Stell Dir ein Stra�encafe in einer belebten Fu�g�ngerzone vor. Wir sitzen in einer kleinen Gruppe an einem Tisch. Wir spielen das Spiel.
Das Los f�llt auf Dich. Du bekommst eine zusammengefaltete Plastikt�te zugeschoben und ins Ohr gefl�stert: "Geht auf Klo und schau in die T�te." Dein Kopf wird ein wenig rot, Widerstand regt sich, aber du willst ja kein Spielverderber sein und gehst los. In der Kabine �ffnest Du mit zitternden H�nden die T�te. Nur ein kleiner Zettel ist darin: "Du bekommst in 5 Minuten neue Sachen. Zieh Dich bis auf die Unterhose aus und packe alles in die T�te." Du bist gespannt und tust alles, wie es dasteht. Nach 5 Minuten komme ich und frage: "alles fertig?". "Ja" ist Deine Antwort. Du reichst die T�te �ber die T�r, bekommst eine andere T�te von mir und schon bin ich wieder weg. Als erstes siehst Du den Zettel. "Zieh dich an! Wir warten nur 5 Minuten, dann sind wir weg und Du darfst die Rechnung bezahlen" Dir f�llt ein, Deine Brieftasche ist in Deiner Jacke am Tisch. Du hast keine Wahl und �ffnest die T�te ... Stehst Du das durch? Es ist doch nur ein Spiel.
In der T�te ist etwas blaues. Eine Hose? Nein, das ist ja ein �rmel. Eine Jacke? Auch nicht. Du fa�t am Kragen an und ziehst alles ganz langsam aus der T�te. Nicht, das da etwa noch etwas auf den schmutzigen Boden der Toilette f�llt. Nein, da ist kein zweites St�ck. Die ganze Kleidung besteht aus einem einzigen Teil. Ungl�ubig h�ltst Du vor Dich und betrachtest alles. Unten sieht es aus, wie eine normale Jeans. Aber nach oben geht es einfach weiter. Bis zum Hals und den kurzen �rmeln. Vorne ist ein langer Rei�verschlu�, vom Bauchnabel bis zu Hals. Das ist ja ein Jeansoverall, schie�t es Dir durch den Kopf. Das soll ich anziehen? Ach die Zeit, wieviel Zeit ist den schon vergangen? Deine Uhr ist in der anderen T�te. Du hast ja nur 5 Minuten. Schnell anziehen. Du �ffnest den Rei�verschlu�. ...
Die Gr��e stimmt. Wie f�hlt sich so ein Overall an? Gleich wirst Du es wissen. Du steigst hinein. An den H�ften ist es etwas eng beim Hochziehen, aber mit einem Schwups rutscht der Overall �ber die Beckenknochen und sitzt. Nun die Arme. Der erste Arm ist einfach. Du kannst mit dem anderen Hand nachziehen und schon ist die Schulter drin. Der zweite Arm ist schwieriger, Du mu�t dich ganz sch�n verrenken. Der Overall zieht sich dabei hoch und schneidet sich tief in Deinen Schritt ein. Nun ist der Arm drin. Du fa�t an die Hosenbeine und versuchst den Overall wieder etwas runterzuziehen. So geht es. Nun mu�t Du den Reisverschlu� schlie�en. Zieh den Bauch ruhig etwas ein. Der Overall wird sich f�r Dich dehnen. So kommt ihr zusammen. Der Reisverschlu� ist �ber dem Bauch dr�ber. Du ziehst ihn ganz nach oben. Da ist noch eine Falte. Du ziehst die Schultern ein paar mal nach oben und l��t sie kreisen. So kommt der Overall an die richtige Position. Die �rmel kannst Du noch glatt ziehen. Das war's. Dein Herz pocht. Man sieht das unter dem eng gespannten Overall sogar.
Du �ffnest die T�r und gehst in den Vorraum. Da ist ein gro�er Spiegel, in dem Du dich von oben bis unten bewundern kannst. Der Overall umschlie�t Dich hauteng von den Armen bis zu den Knien. Ab dem Knie f�ngt der Schlag der Hose an. Das sieht gut aus. Du versuchst die Arme zu heben. Der Overall zieht sich nach oben und gr�bt sich tief zwischen Deine Beine ein. Das geht also nicht. Die Arme m�ssen unten bleiben. OK. Ein Griff an die Hosenbeine und schnell ist es wieder ertr�glich. Es ist ja nur f�r kurze Zeit. Drau�en am Tisch sitzen die anderen und dort sind auch Deine Sachen. Nur noch der Weg dahin. Die Zeit! Die f�nf Minuten sind sicher schon um. Du trittst in den Gastraum. Das Cafe schl�ngelt sich an einer langen Glasfront entlang, die T�r nach drau�en ist auf der anderen Seite. Unser Tisch ist drau�en in der Mitte. Die Toilette ist in der ersten Etage. Die lange Freitreppe macht Dir Angst. Sie ist wie ein Laufsteg. Drin ist nur die H�lfte der Tische besetzt. Die meisten sitzen bei dem sch�nen Wetter drau�en. Du h�ltst Dich am Treppengel�nder fest und setzt langsam einen Fu� vor den anderen. Wie viele Stufen hat diese Treppe? Du l��t Deinen Blick streifen. Da an dem Tisch mit den 4 M�dchen. Eine hat Dich entdeckt und st��t Ihre Freundin an. Sie blicken alle zu Dir. Jetzt nur nicht nerv�s werden. Blick einfach durch sie durch. Es funktioniert! Sie stecken ihre K�pfe wieder zusammen und quatschen weiter. Jetzt ist die Treppe zu Ende. Du gehst durch den Gang und versuchst durch das gro�e Fenster unseren Tisch drau�en zu finden. Da ist keiner mehr. Nur die Kellnerin r�umt die letzten Tassen ab. Der Schreck l��t Dich erstarren.
Da h�rst Du ein Klopfen und drehst Dich um. Wir stehen alle drau�en an der Scheibe und schauen Dich an. Dachtest Du wir gehen, ohne Dich gesehen zu haben? Du bist erleichtert und kommst ans Fenster. Die T�te mit Deinen Sachen ist auch dabei. Du kannst auch Deine Jacke erkennen. Ja diese kreisende Bewegung mit der Hand hei�t, Du sollst Dich mal drehen, damit wir Dich von allen Seiten besehen k�nnen. Sch�n siehst Du aus. Die Scheibe schluckt jeden Ton. Aber den erhobenen Daumen verstehst Du. Wir finden, der Overall steht Dir gut. Jemand deutet auf die Uhr. Ja unsere U-Bahn f�hrt gleich. Wir m�ssen los. Gerne h�tte wir Dich mitgenommen, aber wer Termine nicht einhalten kann..
Ungl�ubig stehst Du an der Scheibe uns siehst uns nach, wie wir losrennen und in der U-Bahnstation verschwinden. Vielleicht schaffst Du es ja noch. Du mu�t nur durch das Cafe nach drau�en. Du beschleunigst Deinen Schritt. Pl�tzlich steht die Kellnerin vor Dir. Es ist gerade die Sch�ne, Schlanke, mit der MissSixty Jeans. Die Jeans mit dem Rei�verschlu� auf dem Po sieht aber auch ganz besonders gut aus. Denkst Du, sie hat das nicht gemerkt, da� Du die ganze Zeit auf die Jeans gestarrt hattest? "Ich bekomme noch 7 Euro 20. Die anderen am Tisch sagten, da� sie ihre Rechnung selber bezahlen." Du wirst rot und stammelst: "Ich habe kein Geld bei mir" Sie sieht Dich an und mustert Dich von oben bis unten. "Ja, wo auch" sagt sie und Du f�hlst Dich so nackt. ...
Die Kellnerin dreht sich um und ruft nach ihrer Chefin. "Du Karla, komm doch mal, der Mann hier kann seine Rechnung nicht bezahlen." Ein paar Leute im Cafe haben das auch mitbekommen und sehen gespannt zu. Dein Gesicht wird dunkelrot. Du siehst, wie die junge Frau hinter der Bar die Augen verdreht und etwas aus dem Schrank unter dem Tresen hervorholt. Als sie damit n�her kommt, kannst Du auch erkennen, was das ist. "Na gut, machen wir erst mal ein Foto von Dir, damit wir Dich wiedererkennen." Sie hat eine kleine Kamera in der Hand. Was, denkst Du, die wollen mich so fotografieren? Aber was willst Du tun, auf die Polizei hast du auch keine Lust. Die w�rden Dich zur Feststellung der Personalien auch erst mal mitnehmen. Dein Ausweis ist ja auch in der Brieftasche. "Geh doch mal ein paar Stufen die Treppe hoch" Du folgst den Anweisungen wie im Trance, Alle im Cafe schauen jetzt auch Dich. Es ist Dir aber mittlerweile total egal. Sie macht eine ganze Serie von Fotos. Ein Japanischer Tourist steht pl�tzlich neben ihr und f�ngt auch an zu fotografieren. Der denkt bestimmt, Du bist irgend ein Filmstar oder so. Vielleicht kannst Du ja von dem Geld f�r die Fotos bekommen. Das ist immer noch besser als hier im Cafe die Rechnung abzuarbeiten. In Gedanken siehst Du Dich schon im Jeansoverall die Tische abr�umen und den Boden fegen, w�hrend um Dich herum etliche Jugendliche sitzen und Dir feixend zusehen.
Dann h�rst Du von hinten eine Stimme "Da bist Du ja!" Du drehst Dich um, ein bekanntes Gesicht. Die hat doch vorhin mit am Tisch gesessen, das ist doch die Freundin der Freundin von .. ist ja auch egal. Sie kann dir bestimmt helfen. "Die anderen haben meine Sachen und mein Geld mitgenommen" f�ngst Du an zu erkl�ren. "Da warst Du wohl nicht schnell genug" "�h, nein wohl nicht". Sie gibt Dir einen 10 Euro Schein den Du wortlos an die Kellnerin weiterreichst "Stimmt so".
Aber nun wird ja alles gut, denkst Du. "Wo sind die mit meinen Sachen hingegangen?" Du erf�hrst, da� sie in irgend eine Ausstellung gehen wollten. Deine Frage welche? wird leider nur mit einem Schulterzucken beantwortet. "Aber wir treffen uns um 8 vor dem Kino" "Welches?" "Das wu�te sie anderen auch noch nicht. Sie wollten anrufen" Deine Miene erhellt sich etwas, Handy. "K�nnen wir die anderen nicht anrufen und sagen, da� sie mit meinen Sachen herkommen sollen" "Klar" ist die Antwort "hast Du eine Nummer?" Die Nummern sind alle in Deinem Handy, in Deiner Tasche. Wir haben es vorsorglich ausgeschaltet, wenn Du es sowieso nicht bei Dir hast, soll es auch kein Strom verbrauchen.
"Dann mu�t Du einfach bei mir bleiben, bis sie anrufen, ich wollte noch mal nach Schuhen und einem BH schauen, komm mit" Sie ging los und Du st�tzt hinterher. Irgend jemand sagte "Und Piggedy folgte .." der Rest ging in Gel�chter unter. Du bist drau�en. Der Stadtbummel beginnt.