Mit quietschenden Reifen
parkt Elke das Auto auf dem Krankenhausparkplatz, schlie�t ab und l�uft
geradewegs zum Eingang.
�Hallo? Entschuldigen
sie!�
Eine Krankenschwester dreht sich �berrascht um.
�Wo geht es zur
Entbindungsstation?� will sie aufgebracht von der Schwester wissen.
�Da vorne rechts und
dann mit dem Aufzug in den dritten Stock!� antwortet diese freundlich.
�Danke!�
Elke dr�ngelt sich an
den �rzten, Krankenschwestern, Besuchern und den Patienten vorbei und steht
endlich vor diesem Aufzug.
Ihr Handy klingelt.
Bitte lass es Dan sein,
schie�t es ihr als erstes in den Kopf.
�Ja?�
�Elke, ich bin es Dan!
Was ist los? Wie geht es Jen und dem Baby?� will er �ngstlich von ihr wissen.
�Ich bin so froh das du
anrufst! Ich wei� es nicht, bin gerade erst im Krankenhaus angekommen. Jen ging
es den ganzen Tag schon nicht so gut und als wir vom einkaufen heimgekommen sind
ist sie zusammengebrochen und musste sich �bergeben...� sprudelt es aus Elke
heraus.
�Was ist mit ihr
Dan?� wolln die Jungs wissen.
�Dan, bist du noch
dran?�
�Ja, meldest du dich sobald du irgendetwas wei�t?�
�Nat�rlich, Bye!�
Ohne auf eine Antwort von ihm zu warten, legt sie auf und dr�ckt endlich auf
diesen Aufzugknopf.
�Sie ist
zusammengebrochen...Elke ist gerade am Krankenhaus angekommen!� erz�hlt er
den Jungs geistesabwesend.
�Vielleicht waren es
irgendwelche Vorwehen oder so!� versucht ihn Jake zu beruhigen und klopft ihm
freundschaftlich auf die Schulter, �Zerbreche dir nicht voreilig den Kopf!�
�Ich m�chte zu Jen
Schwarz!�
Die Krankenschwester
reagiert nicht und telefoniert weiter.
�Hallo?�
Elke versucht Blickkontakt mit der Frau zu haben.
�Ja, ich wei� nicht
Schatz. Lass uns heute Abend essen gehen ja?� fl�tet die Schwester in den H�rer.
�Verdammt noch mal, w�rden
sie ihr Telefongespr�ch netterweise einstellen und mir sagen wo und was gerade
mit Jen Schwarz passiert?� schnauzt Elke die Krankenschwester lauthals an.
Mit gro�en Augen sieht
die Schwester zu Elke auf und legt verst�rt den H�rer zur Seite.
�Geht doch!� grinst
Elke die Frau gestresst an, �Und?�
��hm...das h�tten sie
aber auch netter sagen k�nnen Fr�ulein!�
�Meine schwangere
Freundin ist vor knapp einer Stunde in unserer Wohnung zusammengebrochen...die
�rzte erz�hlten irgendetwas von einer Absto�ung und ihr Freund ist etliche
Meilen von ihr entfernt....ich habe keine Ahnung, wie es ihr und dem Baby
geht...glauben sie mir, ich habe im Moment andere Sachen in meinem Kopf, als
ihnen mit Freundlichkeiten in den Arsch zu kriechen!� regt sich Elke langsam
aber sicher auf.
�Unversch�mtheit!�
brummt die Schwester und sieht in ihre Unterlagen, �Ihre Freundin ist gerade
im OP. Sie k�nnen dort nicht zu ihr, also setzen sich am besten in den
Warteraum!�
�Ich kann mich doch
sicherlich auch dort hinsetzen oder?�
Elke zeigt auf die St�hle, die im Gang vor dem OP-Raum stehen.
�Wenn sie lieber dort
warten wolln!�
�Vielen Dank gute
Frau!� knurrt Elke, macht auf ihren Absatz kehrt und geht auf den n�chstbesten
Stuhl zu, um sich zu setzen.
Gestresst f�hrt sie sich
�bers Gesicht und w�hlt die Nummer von Dan.
�Elke?!� nimmt er
bereits nachdem zweiten Klingeln ab.
�Ja, ich bin es! Jen
ist grade im OP, Dan! Ich habe keine Ahnung was die �rzte im Moment mit ihr
machen!�
�Glaubst du, dem Baby ist was passiert?� will Dan �ngstlich wissen.
�Ich wei� es nicht
Dan! Jen hat sich bevor sie zusammengebrochen ist, an den Bauch gefasst und
meinte mit zittriger Stimme, dass irgendetwas nicht stimmen w�rde!� erz�hlt
Elke und l�sst einen lauten Seufzer von sich.
�Fuck!�
�Ich halte dich auf dem Laufenden Dan, sobald sie aus dem OP drau�en ist,
meld ich mich!�
�Danke dir. Bye!�
�Bye, Dan!�
Elke steckt ihr Handy wieder in die Tasche und wartet....ihr bleibt nichts
anderes �brig, genau wie Dan. Er wird nachdem Telefonat mit Elke erneut mit
Fragen der Anderen bombardiert.
�Keine Ahnung, sie ist
grad im OP!� kann er immer nur wieder als Antwort geben.
�Wie lange brauchen die
denn?� brummt Elke in ihren nichtvorhandenen Bart und sieht bereits zum x-ten
Mal auf die Wanduhr. 2 Stunden und etliche Anrufe von Dan, sp�ter gibt es immer
noch keine Neuigkeiten von meinem Zustand.
�So jung und dann so
was!� unterhalten sich zwei Krankenschwestern, als sie gerade den OP-Saal
verlassen.
�Vor allem war sie so
gut wie im 6.Monat. Da ist doch eine Fehlgeburt eher selten!�
�Selten ja, aber nicht ausgeschlossen!�
Elke springt sofort von
ihrem Stuhl auf und l�uft den beiden Frauen entgegen.
�Entschuldigen sie,
wissen sie etwas �ber den Zustand von Jen Schwarz!�
�Sie m�sste jeden
Augenblick soweit sein!� antwortet die eine Krankenschwester traurig, �Ihre
Freundin wird sie brauchen!�
Elke sieht die Schwester verwirrt an.
�Wie meinen sie das?�
Beide versuchen Elke ein aufmunterndes Grinsen zuzuwerfen und laufen ohne ein
weiteres Wort zu sagen weiter.
Keine Minute sp�ter
werde ich aus dem OP-Saal geschoben.
Die Vollnarkose l�sst
ganz langsam nach.
�Jen!?� h�re ich
eine Stimme meinen Namen rufen.
Es h�rt sich an, als wenn die Person Hunderte von Meter weit weg stehen w�rde.
Ich kann meinen Kopf nicht drehen, er f�hlt sich wie gel�hmt an. Selbst meine
Hand kann ich nicht auf mein Bauch legen, ich will wissen wie es dem Baby geht!
Ich versuche zu sprechen...nach dem Zustand des Kindes zu fragen...endlich zu
erfahren was mit mir vorgefallen ist...Elke zu mir zurufen...aber es geht nicht.
�Sind sie mit der
Patientin verwandt?� will der Arzt wissen.
�Nicht wirklich,
aber...!�
�Dann kann ich ihnen nichts �ber den Zustand von Frau Schwarz sagen!�
�Bitte, ihre Verwandtschaft wohnt nicht in der Gegend...machen sie bitte
einmal in ihrem Leben eine Ausnahme! Ich will doch nur wissen wie es ihr und dem
Baby geht!� bittet Elke den Arzt eindringlich und sieht ihn mit Tr�nen in den
Augen an.
Er nickt der
Krankenschwester zu, die mein Bett von Elke und dem Arzt wegschiebt.
�Wo bringen sie Jen
hin?�
�In ihr Zimmer Frau?�
�Muny, Elke Muny!� antwortet Elke.
�Angenehm, ich bin Dr.
Hausch! Ich habe Frau Schwarz operiert.�
�Warum wurde sie �berhaupt
operiert?�
�Ist der Freund oder Mann von Frau Schwarz nicht da?�
�Nein, ihr Freund ist momentan beruflich in den Staaten, wieso?�
Der Arzt holt tief Luft.
�Es ist so, dass..!�
�Was!� unterbricht ihn Elke.
�...�hm...Ihre
Freundin hatte eine Fehlgeburt...sie hat das Baby verloren!� kommt es leise
von dem Arzt.
�Was? Oh mein Gott,
nein!�
Elke starrt den Arzt mit
gro�en Augen an.
�Es tut mir wirklich
leid, aber wir konnten das Kind nicht mehr retten! Jegliche Hilfe kam zu sp�t!�
Das kann nicht wahr sein, wie soll ich das blo� Jen und Dan sagen, schie�t es
Elke in den Kopf.
�Wei� sie es schon?�
Dr. Hausch sch�ttelt den Kopf.
�Nein, sie ist noch
nicht ganz aus der Narkose erwacht, wir wollen sie nicht mit der Nachricht �berfallen!
Sie wird jetzt sowieso eine zeitlang nur schlafen, bis die Narkose nachlassen
wird!� erkl�rt er.
�Wann kann ich zu
ihr?�
�In etwa 3-4 Stunden! Fahren sie nach Hause Frau Muny!�
�Nein, ich bleibe hier!� erwidert sie energisch.
Sie wendet sich von dem
Arzt ab und l�sst sich wieder in den Sitz fallen.
�Verdammt...warum
nur!?�
Elke f�hrt sich
fassungslos �bers Gesicht.
Ihr Handy klingelt.
�ngstlich blickt sie
aufs Display...es ist Dan.
Sie l�sst es klingeln,
endlos lang, bis sie schlie�lich doch abnimmt!
�Elke, warum nimmst du nicht ab?� will Dan sofort von ihr wissen.
�Sorry, ich hab es
nicht gefunden!� l�gt sie ihn mit tr�nenerstickender Stimme an.
�Was ist los? Gibt es
etwas neues von Jen und dem Baby?� fragt Dan �ngstlich nach.
�Dan...ich...!�
Elke l�sst einen lauten Seufzer von sich.
�Was ist mit ihr?�
Stille.
�Bist du noch dran?�
�Ja!� erwidert sie kaum h�rbar.
�Elke, sag bitte
etwas?�
�Dan...Jen hatte eine Fehlgeburt...sie hat euer Baby verloren!� antwortet
ihm Elke leise und ganz langsam.
Stille an der anderen
Leitung und pl�tzlich dieses Klick-Ger�usch. Er hat aufgelegt!
�Dan? Dan, alles ok?�
Er ist ohne ein weiteres
Wort zu sagen geistesabwesend in den Garten gelaufen und hat auf die Rufe der
Anderen nicht reagiert.
�Hey, alles ok? Was
ist denn los?� kommt es von Jake, der ihm gefolgt ist.
Ash, Trevor und Erik
stehen ein paar Meter von den Beiden entfernt.
Dan dreht seine Kopf zu
Jake.
Tr�nen laufen ihm �ber
die Wangen.
�Shit, Dan what�s wrong? Was hat Elke gesagt?�
�Jen...hat das Kind
verloren!� antwortet ihm Dan leise und f�hrt sich mit seinem �rmel �ber
sein Gesicht, �Sie hatte eine Fehlgeburt!�
�Fuck...Dan...ich....es!� stottert Jake herum und nimmt Dan letztendlich in
die Arme.
Dan reagiert nicht,
sondern starrt einfach weiter ins Leere.
Trev, Ashley und Erik
laufen langsam auf die Beiden zu.
�Entschuldigen sie!�
Elke wacht erschrocken auf und sieht sich fragend in dem Wartezimmer des
Krankenhauses um.
�Wo bin ich? Was
ist...?�
Weiter kommt sie nicht,
denn ihr wird pl�tzlich klar, wo sie sich befindet und was sie hier macht.
�Ich wollte sie nicht
erschrecken, aber ihre Freundin ist wach! Ich wollte ihnen nur Bescheid
geben!�
�Vielen Dank!�
Elke versucht der
Krankenschwester ein L�cheln zu schenken, rappelt sich hoch und macht sich ganz
langsam auf den Weg in mein Zimmer.
�Ich muss zu ihr!�
�Rede morgen einfach
mal mit Mike & Mike!� antwortet ihm Erik unsicher.
�Ich kann es einfach
nicht glauben!� meint Ash leise und sieht zu Dan her�ber.
Trevor nimmt Dan
vorsichtig in den Arm, dieser sitzt mit angezogenen Beinen und abwesendem Blick,
wie die Jungs auf den Boden.
Dan und die Jungs sitzen
seit mehr als 3 Stunden im Garten und reden, zumindest versuchen sie es. Aber
was k�nnen sie zu ihrem Freund sagen? Es tut uns leid was passiert ist,
vielleicht? Oder lieber wir sind immer f�r dich da? Sicherlich sind all ihre
Aussagen ernst gemeint, aber trotzdem gibt es Momente im Leben an denen man
einfach schweigen sollte...
�Kann ich ohne weiteres
rein?� fragt Elke unsicher den Arzt der aus meinem Zimmer herauskommt.
�Sicher! Wir haben ihr
gerade gesagt was passiert ist?� kl�rt der Arzt Elke auf.
Ein unsicheres Nicken
ihrerseits.
Sie �ffnet leise die T�r.
Ich liege mit dem R�cken zu ihr. Meine Beine habe ich angezogen.
�Jen?� ert�nt es
leise von Elke.
Vorsichtig drehe ich mich
um.
Elke kommt mit langsamen
Schritten auf mich zu.
�Hi!�
Tr�nen laufen unentwegt
�ber mein Gesicht.
�Elke, wo ist mein
Baby?�
Ich rei�e die Decke weg und ziehe mein Hemd hoch.
�Es ist weg? Einfach
weg...man hat mir unser Baby genommen!� fl�stere ich leise, zeige auf den
Verband und sehe Elke mit verst�ndnislosem Blick an.
�Es tut mir so leid Jen!�
erwidert mir Elke und nimmt mich im n�chsten Moment fest in den Arm.
�Unser M�dchen ist
tot...einfach so! Ich konnte mich nicht einmal von ihr verabschieden! Ihr sagen
wie sehr ich sie lieb habe! Sie ist einfach so gegangen...einfach so!�
Ich kann mich einfach nicht beruhigen...mein Weinkrampf wird immer schlimmer!
�Sie ist tot...ohne das
sie wirklich auf der Welt war! Tot...das Kind von Dan und mir ist tot!�
Immer wieder muss ich diesen Satz laut sagen. Vielleicht um mir selber klar
zumachen, was heute Nacht passiert ist.
�Soll ich bei dir
bleiben?� fragt mich Elke vorsichtig.
Ich sehe sie durch meinen
Tr�nenschleier an und nicke langsam.
Elke dr�ckt mir einen
vorsichtigen Schmatz auf die Stirn. Ich bin eingeschlafen!
Auf Zehenspitzen schleicht sie sich aus meinem Zimmer.
Langsam und mit zittriger
Hand w�hlt sie die Nummer der Jungs in Orlando.
�Ja?� nimmt eine
gestresste Stimme ab.
�Ich bin es Elke!�
�Hi, wie geht es dir und Jen?� will Erik wissen.
�Beschissen um ehrlich
zu sein und Dan?�
�Er hat sich endlich schlafen gelegt, nachdem er 3 Schlaftabletten geschluckt
hat!� erz�hlt Erik ihr.
Nachdem die Beiden noch
knapp 10 Minuten miteinander telefoniert haben, legt Elke m�de auf. Mit
wackligen Knien l�uft sie zum n�chsten Kaffeeautomaten.
�Und?� will Jake
vorsichtig von Ash wissen, der mit den anderen Beiden vor dem B�ro steht und
auf Dan wartet, der gerade mit den beiden Mikes redet.
�Keine Ahnung!� zuckt
er mit den Schultern.
�Lasst uns
reingehen!� meint Erik bestimmend und �ffnet die T�re.
�Das k�nnt ihr nicht
machen, Jen liegt im Krankenhaus und hatte eine Fehlgeburt....sie braucht mich!
Es sind doch nur noch 7 Gigs, die k�nnen die Jungs doch auch ohne mich machen
oder sie werden abgesagt!� h�ren die Jungs Dan schreien.
�Denkst du das geht so
einfach!? Du wei�t, dass wir Jen wirklich gern haben und das uns das Ganze mit
eurem Kind wirklich leid tut und uns wirklich nahe geht, aber es sind nur noch 7
Konzerte, verstehst du nur noch 7! Danach kannst du doch sofort nach
Deutschland!�
�Soll das ein Witz sein, verdammte Schei�e wir haben gerade unser Kind
verloren!� schreit Dan verzweifelt, �Dann steige ich aus der Band aus, wenn
ihr mich nicht gehen lassen wollt!�
�Du bist vertraglich an uns gebunden, Dan! Und jetzt h�r auf mit der Schei�e!�
�Aber ich muss zu ihr,
versteht ihr das denn nicht? Denkt ihr, ich kann die Shows ohne weiteres hinter
mich bringen, wenn ich die ganze Zeit an sie denken muss?�
�Ich schau was wir
machen k�nnen Dan ok?�
Ohne eine Antwort zu geben, verl�sst Dan das B�ro.
�Guten Morgen!� fl�tet
mir eine Krankenschwester entgegen, als sie mit dem Essenswagen hereinf�hrt.
Ich suche nach Elke und
sehe sie auf einem Stuhl schlafen.
�Dr. Hausch m�chte
nachher noch mit ihnen reden Frau Schwarz! Und hier ist ihr Fr�hst�ck! Soll
ich etwas f�r ihre Freundin da lassen?�
Ich nicke.
�Das w�re nett!�
�Kein Problem!�
Sie stellt ein zweites
Tablett auf den Tisch, grinst erneut und verl�sst dann mein Zimmer.
�Gibt es Fr�hst�ck?�
Erschrocken zucke ich zusammen und mein Blick wandert zu Elke, die gerade alle
Vieren von sich streckt.
�Mir tun all meine
Knochen weh!� grinst sie und kommt auf mich zu, um auf mein Bett Platz
zunehmen.
�Wie geht es dir?�
�Na ja, nicht besonders!� antworte ich ihr, �Sorry, dass ich wollte das du
die Nacht dableibst!�
�Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen Jen! Ich werde dich schon
verklagen, wenn ich mich nicht mehr b�cken kann!�
Ein kleines Grinsen bildet sich auf meinem Gesicht.
�Danke Elke. Danke f�r
alles, ich w�sste nicht was ich ohne dich machen w�rde!�
�Komm her!�
Sie nimmt mich vorsichtig in den Arm und erneut fange ich an zu weinen.
�Du wei�t du kannst
immer auf mich z�hlen!�
Dan w�hlt mittlerweile
das 5.Mal die Nummer vom Krankenhaus in Deutschland, aber immer wenn es anf�ngt
zu klingeln legt er wieder auf.
�Ich kann das nicht!
Ich trau mich einfach nicht bei ihr anzurufen Trev!� seufzt er und schmei�t
das Handy in die Ecke, �Was soll ich ihr denn sagen?�
�Das was du im Moment f�hlst Dan!�
�Ok, noch mal!�
Erneut w�hlt er diese ellenlange Nummer...und l�sst es Klingeln.
Einmal...zweimal.
�Uniklinik Stuttgart,
mein Name ist Frau Leder was kann ich f�r sie tun!� kommt es von einer
freundlichen Stimme.
��hm...�hm!�
stottert Dan herum, zuviel und zu schnelles Deutsch auf einmal.
Nach ungef�hr 5 Minuten
m�hsamer Arbeit, da die Frau kein Englisch verstand, hat Dan erreicht was er
wollte, er wird mit mir verbunden.
Er blickt unsicher zu
Trev, der das Zimmer verl�sst um ihn alleine zulassen.
�Hmm?� nehme ich
verschlafen das Telefon ab.
Was geben mir die �rzte
f�r Medikamente? Ich schlafe so gut wie 80% am Tag!
Stille.
�Hallo?� kommt es
jetzt gestresst von mir.
�Jen...�
Dan ist am Telefon, schie�t es mir augenblicklich in den Kopf.
�Hi!� antworte ich
leise.
Ich h�re, dass er ein
gro�en Klo� im Hals hat und auch bei mir bahnt sich die erste Tr�ne wieder
ihren Weg.
�Ich freue mich, dass
du anrufst!� rede ich leise weiter.
�Ich w�nschte, ich k�nnte
dich in meinen Armen halten...wie geht es dir? Behandeln sie dich gut?�
�Ja, dass schon. Und na ja mir geht es nicht sonderlich gut! Elke hat mir erz�hlt,
dass sie mit dir des �fteren telefoniert hat!?�
�Ja, um mich auf den laufenden zu halten, �ber deinen Zustand und dem des
Kindes...� er stockt, �Entschuldige!�
�Du brauchst dich nicht
zu entschuldigen...wir waren schlie�lich f�r 6 Monate beinah eine kleine
Familie!�
�Ich wei�....ich kann
es nicht begreifen Jen warum das passiert ist? Die Schwangerschaft lief doch
gut, deine �rztin meinte das doch auch?�
�Ich wei� es doch auch nicht, der Arzt will nachher mit mir reden,
wahrscheinlich um mir den Grund f�r die Fehlge...� ich schlucke.
�Sag es nicht honey!�
Wir reden noch etwa 10
Minuten miteinander, er erz�hlt mir von dem Gespr�ch mit Mike & Mike, dass
er alles erdenkliche probiert um nach Deutschland zu kommen, bis zu dem Punkt
das er mich lieben w�rde. Es tat gut wieder seine Stimme zu h�ren. Aber er
fehlt mir, warum kann er nicht da sein!?
Meine Gedanken wandern zu
unserer gl�cklichen Zeit, als Elke und ich in Orlando waren...
Wir beide haben uns so auf das Baby gefreut. Ich kann
mich noch an den Moment erinnern, als ich Dan von meiner Schwangerschaft erz�hlte.
Als ich sp�ter ersch�pft in seinem Bett lag, ich fand die Fliegerei schon
immer anstrengend, merkte ich wie jemand an mein Shirt rumzupfe und wie eine
Hand �ber meinen Bauch streichelte.
�Man f�hlt ja noch gar nichts!?� kam es entt�uscht von ihm.
Er nahm seine Hand weg und legte seinen Kopf vorsichtig auf meinen Bauch.
�Und h�ren kann man auch nichts...au�er, warte...nee, man h�rt nur deinen Magen!�
Ich musste schrecklich �ber ihn lachen.
�Ich bin doch nicht mal im 2. Monat. Da ist noch nicht
allzu viel! Und warum hast du deinen Kopf auf meinen Bauch? Denkst du das Baby
macht irgendwelche Ger�usche?�
Er hebt seinen Kopf.
�Nicht?�
�Ich glaube, sie machen nicht die Ger�usche die du dir jetzt wieder
vorstellst!�
Ich wische mir mit meiner
Handfl�che �bers Gesicht.
Es klopft, kurz darauf
wird die T�r ge�ffnet, es ist Dr. Hausch.
�Hallo Frau Schwarz!�
Er sieht in mein verheultes Gesicht und h�lt inne.
�Sie k�nnen ruhig
hereinkommen!� erwidere ich und fahre mir �ber mein Gesicht.
�Wir k�nnen das Gespr�ch
gerne auch verschieben, wenn sie momentan nicht in der Verfassung sind!�
�Schon ok! Ich m�chte wissen, warum ich das Kind verloren habe!�
�Die Gr�nde f�r die Fehlgeburt konnten nicht richtig ermittelt werden Frau
Schwarz!�
�Und das hei�t?�
�Es k�nnte viele
wichtige Faktoren gegeben haben, zum Beispiel wurde bei ihnen eine schwache
Anlage festgestellt. Evtl. auch unzureichende Durchblutung und durch zuviel
Stress! Ich w�nschte ich k�nnte ihnen genaures sagen!�
Ich nicke.
�Herein?�
Es hat an meiner T�r
geklopft.
�Jen?! Isa, Mark,
Laura, Marie und die Anderen sind alle da!� kommt es von Elke.
Ich liege wie immer mit
dem R�cken zur T�r und starre aus dem Fenster.
�Sag ihnen bitte das
ich schlafe! Es tut mir leid, aber ich kann einfach nicht!��
�Kein Problem! Ich komme sp�ter kurz vorbei, ok?�
�Hmm!� antworte ich ihr und h�re keine Sekunde sp�ter die T�r wieder ins
Schloss fallen.
Ich m�chte allein sein, allein mit dem Schmerz den ich habe.
Allein sein mit dem Gef�hl,
dass etwas von mir in dieser Nacht vor 2 Tagen gestorben ist.
Unser Baby, dass, worauf
Dan und ich uns so gefreut haben.
Ich �berlege mir, ob Dan
nicht vielleicht doch die Wahrheit �ber unsere Beziehung gesagt hat!?
�Ich habe geglaubt, dass es besser f�r dich w�re, wenn du einen Freund h�ttest, der immer bei dir sein kann. Der f�r dich da ist, wenn es dir mal schlecht geht, der dich in den Arm nehmen kann wenn du es gerade brauchst. Und nicht einer der dir �bers Telefon tr�stende Worte zuspricht, der st�ndig unterwegs ist und...�
Wo ist er jetzt, wo ich
ihn mehr als alles andere brauche? Wo ist er jetzt wo mein Leben zusammen zu
brechen scheint? Wir haben unser Kind verloren und wo ist er?
Sobald sich das Leben
nicht von der Sonnenseite zeigt, wird einem bewusst wie sehr man seinen Freund
braucht! In gl�cklichen Zeiten sieht man das Leben sowieso durch diese ber�hmt
ber�chtigte rosa Brille und k�mmert sich einen Schei� um den morgigen Tag!
Man genie�t die gemeinsamen Momente einfach!
Und jetzt...ich sch�ttle energisch den Kopf. Warum versuche ich jetzt meinen
Frust an Dan auszulassen? Ich verhalte mich unfair ihm gegen�ber. Ich wei� wir
sind eigentlich ein ganz normales Paar, aber immer wenn ich all die Fans am
Flughafen, vor dem Hotel oder an ihren Konzerten sehe, wird mir schmerzlich
bewusst, dass nicht nur ich allein diesen Mann liebe! Sicherlich ist die Liebe
der Fans anders als meine, doch trotzdem erwische ich mich dabei wie ich eifers�chtig
werde. Ich vertraue ihm wirklich sehr, jedoch denke ich ab und an, an diese
Tatsache! Meine Gedanken kreisen um diese Tatsache, ich m�chte ihm nicht st�ndig
von meinen Sorgen und Probleme erz�hlen! Er hat selber so viele! Ich kann ihm
nicht st�ndig sagen wie sehr ich unter der Distanz leide, das Gef�hl einsam
und verlassen zu sein, wenn ich eine Schulter zum Anlehnen br�uchte! Sicherlich
reden wir dar�ber, aber gleichzeitig will ich nicht, dass er den Eindruck erh�lt,
dass ich ihm sein Leben nicht g�nne. Er lebt seinen Traum und gerade die Sachen
die mich st�ren, machen sein Leben aus und somit auch seinen Traum.
Er versteht meine Sorgen
und �ngste auch. Klar st�ren ihn auch die Entfernung und das Fehlen der N�he
des Partners. Mir wird zu allem �bel klar, dass ich diesen Mann mehr als alles
andere auf der Welt liebe und mir momentan nichts sehnlicheres w�nsche als ihn
in meiner N�he zu sein! Mit ihm �ber den Verlust zu reden, uns gegenseitig zu
tr�sten!
Gerade jetzt, wo wir
unser Baby verloren habe! Werden wir �berhaupt stark genug sein, dass gemeinsam
zu verarbeiten oder wird unsere Beziehung daran zugrunde gehen?
Das Telefonklingeln
unterbricht mich.
�Ja!� nehme ich
seufzend ab.
�Ich bin es!�
Als wenn er Gedanken lesen k�nnte.
�Hallo Dan, ich habe
gerade an dich gedacht!�
�Ich vermiss dich! Es
tut mir leid, aber ich kann nicht lange telefonieren, wir m�ssen gleich auf die
B�hne!�
Ja, ihr habt richtig gelesen, er ist immer noch in den Staaten und auf Tour.
�Kein Problem!�
�Ich wollte dir nur kurz sagen, dass ich...morgen im Flieger nach Deutschland
sitzen werde!�
�Was?� br�lle ich in den H�rer.
�Jop, Mike & Mike
haben die letzten 6 Konzerte gestrichen! Heute den Gig in Orlando und dann
war�s das!�
�Wirklich! Ich werde morgen entlassen!�
�Ich wei�!�
�Woher?� will ich wissen.
�Von Elke, sie wird mich morgen vom Flughafen abholen und dann holen wir dich
gemeinsam vom Krankenhaus ab!�
�Du wei�t gar nicht, wie gl�cklich du mich damit machst!�
Ich kann ihn morgen
endlich wieder in meinen Armen halten, denke ich mir gl�cklich.
Die T�r meines Zimmers
wird ge�ffnet und Elke kommt mit einer gro�en Portion Schokolade
hereinspaziert.
Sie winkt mir zu und
zieht sich den Stuhl an mein Bett heran.
�Ok....ok, ich liebe
dich auch. Bye!�
�Hat er dir gesagt, dass er morgen kommen wird?�
Ich nicke energisch.
�Wie geht es dir
heute?�
�Jetzt gerade besser!� antworte ich ihr.
�Dein Augen strahlen
auch!� grinst sie und h�lt mir die Tafel Schokolade hin.
Ich bin gerade dabei
meine Tasche zu packen, Elke ist vor einer Stunde losgefahren um Dan vom
Flughafen abzuholen. Eigentlich m�sste ich jetzt mit unserem Kind nach Hause
gehen, aber...
Das Gespr�ch mit einer
Krankenschwester hat mir gestern sehr geholfen. Ich habe mir irgendwie die
Schuld an der Fehlgeburt gegeben, doch mich trifft keine Schuld. Es hat nicht
sollen sein, wie sehr dieser Gedanke auch schmerzt.
�Sie sind so jung,
lassen sie sich einfach Zeit! Sicherlich ist es ein gro�er Schicksalsschlag,
dass Baby im fast 6. Monat noch zu verlieren, aber probieren sie einfach damit
umzugehen! Ich wei� es ist leichter gesagt als getan, aber leben sie ihr Leben
so gut es geht weiter und denken sie an die 6. Monate mit Freude zur�ck, an ihr
Kind, wie es getreten hat oder die Bilder auf dem Ultraschall! Lassen sie sich
nicht h�ngen!� waren die Worte von ihr und ich muss sagen, sie haben mir sehr
geholfen und mir gezeigt, dass das Leben trotz diesem Verlust weitergehen muss.
Die T�r wird leise ge�ffnet,
aber da ich in meinen Gedanken schwebe, wie so oft in letzter Zeit, bekomme ich
davon nichts mit.
Ich sp�re wie 2 Arme
ihren Weg um meine Taille finden.
�Hallo mein Engel!�
kommt es leise von ihm.
Ich drehe mich um und
sehe nach all der Zeit endlich wieder in seine sch�nen blauen Augen.
Elke steht am T�rrahmen.
�Bist du fertig mit
packen?�
Ich nicke und starre einfach weiter in seine Augen.
�Ich bin dann schon mal
im Wagen!� kommt es grinsend von ihr, sie schnappt sich meine Tasche und l�uft
aus dem Zimmer um uns kurz allein zulassen.
Er streichelt mir z�rtlich
�ber meine Wange und ich genie�e seine N�he in vollen Z�gen.
�Du hast mir wahnsinnig
gefehlt Jen!� unterbricht er die Stille und wischt mir mit seinem Daumen die
Tr�nen weg.
�Du mir auch!�
antworte ich leise und umarme ihn.
Ich h�re wie auch er
jetzt weint. Langsam verst�rke ich unsere Umarmung.
�Es tut weh!� fl�stert
er und gibt mir einen z�rtlichen Kuss.
Ich nicke.
�Ich liebe dich so Jen!�
�Ich dich auch, denk bitte immer daran!�
Er nimmt meine Hand, dr�ckt sie und wischt sich dann mit seinem �rmel �bers
Gesicht.
Ihn jetzt bei mir zu
haben, tut mir so gut.
Wir werden es gemeinsam
schaffen...da bin ich mir sicher...
-ENDE-