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Als Ginevra in die Eingangshalle herunterkam, hatte ihr Haushofmeister Seward bereits die T�r ge�ffnet und den n�chtlichen Gast hereingebeten. Unwillk�rlich blieb Ginevra mitten auf der Treppe stehen und schaute auf den Besucher hinunter.
Graf Adrian blickte gebannt die junge Frau an, die mit einer ru�enden Fackel in der Hand auf der breiten Freitreppe stand. Obwohl sie nur ihr Nachtgewand trug und ihr feines, platinblondes Haar wirr ihr Gesicht umflo�, sagten ihre stolze Haltung und der ernste Blick ihrer unwirklich hellen, blauen Augen deutlich, da� er Ginevra, die Herrin von Burg Festenstein, vor sich hatte. "Sie sieht ihrem Vater �hnlich, nicht ihrer Mutter...", dachte Graf Adrian, und er wu�te selbst nicht ob ihn das beruhigte oder betr�bte.
"Werte Herrin Ginevra", begann er und machte eine galante Verbeugung, "ich kann Ihnen gar nicht genug daf�r danken da� Sie mich zu dieser nachtschlafenden Zeit � und in diesem Aufzug � empfangen..." Mit einem raschen Blick hatte Ginevra seinen Zustand erfa�t � die zerrissene Kleidung, die kleinen blutigen Wunden an Gesicht und H�nden � und trug, noch ehe Graf Adrian weitersprechen konnte, ihrem Haushofmeister auf:"Seward, bitte la�t unserem Gast ein hei�es Bad ein, und bringt ihm saubere Kleidung. Und dann weckt die K�chin und deckt den Tisch im Salon." Eilig erwiderte Graf Adrian:"F�r das Bad und die Kleidung w�re ich Euch von Herzen dankbar, Herrin Ginevra, aber bitte, la�t Eure gute K�chin schlafen. Ich m�chte Euch nicht mehr Umst�nde bereiten als n�tig." Ginevra neigte anmutig den Kopf. "Wie Ihr w�nscht." Seward bedeutete Graf Adrian ihm zu folgen.
Auf dem Weg zur Badestube fiel ihm auf, da� Ginevra ihn nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte.
Ginevra stand im Salon am Fenster und starrte zum unendlichsten Mal in dieser Nacht, wie ihr schien, hinaus in die Schatten. Schon bald w�rde der Morgen d�mmern; weit am Horizont erahnte sie den ersten zarten Strahlen grau-rosigen Lichts. Doch ihr Blick kehrte von der Weite des Horizonts wieder zu der N�he des Waldes, dessen Saum sich fast bis zu den Mauern Burg Festensteins dr�ngte, zur�ck. Eines nach dem anderen wandten sich die gro�en Tiere um und verschwanden zur�ck in die Schatten. Nur ihr Anf�hrer verharrte noch am Waldesrand, den scharfen Blick auf Burg Festenstein gerichtet. Sein tiefschwarzes Fell wurde von einer pl�tzlichen Windb� zerzaust, ein stummes Knurren entbl��te das m�chtige Gebi�, seine messerscharfen F�nge und die rotgl�henden Augen boten einen Anblick, der selbst das mutigste Herz in Angst erweichen lie�. "Helsin-Hunde", murmelte Ginevra zu sich selbst. Erst als die Sonne endlich hinter dem Horizont aufstieg, wandte sich auch der Rudelf�hrer um und verschmolz mit den verwehenden Schatten.
Im selben Moment wurde hinter ihr die T�r ge�ffnet. "Herrin Ginevra", begr��te sie die tiefe, samtene Stimme ihres Gastes. Sie drehte sich nicht zu ihm um, sondern sprach in den erwachenden Wald hinaus:"Haben sie Euch gejagt... oder seid Ihr der J�ger?"
Sie hat die Zeichen gelesen... Sie wei� nicht einmal meinen Namen, doch tief in ihrem Innern kennt sie mich bereits. Laut und mit einem neckenden Unterton antwortete er:"Das kommt darauf an, was Ihr w�nscht, das ich f�r Euch sein soll." |
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