„Danke, soll ich dich abholen?“
“Nein, sag mir wo wir uns treffen. Ich fahre selber!“ meine ich.
Ich steige aus dem Auto und sehe von weiten schon Ash im Cafe sitzen. Um ihn rum 4 Mädels, wie soll es auch anders sein. Ich gehe rein und sehe wie mich diese 4, bereits erwähnten, Weiber von oben bis unten mustern.
Ash steht auf und kommt auf mich zu.
„Lass uns bitte woanders hingegen!“ flüstert er mir zu und ich nicke.
Er bezahlt, nimmt mich an der Hand und wir laufen raus.
„Sorry, ich dachte wir wären hier ein wenig ungestört, aber Fehlanzeige!“ entschuldigt er sich.
„Schon ok!“
Die Mädels stehen an der Scheibe und schauen in unsere Richtung.
Gibt es hier irgendwas zu glotzen?
„Lass uns irgendwo spazieren gehen! Ok?“
“Ok!“ antworte ich ihm.
Ich schaue runter und bemerke, dass er immer noch meine Hand hält.
Er folgt meinen Blick und lässt mich augenblicklich wieder los.
„Sorry!“
“Schon ok, Ash!“ meine ich.
2 Stunden später sitze ich wieder in meinem Auto und fahre nach Hause. Das Gespräch, ich habe es nicht anders erwartet, war einfach nur komisch. Er hat mich angefleht meine Entscheidung zu ändern, und ihm bzw. uns einfach noch eine Chance zu geben. Die Diskussion endete wieder mit Tränen...
Die Jungs sind bevor sie zum Flughafen mussten, noch mal bei uns vorbeigekommen um sich zu verabschieden. Es tut mir weh ihn gehen zu lassen, aber es ist wohl das Beste. Der Abschied war diesmal sehr bedrückend, nicht nur wegen Ash und mir.
Wir haben uns umarmt und ich habe mich so danach gesehnt ihn zu küssen, aber das geht nicht mehr.
Kurz bevor er die Umarmung gelöst hat, meinte er noch zu mir, dass er mich lieben würde. So leise, dass nur ich es verstehen konnte. Und was sag ich Idiot, als wenn die Situation nicht schon kompliziert genug wäre, ich liebe dich auch! Aber es stimmt doch auch...
Ich sitze grad auf meinem Bett und weine, wie so oft in den letzten Tagen. Vor etwa 5 Minuten hat mich Ashley wieder angerufen. Es tat gut seine Stimme zu hören, aber gleichzeitig tut es mir auch so weh...Die Trennung liegt jetzt knapp 8Tage hinter uns, und ich fühle mich trotzdem nicht besser. Ich weiß nicht ob es ein Fehler war, ich weiß es einfach nicht, aber ich wollte und konnte einfach nicht mehr mit ihm zusammen sein. Ich bewundere Isa, die trotz allem super mit Erik auskommt und alles einfach so nimmt, wie es kommt. Sicherlich vermisst sie ihn auch, aber es scheint sie nicht so sehr zu belasten ihn immer weniger zu sehen. Ich habe es nicht geschafft mit der Situation klar zukommen...und ich sehe ja was daraus geworden ist. Ich habe mich von dem Menschen getrennt, den ich über alles liebe.
„Jen, kommst du mit, wir wolln ins Kino?“ fragt mich Elke und kommt in mein Zimmer.
„Nee, las mal!“
“Hast du keine Lust?“
“Nicht so wirklich, sorry.“
“So würdest du aber mal auf andere Gedanken kommen!“ versucht sie es
weiter.
„Nee, echt nicht!“
„Wir können hier bleiben, wenn du magst?“
“Macht euch einen schönen Abend, ok?“
“Ok!“ antwortet sie mir, schaut mich noch mal unsicher an um macht die Türe
zu.
Ich laufe gerade zu meiner Anlage und lege meine Incubus-CD rein. Mit einem lauten Seufzer lasse ich mich wieder auf mein Bett fallen.
Mein Handy klingelt.
Bitte lass es nicht Ash sein, denke ich mir und schaue verunsichert auf das Display.
Es ist Dan.
„Hi Dan!“ gehe ich ran.
„Hey Jen, stör ich grad?“
„Absolut nicht. Wie geht es dir?“
“Gut und dir?“
“Gab schon mal bessere Zeiten!“ meine ich und ich höre ihn ein wenig
Lachen.
„Glaub ich dir! Ich wollt mich nur mal kurz melden, und hören
wie es dir so geht.“
“Ist lieb von dir, Dan!“ antworte ich ihm.
„Jen?“
“Ja?“ frage ich.
„Ich glaube, Ash geht noch ein vor Sehnsucht nach dir!“ meint er plötzlich.
„Wie?“
“Er ist wie ausgewechselt seitdem du dich von ihm getrennt hast...“
“Dan, bitte lass uns nicht darüber reden. Ich denke eh den ganzen Tag nur an
ihn und dann musst du mir nicht noch so was sagen!“
“Ok, sorry. War nicht meine Absicht, Salz in die Wunde zu streuen.“
Antwortet er kleinlaut.
„Ist schon ok!“
“Wie laufen eure Auftritte?“ will ich jetzt von ihm wissen.
„Ganz gut, außer das Ash halt....“
“Dan!“ ermahne ich ihn, er lacht kurz.
„Ich bin so blöd!“
“Da hast du aber Recht!“
“Hey...“ meint er entsetzt.
„Du weißt doch wie ich das meine.“
“Jen, ich muss aufhören, sorry. Grüßt du mir die anderen!?“
“Jop, mache ich und du auch ja?“
“Ok! Bye Jen!“
“Bye!“
Ich lege auf und schmeiße mein Handy auf die Seite.
Verschlafen und mit total verheulten und dicken Augen stehe ich am nächsten Morgen vor dem Spiegel.
„Na du siehst ja wieder toll aus!“ begrüße ich mich selber im Spiegel
Ich putze mir die Zähne und wasche mir mein Gesicht mit eiskaltem Wasser.
Unten, aus der Küche höre ich schon Lärm, die anderen Beiden sind also auch schon wach.
Im Schneckentempo laufe ich zu ihnen.
„Morgen!“ murre ich.
„Hey, Maus!“ begrüßen mich Elke und Isa und präsentieren mir ein Luxusfrühstück.
„Was ist denn heute los?“ frage ich verwundert.
„Nichts, wollten dich überraschen!“ grinst mich Isa an.
„Ihr seid so lieb, wisst ihr das!“
„Ah, Jen, ich hab die Bilder mal abgeholt, die schon seit Ewigkeiten fertig sind. Der Zettel hing noch an der Wand und ich hab gedacht, ich mach eine kleinen Abstecher bei Savon’s.“ erzählt mir Isa und streckt mir die Photos hin.
„Danke!“ meine ich grinsend und öffne die Verpackung.
„Das sind doch die Bilder wo Janie hier war, oder?“
“Jop, genau, wo wir am Strand waren, im Disney Park und so!“ grinse ich.
Wir schauen uns die Bilder an und Isa und Elke lachen zum Teil laut los.
„Ich bin so unphotogen!“ meint Elke entrüstet, „Ich
sehe auf fast jedem Bild zum kacken aus!“
“Ach, jetzt mach mal nen Punkt!“ meine ich und schaue mir das nächste Bild
an.
Ich muss schlucken.
Das nächste Bild zeigt Ash und mich, wie wir beide seitlich auf der Couch liegen und er seinen Arm auf meiner Taille hat.
Elke schaut mich an und sieht meinen leeren Blick.
„Was ist Maus?“ fragt sie mich besorgt.
Ich zeige ihnen das Bild und zwinge mich zu einem Lächeln.
„Oh, sorry Jen. Ich wusste nicht, das da auch Bilder von euch dabei sind!” entschuldigt sich Isa.
„Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen, das kannst das doch nicht wissen!“ antworte ich ihr.
Sie schauen mich traurig an.
“Er fehlt dir!?“
Ich nicke und schaue wieder auf das Bild.
Wir haben heute einer dieser Montage, an denen ich lieber in meinem Bett bleiben würde. Erstens habe ich heute Schule und zweitens kommen die Jungs heute aus Australien zurück.
An sich freue ich mich ja, endlich alle wieder zusehen. Aber wenn ich mir vorstelle Ash wieder zusehen, ihm wieder in die Augen zu schauen und dabei hart zu bleiben....beinah unmöglich, aber ich muss es schaffen und wenigstens eine Sache mal konsequent durchziehen.
„Also bis später Mädels!“ rufe ich den Beiden zu, die gerade am Frühstücken sind.
„Isst du nichts?“ fragt mich Isa.
„Nee, ich muss gleich los, hab keine Zeit mehr!“ antworte ich.
„Wir gehen dann die Jungs am Mittag abholen! Und Janie kommt morgen!“ wiederholt Elke den Tagesablauf noch mal für sich selber.
„Jop, du kommst dann nach der Schule direkt heim, oder? Wir sind dann mit der Meute hier!“ meint Isa.
Ich nicke und laufe zur Tür.
„Tschööö!“ rufe ich noch, bevor ich Türe zumache.
„Ich bin gespannt, wie sich Ash und Jen heute verhalten werden!“
„Ich auch. Es ist an sich so traurig, beide lieben sich aber können nicht zusammen sein!“ seufzt Elke und Isa nickt.
„Also wer soll vorfahren?“ fragt Isa.
„Ist an sich egal. Hauptsache wir parken im selben Gebäude!“ antwortet sie und beide steigen in ihre Autos, um Richtung Flughafen zufahren.
Elke fährt vor.
„Ich freue mich schon so Isa endlich wieder zusehen!“ grinst Erik sich grad einen ab, als sie den Gang entlang laufen.
„Glaub ich, Teddy!“ grinst Jake ihn an, „Und morgen kommt Janie!“
„Ich bin so froh endlich mal ein paar Tage frei zuhaben.“ freut sich Dan.
„Wie wahr!“ meint Ash und schaut auf seine Hand.
„Komm es wird schon werden, Ash!“ klopft Trev ihm auf
die Schulter, „Rede einfach noch mal mit ihr.“
“Ich habe es doch schon probiert...“ antwortet er und Trev nickt.
Völlig außer Atem rennen Isa und Elke in die Empfangshalle rein, wo sie die Jungs sofort sehen. Alle haben Sonnenbrillen und Caps auf.
„Das sind sie ja!“ meint Jake und winkt.
„Tut uns leid, dass wir später kommen. Aber wir standen im Traffic und es ging einfach so langsam vorwärts!“ entschuldigt sich Isa und läuft ihrem Erik in die Arme.
„Wo ist denn Jen?“ fragt Ash ein wenig traurig.
„Sie hat Schule und konnte nicht mit, Ash. Also kein Stress!“ antwortet Elke und nimmt ihren Bruder in den Arm.
Nach 5 Minuten sind alle begrüßt und jetzt geht es mit dem Gepäck zu den Autos.
Geschafft sitze ich im Auto und fahre nach Hause. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie mulmig mir gerade ist. Ich sehe ihn das erste Mal wieder nachdem wir uns getrennt haben.
Klar, wir haben uns noch mal getroffen, bevor die Jungs nach Australien geflogen sind, aber die Situation war ja da schon sehr angespannt.
Ich schalte das Radio ein um mich ein wenig abzulenken. Ich bin das erste Mal froh, dass in L.A. soviel Verkehr herrscht und ich so unser Wiedersehen vor mir herschieben kann.
„Son Scheiß!“ denke ich laut und schiebe mein Lieblings-Tape rein.
Sofort höre ich die ersten Töne von Still not a player...
Ok, meine Laune bessert sich sofort.
Ich liebe diesen Song und selbst wenn alleine bin, gehe ich immer ab wie sonst was....so wie jetzt eben.
Ich parke das Auto und laufe zur Wohnung. Ok, Augen zu und durch, dass schaffst du, mache ich mir selber Mut und schließe die Tür auf.
„Da bist du ja!“ rufen Elke und Isa, die mit den Anderen auf der Couch hocken.
„Heeeyyy!“ rufe ich zurück und laufe auf die Meute zu.
Das Lied hat wohl bewirkt, da meine Laune nach oben geschossen ist.
„Jake!“ grinse ich und nehme ihn sofort in den Arm. Dasselbe bei Trev, Dan und Erik.
„Fehlt da nicht einer?“ frage ich.
Dan muss grinsen.
„Ash ist in der Küche...!“
“Rede nicht weiter, ich weiß er hat Hunger!“ meine ich und laufe in
Richtung Küche.
Elke und Isa schauen sich währenddessen grinsend an.
Ich stecke mein Kopf durch die Tür und sehe Ash, wie er gerade eine Schüssel seiner Lieblingscornflakes genießt.
„Kann ich reinkommen?“ frage ich ihn.
Er schaut auf.
„Natürlich!“ meint er leicht schmatzend.
„Hast du dir das schmatzen immer noch nicht abgewöhnt?“ meine ich grinsend.
Er schüttelt den Kopf, stellt seine Schüssel auf den Tisch und kommt auf mich zu.
„Schön dich wiederzusehen, Jen!“ sagt er und bleibt vor mir stehen.
Ich sehe, dass er jetzt nicht weiß wie er sich mir gegenüber verhalten soll.
„Ich freue mich auch dich wiederzusehen!“ antworte ich.
„Du siehst gut aus!“ meint er und ich schaue ein wenig verlegen auf den Boden.
„Danke, du aber auch! Ähm...Ash?“
“Ja?“ antwortet er.
“Würdest du mich vielleicht in den Arm nehmen!“
Ich sehe ihn irgendwie erleichtert grinsen und im nächsten Moment umarmen wir uns.
„Sorry, aber ich habe das mal wieder gebraucht!“ rechtfertige ich mich kleinlaut.
Er antwortet nicht, sondern drückt mich stattdessen näher an sich heran.
Die Jungs haben eine Woche frei, bevor sie nach Europa
fliegen um dort ihre zweite Single zu promoten. Die Erste kam recht gut an und
so wollen sie sich jetzt verstärkt um ihre europäischen Fans kümmern. Ich war
froh die Woche über, viel für die Schule machen zu müssen. So hatte ich immer
Ausreden, um nicht mit den anderen mitgehen zu müssen. Na ja sagen wir lieber
mal um Ash nicht zu sehen. Er hat oft angerufen, aber ich konnte mir immer eine
Ausrede aus den Fingern ziehen. Sicherlich ließ es sich nicht vermeiden, ihm
eine ganze Woche aus dem Weg zu gehen, aber ich habe mein Bestes getan. Wenn ich
ihn dann doch mal gesehen habe, haben wir immer über uns geredet, oder sollte
ich eher gestritten sagen!?
Ich kann mich noch genau an eine Situation erinnern, als Trev, Erik, Dan und Ash
bei uns waren. Wir haben zusammen gekocht und wollten einfach einen ruhigen
Abend zusammen verbringen, aber Ash funkte dazwischen.
Vor versammelter Mannschaft, schrie er mich an und meinte:“ Bedeute ich dir eigentlich Nichts mehr? Merkst du nicht wie sehr du mir mit deinem Verhalten wehtust? Jen, sag verdammt noch mal was dazu oder versuche es mir zu erklären!“
Ich war unfähig ihm darauf zu antworten....was soll ich ihm denn sagen? Vielleicht...
ich weiß, dass du Recht hast, aber ich kann mir mein Verhalten auch nicht richtig erklären.
Ich liebe dich, kann aber nicht mit dir zusammen sein. Ich möchte dich sehen, da ich dich vermisse aber gleichzeitig erfinde ich Ausreden um das Gegenteil zu erreichen...?
Aber es tut mir einfach weh ihn zu sehen...und ich leide doch schon genug.
Mit Dan, Jake und Janie habe ich mal was unternommen, als Ash bei seiner Tante in St. Diego war. Jake, Janie und ich waren am Strand und danach noch skaten. Es war so lustig, weil Janie vielleicht das dritte Mal in ihrem Leben auf ein Board stand und wir ihr es zeigen mussten. Mit Dan war ich essen und in einem Club. Ich mag ihn wirklich sehr, wie die anderen natürlich auch.
Es tut mir immer sehr gut mit ihm zu reden.
Trev und Erik haben meistens immer etwas mit Isa und Elke gemacht. Ja ja, Elke und Trev.
Beide sind sich wieder ein wenig näher gekommen. Zusammen sind sie nicht, aber ich würde mal behaupten sie arbeiten daran.
Heute haben wir den Tag an dem die Jungs nach Europa fliegen. Ganze 3 Monate werden wir sie jetzt nicht sehen. Und ein Flugticket können wir uns diesmal auch nicht leisten...von Amerika nach Europa, das liegt leider nicht in unserem Budget drin.
Elke ist schon unterwegs um die Anderen, also Trev, Jake, Janie und Dan abzuholen, während Isa, Erik und ich noch daheim sitzen, weil Erik sein Reisepass nicht finden kann.
„Kommt davon, wenn man keine Ordnung hat!“ meine ich ganz weise.
Ich ernte dafür einen freundlichen Blick von Isa, die meine Aussage mit einem kräftigen Nicken unterstützt.
„Hört auf zu motzen, helft mir lieber suchen!“ meint er.
„Hast du schon mal in deinem Rucksack geschaut?“ fragt Isa ihn.
„Nee...!“ er läuft zu seiner Tasche und kramt ein bisschen rum.
„Da ist er!“ meint er und hält ihn uns vor die Nase.
„Und wo war er? Im Rucksack!“ antwortet Isa.
„Ja.“ erwidert er leise und gibt seiner Süßen einen kleinen Schmatz., „Wenn ich dich nicht hätte!“
Sie grinst und zwickt ihm in die Backen.
„Dann könne wir ja jetzt los!“
Erik und ich folgen Isa nach draußen.
„Wir sind eh schon zu spät dran, und wir müssen noch zu Ash!“ meint er als er einen Blick auf seine Uhr wirft.
Vor dem Haus von Ash hupt Isa erst mal eine Runde.
Sofort geht die Tür auf und er kommt mit seinen Koffern raus.
Erik steigt aus dem Wagen und hilft ihm sein Gepäck in den Kofferraum zu stecken.
„Hi!“ meint er als sich neben mir nach hinten setzt.
„Hi!“ antworte ich und schaue aus dem Fenster.
Ok, tief durchatmen, Jen.
„Sorry, dass wir so spät sind, aber Erik hat seinen Reisepass mal wieder nicht gefunden!“ meint Isa.
„Ist nicht so schlimm!“ antwortet er und ich merke wie er mich von der Seite anschaut.
Hör bitte auf damit, Ash!
Ich schaue ihn an. Wir haben wieder einer dieser Momente, in denen wir uns einfach nur anschauen. Er grinst mich an und ich versuche sein Lächeln zu erwidern.
Ash nimmt meine Hand, ohne dabei den Blickkontakt zu lösen.
Ich merke das ich wieder nervös werde...
Wir stehen jetzt am Flughafen und verabschieden uns von den Jungs. Isa hängt in den Armen von Erik.
„Ganze 3 Monate!“ seufzt sie und Erik hebt ihr Kinn ein wenig hoch um sie zu küssen.
„Meldest du dich Trev!?“ fragt Elke.
„Was denkst du denn!?“ grinst er und nimmt Elke in den Arm und drückt ihr einen fetten Schmatz auf den Mund.
Auch Janie und Jake küssen sich.
Ich spiele mit meinem Ring, es ist der einzigste Ring den ich trage und er ist von Ash.
Er bemerkt es und schaut auf meine Hand.
„Du hast ihn noch?“ fragt er und ich schaue ein wenig erschrocken auf.
„Natürlich!“ antworte ich ihm, „den hast du mir doch
geschenkt.“
Er nickt.
Nachdem ich mich von Dan, Erik, Jake und Trev verabschiedet habe, kommt jetzt die größte Hürde, Ash.
Er nimmt mich in den Arm und ich vergrabe mein Gesicht in seinem Pulli, ich will nicht, dass er sieht das ich weine.
„Du wirst mir fehlen!“ bemerkt er, „Darf ich dich
anrufen?“
“Wenn du magst!“ antworte ich ihm leise.
Er löst die Umarmung, sieht mich an und küsst mich vorsichtig auf die Stirn.
„Du weißt ich liebe dich!“ meint er, drückt mir einen Brief in die Hand und geht zu den anderen.
Ich schaue auf meine Hand und dann zu ihm. Isa, Elke und Janie stehen bei mir und winken den Jungs noch zu.
Kaum sind Isa und ich im Auto öffne ich den Brief.
- Jen,
ich möchte nur, dass du weißt das ich dich über alles liebe.
Sicherlich tut es mir weh, nicht mit dir zusammen sein zukönnen, aber du wirst deine
Gründe haben...auch wenn ich diese nicht verstehe.
Ich spüre, dass dir die Trennung auch sehr Nahe geht. Aber du sollst wissen, dass ich
weiterhin hoffe, dass du uns Beiden eine neue Chance gibst
Du bedeutest mir zu viel...ich kann dich nicht einfach so aufgeben.
Ich werde warten...
Ash –
Ich habe einen Kloß im Hals als ich den Brief zu Ende gelesen habe.
Er liebt mich wirklich! Warum ich?
Ich fahre mir durch meine Haare...
Ich füge uns Beiden durch meine Entscheidung Schmerzen zu...unnötige Schmerzen, da wir uns doch Beide lieben...
2 ½ Monate später
Mein Leben ist nach diesem, eigentlich entgültigem Abschied wohl oder übel weiter gegangen. Ich kann nicht auf einer Stelle stehen bleiben, die Erde dreht sich auch ohne mich weiter. Und das habe ich des öfteren zu spüren bekommen. Der Kontakt zu den Jungs halten wir immer noch aufrecht, es ist zwar schwierig und auch teuer, aber das macht nichts.
Erik und Isa sind immer noch glücklich liiert, er hat im Fernsehen, vor ungefähr 2 Wochen einen wunderschönen Song für sie gesungen, den er extra für sie geschrieben hat.
Wir drei saßen an diesem Abend vor dem Fernseher und haben uns beinah nicht mehr eingekriegt.
Jake und Janie sind auch noch glücklich, obwohl Janie sich von ihm vernachlässigt fühlt. Sie probiert aber ihr Bestes, um mit der Sache umzugehen.
Trev und Elke telefonieren auch so gut wie jeden Tag, ich glaube wenn die Jungs wieder da sind, darf man die Beiden wieder als Pärchen betrachten.
Heute, in genau 2 Wochen kommen die Jungs aus Europa zurück.
Endlich, ich vermisse Ash so...
„ Jen, beweg deinen Arsch endlich mal runter!“ ruft Elke mir zu und ich komme fertig angezogen aus meiner Tür.
„Du weißt, dass wir heute eine Stunde eher anfangen!“
Ich habe jetzt einen neuen Job und arbeite mit Elke
zusammen in einem Klamottenladen namens >Still ill<.
“Ja, bin ja schon da!“ grinse ich sie an.
„Ich hab so keine Lust heute zu arbeiten, heute ist Warentag!“ jammert sie und ich klopfe ihr auf die Schulter.
„Der Tag geht auch rum!“
“Ja, ich darf danach noch zur Schule, während du frei hast!“
Ich nicke grinsend und ziehe sie hinter mir her.
„Komm wir müssen!“
Wir laufen zu unserem Auto und fahren Richtung Arbeit.
Elke schaltet das Radio ein und was läuft? Natürlich O-Town! Wieso hasst mich das Leben so, denke ich mir und schaue aus dem Fenster. Es reicht doch schon, dass ich fast jeden Tag an ihn denken muss...
„Tagchen!“ grinst uns Sammy an, als wir den Laden betreten.
„Na du!“ meine ich grinsend und gebe ihm einen Schmatz.
„Endlich seit ihr da, ich hab in 20 Minuten ein Termin beim Arzt!“
Er schnappt sich sein Zeug und zeigt uns noch schnell wo die Kartons stehen.
„Was so viele?“ meint Elke genervt.
„Jop, die haben uns diesmal 20 Kartons geschickt!“
“Wie lang müsst ihr heute?“ fragt er uns.
„Elke bis um 4 und ich bis 6!“ antworte ich ihm.
„Dann viel Spaß noch!“ grinst er und macht nen Abgang.
„Toll!“ meint Elke gefrustet und lässt sich auf den Sessel fallen.
„Entschuldigen sie?“
Ich drehe mich um und sehe ein Mädchen bei den Schuhen stehen.
„Ja, kann ich dir helfen?“ frage ich sie, so höflich wie möglich.
„Habt ihr die Schuhe auch noch in 38 da?“
Ich gehe auf sie zu und schaue im Regal.
„Warte, ich geh mal schnell im Lager schaun!“ meine ich zu ihr und gehe nach hinten.
„Danke!“ ruft sie mir hinterher.
„Sorry, wir haben nur noch das was vorne ist. Soll ich probieren, sie zu bestellen?“ frage ich und sie schüttelt den Kopf.
„Danke trotzdem!“ meint sie.
„Kein Problem!“ grinse ich und sie geht raus.
Ich drehe mich zu Elke, die ihren Arsch immer noch im Sessel plattdrückt.
„Komm, jetzt steh mal auf und sei nicht so unmotiviert!“ tadle ich sie und bekomme von ihr nur ein dummes Grinsen.
„Das war mein Ernst, oder ich trete dir in den Arsch!“
„Wage es!“
Sie springt von ihrem Sessel auf und schaut mich
provozierend an.
“Denkst du etwa ich bluffe?“ frage ich sie.
„Kann doch sein!“
Ok, Süße wenn du meinst.
Sie schaut mich an und hüpft weg.
„Du Schießer!“ rufe ich ihr lachend hinterher.
Sie bleibt stehen, dreht sich mit einem breitem Grinsen um und zeigt mir den Stinkefinger.
„Du hast son Schaden!“ lache ich und laufe ein paar Schritte nach hinten.
Elke läuft währenddessen nach hinten zu der Ware.
Das Telefon klingelt.
„Still ill, hallo, was kann ich für sie tun?“ nehme ich den Hörer ab.
„Ähm...Jen?“
“Ja?“ frage ich.
„Ah, ok, hab dich grad nicht erkannt. Ich bin es Isa!“
“Hallo Mauserl!“ grinse ich, „Was gibt’s?“
“Ich wollt dich nur fragen wie lang ihr heute arbeiten müsst?“ kichert sie.
„Also ich bis 6 und Elke bis um 4, sie muss aber danach
noch zur Schule!“ antworte ich, „Was ist denn mit dir los?“
“Nichts, nichts, ok danke. Ähm...Jen, wollen wir uns später am Strand
treffen?“
“Wie nach dem ich Feierabend habe?“
“Jop!“
“Klar, warum nicht!“
“So um 7p.m.?“ grinst sie wieder.
„Ok, können wir machen.“
“Und Elke, ähm...bis wann hat sie denn Schule?“ will sie wissen.
„Ich glaube bis um 8.“
“Ok, danke! Bye!“
„Bye!“
Ich lege ein wenig verwirrt auf, was ist denn mit ihr heute los?
Na ja, ich widme mich wieder meinem Job zu und denke nicht weiter drüber nach.
„Also bis später, Elke!“ ich umarme sie.
„Viel Spaß noch!“ grinst sie mich an.
Sie marschiert aus dem Laden und ich habe noch 2 Stunden vor mir.
Die werden auch noch rumgehen, denke ich mir und gehe auf den nächsten Kunden zu.
So, nachdem ich auch endlich Feierabend habe, hüpfe ich gutgelaunt in mein Auto und mache mich auf den Weg zum Strand. Ich hab ja schließlich noch ein Date mit Isa!
Um kurz vor 7 parke ich das Auto auf unserem Platz und steige aus.
Ich schaue mich um, in der Hoffnung, dass sie wenigstens einmal in ihrem Leben pünktlich ist, aber Fehlanzeige.
Dann setze ich mich halt irgendwohin, denke ich mir und laufe auf die nächste Bank zu.
„Jen?“ ich drehe mich um.
„Oh mein Gott! Was machst du hier!“ frage ich fassungslos, als ich sehe wer mich gerade gerufen hat.
„Hi Jen!“ meint er vorsichtig.
„Ash...“
Ich glaube das ja nicht, was macht er hier?
„Was machst du hier? Du solltest erst in 2 Wochen wiederkommen!“ frage ich ihn mit zittriger Stimme.
„Dich überraschen! Ich wollte dich wiedersehen!“ antwortet er mir.
Eigentlich, sollte ich mich freuen aber ich kann gerade gar nichts, weder denken, noch mich irgendwie bewegen.
Ich muss schlucken...er sieht immer noch genauso gut aus. Ich hatte mich jetzt seelisch darauf vorbereitet ihn erst in 2 Wochen wieder zusehen, und nicht schon heute.
Ich stehe langsam von der Bank auf und er kommt auf mich zu.
„Deswegen hat Isa so gekichert, sie hat das mit eingefädelt!“ bemerke ich und er nickt.
„Ja, sie musste mir ja dabei helfen!“ antwortet er.
„Komm her!“ meine ich und nehme ihn in den Arm.
Er riecht immer noch genauso gut, wie früher.
„Du fehlst mir so!“ flüstert er und ich löse die Umarmung.
Ich sehe das er Tränen in den Augen hat.
„Tut mir leid, dass ich grad so perplex war, aber ich war
so überrascht, dich....“
“...du brauchst dich nicht zu rechtfertigen!“
Er streichelt mir über mein Gesicht und ich genieße seine Berührung.
Wir schauen uns in die Augen. Ich kann immer noch in ihnen versinken...
Er zieht mich an sich ran und ich merke wie sein Gesicht immer näher kommt.
Nein, Ash. Bitte nicht...
Ich spüre seine Lippen auf meinen und ich merke wie ich alles um mich rum vergesse.
Er küsst mich ganz sanft und fährt mir dabei über meinen Rücken.
Willst du, dass ich sterbe? Ich muss mich von ihm lösen, aber ich kann nicht. All meine Vorsätze und Versuche ihn endlich zu vergessen, gehen mit diesem Kuss zugrunde.
Er löst ihn und ich öffne meine Augen.
„Warum tust du das?“ frage ich ihn mit trauriger Stimme.
„Ich liebe dich, Jen. Daran wird sich nichts ändern. Versteh, dass ich...!“
„Willst du mir damit wehtun, Ash? Du weißt, was du mir noch bedeutest. Soll das jetzt so ein Spielchen von dir werden, um dir selbst zu beweisen, wie toll du bist?“ unterbreche ich ihn traurig.
„Jen, hör auf! Ich musste dich einfach küssen.“
Stille.
„Als ich dich plötzlich wieder gesehen habe...meine ganzen Gefühle, die ich versucht habe zu verdrängen, kamen wieder hoch...“ er schaut mich an, „...ich konnte nicht anders. Ich liebe dich doch so. Ich wollte noch mal mit dir über alles reden!“ antwortet er leise.
Wir stehen immer noch engumschlungen da und ich kann nichts sagen.
„Wir hätten das nicht tun dürfen, Ash! Wir hätten uns nicht küssen sollen!“ meine ich traurig.
„Es tut mir leid, ich hätte glaube ich nicht kommen solln...!“ meint er plötzlich und löst die Umarmung.
„Ash...“ ich halte ihn am Arm fest.
Er schaut mir in die Augen, und ich habe das Gefühl er könnte meine Gedanken lesen. Sehen, wie sehr ich ihn vermisst habe, wie sehr ich ihn liebe und brauche.
Ich gehe einen Schritt auf ihn zu um wieder seine Wärme zu spüren.
„Ich liebe dich doch auch!“ flüstere ich.
Es tut so gut, ihn wieder im Arm halten zu können.
„Ich...ich weiß nicht...“ ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Warum ich? Warum gerade ich?
Er zieht mich zu sich und küsst mich erneut, nur diesmal fordernder.
„Hör auf, bitte!“ ich löse den Kuss.
Er nimmt mein Gesicht in seine Hände.
"Ich will nur das du weißt das du mir alles bedeutest, wirklich alles!“ meint er mit tränenerstickender Stimme.
Ich schaue in seine wunderschönen Augen...
„Es tut mir so leid...!“ schluchze ich und ich spüre erneut seine Lippen auf meinen.
„Es braucht dir nicht leid zu tun.“ meint er lieb.
„Du hast mir so gefehlt!“ sage ich leise.
„Du mir auch. Diese 2 ½ Monate waren so eine Qual für mich...ich brauche dich, Jen!“ meint er ernst und doch traurig.
Ich muss schlucken, löse mich aus unserer Umarmung und drehe meinen Kopf weg, ich will nicht, dass er mich weinen sieht.
„Jen...?“
Ich kann einfach nicht mehr...warum quäle ich mich eigentlich selber?
„Ash...“ fange ich leise an, „es tut mir so leid,
dass ich dir so weh getan habe, ich weiß auch nicht warum ich so blöd war,
mich von dir zu trennen. Ich liebe dich mehr als alles andere auf der Welt. So
sehr, dass es schon wieder weh tut....“
Er kommt auf mich zu und hebt mein Kinn hoch, damit ich ihn in die Augen schauen
muss.
„Ich habe dir gesagt, ich werde warten....“
Er wischt mit seinem Daumen über meine Wange.
„All die Monate haben nichts an meinen Gefühlen verändert, rein gar nichts, Ash!“
„Du weißt das ich genauso fühle, Jen!“ meint er leise.
Stille.
„...Ash, hast du das ernst gemeint, in deinem Brief, dass
du hoffst, dass ich uns eine weitere Chance gebe?“ frage ich ihn zögernd.
Ich habe Angst vor seiner Antwort.
„Ja, ich habe es damals ernst gemeint und tue es immer
noch.“
Ich nicke und gehe die 2 Schritte auf ihn zu, die uns trennen.
Ich hebe meinen Blick ein wenig, um in seine Augen schauen zu können.
Er legt seine Hände auf meinen Hintern und drückt mich an sich.
„Ich liebe dich so...“ flüstere ich und küsse ihn.
-Ende-