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Die Geschichte vom
jungen Krebs Franz Werfel, Die Auseinandersetzung
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Gianni Rodan: Die Geschichte vom jungen KrebsIn der „Geschichte vom jungen Krebs" von Gianni Rodan geht es um einen jungen Krebs, der seinen eigenen Weg gehen will und dabei in Konflikt mit seiner Umwelt gerät. Die Fabel hat den Konflikt zwischen Selbstverwirklichung und Anpassung zum Thema. Ein junger Krebs beschließt eines Tages vorwärts zu gehen, obwohl alle Krebse von „Natur" aus rückwärts laufen. Aber das junge Tier will anders sein und übt, vorwärts zu gehen. Nach einigen Anstrengungen gelingt es ihm. Jedoch seine Umwelt findet das nicht gut, es heißt, Krebse seien schon immer rückwärts gelaufen. Die Mutter des Krebses mahnt ihn, das seltsame Verhalten zu lassen. Der Vater aber wird schon viel direkter: er wirft seinen Sohn aus dem Haus, denn er bringe Schande über die Familie. Auf seinem Weg durch die Welt begegnet dem Krebs viel Unverständnis durch andere. Es gebe keinen Respekt mehr vor der Tradition heißt es. Ein alter Krebs, der in seiner Jugend das selbe getan habe, mahnt ihn zur Umkehr. Er selbst sei ein Beispiel dafür, dass man durch so ein Verhalten zum Außenseiter werde und ewig allein bleibe. Der junge Krebs bedankt sich für die Mahnung, setzt aber seine Reise fort. Der Autor, scheint es, hat für das junge Tier Sympathie. Er sagt uns nicht, was aus dem Krebs wird, sondern wünscht ihm auf seiner Reise viel Glück.
Die Geschichte vom jungen Krebs erinnert mich an ein typisches Problem, das junge Menschen haben, wenn sie erwachsen werden. Einerseits wollen sie etwas Besonderes sein und möchten gerne von anderen bewundert werden. Daher müssen sie auffallen. Anderseits haben Menschen Probleme, wenn sie nicht als „normal" gelten. Keiner möchte mit Menschen zusammensein, die immer auffallen und immer im Mittelpunkt stehen wollen. Die Schwierigkeit ist immer, einen Weg zwischen diesen Extremen zu finden. Probleme entstehen schon in der Familie, wenn die Kinder sich besonders kleiden. Ich erinnere mich noch daran, als es schick war, wenn man die Haare länger trug. Die Eltern wollten ihre Kinder immer zum Friseur schicken. Die Mütter reagierten wie die Mutter des jungen Krebses: Kind, du machst dich unglücklich, hieß es. Wenn du auf Behörden kommst, wird man dich schlecht behandeln. Die Väter reagierten häufig autoritär. Es gibt Beispiele dafür, dass sie ihre Kinder vor die Tür setzten, wenn sie sich nicht anpassten und der Vater meint, dass das Kind für die Familie Schande bringe. Solche Menschen, wie sie der Krebs verkörpert, müssen den Spott ihrer Umwelt ertragen aber auch oft deren Ablehnung. Das kann manchmal dazu führen, dass man Menschen aus der Gesellschaft verstößt, so wie es der alte Krebs erzählt, oder dass man versucht, diese Menschen von ihrer „Krankheit" zu heilen. Ein solches Schicksal ist uns bekannt aus autoritären Staaten, wo man Systemkritiker sogar in psychiatrische Behandlung brachte. Ich glaube auch, dass wir oft in unserer Nachbarschaft erfahren können, wie Menschen über andere reden, weil diese ein bisschen anders sind. Der junge Krebs unterscheidet sich aber in einem Punkt von der oben geschilderten Situation. Die meisten Menschen wollen nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Insofern ist das Verhalten des jungen Krebses besonders riskant. Es gibt Menschen, die nur ihre Richtung kennen, manche von ihnen sind Träumer, sie haben ihre Pläne, aber sie sind letztlich ziellos. Aber es gibt auch Menschen, die ohne Rücksicht auf andere ihren Weg gehen oder auch solche, die nur ihren Weg kennen. Schließlich gibt es auch Menschen, die ihren „Weg gemacht" haben, obwohl und vielleicht dehalb, weil sie auch den Konflikt mit ihrer Umwelt riskiert haben. Mir fallen als Beispiele Mahatma Ghandi und Mustafa Kemal Atatürk ein. Es gibt Gründe für und gegen die Position des jungen Krebses. Einerseits ist es besonders schwierig mit Menschen auszukommen, die ständig ihren Weg gehen wollen. Versucht man, mit ihnen etwas Gemeinsames zu unternehmen, z.b. einen Ausflug, dann machen sie Probleme: sie kommen nicht rechtzeitig zum Bus zurück, oder sie wollen das Programm ändern. Mit solchen Eigenbrödlern oder Individualisten auszukommen kann für die anderen Menschen zu einer besonderen Geduldprobe werden. Anderseits gibt es auch unzählige Beispiele dafür, dass gerade solche Menschen, die ihren eigenen Weg gehen, besonders wertvoll für die Menschheit sind. Sie stehen häufig an einem Wendepunkt in der Geschichte eines Landes wie Mahatma Ghandi oder auch Atatürk. Ghandi ging tatsächlich seinen eigenen Weg, d.h. er verweigerte der britischen Kolonialregierung den Gehorsam und riskierte dabei auch Strafen. Aber letztlich führte dieser Weg zur Befreiung Indiens. Auch Atatürk verweigerte seinem Sultan den Gehorsam, aber er konnte dadurch die neue Türkei gründen. Er wurde durch seinen besonderen Weg zum Vorbild. Aber diese großen Persönlichkeiten zeigen auch, dass sie zwischen den beiden Extremen der Anpassung und der Individualität einen Mittelweg gefunden haben. Denn durch ihren Mut zur Verweigerung wurden sie zugleich zu einem Vorbild für andere. Der junge Krebs steht am Anfang eines Weges. Klar ist eigentlich nur, wie er diesen Weg gehen will, aber wohin der Weg führt, wissen wir nicht. Vermutlich wird es ein schwerer Weg sein und wie man sieht, sind das oft die Vorbilder. Ich denke, er hat das Recht diesen eigenen Weg zu gehen, aber ich meine auch, dass dieser Weg letztlich nicht aus der Gesellschaft hinausführen darf, sondern wieder zu ihr zurück führen muss. Dann wäre es ein Vorteil für beide: für den Individualisten, aber auch für die anderen. 694 Wörter für beide Kommentarteile Franz Werfel,Die AuseinandersetzungIn der Geschichte von Franz Werfel geht es um zwei Schüler, die durch einen Streit sich näher kommen. Während einer Turnstunde soll der Schüler Adler eine schwere Übung machen. Aufgrund seiner Körperfülle fällt das aber dem Jungen schwer und er macht eine komische Figur. Auf den Erzähler wirkte das so komisch, dass er lachen musste. Adler, der klügste Schüler der Klasse und den anderen in den Griechischstunden überlegen, wird nun zum allgemeinen Gespött. Das Lachen des Erzählers bewirkt, dass auch die anderen Schüler, bis auf eine Ausnahme, Adler auslachen. Selbst der Sportlehrer nimmt den Schüler nicht in Schutz. Adler ist tief verletzt und es kommt nach dem Unterricht zwischen dem Erzähler und ihm zu einer Auseinandersetzung. Adler stellt seinen Banknachbarn zur Rede und beide beginnen sich zu raufen. Bei diesem Kampf geht es um sehr viel, weshalb der Zweikampf verbittert geführt wird. Adler entwickelt erstaunliche Kräfte, aber er unterliegt seinem Gegner schließlich doch. Der Erzähler empfindet keinen Triumph, aber Adler scheint seine alte Sicherheit, verloren zu haben, denn als ihn anderntags der Griechischlehrer aufruft, versagt er. Diese doppelte Niederlage Adlers bewirkt seltsamerweise eine Annäherung zwischen dem Erzähler und ihm. Auch der Erzähler kann nichts Schlimmes an seinem Tun finden, vielmehr berichtet er, dass er danach Adler auf dem Weg nach Haus begleitet und mit diesem zum ersten Mal geredet habe.
Kommentar 1. Warum versagt Adler Ihrer Meinung nach am Tag nach dem Kampf in der Griechischstunde? Bevor ich diese Frage diskutiere, möchte ich über meine persönlichen Erfahrungen in einer ähnlichen Situation berichten. Anschließend will versuchen, das allgemeinere Problem zu beleuchten, um dann zu diskutieren, weshalb eine solche Auseinandersetzung manchmal für die persönliche Entwicklung und eine Beziehung wichtig ist. Ich erinnere mich in meinem Leben an eine ähnliche Situation wie die von Franz Werfel geschilderte. Wir alle wissen, dass Schüler untereinander keine lieben Menschen sind. Sie sind sich einig, wenn es gegen den Lehrer geht. Er steht auf der anderen Seite als die Schüler. Aber, was ist die Seite der Schüler? Unter ihnen gibt es häufig kleine Grüppchen, die sich gegenseitig bekriegen, gibt es Eifersucht, Feigheit und Lügen, es gibt Außenseiter, und oft genug muss sich der Einzelne seine Stellung in dieser Gruppe erst „erkämpfen". Diese Erfahrung haben viele von uns gemacht, so auch ich. Eines Tages, als wir nach der Pause in die Klassen zurückgingen, wurde ich von ein paar Jungens der Nachbarklasse herausgegriffen und in ihre Klasse hineingezerrt. Die Klasse johlte, als mich zwei der Schüler vor der Klasse festhielten. Es war die nächst höhere Klasse, so dass ich nicht nur durch die Anzahl der Angreifer unterlegen schien. Aber ich entwickelte aus der Not soviel Kraft, dass die beiden mich ohne ernsten Schaden zu nehmen nicht hätten festhalten können und mich wieder frei ließen. Mir hat diese Geschichte nicht besonders geschadet, vielmehr erhielt ich in meiner Klasse Anerkennung und mir ist danach so etwas auch nie wieder passiert. Ich denke, dass es hier Parallelen zu der Geschichte von Franz Werfel gibt. Bei Adler und dem Erzähler erfahren wir eine ähnlich Steigerung der körperlichen Kräfte und auch eine Verwandlung. Adler wird erniedrigt. Aus dem klugen Schüler wird ein Objekt allgemeiner Belustigung. Adler ist ein Mensch, der den anderen wegen seiner Klugheit als besonders arrogant gilt. Vielleicht kann man auch sagen, dass sie sich klugen Köpfen unterlegen fühlen und deshalb besonders auf ihre körperlichen Kräfte stolz sind. Aber unter den körperlich Starken ist die Konkurrenz groß, und Adler ist in seiner Art einzigartig. Dies empfindet vielleicht auch der Erzähler, der Adlers Banknachbar ist. Man kann sich leicht vorstellen, dass der Erzähler vielleicht oft von seinem Nachbarn profitiert hat, sich diesem aber auch unterlegen fühlte. Dies änderte sich durch die verunglückte Leistung Adlers in der Sportstunde, die beim Erzähler ein spontanes Lachen auslöst. Vielleicht zeigt sich auch hier der aufgestaute Ärger des Unterlegenen in den intellektuellen Fächern und zeigt auch durch die Reaktion der anderen, wie isoliert Adler in der Klasse ist. Dass der Erzähler dies durch sein Lachen offen macht, verletzt natürlich Adler. Der Ringkampf der beiden ist deshalb so bitter, weil beide um ihr Ansehen kämpfen und sich beide doch sehr nahe sind. Verzweifelt versucht Adler die alte Rollenverteilung wieder herzustellen: ich bin der klügere von uns beiden, scheint er sagen zu wollen. Der andere scheint sagen zu wollen: nein, behandele mich wie einen Gleichen. Adler zeigt, dass er kämpfen kann, was bei dem Erzähler Erstaunen hervorruft, weil er das nicht erwartet hat. Schließlich siegt er dann aber doch und der Bann Adlers scheint damit gebrochen. Adler ist so tief verunsichert, dass er am anderen Tage in der Griechischstunde versagt. Adler hat seine Selbstsicherheit verloren, er ist nicht mehr der arrogante Streber, der von oben auf die anderen herabblicken kann. Er sieht seine Isolation in der Klasse und muss nun eine neue Rolle finden. Aber durch sein Versagen hat er auch Sympathien gewonnen, zumindest bei dem Erzähler. Das zeigt sich, am Schluss der Geschichte als der Autor Adler nach Hause begleitet und er berichtet, dass es zum ersten Mal zu einem richtigen Gespräch zwischen beiden gekommen sei. 2. Was bedeutet der Satz „Wir waren einander näher kommen" Ihrer Ansicht nach? Im ersten Teil meines Kommentars habe ich versucht, den Grund für das Versagen Adlers zu analysieren. Ich glaube er liegt darin, dass Adler in seiner Rolle als der klügste Schüler seine Isolation erkennen musste und er deshalb seine Selbstsicherheit verloren hat. Aber zugleich hat er auch etwas Neues gewonnen. Der Mitschüler Komarek, der als einziger Adler nicht ausgelacht und dem Erzähler Vorwürfe wegen seines Verhaltens machte, erscheint uns als kluger und mitfühlender Mensch. Dennoch hat er aber Unrecht, denn Adler und sein Banknachbar kommen sich näher. Der Erzähler fühlt sich nicht beschämt, auch nicht durch die Vorwürfe Komareks. Dies ist merkwürdig und gibt dem Leser zu denken, der vielleicht auf Komareks Seite stehen könnte. „Wir waren uns näher gekommen" heißt es am Schluss. Es bedeutet, dass es vorher eine ungleiche Beziehung war, unter der der Autor gelitten hatte, weil er die Gleichheit in der Beziehung vermisste. Deshalb gab es verdeckte Rivalitäten und Spannungen, wie wir sie auch aus unserem Alltag kennen. Erst die Niederlage des Adler stellt das Gleichgewicht in dieser Beziehung der Banknachbarn her. Adler ist offenbar intelligent und sensibel genug, dieses Missverhältnis wahrzunehmen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Er scheint bereit, einen neuen Anfang machen zu wollen. Deshalb können sich beide auch nun besser verstehen, auch wenn das Außenstehende verwundert. Wörter für beide Kommentarteile
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