Living a Life without you

 

 

Es schien f�r die meisten Leute ein Tag, wie jeder andere zu sein. Aber f�r mich nicht. F�r uns nicht. Es war die schlimmste Erfahrung, die ich in Verbindung mit dem Wort �Liebe� jemals gemacht habe. Ich wei� nicht ob man, das was hinter diesem Wort steckt wirklich mit Liebe verbinden kann. Eher mit Schmerz. Zur Liebe geh�ren immer zwei Faktoren: Gl�ck bzw. Geborgenheit, und Schmerz. Schmerz, der vielleicht unverg�nglich bleibt. Oder Schmerz, der einfach nur f�r kurze Zeit da ist, der aus einem klitzekleinen Gedanken oder einer Reaktion hervorgeht und schon im n�chsten Moment wieder vergeht, sobald man in Ber�hrung mit W�rme und Geborgenheit kommt.

Es war dennoch etwas anderes. Ich werde das Leben wohl nie wieder so sehen k�nnen, wie es vor kurzer Zeit noch war. Es f�hlt sich so an, als ob ein Teil von mir fehlen w�rde, v�llig ausgel�scht. Ich bin nur noch ein halber Mensch. Ist das Leben nicht dazu da um Lieben zu lernen, um Leiden zu lernen, um Vertrauen zu lernen, um Verstehen zu lernen, um Tolerieren sowie Akzeptieren zu lernen?

Das alles habe ich getan. Und sogar noch viel mehr. Wenn man alles erdenkliche gelernt hat, dann braucht man etwas, an dem man festhalten kann. Jemanden, der einen braucht, den man selber genauso braucht, damit es noch einen Sinn macht weiterzuleben. Es gibt so viele Gr�nde weiter zu leben. Einmal ist da der Gedanke immer wieder etwas neues auszuprobieren, neue Leute kennen zulernen.

Ich habe genug. Von allem. Ich habe das was ich brauche, aber eines fehlt mir. Die Liebe. Ich habe m�hselig um sie gek�mpft und nun hab ich sie wieder verloren. Wird sie f�r mich denn immer unerreichbar bleiben? Muss ich noch weiter diesen Schmerz ertragen, bis ich der wahren Liebe f�ndig geworden bin? Bis ich gelernt habe, sie bei mir zu behalten, wenn es n�tig ist?

Ich denke ich sollte aus meinen Fehlern lernen.

 

..-+**�*+-Flashback-+*�**+-.._

 

Ich kaue nerv�s auf meinem schon l�ngst geschmacklosen Kaugummi herum. Wenn er mich weiter so warten l�sst, dann muss das n�chste dran glauben. Ashley, mein Freund, hat mich vorhin angerufen und gemeint, er m�sse dringend mit mir reden. Er klang sehr bedr�ckt. Na ja, und wo bleibt er nun? Das ist echt eine gute Frage. Und die kann er mir nachher auch sch�n brav beantworten, wenn er endlich aufgetaucht ist. Ich sitze immerhin schon geschlagene 20 Minuten auf meinem Kuschelsessel und lese eine Zeitschrift. Aber irgendwie kann ich deren Inhalt nicht wirklich verfolgen, weil ich die ganze Zeit schon dar�ber nachdenke, warum mich mein Honey so pl�tzlich anruft und mit mir �ber irgendetwas reden will.

Er redet wirklich viel, das ist nicht zu bestreiten, aber er klang dabei noch nie so... verzweifelt. Wenn es irgendwas ist, wobei ich ihm wom�glich beistehen soll, dann tue ich das nat�rlich. Das mache ich immer. Er ist f�r mich da, ich bin f�r ihn da. Wir lieben uns. Und wenn er nicht gleich auftaucht, dann ist das bald nicht mehr so. Ach Quatsch, nur Spa�, ich meine das bestimmt nicht ernst. Ich kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Ich kann mir ein Tag ohne seine Stimme zu h�ren, nicht mehr vorstellen. Na sch�n, da ist ein Haken dran: Manchmal hat er so viel zu tun, dass ich seine Stimme wirklich nicht jeden Tag h�re. Aber das ist ja nicht das wichtigste. Jede freie Minuten an den anderen zu denken ist mir da schon sehr wichtig.

So, nun ist echt das n�chste Kaugummi dran. Ich greife nach einem weiteren Streifen meiner Orbits. Hey, ein bisschen Schleichwerbung kann nicht schaden, *gg*. Hallo liebe Macher von den Orbit Kaugummis, ich erw�hne euch gerade in meinen Gedanken! Aber das tut jetzt nichts zur Sache bei. Die Sache ist immer noch, das mein Ash, den ich �ber alles liebe mich warten l�sst. Soll ich ihn vielleicht noch mal anrufen? Nein, das macht nen total bescheuerten Eindruck. Ich rufe doch niemanden an, weil ER mir etwas sagen will. Wenn es anders herum w�re, dann schon. Na sch�n, dann schw�rme ich jetzt eben noch ein wenig von ihm vor mich hin. Also, mein Ash hat ganz furchtbar sch�ne, glitzernde, strahleblaue Augen. Und so einen Hamma geilen Body *rrr*. UND: Er kann einfach total subba gut K�ssen. Seine Lippen sind so weich...

 

Bevor ich hier abdrifte, denke ich doch lieber an die schlechten Seiten dieser Liebe. Er ist fast nie da. Er hat so viel zu tun, dass es an manchen Tagen noch nicht mal mehr f�r ein Telefongespr�ch reicht. Ich wohne hier in so einem Kaff N�he Orlando und mein Honey wohnt bei seinen Bandkollegen in dieser viel zu gro�en Villa in der Stadt. Er hat mir auch schon angeboten zu ihm zu ziehen, aber das habe ich dankend abgelehnt. Auch wenn ich ihn dann �fter sehen w�rde, w�re er wahrscheinlich in meinen Augen nicht da. Wenn man sich ganz nahe ist, dann kommt es mir trotzdem so vor, als seien wir meilenweit von einander entfernt. Es tut weh. Und das immer �fter. Wenn ich ihn brauche, dann ist er nicht da. Okay, er ist st�ndig in meinen Gedanken, aber Gedanken alleine machen auch keine heile Welt.

Ich betrete fast jeden Tag das leere Haus, lege mich in mein leeres Bett und warte, bis das Telefon klingelt. Was anderes mache ich schon gar nicht mehr. Ich habe mein ganzes Leben v�llig nach ihm ausgerichtet. Er IST mein Leben. Ohne ihn w�re es nicht n�tig mich existieren zu lassen. Ohne ihn w�re es nicht n�tig mir die Gabe zu Lieben zu geben. Ohne ihn h�tte das alles keinen Sinn.

Ich sehe auf die Uhr: Weitere f�nf Minuten sind vergangen. � Ding, Dong! � Es hat geklingelt. Das muss er sein. Endlich! Ich springe auf und st�rme zur T�r. Nebenbei rei�e ich noch s�mtliche Sachen, die auf dem Couchtisch standen mit um. Fein, dann hab ich ja eine Besch�ftigung gefunden, der ich sp�ter nachgehen kann: Aufr�umen! Als ich vor der T�r stehe schiele ich erst mal durch das kleine Guckloch. Jap, es ist Ash und ich werde ihm gleich erst mal eine Moralpredigt �bers zu sp�t kommen halten. Er kommt dauernd zu sp�t. Er verschl�ft, er duscht morgens viel zu lang, er vertr�delt s�mtliche Termine. Schon seit ich ihn kenne, und wir noch in Redding gewohnt haben. Das ist ihm wohl nicht mehr abzugew�hnen.

Ich �ffne die T�r. �Na endlich, ich dachte du wolltest etwas Wichtiges mit mir bereden!� Grummele ich und stemme die H�nde in meine H�ften.

�Jap, genau das will ich auch.� Seine Stimme klingt so leer. Was ist los? Ich will die Antwort in seinen Augen finden, aber die sind noch leerer als seine Stimme. Das habe ich noch nie bei ihm gesehen. Doch! Einmal, das war, als er in Redding ein Konzert mit den anderen guys gegeben hat und sein Vater nicht gekommen ist. Da stand ihm die Entt�uschung ins Gesicht geschrieben. Dieser Gedanke l�sst mich nichts Guten ahnen.

Ich sch�ttele leicht mit dem Kopf, damit ich wieder klar denken kann. Dann lasse ich ihn rein.

 

Im Flur bleiben wir stehen. �Was ist los?� Frage ich und stelle mich dicht vor ihn. Er sieht mich nicht an. �Ich wei� nicht, wie ich dir das erkl�ren soll. Ich wollte dich nie verletzen, aber ich wei�, dass ich das bestimmt tun werde...� Schon bei diesen Worten ahne ich B�ses. �Du wirst mich auch nie wehtun.� L�chele ich ihn an, aber seine Blicke treffen mich nicht. Leere. Stille.

�Ich habe lange dar�ber nachgedacht, und Kat.. wenn ich dich sehe, wenn ich mit dir rede, dann wei� ich ganz genau, dass es dir schwer f�llt so eine Beziehung zu haben. Ich kann sp�ren, dass ich dir damit weh tue, nie f�r dich da zu sein. Ich habe eine Entscheidung getroffen.. Ich kann es nicht mit ansehen, wie du dein Leben immer mehr nach meinem ausrichtest, wie du dich immer weiter hineinst�rzt und damit k�mpfen musst, nicht wirklich gl�cklich zu sein. Ich wei� genau, dass es irgendwann zu sp�t sein wird, und du soweit drin steckst bis du nicht mehr rauskommst. Ich will nicht, dass dein Leben abh�ngig von meinem ist..� Er sieht mich an, seine Augen werden feucht. Tr�nen.

�Aber das ist es.� Sage ich leicht irritiert. �Kat, ich kann das nicht l�nger. Es kommt mir so vor, dich nicht mehr richtig zu kennen, weil ich mich von Tag zu Tag weiter von dir entferne. Ich versuche mich an irgendwas festzuhalten. Und das bist du, ich ziehe ich langsam aber sicher irgendwo mit rein, was du gar nicht willst. Ich sehe dich leiden... und deshalb.. deshalb beende ich das hiermit. Kat, ich liebe dich, aber ich will dir nicht wehtun, ich muss dich loslassen. Es ist aus.�

 Ich sehe ihn geschockt an. Ich meinen Augen machen sich Tr�nen breit. In meinem Herz sticht es. Es schmerzt. Es ist ein erdr�ckender Schmerz, der dir die Sicht vernebelt. War ich denn so blind, nicht zu sehen, dass es keinen Sinn macht, ihn zu lieben? War ich das? Bin ich das?

�D-Das kannst du nicht ernst meinen...� Bringe ich mit Tr�nenerstickter Stimme hervor. Ich sehe ihm in seine Augen. Tr�nen. Auch auf seinen Wangen. Ich wei�, dass er mich liebt. Aber warum tut er mir dann so was an?

�Doch..� Sagt er matt und man kann deutlich die Tr�nen in seiner Stimme h�ren.

Ich kann nicht anders und falle ihm um den Hals. Aber nicht vor Freude, sondern weil ich jemanden zum Festhalten brauche um zu wissen, dass das hier die Realit�t ist. Die eiskalte Realit�t. Ich weine. Es tut weh. Ash umarmt mich, er gibt mir W�rme, aber davon sp�re ich nichts. In diesem Moment erfriere ich innerlich. Ich gebe keine Reaktion von mir, au�er mein kl�gliches Weinen.

 

..-+**�*+-Flashback Ende-+*�**+-.._

 

 

 

Ich konnte aus meinen Fehlern nicht lernen, weil ich nicht gesehen habe, dass es welche waren. Der Schmerz erdr�ckte mich. Innerlich. Von au�en spielte ich das normale zufriedene M�dchen. Aber lange konnte ich dies nicht halten. Ich brach in mir zusammen. Ein K�rper ist nur eine leblose H�lle und wird von Innen gelenkt. Wenn es vom Herzen aus schmerzt, dann tut es �berall weh.

Ich habe Ashley jeden Tag angerufen, in der Hoffnung, er w�rde rangehen und es sich anders �berlegen. Er tat es nicht. Kein einziges Mal. Es war richtig von ihm, mich fallen zu lassen. Das wei� ich jetzt. Auch wenn es weh tut. Auch wenn ich nur noch ein halbes Leben f�hre. Es ist immerhin besser als ein ganzes zu verlieren. Und das w�re passiert, wenn ich ihn festgehalten h�tte. Wenn WIR uns festgehalten h�tten. Andererseits h�tte alles auch eine andere Wendung bekommen k�nnen. W�re ich st�rker gewesen und h�tte meine Gef�hle, der Verzweifelung und Schmerzen ihm gegen�ber nicht gezeigt, dann h�tten wir aneinander festhalten k�nnen. Aber es w�re nicht fair gewesen. Nicht fair von mir, ihn indirekt zu bel�gen, ihm die Gl�ckliche vorzuspielen, obwohl ich es nie richtig gewesen w�re.

Ich liebe ihn immer noch. Aber es sieht so aus, als sei er ab jetzt unerreichbar f�r mich.

Ich lebe ab jetzt ein Leben ohne ihn.

 

 

_..-+*��*+-Ende-+*��*+-.._

 

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