Ich konnte es schaffen, war der einzige Gedanke, als ich zielstrebig zu Gleis drei rannte. Keuchend kam ich oben an und sah, dass der Zug eben langsam angefahren war. In Windeseile lief ich an den Abteilen vorbei und konnte mein Gl�ck kaum fassen, als ich in einem Erik am Fenster sitzen sah, doch er schaute nicht hinaus, sondern blickte starr auf den Boden. Als ich ungef�hr in gleicher H�he war, klopfte ich gegen die Scheibe, aber er schien mich nicht zu h�ren. Ich sp�rte, dass der Zug schneller wurde und sah das Ende des Bahnsteigs, das immer n�her kam. �Erik!�, schrie ich und meine Lungen schmerzten so, dass ich kaum noch Luft bekam. Ein letztes Mal h�mmerte ich gegen das Fenster, keine Reaktion!
Dann war ich am Ende des Steigs angelangt und musste so abrupt abbremsen, dass ich fast hingefallen w�re.
�Erik! Erik! Warte! Ich liebe dich doch!�, schrie ich r�chelnd hinterher.
Zu sp�t! Ich war zu sp�t gekommen
und hatte die Liebe meines Lebens verpasst. Voller Verzweiflung lief ich zur�ck
und nachdem ich aus dem Bahnhof herauskam, ging ich durch die Stadt, ohne darauf
zu achten, wohin mich meine F��e trugen. Weinen konnte ich nicht, was h�tte
das gebracht? Ich hatte ihn f�r immer verloren und konnte nichts dagegen tun.
Ich musste an seinen Abschiedsbrief denken, in ihn hatte er all seine Liebe f�r
mich gelegt und ich, dumme Kuh, hatte sie mit den F��en getreten. Hatte die
Frist nicht eingehalten und so hatte er mir die Entscheidung einfach gemacht.
Warum wurde einem immer erst hinterher bewusst, wie sehr man jemanden liebte?
Mein Kopf war leer und gleichzeitig voller Gedanken an Erik und dass ich ihn
wahrscheinlich nie wieder sehen w�rde, aber das w�rde nur geschehen, wenn ich
nichts unternahm. Es mussten endlich Taten folgen, keine leeren Versprechungen
mehr. Ich fuhr nach Hause und versuchte von dort aus sofort, Erik auf dem Handy
anzurufen. Das ich mich gegen die Bitte in seinem Brief widersetzte, war nicht
in Ordnung, aber wenn ich um seine Liebe k�mpfen wollte, musste ich alles
versuchen. Fast war es zu erwarten, dass er nicht dran ging. Na gut, dann eben
ins Internet! In den n�chsten Tagen schrieb ich tonnenweise Emails und je �fter
ich schrieb, desto intensiver und ehrlicher wurden sie und ich lernte durch
meine Gef�hle f�r ihn, eine ganze Menge �ber mich selbst. Obwohl er nicht
antwortete, gab ich nicht auf, arbeitete mir so viel Flei� und Hingabe an den
Texten, die ich schrieb, dass mir gar nicht auffiel, wie viel Zeit seit diesem
verh�ngnisvollen Tag vergangen war. Am ersten Abend hatten meine Eltern
versucht mit mir zu reden, aber ich hatte v�llig abgeblockt. Zu oft hatten sie
mich und vor allem meine Beziehung zu Erik verletzt und sie waren letzten Endes
der Grund, weshalb ich ihn am Bahnhof verpasst hatte, denn h�tten sie mir den
Brief gleich gegeben, w�re alles anders gekommen� Auch meine Anrufe brachten
nichts und nach vielen zerm�rbenden Wochen begann ich an meinen M�glichkeiten
ihn zur�ckzuholen, zu zweifeln. Er hatte sein Wort gehalten und einen endg�ltigen
Schlussstrich gezogen. H�tte er nur wenigstens eine Email geschrieben oder
einmal kurz angerufen, egal, ob er mich angeschrieen oder beschimpft h�tte,
alles w�re besser gewesen als diese verfluchte Ungewissheit. Das Gef�hl
ignoriert zu werden, als ob ich f�r ihn nie existiert h�tte, war das
Grausamste der ganzen Welt. Immer �fter kam mir der Gedanke mich mit allem
abzufinden und genau wie er zu versuchen zu vergessen. Es als sch�ne, aber
abgeschlossene Episode meines Lebens anzusehen. Ich ahnte ja nicht, wie sehr ihn
meine Emails und Anrufe aufw�hlten. Zuerst hatte er sie gel�scht ohne sie zu
�ffnen, der Kummer war einfach zu gro� gewesen. Nach einer Weile begann er sie
zu lesen und heftige Gef�hle gegen�ber mir flammten in ihm auf. Verzweifelt
versuchte er sie zu unterdr�cken, aber immer �fter ertappte er sich dabei, wie
er an mich denken musste. Doch sein Stolz verbot ihm mir zu antworten, so sehr
er es sich auch w�nschte, es ging nicht, denn es gab kein zur�ck mehr, nicht
nach alldem was zwischen uns beiden geschehen war. Am besten geb ich auf, dachte
ich eines Tages, als ich mal wieder keine Email von ihm erhalten hatte. Ich habe
ihn einfach zu sehr verletzt, wenn ich nur die Zeit zur�ck drehen k�nnte, dann
w�rde ich vieles anders machen. Traurig griff ich nach seinem Brie, den ich
schon sooft gelesen hatte, das er an den Seiten ganz abgegriffen war. Er
beschrieb mich als sch�nste, begehrenswerteste, kl�gste, bezauberndste,
wunderbarste Frau der Welt, wenn ich diese wirklich w�re, h�tte ich es auch
geschafft, �berlegte ich bitter. Nein, ich hatte wieder mal versagt. Ausgelaugt
und ersch�pft legte ich mich hin, den Brief hielt ich noch immer in der Hand
und wie h�ufig in letzter Zeit tr�umte ich von Erik. Diesmal war es seltsam!
Erik und ich waren wieder ein Paar und gl�cklich wie nie zuvor. Alles kam mir
sehr real vor, fast als w�rde ich in die Zukunft blicken und kaum erwachte ich,
hatte ich einen Entschluss gefasst: Ich w�rde nach Orlando fliegen und Erik
zeigen, dass er tats�chlich die sch�nste, begehrenswerteste, kl�gste,
bezauberndste, wunderbarste Frau der Welt liebte. Falls er mich abweisen wird,
ist es wenigstens eine Gelegenheit mich pers�nlich von ihm zu verabschieden,
besann ich mich, w�hrend ich meine Sachen packte. Nat�rlich fielen meine
Eltern aus allen Wolken, als sie mitbekamen, dass ich ein Taxi bestellte um an
den Flughafen zu fahren. Sie versuchten mich zum bleiben zu zwingen, aber ich
lie� es mir diesmal nicht ausreden, schlie�lich verdient jeder eine zweite
Chance und diese musste ich nun nutzen. Noch nie war mir der Flug so lang
vorgekommen wie heute und endlich landeten wir auf dem mir sehr bekannten
Flughafen. Erst jetzt fiel mir ein, dass sie vielleicht gar nicht in Orlando
waren und mein Versuch Erik zu erreichen, brachte nichts (Big suprise!) Deshalb
rief ich Janie an, m�glicherweise wusste sie, wo sich die Band zur Zeit
aufhielt. Sie klang �berrascht, als ich sie anrief, (nicht verschlafen wie beim
letzen Mal), aber sie war erleichtert, als sie erfuhr um was es ging.
�Das wird langsam mal Zeit, dass einer von euch etwas unternimmt! Lange h�tten
wir uns das nicht mehr angesehen!�, sagte sie.
�Wieso?�, fragte ich verwirrt.
�Na, ihr beiden geh�rt zusammen und dieser ganze Trennungsquatsch ist das D�mmste auf der Welt. Erik vermisst dich furchtbar und du ihn offensichtlich auch, was anderes, hatte ich, ehrlich gesagt, nicht erwartet.�, antwortete sie lachend auf meine Frage.
�Wei�t du, wo die Boys gerade sind? Ich steh n�mlich in Orlando am Flughafen!�, wollte ich wissen.
�Sie haben heute einen Auftritt in New York, also gleich wieder ab in den Flieger!�, lachte sie und w�nschte mir noch viel Gl�ck, bevor sie auflegte. Die ganze Fliegerei hing mir echt zum Hals heraus und ich w�rde das f�r niemanden au�er Erk tun, dachte ich, w�hrend des Flugs nach New York. Dort angekommen fragte ich mich zum Hammerstein Ballroom durch, die Halle, in der O-Town heute spielten. Mittlerweile war es dunkel geworden und ich sp�rte den Stress des Tages, doch ich konnte nicht aufgeben, so kurz vor meinem Ziel. Endlich stand ich vor dem riesigen Geb�ude. Der Haupteingang war hell erleuchtet und von drinnen h�rte man ohrenbet�ubende Musik. Der Mann an der Kasse schaute mich erstaunt an, als ich nach einer Eintrittskarte fragte und erkl�rte mir, dass das Konzert schon fast vorbei war. Ich zuckte mit den Schultern und legte f�nfzig Dollar auf de Tresen. Kopfsch�ttelnd hab er mir eine Karte und das Wechselgeld. An ein viktorianisches Foyer schloss sich der eigentliche �Ballroom� an und kostete mich meine ganze �berredungskunst und einen weiteren f�nfzig Dollarschein um von dem Security-M�nnern hineingelassen zu werden. (Normalerweise durfte niemand nach Konzertbeginn die Hallte betreten.) Mitten in einer Menge von kreischenden M�dels fand ich mich wieder und ziemlich weit entfernt sah ich die B�hne, auf der O-Town gerade Love should be a crime spielten.
�Wow! Die haben sich ja noch mehr verbessert!�, bewunderte ich sie als ich mich langsam begann nach vorne durchzuquetschen. Es war ein hartes St�ck Arbeit und nicht selten wurde ich w�st beschimpft (meist verstand ich weniger als die H�lfte) und manche versuchten mich festzuhalten, aber ich riss mich jedes Mal wieder los. Meine Liebe zu Erik war st�rker! Fast hatte ich es geschafft, noch ein paar Meter, dann war ich an der Absperrung! In dem Augenblick begann das Intro von All or Nothing und die Fans flippten v�llig aus. Eigentlich h�tte ich erwartet jetzt leichter voranzukommen, doch erst als sie schon das zweite Mal den Refrain sangen, presste ich mich an dem letzten kreischendem M�dchen vorbei und stand endlich in der ersten Reihe. Nur noch Erik auf mich aufmerksam machen, was ist, wenn er mich gar nicht sehen wollte? Diesen Gedanken schob ich rasch beiseite. Ah, Dan hatte mich bereits entdeckt, deutete ein Winken in meine Richtung an und warf Erik einige Blicke zu, die er leider nicht bemerkte. Schlie�lich blieb mir nichts anderes �brig, ich musste wie die anderen zu schreien.
�Erik! Erik! Erik!�, er blickte auf und sein ungl�ubiger Blick glitt suchend �ber die Menge. Ich sah das erstaunte Gesicht, das auf einmal zu strahlen begann, er hatte mich entdeckt. Mit zwei Schritten war er am Rand der B�hne, ging in die Hocke und streckte seinen Arm aus. Als seine Hand sich um meine schloss, konnte ich nicht mehr, ich begann zu weinen! Nach einer Ewigkeit hatte ich meinen Erik wieder und diesmal w�rde uns keine Macht dieser Welt mehr trennen k�nnen. Der Song war zu Ende und Erik musste sich mit den anderen von den Fans verabschieden. Nur der Gedanke an sp�ter, brachte mich dazu seine Hand loszulassen. Bevor er hinter der B�hne verschwand, l�chelte er mich noch mal an. Allm�hlich leerte sich die Halle und irgendwann standen au�er mir blo� noch ein paar Fans, die auf eine Zugabe hofften, an der Absperrung. Pl�tzlich kam ein Securitytyp heraus und fragte: �Who is Tina?�
Ich winkte ihm kurz zu und er bat mich mitzukommen. Flink kletterte ich �ber das Gel�nder, auf die erstaunten Blicke der M�dchen achtete ich nicht, denn ich war viel zu aufgeregt. Wie damals f�hlte bei dem Konzert in K�ln, f�hlte ich mich. Hinter der B�hne standen die Boys und unterhielten sich �ber den Auftritt. Erik stand mit dem R�cken zu mir und sah mich deshalb nicht, bis Ashley zu ihm sagte: �Dreh dich mal um, da kommt dein Valentinsgeschenk!� Stimmt, heute war der 14. Februar, Valentinstag, fiel es mir ein, aber wie unwichtig das war, als ich in den Armen des Mannes lag, denn ich mehr liebte als mein Leben und den ich fast f�r immer verloren h�tte, k�nnt ihr wohl verstehen. Z�rtlich k�ssten wir uns und ich war die gl�cklichste, sch�nste, begehrenswerteste, kl�gste, bezauberndste, wunderbarste Frau der Welt. Sp�ter im Hotel versprach ich Erik hoch und heilig, nachdem Abitur in die USA zu ziehen, damit ich f�r immer bei ihm sein konnte. Ihr seht, liebe Leser,
es lohnt sich doch f�r das zu k�mpfen, was man wirklich will und egal, wie beschwerlich der Weg ist, solange ihr nicht aufgebt, werdet ihr euer Ziel irgendwann erreichen!
Wir passen zusammen
�Erik, ah! Nein, h�r auf, das kitzelt. Wow, oh, E-erik!�, st�hnte ich und versuchte seine H�nde, die wie zuf�llig unter mein T-Shirt gerutscht waren, weg zu schieben. Naja, eigentlich genoss ich es, es kam mir wie eine Ewigkeit vor, seitdem er mich das letzte Mal gek�sst hatte, obwohl es nicht mehr als f�nf Minuten her sein konnte. Wir hatten eine Menge nachzuholen, anderthalb Monate Liebesentzug hinterl�sst seine Spuren, aber ich wollte mir keinen �rger mit Mike �n Mike einhandeln, nicht so kurz nachdem Erik und ich uns wieder vers�hnt hatten. Das war gestern gewesen, ein Abend gemischter Gef�hle. Tr�nen flossen w�hrend wir lachten, die anderen freuten sich nat�rlich super f�r uns, denn auch ihnen hatte Erik, der seit unserer Trennung kurz nach Sylvester ein Trauerklo� gewesen war, Leid getan und keiner hatte diese Entscheidung je verstanden. Ash hatte mir gestern noch erz�hlt, dass er es nur f�r einen Joke gehalten hatte, als Erik es ihm gesagt hatte. Genau wie Dan, Jake und Trev aus allen Wolken gefallen sind, ihnen war klar, dies kann und wird kein Dauerzustand bleiben, fr�her oder sp�ter kommen die beiden wieder zusammen. Das Sp�ter hab ich ja gestern �bernommen und wir beide lieben uns noch mehr als vorher. Es ist schwer zu beschreiben, fast so, als ob wir uns neu ineinander verliebt h�tten und doch anders. Erik war f�r mich die Luft zum Atmen und nachdem wir uns gestern vers�hnt hatten, hielt er mich die ganze Zeit im Arm und ich dr�ckte mich ganz eng an ihn, als ob wir Angst h�tten uns wieder zu verlieren, aber das w�rde ganz sicher nicht passieren. Wir waren f�reinander bestimmt und niemand, wirklich niemand w�rde uns nun noch auseinander bringen. Im Moment sa�en wir im Tourbus, in der gem�tlichen Sitzecke, eigentlich schrieb Erik eine Email an seine Mutter, ohne es zu wollen, hatte ich ihn abgelenkt. Der Rest schlief noch oder tr�umte vor sich hin, wir beide brauchten nicht mehr zu tr�umen. Unser Traum war wahr geworden! Schlie�lich schaffte ich es, Erik, der halb auf mir drauf lag, wieder weg zuschieben. Ein wenig beleidigt wandte er sich wieder dem vor ihm stehenden Laptop zu und ich dachte dar�ber nach, ob ich meine Eltern anrufen sollte, die wahrscheinlich schon die Polizei verst�ndigt hatten. Immer waren sie �ber�ngstlich und dass sie gegen meine Beziehung mit Erik waren, brauche ich nicht mehr extra zu erw�hnen. Sie waren Schuld an unserer Trennung gewesen und das konnte ich ihnen auf keinen Fall verzeihen. Sie waren zwar noch meine Eltern, aber sie hatten mich sooft bitter entt�uscht, dass jegliches Vertrauen zerst�rt war. Ach, ich werde mit ihnen ein offenes Gespr�ch f�hren, wenn ich zur�ck bin und das dauert noch eine Weile, schob ich meinen Sorgenberg von mir und dr�ckte Erik einen Kuss auf den Nacken. �berrascht schaute er mich an, grinste, k�sste mich z�rtlich und gleich darauf lag er wieder auf mir drauf. Diesmal lie� ich es einfach geschehen, sollten Mike �n Mike ruhig kommen, uns aber bitte nicht st�ren.
So sehr ich es mir w�nschte, nur
wenige Minuten sp�ter kam ein munter pfeifender Ash zu uns, mit einer Riesensch�ssel
Cornflakes, die er schmatzend neben uns verdr�ckte, da verging sogar Erik die
Lust auf Schmusen.
�Na, alles wieder okay?�, fragte Ash und l�chelte, dabei bemerkte er nicht,
dass ihm ein d�nner Faden Milch das Kinn hinunter rann und auf sein
dunkelblaues Shirt tropfte.
�Uns beiden geht�s bestens!�, bejahte Erik und gab mir einen Stupser auf die Nase.
�Wohl im siebten Himmel gelandet?�, lachte er.
�Nee, 10 St�cke oben dr�ber!�, antworteten wir beide gleichzeitig.
Am Nachmittag, die Fahrt nach Boston dauerte noch ungef�hr drei Stunden sa� ich gem�tlich eingemummelt in eine Wolldecke auf seinem Bett, schl�rfte hei�en Tee und h�rte vertr�umt zu, wie Jake und er einen neuen Song komponierten. Warum konnte es nicht immer so bleiben? Wieso musste es irgendwann Stress geben? Weshalb verl�uft das Leben eines jeden Menschen nicht so, wie er es will? Ganz einfach, es w�re stinklangweilig, aber im Moment, w�re mir sogar eine Geschichtsdoppelstunde lieber, als Streit mit Erik. Erst einmal brauchte ich etwas Ruhe, musste mich von den rasanten Erlebnissen in letzter Zeit erholen und dazu war eine Boygroup auf Tour nicht das Richtige. Wie sollte ich ihm das beibringen? Er konnte ja jetzt schon keine f�nf Minuten ohne mich sein. Nat�rlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt jetzt nicht mehr nach Deutschland zur�ckzugehen, doch ohne ABI konnte ich meine Zukunftschancen in den USA durchweg vergessen und eines wollte ich schon gar nicht, von Erik finanziell abh�ngig sein. Eine Frau, die brav zuhause blieb, sich um die Kinder k�mmerte, die zum Gl�ck noch nicht vorhanden waren, und sich um den gesamten Haushalt k�mmerte. Das hei�t Kochen, Waschen und Putzen, und dazu war ich absolut nicht geeignet. Lieber machte ich in ein paar Wochen, von Liebeskummer zerfressen in Deutschland das Abitur, als hier nur rumzuh�ngen und mich zu langweilen. Nur, wie teilte ich meinem Freund diese Entscheidung mit, das er davon nicht begeistert sein w�rde, wusste ich, aber ich hatte auch keine Lust mich gleich wieder mit ihm zu streiten. Hallo, Zwickm�hle, mal wieder Gast bei mir! Am besten bitte ich jemanden um seine neutrale Meinung. Entschlossen stand ich auf, gab Erik einen Kuss auf die Wange und sagte, dass ich ein bisschen Bewegung brauchte. Meine Beine schmerzten auch wirklich! In der K�che, wenn man �berhaupt von K�che sprechen konnte, eingebaute Kochnische mit Klapptisch und Wandschrank passte besser, stand Ashley und schmierte sich ein Brot.
�Hey, willst du auch eins?�, fragte er mich und legte das Messer ab, an dem noch massenhaft Schokolade hing. Ich sch�ttelte den Kopf und betrachtete ihn, wie er in sein Brot biss und mit der Zungenspitze �ber die Lippen fuhr, um das Nutella wegzuwischen. Ohne Erfolg er verteilte er nur mehr und sah aus, wie ein kleines Baby.
�Alles weg?�, rasch wischte er sich mit der Hand �ber den Mund und grinste mich dann an.
�Eigentlich brauche ich deinen fachm�nnischen Rat!�, begann ich z�gernd.
�Klar, schie� los!�, meinte er und setzte sich rittlings auf einen Stuhl.
�Naja, es ist so, ich muss in drei, vier Tagen zur�ck nach Deutschland, weil ich dort mein ABI, �hm, meinen Abschluss noch machen muss. Nur wei� ich nicht, wie Erik darauf reagieren wird und ich wollte ihn doch nicht entt�uschen, auf keinen Fall jetzt, da wir uns endlich wieder gefunden haben.�, erkl�rte ich ihm die Situation n�her.
�Oh, das ist echt kompliziert. So wie ich ihn kenne, wird er sich dir gegen�ber verst�ndlich zeigen und an uns die schlechte Laune auslassen und wieder behaupten, es w�re ja gar nichts. In Wirklichkeit stirbt er fast vor Sehnsucht nach dir.�, sagte Ashley ehrlich.
�Ich denke, du musst ihm verklickern, dass er sich nicht mehr verstellen und den coolen raush�ngen lassen soll. Das ist die beste L�sung!�, �berlegte er. Ich nickte, ja, es blieb mir wohl nichts anderes �brig. Ein solches Gespr�ch war unvermeidlich und eigentlich stand uns noch eine Aussprache bevor, denn �ber unsere Trennung und die weitreichenden Folgen, hatten wir noch nicht geredet; zu besch�ftigt mit K�ssen und Schmusen.
�Danke Ash, du hast mir sehr geholfen.�, strahlte ich und wandte mich wieder dem hinteren Bereich des Tourbusses zu. Am besten frag ich Erik gleich, ob wir sp�ter reden k�nnen, sonst entschied ich mich wom�glich noch anders, weil ich einfach zu feige war. Ja genau, ich war eine feige, uneinsichtige Tusse, sonst h�tte ich viel fr�her diesen Schritt gewagt und w�re hier hergeflogen, wahrscheinlich gleich am ersten Abend. Aber die Zeit konnte man nicht mehr zur�ckdrehen. Gemachte Fehler sollte man nur nicht wiederholen und das w�rde ich ganz bestimmt nicht tun. Erik hing gerade mit Jake �ber einem kleinen rot eingebundenen Buch, in das sie den Text schrieben, anscheinend stritten sie sich �ber eine Textzeile.
�Nee, ich finde, breathe viel besser!�, h�rte ich meinen Schatz gerade sagen, bevor Jake etwas erwidern konnte, dr�ckte ich mich zwischen die beiden (ist nicht unbedingt h�flich, ich wei�).
�Weitergekommen?�, fragend blickte ich sie an.
�Nicht ganz! Erik will nicht einsehen, dass er durch das Wort �breathe� den Text total ver�ndert!�, sagte Jake leicht genervt.
�Ja, er wird ausdrucksvoller!�, meinte Erik und legte einen Arm um mich.
�Singt mal vor!�, gespannt wartete ich ab und war total begeistert, auch als Erik am Ende des Refrains �breathe� und Jake �faith� sang. Gro� helfen was besser klang, konnte ich nicht und deshalb ging Jacob grummelnd nach Dan suchen. Die perfekte Gelegenheit mit meinem Babyface unter vier Augen zu sprechen.
�Du, ich muss dir noch etwas ganz wichtiges sagen!�, fing ich an.
�Was denn?�, er zog mich zu sich auf den Scho� und legte seinen Kopf auf meine Schulter.
�Es ist ziemlich schwierig.�, irgendwie fand ich nicht die richtigen Worte.
�Egal, was es ist, ich liebe dich!�, lachte er und spielte mit einer meiner Haarstr�hnen.
�Ich hoffe es!�, murmelte ich, gab mir einen Ruck und berichtete ihm rasch, dass ich bald zur�ck musste, wegen meinem Abitur. Ich sp�rte, wie er sich langsam versteifte und sein Kopf f�hlte sich an wie eine Tonne Stahl. Als ich geendet hatte, atmete ich erstmal tief durch und wartete dann auf seine Antwort, doch er blieb stumm. Nerv�s drehte ich meinen Kopf zur Seite um ihm in die Augen zu blicken, doch er wich meinem Blick aus.
�Was ist?�, es klang zickiger als ich eigentlich wollte.
�Es ist� ein Schock f�r mich. Wir sind grad ein paar Stunden wieder zusammen und das soll gleich wieder vorbei sein? Warum kannst du nicht gleich da bleiben? Wenn es um Geld geht, da brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen, davon hab ich genug!�
�Nein! Genau das will ich eben nicht!�, ich rutschte von seinem Scho� herunter und stellte mich vor ihn.
�Dein Geld brauche ich nicht, ich will unabh�ngig sein!�
�Aber wieso?�, verst�ndnislos schaute er mich an.
�Was ist, wenn wir irgendwann nicht mehr zusammen sind? Dann stehe ich f�rmlich vor dem nichts! Keine Ausbildung, keinen Job, in einem fremden Land!�, meine Stimme wurde laut. Erst als ich die Tr�nen sah, die ihm die Wange herunterrollten, begriff ich, was ich da eben gesagt hatte.
�Hey, so hab ich es nicht gemeint! Ich will doch auch mit dir zusammen sein � f�r immer!�, z�rtlich nahm ich ihn wieder in den Arm und als er sich noch enger an mich kuschelte und mir ins Ohr fl�sterte: �Tina, ich w�rde dich nie im Leben verlassen! Das k�nnte ich nicht!�, musste ich auch weinen. Jacob muss sich sehr gewundert haben, als er zur�ckkam und uns heulend auf seinem Bett sitzen sah.
Mike C. buchte f�r mich einen Flug in zwei Tagen und trotz des Stress wegen der Tour, genoss ich jede Minute. Es war so �hnlich, wie w�hrend der Deutschland-Tour. Das Flattern der Schmetterlinge, das Brummen der Flugzeuge in meinem Bauch, frisch verliebt und doch war es anders, wir waren vertrauter miteinander, konnten ehrlich �ber alles reden und wenn ich jetzt dar�ber nachdenke, muss ich gestehen, dass unsere Beziehungspause sehr gut f�r unsere Liebe gewesen war, durch sie hatten wir unsere Gef�hle neu entdeckt und verhielten uns jetzt wie pubertierende Teenager, na ja, nicht ganz. Diese neu entdeckte Intensivit�t, ist schwer zu beschreiben. Es ist keine Beziehung mehr, die man als l�ngere Aff�re abtun kann, sondern f�r alle jetzt sichtbar, wahre Liebe, die auch Krisen �bersteht. Meine Angst, nur ein Flirt zu sein, war vergangen. Ein �bermenschliches, ph�nomenales Vertrauen hatte sich zwischen uns aufgebaut und das bei einer Liebe im Show-Biz, die au�erdem noch �ber tausende von Meilen getrennt war. Sie war gereift und wir durch sie. Eigenlob stinkt, ich wei�! All diese Gedanken schwirrten mir im Kopf herum, als ich zur�ckflog, diesmal hatte ich nicht geweint. Wieso auch? Erik hatte mir ein MMS-f�higes Handy mit eingebauter Digitalkamera geschenkt, das gleich wie er selbst hatte. So konnten wir uns mehrmals t�glich Photos schicken. Nat�rlich wollte ich nicht abh�ngig von seinem Reichtum sein, aber was sollte man gegen solch s��e Geschenke machen? Obwohl ich gl�cklich wie nie zuvor war, gab es noch genug Probleme, die alle in Deutschland auf mich warteten. Wo sollte ich wohnen? Meine Eltern hatten es sich endg�ltig mit mir verscherzt. Au�erdem war ich mittlerweile neunzehn Jahre alt und sollte im Stande sein, f�r mich selbst zu sorgen. Eine eigene Wohnung war f�llig, nur mit was sollte ich sie bezahlen? F�r�s erste konnte ich mein Konto anzapfen, aber das hielt auch nicht ewig. W�re ja noch sch�ner, jeden Morgen steht wieder ein sechsstelliger, positive Betrag auf dem Auszug und wenn am Abend nur noch zehn Euro drauf waren, f�llte meine Gl�cksfee alles �ber Nacht wieder auf. Leider gab es eine solche Fee nur im M�rchen, genau wie g�nstige Wohnungen in K�ln, wie ich entsetzt feststellen musste, als ich in einer Pension in der N�he des Flughafens in einer Zeitung die Anzeigen durchbl�tterte. Anscheinend musste ich es eine Weile hier aushalten, dachte ich und setzte mich auf�s Bett, das leise quietschte. Was mach ich jetzt? Schlafen w�re das Beste, denn die letzten N�chte hatte ich Besseres zu tun gehabt, oja! Da fiel mir ein, dass ich Nat anrufen k�nnte. Sie musste so schnell wie m�glich alles erfahren und vielleicht konnte sie mir bei meinen Problemen helfen. Mit dem neuen Handy, in das ich schon alle wichtigen Nummern gespeichert hatte, rief ich sie an.
�Hallo?�, meldete sich ihre mir so bekannte Stimme.
�Hi Nat, ich bin�s Tina.�, sagte ich und freute mich wahnsinnig mit ihr endlich wieder zu sprechen. Etwas, was ich in den USA unheimlich vermisst hatte - eine beste Freundin!
�Tina! Ich hab mich so um dich gesorgt. Wie geht es dir?�, sie klang aufgeregt.
�Also, mir geht es super und es tut mir wirklich leid, wenn du�, aber es ist soviel passiert, das glaubst du gar nicht. Ich bin ja nach Amerika geflogen, weil ich es ohne ihn einfach nicht mehr ausgehalten habe und jetzt� jetzt sind wir wieder zusammen und alles l�uft besser als fr�her!�, erz�hlte ich.
�Wow, das sind richtig gute News. Die Woche ist wohl meine Gl�ckswoche. Wei�t du, meine Mutter ist aus dem Krankenhaus entlassen worden und endlich v�llig geheilt.�, sprach sie.
�Nat, das ist ja der Oberhammer!�, freute ich mich f�r sie.
�Ich kann es auch kaum glauben. Der Alptraum ist vorbei!�, meinte Nat.
Wir quatschten bestimmt noch drei Stunden. Autsch, meine Handyrechnung! Irgendwann fielen mir aber fast die Augen zu und der Gedanke an die Schule morgen, machte mich noch schl�friger. Nat versprach mir noch den vers�umten Stoff (eigentlich das ganze Schuljahr) morgen mitzubringen. Etwas erstaunt hatte sie schon geklungen, als ich sie darum gebeten hatte. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass ich mein Abitur entweder gar nicht oder erst n�chstes Jahr machen w�rde. Wie sollte ich innerhalb einer Woche alles nachholen? Dar�ber werde ich mir morgen Gedanken machen, noch ein Jahr l�nger dr�ck ich die Schulbank nicht.
Noch schnell ein Photo schie�en und an Erik schicken.
�Die erste MMS, eine todm�de Tina. I love you 4ever! Dein Schatz�, dann fiel ich wie ein Stein, ins Bett und schlief ein. So tief und fest hatte ich seit langem nicht mehr geschlafen, leider, denn nat�rlich �berh�rte ich den im Handy gestellten Wecker. (Okay, sp�ter merkte ich, dass ich ihn gar nicht eingeschaltet hatte.) Eine irakische Putzfrau, die in gebrochenem Deutsch �T�r auf macken!� rief, weckte mich. Vorsichtig �ffnete ich erst das eine, dann das andere Auge. Oh Gott, ich war so kaputt! Wieder diese nervt�tende Stimme. Ich stand auf und ging zur T�r. Meine G�te, ganz sch�n hell f�r sieben Uhr und das im Februar. Die Frau wuselte ins Zimmer und bevor ich noch einen Mucks machen konnte, hatte sie das Bett gemacht und die Fenster ge�ffnet. Brr, war das kalt! Ich setzte mich auf einen Stuhl und wartete ungeduldig, bis sie fertig war. Ein kurzes Tsch�ss und schon war sie wieder weg. Jetzt noch eine sch�ne warme Dusche und dann ab in die Schule. Mal gucken, ob ich das Geb�ude wieder finde, es ist eine ganze Weile her, seit ich dort gewesen war. Mit einem rosa gepunkteten Handtuch verschwand ich in der gemeinsamen Dusche, die am Ende des Ganges lag. Doch oh Schreck, es gab kein warmes Wasser mehr. Eine Katzenw�sche, Z�hneputzen und zur�ck in mein Zimmer. Mein Handy piepste, eine SMS, vielleicht von Erik! Aufgeregt rannte ich zum Nachttisch und fiel beinahe hin, weil ich mit einem Bein schon in der Jeans
steckte. Es war Nat!
�Wo bleibst du??? Gru� Nat!�
Was sollte das denn jetzt? Wir hatten kurz nach sieben und die Schule begann erst um acht. Grummelnd wollte ich ihr antworten, da sah ich auf der Uhr in meinem Handy, dass es schon sehr sp�t war, genauer gesagt: Halb elf vorbei! Jetzt aber hopp, hopp!!! Kaum hatte ich mich fertig angezogen und leider den Pullover falsch herum, da sa� ich schon in der Stra�enbahn, die in einem Schneckentempo dahinzuckelte. Nerv�s begann ich an meinen Fingern�geln zu knabbern und betete, dass wir nicht an jeder Station anhalten mussten, nat�rlich geschah grad das Gegenteil und tausende alte Omas und Opas, die drei Minuten brauchten um einzusteigen, standen brav mit ihren kleinen Schiebew�gelchen und St�cken an jeder Haltestelle. Schier wahnsinnig stieg ich endlich hundert Meter von meiner Schule aus und hetzte zum Tor. Es schien Jahre her zu sein, dass ich das letzte Mal hier gewesen war, aber vor etwa einer Woche war ich hier �ber den Hof gelaufen. Zu Tode betr�bt �ber meine Trennung von Erik. Heute war alles anders, nur eines hatte sich nicht ge�ndert � mein Zusp�tkommen!
Durch die riesige Eingangshalle, die breite Treppe hoch, den linken Flur entlang, bis zur vorletzten T�r. Zaghaft klopfte ich an und es hallte von den W�nden wieder.
�Herein!�, die dumpfte Stimme unseres Mathelehrers.
Ich �ffnete die T�r und betrat den Raum.
�Entschuldigen Sie meine Versp�tung, Herr Genste! Ich habe verschlafen.�, erkl�rte ich mit niedergeschlagenen Augen.
�Seit einer Woche, Fr�ulein Rohloff? Ist das nicht etwas lang?�, fragte er scharf.
�Das meinte ich nicht!�, antwortete ich aus dem Konzept gebracht.
�Aber ich! Sie haben dieses Schuljahr mehr gefehlt, als Sie auf ihrem Platz gesessen haben und wenn Sie doch mal den Weg gefunden haben, waren sie abwesend und vertr�umt. Ihre Leistungen sind stark abgefallen, wenn man �berhaupt noch von Leistung sprechen darf.�, schrie er fast. Erschrocken zuckte ich zusammen. Ein solches Donnerwetter hatte ich nicht erwartet.
�Setzen Sie sich jetzt und behindern Sie nicht weiter den Unterricht. Es gibt im Gegensatz zu Ihnen auch noch Sch�ler, die lernen wollen.�, beendete er das Gespr�ch und ich ging mit h�ngenden Schultern zu meinem Platz neben Nat, die mich aufmunternd anblickte und auf einen Zettel kritzelte �Ist halb so wild! Der hat heute einen schlechten Tag.�
Eigentlich wollte ich mich auf die Mathematikformeln konzentrieren, die Genste gerade an die Tafel schrieb, aber schon nach einer Minute stellte ich fest, dass ich von nichts eine Ahnung hatte und blickte nur verwirrt auf die Zahlen und Buchstaben. Nicht verwunderlich das meine Gedanken bald schon wieder im Tourbus waren, der leise brummend �ber den Highway fuhr. Das schrille Klingeln weckte mich aus meinen Tr�umereien. Neben Nat und zwei weiteren Freundinnen wollte ich nach drau�en laufen, da bat er mich noch kurz zu bleiben.
�Was ist denn?�, fragte ich und hoffte, dass es nichts Schlimmes war, als ich aber seinen Blick sah, ahnte ich F�rchterliches.
�Es geht um Ihr Abitur.�, begann er.
�Was ist damit?�, ich konnte nicht verhindern, dass meine Stimme zitterte.
�Sie k�nnen leider nicht zugelassen werden. Sie haben dieses Jahr weniger als die H�lfte der Kursarbeiten mitgeschrieben, und ihre Ergebnisse waren weit unter dem Durchschnitt.�
�Das darf nicht wahr sein. Ich brauche dieses Abitur!�, rief ich fassungslos.
�Es tut mir Leid, aber Sie m�ssen noch ein Jahr warten.�, sagte er tonlos.
�Nein, ich� ich kann nicht.�, Tr�nen stiegen mir hoch.
�Beruhigen Sie sich. So schlimm, wird das Jahr auch nicht.�
�F�r mich schon!�, schluchzte ich.
�Nun ja, es g�be da noch eine andere M�glichkeit!�, meinte er pl�tzlich.
�Die w�re?�, fragte ich und f�hlte Hoffnung in mir aufsteigen.
�Sie k�nnten am Anfang der Sommerferien eine Nachpr�fung ablegen.�
�Wirklich?�, ungl�ubig blickte ich ihn an.
�Nur m�ssen Sie daf�r das n�chste halbe Jahr einen F�rderkurs besuchen. Ich kann Ihnen die Anmeldung und die restlichen Informationen gerne bis heut Nachmittag raussuchen.�, sagte er und legte kurz seine Hand tr�stend auf meinen Arm.
�Das w�re wirklich sehr nett, danke!�, sagte ich und blinzelte die Tr�nen weg.
Als ich Nat davon erz�hlte, versuchte auch sie mich wieder aufzubauen.
�Sei froh, dass du so eine Chance erh�ltst. Der Direx war vor drei Wochen mal da, als du nicht in die Schule gekommen bist und hat uns von diesem Projekt erz�hlt. Dabei hat er auch die schwierigen Anforderungen erw�hnt, denn diese Pr�fungen sind allgemein schwerer als das normale Abitur und es gibt auch nur eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern, aber wenn man eine Anmeldung erh�lt, wirst du ziemlich sicher genommen.�, berichtete sie mir.
�Ich werd mich also anstrengen m�ssen.�, sagte ich und �berlegte weiter.
�B�ffeln ohne Ende!�, nickte sie mir zu und versprach mir, sp�ter mit zu Herrn Genste zu gehen und die Unterlagen abzuholen.
Nach zwei anstrengenden Sportstunden liefen wir zum Lehrerzimmer und warteten auf ihn.
�Hallo, ihr beiden!�, rief er und kam, eine Mappe schwenkend, auf uns zu.
�Hier, Fr�ulein Rohloff, sind Anmeldeformulare und Teilnehmerbedingungen. Ich habe auch ein Schreiben von mir an den Projektleiter dazu gelegt, wir haben zusammen studiert.�, sagte er augenzwinkernd.
�Vielen Dank, Herr Genste!�, sagte ich und blickte nachdenklich auf die dicke, schwarze Mappe, die fast �berquoll vor lauter Papieren.
�Nichts zu danken und falls Sie noch Fragen haben, k�nnen Sie jederzeit zu mir kommen.�, meinte er, verabschiedete sich, weil er dringenden zu einer Konferenz musste und verschwand wieder im Lehrerzimmer.
�Oh Gott, das ist �ne ganze Menge.�, Nat nuckelte an einer Capri-Sonne, w�hrend sie neben mir auf dem Bett in der Pension sa� und ein wenig in den Akten bl�tterte. Ich zuckte nur mit den Achseln und f�llte die Anmeldung weiter aus, denn die sollte heute noch abgeschickt werden. Den restlichen Kram konnte ich mir sp�ter immer noch durchlesen, aber der Einsendeschluss war schon �bermorgen und ich wollte lieber mal auf Nummer Sicher gehen. Wenn es nicht klappte, musste ich ab n�chster Woche zur�ck in die zw�lfte Klasse und das Jahr dort beenden, aber das durfte einfach nicht passieren. Sollte ich Erik davon erz�hlen? Lieber nicht, er machte sich ansonsten nur unn�tig Sorgen, aber trotzdem w�re ein Anruf mal f�llig, schlie�lich erwartete er, dass ich in sp�testens drei Wochen wieder bei ihm in den USA war. Obwohl ich keine Lust hatte, griff ich zu meinem Handy und rief ihn an.
�Tina! Wie geht es dir?�, rief er gleich begeistert in den H�rer.
�Oh, ganz okay und dir?�, fragte ich und hoffte meine Stimme klang nicht zu nerv�s.
�Naja, Tourstress und ich vermisse dich, meine kleine Maus, wahnsinnig!�, sagte er.
�Ich dich auch. Aber ich rufe aus einem anderen Grund an.�, kam ich langsam zum eigentlichen Thema.
�Der w�re?�, er h�rte sich ein wenig misstrauisch an.
�Ich� ich kann erst im Sommer zu dir ziehen.�, brach es aus mir heraus.
�Was?????????�, Entgeisterung sprach aus seiner Stimme.
�Ich werde nicht zur Pr�fung zugelassen und m�sste normalerweise das ganze Jahr wiederholen, aber es gibt eine Nachpr�fung im Sommer. Daf�r muss ich im n�chsten halben Jahr spezielle F�rderkurse belegen. Ich w�rde so gerne jetzt schon wieder bei dir sein, ich hoffe, du verstehst mich. Ohne ABI kann ich ein Studium vergessen!�, erkl�rte ich alles.
�Es ist f�r mich ein ziemlicher Schock, wei�t du, ich habe schon �berlegt, mit dir in eine eigene Wohnung zu ziehen, doch ich werde versuchen deine Entscheidung zu akzeptieren und zu verstehen, denn ich liebe dich und wenn du ohne dieses ABI nicht gl�cklich bist, bin ich es auch nicht.�, sprach er bitter.
�Es ist schwer f�r uns und ich� ach� danke, dass du soviel Verst�ndnis hast. Ich liebe dich daf�r nur noch mehr.�, ein Stein fiel mir vom Herzen, auch wenn Kummer zur�ckblieb, weil ich ihn schon jetzt wieder schrecklich vermisste.
�Hmmm� ich kann noch verst�ndnisvoller sein, wenn du mich daf�r noch mehr liebst.�, lachte er.
�Alter Clown!�, grinste ich und nahm Nat ihre Caprisonne aus der Hand und sog am Strohhalm.
�Ich muss leider aufh�ren. Wir haben gleich einen Promotion-Termin. Denk immer dran, ich liebe dich und kann nicht ohne dich sein.�, sagte er hastig.
�Mir geht es genauso, bye mein S��er!�, ich hatte einen Klo� im Hals und eine kleine, klare Tr�ne rutschte mir aus dem Augenwinkel, ich wischte sie aber schnell weg. Das w�re auch geschafft, nun musste nur noch alles mit der Nachpr�fung klappen und schon in sechs Monaten konnte ich nach Amerika ziehen, da fiel mir ein, ich hatte den Brief gar nicht zur Post gebracht. Ich sprang auf, schnappte mir den Umschlag und sprintete los, Nat�s Ruf: �Wo willst du denn hin?�, h�rte ich schon nicht mehr.
Weg war der Brief, dachte ich und blieb noch eine Weile vor dem quietschegelben Kasten stehen. Ich durfte gar nicht erst daran denken, was passieren w�rde, wenn ich nicht angenommen wurde. Schlie�lich gab es genug Leute, die auf diesem Weg versuchten, ihr ABI zu machen. Am besten mach ich mir keinen Kopf, dachte ich auf dem Nachhauseweg und beschloss heute abend erstmal mit Nat ins Kino zu gehen. Etwas Ablenkung t�te uns beiden sicher ganz gut, doch leider lehnte sie ab, da sie noch lernen musste � f�r die Pr�fungen, wie sie mir grinsend verk�ndete und kurz darauf nahm sie ihre Tasche und lie� mich allein in dem kleinen, einsamen Pensionszimmer zur�ck. Ohne Freunde in einen Club oder eine Bar zu gehen, war f�r mich nichts und so blieb ich brav zuhause (mit 19!!!) und zappte mich durch das TV-Programm, schon nach einer Stunde fielen mir die Augen zu. Ich war wohl noch ziemlich ersch�pft vom Flug und den Strapazen der letzten Tage. In der Nacht hatte ich einen ganz seltsamen Traum. Am Anfang schien alles noch wie im M�rchen. Erik und ich sa�en an einem menschenleeren Strand. Die Wellen kr�uselten sich leicht und unsere Fu�spitzen bohrten sich in den k�hlen Sand. Wir k�ssten uns z�rtlich und Erik blickte mich verliebt an (Oh mein Gott, f�r diesen Blick konnte man wirklich sterben.), doch pl�tzlich h�rte ich ein Wiehern und schaute mich erstaunt um. Aus dem klaren, blauen Wasser kam ein Pferd auf mich zugetrottet. Es war schneewei� und seine lange M�hne wehte im Wind, so ein wundersch�nes Tier hatte ich noch nie gesehen. Direkt vor mir blieb es stehen und ich sp�rte seinen Atem, wenn es die N�stern aufbl�hte. Als ich mich wieder zu Erik umdrehte, war dieser verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. �Nanu, wo ist er denn hin?�, fragte ich das Pferd, obwohl es nat�rlich nicht antworten konnte. Es wieherte leise und scharrte mit dem rechten Huf im Sand. Immer noch verwirrt stand ich auf und blickte �ber die D�ne, die hinter uns lag in einen gro�en Wald hinein. Rechts und links von mir erstreckte sich nur weiterhin der Strand und Erik h�tte niemals in der kurzen Zeit so weit laufen k�nnen, dass ich ihn nicht mehr sah. Also blieb nur der Wald, aber warum war er weggelaufen? Wollte er mit mir verstecken spielen und mich dann erschrecken? Noch w�hrend ich �berlegte, was ich tun sollte, stupste mich das Pferd an, als wolle es sagen, los, geh ihn suchen und w�hrend ich in seine grauen, treuen Augen blickte, die mir bekannt vorkamen, stupste es mich wieder an. Ohne noch l�nger zu �berlegen lief ich um das Tier herum und schwang mich auf seinen R�cken, fast sofort setzte es sich in Bewegung und lief zielstrebig auf den Wald zu. Auch wenn es ohne Sattel und Zaumzeug schwierig war, die Balance zu halten, schaffte ich es irgendwie oben zu bleiben. Im Wald war es d�sterer, als ich zuvor angenommen hatte, die hohen B�ume lie�en kaum das strahlende Sonnenlicht durch und seltsame Ger�usche lie�en mich zusammen zucken. Immer tiefer ritten wir in den Wald hinein, doch von Erik keine Spur, da flog pl�tzlich eine Eule direkt vor mir hoch. Ich schrie leise auf und krallte mich noch mehr in die wei�e M�hne. �Das war nur eine Eule, du brauchst keine Angst zu haben!�, h�rte ich pl�tzlich eine Stimme und ich schrie erneut leise auf. �W-w-wer ist da?�, fragte ich und sa� stocksteif da, als ich keine Antwort bekam, trete ich mich schlie�lich doch vorsichtig um, doch zu meiner �berraschung stand niemand hinter mir, nur zwei riesige Eichen, die mit Moos bewachsen waren. �Du guckst in die falsche Richtung, hier bin ich!�, sprach die Stimme erneut. Ruckartig drehte ich mich wieder nach vorne, aber auch hier weit und breit nur alte B�ume. �Bist du blind oder was? Ich bin hier unten!�, meldete sie sich wieder. Verwundert blickte ich nach unten, doch au�er ein paar Steinen und platt getretenen Gr�sern sah ich nichts, jedenfalls nichts, das h�tte sprechen k�nnen. �Ich kann dich nicht sehen!�, sagte ich �ngstlich. �Nat�rlich kannst du das! Du sitzt auf mir drauf!�, kam die prompte Antwort. Das Pferd drehte seinen Kopf zu mir und es grinste. Aber konnten das Pferde �berhaupt? Naja, sprechen konnten sie ja auch nicht! �Das h�ttest du jetzt nicht erwartet, was?�, fragte es, als ich es sprachlos anstarrte. �Wie ist das m�glich? Ich meine, ich hab noch nie ein sprechendes Pferd gesehen!�, stammelte ich. �Und ich noch nie einen Menschen, der so schwer von Begriff ist!�, antwortete es. Kontern hatte es eindeutig gelernt! �Wollen wir jetzt deinen Freund finden oder nicht?�, fragend blickte es mich an. Ich nickte blo�, mir war es unheimlich, mich mit einem Pferd zu unterhalten. Jetzt lief es weiter den schmalen, kaum erkennbaren Trampelpfad entlang. Der Wind strich leise durch die �ste und irgendwo pochte ein Specht gegen den Stamm! Tock, tock!!! Nach einer Weile brach ich das Schweigen. �Wei�t du, wo Erik ist?�, doch das Pferd blieb stumm. Fast dachte ich, ich h�tte mir nur eingebildet, dass es sprechen kann, da sagte es. �Nicht genau, aber ich hoffe, dass wir ihn finden werden, weil ich sp�re, dass er in Gefahr ist.� �In Gefahr?�, mein Hals schn�rte sich zu. �Keine Ahnung, was mit ihm passiert, aber wir sollten uns etwas beeilen!�, sprach der Schimmel und fiel in einen raschen Trab. Mir war es egal, dass ich durchgesch�ttelt wurde, wie ein Milk-Shake, Hauptsache wir fanden Erik so schnell wie m�glich. Nachdem wir einen kleinen, pl�tschernden Bach durchquert hatten, �ffneten sich die B�ume zu einer kleinen Lichtung, in deren Mitte mehrere Steinkl�tze aufgeschichtet waren. Gegen sie gelehnt sa� Erik, den Kopf nach vorne gebeugt, die H�nde hinter dem R�cken gefesselt. �Erik!�, schrie ich und sprang, ohne abzuwarten, dass das Pferd stoppte, herunter und w�re beinahe hingefallen. Rasch kniete ich mich neben Erik, der bewusstlos war. Ich r�ttelte ihn und merkte, wie er langsam zu sich kam. Leise st�hnend �ffnete er die Augen und blickte mich an. Nanu, seine Augen waren pl�tzlich blau. Wie konnte das sein? �Tina? Was machen wir hier im Wald?� �Ich wei� es nicht!�, sagte ich, w�hrend ich seine Fesseln l�ste. �Du warst auf einmal weg und dann bin ich auf � diesem Pferd hierhergeritten.�, ernst schaute ich ihn an. Jetzt waren seine Augen wieder braun. Wahrscheinlich war das eben das Licht hier im Wald gewesen, �berlegte ich. �Ich hei�e �brigens Ophelio!�, sagte das Pferd und schnaubte leise. Erik reagierte gelassen auf Ophelio, so als ob er erwartet h�tte, dass es sprechen konnte, oder er wusste es schon. Schlie�lich hatte ich den kniffeligen Knoten ge�ffnet und Erik rieb sich erstmal die Handgelenke, an denen lange rote Striemen waren. �Danke Tina, dass du mich gerettet hast.�, er l�chelte und dr�ckte mich fest an sich. Als er mich k�sste, hatte ich ein komisches Gef�hl. Ich sp�rte nicht Erik�s Lippen, sondern die eines anderen, aber das war v�llig absurd. Seine H�nde legten sich um meinen Nacken und wir kippten nach hinten, im ersten Moment merkte ich gar nicht, dass er mich zu w�rgen begann. Erst als ich keine Luft mehr bekam, riss ich erschrocken die Augen und sah nicht Erik, sondern Bryan Underwood, der seinen Mund auf meinen presste. Ich wollte schreien, aber mit seine Zunge in meinem Mund ging das schlecht. Mit aller Kraft versuchte ich ihn weg zuschieben, aber er war zu stark und seine kr�ftigen H�nde dr�ckten meinen Hals immer mehr zu. Der Wald begann sich drehen und in meinem Kopf wirbelten die Gedanken durcheinander, fuhren Achterbahn. Gleich ist es Aus mit mir, dachte ich den Tr�nen nah. Noch einmal nahm ich meine ganze Energie zusammen und trat Bryan mit voller Wucht zwischen die Beine. Ein verzerrter Schmerzensschrei und schon f�hlte ich, wie er mich loslie�. Rasch rollte ich mich unter ihm hervor und kroch so schnell ich konnte zu Ophelio. Als ich mich an seiner M�hne hinaufzog, blickte ich ein letztes Mal zu Bryan, doch statt ihm lag ein pechschwarzes Wesen mit riesigen Ohren und Stacheln auf dem R�cken schmerz verkr�mmt auf dem Boden. Kaum sa� ich auf Ophelio�s R�cken, galoppierte er so schnell es ging von der Lichtung.
Piep, piep, piep! Mein Handy schrillte und ich �ffnete noch immer hundem�de die Augen. Hatte ich �berhaupt geschlafen? Jedenfalls f�hlte ich, als h�tte ich drei N�chte hintereinander durchgemacht. Da erinnerte ich mich an den unheimlichen Traum. Wieder liefen mir kalte Schauer �ber den R�cken, wenn ich an den dunklen Wald und dieses Monster dachte. Beruhig dich, Tina! Es war nur ein Alptraum, sagte ich mir und ging ins Bad. Doch als ich in den Spiegel blickte, entdeckte ich zwei gro�e, r�tliche Abdr�cke an meinem Hals. Fassungslos starrte ich mein Spiegelbild an und tastete �ber die roten Stellen. Was war gestern Nacht geschehen? War der Traum doch real gewesen? Aber hier gab es keinen Wald und auch keinen Strand in der N�he. Wom�glich war jemand eingebrochen und hatte mich versucht umzubringen und ich hatte dies alles durch diesen Traum erlebt. Ich trat zur�ck ins Zimmer und schaute mich �ngstlich um, was war, wenn der Typ noch irgendwo hier war? Doch nachdem ich jeden Winkel des Zimmers durchsucht hatte, konnte ich aufatmen. Der Einbrecher hatte das Weite gesucht. Mein Blick fiel auf�s Fenster, das einen Spalt breit offen stand. Hatte ich es gestern nicht geschlossen, weil Nat meinte, es w�rde ziehen. Vorsichtig trat ich n�her heran und blickte nach unten, nur anderthalb Meter unter dem Fenster war ein Vordach aus Wellblech und ich konnte eindeutig tiefe Dellen entdecken und zudem noch frische Fu�spuren. In diesem Augenblick presste jemand seine H�nde auf meine Augen und eine tiefe Stimme wisperte: �Hab ich dich!� Ich schrie wie am Spie� und wurde unter lautem Gekicher wieder losgelassen. Nat stand, sich vor Lachen den Bauch haltend, hinter mir und ich war zwar einerseits erleichtert, dass es nicht der Typ von heute Nacht war, aber auch w�tend, da sie mich zu Tode erschreckt hatte.
�Nat, das ist echt nicht komisch!�, sagte ich grimmig.
�Oh doch!�, kicherte sie unter Tr�nen.
�Nat, bitte, h�r auf zu lachen. Du wei�t ganz genau, dass ich sonst nicht so schreckhaft bin, aber man hat mich diese Nacht �berfallen und fast erw�rgt. Ich denke, du verstehst, wieso ich das jetzt nicht witzig finde.�, erkl�rte ich es ihr.
Sofort kehrte Stille ein und sie blickte mich verwirrt an.
�Das ist doch wohl ein Joke, oder?�, fragte sie mich. Zur Antwort zeigte ich ihr die W�rgemale und f�gte noch hinzu. �Ich hab es eigentlich nicht bekommen, nur im Traum. Erst vorhin im Bad, als ich die Flecken entdeckt hab, ist mir klar geworden, das alles wirklich geschehen ist. Hier�, ich deute auf das Wellblechdach, �von hier ist er gefl�chtet.�
�Tina, das ist ja unglaublich! Ich glaube, wir sollten die Polizei informieren!�, meinte sie ziemlich verst�rt, doch ich sch�ttelte nur den Kopf.
�Nee, nee, das ist schon in Ordnung. Ich bezweifle, dass der noch mal wiederkommt.� Trotzdem versuchte mich Nat den ganzen Tag noch zu �berreden. Nachmittags wir hatten uns grad eine Brezel gekauft, liefen wir durch einen Park, in der N�he einer kleinen Wohnsiedlung. Seltsam, ich hatte das Gef�hl, schon einmal hier gewesen zu sein, aber das war nicht m�glich, schlie�lich kannte ich diesen Vorort K�ln�s kaum. Wir erklommen den H�gel, der vor uns lag und oben angekommen, blieb ich wie angewurzelt stehen. Ich blickte direkt auf einen riesigen, d�steren Wald. Er sah genauso aus wie in meinem Traum.
�Nat!�, fl�sterte ich heiser, �Das ist der Wald aus meinem Traum!� Verwundert schaute sie mich an, ich hatte ihr zwar alles bis ins kleinste Detail erz�hlt, aber richtig glauben konnte sie es nicht. �Komm!�, sagte sie nur, griff nach meinem Arm und ging den Weg, den wir gekommen waren zur�ck. Den restlichen Tag sprachen wir nicht mehr dar�ber und als sie sich abends von mir verabschiedete, machten wir f�r den n�chsten Tag aus, mit ein paar anderen Leuten Schwimmen zu gehen.
�Da macht doch morgen dieses neue Spa�bad auf, nicht?�, fragte sie in der T�r stehend.
�Ja, das ist gar nicht weit weg von hier!�, antwortete ich ihr, umarmte sie noch mal und schloss dann hinter ihr ab. Sicher ist sicher!
Ob ich wieder etwas so Seltsames tr�ume? Wohl eher nicht, denn ich kann ja eh nicht schlafen. Eigentlich war ich hundem�de, doch wenn ich meine Augen schloss und mir die Decke bis zur Nase hoch zog, konnte ich einfach nicht einschlafen. Zu sehr besch�ftigte mich das Ganze. Und was ist, wenn er heute Nacht wiederkam?, ich zuckte zusammen, als ich ein Scheppern h�rte, das aus der Richtung meines Fensters kam. Besser ich h�tte Nat�s Angebot bei ihr zu �bernachten angenommen, aber jetzt war es zu sp�t. Die ganze Nacht w�lzte ich mich schlaflos hin und her und erst als schon wieder das erste Tageslicht zum Fenster hereinfiel, fiel ich ersch�pft in einen unruhigen Halbschlaf.
�Nein, bitte aufh�ren!�, v�llig durchgeschwitzt erwachte ich pl�tzlich. Schon wieder ein b�ser Traum: Ich ganz allein in einem d�steren Haus, nur mit drei furcht erregenden Gespenstern, die es auf mich abgesehen hatten. Im Gegensatz zum gestrigen Alptraum war dies rein gar nichts. Ziemlich k.o, schaute ich auf meinen Wecker. Kurz nach neun, da konnte ich noch etwas pennen, dachte ich mir und lie� mich zur�ck in die weichen Kissen plumpsen. Doch ich war zu aufgew�hlt um wieder einzuschlafen und so gab ich es schlie�lich zehn Minuten sp�ter ganz auf, stieg unter die Dusche und zog mich danach an. Als ich aus dem Bad wiederkam, blinkte mein Handy-Display, eine SMS von Nat. �Um 11 am Spa�bad K�nigshausen! Nat� Da musste ich bald los, wenn ich rechtzeitig dort sein wollte. Rasch packte ich mein Badezeug und etwas zum Essen f�r ein Picknick ein und sa� eine Viertelstunde darauf schon in der S-Bahn. Ich h�tte auch laufen k�nnen, es waren nur ein paar Stationen.kommt noch was