurrte, setzten wir uns wieder auf unsere
Pl�tze und futterten unsere Men�s.
W�hrenddessen erz�hlte ich
Erik ein wenig �ber mein Leben, �ber das Leben am College, was ich so mit
meinen Freunden unternahm und solche Dinge, �ber die man mit jemandem
normalerweise redete, wenn man sich noch nicht so lange kennt. Irgendwie kamen
wir auf die puertorikanische Kultur zu sprechen und es lag so viel Begeisterung
in seiner Stimme, die ich leider nicht verstehen konnte, da das einzige, was
mich mit Puerto Rico verband, meine Eltern waren, die mich weg gegeben hatten,
zu einer Pflegefamilie, die sich zwar sehr gut um mich gek�mmert hatte, aber
mir immer das Gef�hl gegeben hatte, du geh�rst nicht wirklich zu uns. Nachdem
ich die High School beendet hatte, war ich sofort hier her gezogen nach
Orlando, hatte mich auf dem College eingeschrieben und viele nette Freunde
gefunden. Mit Melinda wohnte ich sogar zusammen, unsere Wohnung war nicht das,
was man eine Luxussuite nennen konnte, aber wir liebten unser kleines Reich. Im
Moment lebte auch Melis zwei Jahre j�ngere Schwester Nina bei uns, weil sie
sich von ihrem Freund getrennt hatte und nicht zur�ck in die gemeinsame Wohnung
konnte. Dies alles erz�hlte ich Erik und obwohl wir unser Essen schon l�ngst
gegessen hatten, blieben wir sitzen und er h�rte mir interessiert zu. �Und was
ist mit deinem Freund?�, fragte er, als ich kurz geschwiegen hatte. �Freund?
Ich hab gar keinen.�, meinte ich und spielte mit dem blauen Strohhalm herum,
dr�ckte die Spitze ein und drehte ihn im leeren Glas. �Kann ich mir gar nicht
vorstellen, so ein s��es M�dchen� Das wollte ich dir vorhin schon sagen, aber
der Kellner ist mit dazwischen gefunkt.� Mein Herz schlug h�her, als ich seine
Worte h�rte. Aber ich traute mich nicht ihn anzuschauen, nur einmal kurz,
guckte ich hoch zu ihm und sah seinen erwartungsvollen Blick auf mir ruhen. Oh
Gott, wollte er jetzt so etwas wie eine Antwort haben? Vielleicht sollte ich
ihm auch ein Kompliment machen, wie affengeil seine Augen waren, ach nee,
besser nicht. Wom�glich kam er dann auf falsche Gedanken und dachte, ich w�rde
mich f�r ihn interessieren. Aber tat ich das nicht auch? Ich meine, wir hatten
uns gek�sst und nicht nur kurz, so mehr aus Versehen, sondern richtig lange und
es w�re wohl noch l�nger geworden, wenn nicht der Kellner gekommen w�re,
vermutete ich. Wieso war ich auf einmal so sch�chtern? Normalerweise, war ich
nie um eine Antwort verlegen und flirtete wirklich gern. Hatte ich Angst etwas
Falsches zu sagen und ihn damit zu verletzen? Ich kannte ihn erst seit ein paar
Stunden, trotzdem gab es zwischen uns eine Verbundenheit, die sich nur durch
jahrelange Freundschaft aufbauen lie�. Nerv�s blickte ich auf die Uhr, �Oh
schon so sp�t? Meine Freunde wollten eigentlich vor einer halben Stunde wieder
nach Hause fahren.� Rasch sprang ich auf, suchte in meiner Jackentasche nach
meinem Portemonnaie, dummerweise fand ich es nicht, weil ich es in Melis
Rucksack getan hatte, damit es beim Schlittschuh fahren nicht heraus fiel.
Naja, viel peinlicher konnte es ja nicht mehr werden. �K�nntest du� ich hab
mein Geld nicht dabei. Ich lad dich daf�r auch mal ein.�, wenn ich dich jemals
wieder sehen sollte, dachte ich und sp�rte, wie ich bei dem Gedanken, ihn
vielleicht f�r immer aus den Augen zu verlieren, traurig wurde. �Ich wollte
dich sowieso einladen, aber warte doch noch zwei Minuten, dann begleite ich
dich noch nach drau�en.� �Hm� okay.�, meinte ich und stand ungeduldig neben
ihm, w�hrend er die Rechnung zahlte und dem Kellner ein gro�z�giges Trinkgeld
zu steckte, wieso auch immer. Dann liefen wir hinaus, auf der Eisbahn tummelten
sich zu diesem Zeitpunkt nur wenige Leute und sofort sah ich, dass Melinda,
Ryan und Jessy nicht unter ihnen waren. Sie warteten bestimmt auf dem Parkplatz
auf mich. Wetten, dass sie schon sauer auf mich waren, ich kannte sie doch.
Aber auch er wirkte verlassen, denn blo� ein paar Autos standen am rechen Rand
und Jess� Klapperkiste war nicht dabei. �Verdammt!�, rief ich und fragte mich
mal wieder, weshalb ich mir keine zuverl�ssigeren Freunde ausgesucht hatte. Weil
du doof bist, hallte eine kleine Stimme in meinem Kopf. Na toll, das brachte
mich jetzt auch nicht nach Hause. �Was ist denn?�, fragte Erik. �Sie sind weg,
ohne mich!� �Oh!�, machte er nur. Super, ich steh hier rum, wei� nicht, wie ich
zur�ck komme und er sagt blo� �Oh!�. �Also, wenn du willst, ich meine,
nat�rlich nur, wenn du wirklich magst, k�nnte ich dich nach Hause bringen.�,
freundlich guckte er mich an und ich verga� alle Berichte, die ich �ber Tramper
und ihre aufgeschlitzten K�rper gesehen hatte. Ich hatte es hier schlie�lich
mit Erik und keinem durch geknallten Massenm�rder zu tun, hoffte ich
jedenfalls. �Ja, ok.�, nickte ich und wollte auf einen alten und ziemlich
verbeulten Chrysler zu steuern, doch Erik blieb verwundert stehen und sagte:
�Das ist nicht mein Auto, Emily.� �Ups.�, mehr brachte ich nicht heraus. Er
deutete auf einen schicken Mercedes, dessen Verdeck nach unten geklappt war.
Als ich neben ihm auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte, startete er den
Wagen und wir fuhren vom Parkplatz herunter. �So, wo soll es jetzt genau hingehen,
Miss?�, spielte er den Taxifahrer und tippte sich an eine unsichtbare Kappe.
�Amster Street 89B.�, grinste ich und er drehte das Radio laut. W�hrend wir
durch die dunkle Nacht fuhren, redeten wir nicht viel miteinander, nur manchmal
fragte Erik, an welcher Ausfahrt er abbiegen musste. Mir wehte der Fahrtwind um
die Nase und nach einer Weile wurde es etwas zu k�hl, ich begann zu fr�steln
und eine G�nsehaut �berzog meine braune Haut. �Ist dir kalt? Soll ich das
Verdeck schlie�en?�, wollte er wissen und ich murmelte ein leises �Ja, bitte!�
Schnell dr�ckte er auf einen roten Knopf und das Verdeck hatte sich innerhalb
weniger Sekunden geschlossen. �Was machst du eigentlich so? Au�er Leute vorm
Hinfallen zu retten.�, versuchte ich ein Gespr�ch in Gang zu bringen. �Ach,
nichts besonderes. Das �bliche eben.�, sagte er und starrte stur geradeaus auf
die Stra�e. Wow, das war mal eine ausf�hrliche Antwort. �Aber aufs College
gehst du nicht, oder?�, fragte ich etwas genauer. Er sch�ttelte den Kopf und
konzentrierte sich auf den Verkehr. �Also, arbeitest du?�, jaja, ich bin mal
wieder viel zu neugierig. �Jo, so kann man es nennen.� Ich merkte, dass er
nicht wirklich �ber seinen Job reden wollte und redete stattdessen �ber die
NBA. Obwohl ich ein M�dchen war, liebte ich es Basketball zu spielen und
nat�rlich auch zu sehen. Diesmal hatte ich einen Gl�ckstreffer gelandet, denn
fast sofort waren wir in eine hei�e Diskussion vertieft, welche Mannschaft
dieses Jahr gewinnen w�rde. Motel, sitting in
the dark, empty room like an empty heart Er wollte gerade sagen, wie
gut die Nicks waren, Lovers stop, but
they never stay They don�t look back as they drive away als er pl�tzlich
aufh�rte zu sprechen, Maybe I should fix
this broken neon light die Stirn runzelte Fill the cracks and paint it bright then maybe love will stop here
tonight und auf das Autoradio starrte. And
if she knocks on my door, I�ll give her the key Just one look in... Rasch schaltete er es aus und bog links ab, ohne auf
den Gegenverkehr zu achten. Bremsen quietschten und ich wurde hart gegen die
T�r geschleudert, so dass sich der Gurt an meinem Hals tief ins Fleisch
schnitt. �Was war denn das?�, fragte ich keuchend und �berlegte, ob er
vielleicht doch ein Killer war. �Sorry, ich� �hm mochte den Song nicht.�,
entschuldigte er sich und fuhr jetzt etwas vorsichtiger. �Deshalb muss man
nicht gleich einen Unfall bauen.�, sprach ich und tastete nach der Stelle an
meinem Hals, die so schrecklich wehtat. Im R�ckspiegel konnte ich eine
deutliche R�tung erkennen und bef�rchtete sogar, dass es einen Bluterguss geben
konnte. �Hier jetzt rechts.�, sagte ich und sah, wie wir in die mir so
vertraute Amster Street einbogen, nach einer Weile hielten wir vor Nummer 89B. �Hast
du dich verletzt?�, besorgt drehte er sich zu mir und noch bevor ich es
verhindern konnte, legte er seine Hand auf meinen Hals, ich zuckte zusammen und
schrie auf. �Tu mir nichts!� Erschrocken zog er sie zur�ck und meinte �Ich
wollte dir nichts tun. Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, wirklich
nicht.� Haha, ich glaube, das w�rde jeder Massenm�rder in dem Moment sagen,
aber ich w�rde nicht auf ihn hereinfallen. �Du brauchst dich nicht mehr zu
verstellen, ich habe dich entlarvt.� �Was? Aber� ich hab gedacht, du h�ttest
mich nicht erkannt.� �Mir kann niemand etwas vorspielen.�, triumphierte ich.
�Oh, dabei hab ich das Radio doch noch rechtzeitig ausgeschaltet.� Huch, was
hatte denn das jetzt damit zu tun? �Tut mir leid, dass ich es dir nicht sofort
gesagt habe, aber ich wollte dich unbedingt kennen lernen und als ich gemerkt
hab, dass du nicht wei�t, wer ich bin, hoffte ich, du w�rdest mich wie einen
normalen Jungen betrachten, vielleicht mal mit mir ausgehen oder so, weil es
ist f�r mich so schwierig einem M�dchen zu vertrauen, ich wei� nie, ob sie mich
wegen meiner Pers�nlichkeit oder wegen meinem Status als Popstar liebt.�, seine
Stimme klang traurig und er guckte hinunter auf das schwarze Lenkrad. Seine
Finger, die es fest hielten, zitterten leicht. Ich wusste zwar immer noch
nicht, von was er sprach, aber ein verr�ckter M�rder war er jedenfalls nicht.
Tr�stend legte ich einen Arm um ihn und lehnte meinen Kopf gegen seine
Schulter. Als er weiter sprach, bebte sein ganzer K�rper. �Es w�re mir bei
jeder anderen egal gewesen, aber du warst f�r mich vom ersten Moment an, etwas
Besonderes. Schon als du mir die Zunge rausgestreckt hattest, hat es bei mir
gekribbelt und ich konnte mein Gl�ck gar nicht fassen, als du sp�ter in meinen
Armen gelandet bist und mich sogar gebeten hast, mit in die Cafeteria zu
kommen. Ich wei� nicht, ob ich jetzt schon von Liebe sprechen kann, weil man
mich zu oft verletzt hat, aber da ist etwas zwischen uns, ich kann es nicht mit
Worten erkl�ren und wei� nicht, ob du es auch f�hlst.� �Doch! Mir geht es
genauso.�, murmelte ich in seine Jacke hinein. Dann, ich wei� auch nicht woher
ich diesen Mut nahm, legte ich meine Hand unter sein Kinn, drehte seinen Kopf
in meine Richtung und gab ihm einen z�rtlichen Kuss. Wieder durchfloss mich
diese unglaubliche W�rme und es war noch sch�ner, als beim ersten Mal. Au�erdem
gab es diesmal keinen, der uns st�ren konnte und erst nach ein paar Minuten
l�sten sich unsere Lippen wieder voneinander. Seine Augen strahlten und dieses
unglaubliche L�cheln verzauberte mich abermals. Dieser wunderbare Augenblick
wurde von Erik�s Handy, das nervt�tend klingelte, zerst�rt und ich hatte
gehofft, das� Nachdem er die SMS gelesen hatte, wirkte sein Blick entt�uscht.
�Du, ich muss jetzt leider nach Hause. Kannst du mir deine Handynummer geben?
Dann k�nnen wir uns hoffentlich bald treffen, weil, ich wei�, ich wiederhole
mich, aber du bist etwas ganz Besonderes, Emily.� �Und du bist etwas ganz
Besonderes f�r mich.�, murmelte ich und hoffte, dass er nicht sah, wie ich rot
anlief. Rasch speicherte er noch meine Nummer in seinem Handy und ich schrieb
mir seine auf den Arm, da ich meins, wie auch mein Portemonnaie in Melis
Rucksack hatte. Schweren Herzens stieg ich schlie�lich aus, ging ums Auto herum
und wollte gerade die drei Stufen bis zur Eingangst�r hinauf steigen, als ich
hinter mir h�rte, wie sich eine T�r �ffnete. �Warte noch mal kurz!�, rief Erik,
kam auf mich zu und gab mir einen schnellen Abschiedskuss, dann betrat ich das
Haus. Als ich mich im Flur noch einmal umdrehte, sah ich, wie er das Auto
wendete, mir zu winkte und in der Ferne verschwand. Ich wusste, zwar immer noch
nicht, welches Geheimnis ich angeblich gel�ftet hatte, aber das war mir in dem
Moment so ziemlich egal. Vor mich hintr�umend stieg ich die gewachsten Stufen
bis in den f�nften Stock hinauf, versuchte so leise wie m�glich den Schl�ssel
ins Schl�sselloch zu stecken und umzudrehen, damit ich Melinda und Nina nicht
weckte und schlich auf Zehenspitzen hinein. Erleichtert stellte ich fest, dass
Meli noch wach war und im Wohnzimmer Fernsehen guckte. �Hey Emily, wo hast du
denn gesteckt? Wir haben uns Sorgen um dich gemacht.� �Deshalb seid ihr ohne
mich weggefahren?�, ich versuchte ein wenig beleidigt zu sein, aber das klappte
nicht, weil ich die ganze Zeit an Erik denken musste. �Naja, wir haben gedacht,
du w�rst mit dem Bus oder einem Taxi gefahren. Tut uns leid. Aber wieso
strahlst du denn so?�, wollte sie grinsend wissen. �Sag mal, Meli, glaubst du
an die Liebe auf den ersten Blick?�, fragte ich und lie� mich neben sie auf die
Couch fallen.
2. Kapitel
Am n�chsten Morgen schlief
ich erstmal richtig aus und tr�umte von meinem Erik, na ja, das hatte ich
jedenfalls erhofft, aber stattdessen, wurde ich von quietschrosa Elefanten
durch eine Eisw�ste gejagt. Als ich schlie�lich bibbernd vor K�lte aufwachte,
schien die Mittagssonne in mein Zimmer hinein und ein Blick auf meine
Armbanduhr, die neben mir auf dem kleinen Hocker lag, der mir als Nachttisch
diente, sagte mir, dass es schon kurz nach 12 Uhr war. Vielleicht hat er ja
schon angerufen oder eine SMS geschrieben, schoss es mir durch den Kopf und ich
guckte suchend nach meinem Handy, das komischerweise nicht auf dem Hocker lag.
Auch auf der Fensterbank lag es nicht. Verwundert stand ich auf, um es in
meinem ganzen Zimmer zu suchen, als mir pl�tzlich einfiel, dass ich es noch gar
nicht aus Melinda�s Tasche genommen hatte. In meinem babyblauen Schlaf-T-Shirt
auf dem ein megagro�es leuchtend gelbes Smiley drauf war, lief ich in die
K�che, wo Meli pfeifend die Teller vom Fr�hst�ck sp�lte. �Guten Morgen!�,
meinte ich und hielt Ausschau nach ihrem kleinen, schwarzen Lederrucksack.
�Auch schon wach, Schlafm�tze?�, fragte sie grinsend und stellte den letzten
Teller aufs Abtropfgestell. �Jo, sag mal, wo ist denn dein Rucksack? Ich hab da
noch ein paar Dinge drin.� �Der liegt neben der Garderobe im Flur!�, sagte sie
und drehte das Radio lauter. Hey, den Song kannte ich von gestern. Es war der,
den Erik nicht mochte, ich glaube sogar, er musste ihn abgrundtief hassen, dass
er deshalb fast einen Unfall verursachte. Als ich mein Handy endlich
herausgekramt hatte, zeigte das Display keine neuen Anrufe und ich f�hlte, wie
mein Herz tonnenschwer wurde. Ich sollte nicht so fordernd sein, sprach ich mir
selbst Mut zu, er rief bestimmt nicht gleich morgens an, sondern fr�hestens
heute Nachmittag. Immer noch ein wenig entt�uscht ging ich zur�ck in die K�che
und machte mir eine Sch�ssel mit Kornflakes. Meli sa� am Tisch und sang gut
gelaunt diesen Song mit. �These are the days, when all that I can do is a
dream.�, tr�llerte sie gerade. �Vom wem
issen das?�, fragte ich kauend und musste aufpassen, dass ich nicht die H�lfte
herausspuckte. �O-Town, das ist ihre neue Single. Die kommen auch hier aus
Orlando.� �Echt? Hab noch nie was von denen geh�rt.�, es interessierte mich
auch nicht unbedingt, denn meine Gedanken hingen immer noch bei Erik. �Nina ist
Fan von ihnen. Sie war auch schon mal auf einem Konzert von ihnen und irgendwie
ist das ansteckend.�, sie err�tete ein wenig, weil es ihr peinlich war, eine
Boygroup zu h�ren. �Und ganz schnuckelig sind die Jungs auch noch. Au�erdem
genau unsere Altersklasse.�, l�chelte sie verschmitzt. �Mmmh��, ich hatte ihr
gar nicht richtig zugeh�rt. �Ach, wart mal kurz!�, sie eilte in Richtung ihres
Zimmers, welches sie sich im Moment mit ihrer Schwester teilte. Gleich darauf
kam sie mit Nina im Schlepptau zur�ck, die ein buntes Poster in der Hand hielt.
�Hier �berzeug dich selbst!�, Meli legte es vor mich auf den Tisch. Genervt
schaute ich mir das Bild an. �Das sind Ashley, Dan, Trevor, Jake und�� �Erik!�,
ich schrie fast. Das konnte doch nicht sein, oder? �Ja genau, woher wei�t du
das?�, fragte mich Nina �berrascht. �Das ist der Typ von gestern!�, japste ich
v�llig verwirrt und auch ein bisschen geschockt. Wenigstens wusste ich jetzt,
was es mit seinem Geheimnis auf sich hatte, aber wieso hatte er es mir denn
nicht erz�hlt? �Nee, oder?�, holte mich Meli aus meinen Gedanken zur�ck. �Du
hast gestern mit Erik von O-Town geknutscht, ich fass es nicht!�, rief sie und schaute
immer wieder von dem Poster zu mir. �Beruhig dich!�, murmelte ich, denn mir war
ihr Gekreische irgendwie peinlich, aber es n�tzte nicht viel, denn als Nina
checkte, was Meli meinte, fing auch sie an sich wie ein pubertierender Teenie
zu benehmen. Sie sprangen auf und ab und quietschten wie verr�ckt, so dass ich
bef�rchtete einen Tinitus zu bekommen. �Das ist echt keine gro�e Sache!�,
versuchte ich die Geschichte herunter zu spielen, aber kaum hatte ich die Worte
ausgesprochen, wusste ich, wie d�mlich sie klangen. �Du hast echt ein Rad
locker. Mit wem willst du es denn treiben? Mit Brad Pitt? Leonardo di Caprio?�,
wollte Meli kopfsch�ttelnd wissen. �Ich hab es mit niemandem getrieben!�,
fauchte ich und ging dann w�tend in mein Zimmer. Was verhielten sich die beiden
bitte sehr so kindisch? Den restlichen Tag lag ich auf meinem Bett, h�rte Musik
und lernte ein wenig. Schlie�lich schrieb ich in einem Monat meine
Abschlusspr�fung und ich war im Moment nicht unbedingt die Beste in meinem
Kurs. Richtig zum Lernen kam ich nicht, denn ich konnte mich einfach nicht auf
den Stoff konzentrieren, statt schwarz gedruckten Lettern, sah ich das Bild von
Erik vor mir. Nach drei erfolglosen Stunden gab ich es auf und lackierte mir
stattdessen die Fingern�gel, jeden in einer anderen Farbe. Nagellack war mehr
oder weniger ein Hobby von mir, ich hatte �ber hundert verschiedene Farben und
es war echt ein Wunder, wenn meine N�gel mal nicht lackiert waren. Viele
bezeichneten das als Tick, aber ich genoss es einfach, mich hinzusetzen und den
Lack aufzutragen. F�r mich war es eine Art der Entspannung, ein paar Minuten,
in denen man mal abschalten konnte. Schlie�lich schimmerten auch meine Fu�n�gel
in den verschiedensten Farben und ich betrachtete zufrieden mein Werk. Da
klopfte es und ohne eine Antwort abzuwarten, kam Meli herein. Na toll, was
sollte das? Konnte sie sich nicht wie jeder andere h�flich benehmen? �Du,
Emily, ich wollte mich wegen vorhin entschuldigen. Das mit dem Treiben war echt
etwas fies.�, meinte sie zerknirscht. �Das kannst du laut sagen!�, murrte ich,
denn so richtig verziehen hatte ich ihr noch nicht. �Und auch so� es geht uns
nichts an, mit wem du dich triffst und wem du deine Zunge in den� ich meine,
wen du k�sst.� �Sch�n, dass du das einsiehst.�, sagte ich noch ein bisschen
beleidigt. Sie guckte mich eine Weile von der Seite an und fragte dann leise.
�Nimmst du meine Entschuldigung an?� �Na klar!�, strahlte ich sie an, dann
umarmten wir uns kurz und sie zog mich mit ins Wohnzimmer. In der ganzen
Wohnung duftete es nach Blaubeer-Muffins und ich hatte auch ziemlichen
Kohldampf, da ich au�er den Kornflakes heute morgen nichts mehr gegessen hatte.
Nina sa� schon am gedeckten Tisch und atmete erleichtert auf, als wir zu zweit
im T�rrahmen auftauchten. �Alles wieder ok?�, grinsend schob sie mir einen
Muffin auf den Teller und tat noch einen Klacks Sahne daneben. �Alles wieder
ok!�, nickte ich und biss in den noch warmen Teig. W�hrend wir a�en, lachten
wir �ber alles M�gliche. Das Thema Erik lie�en wir aus und ich war den beiden
M�dels dankbar daf�r, weil ich ziemlich verwirrt war und nicht wusste, wie ich
mit dieser Situation umgehen sollte. Nachdem wir den Tisch abger�umt hatten,
wollte ich erstmal duschen gehen. Als ich mich aber dann im Badezimmer auszog,
entschied ich mich doch lieber f�r ein sch�nes, hei�es Bad. Bevor ich ins
dampfende Wasser stieg, drehte ich noch rasch das Radio lauter und verschwand
dann in der wohligen W�rme. Nur mit einem Handtuch um den K�rper geschlungen,
trat ich eine Stunde sp�ter auf den Flur. Ah, das waren ja fast arktische
Temperaturen, im Gegensatz zudem, was f�r Temperaturen eben im Bad geherrscht
hatten. Eigentlich wollte ich ganz schnell in mein Zimmer, um mich anzuziehen,
aber Meli hielt mich auf. �Dein Handy hat die ganze Zeit geklingelt?� �Was?�,
ich ignorierte meine klappernden Z�hne und lief erstmal in die K�che, wo es auf
der Anrichte lag. �Erik hat angerufen!�, schrie ich durch die ganze Wohnung und
nur Sekunden sp�ter standen die beiden in der K�che. �Und was wollte er?�, fragte
Nina neugierig. ��hm� wei� ich nicht. Ich war ja im Bad.� �Na, worauf wartest
du denn? Ruf ihn zur�ck!�, rief Meli mit einem freudigen Glitzern in den Augen.
�Jetzt?�, �berrascht guckte ich sie an. �Wann denn sonst? In hundert Jahren?�
�Nee, ich mein nur, vielleicht klingt es aufdringlich oder so.�, versuchte ich
zu erkl�ren. �Quatsch, er hat dich schlie�lich angerufen und da ist es normal,
dass man zur�ck ruft, oder?�, vermittelte mir Nina. �Ja, kann sein!�, oh Mann,
ich redete mal wieder blo� Bl�dsinn, in solch einer Verfassung w�rde ich auf
keinen Fall mit Erik telefonieren. �Nee, mach ich sp�ter.�, sagte ich
schlie�lich. �Sie hat sich verliebt, sie hat sich verliebt!�, grinste Meli und
warf ihrer Schwester einen verschw�rerischen Blick zu. �Hab ich nicht!�,
verteidigte ich mich, doch ich sp�rte, dass ich log. Jemand musste nur seinen
Namen erw�hnen und schon flatterten Schmetterlinge in meinem Bauch, ich konnte
an nichts anderes mehr denken, als an seine wundersch�nen braunen Augen und
seine weichen Lippen, die sich auf meinen so gut angef�hlt hatten. Ok, ich geb�s
zu, ich hatte mich verliebt und brauchte mich nicht zu wundern, dass es meine
beste Freundin auch sp�rte. Sie kannte mich n�mlich unheimlich gut, wir waren
fast wie Schwestern. �Also gut, ich ruf ihn jetzt gleich an.�, gab ich mich
geschlagen und Nina und Meli jubelten laut auf. �Aber nicht hier, wo ihr
neugierigen Waschweiber jedes Wort mith�rt, ich geh raus auf den Balkon.�, ich
musste lachen, als ich ihre beleidigten Gesichter sah und ging dann an ihnen
vorbei zum Balkon. Obwohl der Balkon zur S�dseite hinausging und die Sonne
strahlte, fror ich, weil ich mich immer noch nicht angezogen hatte. Aber mir
war meine G�nsehaut egal, ich st�tzte mich auf dem Gel�nder hab, w�hlte die
Nummer und hielt das Handy dann an mein Ohr. W�hrend ich abwarte, dass er
abnahm, beobachtete ich zwei Jungen, die in dem kleinen Park auf der anderen
Stra�enseite Baseball spielten. �Estrada!�, meldete er sich und mein Herz
machte einen doppelten Salto, als ich seine Stimme h�rte. �Hey, hier ist
Emily!�, was ist, wenn er sich nicht an mich erinnert, fragte ich mich
�ngstlich. Obwohl diese Bef�rchtungen total bescheuert waren, weil er mich ja
eben versucht hatte, anzurufen, machte ich mir Sorgen. �Hey, freut mich, dass du
zur�ckrufst.�, ob seine Stimme ein kleinwenig genervt klang? Emily, er hat
gerade gesagt, dass er sich freut. �Hm� was wolltest du denn?�, fragte ich und
dachte, dass er mich nun f�r unterbelichtet und ganz sch�n bl�d halten musste.
��hm� ich hab gehofft, wir k�nnten uns vielleicht heute abend treffen. Essen
und dann in einen Club oder so� h�ttest du Lust?� Nerv�s strich mir meine Haare
hinters Ohr und drehte mich wieder zur Balkont�r. �Ah, Meli, Nina! Ihr!
Verschwindet!�, schrie ich w�tend, als ich sah, dass sie sich die Nasen an der
Glast�r platt dr�ckten. �Emily, alles in Ordnung?�, wollte Erik besorgt wissen.
�Ja klar. Sorry! Ich hab heute Abend Zeit und nat�rlich auch Lust. Wo und wann
wollen wir uns treffen?�, ich redete so schnell, dass ich schon glaubte, Erik
h�tte kein Wort verstanden. �Ich wollte dich abholen, so gegen 8 Uhr?� �Ok, das
ist super. Bis dann!�, noch bevor er etwas sagen konnte, hatte ich aufgelegt
und riss nun zornig die T�r auf. �Was bildet ihr euch ein???�, br�llte ich so
laut, dass sogar die Jungs unten im Park aufh�rten zu spielen und zu uns nach
oben schielten.� Ich schob sie vor mir
her ins Wohnzimmer, damit nicht jeder unseren Streit mitbekam und schloss die
T�r hinter mir. �Emily, wir� ich� es tut uns leid.�, betr�bt blickte Meli auf
den hellblauen Teppich mit den Sternen drauf, der unter unserem Sofa lag. Nina
stand neben ihr und sagte kein Wort. �K�nnt ihr nicht einmal das tun, um was
man euch bittet?�, fragte ich zweifelnd und f�hlte mich ein wenig mies, weil
ich so ausgerastet war. �Sorry!�, ihr tat es wirklich aufrichtig leid und ich
konnte es nicht ertragen, wenn sie so traurig war wegen eines Streits, deshalb
nahm ich sie kurz in den Arm und murmelte unsere magischen Worte. �Alles wieder
ok?� �Alles wieder ok!�, l�chelte sie. Auch Nina schaute wieder etwas
fr�hlicher aus der W�sche und quetschte sich zwischen Meli und mich. �Und was
ist mit mir?�, fragte sie mit weit aufgerissenen Augen. �Nat�rlich auch, du
bist doch unsere kleine Maus!�, lachte ich und dr�ckte ihr einen Kuss auf die
linke Backe, Meli tat es mir gleich nur auf der rechten Seite. Meine G�te, wir
waren vielleicht ein Zickenclub! Erst flogen bei uns die Fetzen und dann
hielten wir uns ganz fest im Arm. �So, jetzt brauche ich eure Hilfe. Ich wei�
n�mlich nicht, was ich heute abend anziehen soll.�, meinte ich und versuchte
mich aus der Massenumarmung zu befreien. �Ihr habt ein Date?�, fragten die
beiden gleichzeitig. �Ja, habt ihr das beim Lauschen nicht bekommen?�, grinste
ich und schob Ninas Arm von meiner Schulter. �Naja� man hat durch die Glast�r
kein Wort verstanden!�, gaben sie zu und zusammen gingen wir an meinen
Kleiderschrank, um nach einem passenden Outfit zu suchen. Zum Gl�ck hatte ich
schon geduscht, stellte ich nach einem Blick auf die Uhr fest, ansonsten w�re
es etwas knapp geworden, denn wir hatten schon kurz nach sieben. �Wohin geht
ihr denn?�, fragte Meli und schob ein paar Oberteile, die auf Kleiderb�geln
hingen zur Seite. �Erst Essen und dann in einen Club!�, sagte ich und hielt ein
dunkelrotes Kleid gegen meinen K�rper. �Nee, das ist zu spie�ig.�, sch�ttelte
Nina den Kopf und dr�ckte mir einen ziemlich kurzen Jeansrock und ein
hellblaues Top in die Hand, das mehr enth�llte als verdeckte. �Wenn er dich so
sieht, denkt er, du bist eine Nutte.�, grinste Meli und nahm mir die Klamotten
wieder ab. �Ich find bestimmt nichts, was mir steht.�, n�rgelte ich rum, aber
genau in dem Moment warf Nina eine wei�e, �rmellose Bluse, die man vorne binden
konnte und eine schwarze, enge Jeans aufs Bett. �Na, was h�lst du davon?�,
siegessicher strahlte sie mich an. �Hey, das ist nicht schlecht. Wartet kurz,
ich probier es an.�, schnell verschwand ich mit den Sachen im Bad und als ich
kurz darauf wieder herauskam und mich vor den beiden drehte, grinsten sie wie
Honigkuchenpferde. �Erik wird umkippen.�, Meli hielt ihren Daumen hoch. �Und
wer hat es herausgesucht?�, Nina streckte ihrer Schwester die Zunge heraus.
�Hey, beruhigt euch ihr beiden.�, ich ging dazwischen, bevor die beiden noch
ernsthaft wegen so einer Kleinigkeit Krach bekamen, denn davon hatten wir heute
schon mehr als genug und das alles wegen eines Typen, den ich kaum kannte,
schmunzelte ich. W�hrend ich ein wenig Make-up auflegte, sa� Meli auf dem
Klodeckel und textete mich mit irgendwelchen Flirt-Strategien aus
Frauenmagazinen zu. Gerade hatte ich meine Mascara wieder in mein
Schminkt�schen gesteckt, da klingelte es an der T�r. �Ich geh schon!�, rief
Nina und legte einen Spurt zur T�r hin um den elektrischen T�r�ffner f�r die
Haust�r unten zu dr�cken. W�hrend Erik de Treppen hinauf stieg, wartete sie
nerv�s zappelnd im Gang vor unserer Wohnung. Auch ich wurde langsam nerv�s,
warf noch einmal einen letzten pr�fenden Blick in den Spiegel und trat dann in
den Flur. Ich beobachtete, wie er immer noch vor der Wohnungst�r stand und sich
mit Nina unterhielt, die von einem Ohr zum anderen strahlte. �Nina, willst du
ihn nicht hereinbitten?�, fragte ich zwinkernd und sie wurde so gleich knallrot
im Gesicht und ging hinter Erik herein. �Hallo Emily!�, begr��te er mich und
dr�ckte mich kurz an sich. �Hi Erik, wir k�nnen sofort starten, wenn du
magst.�, sagte ich und war schon wieder fasziniert von seinen tief brauen
Augen. �Ok, aber darf ich dir vorher noch sagen, wie toll du heute abend
aussiehst�, schmeichelte er mir und w�re allein f�r sein L�cheln w�hrend dieses
Kompliments gestorben. �Ach was��, gab ich mich bescheiden. �Hi, ich bin
Melinda, Emily�s Mitbewohnerin!�, stellte sich Meli vor, die gerade aus dem Bad
gekommen war. �Hi, ich hab schon viel von dir geh�rt.�, sprach er und streckte
ihr die Hand entgegen. Sie nahm sie und sch�ttelte sie leicht. �Ich hoffe nur
Gutes!�, erwiderte sie und blickte ihn freundlich an. �Nee, ich hab voll �ber
dich abgel�stert!�, redete ich in einem ironischen Unterton dazwischen, hakte mich
bei Erik ein und zog ihn zur T�r. �Bis sp�ter! Ciao!�, ich winkte ihnen noch
kurz zu und auch Erik rief ein rasches �Bye!� bevor ich mit ihm nach drau�en
verschwand. �Sorry, das ich eben so gehetzt hab, aber die beiden sind manchmal
einfach nervig.�, sagte ich als wir in seinem Auto sa�en. �Schon ok, das kenn
ich von den Jungs, mit denen ich zusammen wohne auch.� Sofort erinnerte er mich
daran, dass er in einer Boygroup war. �Wieso hast du es mir nicht gesagt?�,
fragte ich vorwurfsvoller als beabsichtigt. �Tut mir leid, aber ich hab es dir
gestern abend schon ein wenig erkl�rt und�� �Ja, stimmt. Naja, da wusste ich
gar nicht, dass du ein Star bist. Ich hab es erst heute morgen von Nina
erfahren.� �Oh!�, �berrascht blickte er mich an, �Und was hast du gestern mit
dem Entlarven gemeint?� ��hm� ach, das ist nicht so wichtig!�, ich hielt es f�r
besser, dass er nicht erfuhr, dass ich ihn f�r einen durchgeknallten Killer
gehalten hatte. �Also wo willst du heute abend essen gehen?�, wollte er wissen
und startete den Motor. �Ich wei� nicht, ist mir relativ egal.�, antwortete ich
unschl�ssig. �Also, ich h�tte jetzt Lust auf Sushi, aber das ist nicht
jedermanns Geschmack.�, setzte er vorsichtig an. �Hey, das ist eine coole Idee.
Ich liebe Sushi!�, rief ich begeistert aus. �Was? Du auch?�, er l�chelte
verschmitzt und fuhr dann aus der Parkl�cke heraus. �Ok, auf zur Sushi-Bar!�,
freute er sich und bog rechts ab.
Nachdem wir einen Parkplatz
in der N�he der �Daisuki-Bar� gefunden hatten, betraten wir die Bar, deren
Tapete mit dunkelroten Seident�chern verkleidet war und kleine Springbrunnen
pl�tscherten in den Ecken des rechteckigen Raumes. Die einzelnen Tische waren
durch transparente Papierw�nde, auf die rosa Rosen gezeichnet waren,
unterteilt, so f�hlte man sich nicht beobachtet. Kleine Lampen an den W�nden
sorgten f�r ein ged�mmtes Licht und machten dadurch die Atmosph�re noch
entspannender. Erik und ich wurden an einen Tisch in der rechten, hinteren Ecke
gef�hrt und als ich mich neben ihm auf dem weichen Polster der Bank niederlie�,
ber�hrten sich unsere Schultern und es durchfuhr mich wie einen Stromschlag.
Wie bei jeder seiner Ber�hrungen durchrieselte mich ein Fluss von W�rme und ich
hatte das Gef�hl, ohne Ende l�cheln zu m�ssen. W�hrend er in der Speisekarte
bl�tterte, wusste ich schon ganz genau, was ich a�. [MSOffice1] �Willst du nicht auch gucken, was du essen willst?�,
fragte er mich nach ein paar Minuten des Schweigens. �Ich wei� es schon, ich
esse immer.�, grinste ich und nahm einen Schluck von meiner Cola, die der Kellner
gerade gebracht hatte. Diesmal gab es zum Gl�ck keine R�hrchen, trotzdem musste
ich wieder an das peinliche Erlebnis in der Cafeteria der Schlittschuhbahn
zur�ck denken. Nachdem wir unsere Bestellung aufgegeben hatten, redeten wir
wieder �ber Gott und die Welt. Es war fast genauso wie gestern, nur sprachen
wir vertrauter miteinander und ich verga� v�llig, dass Erik in einer
megaber�hmten Boyband war. �M�chtest du mal probieren?�, er hielt mir ein St�ck
Sushi von seinem Teller vor den Mund und ich wollte danach schnappen, aber er
zog seine Hand schnell wieder weg. �Zu langsam!�, lachte er mich frech an und
hielt es au�erhalb meiner Reichweite. �Du bist gemein!�, spielte ich ein wenig
die Beleidigte. �Hol�s dir doch!�, sagte er und steckte es sich halb in den
Mund. Verdutzt blickte ich ihn an und versank mal wieder in seinen s��en Augen,
die aufregend glitzerten. �Hascht du konen Honger me?�, nuschelte er und ich
guckte ihn blo� noch ungl�ubiger an. Warum eigentlich nicht, fragte ich mich,
beugte mich nach vorne, legte meine Hand in seinen Nacken und biss von der
Sushirolle ab. Kaum ber�hrten sich unsere Lippen, war mir der rohe Fisch egal.
Naja, ich schluckte ihn rasch herunter, bevor mir wieder etwas Seltsames
passierte, was die Stimmung verdarb. Der Kuss wurde intensiver, als Erik mich
mehr zu ihm zog und sich seine Arme um meine H�ften legten. Mein Herz klopfte
einen 64-tel-Takt und eigentlich h�tte es jeder im Restaurant h�ren m�ssen,
denn es war lauter als ein Schlagzeug. Eine G�nsehaut zog sich �ber meine Arme
und ich genoss jede einzelne Sekunde, kostete sie voll aus. Als sich Erik kurz
von meinen Lippen l�sten, glaubte ich, ein Teil von mir w�rde sterben, so sehr
verzehrte ich mich nach ihm. Er schob seine H�nde zwischen das Sitzpolster und
meinen Po, um mich auf seinen Scho� zu heben und sofort k�ssten wir uns wieder,
au�er uns beiden gab es in diesem Augenblick niemand in der weiten Welt. Meine
Zunge spaltete seine Lippen und bahnte sich ihren Weg in seinen Mund. Dann
begann seine mit meiner zu spielen, sie verfingen sich, kitzelten sich
gegenseitig und verknoteten sich wieder. Oh mein Gott, seine K�sse waren so
hei�, alles an ihm war hei� und ich konnte gar�
nicht anders, ich musste mich an ihn pressen und meine H�nde bewegten
sich wie von alleine �ber seinen R�cken. Keine Ahnung, wie lange wir so da
gesessen haben, irgendwann fasste er mich am Kinn, schob meinen Kopf ein St�ck
nach hinten und zwang damit unsere Zungen sich voneinander zu trennen. Hatte
ich etwas falsch gemacht? Doch als ich seine vor Freude strahlenden Augen und
sein atemberaubendes L�cheln sah, wusste ich, dass alles in Ordnung war. �Du
bist so wundersch�n!�, er strich mir �ber die Wange und seine zarte Haut
verursachte wieder eine G�nsehaut auf meinen Armen. Hoffentlich wurde ich jetzt
nicht rot, schoss es mir durch den Kopf und da ich nicht wusste, was ich
erwidern sollte, griff ich nach seinen Dog Tags, die an einer langen Kette um
seinen Hals hingen und begann damit zu spielen. �Uuuh, lass das� das kitzelt!�,
er versuchte mir die Tags aus der Hand zu nehmen, aber ich hielt sie fest. �Ich
h�re nur auf, wenn ich noch einen Kuss bekomme.�, stellte ich die Bedingung.
�Einen? Du kannst hundert K�sse von mir bekommen!�, sprach er und dr�ckte mir
ein K�sschen auf die Wange. Auch auf die andere Wange bekam ich eines, dann
noch eins auf die Stirn und die Nasenspitze und schlie�lich als er wieder an
meinem Mund angelangt war, lie� ich die Tags los. Wir versanken wieder in
unserer eigenen Welt, die irgendwo auf Wolke Sieben schwebte und ich verlor
jegliches Zeitgef�hl. �Wollten wir nicht noch in einen Club gehen?�, wollte ich
unvermittelt wissen und blickte ihn fragend an. �Achja stimmt, das hab ich
total vergessen.�, entschuldigte er sich. �K�nnen wir noch gehen? Ich meine,
wie viel Uhr ist es �berhaupt?�, ich schaute mich suchend nach einer Uhr um.
�Kurz nach Mitternacht. Klar, wenn du magst.�, sagte er und zuckte mit den
Achseln. �Gut, hast du schon eine Idee wo wir hingehen?�, ich rutschte von
seinem Scho� hinunter, damit er sein Portemonnaie aus der Tasche ziehen konnte,
um zu bezahlen. �Hat es nicht geschmeckt?�, erkundigte sich der Kellner, als er
unsere Teller sah, die noch halb voll waren. �Doch, doch, wir kamen nur nicht
dazu.�, erkl�rte ich und zwinkerte Erik zu. �Was h�lst du vom American-Club?�,
fragte er, als wir ins Auto eingestiegen waren. �Geht klar!�, nickte ich und
schaltete das Radio an. W�hrend wir zum Club fuhren, redeten wir nicht viel,
jeder hing seinen Gedanken nach und meine drehten sich die ganze Zeit um Erik,
seine traumhaften Augen und seine zarten Lippen.
Im Club mussten wir uns
erstmal �ber die �berf�llte Tanzfl�che zur Bar durchquetschen, dabei ging er
hinter mir und hatte seine H�nde auf meine H�ften gelegt, damit wir nicht
auseinander gerissen wurden. Nachdem wir auf zwei Lederbezogenen Metallhockern
Platz genommen hatten, musste ich erstmal tief durchatmen, auch wenn die Luft
hier drin wahrlich nicht die beste war. Erik bestellte zwei Cocktails und
�berrascht stellte ich fest, dass er meinen Lieblingscocktail Cai Pirinha
ausgesucht hatte. �Woher wusstest du das denn?�, fragte ich, als ich mit meinem
Strohhalm im gestampften Eis herumw�hlte. �Was wusste ich?�, wollte er wissen
und ich erkl�rte ihm, dass das mein Lieblingscocktail war. �Was? Deiner auch?�,
er lachte und ich war mal wieder verbl�fft, wie viele Dinge wir doch gemeinsam
hatten. Nach einer Weile hatten wir uns genug ausgeruht, ich wollte endlich
tanzen und zog ihn hinter mir her mitten ins Get�mmel. Es lief gerade einer
meiner Lieblingssongs �All I have� von J.Lo und LL Cool J und ich liebte es auf
diesen Song zu tanzen. Mein K�rper nahm den Rhythmus der Musik in sich auf und
ohne gro� darauf zu achten, wie ich mich bewegte, begann ich mich an Erik zu
reiben, schob ihn wieder ein St�ck weg, drehte mich in einer kleinen Pirouette
und lag wieder in seinen Armen. Bei der Songzeile I don't believe I just had my last
real kiss dr�ckte
ich ihm einen Kuss auf die Wange und sah im grellen Discolicht, wie ein L�cheln
�ber seine Lippen huschte, doch schon war ich wieder zwei Meter von ihm
entfernt und schnipste mit meinen Fingern, schob meine H�ften nach vorne und
wackelte ein wenig mit meinem Po. V�llig ins Tanzen versunken bemerkte ich gar
nicht den Typen, der pl�tzlich vor mir stand. Erst als er seine Arme um mich legte
und mich gierig anblickte, aber da war es schon zu sp�t, auch als ich mich aus
seinem Griff befreien wollte, hielt er mich weiterhin fest, presste mich sogar
noch n�her an sich. Angewidert verzog ich mein Gesicht als ich seine
Alkoholfahne roch und br�llte ihm ins Ohr, dass er mich gehen lassen sollte,
doch er lachte mich blo� aus und lallte etwas wie �Nee S��e, du bleibst sch�n
hier!�. Weiterhin k�mpfte ich gegen ihn an, aber er war einfach zu stark f�r
mich, egal wie betrunken er war. Da wurde er auf einmal an der Schulter gepackt
und kr�ftig zur Seite gesto�en. Er knallte gegen einen Pfosten, der die Decke
des Clubs st�tzte und an dem einige bunte Discolichter angebracht waren, die
den Raum ausleuchteten. St�hnend lie� er mich los und ich lief schnell drei,
vier Meter von ihm weg. Erst dann drehte ich mich um, um zu gucken, wer mein
Retter war und mein Herz machte einen H�pfer, als ich sah, wie Erik ihn w�tend
anschrie: �Vergreif dich nicht noch einmal an meiner Freundin, du Sack!� und er
verpasste ihm einen kr�ftigen Kinnhaken , der andere Typ, �brigens ein
k�hlschrankbreiter, Muskel bepackter, 2-Meter-Kerl holte zum Schlag aus,
verfehlte Erik aber, weil der sich schnell genug ducken konnte. Voller Zorn
heulte der Schl�ger auf und st�rmte nach vorne, um ihm mit seinem Kopf in den
Bauch zu rammen. Diesmal hielten andere M�nner, die die Schl�gerei mitbekommen
hatten, den Kerl ab und brachten ihn mit vereinten Kr�ften aus dem Club. Erik
kam zu mir zur�ck und nahm mich z�rtlich in den Arm. �Hat dir dieses Arschloch
wehgetan?�, seine Stimme klang besorgt. �Mit mir ist alles ok.�, erwiderte ich
und sp�rte, wie die ganze Anspannung von mir abfiel und meine Beine anfingen zu
zittern und schlie�lich unter mir nachgaben. Mit letzter Kraft klammerte ich
mich an Erik, der mich nur noch sorgenvoller anschaute. �Wirklich?� �Ja, aber
k�nnen wir jetzt nach Hause fahren? Es wird mir alles etwas zu viel.�, gab ich
zu und legte meinen Kopf m�de an seine Schulter. �Nat�rlich!�, sagte er und
f�hrte mich aus dem stickigen Club hinaus direkt zu seinem Auto. Als ich in den
weichen Polstern sa�, ging es mir wieder etwas besser, trotz allem war ich
unendlich m�de und schloss f�r einen Moment die Augen. �Emily, aufwachen! Wir
sind da!�, wisperte er an meinem Ohr und ich blinzelte verwirrt, weil ich erst
gar nicht wusste, wo ich war. Oh, wir sa�en in Erik�s Auto und waren auf der
Heimfahrt vom American-Club gewesen, als ich eingenickt war, begann ich mich zu
erinnern. Ich stieg aus und ging zu Erik, der sich auf der Fahrerseite gegen
den Wagen lehnte. �Danke f�r den sch�nen Abend!�, l�chelte ich. �Das im Club
tut mir leid!�, sein Blick war betr�bt und ich legte rasch meine Hand auf seine
Schulter. �Das war nicht deine Schuld, au�erdem hast du mich vor diesem Typ
besch�tzt.�, redete ich ihm sein schlechtes Gewissen aus. Da es nachts sehr
stark abk�hlte, fr�stelte ich in meiner d�nnen Bluse und als er das bemerkte,
dr�ckte er mich an sich und sein warmer K�rper w�rmte meinen vor K�lte
bebenden. Meine Gef�hle f�r ihn hatten sich durch diesen Abend nur verst�rkt,
egal, was er heute getan hatte, ich hatte mich immer mehr in ihn verliebt und
ich hatte jetzt schon Angst davor, gleich hinauf zu gehen und mich in mein
einsames Bett zu legen. Jede Sekunde ohne ihn war vergeudete Zeit. Das klingt
vielleicht verr�ckt, besonders, da ich ihn kaum kannte, aber dieses Band,
das� zwischen uns existierte, gab mir
solch ein Vertrauen und ich konnte mir nur schwer vorstellen, dass es wirklich
erst gestern gewesen war, als ich beim Schlittschuh laufen in seinen Armen
gelandet war. In den gleichen Armen, in denen ich im Augenblick wieder lag und
die sich so wunderbar auf meiner Haut anf�hlten. Seine linke Hand legte sich
unter mein Kinn und hob meinen Kopf ein bisschen zu ihm hinauf, so dass ich
direkt in seine s��en Augen gucken konnte, diese schokoladenbraunen Augen, die
mir so bekannt und gleichzeitig fremd vorkamen und ich war mir nun ziemlich sicher,
dass ich sie vorher schon einmal gesehen hatte, aber ich konnte nicht zu ordnen
bei wem. Seine Finger strichen z�rtlich �ber meine Lippen und wenige Sekunden
sp�ter ber�hrte sein Mund diese Stelle. Das konnte nicht mehr als einer der
besten Tr�ume der Welt sein, durchfuhr es mich, und ich w�rde gleich in meinem
Zimmer aufwachen und feststellen, dass alles nicht passiert war und f�r immer
w�rde sich die Erinnerung des sch�nsten Moments meines Lebens in meine Seele
pr�gen, nur war dieser Moment nie wirklich gewesen, sondern reine Fiktion, eine
kleine Idee meiner Phantasie, die mein Leben auf den Kopf stellte und total
ver�nderte. Doch als ich die Augen �ffnete, stellte ich fest, dass Erik immer
noch vor mir stand und das alles sehr wohl in der Realit�t geschehen war und
dieses wunderbare Gef�hl befl�gelte mich so, dass ich ihm ohne noch gro�artig
zu �berlegen, meine Liebe gestand. �Erik, ich liebe dich!� Es herrschte
Totenstille und als ich zu Erik hoch schaute, las ich Best�rzung in seinen weit
aufgerissen Augen. �Alles ok?�, fragte ich nerv�s, er sch�ttelte langsam den
Kopf. �H�r zu, ich will dich jetzt nicht kr�nken oder so was, aber mir geht das
zu schnell. Bitte lass mir etwas mehr Zeit.� �Du kannst mir ruhig sagen, wenn
du dich nicht f�r mich interessierst!�, sagte ich und konnte meine Entt�uschung
kaum verbergen. Es war mir nicht peinlich gewesen, ihm meine Gef�hle zu
offenbaren, aber es tat so furchtbar weh zur�ck gewiesen zu werden, denn er war
der erste Mann mit dem ich mir auch vorstellen k�nnte, alt zu werden. �Nein,
das ist es nicht. Wenn ich dich anschaue, kribbelt es in meinem ganzen K�rper
und ich w�nsche mir nichts sehnlicher, als dich zu k�ssen. Aber ich wurde schon
sooft entt�uscht, dass ich jetzt einfach Angst habe. Lass mich in aller Ruhe
dar�ber nachdenken, ok?�, in seiner Stimme lag so viel Trauer und Schmerz und
ich wusste selbst, wie weh es tat, in der Liebe hintergangen zu werden. F�r so
etwas gab es keine Strafe, keine Bu�e und manchmal zerst�rte man dadurch ein
ganzes Leben. Nat�rlich w�rde ich ihn nie so verletzen, egal, was geschah, ich
w�rde zu ihm halten und ihm beistehen. Er war meine gro�e Liebe und sein
ehrliches Gest�ndnis eben, hatte mich zwar verletzt, aber ich war wusste nun,
dass er auch etwas f�r mich empfand und das war mehr, als ich je erwartet
h�tte. Diesmal verabschiedeten wir uns mit einer kurzen Umarmung und ich war
l�ngst nicht so aufgedreht wie am Tag zuvor, sondern stieg nachdenklich die
Stufen hinauf. Die Wohnung war dunkel und stumm. Nina und Meli schliefen schon
und ich schlich nur rasch ins Bad um mir die Z�hne zu putzen und mich
abzuschminken. Als ich in meinem Zimmer das Licht anschaltete bezweifelte ich,
dass ich diese Nacht schlafen konnte und �berlegte deshalb meine Gedanken in
meinem Tagebuch niederzuschreiben. Es hatte lange in meiner
Schriebtischschublade gelegen, weil es nichts Besonderes zu erz�hlen gab, aber
heute schien der perfekte Zeitpunkte, denn ich musste Ordnung in meinem Kopf
schaffen. Doch kaum hatte ich mich mit Stift und Papier bewaffnet auf meinem
Bett niedergelassen, wurden meine Lider bleischwer und ich legte gleich darauf
den Bleistift zur Seite, zog die Decke ein St�ck h�her und schlief sofort ein.
Liebes Tagebuch,
ich hab lange nichts geschrieben, weil es nichts gab, was ich zu
erz�hlen hatte. Aber seit gestern steht mein Leben Kopf und das wegen einem
Typen. Er hei�t Erik und ich habe mich in ihn verliebt und das nicht zu knapp�
3. Kapitel